Ausgabe 
27.7.1928
 
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DieEitia di Milano" in Narvik

Eisiger Empfang -er Italiener in Norwegen.

Oslo, 26. 3idt iWB.) 3n 'Srtoortung der ,®itta bi Milano', die freute früh in Aarvik ein lief, waren zahlreiche Leute bu ganze Aacht wachgeblieben. 2Q6 der Dampfer bann eintraf, waren jedoch ran wenig Leute an der Lan- dungsstelle. Die norwegischen Behörden waren nicht Vertreter Dagegen befand sich ein Vertreter der italienischen Gesandtschaft in Stodfrolm unter den ausländischen und norwegischen Iourna" listen und P hotographen Als das Landungs^ell »um Land geworfen wurde, half niemand. daS Geil <eazumachen, und ein Mann der De­satzung muhte an Land springen. An Bord des Schiffes waren neben den geretteten Italienern auch drei Schweden, die an der Schlittenex- pedition bei der Huche nach derßatfram1* teil* genommen hatten. Als die Schiffsmannschaft merkte, dah die Besucher des Schiffes durch das Oberlichtfenster ins Innere sahen, zog man schnell einen Vorhang über das Fen - sl e r. Don den geretteten Männern lieh s i ch niemand sehen Sofort nach dem Herab­lassen des Fallreeps wurde frier ein See­mann mit Dewefr r und aufgepflanz- tem Bajonett aufgestellt. Dies ries all­gemeines Erstaunen hervor.

Das italienische Flugzeug .Warina I traf gestern abend von Trornsö mit einem Teil der schwedischen Expedition ein, die vo-n Spitzbergen zurückkefrrte. Unter den Schweden befindet sich auch der Führer der Ex­pedition. Kapitän Thornberg. Die schwe­dischen Flieger wurden von einer großen Men­schenmenge mit Hurrarufen empfangen. DaS Flugzeug .Warina I kehrt heute nach Tromsö zurück.

Die ileberlebenben der .Italia" sind freute abend mit dem fahrplanmähigen Schnellzug nach Schweden abgefahren. Gin Sonderwagen war an den Kai her ungefähren worben, an dem dieCitta di Milano" lag. unb es wurde eine Brücke vom Dampfer nach dem Waggon gelegt, etwa 20 Personen gingen bann unter warmen Abschiedsgrüßen der Offiziere und der Mannschaft derGitta bi Milano" in ben Waaen. Alle Italiener sahen wohl aus mit Ausnahme No­biles, der einen müden Eindruck machte. Er hinkte etwa«. C o c c i o n i hatte ein Bein ver­

bunden unb ging an Krücken, sah aber auch sehr aut aus. Es ist von niemand feftgcftelk wor­ben, daß jemand in den Wagen getragen worden ist. so daß man nicht weih, ob Mariano die übrigen nach Stockholm begleitet. Alle Italiener trugen Zrvilkleidung, sogar der Kapitän deS Dampfers. Es waren keine Maßnahmen «troffen worden, um den Zutritt zum Kai zu txrbintern, und nur zwei Schutzleute waren anwesend.

hatte sich, wie gewöhnlich, wenn Passagierdampser ankommen, eine große Menschenmenge angelam- melt. die die Abreise bet Italiener mit völli­ger Buhe erwartete. Der Waggon wurde bann von. Kai nach der Bahnstation gefahren und bald darauf fuhr der Zug ab. Als die Mitglieder der schwedischen Hilfsexpedition. die mit demselben Zuge nach Stockholm fuhren, auf dem Bahnhof ankamen, wurden sie v o n der Menge begrübt. Die Italiener hatten den ganzen Tag an Bord der ,6itto di Milano' verbracht, nur der Kapitän war an Land gegangen, um eine Besprechung mit den Hasenbefrbrten abzuhalten.

Oie Suche nach Alessandri und Amundsen.

Oslo, 26.Juli. (WB.) Aus fiingsbap wird ge meldet, daß der Dampfer2 r a g a n g a* die Suche nach den ©nippen Alessandri und Amund * f en in östlicher Richtung wieder aufnehmen werde, sobald dieGitta di Milano" aus Narvik zurück­gekehrt ist. Es bestehe sogar die Möglichkeit, daß dieBraganza" versuchen werde, bis zumF ra nz- Josephs.Land oorzudrinycn. In Sachoerstän­digenkreisen ist man der Ansicht, daß es zwecklos ist, dieLatham" östlich von Spitzbergen zu suchen und daß die Nachforschungen entlang der Küste von Franz-Iosephs-Land infolge der Eisoerhöltniss« nicht vor Mitte Augu st ausgenommen wer­den können. Die norwegischen Nobbenfängerboote, die sich in diesen Gewässern besinden, würden sicherlich ihr Bestes tun, um die Nachforschungen zu unterstützen, insbesondere, da von pri pater schwe­discher Seite eine Belohnung von zehn­tausend Kronen für die Auffindung der Leiche Malmgrees und von norwegi­scher Seite die gleiche Belohnung für die Auf­findung derLatham" ausgesetzt worden sind.

Oie Kammermandate der Autonomisten.

Colmarer Kundgebungen für Ricklin und Rosf^.

Paris, 26. Juli. (WB.) Die Havasagentur glaubt auf Grund von Auskünften aus sockst gut unterrichteten Kreisen versichern zu können, daß es juristisch gesehen keinem Zweifel unterliegen könne, dah die vom Schwurgericht m Kolmar verurteilten Dr. Aicklin unb Aoss6 nicht nur fit Abgeorbnetenmandot auäüben können, da Artikel 77 und 42 des Str.G.B.. welche die die Verbrechen unb Vergehen gegen bie Sicherheit des Staates betreffenden Ver­luste der bürgerlichen unb Politi­schen Rechte borfefren, verbieten, biefe Strafe des Verlustes der bürgerlichen unb Po­litischen Rechte o u f bem Wege der Be­gnadigung zu erlassen. -- DasJournal deS Debets4* gibt eine andere Auffassung wieder, wonach die Verurteilten deshalb, weil sie n ich t wegen derHauPtanklagepunkte, näm­lich Komplotts gegen die Sicherheit des Staates, sondern wegen nebensächlicher Tat­sachen verurteilt worden sind, den vol­len Besitz ihre- aktiven unb passiven Wahl­rechts wieder erlangten. Da Dr. Aicklin bei der Kantonalwahl seine Äanbibatur aufoufteilen be­absichtigen soll, wird die Regierung bei Bestä­tigung und Aufstellung der Kandidatur die Frage lösen müssen, und evtl, wird die Kammer nach >hrem Wieder zusammentritt über ben Fall der beiben elsässischen Abgeordneten zu entscheiden haben.

Im Colmarer Katfrarinensaal fand unter Vor­sitz des Abgeordneten Walter von Hagenau eine politische Versammlung statt. Da sich hierzu etwa 7000 Personen ein gefunden hatten, muhte im großen Hose eine Parallelver- sammlung organisiert werden. Es sprachen die Abgeordneten Dr. Aicklin, Boogly, Dafrlet. Aosse und andere. Die aus dem Gefängnis Entlassenen waren Gegen st and begeister­ter Kundgebungen. In einer Entschlie­ßung wird gegen den Komplott ^Prozeß und das dort gefällte Urteil erneut protestiert unb ge­lobt, für die heilige Sache des Elsasses in ge­meinsamer Anstrengung so lange zu kämpfen, bis die verhängnisvollen Folgen der Sankttons- pblitik der Aegierung und des Eolmarer Ur­teils in ihrer Gesamtheit vollständig repariert sind, bie Aegierung die vollständige Umstel­lung ihrer Polllik im Elsaß beendet und die administrative und kulturelle Reform verwirk­licht hat. Die Entschließung wendet sich sodann gegen jeden Versuch, die Presse- und Meinungs­freiheit im Elsaß zu unterbinden und beglück­wünscht zum Schluß die Abgeordneten von Alt- fird) und Cvlmar zu ihrer endlichen Freilassung.

Oie Verwelschung Bnxens.

Innsbruck, 26. Juli. (WB.) Wie dieBozener Alpenzeitung** meldet, hat der Amtsbürgermeister von Brisen einen Erlaß veröffentlicht, wonach auch in Brisen von nun an alle öffentlichen Bekannt­machungen, Aufschriften, Tarife und Fahrplane in italienischer Sprache abgefaßt sein müs­sen. Bis 30. November müssen auf Kosten der Be­teiligten alle deutschen Aufschriften ent­fernt fein. Mit dem 1. Oktober wird in den Brixer Volksschulen der Unterricht ausschließlich nur n ntb in italienischer Sprache erteilt.

Gehaltsaufbesserung für sadistische Gesinnung.

Bozen. 26. Juli. (Tel.) In den Jahren 1927 28 suchte die südtiroler Lehrerschaft um eine Aufbesserung der Gehälter nach, die außerordentlich gering sind. Die Aegierung lehnte eine allgemeine Aufbesserung ab und gestand nur die Verteilung einer Prä­mie an dieoerbienten Lehrkräfte zu. d. fr. es sollte ein Betrag von 100 000 Lire im die Lehrer ausgeteilt werden, die sich nach dem Gulvchten der Schulbehörden besondersver­dient" gemacht hätten. Die Sireftioieen hatten beantragt, dah alle Lehrer gleich viel eichalten sollten. Das Schulamt in Trient hielt sich aber nicht an diesen Antrag, sondern r>er­teilte die Prämie willkürlich nach seinem Gut­dünken, wobei der größte Teil der noch im Dienst befindlichen deutschen Lehrer von der Verteilung ausgeschlossen blieb. Die Ver­teilung erfolgte also offensichtlich nicht nach den Schulerfolgen, die die Lehrer im Llnterricht er­zielten, sondern vielmehr nach ihrer saszi- stischen Gesinnung und ihren Bemühungen, den Kindern den Deist derItalianität" vei- zubringen.

Deutsche Gänger in Innsbruck.

Innsbruck, 26. Juli. (WB.) Hier befinden fid) einige tausend deutsche Sänger. Täglich treffen neue Sondcrzüge mit Sangern ein, so am Dienstag 1000 i» a d i s ch e Sänger, die vor dem Andreas-Hofer- Denkmal aus dem Berge Isel eine Huldigungs- feier veranstalteten. Gestern abend kam der Schwäbische Sängerbund in einer Stärke von 1200 Mann an. Die schwäbischen Sänger veran­stalten beute gemeinsam mit der Innsbrucker Sän­geroereinigung gleichfalls auf dem Berge Isel eine f) n I b i g u n g für Andreas Hofer sowie eine Anschlußkundgebungsseier. Morgen kommen etwa 1000 sächsische Sänger in Innsbruck an.

Oer hessische Innenminister besucht Mainz.

Mainz, 26. Juli. (Lpd.) Der hessische Innen­minister Leuschner stattete am Donnerstag der Stadt Mainz einen Besuch ab. In einer Be­sprechung mit dem Oberbürgermeister Dr. K ü l b und den Vertretern der Bürgerschaft stellte der Minister für den Winter eine durchgrei­fende Verwaltungsreform m Aus­sicht. Der Oberbürgermeister brachte die Be­satzung Snot der Stadt Mainz vor und bat die hessische 'Regierung, dieser dringenden Olot recht bald zu steuern. Der Innenminister ver­sprach diese Wünsche der Stadt Mainz bei der hessischen Regierung und bei der Aeichsregieriurg nachdrücklich zu vertreten.

Forderungen der Arader Palästinas.

Jerusalem, 25. Juli. (WB.» Am Mnnlag bot der Vollzugsausschuß de« 7. arahr .-h.- «an., dem britischen Dbcrtemmiijd' m Palastma, L ri> Plumer, eine lange schriftliche Erklärung *.iber- reicht, die eine repräsentative p a r l a m e n

tarische Regierung fordert und erklärt, die Bedingungen des Mandats hätten ben Arabern ein Recht darauf gegeben. Die Erklärung besagt ferner, es würde nur ein Akt der Gerechtigkeit sein, den Arabern die gl eichen Rechte politischer Freiheit zuzugestehen, die sie unter Abdul ch a m i d genossen. Endlich wird erklärt, bie trau­rige Wirtschaftslage Palästinas habe bewiesen, baß die gegenwärtige koloniale Siegle- rungsform nicht geeignet für das Lanb sei. Der Oberkommissar versprach, bie Erklärung an bas britische Kolonialamt wellerzuleiten.

Oer Fall Lambach.

Eine Erklärung des Partcigerichts.

Berlin, 26. Juli. (£11.) Die LandeS- verbandSleitung der Deutfchnatnmalen DvlkSpartei Potsdam II veröffentlicht zum Fall Lambach eine Erklärung, in der sie sich mit den Presseäuherungen zum Ausschluß Lam­bachs beschäftigt und feststellt, dah es sich um einen Eingriff in ein schwebendes Verfahren handele, wenn Zeitungen (darunter an erster Stelle die deutschnationalen OrganeDeutsche Zeitung",Deuttche Tageszeitung" und »Kveuz- zeitung ) ohne Kenntnis der Urteilsbegründung und ohne Wissen über die Berufung an die zweite Instanz und ihre Gründe vorschnell Stellung zu dem Urteil erster In­stanz nähmen. Es wird weiter festgestellt, dah 24 ihrer Verantwortung voll bewußte OKäimcr und Frauen ihr Urteil einstimmig abgegeben haben. Schließlich wird noch mitgeteilt, dah eine Beschwerde über den Abg. Lejeune- I u n g an den Parteivvrsitzendeu gerichtet wor­den sei. da der Abgeordnete in seinem von ihm veröffentlichten Brief seine Amtsniederlegung in völlig tendenziöser Weise begrüntet habe.

Kührerknsis im Reichslarrdbunb.

Berlin, 26. Juli.Der Iungdeutsche" meldet: Die internen Kämpfe im tianbbunb haben ben Ver­lauf genommen, daß der bisherige erste Präsident des Landbundes, GrafKalckreuth, bei ber großen Dertreteroersammlung am 1. August sein 'Amt endgültig nicbcrlegen wird. Es ist damll zu rechnen, daß bie Vertreterversammlung dann von dem Plan Abstand nimmt, einen Land- bundpräsibenten unb zwei Vizepräsidenten zu wählen, unb sich damll begnügen wird, an «stelle des aus- scheidenden Grafen Kalckreuth ben früheren Crnäh- rungsminister Schiele zum ersten Bunbespräsi- benten zu wählen, währenb als zweiter Bunbespräsi- bent ber bisherige, allo ber Abg. Hepp, bleiben wirb.

Münchener preffestimmeu.

München, 26. Juli. (TU.) 3um Fall Lambach schreiben bieM unchener Neuesten Nach­richten" unter der UeberschriftPolitik des Dog­mas*', ber Stampf um Republik oder Monarchie sei ber Iugenb unverständlich geworden und werde hüben unb drüben von Leuten geführt, bie mll per­sönlichen Erinnerungen unb privaten Gefühlen ihre politischen Meinungen so vermengten, daß den Noch- geborenen ihre Gespräche überdrüssig mürben. Es märe verhängnisvoll, wenn die 3) eutjd) not to­nale Dolkspartei bie Jugend über die Zwirnsfäden stolpern ließe und zu einer neuen Parteigründung schreiten würde. DerBayrische Kurier meint, sowohl im Fall Lambach wie in bent des Reichslanbbunbe» drängten die Dinge zu einer klaren Entscheidung, von deren Gestaltung sowohl bas Schicksal der Deutlchnationalen Pattet wie die poli­tische Entwicklung Deutschlands überhaupt wesentlich abhänge.

Verschlimmerung im Zustand Stephan Haditschs.

Budapest. 26. 3ult (WTB.) Aach einer ?Igramer Meldung des Pesler ölohb hat sich I int Gesundheitszustante Stephan AadittchS un- I erwartet eine ernste Verschlimmerung ergeben. Es tst starkes Fieber eingetreten. Die | Tentperatur betrug nachmittags 36Vi Grad, ter I Puls erhöhte sich auf 120 Schläge. Die Aerzte

sind sich noch im unklaren über bie Ursache der so plötzlich eingetretenen Verschlimmerung, zumal Aaditsch von der Schutzverle^mg bereits voll­kommen genesen war und sich in den nächsten Tagen zum Kuraufenthalt begeben wollte. Vor­läufig haben bie Aerzte starken Zucker- zufluß in das Blut scstgestellt. Der Zu­stand wird als sehr ernst bezeichnet.

Lord Balfours Geburtstag.

London, 25. IM. (X1L) Anläßlich feines 80. Geburtstages empfrng Lord Balfour am Mitt­woch zahlreiche Glückwunschtelegramme. Am Dvr- nrrttag wurden Lord Balfour während der Kabs- nettssitzr'.ng öie Glückwünsche der Aegie- rungSmr tglieder übermtttelt. Am Aach- Mittag hatten sich die Mitglieder beider Parlamente auf dem Hofe des Pattamen-tS- gebäubes versammelt, um dem greisen Staats­mann als Anerkennung seiner Verdienste einen Avills Avyce-Wagen zu schenken. Mi- nisterpräfitent Baldwin zollte tegt berühmten Staatsmann hohe Arrerkemrung und erwähnte scherzend, daß die Mitglieder beiter Parlamente, mehr als 160 Lords und 150 älnterhausabgevrd- nete. der Ansicht feien, daß Lord Balfour immer noch jung genug sei, um unter die Automobilfahrer zu geyen und man deshalb be­schlossen hätte, ihm ein Automobil zu schenken. Ministerpräsident Baldwin kündigte an, daß die­sem Geschenk ein weiteres folgen werte und beab­sichtigt sei. Lord Balfour ein Album mit den Unterschriften der Abgeordneten beider Par­lamente zu überreichen. Lloyd George schloß sich imr Aamen ter Liberalen den Worten des Ministerpräsidenten an Lord Baisour an und brachte in seiner Bete seine persönliche Bewimte- rung für Lord Balfour zum Ausdruck, die er immer für Hn gehabt habe. In Abwesenheit Aamscch Macdonalds feierte der Abgeordnete (51 fr ne 6 für die Arbeiterpartei Lord Balfour als großen Staatsmann und fügte dabei unter ter Heiitersett aller Beteiligten hinzu, daß die Arbeiterpartei, wenn sic in wetteren zehn Jahren an die Aegierung kommen werte, anläßlich ter Feier des 90. ©eburhStage* Lord Balfours ihm ein Flugzeug schenken werte. Zum Schluß sprach Lord Ballour einige Worte deS Dankes für die ihm dargebrachten Ehrungen

Aus aller Wett.

versuche mit einem neuen Nakcterrwagcu.

Donnerstag nachmittag um 3.30 Hfrr fand auf der Sisenbahnftrecke Aordhausen-- Gernrode bte erste Versuchsfahrt deS neuen von Ballier unabhängig von Opel konstruierten Aaketenwagens Eisfeld-Dalier-Aak I unter Aus­schluß ter Oefsenttichkeit statt. Der neue Wagen weist gegen das Opelsche Wotell sehr starke konstruktive Veränderungen auf. Diese kommen am stärksten bann zum Ausdruck, daß die Raketen über den ganzen W a ge n ver­teil t sind. Ferner fehlen dem neuen Wagen die Flügel, die ter Opellche Wagen Aak Hl an den Seiten trägt Die erste und zweite Versuchs­fahrt verlies bei halber Raketenladung außer- orten tlid> zufriedenstellend. Der Dagen er­zielte eine Gelchw i ndi gkei t von 1 80 Stundenkilometer. Bei dem dritten Start, bei dem die Raketen mit viereinhalbfacher Ladung versehen waren, erreichte ter Wagen zwischen ter zweiten unb dritten Zündung eine amtlich geprüfte Geschwindigkeit von 2 1 0 Stun­denkilometer. Aachtern sich alle vier Aa- ketenbündel entzündet batten, wurde ter Wagen in einer scharfen Kurve aus den Schienen geworfen unb vollkommen zertrüm­mert. Ballier, sow« die Vertreter ter pyrotech­nischen Firma <Si6ftQ>, bie btt Aaketen herstellt, und nach der ter Wagen mit benannt ist. er­klärten. daß fie mit diesem Unfall gerechnet hätten, da der Versuchswagen, ganz aus Holz gebaut, nur 50 Kilo wiegt und für die Lchnelligkrra. ine er erreichte, z u leicht war. In zehn b:t vierzehn Tagen wird Dali ter mit einem stabilen aus Leichtmetall gebauten neuen Wagen ferne Versuche wiederholen.

Eine sensationelle Verhaftung.

Berlin. 27. Juli. (Wolff.) Aachdem im Fe­bruar dieses Jahres bekannt geworden war, daß bas Deuttche Reich durch einen Be- truasskandal von ungeheurem Aus­maß um M i l l i o n e n b c t g e geschä­digt worden sei es hantelte ftd> darum, daß auf betrügerische Weise Kriegsanleihe- Aeubesih als Altbcsitz angemeldet worben war. glaubte man. durch die Der- hattuv.g des Bankters Demens Max Kunert auS Berlin-Grunewald den Hauptschuldigen ge­füllten au haben. Man rechnete ater ter Möglichkeit, daß Äunert -elfer unb Auf­traggeber gehabt hatte *S)\e Staatsanwalt­schaft nahm daher in den letzten Wochen um­fangreiche Ermittlungen vor. die den dringend«» Verdacht wach riefen, dah Kunert im Inter­esse bestimmter W i r t sch af t S g r up- p e n gehandelt habe. Die Spuren führten nach Daris. Amsterdam und Hamburg. Nachdem bxC Staatsanwaltschaft sowohl in Frankreich wie in Holland Verbindungen zwischen Kunert und dem Ausland festgeftellt hatte, entschloß ste sich nunmehr in Hamburg zu einer aufsehenerregen­den Verchaftung. Der erste Pridatsekre- t ä r W. von Hugo SlinneS jun. ist Don­nerstag in Hamburg durch« die Dettirt« Staats­anwaltschaft unter dem dringendenDer- dacht der Teilnahme an dem Riesenbe­trug verhaftet worden. Aach den bisherigen Feststellungen kann als sicher gelten, daß Äunert. ter zunächst als der Harchttchuldige galt, nur ein verhältnismäßig geringer Faktor in dieser über Erwarten umfangreichen Belrug^allärc ge­wesen ist. Wie die ,Dosl. Zta." weiter erfährt, hat die Berliner Staatsanwaltschaft gegen den Bruder Hugo Siinnes. Edmund Stinnes, die Voruntersuchung wegen der bekannten Aga- Dorfälle beantragt Dem Ersuchen ist statt­gegeben worden.

Absturj eine» Frachlslugzeoge».

Auf dem Flugplatz Rürnberg-Fürtfr ist ein Flugzeug des 3 ntemation alen Lus ts rächt- kvntors Frako abgestürzt DaS Flugzeug tourte schwer beschädigt Der Flugzeugführer Dogge tourte schwer verletzt unb ist kurze Zeit nacfr dem Unfall seinen Verletzungen erlegen. Das Flugzeug hatte nur Fracht an Bord und war von Dürnberg nach Berlin aufgzfticgcn.

Leichte Hugoerlehong be» Papste».

Laut einer von ter .Tribuna ' verbreiteten Aachricht hat sich der Papst beim Aussieigen aus dem 2uito leicht den F u h verstaucht, weshalb er bie üblichen Rundzange bei den Audienzen nicht vornehmen konnte. Der Arzt meint, dah das Hebel in wenigen Tagen behoben fein wird.

Die Ausbefjcrung berMonte Cetoantes".

Wie gestern schon kurz gemeldet, war im vorde­ren Laderaum des Schiffes Wasier eüigebrungen. Vorsichtsweise lief ber Dampfer bie Glockenbucht an ber Sübwestkuftc Spitzbergens an unb ging bort vor Anker. Der Äapitän bat drahtlos ben in der Nähe befindlichen EisbrecherSraffm*, ihn, einen Taucher zur 2terfüaung zu stellen, um ben Schaden zu untersuchen. DerKrassin** traf nachts zwölf Ubr bei derMonte Cervantes" ein. Die Taucher berKrassin" haben ein 3,80X1,30 Meter großes Loch in berMonte Cervantes" gefunden. Die Taucher sind mit der Abdichtung beschäftigt. Man ist dabei, bas Wasser auszupumpen. Der fta- pHän berMonte Cervantes" teilt ber fjamburg- Sübamerika-Dampfschifsahrtsgesellschaft mit, daß bie burch Treibeis hervorgerufene Beschädigung des Dampfers an Ort unb Stelle in zwei bi» drei Tagen repariert sein wirb, worauf das Schiff bie Fahrt fortsetzen wirb.

Die Wetterlage.

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L?cttcrvoi zutage.

Eine Kinne tiefen Druckes erstreckt sich^on Cng- ianb über bas Nordmeer bis na d) Schweben. Dadurch ist in ganz Deutschland eine südliche Wind­strömung ausgekoinnicn, bie die Temperaturen kräftig ansteigen ließ. An ber Rückseite de» tiefen Druckes wird wieder ozechiische RalUuft unserem Gebiete zu geführt, bie beim Zusammentreffen mit ber kontinentalen Warmluft Gewitterneigung her- oorrufen dürfte.

Wettervoraussage für 6 a m »t a g. Wolkig mH Aufheiterung. Temperaturen wieder etwas zurückgehenb, Gewitterneigung.

ffiitterunfl»auefi<frten für Sonntag. Wieder allmähliche Beruhigung ber Wetterlage.

Lufttemperaturen am 26 Juli: mittag» 25 Grab Celsius, abend» 1b,6 Grad Celsius: am 27. Juli: morgens 17,4 ®rab Celsius Marttnum 26,1 Grad Celsius, Mrnimum 12^ Grob Celsius Crbtempe- ratuu?n in 10 Zentimeter Tiefe am 26.Juli abend« 24,8 Grad Celsius, am 27. Juli: morgen» 20 Grad Celsius. Sonnenscheindauer 6K Stunden.