Ausgabe 
26.10.1928
 
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Rekioratsiwergabe in Darmstadt.

Staatspräsident Adelung Dr. ing. h. c.

WSR. Darmstadt, 25. Oft. 3n d:r üblichen feierlichen Weise fand heute mittag in der Otto« Berndt-Halle der Technischen Hochschule die Rektoratsübergabe an den neuen Rektor Professor Dr. Rau statt. Rach dem feierlichen Einzug der Professoren und Ehren­gäste, sowie der farbentragenden Verbindungen, die sich um die Bühne gruppierten, gab Pro­rektor Professor Dr.-Jng. Kammer einen Rück­blick auf das Studienjahr 1927/28 und führte dann den neugewähl'en Rektor in sein Amt ein, indem er ihm die Amtskette anlegte. Die erste Amtshandlung des neuen Rektors war die Ernennung des Staatspräsidenten Ade­lung zum Dr.-Jng. ehrenhalber. Der Rektor verwies darauf, daß Staatspräsident Adelung schon als Bürgermeister von Mainz im 3nteres e von Volk und Land schwierigste politische Probleme gelost habe. Staatspräsident Adelung, der bekanntlich schon seit einem Jahr Ehrensenator der Universität Gießen ist, nahm die Urkunde in Empfang und dankte in kurzen Worten für die außerordentliche Ehre, die ihm von der Technischen Hochschule erwiesen worden sei. Gr erblicke hierin den Ausdruck des Vertrauens und Verständnisses der Tech- nischen Hochschule für die Aufgaben, die in schwerer Zeit von der Regierung, gestützt auf die Volksvertretung, zur Erhaltung und zum Ausbau der Technischen Hochschule erfüllt worden seien. Er werde sich bemühen, der großen Ehre würdig zu sein. Darauf hielt der neue Rektor seine Antrittsrede überDie neueste Entwick­lung der Atomphysik'.

30 Zahre Industrie- und Handelskammer Iriedbera.

WSN. Friedberg, 25. Oft. Heute konnte die Industrie- und Handelskammer für die Kreise Friedberg, Büdingen und Schotten auf die 30jährige Wiederkehr ihrer Gründung zurückblicken. Das 25jährige Jubiläum fiel in die Zeit der Inflation. Dieser Umstand schloß jede Festlichkeit aus. Im Jahre 1893 wurde an den Gemeinderat der Stadt Friedberg der An­trag gestellt, wegen Errichtung einer Handels­kammer bei der Staatsregierunß vorstellig zu wer­den. Fünf Jahre lang zogen ßch die Verhandlun­gen mit der Regierung und den Landständen, denen die Forderung zur Beschlußfassung oorgelegt wer­den mußte, hin. Am 7. Mai 1898 wurde die Bil­dung einer Handelskammer durch die Regierung genehmigt. Die Veröffentlicbung der entsprechen­den Bekanntmachung des Ministeriums erfolgte am 20. Mai 1898. Der Handclskammerbezirk um­faßte nach dieser Bekanntmachung die Städte Friedberg, Bad-Rauheim, Butzbach, Vilbel und einige Landgemeinden des Kreises Friedberg. Die erste Wahl zur Großh. Handelskammer fand am 16. September 1898 statt. Unter dem Vorsitz von Kreisrat Dr. Braden wurde am 25. Oktober 1898 die erste Sitzung abgehalten. Die Versammlung wählte bei dieser Gelegenheit Kaufmann Wilhelm Fertsch als ersten und H. L. Langsdorf als zweiten Vorsitzenden. Schon bald erwies sich die wirtschaftliche und finanzielle Basis der Kammer als au klein. Man dachte an die Erweiterung des Hanoelskammerbezirks durch Ausdehnung auf die übrigen Orte des Kreises Friedberg und die Ein­beziehung der Kreise Büdingen und Schotten. Die Zuteilung dieser Bezirke erfolgte mit Wirkung vom 1. Januar 1900. Don diesem Zeitpunkte ab erhielt die Kammer die BezeichnungGroßh. Handels­kammer für die Kreise Friedberg, Büdingen und Schotten". Gelegentlich der Neuordnung des Han- delskammerwesens durch Gesetz vom 22. August 1902 wurde die Zahl der Wahlbezirke auf acht berausgesetzt. Es kam noch der Wahlbezirk Lau­bach hinzu.

Im Dezember 1914 wurde eine neue Einteilung der Wahlkreise oorgenommen. Damit zugleich er­folgte die Abtrennung des Amtsgerichtsbezirks Or­tenberg von den anderen Bezirken und die Neu- bilduna des Wahlbezirks Ortenberg. Nunmehr be­trug die Zahl der Wahlbezirke neun, die heute noch zu verzeichnen ist. Im Laufe der Jahre erhöhte sich die MitgliederAahl auf 19. Der erste Präsident der Kammer, Kaufmann W. F e r t s ck (Friedberg) ver­blieb bis zum 22. Mai 1912 im Amt. Sein Tod be­deutete für die Kammer einen schweren Verlust. Erster Syndikus der Kammer war Rechtsanwalt Dr. B e r n b e ck , später Oberkonsistorialpräsident in Darmstadt. Er schied bereits im Jahre 1899 aus den Diensten der Kammer. Als seinen Nachfolger bestimmte die Kammer durch einstimmigen Beschluß Rechtsanwalt und Notar Stahl (Bad-Nauheim). Diesen Posten hat Notar Stahl heute noch inne.

Als wissenschaftliche Assistenten waren bei der Kam­mer eine Reihe von Herren tätig, die heute zum Teil hervorragende Positionen bekleiden. Zwei Her­ren sind auf dem Felde der Ehre geblieben. Seit 1925 versieht Dr. Goebel die Stelle eines wissen­schaftlichen Assistenten bei der Kammer. Wenn die Industrie- und Handelskammer Friedberg unter ihrem Präsidenten, Kommerzienrat Langsdorf (seit 1912), heute eine geachtete Stellung im Kreise der deutschen Handeskammern einnimmt, so dankt sie das der verständnisvollen Zusammenarbeit ihrer Mitglieder sowie dem Weitblick und der Tüchtigkeit des Vorstandes und der Geschäftsführer.

Verband der heff.VerValtungsamtmSnner

Der Verband der hessischen Ver­waltungsamtmänner hiLlt in Oppenheim feinen 2 5. Derbandstag ab. Die Jubi­läumsfeier zeigte im Rahmen einer durch den Derbandsvorsitzenden Ritz geleiteten Ver­anstaltung, daß es sich um eine beachtenswerte, für die hessische Verwaltung wertvolle Beamten- gruppe handelt, die dort ihren Jubeltag würdig beging. Es hatten sich eine ganze Reihe von Gästen aus Oppenheim erngesunden. Als Ver­treter des Kreisamtes war Kreisdirektor Her­berg, als Vertreter der Stadt Oppenheim in Verhinderung des Bürgermeisters der Beigeord­nete erschienen. Auch die benachbarten und be­freundeten Verbände hatten ihre Vertreter ent­sandt und ließen Glückwünsche für die weitere Entwicklung überbringen. Der Minister des In­nern war durch Oberregierungsrat Schwamb vertreten. Der Staatspräsident war durch ander­weitige Inanspruchnahme verhindert. Die Grün­der und Führer des Verbandes wurden in ge­bührender Weise geehrt. Der Erfolg ihrer Mü­hen, die Geltung und das Ansehen des von ihnen gegründeten und geleiteten Verbandes, werden ihnen Genugtuung sein für ihre uneigennützige Arbeit zum Wohle ihrer Kollegen.

Die Tagung verlief sowohl in ihrem festlichen, als auch in ihrem geschäftlichen Teil angeregt und brachte, als Höhepunkt der Tagung, ein eindrucksvolles Bekenntnis zum Volksstaat und zur Dollsgemeinschaft. Der bisherige Vorstand ist auck für die kommende Wahlperiode wieder- gewählt worden.

Wirischast.

Oie Reichsbank am 23. Oktober.

Rach dem Ausweis der Reichsbank vom 2 3. Oktober hat die gesamte Ka­pitalanlage der Dank in Wechseln und Schecks, Lombards und Effekten um 182.1 Mill, auf 2088,7 Mill. Mk. abgenommen: im einzelnen haben sich die Bestände an Wechseln und Schecks um 98,6 Mill, auf 1963,7 Mill. Mk. und die Lombardbestände um 84,0 Mill, auf 31,0 Mill. Mark verringert. Die Anlage in Effekten ist mit 93,5 Mill. Mk. weiterhin annähernd un­verändert geblieben.

An Reichsbanknoten und Renkenbankscheinen zusammen sind 282,1 Mill. Mk. in die Kassen der Bank zurückgeflossen: und zwar hat sich der Umlauf an Reichsbanknoten um 259,1 Mill, auf 4034,7 Mill. Mk., und der an Rentenbankscheinen um 23,0 auf 498,5 Mill. Mk. verringert. Dem­entsprechend und unter Berücksichtigung, daß in der Berichtswoche Rentenbankscheine in Höhe von 3,4 Mill. Mk. getilgt worden sind, haben sich die Bestände der Reichsbank an solchen Scheinen auf 59,6 Mill. Mk. echöht. Die fremden Gelder zeigen eine Zunahme um 123,1 Mill, auf 729,3 Mill. Mk.

Die Bestände an Gold und deckungs- fähigen Devisen insgesamt haben sich um 15.6 Mill. Mk. auf 2673,9 Mill. Mk., im ein­zelnen die Goldbestände um 2,0 Mill, auf 2510,7 Mill. Mk., und die Bestände an deckungsfähigen Devisen um 13,6 Mill, auf 163,2 Mill. Mk. erhöht. Die Deckung der Roten durch Gold allein besserte sich von 58,4 Prozent in der Vorwoche auf 62,2 Prozent, diejenige durch Gold und deckungsfähige Devisen von 61,9 Prozent auf 66,3 Prozent.

* Adlerwerke A.-G. vorm. Heinrich Kleyer, Frankfurt a.W. Der Vorstand der Adlerwerke vormals Heinrich Kleyer A.-G. zu Frankfurt a. M. teilt mit, daß das am 31. Lk.ober 1928 endigende Geschäftsjahr eine weitere ent­schiedene Vorwärtsentwicklung des Werkes ge­zeitigt hat. Heber die Verwendung des erzielten lieberschusses kann naturgemäß erst in einigen Monaten nach Fertigstellung der Bilanz entschieden werden. Die Fundierung der schwe­benden Bankschuld, deren Höhe im wesentlichen

erklärlich ist aus dem in sehr bedeutendem Maße vergrößerten und modernst ausgestatteten Ma­schinenpark, sowie aus Znvestitionen zur Erzie­lung neuzeitiger Fabrikationsmethoden, ist im Werden, aber noch nicht in jenem Maße spruch­reif, daß darüber Einzelheiten bekanntgegeben werden könnten.

* Südwe st deutsche Gas A.-G. i n F r a n t- furt a. M. Die Gesellschaft, deren Aktien bisher je zur Hälfte auf die Frankfurter Gas A.-G. und die Stadt Mannheim verteilt sind, beabsichtigt, wie der Fwd. erfährt, demnächst ihr Kapital von 50 000 Mark auf 1 Million Mark zu erhöhen. Durch den kürzlichen Beitritt der Stadt Karlsruhe zur Gesellschaft wird diese eine 10-v. H -Beteiligung am Aktienkapital er­halten.

H. Fuchs, Waggon-Fabrik A.-G. Der Jahresabschluß der H. Fuchs, Waggon-Fabrik A.- G., weist nach den üblichen Abschreibungen (i. B. 103 020 Mk.) einen Verlust von 166 000 Mk. aus (Vorjahr 498 839 Mk. Verlust). Rach Mitteilung der Verwaltung haben die von der Reichsbahn angeordnete Streckung der vorhandenen Bestel­lungen und der schlechte Eingang weiterer Auf­träge in der zweiten Hälfte des Geschäftsjahres die Lage so ungünstig beeinflußt, daß die Fabri­kation eingeschränkt und ein großer Teil der Be­legschaft wieder entlassen werden nrußte.

* Erdal kauft Urbin. LautBerliner Mor­genpost" haben die Erdalwerke Werner & Mertz A.-G. in Mainz die Berliner Urbinwerke auf­gekauft. Der Kaufpreis soll etwa 45 Millionen betragen. Die MarkeUrbin" soll zunächst erhalten bleiben. Die Berliner Vorräte der Urbinwerke wer­den erst aufgebraucht, dann wird die Fabrikation vollständig nach Mainz verlegt.

Franl.urter Börse.

Frankfurt, 26.Okt. Tendenz lustlos. Zu Be­ginn der heutigen Börse machte sich wieder eine starke Zurückhaltung und Lustlosig- k e i t bemerkbar. Zum heutigen Liguidationstag kam noch etwas Prämienware heraus, doch war das Angebot, wie man es erwartet hatte, nicht groß. Immerhin wurde dadurch ein gewisser Druck aus das Kursniveau ausgeübt, zumal die Auf­nahmefähigkeit des Marktes infolge der anhalten­den Interesselosigkeit des Publikums und des Aus­landes wieder gering war. Eine Anregung bot aber anderseits der Börse der befriedigende Reichs­bankausweis, der eine weitere Entlastung anzeigte. Auf verschiedenen Markten wurden kleine Deckungskäufe oorgenommen, so daß die Kursent­wicklung nicht einheitlich war. Ueberwiegend er­gaben sich jedoch neue Abschläge von 0,5 bis 1,5 v H. So verloren am Bankenmarkt Danatbank 1,5 und Reichsbank 1 v. H. Don Montanwerten waren Gelsenkirchen, Harpener, Phönix und Rhein­stahl 1 bis 1,5 v. H. abgeschwächt. J.°G.-Farben eröffneten 1 v. H. niedriger, Scheideanstalt minus 1,5 v. H. Im Angebot lagen ferner Kali Westeregeln mit minus 2,5 v. H. und Frankfurter Maschinen, die 1,75 o. H. verloren. Recht widerstandsfähig und gefragt lagen dagegen istahlverein, Adlerwerke, Licht und Kraft, Schlickert und Siemens, ferner Commerzbank, Kali Aschersleben. Deutsche Anleiben waren vernachlässigt. Am Markte der ausländischen Renten Türken weiter beachtet. Im Verlaufe ging die Geschäftstätigkeit weiter zurück, die Stimmung blieb lustlos. Norddeutscher Lloyd lagen leicht ab- geschwllcht, da die Ungewißheit über die bevor­stehende Transaktion verstimmte. J.-G.-Farben blieben etwa behauptet, zum Ultimo November bestand einige Nachfrage. Tägliches Geld war zu 5,75 v. H. wieder flüssig. Am Devisenmarkt konnte der Markkurs etwas anziehen. Man nannte Mark ' gegen Dollar 4,1962, gegen Pfund 20,355, London gegen Kabel 4,8500, gegen Paris 124,11, gegen Mailand 92,60, gegen Madrid 30,07, gegen Hol­land 12,0950.

Berliner Börse.

Berlin, 26. Oktober. Die Nachrichten, die für die heutige Börse Vorlagen, fanden verschiedene Be­urteilung. Obwohl über die Lloyd Transaktion noch nichts Genaues bekannt ist und selbst der Ter­min der außerordentlichen Generalversammlung noch nicht einmal festzustehen scheint, wurde es als unrecht angesehen, daß die Aktionäre, wie man wissen will, bei der Kapitalserböhung kein Be­zugsrecht eingeräumt bekommen sollen. Die andere Sache, die im Mittelpunkt der Diskussion stand, waren Reformierungspläne derBörse, die in einem Artikel der Morgenpresse besprochen worden waren. Eine Enttäuschung bereitete das Dementi über eine beabsichtigte Kapitalerhöhung bei Chade. Dagegen verwies man auf die Stützungs­aktion für die Züricher Bankfirma Escher, Freisch & Co. Die Gerüchte über Insolvenzen, die an Der gestrigen Nachbörse Verbreitung gefunden hatten, sind nicht bestätigt worden. Der günstige Reichsbankausweis für die dritte Oktoberwoche mit einer befriedigenden Entlastung machte keinen Ein­druck. Entgegen den Erwartungen des Vormittags-

oerkehrs eröffnete die Börse meist etwas schwächer, aber im allgemeinen doch widerstandsfähiger als gestern mittag. Einigen Verkaufsorders, die aus der Provinz eingetroffen waren, standen limitierte Kaufaufträge gegenüber. Gegen die letzten offiziel- len Notierungen ergaben sich überwiegend 1 bis 2 v.-H. Abschwächungen. Berger Tiefbau, Schlesische Portland Zement, Glanzstoff, Schultheiß, Tietz und Chade-Aktien waren um 3 bis 5 v. H. gedrückt. Durch feste Haltung fielen Thörls Vereinigte Oel- fabriten auf. Deutsche Anleihen abbröckelnd.

länber im allgemeinen behauptet. Nur Bosnier 0,50 bis 0,75 niedriger. Der Pfandbriefmarkt war still. Der Geldmarkt war unverändert leicht. Im Ver­lause wurde es auf Deckungen der Spekulation all­gemein etwas fester. Der gute Reichsbankausweis und einige Großbankkäufe am Elektromarkt sollen ebenfalls eine gewisse Wirkung ausgeübt haben. Auf die Meldung eines Mittagblattes, daß die Brauereien bessere Warenumsätze gehabt hätten, als im Vorjahre, entwickelte sich in Schultheiß etwas lebhafteres Geschäft. Später wurde es, vom Elektromarkt ausgehend, an dem sich plötzlich in A. E. G. stärkeres Angebot geltend machte, wieder schwächer, und die erzielten Gewinne gingen wie­der verloren.

Frankfurter Getreidebörse.

F r an k f u r t a. M., 26. Okt. Der Frankfurter Pro­duktenmarkt verkehrte auch heute zum Wochenschluß in ruhiger Haltung. Die etwas erhöhten Ausland­notierungen hatten eine etwas freundlichere Tendenz zur Folge. Einiges Interesse bestand für Brot­getreide, doch war das Gescbäst nach wie vor gering. Es wurden notiert: Weizen 23,50 bis 23,65 Mark; Roggen 22,50 bis 22,75; Sommergerste für Brau- zwecke 25 bis 25,50; Hafer, inländischer, 23,25 bis 23,50, Mais (gelb) für Futterzwecke 21,50 bis 21,75; Weizenmehl, sllddeütsches (Spezial 0) 33,75 bis 34,25; Roggenmehl 30,25 bis 31; Weizenkleie 14 bis 14,10; Roggenkleie 14,50 Mark. Tendenz: ruhig.

Berliner Produktenbörse.

Berlin, 25. Okt. Das Geschäft an der Pro­duktenbörse konnte sich auch heute nicht beleben. Die Schlußmeldungen der überseeischen Termin- Märkte lauteten für Brotgetreide zwar schwächer. Cifofferten für Weizen waren jedoch tellweiss unverändert. Vom Znlande hält sich das An­gebot von Brotgetreide in mäßigen Greifen, angesichts des ruhiger gewordenen Exportgeschäf­tes waren Weizen jedoch nur auf etwa 1 Mark niedrigerem Preisniveau unterfuhr in gen. Roggen wird zur neuen Lieferung etwas weniger ange­boten, dagegen sind die Eigner für spätere Lie- fenmg in den Offerten entgegenkommender. Am Lieferungsmarkt ergaben sich für Wnzen Preis­rückgänge bis zu 1,50 Mark. Roggen war in den vorderen Sichten behauptet, die späteren Liefe­rungsmonate hatten kleine Pr.iseinbußen zu verzeichnen. Roggen- und Weizenmehle liegen stetig, bei nur geringen Umsätzen. Für Hafer und Gerste hat sich die Marktlage nur wenig ver­ändert. Es notierten für je 1000 kg: Weizen, märt. (74 5-kg/bI-Gewicht, östliche Stationen über Rotiz) 210 bis 213. Dez. 227 bis 228,25, März 234,50 bis 235,50, Mai 240 bis 240,50 <befestigt); Roggen, märt. (69-kg7bl-Gewicht, östliche Sta­tionen über Rotiz) 203 bis 206, Okt. 216, Dez. 221 bis 220,75 bis 221,50, März 229 bis 230, Mai 234,50 bis 235.25 l stetig); Braugerste 231 bis 251; Futtergerste 202 bis 212; Hafer, märt, 201 bis 210, März 225 bis 226 G Mai 235 bis 236 G. (fester); Mais, zollbegünstigter Futter­mais, 218 bis 220 (fest); Raps 330 bis 340

Kunst und Wissenschaft.

Der medizinische Nobelpreis für Professor Ricolle.

Wie aus Stockholm gemeldet wird, beschloß die Lehrerkonferenz des dortigen Karolinischen Instituts am Donnerstagabend, den diesjährigen Nobelpreis in Medizin dem Direktor des Pasteur- Instituts in Tunis, Professor Charles R i c o l l e, für seine Arbeit über das Fleckfieber zu ver­leihen.

Letzte Nachrichten.

Furchtbares Eisenbahnunglück in Rumänien.

Bukarest. 26. 0(1. (WTB. Drahtmeldung.) Der von Bukarest kommende S imp lon-Ex­preß ist heule nacht mit einem Schnellzug zu- so, mmenge stoßen, wobei fünfzig Perso­nen gelötet bzw. verletzt wurden. Lin Schlaf­wagen des Lxpreßzuges sowie zwei Personen- und ein Gepäckwagen des Schnellzuges wurden voll- ständig zertrümmert.

a. M.

Devisenmarkt BerlinFrankfurt

Telegraphische Auszahlung.

26 Oklob r

25. Oktod.r

Banknoten.

Brief

Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse.

Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. Reichsbankdiskont 7 Prozent, Lombardzinsfuß 8 Prozent.

Berlin, £o. Qttobcr ämrrftamlttt Uiotee . . , Belgische Wottn . . . . < Drintsche Noten . . . . « Loqltfche Slotrn ......

Holländische Noten ...... Italienische Noten ...... Norwegische Noten . . . . . Demlch-Ocslcrr.ÄJOOÄronea Rumänische Noten......

Schwedische Noten......

Schwerer Noten.......

Spanische Noten.......

Tkchccho'Iowaklsche Noten . . Ungarische Noten

tzraiibsuri a. M |

Berlin

Schluß-! i-Uhr- K»r» j Rurs

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Dalum:

25. 10. | 26. 10.

25. 10.

26. 11).

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Heidelberger ircmettt .... 10 Cemenl Karlstadt ...... 8

Wayh & Freitag......10

Schulchet« Pa-enhof« ... 16

Ostwerte ....... 12 'Set. Klanzstofl ...... 18

Bemberg ........ U

Zellsloss Waldhos.....12

Zellsioji Aschassenbury ... 12 Charlottenburger Malier ... 7

Dessauer ®a$ ......8

Daimler Motoren......0

Adlerwerte Klever ...... 6

Vubro. Sloeroe . ...... 10 Nal. Auwmobil ....... O Orensteln & Koppel . .... 6 Leonhard Dieh ...... 6 Bamag-Megutv . ...... 0 Franks. Maschine» ...... 6

Heyliaenstaedt ....... 0

Lechwerte ........ 8

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Gebr. Roeder . ...... 10

Voigt 4 Haessner ...... 8

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278.5

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51.25

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10,5

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122

87.25

136,75

30,5

215

150,75

132

316.5

273

557

478.26

278,25

201

123

186,5

80,6

100,5

242,5

63

107,25

268

136

Frankfurt a M

Berlin

Jranhfurt a. M

Berlin

Schluß- flute

I-Uhr- flurs

Sch.uk-l Antana

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i-Uhr- Kur»

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flurs

Datum

25 10

26. 10.

25 III.

26. 10.

Datum:

25 10.

26 10.

25. 10.

26 10.

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87,25

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A.E.B. .......

8

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129

179,75

179

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50,9

50,9

50,9 14,7

Bergmann ...»

. 9

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lo>.-Rechlen

ttleltr. Lieserunge» . . . «

10

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15

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Lickt und Krast .....

10

236

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Felten & Guilleaume....

. 6

147

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144,6

ttindbar bis 1932

Ses. s. Elettr. Untern.. . . .

10

266

267.5

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Hamb. Elektr. Werte ....

10

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Soldps

-

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O.C.® ab» Bortriegr-Obltgatton., rückzahlbar 1932

10

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Schocken . ......

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203,75

203.75

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4% Schwei» Buadesb^Lnt..

Siemens 4 Halske .....

18

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32,3 3

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4% Oelierreichlsche Tatorte.. .

Lahmeuer 4 Lo.......

10

162,5

162,9

-

4,20% Oeften Silberne.....

4% Oesterreich Unheil! fite. -

4% Ungarische Boidne. - -

26,8

Buveru« ......

Deutsche ErbSI ......

. 6

. 6

82.5

133,25

183

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138,13

4% Ungarische Slaatlr. v. 1910

Essener Steinkohle .....

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117.25

oeagi von 1913

26

26

Geisenlirchener ... !. S 3- 4

122

120,5

135,5

122

121.25

4% Ungarische Kronen ne.. .

2

1.95

Harpener . ......

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136,25

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4% tüd. Zoilanieihe v. 1911 . .

4% Türkische Bagdadbahn»AnI.,

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12,25

12,1

12,25

Hoelch Eisen. .......

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125,9

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109

109

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Norddeutscher Lloyd .... 8 Alig Deutsche Creditanü. . . 10 Bannet Bankverein . . . IC Berlinei Handelsgesellsch. . 12

iommerz> und Privat-Bank . 1 Darmkl u Aarionalbonl 12

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Oberjchles. KokSwerte . .

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Mitteldeutsche L^editdanl . .

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99,5

100,25

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301

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Metallgelelllchaft. . .

U

184

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167,81

168,49

21,91

21.99

111.55

111.99

58.83

59.07

2,545

2,565

111,78

112,22

80,49

80,81

67,32

67.60

12.385

12.445

72.85

73,15

Amtliche Non. runa

Amtliche iSeld

Roherunfl Brie> _

Geld

Brie-

Awst.» Roti

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168,ii

168,08

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Buen-«ires Brss.-Äntw

1,764

58,27

1,768

58,39

1.764

58,28

1,768

58,40

ChriMtn la

Kopenhagen

111,74

111,78

111,96

112,00

111,75

111,80

111,97

112,02

etocttiolm Helünaiorä.

112,04

10,547

112.26

10,56/

112,05

10,545

112,27

10,565

Italien .

21,965

22,005

21,955

21,995

London. . .

20,334

20,374

20,334

20,374

Neuport . .

4,1930

4,2010

4,1925

4,2005

Barts....

16,375

16,415

16,375

16,41a

Schweiz >.

,0,67

80,83

80,66

50,82

Spanten .

37.51

«7,65

67,53

67.67

Japan . . .

1,990

1,994

1,988

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sstto de Ian.

1.501

0,503

0,501

0,503

Wien in D-- Ce<L abaeft Prag .

Belrrad - Budapest. Bulgarien

j8,575 12,428

7,365 .3,05

,131

59,085 12,448

7,379 73,19 o,137 18.97

58,t-8

12,425

7,365 73,03

<1,032

59,10 12,445

7,379

75,17

3,038

Lissabon

18.93

18,90

18.94

Danrtg. .

Konstantin-

81,32

2.115

81,48

2,119

81,31

2,115

81,47

2,119

Llireo. .

5,425

5,435

5,425

5,43»

Lanada

1 1,1925

4,2005

4,192

4,200

Ur» aad .

4,250

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l 20.895

4,256

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20,895

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l 30.855

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58,16

58,40

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112,04

20,30

20,38