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Veröffentlichungen, die stet- bald vergriffen waren, von Metern regen Geist verfaßt wurden, auf welchen Gebieten der praktischen Landwirt­schaft, aber auch der landwirtschaftlichen Verwal­tung er sich mit Erfolg schriftstellerisch betätigte: nicht nur feine Schriften über den Ackerbau selber erregten Aufsehen, sondern auch die Wege, welche er für Detri-bsführung, landwirtschaft­liche Buchhaltung, Viehzucht, Wertschätzung des Doyens u. s. wies. Er entwarf sogar eine Gemeinhcits:e.lungSordnung für die preußischen Staaten, denn die ^Regelung der bäuerlich recht­lichen Verhältnisse, wÄche den Dauern die freie Verfügung Über ihren Grund und Doden ge­währen sollte, lag in der Luft. Sein weitschauen- der Blick zeigte sich vor allem darin, daß er nicht wie die anderen Schriftsteller, die agrargesetzlichen Zustande als etwas Gegebenes und älnabänder- liches betrachtete. Alle Vorschläge, welche zur Hebung der Landwirtschaft von ihnen gemacht wurden, konnten nur eine sehr beschränkte Wir­kung ausüben, solange die Fesseln des Flur­zwanges, der gegenseitigen Abhängigkeit von Gutsherren und Dauern usw. dem einzelnen keine freie Verfügung über seine Wirtschaft, bei den Dauern selbst über ihre Person gestattete. Ohne ihre Deseitigung war die Lösung von dem un- anwendbar gewordenen Dreifeldersystem unmög­lich. Die zur Verbesserung der Landwirtschaft bis dahin gemachten Vorschläge hatten, wohl den bestehenden Zuständen Rechnung tragend, darauf hingewiesen, daß zwischen Ackerbau und Vichzucht ein Zusammenhang bestehe und beide in ein zweckmäßiges Verhältnis zu bringen seien. Kein Autor aber hatte bestimmt und eingehend bar» gelegt, worin das Wesen des Zusammenhanges eigentlich zu suchen sei und wie je nach der Ver­schiedenheit der örtlichen und wirtschaftlichen Zu­stände sowohl Ackerbau und Viehhaltung im einzelnen, wie auch auf landwirtschaftlichen Be­trieben im ganzen sich abweichend gestalten müsse. Durch die zu Anfang des 3ahrhunderts noch be­stehende Flureinteilung, den Flurzwang, die zu leistenden Dienste, die Gemeinheiten, die Weide- berechtigungen auf fremdem Grund und Boden, war ein starres Wirtschaftssystem gegeben, an dem solange die agrargesehlichen Verhältnisse keine Aenderung erfuhren, auch nicht mit den besten Ratschlägen etwas zu ändern war. Thaer war der festen äleberzeugung und beteiligte sich auch lebhaft daran, daß die Beseitigung der die landwirtschaftliche Bevölkerung und die Boden­nutzung hemmenden Schranken in Angriff genom­men wurde. 3n dieser festen Voraussetzung, in der er sich auch nicht täuschte, hat er seine so segensreichen Vorschläge für die Förderung der Landwirtfchaft gemacht.

Als Wichtigstes und Einflußreichstes aus seinen Schriften sei kurz zusammenge'aßt: Thaer hat als erster klar und bestimmt gelehrt, daß jeder land­wirtschaftliche Betrieb ein einheitliches, in sich geschlossenes Ganzes bilden und in diesem die einzelnen Teile oder Glieder nach Art und Um­fang so gestaltet sein müssen, daß sie in ihren Funktionen und Wirkungen sich gegenseitig unter­stützen und ergänzen. Ferner war er der erste, der es aussproch, daß Organisation und Handhabung des landwirtschaftlichen Betriebes lediglich den einen Zweck im Auge haben müsse, aus demselben den höchstmöglichen dauernden Reinertrag zu er­zielen 3n scharfer Formulierung hat er als eine der wichtigsten Aufgaben für die Theorie des Landbaues die Bestimmung des Rährstoftbedarfs der verschiedenen Früchte angesehen. 3n Verbin­dung mit der von ihm begründeten Lehre von der Statik des Landbaues begründete er die Rotwendigkeit eines Fruchtwechsels als erster wissenschaftlich. Er bestimmtedie Tragbarkeit des Bodens, um die davon zu erwartenden Ernten, die Ausziehung, welche diese bewirkten und das Verhältnis, in welchem Dünger und sogenannte Ruhe und Drache die erschöpfte Fruchtbarkeit ersetzen und vermehren, nach Graden". Die von ihm aufgestellte Klas i i ierung des Bodens hat heute noch ihre große Bedeutung. Er gelangte bei feinen Untersuchungen zu einer wi senschaft- lichen, allgemein anwendbaren Darstellung der Landwirtschaftslehre. Um die es Ziel zu erreichen, war es notwendig, das Geb-et der allgemeinen Landwirtschastslehre, welches damals noch ein integrierender Bestandteil der Kameralwis en- schast war, zu einer selbständigen Wissenschaft zu erheben. Thaer ist mit vollem Recht als der Be­gründer der Landwirlfchaftsl'hre als einer selb­ständigen Wissenschaft zu bezeichnen. 3n der Würdigung der unmittelbaren Anschauung, des Selbstsehens, des Srlbsterkennens von sei en des Lernenden liegt das Choralteristische des durch Thäers Wirken. geschaffenen landwirtschaftlichen Unterrichtswesens. Gam besonders bewunderns­wert ist es nun, daß dieser Mann nicht nur theo­retisch die Landwirtschaft zu durchdringen suchte, sondern daß er auch für seine Person die prakti­schen Folgerungen aus seinen Lehren zog. Sein vorhin erwähnter Besitz in der Rähe Celles wurde bei seinem Feuereifer bald zu einem Musterbetrieb, auf dem er mit der Zeit große Erfolge, die sich in steigenden Reinerträgen er­wiesen, zeitigen konnte. Zu seinem Rus als Theo­retiker gefeilte sich damit der des praktischen Landwirtes. Man strömte nach Celle zu Thaer, der seinen Schülern neben der praktischen Unter­weisung regelmäßige Vortr 'ge hielt. Der sich hieraus entwickelnde Gedanke der Bi'd mg eines landwirtfchaft ichen Le^rinstituts to rxe von ihm hier zur Tat gewandelt. Auf Einladung des preußischen Königs siedelte er auf die Domäne Wottup über, von der er einen Teil in Erbpacht übernahm. Die Entlegenheit der Domäne hin­derte die Fortführung des Unterrichts, so daß schließlich Thaer eine geeignete Wirkungsstätte dem Rittergut Möglin am Rande des Oder­bruches aufsuchte. Thaer hatte ab ichllich dieses magere Gut gewählt, um zu zeigen, was sich bei rationeller Wirtschaft daraus machen ließe. Trotz mancher Schwierigkeiten gelang es ihm, mit Er­folg seine Arbeiten fortzuführen, er fand seinen Lohn darin, daß seinem 3nstitui das Prädikat Königliche Akademie des Landbaues' verliehen wurde. Die 1810 neu in Berlin errichtete Uni­versität berief ihn zum außerordentlichen Pro­fessor, er las dort von nun an im Winter­semester, während er im Sommer weiter in Möglin lehrte. Der Raum verbietet es, seiner sonstigen vielseitigen Tätigkeit näher zu gedenken, die sich keineswegs in dem geschilderten Umfange erschöpfte. Hat er doch auch auf ärztlichem Ge­biete wertvolle Deröfftn liHungen verfaßt. Thaers ungeheure Lebensarbeit findet ihre ErNärung in feinen hervorragenden Geistesgaben und seiner umfassenden Bildung Dein klarer und scharfer Verstand befähigte ihn, die im Leben hervortre­tenden Erscheinungen richtig zu erkennen, auch das Wesentliche und Dauernde vom Unwesent­lichen, Zufälligen und Vorübergehenden zu unter­scheiden. Bei seinem logisch geschulten Verstände,

Oer Betrugsprozeß in Gießen

Vierter Derhandlungstag.

* Gießen, 25. Oft. In der heutigen Dor- und Nachmittagssitzung des Erweiterten Schöffengerichts wurde in der Verhandlung über die einzelnen unter Anklage stehenden Betrugsfälle fortgefahren, von denen nachstehende von besonderem Interesse waren.

Auf seinen Geschäftsreisen kamen Sy und seine Mitarbeiter auch häufig in eine in Rebbern- heim gelegene Wirtschaft. Dort wurde manchmal recht ausgedehnt gezecht. In der Regel bezahlte dann $) die Zechschulben durch Hingabe von Schecks, die er auf einen die Zeche über- schreitenden Betrag ausfüllte, wobei er sich den Differenzbetrag von dem Wirt immer in bar auszahlen ließ. Dieser machte dabei aber recht schlechte Geschäfte, denn die ihm von H. ausgestellten Schecks wurden nach- her nicht e i n g e l ö st, so daß er hierdurch einen Schaden von mehreren hundert Mark hatte. Auch erbot sich H. dem Zeugen, der im Herbst 1925 ein Kino zu bauen beabsichtigte und zu diesem Zwecke ein Darlehen von 70 000 Mark haben wollte, ihm dieses Geld zu besorgen. Das Geschäft kam aber nicht zustande, ein Grund dafür konnte nicht angegeben werden. Als wegen dieser Geldbeschaffung der Angeklagte He. einmal bei dem Zeugen war, übergab er, da er damals einige hun­dert Mark zur Auszahlung von Handwerkern be­nötigte, He. zwei Wechsel über 300 und 400 Mark, die He. unmittelbar bei der Sparkasse Rodheim dis- kontieren lassen sollte. He., der diese Auflage be­freitet, übergab die beiden Wechsel H. mit dem weiteren Auftrag des Zeugen, daß er entweder so­fort Gelb, ober bie Wechsel zurückhaben wolle. Da ber Zeuge kein Geld erhielt, verlangte er den Wechsel von H. zurück, doch gelang ihm dies nur bezüglich des 400-Mark-Wechsels. Den anderen

I Wechsel hatte H. auftragswidrig weiter- gegeben, so daß dem Zeugen aus diesem Wechsel noch die Inanspruchnahme droht.

Ein Kaufmann aus Oberndorf benötigte zum Ankauf eines Hauses etwa 3000 Mk. H. verlangte Akzepte und hypothekarische Sicherheit. Der Schwiegervater des Zeugen verpfändete dar­aufhin in Höhe von 5000 Mk. seinen Grundbesitz und unterzeichnete in Unkenntnis der Tragweite wiederholt als Akzeptant Blankoakzepte. Die mei­sten dieser Atzepte gab der Angeklagte nach Aus­füllung weiter, die dann später mangels Zahlung unter Protest gingen, worauf mehrmals im Wege der Zwangsvollstreckung gegen den Zeugen vor­gegangen wurde. 3nsgesamt will der Zeuge 2800 Mark von H. erhalten haben. Trotzdem wird er nunmehr aus dem Hypothekenbrief von der Volks­bank Philippstein, bie ihn von H. erworben hatte, wegen eines Betrages von 6700 Mk. in Anspruch genommen.

Ein Oberweichenwärter, der eine Scheuer bauen wollte, wandte sich um Pfingsten 1925 an H., damit ihm dieser einen Geldbetrag von 700 bis 800 Mk. verschaffe. Rach Einreichuna der orts- gerichtlichen £are schlug H. dem Zeugen, der höchstens nur 1000 Mk. haben wollte, vor. er möge doch ein Darlehen von 2000 Mk. aufnehmen, da das Bauen immer mehr Geld koste. H. ver­sprach dem Zeugen, spätestens acht Tage ckvch Ausstellung des Hypothekenbriefes die Äuszah- lurtg von 500 Mk. Der Zeuge ging auf den Vor­schlag von H. ein und übergab ihm einen Hypo­thekenbrief über 2000 Mk. Dis jetzt hat der Zeuge aber nichts erhalten, vielmehr muß er für eine Hhpothekenschuld von 2000 Mk. auf kommen und mußte außerdem bereits 300 Mark Kosten zahlen.

Die Verhandlung wurde hierauf auf Frettag- vvrmittag vertagt.

der ihn dcyu trieb, aus allen Erscheinungen auch die lehtmöglichen Folgerungen zu ziehen und diese in ein System zu bringen, stand Thaer in Gefahr, ein einseitiger Theoretiker zu werden. Hiervor bewahrte ihn seine fortwährende prak­tische Tätigkeit, zuerst als Arzt, dann als Land­wirt. Er war ein durchaus ideal veranlagter Mann, der etwas Großes und Dauerndes voll­bringen wollte, wozu er sich berufen fühlte und in diesem Sinne auch nicht frei von Ehrgeiz war, der sich jedoch niemals auf äußere Ehren und Aufzeichnungen richtete.

Wenn «m heutigen Tage der Lebensarbeit Albrecht Daniel Thaers allenthalben in Dankbar­keit die gerechte Würdigung zuteil wird und besonders an der Stätte seine- ersten Wirkens als Lehrer und Förderer der Landwirtschaft in Celle, wo die Spuren seiner Tätigkeit noch un­mittelbar zu verfolgen sind, so tonnen wir in Gießen mit Freude feststellen, daß unsere Landes- universität durch ihr Landwirtschaftliches 3nftitut mit dem Ramen Thaer persönliche Beziehungen verknüpfen. Wurde doch ein Enkel deS Gefeierten, dessen 100. Geburtstages an dieser Stelle vor kurzem eingehend gedacht wurde, als erster auf den neugegründeten Lehrstuhl für Landwirtschaft an unserer Landesuniver ität berufen. Die in seinem Besitz befindliche sog. Möglinbibllothek deS Großvaters vermachte er dem Landwirtschaft­lichen 3nstitut, welches sich die es kostbaren Be­sitzes erfreut Gern blickt auch heute die junge Generation zu der unter uns weilenden ehr­würdigen Urenkelin, der Trägerin deS RamenS Thaer auf.

Von seinen Zeitgenossen wurde Albrecht Daniel Thaer bereits der Begründer der Landwirt­schaftslehre als einer selbständigen Wissenschaft, der Reformator des landwirtschaftlichen Gewer­bes und Vater der Landwirtschaft genannt. Wir schließen unser Gedenken mit den Worten von der Goltzs: Alle diese Ehrentitel werden ihm unverkürzt erhalten b'eiöen, sofern den nach­kommenden Geschlechtern das richtige Verständ­nis für die geschichtliche Entwicklung sowie für die Landwirtschaft als dem wichtigsten Gewerbe und für die der länd ichen Bevölkerung obliegen­den Aufgaben nicht verlorengehen.

Oberheffen.

Landkreis Gießen.

> Watzenborn-Steinberg, 25. Oft. Der seit einiger Zeit recht rege tätige hiesige TurnvereinGut Heil" hielt am Sonn­tag fein Ab turnen ab. Das Preisturnen am Vormittag hatte folgendes Ergebnis: Oberstufe (Zwölfkampf): Wilhelm Zipfe, Ehrensieger. Karl Wehrum 1. Preis, Theodor 3ung 2. Pr., Karl Pitz 3. Pr. Hnferftuffe (Zwölfkampf): Heinr. Schmandt 1. Pr., Karl Weiß 2. Pr., Otto Dem 3. Pr., Ludwig Hirz 4. Pr., Otto Weiß 5. Pr.» Rud. Lang 6. Pr., Ludw. Schmandt 7. Pr., Karl Kolmer 8. Pr., Ernst Hupfeld 9. Pr., Rud. Möckel 10. Pr., Ernst Haas 11. Pr. Volks­tümliche Riege (Dierkampf): Ludw. Buh 1. Pr., Ernst Sarnes 2. Pr., Karl 3ung 3. Pr., Otto Wehrum 4. Pr., Otto Sommer 5. Pr. Die ge­zeigten Hebungen legten Zeugnis von reger Ar­beit ab. Reben den Turnern ist der bis jetzt erzielte Erfolg dem Turnwart Wilh. Zipfe und dem 3ugrndturnwart Fr. ©roß mann zu dan­ken, die ihr Können zur Verfügung stellten. Schauturnen, einige Pyramiden, Gesangsvorträge des GesangvereinsGermania" unb Tanz füllten nachmittags und abends das Pro- gramm der Veranstaltung aus. Aus der An­sprache des 1. Vorsitzenden Otto 3 ung war zu entnehmen, daß das Ab turnen als eine Werbe­veranstaltung gedacht war. Eine Anzahl Reu­anmeldungen hat dem Verein am besten be­wiesen, daß seine Mühe nicht umsonst gewesen.

V Mainzlar, 25. Oft Sehr viel zu wünschen lassen die Driefkastenverhältnisse in unserem Orte. Der einzige Kasten befinde sich an der Agentur am letzten Hause der Bahnhofstraße, was für die Bewohner des oberen Dorftei'es bei ihrer Briefbeförderung immerhin ebnen Zeitver­lust von mindestens zwanzig Minuten bedeutet. Hier Abhilfe zu schaffen durch Anbringung eines zweiten Kastens in der Mitte des Dorfes, wäre eine dringende Rotwendigkeit. Auch die Bewohner des zwanzig Minuten ent­fernten Werles wären für ein derartiges Ent­gegenkommen der Postverwaltung dankbar.

d Allendorf a. b. Öumbo, 25. Oft Nach­dem sich in ben letzten Jahren, befonbers bei trocke­nen Sommern, öfters Wassermangel in unserer Stabt bemerkbar machte, beschloß ber Gemeinberat die Erweiterung ber Wasserleitung

durch Zuführung ber am sog. Rentmeistersteich vor- hanbenen Quellen. Die Vorarbeiten hierzu wurden im vergangenen Herbst ausgeführt. Nunmehr sind die eigentlichen Leitungsarbeiten zur Vergebung ausgeschrieben worden. Damit die Stadt bei einem Brande vor etwaigem Wassermangel völlig ge­schützt ist, soll auch der Hochbehälter im form menoen Frühjahr vergrößert werden.

S. äl t p he, 25. Ott. Der abgelaufene Sommer hat gezeigt, daß unsere Gemeinde auf die Dauer bei der Wasserversorgung durch das Gruppenwasserwerk nicht ohne Wasser­messer auskommt. Dem ganzen Dorf wird eine tägliche Wassermenge von 54 Kubikmeter durch das Wasserwerk zugeftanden. 3eder Mehrver­brauch muß mit 30 Pf. je Kubikmeter aus der Gemeindekasse bezahlt Werdern Dies führte dazu, daß in den heißen Sommermonaten die Ge- meindekasse bis zu 90 Mk. monatlich für den Mehrverbrauch zu entrichten hatte. So stellte sich im 3all die gesamte abzuführende Summe für Wasser auf 150 Mk., während das der Gemeinde zustehende Rormalquantum von 54 Kubikmeter sich nur auf etliche 60 Mk. belief, da hierbei sich das Kubikmeter auf nur 4 Ps. stellt. Selbst die angedrohte zeitweise Abstellung der Leitung konnte den Lieberverbrauch nur in geringem Maße eindämmen. ES wurde deshalb eine Bürgerversammlung im Rathaus einberufen, um über die Beschaffung von Wassermessern abzu­stimmen, damit die Kosten gerecht auf die Haus­haltungen verteilt würden. Es wurde daraus hin- gewiesen, daß diese Steuerung sich kaum teurer stellen würde, als der seitherige Zustand, da ja die erwähnten Mehrbeträge auch wieder auf die einzelnen Verbraucher umgelegt werden müssen. Trotzdem wurde der Vorschlag abge­lehnt. Auf die Dauer wird man jedoch nicht um diese Regelung herumkommen. Das hiesige Hosgut hat übrigens bereits für seinen Verbrauch einen Messer.

# Q a n g b, 25. Oft. Das Dezirkskrieger- fest des Hasslabezirks Hungen wurde dem hiesigen Kriegcrverein übertragen. Es findet am 7. und 8. 3uli 1929 statt. Mit den Vorberei­tungen wird in Kürze begonnen.

Kreis Büdingen.

!! Büdingen, 25. Oft. Die Vieh p- miie rung auf dem diesjährigen Gallus- markt hatte folgendes Ergebnis: 1. Pferd e: Pferdehändler Oppenheimer, Ortenberg: drei 1., sechs 2. und ein 3. Preis: Pferdehändler Mayer, Himbach: vier 1., zwei 2. und zwei 3. Preise: Pferdehändler Heß. Hüttengesäß: ein 2. und 3. Preis, sowie zwei Anerkennungen: Pferde­händler Grünebaum, Schlüchtern: 3. Preis. 2. Rindvieh: a) Dullen: 2. Preis: August Mäher, Selters: 3ohs. Hch. Kleer, Dindsachsen. 3. Preis: Konrad Kempf, Dindsachsen: Phil. Öchler, Dindsachsen. Anerkennung: Hch. 3mhof, Dindsachsen. b) Rinder: 1. Preis: Aug. Mäher, Selters: Georg Lipp, Lindheim. 2. Preis: Peter Zinn, Wolf. 3. Preis: Bürgermeister Kleer, Dindsachsen: Hch. Weisinger, Büdingen, Wilh. Kaufmann, Büdingen. Qlncrtennung; Hch. Gut­mann, Büdingen, c) Kühe (Landwirte): 1.Preis: Karl Herzinger, Büdingen. 2. Preis: Otto Komp, Büches. 3. Preis: Fr. Karl Reuter, Heegheim: Georg Fetzberger, Büdingen. d) Familien (Muttertier unb 2 3ungtiere): 2. Preis: Hch. Meisingrr, Büdingen, e) Händlerkühe: 1., 2. und 3. Preis: Salomon Stern, Büdingen. 2. Preis: 3afo6 Rosenthal, Büdingen: Mayer Katz, Hcrin- chen. Anerkennung: Simon Grünebaum. Rohr­bach. f) Rinder: 1. Preis: Mayer Katz, Hain- cyen. 2. Preis: Ludwig Stern, Rohrbach: Max Stern, Mtdingen. 3. Preis: Ludwig Stern, Rohrbach. Durch das schlechte Wetter waren beider mehrere Besitzer verhindert, ihre wert­vollen Tiere der Prämiierungskommission Dor- lufüljren. Sehr erfreulich ist die Tatsache, dah durch solche Auszeichnungen das 3nteresse der Landwirte an ihrem Vieh stände erheblich ge­fördert und dah somit Aufzucht und Pflege hochwertiger und artfester Raffen ermöglicht toirb.

nb. Bad Salzhausen, 25. Oktober. Heute fanb auf ber Bürgermeisterei bie Ueberweisung der burch bie F el bb ereinigung gebildeten neuen Grunbstücke an die Besitzer statt. Da die ganze Gemarkung nur 55,36 Hektar beträgt, konnten nur 1,97 Hektar Massengelände geschaffen werben, das je zur Hälfte in die Nähe ber Gemar- funasgreruen Geiß-Nidda und Kohden gelegt worden ist. Die hiesige Gemeinde hat außer eini­gen Wegen gar keinen Grundbesitz, dagegen der Hessische Staat 12,22 Hektar. Letzterer ist nur in­sofern an der Feldbereinigung beteiligt, als er zur Ausgleichung Gelände zum Bonitierungswert zu­geteilt erhielt, aber nicht zu den Kosten heran-

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gezogen werden kann. Dies wird von den übrigen Beteiligten als ein großes Unrecht empfunden, zu­mal ber Ertrag aus ber Bersteigerung ber Mafien- grundstücke lange nicht zur Deckung ber Kosten genügen wirb. Für Reklamationen ist Termin auf den 30. b. M. festgesetzt.

# Echzell, 25. Oft. Für das Amt eine» Fleischbefchauers für die hiesige Gemeinde, das durch den Tod des seitherigen Änhabers Karl Pipp fveigeworden ist, haben sich 2 3 D e w er.- ber gemeldet. 3n der letzten SiZung deS Ge­meinderats wurden nach mehrmaligen geheimen Abstimmungen Theodor Pflüger und Otto Küfer gewählt. Die beiden Anwärter haben auf eigene Kosten ihre Ausbildung zu übernehmen und werden sich gegenseitig hn Amt ablösen.

^Ober-Wibbersheim, 25. Oft. Während ,m Vorjahre auf dem hiesigen Güterbahnhof etwa 10 0Bahnwagen Ob st zur Verladung kamen, wurden Heuer nur 3 Waggon Zwetschen verfrachtet. In letzter Zeit hat dafür der Stier anb von Dickwurz eingesetzt. Währenb zu Beginn ber Ernte für ben Zentner 140 Mark bezahlt wur­den, ist ber Preis jetzt bauernb rückgängig, da die Ernte besser ausgefallen ist, als man bei ber großen Trockenheit annehmen konnte. Gegenwärtig kostet ber Zentner noch 0,90 Mark. Die Verladung erfolgt in der Hauptsache ins Industriegebiet, wo die Kleintterzüchtervereine Abnehmer sind. Da sich die Futterverhältnisse gebessert haben, sind auch die Preise für Heu im Rückgang begriffen. In der Zeit der größten Futterknappheit wurde der Zent­ner bis 5,50 Mark bezahlt. Bei vermehrtem Ange­bot wird jetzt noch 4 bis 4,50 Mark geboten.

Kreis Schotten.-

tog. Gebe rn, 28. Oft. Der hieftge Zweigvevein! und die Freiwillige Sanitätskolonne vom Roten Kreuz veranstalteten dieser Tage einen Unter- haltungsabend, der zugleich belehrenden Charakter trug. Hofprediger Widmann er­öffnete als Vorsitzender der hiesigen Rot'Kreuz- Organisationen mit einer Ansprache, in welcher auf den 100. Geburtstag Henri Dunants, des Be­gründers der Genfer Konvention, und auf dte edlen Bestrebungen des Roten Kreuzes, insbe­sondere der Sanitälskolonnen, hingewiesen wurde. Hierauf folgte die fesselnde und anschauliche Vor­führung des vorn Hessischen Roten Kreuz heraus- gebrachten FilmsErste Hllfe bei älngklücksfällen", um die sich älhrmachermeister Lauer in dankens­werter Weise verdient gemacht hat. Während der Pausen trug der Männergesangverein .Lie­derkranz" unter der bewährten Leitung von Lehrer Riedel einige trefflich gesungene Ehöre vor. Auch gelang es, gelegentlich dieses Abends etwa 100 Losbriefe der 8. Hessischen Rot-Kreuz- Lotterie unterzubringen. Auf dem hiesigen Friedhof wurden im Laufe des letzten Som­mers umfangreiche Arbeiten vvrgenom- men. Auf dem nach Süden zu gelegenen Teil, der seit vielen 3ahrzehnten zu Bestattungen nicht mehr benutzt worden war, wurden neue Gräber­felder eingeteilt, die man so anlegte, daß alle Gräber, entgegen der bisherigen Anlage, nun nach Osten orientiert wurden. Die Reuanlage macht einen sehr guten Eindruck und dürfte dazu beitragen, das Friedhofsbild, dem leider bisher erhebliche Mängel anhafteten, wesentlich zu ver­schönen und stimmungsvoller zu gestalten. Bei der ersten, auf diesem neu in Gebrauch genom­menen Teil des Friedhofs vorgenommenen Be­erdigung sprach der Ortsgeistliche entsprechende Weihe Worte.

V Gedern, 25. Oft. DerGedernerGroße See muhte wegen Reparaturarbeiten am Damm Im letzten Frühjahr abgelas'en werden. 3nfolge der Trockenheit des Sommers und Dorherbstes war es nicht möglich, auch nur etwas Wasser zu stauen. Das Dadeleben muhte daher an den etwas weiteren Spiehweiher verlegt werden. Da­mit nun den Einheimischen und Fremden im nächsten 3ahre das Baden im Großen See etwas angenehmer gestaltet wird, hat der hiesige Zweigverein vom D.H.C. sein dort ge­legenes Badehaus, das durch die Witterung ziemlich gelitten hatte, gründlichrepariert.

Kreis Alsfeld.

-er. Homberg a. d. Ohm, 25. Oft. Der dies­jährige Kalte Markt zeigte in grohen Zügen das Bild feiner Vorgänger. Zum Schweine­markt waren 376 Stück Ferkel aufgetrieben. Für fünf bis sieben Wochen alte Ferkel zahlte man pro Kopf 15 bis 20 Mk., für acht bis zehn Wochen alte 21 bis 25 Mk., ältere Tiere (Läufer) kosteten über 30 Mk. Es waren viele Käufer erschienen, und daher war der Markt in Kürze geräumt. Der Krämermarkt fand gleichfalls starken Zuspruch aus Homberg und der Um­gegend.

*!* Ruppertenrod, 25.Oft Heute fanb hier der diesjährige Herbstmarkt statt. Leiber ent- sprach durch das starke Regenwetter der Markt nicht den gestellten Erwartungen. Der Auftrieb zum Schweinemarkt war knapp. Es wurden 138 Ferkel zum Verkauf angeboten. Die Nachfrage war gering, die Preise bewegten sich infolgebesien nur in niebrigen Grenzen. Es würben Ferkel mit 12 Mark bas Stück abgesetzt, der Durchschnitt er­reichte 18 Mark, die besten gingen mit 24 Mark ab. Der Krämermarkt litt noch mehr unter dem schlechten Wetter.

X M a u l b a ch, 25. Oft. Am vorigen Sonntag feierten wir in unserem Kirchspiel Waulbach, Appenrod und Dannenrod das Erntedank- f e st. Die Feiern waren von zahlreichen Ge­meindemitgliedern besucht und nahmen einen schönen Verlauf. Die Kinder hatten in jeder Ge­meinde das Gotteshaus mit Blumen und den ver­schiedensten Früchten von Garten und Feld schön ausgeschmücki. Rach dem von den Kindern unserer Schulen wirkungsvo 1 borge tra ;enen Liede:Wir pflügen und wir streuen den Samen auf bad Land", das auf die Schri tlesuna folgte, tour'« von den größeren Schülern und Schülerinnen ein Erntedankfestspiel au gesagt, dabei der Altar mit Erntegaben geschmückt. Die Feiern hin erließen einen tiefen Eindruck. 3n Erbenhausen toirb da- Erntedankfest am Sonntag, 28. Oktober, ge eiert.

Rheinhessen.

Mainz, 25. Oft. Der Hessische Lan­desverband für Handel, Handwerk und Gewerbe hielt dieser Tage hier eine Vorstandssitzung unter der Leitung des Vorsitzenden Lapp, Finthen, ab. Man beschäf­tigte sich ausschließlich mit Fragen der inne­ren Organisation, über die Dr. Die - roth, Wittelheim, unb Heinz Qui Hing, Offenbach, Vorträge hielten. Rach einer ergie­bigen Aussprache wurden Beschlüsse hinsichtlich des weiteren Vorgebens gefaßt. 3n ber näch­sten Zeit soll mit einer regen Werbearbeit be­gonnen werden.