Ausgabe 
27.9.1928
 
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Arbeiter schmolz unbeabsichtigt Schneeberger Ko­balt mit Glas ein und entdeckt« dadurch daS Königsblau. Eine neue Methode zur Erhär­tung von Kupfer fand man auf seltsame Art in einet amerikanischen Fabrik. ES handelte sich um eine gcckoanoplastische Anstalt, in der Grammophonschallplatten hergestellt würben. Eines Tage* * hotte nämlich der Techniker des Unternehmens bemerkt, das; der Härtegrad der Kupferplatten. von denen die Wachsplaiten ab­gezogen wurden, eine bemerkenswerte Steige­rung aufwieS. Als man später nachforschte, fand man des Rätsels Lösung. Ein in der Fabrik be­schäftigter Arbeiter hatte eines Tages in der Frühstückspause ein Stück Käse nach einem Kameraden geworfen. daSWurfgeschoß" war aber in den Behälter gefallen, in dem die Metall- platten dem GalvaniiierunaSprozeß unterworfen wurden. DaS im Älfe enthaltene Kasein hatte nun eine verhärtende Wirkung auSgeübt. und von nun an fehle man der Lösung tes galvani­schen Babe* stets Kasein zu. Durch die gestel- oerte Verhärtung des Kupfers erzielte die Firma oeteutente Ersparnisse.

Selbstverständlich gehören derartige Glucks- fälle zu den Seltenheiten, die alle hundert Jahre einmal Dortommen; zahlreich sind da­gegen die Falle, in denen große Entdeckungen ihren Erfindern weder Ruhm noch Geld eingebracht haben. So starb vor anderthalb Jah­ren in Frankreich der große Gelehrte Eugöne T u r p i n. der den Sprengstoff Melinit erfunden hat. Sin Offizier drS französischen Kriegsmini­sterium- verkaufte die Erfindung an England, Turpin klagte ihn an und wurde darauf selbst weg^n Landesverrats zu einer mehrjährigen Öe» sängnisstrafe verurteilt. Rachtem er -wet Jahre im Gefängnis gele sen hatte, wurde er begnadigt und tm Jahre 1902 erfand er ein neue- Spreng­mittel. Wieder wurde sein Geheimnis verraten, aber der unermüdliche Gelehrte fand im Jahre 1914 ein neues Mittel, daS er dem französischen Kriegsministerium wiederum anbot. Da man von ihm Angaben über bie Zusammensetzung des Sprengstof es sorberte, Turpin aber darauf nicht mehr eingehen wollte, kaufte man ihm seine Erfindung nicht ab. und der geniale Er­finder muhte die letzten Jahre seines Lebens in Rot und Elend verbringen.

Oberhefsen.

La ^rreis Gieße«.

00 Klein Linden, 26. Sept. Die 93 e r steigecung des Obstes an den Provinzial« straften nach der preußischen Grenze zu wurde heu.e vormittag dorgenommen. Die Beteiligung auS Gießen war diesmal fast ganz unterblieben, was wohl damit zusammenhängen mag, dah nur wenig Obst vorhanden war. Es gelangten an Achseln zum AuSgebot einige Goldparmänen, Kasseler Reinetten und einige Bäume Schöner von Boskoop. Dirnen waren nicht vorhanden. Die Preise waren dementsprechend hoch. Der Zentner Aepfel, meist waren es mehrere Bäume, die zu einem LoS vereinigt waren, kam 10 bis 20 Mk. Besser war der Behang der Bäume auf der Strafte nach Lützellinden zu. Hier tarnen nur Birnen zum Ausgebot: einige Gute Luise, ferner Pastorenbirnen und in großen Mengen Six- Butterbirnen. Letztere standen am Baum der Zentner 5 blS 10 Mk., die haltbaren Pastoren­birnen tarnen auf 8 bis 12 Mk. Auf der Strafte nach Großen-Lin den, wo die Bersteigerung an- schließend vorgenommen wurde, waren nur Rhei­nische Bohnäpsel und Taubenäpfel vorhanden. Bei viel Liebhabern tarnen bie Preise sehr hoch Und bewegten sich zwischen 10 bis 20 Mk. für >en Zentner Aepfel am Baum.

CD Lollar, 26. Sept. Zwei nächtliche Ein« bruchsdiebstähle kamen h.er vor. In der Rächt auf Dienstag wurde bei Gastwirt F i - scher eingebrochen und neben etwa 20 Mark Bargeld etwa 4 bü8 5 Pfund Wurstwaren und eine Schülermappe (anscheinend zum Einpacken der gestohlenen Wurstwaren) mitgenommen. In der folgenden Rächt wurde dem KonsektionS- gelchüst HeibertShausen ein Besuch ab­gestattet. Hier gelangte der Dieb nach Hoch­schieben eine- herabgelassenen Rolladens eines LeiienfensterS bis zur halben Höhe und Zer­trümmerung der Fensterscheibe in daS Innere der Geschäft-räume. Rach den bisherigen Fest­stellungen wurden hier ein dunkelgrauer, braun­karierter Herrenulster, ein dunkelblauer Anzug, ein Sportanzug mit vier aufgesteppten Rock­taschen, Gürtel und langer Hose und drei bis vier Oberhemden entwendet. Die Zahl der mit­genommenen Anzüge läßt auf zwei Ein­brecher schließen. Da im Laufe des Montag* in Fronhausen und Salzböden (hier fielen dem bzw. den Dieben in einem Falle etwa 300 Mark Bargeld in die Finger) gleich­falls Ginbruchdiebstähle ausgeführt wurden, ver­mutet man ein und dieselben Täter.

A Allendors a. d. Lumda, 26. Sept. Die hiesige diesjährige Obslversteigcrung brachte der Stadl einen, gegen die sonstigen Jahre, sehr geringen Ertrag ein. Es wurden im ganzen nur ca. 550 Mark erlöst. Trotzdem nut verhältnismäßig wenig Obst zum AuSgebot kam, hielten sich bie Preise in mä­ßiger Höh. Birnen und Zwetschen waren be­sonders billig. Es tarn bet Zentner mitunter nur aus 50 Pfennig bis 1 Mark. Aepfel waren schon mehr begehrt. Hier kam der Zentner- besserer Sorten auf schätzungsweise 510 'TM.. geringere Sorten, sogenannte Wirtschast-äpfel. je nach Qualität 2 bis 6 Mark. 2luswärtige Stei­geret waren nicht erschienen.

O Göbelnrod. 26. Sept. Unsere Schule konnte am Sonntag ihr I uge ndsest feiern, das trotz etwa- ungünstiger Witterungsverhältnisse gut verlief. Als Festplatz hatte man eine schön gelegene Waldlichtung auSgrwählt Dorthin be­wegte sich um 2 Uhr der Festzug, an dem außer bet Schuljugend noch die OrtSvereine tcil- nabmen. Der Grundgedanke, auf den sich die Fest folge aufb.wte. war .Heimat und Bater- land." Ausgehend von der Schönheit unserer Heimat und den seelischen Werten, die sic in sich birgt, wurde in der Ansprache die jetzige Rot deS BaterlandeS gekennzeichnet. Wollten wir einer besseren Zukunst entgegengeben, dann müßten ade Erzieher voll ünd gan; ihre Schul­digkeit tun, damit eine tüchtige, pflichtbewußte Jugend herangebildet werde Die ot»'. den Schulern Dorgetragcnen Lieber und Gedichte, so­wie bie Ehöre te* Gesangvereins .Eintracht" fügten sich in ben Rahmen deS Grundgedan­kens ein Auch ein Erntespiel und ent Reigen wurden vor'«»führt Di<^ Spielc der Kindei. wie Sadl u en Topsich og n Tau^.iehe" und T r-o. schnappen lösten b i allen F stteilnebmern grobe

SieAbenteuerdesSochstaplersKeseweüer

Eine interessante Verhandlung vor dem Gießener Gericht

D.e vorgestrige Berusungsvcrhandlung vor der Großen Straffammer Drehen gegen den Kaufmann Max Kiesewetter, über deren Ausgang wir gestern schon berichteten, entrollte bas Dilb cmcs Abenteurerlebens, wie eS ab­wechslungsreicher kaum gebacht werben kann. Kiesewetter, bet seinen Lebenslauf in beredter Wei^e vonrug, stammt auS einer Arbeiterfamilie, war zunächst nach seiner Schulentlassung einige Jahre m kaufmännischer Lehre, um bann in bie Korbflechterei emeS Verwandten einzutveten. Er kam bann als Kriegsfreiwilliger zum Militär. Don nun ab ist sein Leben mit einem Schleier bebed t, der nur selten durch- dringllck ist. Es steht jedenfalls fest, bah er während des Krieges zunächst befördert wurde, bann aber sich verschiedentlich strafbar machte. Sr hat Vorstrafen wegen Körperverletzung, un- berech!>.gter Entfernung vom Truppenteil, außer­dem trug er verschiedentlich Leutnantsunisorm und den OrdenPour le M^rite". Es sind dies jedoch nur Schlaglichter. Die genauen Zu­sammenhänge seines Lebens während der Kriegs- iahre sind unbekannt. Er behauptet, gegen Ende des Feldzuges die Papiere eines gefallenen Ka­meraden an sich genommen und mehrere Semester in Straßburg Medizin ftubiert $u haben. Ob das wahr ist. weih man nicht, jedenfalls leibet er seine medizinischen Kenntnisse, die aller­dings nicht in dem Maße vorhanden sind, wie er gern glauben machen möchte, dorther.

Während deS Ruhrkampfes tauchte er als Dr. Gschwenber im besetzten Gebiet auf, angeblich im Auftrage der deutschen Regierung, in Wirklichkeit aber wohl, um unter dem Deck­mantel nationaler Ziele sich bie Taschen zu füllen. Auch in btefem Falle konnte eine restlose Aufklärung bisher nicht stattfinben. Er lernte in dieser Zeit in dem Kaufmann M. Der- z e w s k c, der wegen verschiedener Straftaten steckbrieflich verfolgt wurde, einen würdigen Ge­nossen kennen. Kiesewetter muhte sich dann andere Erwerbsmittel als dienationale Propaganda" suchen und ging nun dazu über, sich als Arzt und seinen Freund als Assistenten auszu­geben. ES begann jetzt ein abenteuerlichet Zug durch die bekanntesten deutschen Badeorte.

Es wurden Gelcgenhellsoperationen mit mehr oder minder Erfolg gemacht. Es ge­lang dem sicheren Auftreten Kiesewetter», selbst erfahrene Aerzle über seine beruflichen Quali- fäten zu täuschen. Bemerkt muh noch werden, daß er schon vor dieser Feit gelegentlich Aerzle vertreten hatte, jedoch bald entlarvt wurde, und wegen verschiedener Operationen, die teil­weise die Patienten an den Rand des Grabes brachten, eine Gesängnisstrafe von zweieinhalb Jahren erhielt.

Ihrer Derbühung entzog er sich jedoch. Auf der Rundroüfe durch bie deutschen Däbct lan- beten die beiden Genossen schließlich in Swine- münde, wo sie die Bekanntschaft deS Berliner Fassadenkletterers Fritz Wald mach­ten. Da sie am Ende ihrer Geldmittel waren, verabredeten sie mit ihm verschiedene Einbrüche, die jedoch nicht ausgeführt wurden, da den bei­den im letztem Augenblicke der Mut fehlte. Wald, der alS Zeuge geladen war, bezeichnete sie als Menschen. die wohl jeder gemeinen Hand­lung fähig feien, aber keinerlei persönlichen Mut hätten. Sie feien bereit gewesen, sich anFrauen heranzupiffchen, diese zu natkotisieten und bann w berauben. Er habe mit Verachtung eine Beteiligung an berartigen Taten abgelehnt. D.e beiben schlugen ihm nun vor, in die Billa eines ihnen bekannten SportmanneS in Frank­furt a. W. einzubrechen. Sie tooflten dort bas Terrain auskunbschafden, um ihn bann zur Begehung beS E-nbrucheS nachkommen zu lassen. Statt nach Frankfurt, reiften sie jeboch nach Bad-Dauyeim. wo um diese Zeit, An­fangs September 1924, ein Aerztekongreft statt­sand. Getreu ihrer seitherigen Rolle, fliegen sie in einem der ersten Hotels als

Freude aus. Die Kinder bekamen Brezeln, außerdem konnte sich manches noch ein schönes Andenken holen, so die Buben am Kletter­baum, die Mädchen am Schwebebaum. Zum Schluß dankte Bürgermeister Weber dem Leiter der Veranstaltung, Leh.er Allenbör- f e r, im Rainen der Gemeinde. Gegen Abend zog man mit frohem Herzen nach Hause. Die Kartoffelernte, die jetzt in vollem Gange ist, bringt einen befriedigenden Ertrag. Sehr schlecht fällt hier die Obsternte auS, ausgenommen die Zwetschen.

* 21 u s der nördlichen Wetterau, den 26. Sept. In dem gestrigen Bericht über diePreis- beroegunp für Fettschweine ist infolge eines Setzfehlers ein f a l s ch e s B i l d gegeben wor­den. Die Preise sind nicht bis aus 87 Pf. für dos Pfund Lebendgewicht, sondern bis auf 7 8 P f. ge- stiegen und nunmehr auf etwa 70 Ps. zurück- gegangen.

f S tcinhciin. 26. Sept. Dci b:r Güter- PeSteigerung durch einen Aus.närler wur­den so hohe Preise erzielt, wie sie noch nie hier üblich waren. Für einen Acker, wohl in nächster Rahe des Dorfes gelegen, aber nicht zum erst­klassigen Land gehörend. wurden bei l28ö Qua­dratmeter Größe 1300 Marl geboten. Ein anderes Grundstück in gleicher Lage, 1325 Quadratmeter groß, kostete 1200 Mk. Zum erstenmal ist hier bet einer Ackerversteigerung das Quadratmeier Gelände mit mehr alS einer Mark bezahlt wor­den Außerdem kommen noch bie nicht unbe- trächtlicken Unkosten. Gerichtsgebühren, Grund- erwerbSsteuer unb Auflas ung hinzu, bk mit 6 bis 7 Proz. zu bewerten finb unb zu Lasten des Käufers gehen. Die Dersteigerunodes Gemeindeobstes erbrachte normale Preise. Zum AuSgebot tarnen hauptsächlich Zwetschen und etwas Birnen, Aepfel fehlicn ganz. Der Zentner Zwetschen tarn durchfch i tlih aus 5Mk. Für Dirnen stellt sich drr Preis auf 6 b<& T Mk. k Zentner. Da noch bem kalten Winter 1921 hier etwa 100 Zwetschenbäurne einginaen. hat die Temcinteverwoltung in den letzten wahren Ersatz- vllanzungen vorgenommen unb den Baumbestand auch nock durch Ansage zweier größerer Baum- rfianyniigcn mit Aep e läumen und Ki:schdäumen

\4) termebtt. D itctc Anp'l inzunzen Wer­ken tn oie'em Herbst dutchgeführk da entsprechen

profeffor Dr. wiatz und Affisleuzarzt Dr. Haas ab. GS gelang ihnen bald, durch ihr sicheres Auf­treten die Bekanntschaft einer reichen Dame auS Weimar, bie bie Rau Heimer Kur ge­brauste, zu machen, ja sie hatten sogar ben Erfolg, als behandelnde Aerzte angenommen zu werben. Die Behandlung bestand ledsch letzten Endes nur darin, daß eines Abends, während die beite.t mit ber Dame im Theater weilten, Kiesewetter sich eine kurze Zeit entfernte, mit bem Auto in baS Hotel der Same fuhr, sich dort unter dem Vorgeben, ihre Lorgnette holen xu wollen, vmn Portier ben Zimmerschlüssel auS- händicte-n lieh und bann nach wenigen Minuten ins Theater zurückkehrte. In ter gleichen Rach« reisten bir beiben fluchtartig nach Frankfurt unb weiterhin nach Hollanb ab. Am nächsten Morgen bemerkte bir Dame, bah ihr ein g r ober Teil ihres Schmuckes, sowie ein B a r - betrag Don 700 OKart fehlten. Der Verdacht richtete sich sofort auf bie beidenAerzte", ba die Dame keinerlei Auftrag gegeben hatte, ihre Lorgnette zu holen, ja sogar bie Wwesenheit Kiesewetters gar nicht bemerkt hatte. Die beiben Hochstapler würben später in Hollanb, als an bem bekannten DüsseiborferDilberbieb- stahl beteiligt, verhaftet. Sir leugneten zunächst entschieden, sich trgenbwic strafbar gemacht zu haben, sie wollten von bem Diebstahl nicht daS geringste wissen. Sie tourten jeboch beide von dem Bezirksschösfengerichst GiHen tn erster In­stanz AU längeren Gefängnisstrafen verurteilt. TieB:rufunas erl;an'Imfci tom ten zunächst i iht stattfinben, da cs beiden gelungen war, auS tem Gefängnis zu entfliehen Man wurde zunächst deS Derzewske toieter habhaft, und trotz seines Leugnens konnte er üoersühtt werden, Sr er­hielt wegen Mittäterschaft an diesem Diebstahl eine Gefängnisstrafe von 1 xk Jahren, die vom Reichsgericht, auf die Revision des An­geklagten hin. beflätigt wurde Kiesewetter konnte sich länger seiner Freiheit erfreuen. Erft vor wenigen Monaten gelang es, ihn in Bad Ischl in Oesterreich zu verhaft en. Sr be­stritt entschieben. bie Tat auvgeführt zu haben. Er habe vielmehr mit ber Dame ein Liebesver­hältnis unterhalten, im Verlaufe baffen sie ihm sowohl Schmuck, als auch einen Darbetrag ge­schenkt habe: bie Angabe, sie sei bestohlen worden, sei lediglich fingiert, um sich vor ihrem Ehemann zu decken. Zwar seien Teile des angeblich gestoh­lenen Schmuckes bei B.rzewske aufgetaucht, jedoch habe dieser sie zw ifellos auch geschenkt bekommen. Diese Ausflüchte des Angeklagten konnten jedoch restlos widerlegt werben. Zunächst gab Der­zewske jetzt unumwunden zu,

daß von Anfang an die Absicht be­standen habe, diese Dame zu bestehlen, daß ihm Kiesewetter nach dem Theaterbesuch von dem Diebstahl auch sofort Mitteilung gemacht hätte und sie deshalb geflohen feien. Weiterhin konnte Wald ebenfalls angeben, daß die beiden während eines VesucheS. den er ihnen in Dad- Rauheim abgestattet hatte, ihm von ihren Plänen Mitteilung machten unb ihn zur Teilnahme auf» lotterten. Gr sei jeboch abgereist, ba er sich an ter Straftat gegen eine Frau nicht be­teiligen wollte. Kiesewetter, ter sich indurch- aus getoanbter Weise verteidigte, suchte sich als Opfer der Rachsucht des Derzewske hinzu­stellen. Er gab zu, seine früheren Straftaten begangen zu haben, versicherte ater, wobei er eS an Selbstbeweihräucherung nicht fehlen lieft, daß er nunmehr ein anderer Mensch.geworden sei. Das ihm zur Last gelegte Delikt bezeichne ihn zu Anrecht als Täter. Gr bat daher um Frei- sprechmia.

Das Gericht folgte jedoch den Ausführungen de« Vertreters ber Anklage. In ber Urteils- tegtünbung tourte hervorgehoben, baft auch nicht ter allergeringste Zweifel an ber Täterschaft deS Angeklagten testehe. Wegen ter Gemeinheit seiner Handlungsweise müsse auf eine hohe Strafe er­kannt werten. Eine Gefängnisstrafe von 2 Jahren, sowie die Aberkennung ter bürger­lichen Ehrenrechte auf die Dauer von 5 Jahren sei eine gerechte Sühne.

des Geläute auS bem FeldberU.'.igungSverfahren vorhanden ist.

Kreis Büdingen.

* Ribda, 26. Sept. In unserer Degenb ist bie Kartoffelernte In vollem Gange unb wirb durch daS gute Wetter sehr gefördert. Die Knollen kommen diesmal ohne jeden Schmutz in die Keller. Die Erträge sind viel besser, al« man im August wegen des trockenen SommcrS annahm. Besonders zwei neuere Sorten, Preu- ben unb Edeltraub, liefern fehc gute Ernten Auch bie sckon viele Jahre fehr gern gezogene Industrie ist toieter sehr einträglich unb bleibt immer noch bie beste Speisekartofsel. Heute tourte hier bas städtische Obst, Aepfel, Wlntcrbirnen und Walnüsse, versteigert. Der Ertrag an Aepseln war gering, teilet wat ter Behang bet ten Birnen. Die Preise waten für Aepfel hoch. Der Zentner kam schätzungsweise durchschnittlich am Baume auf 20 Mark, bet Dirnen etwa auf 10 Mark. Die Ltadtkaste er­leidet infolge ter geringen Obsternte einen be­deutendem Ausfall.

# Untcr-WibderSheim, 26. Sept. Hier ist bie Kartoffelernte in vollem Gange. Sie fällt besser aus. als man bei ber langanbaltenbcn Trockenheit zuerst annahm. In guten Lagen wurden auf dem Morgen 60 Sack geerntet. Den testen Ertrag liefern die Oben» wälbet Dlaue. die bet Trockenheit am besten widerstanven Hal. Aber auch Mobrow« Indu­strie und Edeltraud fallen zur Zufriedenheit auS. Faule Kartoffeln gibt eS gar nicht, die Knollen sind vollständig ohne Schmutz. Aus trockenen Höhenlagen ist ter Ertrag gering, die Knollen stnd ganz weich uiw verrunzelt. Don Obst brauchten nur Zwetschen und clwaS Dimen ge­erntet zu wetten. Die Futterknappheit nimmt immer mehr zu. Das Grünfutter ist aus- gebraucht. Die Stopppelerbfen stnd nach gutem Auf laufen nut Hand lang auSgettieben, so baß sie nicht gemäht werden können. DereitS müssen Dickwurz zur Berfüttetung verwendet werten

* Unter-Widdersheim, 26. Sept. Zu bem tn Dr 224 beS Sieh. Anz veröffentlichten Dericht über ein Feuer in ter Rächt nach tem jtirmcitag In ter Hol reite des Weißbinder- meister« Heinrich Äuppel ist bcr<SHjent» mit- zuteilen daß das Feuer nicht in ter ge­

nannten Hvfreite. sondern zwilchen tnefer und ter Hosteite hon Karl Schäfer war. Dort brannte ein Haufen gespaltenes Buchenscherchölz, daS Karl Schäfer gehörte. Der 3rrtum1 ter in tem obenerwähnten Bericht zum AuS^ druck kam. ist darauf zurüd^'üdren. dah bie betten Hofreiten dicht oeietr.aiibrr liegen. Der Brand irutte bekanntlich durch ba* lchuellent- schlosfene Zugreifen ter infolge ter Kirmesfeiec noch wachen Dorfjugend fofort gelöscht, so bah bic alSbald h.-rbeigeeilte Feuerwehr nicht mehr in Aktion zu treten brauchte.

Kreis Schotten.

-> Schotten, 26. Sept. Dci einem ® e m a r- kungSrundgang. der unter Führung der Kreisobstbauin peitoien M e r ter n i cteBädtnge« und Gnkle r-Gießen stand, muhte leftgeltelli werten, dah die Obstbaumxucht und -pflege noch stark vernachlässigt sind. Rur einige ber besichtigten Obflbf Ian jungen fielen angenehm auf. In ter Aussprache, an bet sich auch KteiSdirek- tor, Dchrimrat Böckmann, ein eifriger För­deret auf diesem Gebiete, beteiligte, wurde die Rotwendigleit betont, tem Obstbau erhöhte 2uf- mertfamf-it zuzuwenten. damit er in Tie Stel­lung einrücken kann, bie ihm nach feiner toirt« schaftlicken Deteutung zukommt. Die Anregung, durch öfter Wiederkehr ende Spreckta ge, btt von tem Obstbauinfpeltor für den KreiS Stehen und Schotten, S n k l e r. abgehalten werden sollen, da» Interesse für den Obflbau zu wecken unb die Landwirte mit Rat und Tat zu unierflüben, fand allgemein Anklang. In den hochge­legenen Teilen de« DogelSbetgS kommt bekannt­lich die Zwetfche nicht zur Reife. Die dortigen Bewohnet decken ihren Bedarf tn der Regel in ten am Südfuh deS Debirge? gelege­nen Orten, wo ter Zentner S Mark kostet. Ge- schäftSbeflifsene Landwirte und Händler auS die­sen zwetscbengesegncten Ort schal ten suchten die. Gelegenheit auSzumiyen, chre Ernte ober auf­gekauften Mengen direkt im Vogelsberg abzu­setzen, natürlich mit entsprechend höherem Do- winn. Sie verlangten 20 Pfennig und noch mehr für das Pfund, je nachdem fie Liebhaber fanden. Seiten« ter Produzenten, die den Preis von 8 Mark pro Zentner für durchaus angemessen hielten, wird eS als ungehörig empfunten. daß durch bie hohen Zwetschengewinnc baS Obfl so verteuert wird, baft es für viele unerfchwin»- lich ist.

wg. Gedern, 26. Sept. Die hiesige Kirchen- Gemeinde beging cm letzten Sonntag bie dies­jährige Feiet te« JugcndsonntagS. In tem liturgisch reich ausgestatteten Gottesdienst wirkte ter Mädchenbund mit, helfen Sprechchor im Wechsel mit bem Geistlichen Psalmworte vor­trug und dessen Singeabteilung in ansprechender Weise zwei dreistimmige Lieder fang. Der be­sonders an die Jugend gerichteten Prebigt lag das Bibelwort zugrunde:Wollt ihr auch seine Jünger werten?" (Ev. Joh. Kap. 9. B 27). Am Schluß deS DottesdtenfteS erfolgte die Hebet» gäbe eines neuen Wimpels an ten Mädchen­bund. Der geschmackvolle, nach rein künstlerischen und heraldischen Gesichtspunkten hergestellte Wimpel trägt auf ter einen Seite auf weißem Grunde das grüne Kreuz, bat Wahrzeichen te* Verbandes ter evangelischen weiblichen Jugend Deutschland*, auf ter anderen Seite auf tot» weih gebälktem Grunde da« in prächttger Stickerei angefertigte Wappen von Gebern unb ist äußer­ten! noch durch ein an der Spitze angebrachte« Band geschmückt, welche* ten Ortsnamen trägt. Am Rachmittag fand in bem herrlich gelegenen, politisch und kirchlich zu Getern gehörigen Schönhausen ein Tressen ter beiden Mädchenbünte von Sehern und WentngS statt, ba* mit Gesängen, Spielen unb Volkstänzen einen schönen Verlauf nahm, wobei nicht uner­wähnt bleiben bars, baß vor jetem der vier Hauser von Schönhausen ein Thor gesungen wurde, um ten Einwohnern eine Freute zu machen und zugleich dadurch di« Zufammeri- gehörigkeit dieser abseits gelegenen Kolonie mit ter THut ter gerne inte Gebern zu Dtrflfldtn.

Kreis Alsfeld.

te* AlSfeld, 26. Sept Au* der Stadt» vorstandssthung: Al* erster Punkt wurde in der jüngsten Sitzung über die Anstellung eines RotSdienerS verhandelt. DerDor- sihente erläuterte die Rotwendigkeit ter Schaf­fung dieser Stelle, mit der bezweckt werten soll, baß die Schutzleute von dem Boten» und Zuflel- lui'.sSdienft entlastet und mehr für ben eigent­lichen Außendienst verwendet werden sollen, wäh­rend ter Ratsd.ener hie Zustellungen unb ben Bureaudienst zu erledigen hat Der Antrag, ber von ter Finan^kommisslon befürwortet war. fand gegen eine Stimme Annahme. Die Anstellung erfolgt zunächst auf Privatdienstvettrag^ Die vollstänbige limpflasterung des Markt­platzes. welche durch die Kanalisierung not­wendig geworden ist, wurde entsprechend ten Vorschlägen der Baukommission genehmigt unb ter erforderliche Kredit bewilligt. Die An­schaffung eine* SchlammretnigungS- wogen«, der hauptsächlich für die Entleerung der provisorischen Kläranlage verwendet werden soll, wurde an bic Daukommisslon zurückDerwie- fen zur Erörterung ter Frage, ob ter noch vor­handene ölte Wogen nicht entsprechend umgebaut werden rann. - Der für bie Unterhaltung bet städtischen Anlagen im Äotanfchlag vorgesehene Kredit ist infolge einer gründlichen Jnstandsctzung berfelben um etwa 1100 Mark überschritten worben. Die Kreditüberschreituna wurde genehmigt, wobei jebock beanstanbet tourte, haft die ÄieOUcttoeüerung nicht vorher nackgesucht worben sei. Weiter wurde die aus­hilfsweise Annahme eines Arbeiter« tm Tage- lohn für die Unterhaltung ter stäbttschen Anla­gen genehmigt. Verschtetene Arbettenunb Lieferungen, bk mit bet Reupflosterung her Straften zusammenbängen, würben genehmigt. Der für Die Drucklegung ber Gemeinbe» archive im Krei* ÄlSfeld, welche durch das hessische Staatsarchiv in Darmstadt erfolgt, vorgelehene Betrag «ickt nicht auS Da* Ärei*- aml regte eine Äachbewilligung für den noch un­gedeckten Betrog von 160 TM. an. Entsprechend tem früheren Vericilung*moduS wonach die Kosten von bet Stobt, bem KreisauSfchuß unb sonstigen ©emdnben beS Kreise* aufgebracht wor­den lind, wurde bie anteilmäßige llebernahme der Mehrkosten bewilligt. - XHe Anschaf­fung von 200 Stück Lichtdruckbil­dern vom AlSfelber Marktplatz.welch« bie Verloa*buchhandlung Clroert in Marburg Herstellen läßt zum Preise von 1.75 Mk. pro Stück, wurde genehmigt. An die Sitzung schloh lich eine nichtoftentllch« Sitzung an. In welcher über Aufwertung der stLdtifchen Anleihen vethantelt wurde.

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