Ausgabe 
27.7.1928
 
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Oberhessen.

La skrei» Gießen.

a. ftlein'Sinben, 26.Juli. Aus der jungften Se metnderatssktzung ist folaendes zu be­richtens Der G-meinderat ist mit der Erneuerung der Stützmauer an der Stein st rotze durch die Firma Gebrüder Bernhardt, hier, einoerstan den. Es sollen zwei S ch u l s S l e und ein Wohn­zimmer der Lehrerin neu renoviert werden. Die Ar­beiten mürben dem Wenigstnehmenden, Weißbinder- meister Otto Wehrum, hier, übertragen. Dem Unter st ützungsgesuch zweier Hilfsbedürftiger wurde ftoliflcgeben, und eine wöchentliche Unter­stützung in Hohe von je 10 Mark bewilligt. Der von der Aetchsbahndirektion gemünzte Tausch, wo- noch diese für ihr Gelände am Schildberg, das der Gemeinde gehörige am StellwerkBerg­wald" gelegene Gelände in Tausch fordert, wird ab- gelehnt. Als weiterer Punkt der Tagesordnung wird die Kriegerdenkmalsfrage behandelt. Der Gemeinderat steht auf dem Standpunkt, daß eine endgültige Stellungnahme in der Krieaerdenkmals- frage erst erfolgen kann, wenn eine Störung bzw. Regelung über das Abnutzen des alten Friedhofs (das Denkmal soll auf dem allen Friedhof errichtet werden) mit dem Kirchenvorstand erfolgt ist. Die Verhandlungen über diese Angelegenheit mit dem "Urchenvorstand konnten leider noch nicht zum Ab­schluß gebracht werden.

£ WieseS, 27. Juli. In der gestrigen Ge- meinderatssitzung befaßte sich der Ge­meinderat mit dem Einspruch des Kirchen- oorstandes gegen den Voranschlag. Der Kirchen Vorstand macht in sehr langen Aus­führungen alle Rechte und Ueberlieferungen aus dem Jahre 1861 geltend, doch bleibt der Gemeinde­rat einstimmig bei seinem früheren Beschluß, der be­sagt, daß der Kirche nur das bewilligt werden kann, wozu sich die Gemeinde gesetzlich verpflichtet fühlt. Ferner wird ein Antrag angenommen, in dem die chesetzesbehörde aufgefordert werden soll, sich diesen Meinungsverschiedenheiten, die ja jetzt in vielen Gemeinden hervortreten, anzunehmen und der auch fordert, daß gesetzliche Grundlagen zur Ablehnung Derartig hoher Forderungen von feiten des Kirchen- Vorstandes geschossen werden, denn Sparsamkeit werde ja dauernd verlangt. Zum Schluß teUtc Bürgermeister Schomber noch mit, daß die Forderung durch den Vorsitzenden des Kirchenvor­standes bei der mündlichen Besprechung anders gewesen sei als bei der schriftlichen Aufforderung. Eine Kommission zur Ausarbeitung und Vorlage des Einspruchs wurde aus allen Richtungen des Gemeinderats gebildet. Der Erweiterung der Wasserleitung in der Möserstraße und der Weiterführung in der Philojophenstraße wurde zugestimmt. Dos Verlangen des Mullers Christ um Anschluß an die Wasserleitung wurde gebilligt, obwohl sich Christ weigert, einen Anteil der Kosten zu tragen. Die Kanalisation in der Korn­blumenstraße ist bis jetzt immer noch nicht been­det, da die Anlieger sicd weigern, die Anschlüsse auf eigene Kosten herzustellen und auch eine dies­bezügliche Eingabe an den Gemeindevorstand ein- gereicht haben. Da die Rechtslage nun doch eine andere ist, wird beschlossen, die Arbeiten jetzt ganz durchzufuhren. Die Gemeinde legt die Kosten für diejenigen Anwohner, die nicht in der Lage sind, auf einmal zu zahlen, vor, und zieht die vor- gelegten Gelder von den betreffenden Anliegern ratenweise ein. Wegen des Gemeindeback- Hauses an der Gießener Straße ist die Bau- komtnission mit dem Interessenten Haas nun da- HGgehend einig geworden, daß Haas an Stelle h* von ihm gewünschten Backhauses ein neues

einen noch von der Gemeinde zu bezeichnenden <M>tz erstellen läßt. Diese Frage wird von der Bau- fotnmiffion geregelt, die dem Gemeinderat bann Vorlage macht. Die Arbeiten zur Bachregu' lierung bis zum Morgenwcg sind nun in vollem Gang und da Wieseck nod) nicht über einen ge­eigneten F e st p l a tz verfugt, wurde man sich einig, die freiwerdende Erde zur Auffüllung des Riedes (Herstellung eines Festplotzes) zu verwen­den. Für diese Mehrleistung verlangen die hierbei beschäftigten Arbeiter eine Mehrbezahlung von 80 Pfennig pro Kubikmeter Erde. Der Gemeinde rat wollte aus sich heraus keinen Gegenvorschlag machen imd beauftragte daher Bürgermeister Schomber, die Angelegenheit auf dem Verhand­lungsweg mit den betreffenden Arbeitern zu regeln. lieber die Anbringung eines Bleich und Badeplatzes befragt, teilte Bürgermeister Schomber mit, daß dies in bester Weise geregelt würde.

T Treis a. d. Lda., 26. Juli. Gestern ist hier mit dem DriischderWintergerste begonnen war- den. Die K i r s ch c n a n l a g e n der Gemeinde, die schon ein beträchtliches Alter haben und im besten Tragen stehen, ergaben dieses Jahr die schöne Ein nähme von 450 Mark. Einige Schulkinder sind an Scharlach erkrankt, doch tritt die Krankheit nur in leichter Form auf.

n. G r e n - L i n den, 26. Juli. Unser Mit­bürger Ludwig Dietz, welcher hn Gießener 3n- fcn'c .t-Bcgiment den Feldzug 1870/71 mit ge­rn acht hat. vollendet am kommenden Sonn tag sein 8 0. Lebensjahr.

k' Langsdorf, 26. Chili. Trotz aller wirt­schaftlichen Not und trotz mancher Hemmungen zeigt eS sich, daß die Biehzucht in unserem Dorfe einen bemerkenswerten Hochstand erreicht hat. Man ist nicht nur bestrebt. Milchvieh zu züchten, sondern man legt auch besonderen Mert auf gutes Zuchtvieh. Me Gemeinde legt Wert auf Haltung guter Dullen. DaS zeigte sich auch kürzlich beim PrämiierungSmarkt in Lich. bei bem die Gemeinde mit einem Dullen den ersten Preis errang. DefonderS gut schnitten dort auch die Kalbinnen ab, die zwei erste, zwei zweite und vier vierte Preise nach Hause trugen. Bevor- zugt wird hier daS hessische Fleckvieh.

# AuS dem Hor 1 osf ta 1, 26. Juli. Wäh- rend früher daS Korn immer zuerst heranreifte und eingeerntet wurde, wird in den letzten Jahren dieSommergerstevor dem Doggen ge­schnitten. SS hat in erster Linie seinen Grund darin, daß nach und nach in allen ©cmeinben Dodenverbesserungen durch Regelung der Grund- wasserverhältniss«. insbesondere durch Anlage von Dränagen, vorgenommen wurden. Dadurch trocknet daS Feld im Frühjahr schneller ab und die Aus­saat der Sommersrucht wird rascher ermöglicht. Der Schnitt der Sommergerste ist so ziemlich beendet. Ch*. bergigen Lagen ist sie verhältnis- mäßig kurz geblieben, unter dem Einfluß des vielen Sonnenscheins hat sich der Kern gut ent- wickelt und ist deshalb vorzüglich äu Brau» Zwecken geeignet. Trotz der anhaltenden TrnJen- beit hat sich der eingesäte Rotklee gut entwickelt so daß er teilweise über d-c G.rste hinauSg wachsen ist und Köpfe bildete. Dadurch bekovml daS Kseegerstenstroh einen erhöhten Futtervxri

und ist den Landwirten bei der Futternrittel- knappheit ein willkommener Ersatz. Teilweise ist man jetzt schon dabei, die Gerste ernzusahren. Menn auch die Gebundzahl je Aormalmorgen gegenüber den nassen Vorjahren geringer ist. io steht doch der Ärmerer trag übet bat letzt- jährigen Ertragen. In trockeneren Lagen hat man mit dem Schnitt deS Kornes begonnen. Da die letzten Sturmwetter gerade den langen bloggen meist zum Lagern gerächt hat, formen die Ernte­maschinen. Ableger und 'Binbe^ror. toenia ober gar nicht benutzt werden. DaS Reff ist wieder m Gebrauch genommen toorten. Da gerade das Korn säst keine AuSwii'.terungSschädrn zeigte und eine starke Aehrc zur Entwicklung gebracht hat, ist das Ernteergebnis als sehr gut zu bezeichnen. Stellenweise, besonders in dumpfen Lagen, ist einiger Schaden durch den Getmdeblasenfuß ent­standen. dessen schwarzbraune Larven den mitt­leren Teil der Aehre auSgefrrssen haben. Es werden jetzt wieder sämtlichen Komhausten sog. ..Stutzen" aufgesetzt, um Schaden durch Auswuchs vorzubeugen. Dedenklich knapp werden dieD rün- futtermittel. Ein durchweichender Regen ist bis jetzt ausgeblieben und so wächst der zweite und dritte Kleefchnitt schlecht nach. Weit klaffende Risse entstehen m den trockenen Wiesen, und die Grasnarbe sieht wie verbrannt auS. Auch die Dickwurz. Kartoffeln und der FuttermaiS lechzen nach Aegen. - Sehr geklagt wird über das zahlreiche Auftreten der Kohlweißlinge. Die gefräßigen Raupen richten an den an sich schon schwachentwickelten Pflanzen durch Ab­fressen der zarten Blätter großen Schaden an. Zu ihrer Bekämpfung soll man die gelben ®ier- Häuschen auf der Unterfeite der Blätter zerdrücken und die Raupen abtefen. - Die O b stauSsich - tcn werden immer schlechter. Die wenig cmge- setzten Aepfel fallen bei drr Trockenheit ab, und bei Frühbirr.en seht Notreife ein. Die vielen ver­gilbten Blätter weisen auf FeuchtigkeitSmangel hin und der zweite Trieb .der sog. Iohannitrieb. bleibt fast ganz aus. Vorzüglich fällt die Zwet-

schenrtmte auS. wie überhaupt sämtliches Stein­obst einen reifen Fruchtbehang zeigt.

Kreis Friedberg.

WSA. Butzbach, 26.3uli. Der Einwohner 3uftui Schepp aus Griedel wollte dieser Tage mit feinem Sohn aus dem Butzbacher Wald Holz holen. Auf der Heimfahrt versagte die Bremse am Wagen. Schepp geriet unter di e Bäder, bte ihm übet den Kopf gingen, so daß der Tod auf der Stelle eintrat.

Kreis Schotten.

lb. Schotten, 27. 3uli. Die schlechte Aus- sicht auf Hvnigobst veranlaßt trotz der zu erwartenden geringen 'Ausbeute viele Bewohner unterer Gegend zum H i mbee r p f l ucken. Die Beeren, die im Frühjahr unter Aässe und Kälte litten, nunmehr in der Hochtemmeralut viel zu rasch reifen, hängen vrveinzelt, sind stark ver­kümmert und arm an Saft. Trotzdem wird das Pfund Himbeeren mit 5060 Pfennig bezahlt.

* Eschenrod, 27. Juli. Da unsere Was­serleitung in heißen Sommern nicht im Stande war, den Wasserbedarf unseres über 500 Einwohner zählenden Dorfes und seines ansehnlichen Viehbestandes zu decken, hat sich die Gemeinde entschlossen, die dem benachbarten Wingershausen gehörende, am Bilstein ge­legene, bereits vor Jahren gefaßte aber nicht abQitleitete Quelle für 7000 Mk. zu laufen. Man hofft, nach Zuleitung der neu erworbenen Wassermenge selbst bei lang anhaltender Trvk- fentfett auch die hoch gelegenen Telle unseres Dorfes zu allen Tageszeiten mit genügend Was­ser versorgen zu können.

lb. Aus dem Vogelsberg, 27. Juli. In vielen Gemeinden unseres Gebirges, besonders in den vor Jahresfrist durch Hagelfchlag geschädigten Orten, herrscht feit Wochen eine außerordentlich große Kartosfelknappheit, wodurch die Schweine­haltung sehr erschwert wird. Allenthalben sieht man

daher zahlreiche Leute dte Hecken und IteldgehSlz« nach Brennefseln abfuchen, die ein gern genom« mene», nahrhaftes Schweinefutter liefern. Da hn letzten Frühjahr sehr viel neue Setzkartoffeln gekauft wurden, hofft man, falls es nun endlich einmal regnen sollte, auf eine gute Kartoffelernte, denn die Kartoffelfelder stehen ganz prächtig. Rur an Stellen mit ganz dünner Ackerkrume und vor Hecken und Rainen hat die nun schon feit Wochen sengende Sonne bereits geschadet. Vie Ernte setzt nun in fast allen Gemarkungen ein. Alle Fruchtarten stehen, zumal auf fachgemäß gedüngten Aeckern, gut; nur dürfte die durch die tropische Hitze der letzten Wochen allzu rasch Herdeigeführtc Rene den Ausfall der Ernte an Körnern und Stroh wesentlich betin- fkiffen. Im letzten Winter winterte iehr viel Klee au», denn viele Landwirte richten immer noch nicht genügend ihr Augenmerk aus für bas Klima des Vogelsberges geeignetes Saatgut. Da bei der anhal­tenden Trockenheit nunmehr auch die Hutweiden ver- fugen, hat sich der schon fett Frühjahr bestehende Grünfuttermangel in den letzten Wochen ganz bedeutend verschärft.

Kreis Lauterbach.

$ Dirlammen, 27. Juli. Die überaus trockene Wetterperiode hat der oberhessischen Landschaft einen teltenen Gast geschenkt. Dte in Deutsch­land nur noch selten vorkvenmenden Fisch­reiher haben sich an den Gebirgsbächen mit ihrem geringen Wasserst and« eingestellt. Zwi­schen Dirlammen und Sickendors wird seit einigen Tagen ein Reihe rpaar beobachtet, da» sich cm den Forellen gütlich tut. Lange Zeit steht der große Doge, unbeweglich tm Wasser, biS «hx Fisch in seine Bähe kommt, den er nach dem Üfcr zu aufschreckt und bann aufnimmt. Man sollte den Vögeln, di« sich nur vorübergehend hier aufhalten, nicht nachstellen, denn fie ge­hören zu den wenigen großen Vögeln, die sich in Deutschland bis heute noch haben halten können.

Turnen, Sport und Spiel.

Das 14. Deutsche Turnfest in Köln.

Köln, 25.3uli. (WB.) Dm Mittwoch be­gannen die Hauptfesttage zum 14. Deut­schen Turnfest tn Köln. 3m Laufe der ver­gangenen Dacht liefen auf den verschiedenen Kölner Bahnhöfen 14 Turnersonderzüge ein, denen im Lause des Vormittags noch mehr als 40 Züge unb Sonderdampfer folgten. Um 18 Uhr fand die Eröffnungsfeier auf dem festlich geschmückten Äeumarkt in Anwesenheit einer .zahlreichen Zujchauermenge statt. Der I. Vorsitzende der Deutschen Turner schäft, Pro­fessor Dr. Berger, übergab dem Oberbürger­meister Dr. Adenauer das Banner her Deut­schen Turnerschaft mit der Bitte, es für die Dauer des 14. Deutschen Turnfestes in die Obhut der Stadt Köln zu übernehmen. Dann ergriff das Oberhaupt der letzten Turnfeststadt. Ober­bürgermeister S ch a r n a g l (München), das Wort, der die herzlichen Grüße der Stadt Mün­chen überbrachte. Für die Grüße boulte im Damen der Stabt Köln Oberbürgermeifter Dr. Ddenauer. Er wieS auf die engen und freund­schaftlichen Verhältnisse und Beziehungen zwischen Dhein und Isar und zwischen Köln und Mün­chen hin. In Ehrfurcht übernehme dte Stadt Köln das B-anner der Deutschen Turnerschaft rn ihre Obhut. Er schloß mit einem dreifachenGut Heil!". Im Anschluß daran ergriff Professor Dr. Berger das Wort. Gr führte aus. eS gelte, das Fest durchzuführen als eine würdige Sr- innerungSfeier an die 150.Wieder- kehr des Geburtstages Friedrich Ludwig Jahns. Danach vcrlaS er den Gruß des am Erscheinen verhinderten Schutzherrn des Festes, Reichspräsidenten v. Hindenburg, an die in Köln versammelten Turner und schlug vor, dem Reichspräsidenten einen Drahtgruß zu senden.

In' der Großen Festhalle der Pressa fand am Mittwochabend eine Begrüßungsfeier der Deutschen Turnerschaft statt. Oberbürgermeister Dr. Adenauer führte als erster Redner au«: ©in deutsche« Volksfest soll es werden, ein Fest aller Stände, aller Klassen, aller Stämme, aller Parteien und aller Konfessionen, das die Liebe zum Vaterlande Härten und vor allem ein gewaltige« Bekenntnis zum deutschen Vollstum und zur deutschen Volksgemeinschaft sein soll. (Großer Beifall.) Der erste Vorsitzende der Deutschen Turnerschaft, Prof. Dr. Be r g e r, sprach seine Freude aus, daß da« 14. Deutsche Turnfest in einem freien Köln gefeiert werden könne. Der Vorsitzende des Deutschen AeichSauS- schusses für Leibesübungen, Ex. Lewa 1 d, der mit einem Flugzeug von Amsterdam nach Köln gekommen war. überbrachte herzliche Grüße von den deutschen Sportlern, die in wenigen Tagen vor dem internationalen Spvrt- gericht Zeugnis von dem hohen Stande de« deutschen Sport« ablegen würden. Aach ihm überbrachte der preußische DollswohllahrtSmini- stcr Dr. H t r ts ief er die besten Wünsche der 'Reichs- und der preußischen Staatsregierung, der ßänberregierungen usw. für das gute ©din­gen des Turnfestes. Aach Vorführungen der Tur­nerinnen des Kölner Turmgaues fand die Auf­führung de« Festspiele« des 14. Deutschen Turn­festes .Feuer am Rhein' von E. Deinachcr durch den Sprechchor von 300 Turnern und Tur­nerinnen sowie 100 Knaben und Mädchen mit Musikbegleitung statt. Das Festspiel hatte einen durchschlagenden Erfolg. Das Deutschlandlied be­schloß den Abend.

Zu Ehren der Turner veranstaltete die Kölner Studentenschaft am Abend einen Fackelzug. Deutsche Turner aus aller Welt in Köln.

LPD. Köln. 26.3uIL Zum 14. Deutschen Turnsest in Köln strömen die deutschen Turner nus allen Teilen der Wett zusannnen. Man ersteht bie Bedeutung deS Festes für den Gedanken des Deutschtums in Xie beriet unb Ausland au« nach­stehendem Verzeichnis der Länder, die deutsche Turner entfanbten Argentinien. Brasilien, Chile. China, Dänemark. Estland. England. Eupen-Wal- mebh, Holland. Italien. Japan. Südslawien. Lett­land. Oesterreich. Polen. Rumänien. Siebenbür- geji. hie Schw.'; Sudwestafrika, die Tschecho- llotoafri und die Vereinigten Staaten von

^echtkämpsc beim Deutschen Turnfest.

Auf .K^ 'babaen wurde gestern mit der Durchbohrung der Vor- und Zwischen­

runden im Fechten begonnen, an denen sich 56 Fechter beteiligten. Außer Thoms on hatten die Olhmpiafechter auf die Teilnahme an den Kämpfen im Hinblick auf die nahen Olympischen Spiele verzichtet. Die Sensation der Dorend- ruiche war das Ausscheiden von Thom­son, der sich von Zeuner, Sondheim unb Leve rkus geschlagen bekennen muhte und auch gc^en den Leipziger Gaffel nur ein Llnentt schieden erzielte.

Sonbervorführungen her amerikanischen Turner.

Mitglieder des amerikanischen Tur­nerbundes veranstalteten am DonnerStag- nachrntttag im Innenraum her Müngersdorfer Radrennbahn Sondervorsührungen. Sie wurden bei ihrem Einzug von den 20 000 Zu­schauern lebhaft begrüßt. Zunächst führten die Turnerinnen zwei Tänze auf:Gruß cm Deutsch­land" und ..Dtttelanb". die, van leichtern Rhyth­mus getragen, viel Beifall fanden. Dann führten hi« Turner Freiübungen vor, die wegen der leichten elastischen Durchführung ebenfalls sehr beifällig auf genommen wurden. Den Ab­schluß der Vorführungen bildete da« tn Deutsch­land unbekannte Korbballs Piel (Baskete Ball-<dame), da« von zwei kombinierten Mann­schaften ausgeführt wurde. Anschließend davon fanden Sondervorftihrungen der cnrjdnen Gaue und Kreise her D. T. statt.

Akademische Ruderer auf dem Wege nach Köln.

Wit einer Beteiligung von 60 Alaun haben bi« Ruderer des Akademischen Turnbun­des am 17. Juli von Trier aus ihre Fahrt zum deutschen Turnfest in Köln ange­treten. Die Aufnahme der Ruderer seitens der rheinischen Bevöllerung war überall sehr herz­lich. Bisher ist die Fahrt trotz des sehr nied­rigen und dadurch gefahrbringenden Wasser­standes glatt verlaufen. Am letzten Sonntag trafen die Mannschaften, unter denen sich auch Turner au« Lettland, Danzig und Oesterreich befinben, in Koblenz ein. wo ihnen gleichfalls ein überaus begeisterter Empfang bereitet wurde. Bekanntlich leitet der Akademisq-e Turnbund in Köln bte Auffahrt aller Ruderabteftungen der Deutschen Turnerschaft.

Die Ergebnisse.

Ä ö l u, 26. Juli. Mrt den Vorrunden um die deutschen Spielmeiftcrschasten der D. T. auf den verschiedenen Gebieten wurde am Donnerstag begonnen. Im Handball der Männer schlug der Tv. 1860 Fürth den T. E Limmer-Hannovr mit 4:3, Poiizeisport Heidel­berg-Rastatt Königsberger Mtv. 10^: Ha nd- ball der Frauen: Zuruerfnntb iltra schlägt Turnklub Hannover 3: 2, Hamburger Turnerschaft Uhlenhorst Tv. 55 Krefeld 4:1. Für die Zwischenrunde im Fußball qualifiziertien sich: Tv. 1860 Fürth durch einen Sieg über Ham­burger Turnerbund mit 4: 2 (0:!), T. S. D. Stell.» Lanzenfeld über Tv. Oberstem 5:2, A. T. V. Leipzig-PaunSdors über A.T.G. Gera 3:1. Die Schlagballspiele ergaben folgende Resul­tate: Männer: T. V. D. Anbergen - Mlv. Karls­ruhe 103 24. Mtv. Tapiau Frankfurter Tv. 1860 37:71.Xumtlub Hannover T. ®. S. Frie­senhausen 75:41. Tv. München Tv. Jahn Dortmund 106:3A. Tv Germania Weddersleben Uetersener Turnerschaft 47: 61, T. H. V Op­laden Tv. Witteensborf 54:75, TurTterfchaft Greiz A. T. V. Mikuttschüy 63:82; Schlag- ball der Frauen: Offenburger Turnerbund T. S V Lichterfelde 99:69, Tv. Wittaensdorf T. K. Hannover 37:119. Auch hie Merster- schaftsspiele im Faustball Tonnten weiter ge­fördert werden. ES spielten Männer: A. T. V. 1860 Bremen Tv. Ptt>7^heim-Brötzingen 26:36, Tv. Kreleld 55 Turnerbund Ulm 25: 30. Mtv. Königsberg Acht- und Luft Frankfurt 29:40, Hannover Tv. Fr-etenhausen 39:24. Mw 3rrbfr Hainburg-Rothenburg-Ost 21:27. Tv. 60 Stralsund Tv. Wolddorf 27; 44. Tv Jahn Homburg - - T. S. B. Erntracht Berlin 19: 35. Mw. Akteuburg - Göelltzer Turner schalt 16 . 10. Tv Plo^he-.m Turnerbund Uttn 36: 30, Licht und Luft Frantturt L. K Hannover 22 2. Hambuog-Rokbenb.'^-Ost Txv WaDdorf 33 20. Ww. Altenbupa Eintracht Berten 28 24 Faustba 11 Frau en A. S V. 'Rr<merhaven

Mw Karlsruhe 45:27, Tv » Krefeld - T. Ä. Frischauf Gövvmgen 28: 10. Königsberger

Turnklub Griesheim 47:29. T. K. Hannover T. und FechtkX. Ludwig«Hafen 43:31, Tv^ Düben Hcnnbuvger Tichit. Uhlenhorst 31:62, Stettiner Tv. Tv. Dresden 30:62, Tv. ©sch­were Beniner Tschft. 35 : 58. AT.D. Geva Tv. Vorwärts Breslau 52; 38. Krefeld 55 A. T. v. V. Bremerhaven 20:23, König«bergen T. K. T. K. Hannover 50: 53, Hamburg-llhten- horst Tv. f. Au. U. A Dresden 34:28. Ber- Imcr Tschft. A.T. V. Gera 41:57. Am DonnerStagvorrnittag eröffnete bte Kreisgruppe l> die Wettkämpfe an Frei ringen, an denen 16 Mann beteiligt waren. Von den Ringern stammte einer aus Ostpreußen, hier aus Würt­temberg, zwei au« Bad«, unb neun aus der Pf<2z. In her leichten Gruppe siegte Scheuer­mann (Hasloch) über Kesseler (Oppersheün) unb m dec schweren Klasse siegte Frey (Kaisers­lautern) über Wagner (OpperShrtrn). Dte bei­den Gruppensteger rangen dann um bte Kreis- gruppm>-Mvi sterschaften. waren sich aber voll­kommen ebenbürtig, so baß sich das Schiedsgericht entschloß, beiden den gleichen Rang zuzuerhmnen.

Sie deutschen Olympiakandidaten

Leichtathletik:

100 Meter: Dr. Wichmann, Frankfurt a. W.. Torts. Berlin, H o u b e n, Bochmn, LammerS. Oldenburg: 200 Meter: Körnig, Berlin, Schül­ler, Kreseid, Dr. Wichmann, Frankfurt a. M . Sch 1 öske, Berlin: 400 Meter: Büchner, Magdeburg, Storz, Halle, Schmidt, Berlin. Reumann. Berlin: 600 Meter: Engelhardt. Darmstadt. Müller, Berlin, Dr. Pektzer. Stettin, Tarn ogrocki, Dresden: 1500 Meter: Krause, Berlin. Wichmann, Berlin. Dr. P e l tz e r . Stetten, B ö ch e r , Berlin; 5000 Meter: Kohn, Berlin. Boltz«. Hamburg. Ma­rathonlauf : Gerhardt. Breslau. Hempel, Berlin. Wandrer, Potsdam. Schneider. Hirschberg. Hörger, Braunfchw.ig. Steiges, Essen: 110 Meter Hürden Steinhardt- Karlsruhe: Hochsprung: Hubn, Jena. Köpke. Stetten, Bonneder. Ingolstadt: Weitsprung: Dobermann, Köln. Köchermann. Ham­burg. Meier. Berlin, S ch l S S k e, Berkin: Stabhochsprung: Müller. Tannstatt: Speer­wersen. S ch 1 o f a t. Insterburg. Stoschek, Breslau: Diskuswerfen: Paulus. Wetzlar. Hoffmeister, Hannover. Hänchen. Berlin: Kugelstossen. Hirsch seid. Allenstein. Deh­ler, Fürth: Zehnkampf: Ladewia. Berlin, Barth, Aürtingen. Huber, Durlach, L e m * perle, Köln: 4>.100-Meter-Staffel: Dr. WiH- manxv. Tort«, Houben, LammerS, Körnig,Schül­ler. SchlöSke: 4x400-Meter-Staffel: Büchner, Storz. Schmidt, Aeumann. Engelhardt. Dr. Peltzer. Damen: 100 Meter Junker. Kassel, H o l d m a n n. Hamburg. Schmidt, Bremen. Steinberg Berlin: 800 Meter: Frau Radke, Breslau. Dollinger, LangenzeTw, Oest­reich, Jena. Wewer, Lennep: Hochsprung: Rotte. 'Düsseldorf. Bvne tsmüller. Mün­chen. B raum Ülker, Berlin: Diskuswerfen: Reuter. Frankfurt a. M. Mäder. Bernau, Mollenyaucr. Hamburg. H e u b l e i n. 'Bar­men; Kugelstoßen: Heubiein, Barmen, 4x100- Meter - Staffel: Holdmann, Hamburg. Schmidt Bremen. Steinberg,Berlin. Jun­ker. Kaffel. Gerhardt, Breslau Der ick«. Berlin, Kellner. München, Gelius. München.

Schwerathletik

(griechisch-römischer Rlngkampf):

Bantamgew.: Leucht. Aürnberg: «sfedergew.: Steinig, Dortmund, Leichtgcw.. Sperling. Dortmund; Leichtes Mittetgew.. Simon. Ko­blenz; Schw. Mittelgew.: Rieger. Berlin; Dchwcrgew.: Gehring. Ludwigshalrtr.

Fechten:

Florett (MaimschastSkampf): Tas mir. Frank­furt a. M . D azz era. Offenbach a. M.. Thom - s e n, Oftcnbach a. M.. Löffler. Frankfurt a. M.. Heim. Offenbach et TB.. MooS, Frankfurt a. M Florett (Einzelkämpf). TaSmir. Gaz- zera, Thomsen. Löffler. Heim. MooS; Degen (MannschaftSkamp'': TaSmir, Gaz- zera. Halberftg b t. Offenbach a. M-. Jack, .ytenffurt a. DL Fischer, Dresden, Brrt- yvib. Themnitz; Seflen lEin-'eltampl-: TaSmir, Gazzera. Haiberstabt. Fischer. Jack. Berthold; eribel iMan^schaftskampf): TaS- m i r. 18 o o «, Halberstadt, Thom 1 en. Sommer Berlin, Weidlich. Böhlen; Säbel 'SiTTzrikMvpf,: TaSmir, Thom'en. Halber­stadt, MovS. Sommer, Weiblich.