Ausgabe 
27.6.1928
 
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Kleinwohnungen eingesetzt Er hegründet ci? Rollo enbigkeit mit dem Ergebnis der Reichs- wchnungszählung. die einen Fehlbestand t>on einer Million Wohnungen ergeben tat Do im Jahre 192? als bisher höchste Baa- Iciftune 250 003 neue Wohnungen hergestellt wur­den, d?r jährliche Deobedars an Wohnungen aber rund 200 000 beträgt, so ist der konstante Fehl­betrag nur um 50 000 Wohnungen geringer ge­worden, was nach dem Ergebnis von 1927 noch eine Fortführung der bisherigen Bauleistung f ü r weit mehr als ein Jahrzehnt bedeuten würde .Das heißt die Hausbesitzer werden für die!e Zeitspanne die Zwangsbewirtschaftung des verknappten Wohnraumes weiter tra­gen müssen, toetm man nicht zu einer grund­sätzlichen Aenderung der bisherigen Wohnungspolitik kommt.

Probleme der Giedelung.

Tie Finanzicrungsfragc.

Eigener Drahtbericht desGießener Anzeigers".

Berlin, 27. Juni. Schon die Durchführung des Siedlung-Programms mit den im Etat für die Spanne von zwei Jahren dafür vorgesehenen 50 Mill. 'IRt. deren Aufbringung bei der ge­spannten Finanzlaae des Etats nicht ganz leicht ist. macht den zuständigen Stellen die größten Schwierigkeiten Heber diesen Rahmen hinaus dürften weitere finanzielle Aufwen­dungen kaum in Frage kommen und eine jetzt in der Oeffentlichkeit erschienene Mitteilung, daß die Deutsche Bau» und Bodenbank 2L- ®. einstweilen 3 Mill. Mk. zur Verfügung gestellt bekommen habe mit dem Zweck der Zwischen- finanzierung landwirtschaftlicher Siedlung ist, wie wir erfahren, nicht zu­treffend. Dre Dau- und Dvdenbank beschäftigt sich überhaupt nur mit der städtischen und nicht mit der landwirtschaftlichen Siedlung, so daß sie für dieses (Sebiet überhaupt nicht in Frage kommt. Die Weiterleitung von SiedlungS« gelbem besorgt die Rentenbank-Kredit­anstalt, während die Verteilung von dem so­genannten Siedlungsausschuß vorgenom­men wird, der aus je einem Vertreter des Ar- beitS- und de- Reichsernährungsministeriums und des betreffenden Landes, in dem gesiedelt werden soll, zusammengesetzt ist und der zu manchen Zeiten fast wöchentlich zusammentritt. Daß unserer bisherigen Siedlungspolitik die not­wendige Großzügigleit und Energie fehlt, ist zweifellos, aber nur dann zu ändern, wenn man bereit ist, durch Abstriche an anderen Etatstellen größere finanzielle Opfer zu leisten.

Eine verlorene Wirischastsposition in Polen.

Die letzte deutsche Bankfiliale in Posen wird aufgegeben.

Eigene Drahtmeldung desGießener Anzeigers".

Berlin, 27. Juni. Die Deutschen und der deutsche Handel im ehemalig deutschen Gebiet Polens haben einen beträchtlichen Verlust zu be­sagen, nachdem sich die Di-conto-Gesell- schäft, wie gemeldet wird, entschlossen hat, als letzte deutsche Bank in Posen ihre dortige Filiale zu schließen. Anscheinend sind ein­mal wirtschaftliche Umstände und der nicht sehr nutzbringende Verlauf der letzten Jahre für diesen Beschluß bestimmend gewesen, abgesehen von Schwierigkeiten, die entstanden, nachdem der Mietvertrag mit dem Magistrat der Stadt Posen Ende September 1929 abläuft und trotz aller Bemühungen andere Geschäftsräume für l die Bank angeblich nicht zu finden sind. Die Filiale der Disconto-Gesellschaft war die letzte ^deutsche Dank in Posen, nachdem die , Deutsche Dank, die auch noch Filialen in ' Thom, Dromberg und Hohensalza hatte, kurz nach Errichtung des polnischen Staates ihre dor­tigen Filialen liquidierte und die Dresdner Dank anscheinend vor allem mit Personalschwierigkeiten belastet, ebensalls in die­sen Jahren ihre Posener Riederlassung a u f - gegeben hat So war die Filiale der Dis- evntv-Desellschaft ein wichtiger Stutzpunkt sür den deutschen Handel, wenn auch bie Geschäfts­führung unter der Entwicklung der polnischen Wirtschaft in ben Jahren 1920 27 schwer gelitten hat. Der Verlust dieser finanziellen DasiS wird die verbleibenden deutschen Handrlstreibenden schwer treffen und sie zwangsläufig zur Be­nutzung polnischer Banken drängen.

Tschechisches Mißtrauen gegen den V. ö. A.

Offiziell und inoffiziell.

Die deutsch-tschechischen Beziehungen zeigen zwei leider recht verschiedene Gesichter. Der offi- Zie',' Ton zwischen den Regierungen ist höflich unD manchmal beinahe freundschaftlich. Der tschechoslowakische Außenminister Benesch hat Berlin besucht, der tschechische Arbeit-Minister Dr. Spina ist in Bayern aewesen und der tschechoslowakische Handelsminister hat die Leip­ziger Frühjahrsmesse offiziell besichtigt. Aber allen diesen Reisen und Besuchen, deren guten Willen wir nicht verkennen, steht leider immer noch ein etwas dunklerer Teil der deutsch-tschechi­schen Beziehungen gegenüber.

Ein eklatantes Brispiel bietet der Prozeß, der türxlid) in Böhmen als Berufung gegen die Des chlagnahme dersudetendeutschen Zeitung ..Abwehr" geführt wurde. Das Blatt war im März von der tschechoslowakischen Zensur beschlagnahmt worden, weil es einen Artikel mit der Heberschrift:Reichs- minister Külz. Dorsitzender des Ver- einsfürdaöDeutschtumimAuslande" gebracht hatte. Al- Begründung war gesagt, daß der D. D. A eine gegen die G ? istcnz des tschechoflowakrschen Staates gerichtete Organisation sei, die gegen das tschechische Gesetz zum Schutz der Republik verstoße. Man könnte nun meinen, daß diese Ansicht auf dem M i ß - Verständnis eines untergeordneten provin­ziellen Organes beruhe, aber die Berufung-Ver­handlungen, die die Beschlag ahme bestä i tm, bä­hen etgeoen, daß man auch in anderen zentralen zuständigen Stellen Prags. z. D in bei Präge. Polizeidlrektivn. die ein Gutachten zu dem Fall abgegeben hat. die gleiche seltsame Anschau­ung vertritt. In einem Gutachten der Prager Polizcidirektion heißt es angeblich, daß der Ver­ein offiziell zwar feine politischen Ziele ver­folge, daß er aber doch im Sinne einer all nationalen® eutfd>lanbibee handle daß der B. D. A i r r e d e n t i st i s ch sei unb

daß er mit dem Deutschen Auslandinstitu t in Stuttgart zusammenarbrite. welches man als Zentrale der deutschen Spionage­tätigkeit bezeichnen müsse.

Diese Anschuldigungen sind geradezu gro­tesk Ein Verein, in dem der frühere demo­kratische Reichsinnenminister Külz eine sich­ren de Stellung einnimmt, dem Hindenburg als Ehrenvorsitzender angehört, und der mit dem rein wissenschaftlich-sachlich arbeitenden Deut- schon Auslandinstitut zusammengeht, und der schließlich eine ganz offizielle und m keiner Weise mit Geheimnissen umgebene Organisation ist, kann natürlich niemals irredentistische Poli­tik im Ausland treiben oder gar der deutschen Spionage dienen. Daß die Tschechen aber den Sinn des D. D. A. und überhaupt den Sinn der deutschen Kullurgemeinschast über die Grenzen hinaus, die Deutschland in mancher schweren Situation als Ausgleich allzugroher Spannun­gen mit anderen Staaten gedient Hal, so sehr verkennen, kennzeichnet den leider noch immer recht bunllen Teil der inoffiziellen deutsch- tschechischen Beziehungen.

Zum Jahrestag von Versailles

Ein Aufruf des Arbeitsausschusses Deutscher Verbände.

Berlin. 26. Juni. (£H.) Der Arbeits­ausschuß Deutscher Verbände erläßt zum 28. Juni 1928. dem Jahrestag de- Ver- sailler Diktats, folgenden Aufruf:

Deutsche, denkt daranI Wieder jährt sich der Tag, an dem vor neun Jahren das deutsche Voll, der Wehr und Waffen durch ein von feinen Gegnern im Vorfriedensvertrag vom 5. Dovem- ber 1918 feierlich gebeneneS, dann aber schmählich gebrochenes Wort beraubt in Versailles ieneS Diktat unterzeichnete, daS ihm und der Welt nicht den ersehnten Frieden, wohl aber eine Fortsetzung des Krieges mit ande­ren Mitteln brachte. Auch den bitteren Kelch dieses DachlriegeS hat da- deutsche Doll bis zur. Reige leeren müssen. Rur sein unerschüttev- licher, zu größten Opfern bereiter Friedens­wille konnte der europäischen Politik den Weg weisen, der über London, Locarno nach Genf führte. Gewiß! Der DaweSplan hat eine Wiederholung jener mörderischen Repa­rationspoll tik beinahe unmöglich gemacht; Lo­carno sichert auch die deutsche Westgrenze gegen die französischen Wachtgelüste; die Aus­nahme Deutschlands in den Dölkerbund hat ihm wieder eine gewisse Stellung unter- ben übrigen Rationen verschafft. Weit sind wir aber noch von der Erfüllung der Hoffnungen und Er­wartungen entfernt, zu denen diese Opfer be­rechtigen, und die zu verwirklichen der von un­seren Gegnern so oft betonte Friedenswille, Ver­sprechungen und vertragliche Bestimmungen ver­pflichten. Auf dem deutschen Volke und seiner Wirtschaft lastet noch der Dryck ungezähl­ter Reparationsmilliarden.

Große Teile deutschen Bodens, Millionen deut­scher Staatsbürger am Rhein, Saar und in der Pfalz befinden sich noch unter Fremdherr­schaft. Der militärischen Ohnmacht des Reiches stehen gewaltige, mit modernsten Kriegswaffen aus- gerüstete Heere gegenüber, der deutschen Abrüstung und Unsicherheit gesteigerte Rüstungen und vielfach garantierte Sicherheiten. Der Osten Deutsch- lands leidet unter unmöglichen Grenzziehungen. In den abgetretenen Gebieten wehren sich deutsche Stämme gegen bie Unlerbrüdung ihres Volkstums, ihrer Sprache und Kultur. Name und Ehre des deutschen Volkes sind immer noch mit dem Makel der Schuld am Kriege, der Schuld im Kriege und der kolonialen Schuld behaftet. Das deutsche Volk ist nach wie vor zur Herbeiführung eines wahren und gerechten Friedens entschlossen, zur Verständigung mit seinen ehemaligen Kriegsgegnern bereit. Frieden und Verständigung können aber nur auf der Grundlage völligen a e - genseitigen Vertrauens, restloser Gleich st ellung und Gleichberechti­gung verwirklicht werden. Diesem Ziele stehen aber noch obige Hindernisse, der ihnen noch zu­grunde liegende' Versailler Kriegsgeist und Kriege- haß entgegen. Ihnen gelte daher weiter unser ge­meinsamer Kämpf. Mit den Waffen des Rechts, mit den Mitteln der Wahrheit. Deutsche, denkt daran?

Arbeitsausschuß Deutscher Verbände gez.: Dr. Schnee, M. d. R., Präsident.

gez.: Draeger, Geschästsführendes Borstands­mitglied.

DieBremen" Flieger inKottbus Einweihung eines Ehrenmals für Chambertin und Lcvine.

KottbuS. 26. Juni. (WB.) DieBremen"- 5lieget Köhl, Fitz maurice und v. Hüne- feld statteten der Stadt Kottbus einen Besuch ab. Tausende von Zuschauern hatten sich auf dem Flugplatz eingefunden. Die Stadt prangte in Flaggen- und Dirlandenschmuck. Eine beson­dere Bedeutung erhielt der Empfang derBre­men-Flieger dadurch, daß die Grundstein­legung für das Ehrenmal für die ameri­kanischen Flieger Ehamberlin und L e v i n e , bic bekantlich vor Jahre-frist Gäste der Stadt Kottbus waren und von ihr zu Ehrenbürgern er­nannt wurden, cm Beisein derBremen"-Flieger und durch sie erfolgte. Oberbürgermeister Dr. Kreutz begrüßte die Flieger mit einer An­sprache. in der er auf die Landung Ghamber- lins und Lcv'mes mit dem amerikanischen Flug­zeugEolumbia" zu Pfingsten vorigen Jahres hinwies. Der Oberbürgermeister wies dann auf bie grenzenlose Begeisterung hin. die die Mit­teilung. daß Köhl, Zitzmaurice und Freiherr v. Hüneseld die Grundsteinlegung vollziehen wür­den, bei allen Kreisen der Bevölkerung ausgc- löst hat.

Rach der Rede de- Oberbürgermeisters folgten bie Hamm erschlage bet drei Flieger. Der Entwurf bes Denkmals für die Amerika­flieger Ehamberlin und Levine, der von Pro­fessor Gerstel- Berlin hergestellt ist, zeigt eine ErbkugeU auf der auf der einen Seite Amerika, und auf der anderen Europa re lief artig aus­gearbeitet sind. Daneben zeigt er zwei allegorische Frauengestalten und über dem Meer zwei Adler. >ne den Flug von West nach Ost und von Oft nach West svmbolifieren sollen. - An bie Grunb- steinlegung schloß ftd) eine Rundfahrt durch die -tdbt in blumengeschmückten Kraftwagen. Aus dem Schillerplatz wurde den Fliegern von einet Spreewälderin ein Ehrenttunk auS einem 'ilbernen Pokal der Stadt Kottbus kredenzt. Hieraus ging die Fahrt nach dem Wintergarten,

wo ein Frühstück eingenommen wurde, an dem sich ungefähr 250 Personen beteiligten. Die Rück­fahrt der mit Lorbeerkränzen geschmückten Flieger zum Flugplatz, von wo aus gegen 4 Hhr ein Rückflug nach Berlin erfolgte, gestattete sich zu einem wahren Ttiumphzug.

3m Kampf mit dem Polareis.

Die Hilfsmaßnahmen für die Jtaliamannschaft.

Rom, 26. Juni. (WB.) Heber den augenblick­lichen Stand der Maßnahmen zur Rettung der .Italia"-Mannschaft und Amundsens wird von zuständiger Stelle mitgeteilt, daß die »Bra­ga n z a. die zusammen mit zwei norwegischen Flugzeugen bie Suche nach der verschollenen Latham' aufnehmen sollte, immer noch in der Rahe des RordkapS vom Eise einge- schlossen ist. Am Ausgang der Hinlopen- fttaße liegt der schwedische Walfischfänger R o h" mit einem Keinen Wasserflugzeug, das für die Dachforschungen nach der Gruppe Marino bestimmt ist. Aus dem Lande werden diese Dach­forschungen durch zwei italienische Ex­peditionen unterstützt, die auS vier Hun­deschlitten. riet norwegischen Führern, sowie auS Kapitän Sota und xtoei Angehörigen deS Al­penklubs bestehen. Ihre Operationsbasis und ihr Lebensmi tteldepvt befinden sich in der Dähc von Beverly. Morgen wird der schwedische Dampfer .Tanja" nach Kingsbah zurückkehten. In der Vitgobay befindet sich dann nur noch die »Gitta di Milano" mit drei Großflugzeugen, zwei italienischen und einem schwedischen. Auf Der .Gitta di Milano" befindet sich im Au^n- blid noch eine sinländische Maschine, die, fobalb sie mit Gleitkufen versehen ist, au dem Dampfet .Quc st" in der Hinlopenstraße fliegen soll, um von dort zusammen mit den kleinen schwedischen Flugzeugen bie auf dem Eise zurückgebliebenen Personen der Dobile- gruppe zu bergen. Morgen werden aus der Gitta di Milano" die drei Piloten der Groß­flugzeuge zu einer Beratung zusammen treten, um sich über die Maßnahmen zur Bergung der Trümmer derItalia" schlüssig zu werden. In ganz Spitzbergen herrscht sehr schlechtes Wetter. Der russische Eisbrecher Krassin" hat am Sonntagabend Bergen mit dem Ziele Tromfoe verlassen.

Oer Absturz derZtalia".

Rom, 27.3unL (ZBIB. Fuukspruch.) Aus den Darstellungen Robiles übet den Absturz der , jfalia" geht, rote von zuständiger Stelle mil- geteilt rolrd. hervor, daß zuerst die Hintere Mo­to rengo adel. in der sich der Mechaniker Vincent pomolla befand, auf das Eis stürzte. pomaUa starb kurze Zeit darauf und wurde von der Gruppe Jlobite ehrenvoll b e ff a f let Das Luftschiff rourbe nach dem Verlust der Gondel abgetrieben, wenig später befand es sich bereits in einer (Entfernung von fast zehn Kilo­meter. als man eine große Rauchsäule aufsteigen sah. bte nach Ansicht Nobiles auf ben Brant» bet Benzin- ober Del tan ks zurückzuführen ist.

Baden fordett Reichszuschüffe für seine Hochschulen.

Threnmitgliedschaft der Vokksbundes verliehe». Einem möglichst bald einzuberufenden außerordent­lichen Dcrlreterlag soll cs Vorbehalten werden, die Neuwahl des er st en Lundespräside». t e n oorzunehmen. Bis dahin bleibt der alle Dor­frand unter der Leitung des stcllvertretenden Pta- sidenten, des Reichskanzlers a. D. Dr. L u t h e r, im Amt. Mit dem Gelöbnis, nach wie vor den Ruhe­stätten unserer gefallenen Krieger alle Fürsorge an- gedeihen zu laffen, schloß die Tagung des 10. Ser- tretertages.

Tie Deutsche Kraueotagung in Äöla.

Hnter dem Wahlspruch2Defen und Wir­kung weiblicher Kulturschöpfung" begann Dienstag vormittag dte große Deutsche Frauentagung in Köln, die getragen ist von einem Ausschuß, dem die fMjratbcn Damen der deutschen Frauenbewegung angchören. Am Bor- mittag begrüßte Frau Oberbürgermeister Ade­nauer die etwa 5000 Frauen in der großen Mei,«hall« im Domen der Stadl Köln und der Pressa". Dann ergriff Frau Ministerialrat Dr. Bäumer, Berlin, bas Wort zu einem Dor­trag über daS Thema .Die weibliche Bestim­mung im Daube! der geschichtlichen Lebens­form". Die Rednerin führte tu <e- auA: Die Pressa" zeige ben ganz eigenlümllchcn, von allen Frauen gleichmäßig tausendfach erlebten Dualismus, das Zweierlei der weiblichen Be­stimmung, ihre Bestimmung durch die Gattung für die Familie und Mutterschaft und auf der anderen Sette ihre Bestimmung als Pcrsönlich- kett. In sechs Vorträgen wurde barai von ver­schiedenen Rednerinnen die Leben»läufe geistiger Führerinnen der Frauenbewegung aus früheren Zeiten behandelt. Die Tagung wird Mittwoch und Donnerstag mit Vorträgen. einer Festveran­staltung und Führungen durch die .Pressa". sowie mit einer gemeinsamen Rheindampferfahrt fortgesetzt.

Ein zweiter Canbtu.

Paris. 27. Juni. (WTB. Fu.ikspruch.) In Paris scheint man einem zweiten Landru auf die Spur gekommen zu sein. Di- frühere Besitzerin einer Villa wurde ermordet aufgefunden. Di« Dachforschungen führten zu der Feststellung, daß der angebliche Käufer der Villa dec Mörder ist, der unter dem Damen eine- ehren­werten Marseillei'Lürger- Heiratsschwin­del e i e n betrieb and allem Anschein nach feine Opfer beseitigte. In einer von ihm ge­mieteten Billa hat man bereits di e Leichen zweier Frauen entdeckt. Doch eine andere Villa soll der Schauplatz der Verbrechen gewesen fein. Der Täter ist ein 61 Jahre alter Wann namens Jerome Drat, bet unter bem Dame» Gamillc Gaillard auftrat und jetzt flüch­tig ist.

Tagung bev Volkbunde» ber futegetgräbcrfüriorge.

In Magdeburg findet ber 10. Rcichsvertreter- tag de- Volksbundes deutscher Kriegergräberiür- forge statt. Den Auftakt bildete ein Festgotios- dienst am Sonntagabend im Dorn. Anschließend fand ein Empfang Sa bend statt. Die Beratungen leitete ber stellvertretende Präsident des Bundes. Justizrat Dr. I a ck e (Berlin). Dach dem Ge­schäftsbericht schreitet die Friedhof-' ürforge und ber irarere Ausbau de- Bundes rüftia fort. In allen deutschen größeren Städten bestehen jetzt Ortsgruppen des Bunde-, und *tt>ar im ganzen Reich bereits 1200. Hieraus wurde die Deuwrhl bes Dorstande- vorgenommen, an bte sich interne Beratungen anschließen werden.

Karlsruhe, 26. Juni. (WTB.) Dem ba­dischen Landtag liegt eine Entschließung deS HauShaltauSschusseS vor. welch ebetvnt, daß Ba­den aus historischen Gründen mitunverhält- nismäßig hohen H ochschu l- A u S g a - ben belastet sei und die badischen Hochschulen überdies wichttge deutsche Grenzlandauf­gaben zu erfüllen hätten. Hnter Darlegung die­ser Tatsachen soll die Regierung bei der Reichs­regierang mit dem Antrag vorstellig werden, bas Reich möge bi ebestehenden Hngleichheiten durch Reichszuschüsse und auf dem Wege deS Finanzausgleichs ausgleichen. Hnter- richtLminister Leers nahm in der heutigen Ple­narsitzung zu dieser Entschließung Stellung. Er hält den darin bezeichneten Weg für gangbar. Es fei Tatsache .daß Baden trotz seiner schwie­rigen Finanzlage feine drei Hochschulen auf einer stattlichen Höhe gehaltenhabe. Man sollte es sich aber sehr ernstlich überlegen, ob man unter dem vielleicht schnell vorübergehenden Eindruck einet gewissen Dot eines unserer höchsten Kultur­güter aus dem Land everweisen wolle. (Es war im Lauf eher Debatte ber Gedanke einer Reichs- Universität Heidelberg aufgetaucht.) Der Minister hob den Dorzug von Länderuniversitaten hervor und bemerkte .das Reich gebe schon jetzt Wittel für die Hochschulen aus. Erwünscht wäre allerdings, daß bie Länder über b le Der - Wendungsart selbst bestimmen könnten. Auch ber Hmstand. daß auch diele Dicht- babener an unseren Hochschulen studieren, rechtfertigt den Ausgleich. An der Annahme bes Ausschuhantrages ist nicht zu zweiseln.

Aufhebung her Salzsteuerfontrolle in Ehina.

Paris, 26. Juni. (WB.) Der Pekmaec Bericht­erstatter ber .Information" meldet: We sübchine- sische Regierung hat unter planmäßiger Ausschaltung ber ausländischen Ver­waltung die Steuerverwaltung ber Salinen* gebiete bes Nordens unter ihre Kontrolle gebracht und die sofortige restlose Abliefe­rung der verfügbaren Gelder verlangt. In maß- gebenoen Kreisen glaubt man, daß ber Beseitigung ber Salzsteuerlontrolle halb bie Zerschlagung der Seezollverwaltung, der letzten Ga­rantie für ben Dienst der au»roänigen Anleihen, er­folgen wird. Die enalische Garnison Weihaiwei Hal ein Bataillon nach dem Dergbaugebiet ber Chinese Engineering Company ent- sandt, um deren Eigentum vor ber Zerstörung und Plünderung durch die zuruckslutenden Norb- truppen zu schützen.

Aus aller Wett.

Dom Volksdund Deutsche üricgctgräberfäcfotge Die Verhandlungen de» Äerttelertages des Dokks- bunde» Deutsche Kriegergrädersürsorge beschäftigten sich in der Hauptsache mit organisatorischen und ver­waltungstechnischen Fragen. Dem ausscheidenden Bundespräsidenten. Oberpfarrer Siems (Berlin- Charlottenburg). wurde der Dank und bte inerten nung des Dertreteriages ausgesprochen und die

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Hoher Luftdruck aus Südwesten und tiefer Luft­druck in Dänemark und Südskandinaoien bedingen in Mitteleuropa eine Zufuhr kühlerer Luftmassen, bie bereit» in West- und Mitteldeutschland zu einem Temperaturruckgang von etwa fünf bie sieden <Brnb geführt haben. Da ber Luftdruck auch über Mittel­europa steigende Tendenz zeigt, so dürste es allmäh­lich zu Bewölkungsabnahme und aufljcitembem un­ruhigem Wetter kommen. Bereinzettc Niederschlage in Form von Schauern treten aber vorerst noch auf. Die weitere Zufuhr ozeanischer ßuftmafien läßt zu­nächst noch keine Erwarmung oustommen.

Voraussage für Donnerstag: Wech­selnd wolkig mit Aufheiterung, mäßig warm, not vereinzelt leichte Niederschläge.

Voraussage sür Freitag: Wärmere», wolkiges, auch nufheiternbe» Wetter, meist trocken.

Lufttemperaturen am 26. Juni: mittags 21 Grad Celsius, abends 16,4 Grad Celsius, am 27. Ju»t: morgen» 14 Grad Celsius Maximum 24,2 Grad Celsius. Minimum 12,4 (Brab Celsius. Erd- temr raluren in 10 Zentimeter Tiefe am 26.Juntt abends 20,5 Grad Celsius. am 27. Juni: morgen» 16,6 Grad Celsius. Niederschläge 0,4 Millimeter. Sonnenscheindauer 3S Stunden.