Ausgabe 
26.7.1928
 
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zwe' Stunden besuchten fr 'N Zwölfersl-lßrn )u geben. um dann bis na - S Ähr selbst ?cn Neunstündigen Jeftvjfl au können En

mucbtifl2? schwayrotgold umrahmtes Schttd Konkordia Rosenberg eröffnete d:c Tereinsgruvpen der Oberhesien. 66 folgten <zah- ncn und Schilder von Schotten. Lauter» hoch, Friedberg - der .L i e d e r l r a n z' nit feinem fast historisch gewordenen Sonnen­schirm - Frohsinn" Bad-Rouheim in offenem Auto, das in prachtvoller Ausführung in Blumen die Heilguellen da stellte, der Bauerschc Gesangverein Gießen und eine stattliche Anzahl anderer oberhel iichrc Der- eine, die einzeln nicht gufgezählt werden können. Besan?>en sich doch in einer Zwölferreihe allein vier Fahnen obcrheslischer Vereine. Hatten die Mainz-Wiesbadener Lehrer als Dauerlied im Zuge die ..Wacht am Rhein" gewählt, so erscholl

von den Llerhcs'cn ii stet« steigernder Verreiste- 7ung 2er tcutf*e Längerspruch" oderO. d u

! wunderschöner deutscher Rhei n . Man -at'c in der Zuschauern enge d e gewaltige Kund­gebung des Freitags nicht vergessen. Unendliche Freude durchwallet das Herz", wenn Hesien- -childer an der Million Zuschauer voruberzogen. Cb wir diese Zubelrule eigentlich verdient hotlen? Gewiss' Wir waren das jüngste Kind des Deut­schen Sängerbundes Lange genug hoben w:r ge- -ehtt. Bei diesem Aufmarsch des gesamten Deutsch- tums waren wir endlich. Roch viele unserer hessischen Brudcrvrreine fehlten. Werbt für sie. eint sie in unserem Bund, auf doh auch wir in Frankfurt 1932 mit gleicher Stärke wie die Sach- fen in Wien 30 000 aufmarschieren unter dem Spruch

Grüß Gotl mit Hellem Klang.

l-eil deutschem Wort und Sang!"

Erhöhung dersteuersreienGrenzefürVersichemngOeitrage.

Don Gg. Lind, Rechtsanwalt in Grünbcrg.

Schon das Einkommensteuergesetz (ESTG.) vom 15. August 1926 hat drn Abschlust von Lebensverstcherungs - Verträgen steuerlich in mehrfacher Hinsicht be­günstigt. Und diese günstige Behandlung ist sicherlich nicht ohne Einilust darauf gewesen, das) trotz der Geldknappheit der letzten Oohre der Abschluß von Verfichccuirosverträgen bei den großen Versicherungsgesellschaften zugenommen hat. Vs ist schon früher darauf hingewiesen worden, dast weitere Vergünstigungen anzustreben seien und auch Aussicht auf Erfolg hätten, weil der noch dem EStG. vo,n 15. August 1925 ab* ziehbare Iahresbetrag nicht genüge, um den Ab- schlust einer wirklich ausreichenden Lebens­versicherung für die miltelständische Bevölkerung, deren Vermögen größtenteils zerstört worden seien, zu gewährleisten. Dast der Gesetzgeber dieser volkswirtschaftlich io bedeutsamen und für den Wiederaufbau unentbehrlichen Bevölterungs- schicht bei ihren Sicherungsmastnahmen für Tod und Alter steuerlich entgegenkommen mußte, war selbstverständlich.

Für das Iahr 1923 hat die am 22. Dezember 1927 erfolgte Aenderung des GStG. «RGBl. I Rr. 53 6.485) weitere recht beachtliche V e r g ii n st t g u n g e n gebracht. Belanntlich fallen die LebenSversichenmgsprämien steuerlich unter die sogenannten ..Sonderleistungen", die bis zu einer gewissen Grenze des tatsächlichen Aufwands abgezogen werden dürfen. Sie sind also insoweit steuerfrei. Der § 17 Abs. 1 3iff. 3 erklärt ausdrücklich, als ..abzrrgsfähige Sondevleistungen": Lebenversicherungsprämien, die sur Versicherungen des Sleusrpslichtigen oder eine« 'einer steuerlich nicht selbständig veran­lagten Hausangehörrgen auf den Todes- oder Erlebensfall gezahlt werden. Das Gesetz versteht unter ..Lebensversicherungen" alle gebräuchlichen Formen dieser Versicherungen: Reben der ein* lachen Versicherung auf den Todes­fall (d. h. Zahlung eines bestimmten Kapitals nach Eintritt des Todes) geniesten die gleichen steuerlichen Vorteile und Begünstigungen auch olle die mannigfachen Abarten der Versdcherungen auf den ÜebevlebenS- unb Er­lebensfall, sowie die fog. htryn Versicherungen und die übrigen VerucherungSkom bl Nationen: Abgekürzte Versicherung (Zahlung des VersicherungSkapitalS noch Eintritt des Todes ^oder auch bei Erreichung eines gewissen Lebens- Walters, Versicherung auf den Gr- ^lebenSsall (Zahlung des Kapitols bei Er­reichung eines bestimmten Alters) Aus­steuerversicherungen zum Z w e ck e der Dtudrumserleichterungen u. ä

Richt nur, wenn es sich um eigene Lcbens- versicherungsprämien des Steuerpslichtigen selbst lsandett. sind sie vom Gesetz als abziehbare Sonderleistungen anerkannt wordcn, die Abzugs- fähigkeit dehnt sich vielmehr aus aus die Frau und die minderjährigen Kinder, soweit sie steuer­lich nicht selbständig zu veranlagen sind. Die Ab­züge dürfen aber nicht in der vollen Höhe des wirklichen Auswairdes in Abzug gebracht werden, sondern nur in der gesetzlich festgelegten Grenze. Hier hat daS neue Gesetz eine Er­höhung der steuerfrei abziehbaren Beträge, für VersicherungSprämien gebracht,

Möwe im Sturm.

Vornan von Sophie Mosch.

24. Fortsetzung. Nachdruck verboten.

Er legte feine Hand auf die ihrs, und sie duldete es.

Und roiffen Sic, was ich mir in stillen Stunden träume? Ein Haus oben in der Heimat, da wo das Llbufer sich hoch erhebt und man weithin über den stolzen Strom bis in die blaue Ferne noch allen Seiten sehen kann. Da fahren unten wieder die Schisse in die fernen Länder, denen meine .Knaben« fehnfucht galt, und am Deich branden die gelben Elb- wogen, und wenn der Nordweft sich gegen den Giebel wirst, da fchmeckt man Seeluft. Und die Möwen wiegen sich auf leuchtenden Schwingen um mein Haus, und die Sonne küstt es, und der oturm nimmt es in die Arme, und oben im Giebel hab' ich eine Malerwerkstatt, da schaut mir der Himmel som merblau oder wolkengrau in die Arbeit hinein. Und unten irgendwo ist ein Zimmer, wo eine süße Frau am Fenster sitzt und auf den Äcffel horcht, der über der Flamme singt

Wissen Sie es auch, Kessel fingen nur im eigenen Haus. Unter Fremden, da gurgeln und spucken sie nur. Meine Mutier hatte immer ein kleines singendes Mefsingkesselchen in ihrem Zimmer '

Gin kleines SchweigenMeine Mutter war eine von den stolzen, reinen Frauen, denen der Schmutz der Welt nicht einmal den Saum ihres Kleide--, zu berühren vermochte."

-Da stöhnte Maria gequält auf:Nicht einmal den Saum ich hab' mitten hindurch müssen."

(Ban.! hielt er die schmale Hand, die sich von feinem Arm lösen wollte.Und wenn du durch allen Schlamm hättest hindurch müssen, dein Meid wäre so rein geblieben wie deine Seele."

So hoch stehe ich dir?"

Weißt du das nicht ? Maria wenn einmal das kleine Hau» da oben über den Deich h,nau> in die weite Wett hinein sieht, wird da das Reffeidicn fingen? Wird da di» blonde Fron am Fenst. s h^cn

Ja, sie wird es."

Du, meine schone, weihe Möwe."

Weistt du, dast sie auch bi» zu uns tarnen, deine Möwen? 3m Herbst, trenn die Nordu >rmc wehten, hatten wir die meisten am Grbmann«borfer See

die am besten durch die nachstehende Aufstellung erläutert wird.

A R C D

Steuerfreie Grenze für:

1. Unverheiratete

2. Mann u. Frau (o stind.)

3. Familie mit I Kind

4. Familie mit 2 Kindern

5. Familie mit 3 Kindern

6. Familie mit 4 Kindern

seither seht Erhöh, des AM. AM. seith.Satzcs v. H.

480 bOO 25,0

580 8.50 46,5

680 1100 61,8

780 1350 73,1

880 1600 81,8

980 1850 88,8

ufro. 250 RM. für jedes weitere Kind.

Der Steuerpflichtige darf nach dem neuen Recht iut sich selbst 600 Mk. (seither 4S0 Mk), für seine Frau 250 Mk. (100 Mk.) und für jedes Kind 250 Mk. <100 Mk - als steuerfreie Sonder- leistung für Lebcnsverficherungsprämien in Ab­zug bringen. Die in der Spalte L aufgosührten Beträge lönnen je nach dem Familienstände in Abzug gebracht werden und nur die diesen De- traasttil übersteigende Versicherungsprämie must versteuert werden. Gemessen nach dem Spitzen- sah für das steuerpflichtige Einkommen verrin­gert sich durch diese steuerliche Vergünstigung der vom Eintommen abziehbare Versicherungsbetrag um 10 bis 40 Prozent. Immerhin eine recht beachtenswerte Verbilligung der Ver­sicherung! Werden doch auf diese Wcise 1500 bis 5000 Mk. oder mehr der Lcbensversicherungs- fummc je nach dem Familienstände kostenfrei versichert. Diese Begünstigung ist immerhin so beachtlich, dast sie verdient, im Publikum be­kannter zu werden, als dies der Fall ist. Es sei aber daraus hingewiesen' Die neuen erhöhten Abzüge kommen für die Veranlagung für das Kalenderjahr 1927 noch nicht in Frage, sondern erst bei der Veranlagung für das laufende Ka­lenderjahr 1928. Sie können also erst bei der im Frühjahr 1929 stattfindenden 'Veranlagung für das Kalenderjahr 1928 erstmalig in Ansatz gebracht werden.

Erwähnt sei noch, dast Vergünstigungen des EStG, sich nicht nur auf Lelxmsversicherungs- Prämien beschränken, sondern auch die Ka p i - talempsänge umfassen, die der Steuerpflich- tige auf Grund von Unfall-. Lebens- oder sonsti­gen Kapitalversicherungen nach Eintritt des Ver­sicherung sf al les ausgezahlt erhält. Sie geniesten den steuerlich bemerkenswerte,- Vorteil, dast auch sie als steuerfreies Einkommen anzu- sehen sind und nach § 6 Abs. 3 EStG der Besteuerung nicht unterliegen.

Die Gesetzgebung ist zur Schaffung dieser Ver­günstigungen in erster Linie wohl aus sozialwirt- schastlichen Erwägungen gekommen: Die Steuer- pf sichtigen, die sich auf den Lebens- oder Todes­fall versichern, gehören oft nicht den begüterten Kreisen an. Sie versuchen bei mäßigem Ein­kommen und trotz der Dezimierung ihres Ver­mögens durch Kriegs- und Rächt riegszeit auf dem Wege einer Versicherung entweder sich selbst für den Fall des Alters, oder im Falle ihres Todes der Frau und den Kindern als besorgte Hausvater nach Möglichkeit eine Rücklag? für die Zukunst und die Zeiten zu vcrschafsen. in denen sie infolge Alters ufw nicht in vollem Umfange ihrem Erwerb nachgehen können.

Und bisweilen kam eine einzelne riefengroße, die in der Sonne leuchtete wie Schnee, Sturmmöwe, jagte meine Mutter, ich weist nicht, ob sie so hieß."

Denkst du immer noch an die verlorene Kinder- Heimat?"

Kann man die vergessen? Ich werde sie nie wie versehen. Was soll ich da, wo jetzt ein Fremder Herr ist?"

Wie kam das?"

Es muhte wohl fo kommen. 'Als die Mutter starb, da hiest es, sie hätte die Herrschaft nur zur Nutz niestung besessen, solange sie lebte. Hätte mein 18ru der gelebt, wäre er Herr geworden, aber er schläft hinten in den Karpathen. Meine IQutter war die zweite Frau meines Vaters. Elenas Mutter war eine Rumänin Ja, und da kam ein entfernter Detter und hatte Recht auf den Besitz

Meine Tante, mit der ich in Wien lebte, die sagte immer, das stimme nicht, es fei unverlierbares Eigen tum meiner Mutter geroefen, mein Vater hätte es für sie erworben aber es hätte einen langen Pro- zest gekostet, und es war alles fo verworren, denn der Vetter sagte, mit dem Geld der Familie sei Erd mannsdors erworben, und da wären für Leben und Tod ganz feste Abmachungen gewesen. Er muhte es wohl nachweisen tonnen, das Gericht in Graz gab ihm recht, und ich war ein armes Mädel.'

Ich tann ihm deshalb nicht zürnen, wärest du sonst einmal zu mir gekommen9

Sie gingen heim in Marias Zimmer

Die Fenster waren dunkel, trotzdem die Uhr sechs geschlagen hatte

Elena wird wieder schlafen. 0 wie die schlafen kann!"

Ader drinnen fein Mensch. Auigerissene Schränke t.nd Schubladen. hervorgezerrte Reifehüllen

Um Gottes willen, was beistt dies?"

Maria rih an der Glocke, der Trampel stürzte in das Zimmer. Er muhte schon in Aufregung ge­wartet haben.

Wo ist die Baronin?"

Und da kam es zutage. Mik dein seinen Herrn Sergei hat sie gekrischen, die Frau Baronin, und gestritten haben sie (ich, und dann haben sie sich gepackt, der Trampel hat ein Auto holen müssen

trau Meistner dir Wirtin ist halt nicht zu Hause gewesen- und ausgeladen und weg

Co ErgtüfcnSlz-ert bie unter C 6er Aufstel­lung angeführte Erhöhung der Beträge an sich auch ist. fo must doch darauf hingewwfen wer­den. dast sie kaum genügt, um den Abschluß einer wirklich ausreichenden Lrb^nsverstchc- rung für die brauen Kreise des Mittelstandigen Volte», das nicht durch staatliche Dcrsi^erungs- mastnahmen in Notfällen ge chützt ist. zu ge­währleisten. Hier must wie schon früher gc- 'chehen eine weitere Erhöhung anaestrebt

werden Bei 6mlommen bis zu 15 000 Mk. und Vermögen unter 50 000 Ml. must angeftrebt wer­den. dast.dw Prämien als abzugsfäh-ze Sonder- leiftimgtn vollständig nicht nur in der nach dem Gesetz zu niedrig bemessenen Begrenzung - st e u c r s r e i bleiben. Die Dersichcrungs- geselsichaften werden bei der damit gegebenen Zunahme von Versicherungsabschtüsicn den ver­mehrten Verpflichtungen nachzuko,nmen. erst recht imstande sein. Ein steuerlicher Ausfall ver­schwindet ober vollständig gegenüber dem Segen, den die Abfchlustmöglichkeit wirklich ausreichender Versicherungsver­träge der gesamten produktiven Bevölkerung bringt. Die Bevölkerung über die jetzigen steuer­lichen Vorteile, die die Versicherungsprämien geniesten, aukzuliären. fall dazu dienen, dast immer weitere Kreise hieraus die Konsequenz ziehen, die steuerlichen Vorzüge voll auszu- nutzen und für deren Erweiterung auf gesetzliche r Grundlage einzutrrten.

Oberheffen.

Slawen über dasSchwelweriTraiS-vorloff.

Zu txm in Ar. 172 unseres Blattes vom 24. d. M. veröffentlichten Berichten über das Schwel­wert Trais-Horloff wird uns von der Direksion der Gewerkschaft Friedrich in Hungen folgendes geschrieben:

Auch uns find verschiedentlich Beschwer een euß der ülmgegend von Trats-Horloff befanntgetoor- den über schmutziges und stinkendes Waller. das die Schwelerei der Gewerkschaft Friedrich in die Horloff einleiten solle, sowie über unangenehme Gerüche des Schwelwerks.

Wir bestreiten nicht, dast in der ersten Zeit der Inbetriebsetzung des Wertes the Luft verschie­dentlich etwas verpestet worden ift. Znzwische' hot sich dieser Zustand wesentlich gebelfert uni) die meisten Beschwerden und 'Behauptungen in dieser Richtung sind stark übertrieben.

Ein Industriewerk riecht eben anders als Land­wirtschaft. und warum gleich die Atmungsorgane angegriffen werden müssen und der Pflanzen- wuchs leiden soll, ist nicht einzufehau. 3n gröberen Städten denkt niemand daran, die intenfiven Aus­dunstungen von Gasanstalten ober Industrie- werten als gesrndheitsstörend anzufprechen. wenn sie auch nicht gerade angenehm sind.

Mit dem Verschmutzen der Horloff verhält es sich ebenso. Die Horloff bringt an und für sich viel Schmutz mit sich unb cs fei ausdrücklich fcjtgc- stellt, dast wir durch chemische Stoffe verun­reinigtes Wasser nicht in die Horloff leiten. Das Wasser enthält lediglich etwas Kvksstaub. der sich nach kurzer Zeit wieder absetzt, so dast das Wasser in Echzell wieder genau so sauber ist wie oberhalb von Trais-Horloff, wovon man sich jederzeit überzeugen kann. An dem Aieder- schlagen des KokSstaubes vor Einleitung des Wassers in die Horloff wird zur Zeit gearbeitet und es ist anzunehmen, dast auch htefe llnan» nehm.ichkeit bald beseitigt wird.

Landkreis Gietzcn.

. Klein-Linden, 25. 3uii. Einen kleinen Kinderluftballvn aus Belgien fand dieser Tage ein hiesiger Ginwohner in seinem Garten vor. Auf der angebundenen Karte stand die Adresse' 3. Dasnoif aus Louvain in Belgique 12 rue Riefa.

00 Klein Lindcn , 25 . Juli. Die vor längerer Zeit an ihrer Südselle zusammen- gcbrochene S t e i n st r a st c wird gegenwärtig durch die Gemeinde wieder aufgebaut. 3m Inter­esse der allgemeinen Verkehrssicherheit ist diese Arbeit zu begrüben.

V Mainzlar. 25.3uli. Dieser Tage wurde bei uns mit der Kornernte begonnen, jedoch handelt es sich vorerst um heistere 'Bodenlagen. welche die Aeife in den letzten Tagen sehr ge­fördert haben. 3n den übrigen Lagen wird sich die Ernte aohl noch bis zum Ende dieser Woche hinaus,dneben lassen. Auch die Wintergerste

Weinen konnte Maria nicht. Wie ein Kculen- fchlag auf den Äopf war das. Ganz verstört fast sic auf einem Sttchl, hatte noch nicht einmal Hut und Mantel abgelegt, murmelte ei was vor sich hin und wußte felbft nicht, daß es der Rarnc der Schwester war. den sie unaufhörlich wiederholte. Heinz schickte das Mädchen hinaus, trat leise zu ihr, löste den Hut von den dicken Zöpfen, nahm ihr den Mantel von den Schultern, sie spürte es kaum, zog mect)anisch die Anne heraus und nun strich er leise immer einmal über den gesenkt ten Stopf, bis sie ihn langsam hob. ,

So lieb hab' ich sie' D so über alles lieb hab ich sie! lind das tut sie mir an." Ein Schluchzen, das sie schüttelte vom Kopf bis zu den ^süßen: Mit dem Mann geht sie wieder! Denn du wuß­test Er wird sie unter die Fuße treten. Er wird sie ganz hinunterstoßen in das Elend. Er liebt keinen Wkenfchen als sich selbst. Wae kümmert es ihn. ob fit daran zugrunde geht. 0 meine Schwe­ster, meine geliebte Schwester!"

Nach einer Weile duldete sie es, datz er sie neben sich auf das Sofa zog. ihren Stopf an seine Schutt ter bettete und gute, tröstende Worte ipract). Dann fingen bic Tränen an zu tropfen, und sie meinte sich müde roic ein mißhandeltes Simö.

Ich werde morgen nicht fahren," fügte Heinz, als er endlich gehen mußte.Zch kann dich jetzt nicht allein lasten."

Maria hatte sich schon wieder in der (Bemalt. Du fährst natürlich. Nun gerade. Soll deine Zu­kunft verdorben werden memenvegcn? Zm Gegen- teil, nun mußt du für uns beide i ar gen. Ach, wenn erst das kleine Haus da am Deich steht wenn mir erst einen Fleck haben, wo der Sturm draußen bleiben muß" Und er fuhr.

Als Heinz Godesheim gegangen mar. faß Maria noch eine Weile versonnen da. dann raffte sie sich auf und sah sich im Zimmer um. ob wohl (Hcrw ihr eine Nachricht juriidgclaffcn habe. In dem Käftchen. in dem sie ihr Geld aufhoben, fand Mana einen Zettel der Schwester. ..Sei nicht döse. (Beliebte*:. Ich gehe. Damit wir alle wieder belfere Tage sehen Es geht um (Erbmannsborf. Und von den sechshundert Mark nehme ich mir nur zwei hundert mit, die anderen hundert gib bitte der Frau Doktor."

wird noch bis zur roTständigon Aeife dmge Tage Sonne brauchen. ;3m allgemeinen ist der Stand des Getreide» gut. Lager'ruch« sieht man ver­einzelt. nur ift ftellenweifc der Geweidekäfer wieder a.etzr oder weniger start auf getreten. Die Hackfrüchte ftehen ebenfalls gut. ihnen käme jetzt ein audgiebiger Regen ehr zustatten. Für zwei Kirschenbäume, weiche der Gemeinde gehörig, versteiaert wurden, betrug der Erlös 79 Mark, fo dast sich das Pfund am Baum auf ungefähr 27 Pfennig stellte.

Aus dem Bufecker Tal, 25. 3uli. Die Getreideernte hat in unterem Tal be­gonnen. Die heißen Tage haben die Frucht un­gewöhnlich schnell reifen lasten. Bei der Gerste vollzog sich die Aeife in wenigen lagen. Da­gegen braucht der Koggen bta zur völligem -Reife noch dis Ende der Woche. Der Saattn- stand must in diesem Jahr ats lehr flUt be­zeichnet werden Die Auswinterung desAogge:l». hi? im Frühjahr zu Bedenken Anlast gab. bat sich gu' ausaewachfen und läßt keinen Äomer- auefall befürchten Bei Ha ser und Roggen hak her BIafenfust gerngen Schuhen angr- i lebtet, jedoch kommt dieser Schaden kaum zur Geltung. An Stroh wird htefei Jahr ettvaS weniger geerntet werden, dagegen wird der Körnerertrag das Vorjahr bei tocitem über­treffen. Wenn die Frucht gut eingebrach, werden kann, wird die diesjährige Ernte als (ehr gut bezeichnet werden können

* Reiskirchen. 25. Juli. Unter Mitbürger Ludwig Damm tonnte heute in körperlicher und geistiger Frische seinen 9 0. Geburtstag feiern. Zugleich waren es 30 Jahre, daß er dem KachenVorstand unterer (Sememhe ungestört. Die Mitglieder des Ktrchenvorftands überbrachten ihre Wunsäste imh ülerreldjlen em Glückwunsch­schreiben uni) Geden.kolatt des Landeskirchenamts.

e!* Grünberg. 25. Juli. Aus Veranlassung der Direktion des hlefigen Landwirtsthaftsaintes fand am Rkontag in den Raumen des Amtes ein Kursus für Pflanzenschutzfamm- ler statt. She Sammler werden mit den toidv rieften Erkrankungen der Äulturfrütbie vertraut gemacht und gleichzeittg auch mit den zu ergrei­fenden Bekämpf ungSmaßnahine>- Dretlor

Trautmann hielt einen Vor trag über: Die Be­kämpfung der Unkräuter auf Acker unb Wiele", Assessor Dr. Selzer einen Tortrag über: Die wichtigsten Kartoffeltrankheiten und ihre Be- lampfung". und Asiesior Dr. Bocher einen Vor­trag mit Lichtbildern über: ..Besonders wichtige Obstbaumschädlinge und deren BckänipfungAm Rachniittag desselben Tages wurden einige Ver­suche besichtigt und an Ort und Stelle Krank­heiten. Unkräuter und dergleichen mehr be­sprochen

ch L i ch, 25. Juli. Vor einigen Tagen rortc der hiesige Männergesangverein feinen äl­testen aktiven Sänger. Welßblndermeiftei Fritz Schäfer, anläßlich seines 75. Geburtstage», zugleich begeht Herr Schäfer das 3 u b i l ä u m feiner 55 jährigen ununterbrochenen akttven Sängertätigkeit bei dem genannten Verein. Rach dem Vorti ag des Chores: »Das ist der Tag des Henn" würdigte her Vorsitzende des Vet- ei-ns. Backermeistn- Karl Lotz, gebührend bk Verdienste des Länger Veteranen Schon früher hatten der Lahntalfängerbund, her Hessifche unb her Derttsche dängcrbuitb hem in Sänger kreisen beliebten unb geachteten Bkanne Wlszeichuungen zuteil werben (affen. Tiefgelührt bankte Hei r Schäfer imb gelobte, auch weiterhin seinsn Verein als aksiver Sänger die Treue zu halten. Der Bruder des Sänger Veteranen. Karl Schäfer, kann in einiger Zeit aus seine 50 jährige aktive Mitgliedschaft zuruckbücken.

bf. Langsdorf. 25. Zirli. Wta verlautet, hat S. Durchsoricht Fürst Reinhard zu Lich, her für die hiesige Pfarrstelle die Präsentatton hat. Pfarrer Dr. H e p m a n n. zur Zeit in Roh- fkim bei Hungen, für unsere Gemeinde präsen­tiert. Gs steht noch hie Bestätigung des Laubes- kirchenamtes aus. Wir hoffen, daß nach fast zweijähriger Derwaifung her Pfarrstelle noch in diesem Zahrc der neue Pfarrer in das neu er­worbene. demnächst frei werdende Pfarrhaus ein- zieht.

- Hungen. 25. 3uli. Oin befonberes Wahr- »eichen Hungen» ist das 6 tvrchnest auf dem Schloß Seit vielen Zahrhunderten wird es in der Geschickte der Stadt erwähnt Urtb wenn im zeitigen Frühjahr Freund Adebar mit .Frau klappernd fein Heim von neuem bezieht, bildet feine Atckunft aus hem Süden das Stadtgespräch.

Daran hatte jic doch wenigstens gedacht.

Als aber Maria hinausfuhr und die Worte der Dame.Aber das hat doch Zeit, das wollen wir doch lassen, bis Frau Baronin zurückkomnit" nur mit einem sehr erstaunten Blick beantwortete, da kam cs heraus, daß Elena von dem, was sie ver­braucht. nicht die kleinste 'Ahnung gehabt hatte. Zweihundcrtiindfünfzig Mark betrug die Schuld.

Das riß tief hinein in ihr eigenes bißchen Besitz.

Sie ließ bei ihrer Rückkehr von dem Besuch gleich die Wirtin kommen.Da meine Schwester m Fa­milienangelegenheiten verreisen muhte, ist mir allein die Wohnung zu teuer. Ich muß sie auf» geben. Wollen Sic bitte die letzte Abrechnung schicken."

Das geht so nicht, meine Dame. Wenn Sic kundigen wollen, muß es vierzehn Tage vorher fein. Den halben Monat müssen Sie mir schon noch bezahlen."

Und dann, als alles geordnet war, hotte Maria gerade noch dreißig Mark in Händen.

Was nun9 Hcinz konnte sie nicht fragen, sie wollte es auch nicht. Durch wollte fie. durch mußte sie. ihr Trotz ließ fie die Zähne zufammenbeihcn. Eine kurze ''lachricht ging ab für Ihren Lehrer, in der fie ihn bat. ihr ohne Wünbiaunfl ein Ferm bleiben zu gestatten, unvorhergesehener Ereignisse halber. Dann rief sie noch einmal die Wirtin zu sich. .

Frau Majorin" Sie ließ hd> JJiaiorin nen­nen. machte aber den Eindruck einer Sergeanten- frau. ..Was kann man anfangeii, wenn man sofort verdienen muß?" Grähsich. diese dicke neugierige Alte um Rat fragen zu müssen!

Gleich verdienen? Gleich9 Ja. das ist halt nicht so einfach. Miisien das Fräulein fchon die Zeitung cinfebcn. Wie ist es denn mit Schreibmaschine? 3s mx9 Oder Buchführung9 Ober fo als nee*

Was denn?"

Modell werden S' schon nct stehn wollen, wie9 Dos bezahtt sich. Mit so einer" Ihre Blicke glit­ten über Marias Figur hin.

Lieber in die Isar."

. Hock schon manche gesagt und ging nachdem doch zil den Herrn. Oder na, das werden S' auch nicht wollen."

Unehrenhaftes sicher nicht." (Forts, folgt.)

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