Ausgabe 
27.7.1928
 
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ftinc Fjichsuppe? Kann das was ®utci sein? Versuchen Sie mal! Nehmen Sie erst die Fische und die Languste heraus. Dann bleibt die klare, rötlichgelbe Brühe mit den sasrangelrünkten Brot­schnitten. Schmeckt wie ein« kräftige, dem Meere abgelistete Meeres-Bouillon. Fast mehr Sauce als Suppe. Und von den Fischen nehmen Sie vor allem denRouger", den mit den rosaröt- lichen Schuppen und Stacheln! Und dann die Languste! Niemals Langusten (dos gilt auch für Hummer) kalt mit Mayonnaise! Eine Erfindung deS Teufels und der Magenärzte. Immer nur warm' Nus amerikanische Art mit der dollen, gepfefferten braunen Sauce. Auch mit Surrcy. Oder einfach so. wie hier, in der ..Bouilla-

Wirtschaft.

Erläuterungen zum Reichsbankausweis.

Der Ausweis der NeichSbank

machte sich zu Beginn der heutigen Börse srhr un­günstig fühlbar. Die schwache Haltung der Poly. phon- und Kunstseidenaktien verstimmte und hatte auf fast allen Märkten starke Abgabe- Neigung zur Folge. Inwieweit es sich hierbei um Exekutionen, vielleicht um die Differenzen zum Zahl­tag schaffen zu können, handelt, läßt sich schwer übersehen. Seitens der Banken war aber, wenig­stens zu Anfang, keine nennenswerte Interventions- tätigkeit zu bemerken. Nebenwerte gingen um 1 bis 3 v. H. zurück. Die bekannteren Spekulationspnpiere erlitten Einbußen bis zu 12 i>. H. Polyphon minus IS d. f)., Bemberg minus 21 v. H und G la nzft off minus 26 v. H. Bei den beiden letz teren verstimmten alarmierende Nachrichten aus der ganzen Welt über Einschränkungen bei Bemberg sowie Schwierigkeiten bei der Sina Discosa. Der Polyphonkurs stellte sich mit 465 verhältnismäßig hoch, nachdem er vorbörslich bis 450 gedrückt lag. Deutsche An l e i h e n schwächer. Ausländer gefchästslos. Der Pfandbriefmarkt verkehrte in stiller Haltung. Es scheint ober auch hier unter der Beeinträchtigung des kommenden Zahltages eher Ware herauszukommen. Der Ke l m a r k t war un- verändert. Tägliches Geld leicht. Auch der Verlauf war im allgemeinen ruhig, verschiedentlich konnten sich auf Deckungen die Tendenz etwas freundlicher gestalten, dann wurde es wieder schwächer. Tietz' ö k t i e n verloren 3 o. H., Klanzstofs und P o lyphon gaben je 2 v. H. nach. Bemberg minus 4 v. H. Nur der E l e k t r o m a r k t lag leicht be­festigt. Schlesische D.-Gas plus 2 v. H.

Fra»rkfurtcr Getreidebörse.

Frankfurt a. M , 27. Juli. Der heutige Pro duktenmarkt verkehrte bei unveränderter Preisgestal­tung in äußerst ruhiger Haltung. Es wurden notiert: Weizen 25 bis 25,25 Mark; Roggen 25,50; Hafer, inländischer, 27 bis 27,25; Mais (gelb) für Futter-

werte im Zusammenhang mit der schwachen Haltung der Kunstseiden werte in Berlin. Zellstoff Aschaffenburg hatten 4,5 v. H., Wald Hof 6,5 v. H. verloren. Am Elektromarkt waren Siemens 7,5 v. H. ab geschwächt; AEG. und Gesfürel ver- loren je 3 v. H., Bergmann plus 3,25 v. H. Am Chemiemarkt lagen I. - (8. - Farben 4 v.H. schwächer. Großes Ausmaß nahmen di« Realisa- tionen in Deutsche Linoleum an, die 9L v. H. nachgaben. Bon den Kaliwerten büßten Westeregeln 5 v. H. ein. Montanwerte ver­loren 1 bis 2 v. H. Schiffahrtswerte minus 1,5 v. H. Deutsche Anleihen gaben weiter etwas nach. Ausländische Renten still, doch ebenfalls überwiegend nachgebend. Im Verlaufe bedingten kleine Deckungskause minimale Kurs­erholungen von etwa 0,5 o. H. Die Stimmung blieb jedoch unsicher und schwach. Am Geldmarkt war Tagesgeld gesuchter zu 7,5 v. H. Am Devi­senmarkt lag das Pfund weiter schwach. Man

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nannte Mark gegen Dollar 4.1875, gegen 20,333; London gegen Kabel 4,8575, Paris Mailand 92,80, Holland 12,0775.

Berliner Börse.

Berlin, 27. Juli. Das Fehlen neuer

der italienischen Filmgcsellschast Luce und der Uni- versum-Film A.-G. (Ufa) ratifiziert.

Aranksurt-r Börse

Frankfurt a. M., 27. Juli. Tendenz: schwach. An der heutigen Börse war bk Haltung ausgespro­chen schwach, da die außerordentlich schwache Ver­anlagung des Polyphonmarktes in Berlin einen starken Druck auf den hiesigen Platz ausübte. Daneben wirkte der Wirtjchaflsdcrichi der Deut- s ch e n Bank, der die Geldmarktlage recht peffb nustijch beurteilt, nach. Die Spekulation schritt da- her wieder auf fast allen Marktgebieten zu Ab­gaben, wobei die Baissespekulation durch Blanko­abgaben die Abwärtsbewegung der Kurse zu be­schleunigen suchte. Das heraustommende Material traf auf einen nur wenig aufnahmefähigen Markt, so daß bei den ersten Notierungen für die Mehr-

WaS heißt Sorgen? Och toill ja hkc nicht von unseren Sorgen reden. Sondern von einigen der kleinen Vergnügungen deS täglichen Lebens. - Die gibt es Die gibt es für jeden. Sollte es geben! Auch für den. derganz andere" Sorgen hat.

und doch viä meerentstiegener, viel Meer".

Das ist die ..Bouillabaisse" und das ist seillle, soweit man es essen kann.

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Buntes Allerlei.

Ein Motorrad fährt in einen Eisenbahn;ug.

An der schrankenlosen Acbersahrl der Nebenbahnstrecke Rott) -Greding bei Nürn­berg suhr ein mit vier Personen besetztes Mo­torrad mit Soziussitz und Beiwagen in die Maschine eines fahrenden ZugcS Das Motor­rad wurde zur Seite geschleudert. Gin Kind war auf der Stelle tot, einer Frau wur-

* Die Anleihe der Stadt Mainz. B)ie die Stadtverwaltung mitteilt, ist die Zeich­nung der 8 prozentigen Anleihe der Stadt Mainz in Höhe von insgesamt 6 Mill. Mk. gesichert. Wie weiter mitgeteilt wird, ist diese Anleihe nur zur Deckung de» dringendsten außer­ordentlichen FinanzbodarfS der Stadt bestimmt. Dir Auffassung daß die Anleih? auch zur Er­richtung eines Hallenschwimmbades. eine- Strandbades und zum Bau des Stadthauses herangezogen werden soll, ist irrig. Für diese Projekte müßten eventuell neue Geldmittel be­schafft toerbm.

Bleistiftfabrik norm. Johann Fa­ber A.-G. Der AuffichtSrat beantragt in Ver­bindung mit den übrigen in Ausführung be­griffenen Neorganisationsmaßnahmen das Kapi­tal von 5,6 auf 2 Mill' Mk. herabzusetzen und dann wieder aus 4 Mill. Mk. zu erhöhen. Die neuen Aktien sollen 1:1 zu pari den allen Aktionären zum Bezüge angeboten werden. Die Verwaltung hofft, nach Durchführung der vorge­schlagenen Transaktion zu einer angemessenen Verzinsung des Aktienkapitals zurückkehren zu können.

*Sarotti" Aktien-Gesellschaft, Berlin-Tempelhof. Das Bezugsrecht auf nom. 2 000 000 Ml. neue für das Geschäftsjahr 1928 voll dividendcnberechtigte Aktien soll am 31. Juli. 1. und 2. August an der Berliner Börse notiert werden Auf je nom. 400 Mk. alte Aktien kann eine neue Ak sie nom. IOC Mk. zum Kurse von 140 Prozent zuzüglich Börsenumsatz­steuer sowie Ltückzinsen zum ReichSbcinkdiskont- sah gegen sofortige Vollzahlung bis zum 6. August 1928 bezogen werden.

* Das Filmabkommen Luce - Ufa r a 1 i f i 3 i e r t. Der italienische Ministerrat hat in seiner Sitzung vom 23. Juli das Filinabkommen zwischen

baiffe" gekocht, llnb nun werden Sie merken, daß die Languste etwas viel Besseres ist als der berühmte Hummer. Zarter, milder, leichter mehr

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halte. Abgeschwächt waren vor allem Zellstoff-

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drn beide Beine a bgefahren. Der Führer des Motorrades und ein zweiter Mairn wurden schwer verletzt. Von den Verletzten ist bi# jetzt noch niemand vernehmungsfähig.

llnverantwortticher Leichtsinn.

Au» einer Geburtstagsfeier bei demBrennerei- Verwalter Liepolt in Pril e'.win ISchlesien) spielte ein Teilnehmer mit einer Pistole, die er in der Tasche trug. Plötzlich entlud sich die Masse, wodurch eine Frau sofort getötet und ein Beamter der Schutzpolizei schwer ver­letzt wurde. Die Tochter der Getöteten erlitt einen Nervenzusammenbruch.

Der Kempl gegen de» Lärm.

Die lallen die bedrängten Gehörnerven des Großstädters gegen den Lärm, der durch die enorme Steige:ung des Verkehrs immer bedroh­licher wird, wirksam geschützt werden? Diese Frage gewinnt beständig an aktuellem Interesse, und die Sommerhitze, die jetzt den Aufenthalt in der Großstadt ohnehin schon qualvoll genug macht, ist recht dazu angetan, das '4k»blem des Lärmschutzes erneut zur Erörterung zu bringen. Zudem handelt es sich dabei nicht nur um das persönliche B)ohlbefinden des Grohstadtmenscher. sondern um eine Angelegenheit von allgemeiner praktischer Bedeutung. Siner der bekanntesten Vorkämpfer der Antt-Lärm-Bewegung in Eng­land. Pros. Henry 3. Spooner. berechnet nämlich, daß die Beeinträchtigung der Ar­beitsfähigkeit durch den Lärm mit einem wöchentlichen Verlust von mehr als 1 Million Pfund zu veranschlagen sei. Die Ermüdungs­erscheinungen, die durch die ^Icberreizung der Gehörnerven eintreten, die sich in Schlaflosigkeit. Reizbarkeit, Leistung^Unfähigkeit äußern, sind ja beiannt genug, und die Anti-Lärrn-Propaga n- disten bringen selbst den zunehmenden Be­darf an Rausch- und Betäubung»* Mitteln damit in Zusammenhang. Auch die mangelnde Konzentration »fähige feit der Großstadtkinder beim UntcrridH wird zum großen Teil auf die Einwirkung des Lärms zurückgefuhrt. Gegen die hin und wieder au- tauchende Behauptung, daß das moderne Ong- land ruhiger sei als das England vor 100 Jahren, kann mit Recht geltend gemacht werden, daß trotz der besseren Straß en pflasteruirg und der fortgeschrittenen Technik im Bau der Verkehrs­mittel die Erschütterungen der Straße heul« 3 0- b i s 4 0 m a I s o groß sind wie bei den leichteren und langsameren Fahrzeugen der guten alten Zeit, und daß die dynamischen Wirkungen solcher Erschütterungen in direktem Verhältins zum Gewicht und zur Geschwindigkeit der Tvagcn stehen.

Was aber soll geschehen, um hier Abhilfe zu schafien? Zunächst weist der engli'che Sachver­ständig« auf eine Reihe von Lärmvermehrungen hin. die beseitigt werden könnten. Viele wacklige alte Gefährte müßten aus dem ösfentlichen Ver­kehr gezogen und manche schlecht gepflasterten Straßen den heutigen Ansorderungcn angepaßt werden. Außerdem scheint es, daß der neue Typ von Autoomnibus und Autodroschke durch das obere V ilseck eine Art Resonanzboden bildet für die Geräuschvcrbreitung. Hm den arbeitenden Gcoßstadtmenschen wenigstens im Innern der Häuser Ruhe zu schafien. müssen die 3 f o 11 c - rungsvers uche immer weiter ausgebaut werden. Sn den Vereinigten Staaten konstruiert man bereits eine neue Form von schallsicheren Räumen, die durch 3nnenböden und 'Wände von den äußeren Mauern getrennt und mit fchall- undurchlässigcn Materialien ausgeftattel snid. Auch in England entsteht jetzt ein ähnlicher Typ von schallsicheren Häusern. 3n der Königlichen Musikhochschule in London schützt man sich durch Innenwände von Kork und Filz gegen den äußeren Lärm, und gleiche Schutzvorrich­tungen sind auch bereits in vielen Londoner Bureauhäusern eingebaut. Das Staatliche Bau- unterfuchungsamt in Watford beschäftigt sich ein­gehend mit der Prüfung von verschiedenen neuen Schallschutzmitteln, die in einem besonderen Lärm- vers.lchszimmer bei Geräuschen aller Art und Stärke erprobt werden Ein in Amerika betend mit großem Erfolg angewandtes- Mittel, eine unelastiichc Unterlage aus Holzstoff, ist neuer­dings der Gegenstand dieser Geräuschversuche Eine noch zu lösende Frage bleibt freilich die der Verbilligung der immer noch lehr kostspieli­gen Einrichtung von schallsicheren Räumen und Häusern. Mit ganz besonderer Energie betreiben die australischen Städte den Feldzug gegen den Lärm, und die Lärmbekämpfungsliga in Mel­bourne möchte wie es scheint, jedes Geräusch überhaupt radikal aus der Welt schaf'eu. Neben den Verurlachern deS üblichen Str aßen lärm«, dem Autoomnibus, dem Motorrad usw. will ibrLärm- vertilgungsprvgramin nämlich auch den Steno­typisten. bellenden Hunden, krähenden Hähnen und Klavierspielern den Todesstoß versetzen.

Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse.

Vie hinter den Papieren angeführten Zistern geben die Höhe der zuletzt befchlostenen Dividende an. Reichsbankdtskoni 7 Prozent, Lombarüzmssutz 6 Prozent

23. äult zeigt einen Rückgang der gesamten Ka­pitalanlage der Bank in Wechseln und Schecks. Lombards und Effekten um 168,6 Mill, auf 2211,4 Mill. Mk., und zwar sind die Bestände an Wechseln und Schecks um 158,7 Mill. Mk. auf 2083,2 Mill. Mk, die Lombardbestände um 9.9 Mill, auf 34,0 Will. Mk. zurückgegangen. Die Effektenbeständr blieben mit 94,0 Mill. Mk. unverändert.

An ReichSban knoten und Re nttn ban k sch rin en zusammen sind 255,9 Mill. Mk. in die Kassen der Bank zurückgeflossen. 3m einzelnen verringerte sich der Umlauf an Reichsbanknoten um 237,5 Mill, auf 3987,4 Mill. Mk.. der Umlauf an Rentenbankscheinen um 18,2 Mill, auf 533.4 Mill. Mark Dementsprechend und unter Derücksich- kgung, daß in der Berichtswoche Rentenbank­scheine in Höhe von 3,5 Mill. Mk. getilgt worden sind, hat sich der Bestand der Reichsbank an Rentenbankscheinen auf 47,7 Mill. Mk. erhöht. Die fremden Gelder zeigen mit 668.3 Mill. Mk. eine Zunahme um 109,9 Will. Mk.

Die Bestände an Gold und deckungsiählgen Devisen zusammen sind mit 2342 8 Mill. Mk, im einzelnen die Goldbestände mit 2148,8 Mill. Mark die Bestände an deckungsfähigen Devisen mit 194,0 Mill. Mk. ausgewiesen. Die Deckung der Noten durch Gold allein besserte sich von 50,3 Prozent in der Vorwoche auf 53,9 Prozent, diejenige durch Gold und deckungsfähige Devisen von 55,1 Prozent auf 58,8 Prozent.

Bom internationalen Gtickstoffmarkt.

Das deutsche Stickstoffsyndikat hat sich gegen­über den immer wieder in der englischen Presse ' auftauchenden Nachrichten über die Di ldung eines internationalen Stickstoff- * Kartells unter Beteiligung der deutschen Stick- - stoffindustrie veranlaßt gesehen, ein klares De­menti dahingehend zu verösfenttchen, daß we­der dem deutschen Ssickstoffsyndrkat, noch der I.-G.-Farbenindustrie. die bekanntlich in Deutsch­land der größte Erzeuger von Stickstofs ist, von der Bildung eines internationalen Stickstoff-Kar­tells etwas bekannt fei. Die feit langem zwischen den Slickstofferzeugern wiederholt gepflogenen Verhandlungen über eine Verständigung hin­sichtlich Gebietsabgrenzungen, Preisfragen haben wohl die Grundlage für die den Tatsachen nicht entsprechenden Nachrichten gegeben. Auch die in englischen Zeitungen erschienene Nachricht über dos Zustandekommen einer Salpeter-Kon­vention unter Führung der chilenischen Sal­peterwerte ist al- verfrüht zu bezeichnen. Die derzeitige Lage des internationalen Stick­stossmarktes ist besonders dadurch gekennzeichnet, daß die chilenische Industrie nur schwer gegen den aut künstlichem Wege herge­stellten Stickstoss ankämpsen kann; die Regierung bat für die chllcnllche Industrie, die der Haupt­saktor der chilenischen Wirtschaft ist, bereits Hilfs­maßnahmen angehinbigt und als Erstes Z o kl- ermäßigungen eingesühri. Die deutsche Stick st ofsindustrie hat ihre Prvduttion in der Nachkriegszeit bedeutend steigern können, die

Iahrcsgewinnung stellt süh auf ungefähr 700 000 i bis 8-00 000 Tonnen gegenüber einer Jahres- Produktion von 500 000 bis 600 000 Tonnen in Chile. Die chilenische Salpeterindustrie wird natürlich, gestützt auf die Regierungsmaßnahmen, den Konkurrenzkampf gegen den fynthetllch'm Stickstoff durchzuführen suchen. wenngleich nicht zu verkennen ist, daß sie allmählich weitere Absatz­gebiete verlieren wird. Hinzu kommt, daß zur Zeit in Deutschland, Frankreich. Belgien. große neue Stick st offanlagen im Bau sind, die die Po'.ition des künstlichen Stickstoffs gegen­über dem chilenischen Salpeter zunächst stärken werden, wenngleich anbercriette Prrisreduzie- cungen ein treten müssen. Die die Preisentwick­lung am deutschen Stickftoffmarkt zeigt, hält die deullche Stickstofsindustrie auf eine stabile Politik und zwar mit Erfolg, so daß aus diesem Grunde die Frage der Syndizierung von Stickstoff für Deutschland vorerst keine Rolle spielt.

Oie ArbeiLsmarkilage im Reich.

3n der Berichtswoche vom 16. bis 21. 3uli 1928 hat sich der Arbcitsmarkt nach den Berich­ten der Landesarbeitsämter in den 13 Landes- arbeitsamlsbezllken nicht einheitlich entwickelt. Mährend in einzelnen Bezirken, wie z. B. Ost­preußen, nach Beendigung der Futterernte der Arbeiterbedarf etwas zurüclging, berichten andere Bezirke, wie z. B. Nordmark, Brandenburg. Schlesien von einer weiter fortschreitenden Ent­lastung deS Arbeitsmarktes. Bei Bahn- und Straße nbckuten konnten Ungelernte in erhöhtem Maß ntsttergebracht werden. Dagegen scheint der ArbestSmartt in Westfalen und im Rheinland fptfnc in Süd Westdeutschland, wenn man von den dort gut beschäftigten Außen berufen ab­sieht. wegen weiterer ungünstiger Entwicklung in der Spinnstoffindustrie und A. T. auch in der Metall- und Maschinenindustrie eher zu einer Verschlechterung als zu einer Verbesserung zu neigen.

In der Landwirtschaft hielt die Nachfrage nach männlichen und weiblichen Arbeitnehmern angesichts der bevorstehenden Ernte unvermin­dert an. Die angeforderten Kräfte konnten viel­fach nicht in genügender Anzahl beschafft werden. Im Baugeu>erbe ist die Beschäftigung nach wie vor bei weitem nicht so lebhaft wie im vorigen Jahre; immerhin hat sich die Lage in der Be- richtSwvche in fast allen Landesarbeitsamtsbe­zirken weiter gebessert. 3n den Baustoffindu­strien war die Beschästigungslage im allgemeinen besricdigend. nur im Rheinland und in Hessen hat sich die bisherige rückläufige Entwicklung etwas verstärkt. Die Textilindustrie ist trotz des erfreulichen Verlaufs der Saisonausverkäufe des Tertilhandels nach wie vor ungenügend be­schäftigt. Im Holz- und Schnitzstoffgewerbe haben die Betriebseinscyränlirngen weiter um sich ge­griffen. Im Nahrungs- und Genußmittelgewerbe hat sich die Arbeitsmarktlage, abgesehen vom Brauereigewerbe, weiter verschlechtert.

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