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sei, weil das Programm sämtlicher Parteien die Forderung nach raschester Räumung des Rhein- landes, nachRegulierung" der deutschen Ost­grenzen und nach dem Anschluß Oesterreichs ent­halte, und anderes mehr.

Wir haben es wirklich nicht nötig, uns von verborgenen und verdächtigen Pariser Stellen aus mit deutsch geschriebenen Weisheiten über die Verhältnisse in Deutschland und Mitteleuropa belchren zu lassen. Ihri) wenn auch die Gefahr außerordentlich gering ist, daß irgendwelche deut­schen Zeitungen auf ein solches Machwerk herein­sallen, das in gewisser Beziehung auf eine Linie mit den Publikationen derMenschheit" gehört, so scheint uns doch eine öffentliche Verwahrung dagegen angebracht, daß man eine Derartig plumpe Propaganda von irgendwelchen inter­essierten Pariser Stellen aus auch nur versucht. Damit wird nicht nur den bei aller Rabulistil ziemlich offenkundigen Zielen der Veranstalter nicht genützt, sondern es wird auch ein Mißtrauen geweckt, das die ehrlichen Verständigungsanhän­ger zu beiden Seiten der Grenze diskreditiert.

Oberheffen.

Landkreis Gießen.

I Mainzlar, 25. März. Dieser Tage fand die diesjährige Vrennholzversteigerung in unserem Gemeindewald statt. Zahlreich waren die Käufer auch aus dem benachbarten Staufen­berg und Daubringen erschienen. Die Preise be­wegten sich durchschnittlich auf der Höhe der vorjährigen. Es kosteten je 2 Raummeter Buchen­scheitholz 36 Mk., Duchenknüppel 29 Mk., Eichen­knüppel 18 Mk., Kiefern knüppel 25 Mk.. Buchen- und Eichenstvckholz durchschnittlich 6 bis 6 Mk. je nach Güte, Duchenreiser 5 Raummeter 25 Mk., Eichenreiser 16 Mk., während Kiefernreiser schon zu 4 und 5 Mk. zu haben waren. Das Laufgeld toitfb bis zum 1. Rovember zinslos gesturck>et. Aus dieser Tatsache heraus dürften sich zum Teil auch die hohen Preise erklären lassen. Das in den vorhergehenden Jahren an die Orts­bürger zur Verteilung gelangte Loshvlz wurde ebenfalls mitversteigert, dagegen will man die nutzungsberechtigten Ortsbürger wie in früheren Jahren wieder mit einem Geldbetrag für das Holz entschädigen.

iI ® a u b r i u gren . 25. März. Vorige Woche hielt in der hiesigen Fvrtbildungs- und Volksschule die Lehrerin Frl. Lene aus QKaing Vorträge über d i e Gefahren des Alkoholismus. Mit gespannter Aufmerk­samkeit lauschten die Kinder der erfahrenen Vockäm ,erin der Abstinenzbewegung. Fräulein Lene ist bereits 3'/i Jahr aus dem Schuldienst beurlaubt, um in Schulen und Vereinen durch Vorträge, Aussprachen und Beratungen gegen den Alkoholmißbrauch zu kämpfen.

Allendorf a.d. Lkw., 25. März. Zu der im hiesigen Stadtwalde abgehaltenen N u tz u ti d B r e n n h o lz vre r st« igerung hatten sich auch aus den umliegenden Ortschaften wieder recht viele Kcmflustige eingefunden. Dementsprechend waren die Preise wieder hoch. Es kosteten Langholz und Ab- schnitte, Güteklasse N: Eichenstämme 1. Kl. 32 bis 35 Mk., 2. Kl. 44 bis 60 Mk., Buchenstämme 2. Kl. 20 Mk., 3. Kl. 35 Mk., 6. Kl. 36 Mk., Kirschenstämme 2. Kl. 35 Mk., Efchenstämme 1. Kl. 20 Mk., 2. Kl. 42 Mk., Lärchenstämme 2»-Kl. 29 Mk., Fichten­stämme la4H. 35 bis 45 Mk., Ib-Kl. 26 bis 30 Mk., 2s-Kl. 31 bis 41 Mk., 2b-Kl. 35 bis 38 Mk., 3a-Kl. 39 Mk., Derb- und Reisstangen, Fichten 1. Kl. 42 Mk., 2. Kl. 45 bis 49 Mk., 3. Kl. 11 bis 25 Mk., 4. Kl. 8 bis 19 Mk. pro Festmeter-, Buchennutzschei­ter 11 bis 23 Mk., Eichennutzknüppel 15 bis 18 Mk. je Raummeter; Buchenfcheitholz 14 bis 15 Mk., Fich­tenscheitholz 16 bis 17 Mk., Knüppel: buchene 9 bis 12 Mk., eichene 6 bis 8 Mk., fichtene 5 bis 6 Mk., Reisholz: buchene 1,80 bis 2,50 Mk., eichene 1,40 bis 1,80 Mk., fichtene 0,60 Mk., Stöcke: buchene 5 bis 8 Mk., eichene 4,60 Mk. pro Raummeter.

s. Trais-Horloff, 25. März. Don einer ungenannten Spenderin wurde unserer Kirche eine Al tar- und K anzelbekleid ung in schwarzer Farbe mit Silberstickereien, die sie selbst ousgeführt hat, gestiftet. Da schwarz die Trauerfarbe ist, wird die neue Bekleidung nur an solchen Sonntagen aufgelegt werden, die nach alter Sitte als Buß- und Trauertage gelten, also in der Passionszeit vom Sonntag Jnvokavit

Landung in Rustland.

Von Robert Reumann.

Das Schiff dreht sich langsam um Kap Datum in die Bucht und steuert die Reede an. Rord- östlich, in sehr klarer Luft und greller Rach- mittagssonne, liegen bewaldete Bergkulifsen; kah­lere, seltsam regelmäßige Kegel schauen da­hinter hervor, und darüber, schon in bläuliche Fernennebel gebettet, ein Leuchten von Gletscher­eis. Das ist der Kaukasus. Südlich davon ein Sattel, Sumpsland, Fluhland: das griechische Kolchis. Und weiter südlich, ansteigend, das zer­rissene Hochland von Lasistan Schauplatz jenes grauenhaften Hinschlachtens zahlloser arme­nischer Frauen, Kinder, Greife durch die regu­lären Truppen der erwachten Türkei.

Inzwischen ist die Mole nähergeschwommen, sichtbar wird der llferboulevard einer russischen Provinzstadt, sichtbar werden gerade Zeilen nüch­terner Häuser, sichtbar wird eine häßliche Kirche, ein Flaggenmast, die rote Fahne mit dem Ham­mer und der goldenen Sichel, sichtbar werden gelbe Armenier, sonnverbrannte griechische, dunkle türkische Lastträger mit nackten Oberkörpern, sel­ten unter ihnen ein hellhäutiger Russe. Dann klirrt die Ankerkette, Trossen fallen an Land und werden belegt und die Brücke fällt hinaus auf die Steine des Kais der Stadt Batum, des großen Ausfuhrhafens für das russische Erdöl.

lieber die Brücke kommt ein englischer Gent­leman: der Agent. Mit ihm ein freundlicher, beleibter Herr ohne Kragen: der Seuchenarzt. Dann ein Genosse, der zum Marconisten hinauf­steigt und den Radioapparat versiegelt: im Hafen von Datum darf nicht gesendet und nicht empfangen werden. Dann zwei umgängliche Herren. Einer schlendert das Schiff entlang, blickt in die Kojen, in die Kombüse: der Zollkontroller, lind der andere geht zum Kapitän, trinkt artig ein Gläschen holländischen Genever und präsen­tiert dann die vorbereitete Quittung über das Hafengeld: vierhundert englische Pfund. Für ein Schiff mit 6500 Tonnen Laderaum. In eng­lischer Originalvaluta; andere wird nicht in Zahlung genommen, lind dann kommen auch schon die ersten Moskitos "herüber. Wir sind gelandet.

Die "Benzintanks des Schiffs sind aufnahme- bereit. Qlber es ist sieben Ahr geworden und zu

bis Karfreitag, am Buß- und Dettag, Toten­sonntag und ähnlichen Feiertagen. Da auch die an gewöhnlichen Sonntagen benutzte Altar- und Kanzelbekleidung dringend der Erneuerung be­darf, wurde durch Kollekten und Spenden bereits eine Summe von ca. 100 Mk. hierfür aufgebracht.

s. Utphe, 25. März. Die hiesige Dvllks - b ü cf) e re i wurde auch in diesem Winterhalb­jahr, das naturgemäß für die landwirtschaft­treibende Bevölkerung die Hauptlesezeit barstellt, sehr fleißig benutzt. Für die Reuanschaffung von Büchern hatte die Gemeindekasse 15 Mk. und die Kreiskasse 12 Mk. zur Verfügung gestellt. In­folgedessen konnte unter Hinzunahme der Mit­gliederbeiträge eine ganze Reihe neuer Bände angefchafft werden. Insgesamt zählt die Büche­rei nunmehr etwa 6 30 Bände. Die große Mehrzahl hiervon sind Romane und Erzäh­lungen, jedoch find auch Werke aus verschiedenen Wissenschaften, sowie volkstümliche Kunstgaben (Blaue Bücher u. ä.) vertreten. An die Volks­bücherei ist für die älteren Jahrgänge der Schule und für die Fortbildungsschule eine Schüler­bücherei angegliedert.

F Rodheim a. d. Horloff, 24. März. Gestern sand im hiesigen Gemeindewald eine Rutzholzversteigerung statt. Es hatten sich verhältnismäßig wenige Kaufliebhaber ein» gefunden, und dementsprechend toaren die Preise alä normal bis billig zu bezeichnen. Insgesamt kamen 50 Festmeter Stammholz zum Ausgebot. Es kosteten Cichenstämme 2. Klasse durchschnittlich 28 bis 36 Mk. je Festmeter; Eichenstämme 3. Kl. durchschnittlich 35 bis 40 Mk. je Festmeter, Eichenstämme 4. Kl. durchschnittlich 34 bis 37 Mk. je Festmeter. Fichtenstämme der la-Klasse kamen durchschnittlich etwa 3 Mk. das Stück, solche der lb-Klafse 3 bis 4 Mk. In der 23-Klasse kam das Feftmeter je nach Qualität 18 bis 30 Mark, in der 2b-Klasse 25 bis 33 Mk. Für Kie­fernstämme der 2Z-Klafse wurden 27 bis 33 Mk. je Festmeter geboten, für solche der 2b-Klasse 30 bis 34 Mk. Der eine Stamm der 4b-Klasse von 1,21 Festmeter Inhalt kostete 59 Mk.

P Steinheim. 25. März. Unser Ortsdiener Heinrich Delle feierte dieser Tage sein 25jähriges Dienstjubiläum. Bürger­meister Schmidt überreichte im Beisein des Ortsvorstandes dem Jubilar namens der Ge­meinde einen gepolsterten Rohrsessel und fand treffende Worte des Dankes und der Anerken­nung für seine in Treue geleisteten Dienste. Der Gesangverein brachte dem Jubilar ein Ständ­chen, wobei der Dorfitzende Karl Decker "seine Verdienste um den Verein würdigte und ihn in Ansehung feiner über vierzigjährigen Zuge­hörigkeit zum Ehremnitglied des Vereins er­nannte. Polizeidiener Veite ist mit einer klang­vollen Stimme ausgestattet, er erfreut sich hier allgemeiner Beliebtheit und Achtung. Bei der letzten Grundstücksversteigerung eines Ausmärkers wurden in Anbetracht der gedrückten Lage der Landwirtschaft sehr gute Preise erzielt. Ein Acker von 1621 qm Gröhe mit guten Bodenverhältnissen, aber etwas weiter Lage kam auf 1451 Mk., das Quadratmeter also 83 Pfennig ohne die Grunderwerbssteuer und Lieberschreibgebühren, die sich noch auf etwa 6 bis 7 Prozent belaufen. Minderwertiges Ge­lände wurde mit 30 bis 40 Pfennig je Quadrat­meter bezahlt.

Kreis Büdingen.

Ridda, 25. März. Die Riddaer Bank A.-G. hielt jetzt ihre gut besuchte Hauptver­sammlung ab. Rach dem vom Rechner vor­getragenen Jahresbericht war das letzte Ge­schäftsjahr ein recht günstiges und ergab bei einem 11 msah von f a st 20 Millionen Mark einen Reingewinn von 99 7'2 Mark, wovon nach den üblichen Abschreibungen auf das Geschäftsgebäude und die Mobilien sowie Rücklagen für Reserve- und Aufwertungsfonds den Aktionären 10 P rre z. Dividende und dem Verein Kranken­pflege 100 Mt., sowie der hiesigen Gewerbeschule 200 Mk. überwiesen werden konnten. Die Spar­einlagen weisen einen beträchtlichen Zuwachs auf und belaufen sich auf 321 669 Mk. Im Konto-Kor- rentverkehr betrugen die Einlagen 259 223 Mk. Die Versammlung genehmigte die vorgelegte Bilanz und Vie Ueberschreibung von Aktien und wählte den bis­herigen, bewährten Vorstand wieder. Der Vorsitzende widmete dem im vorigen Jahre in Gießen oerstor­

spät, mit dem Pumpen heute noch zu beginnen. In den Matrofenkajüten putzt man sich für den Landurlaub. Ein Herr ohne Hemdkragen kommt vom Kai auf das Schiff und wendet sich nach dem Maschinenraum. Don der Drücke ruft der Kapitän ihn an und fragt, was er wolle. Er klettert hinauf. Er heiße Bruckner, und er wolle die Matrosen besuchen. Sie einladen in sein Lokal. Für heute abend. Zu einem Dortrag. Worüber? Er sagt wörtlich und wendet sich dabei halb auch zu mir:Sie wissen, meine Herren, es gibt eine kapitalistische Weltordnung und es gibt die Räte." Der Kapitän sagt:Ich weih." Der Genosse:Gestatten Sie, daß die Leute zu mir kommen?" Der Kapitän diplo­matisch:Wie die Leute ihren Landurlaub ver­wenden, ist ihre Sache." Der andere, etwas zu rasch:So darf ich auch Sie einladen?" Der Kapitän muß leider an Bord bleiben. Aber der Zweite Offizier wird kommen. Dielleicht. Wenn er frei ist. Der Genosse:Ich werde deutsch sprechen. Leider kann ich nicht holländisch." Ich: Sie sind Deutscher?"Ich bin Oesterreicher. Aus Linz." Herr Bruckner aus Linz, der Agi­tator der ^Bereinigten Räterepubliken im Ma­trosenviertel des georgischen Hafens Datum, empfiehlt sich höftich und geht zur Mannschaft hinüber.

Don den Matrosen sind inzwischen drei, vier- sichtbar geworden, steif im Sonntagsstaat, mit frischen Hemden, mit Kappen, die Jacke schön gefaltet über den Arm gelegt. Sie spreizen die Deine, sie lachen kindlich und ungelenk tm Dvr- genuh abendlicher Vergnügung. Zwei rufen einen Gruß zum Kapitän hinauf, gehen schwerschuhig über die Drücke, gehen an einem Genossen vor­über, der hier auf Wache steht und verschwinden drüben in einerDar" (Hap, Prveflokaal en Dergunning. Distilleria). Ein dritter geht, schlen­dert langsam über den Kai davon. Dann der vierte.

Da ereignet sich ein peinlicher Zwischenfall, und der Zufall toill es, daß ich ihn von An­fang verfolge. Dieser Vierte also schlendert eben an dem Mann vorüber, der da auf Wache steht da gleitet aus seinem rechten Hosenbein ein hellblaues Wäschestück vor und wickelt sich ihm um den Schuh. Gleich mir hat auch der Russe den Vorfall bemerkt. Er bückt sich, et zieht nein, es ist nicht anzunehmen, daß der Matrose ein hellblaues Trikothöschen trägt. Der Genosse Pfeift um Sukkurs Der andere Matrose, der

denen srühern Direktor der Genossenschaft, Ludwig Hoffmann, einen herzlichen Nachruf und wür­digte dessen vorzügliche Verdienste um die Bank in gebührender Weise.

-s- Ridda, 25. März. Für die Muster-- ri.eg e am Reck, die der H e s sen g a u zum Deutschen Turnfest in Köln stellt, wurden bei der Auslese drei hiesige Turner mit aus­gewählt: Anton Ries, Adolf Rathfchlag und Hans Rehn. Daß Ridda ein Fünftel Der Musterturner des Gaues 'stellen dort, ist ein beredtes Zeugnis für die Leistungsfähigkeit und das turnerische Können dieses kleinen Provinz­vereins.

D ad Salzhausen. 25. MArz. Auch in diesem Jahre und noch vor beginnender Kurzeit erfahren die Einrichtungen, die Heil­zwecken dienen, w e sentliche Verbesse­rungen. Die veralteten Jnhalationsapparate werden durch neuzeitliche Vernebler ersetzt, wie sie auch in Dad-Rauheim mit gsttem Erfolg ver­wendet werden. Außerdem werden zwei neue Quarzlampen und eine Solluxlampe eingebaut, um die Behandlung mit ultravioletten Strahlen durchführen zu können. Der Gradierbau erhält eine neue Pumpe, ebenso die Sühwasseranlage. Ein weiterer Antrag, die sechzig Fremdenzimmer des Kurhauses mit Kalt- uüd Warmwasseranlage zu versehen, konnte vorläufig keine Berücksichti­gung finden, doch hofft man für das kommende Jahr mit seiner Verwirklichung.

= O r t e n'b e r g , 2cv. März. Der evangei. Frauenverein hielt dieser Tage seine dies­jährige Hauptversammlung ab. Der Orts­geistliche gab den Arbeits- und Kassenbericht über das abgelaufene Jahr. Obwohl Pfarrer K a h n, der nach Ostern die Gemeinde verläßt, um nach seinem neuen Wirkungskreis in Lich überzusiedeln, geböten hatte, von jeder A b - s ch i e d s f e i e r cchzusehen, ließ es sich der Frau­enverein nach über 12jähriger gemeinsamer Ar­beit nicht nehmen, am letzten Abend dieses Win­ters von seiner Vorsitzenden und dem Pfarrer Abschied zu nehmen. Der Haupt­versammlung schloß sich deshalb eine schöne Feier an. Diese wurde mit dem Vortrag der 5. Symphon/e von Beethoven durch zwei ehe­malige Konfirmandinnen (Frl. Ellen Dovid- f o h n und Else Vogel) eröffnet, ein Prolog (Verfasser Geheimrat Römheld -Ridda) wurde von Frau Oberamtsrichter Dr. And rare ge­sprochen. Die Ehrenvorsitzende des Vereins, I. D. PriN^essinErnftzuStolberg-Roßla, überreichte im Auftrage des Vereins als äußeres Zeichen des Dankes und der Treue ein pracht­volles Gemälde von Kunstmaler Karl Fries mit der altehrwürdigen Ortenbcrger Kirche und der Kinderschule, der Versammlungsstätte des Frauenvereins, worauf Pfarrer Kahn für seine Fväu, der langjährigen Vorsitzenden des Ver­eins, und für sich herzliche Worte des Dankes an die Versammelten richtete und dem Verein die Ziele feiner Arbeit erneut vor Augen stellte. Eine gemütliche Kaffeetafel schloß sich an. Frl. Göllner fang mit ihrer schönen Stimme bet- schiedene passende Lieder, die beiden jungen Mäd­chen spielten noch die Ouvertüre zur Oper Eg- mont; gemeinsame Lieder der Frauen und Mäd­chen erklangen, bis um 11 lUjr die Feier durch den ChoralAch bleib mit deiner Gnade" ihr Ende erreichte.

Kreis Schotten.

V Gedern, 25. März. In diesen Tagen waren es 50 Jahre, daß der Landwirt Hein­rich Hof IX. dahier als Holzhauer in den Dienst der fürstl. »stolb. For st Verwal­tung eintrat. Infolge seiner treuen und ge­wissenhaften Dienste wurde er bald Holzhauer- meister, welche Stelle er nun schon seit Jahr­zehnten begleitet. Als äußeres Zeichen der An­erkennung hierfür wurde dem Jubllat ein per­sönliches Glückwunschschreiben des Reichspräsi­denten v. Hindenburg in Form eines Diploms übersandt, während die fürstl. Verwal­tung den wackeren Mann mit einer Geldspende erfreute. Mögen sich viele junge Leute die Ge­wissenhaftigkeit und Treue dieses Mannes zum Vorbild dienen lassen!

Kreis Alsfeld.

ck. V o rn u n t e r e n D o g e l s b e r g, 25. März. Bei der vom Forstamt Rieder-Ohmen in Mer - l a u abgehaltenen H o l z ver st e i ge? u n g wür- »MWWIII I ------ITIIIIITgBBUHMBIlHHIBIW

schon glücklich drüben am Kai geht, beginnt zu laufen, wird angehalten, uns Schiff gebracht, visitiert. Ins Futter der Jacke, die er über dem 1 Arm trägt, hat er sechs Paar Damenstrümpfe genäht. Unb drei, vier Minuten später ist die Heine Drücke an Bord gezogen, sechs Zivilisten, kleine Metallschilder links.an der Brust und Ge­wehre mit aufgepflanzten Bajonetten am Rücken, stehen am Kai das Schiff entlang, und vier andere energische Herren sind an Bord gekommen und sprechen recht laut. Die Mannschaft hat sich am Dug zu versammeln. Die Offiziere haben in der Kapitänskajüte zu bleiben. Einer darf mit den Herren gehen. Sie durchsuchen das Schiff.

Sie durchsuchen das Schiff vom Bug zum Heck und vom Kiel bis buchstäblich zur Laterne am Toppmast. Sie kriechen in den Wasserbehälter, in die Maschine. Der sie be­gleitende Zweite Steuermann macht sie ironisch aufmerksam auf die leeren Tanks, in denen Denzindampf steht. .Unb einer der vier Herren bindet sich eine Gasmaske vor und steigt hin­unter, steigt 88mal hinunter in 38 Benzintanks, um sie nach Seidenstrümpfen zu visitieren.

Die Untersuchung dauert zweieinhalb Stun­den. Indes zwei der russischen Herren noch rasch die Leitungsröhren abklvpfen, ob dort nichts ver­steckt ist, bringen die beiden anderen die auf­gebrachte Konterbande in die Kajüte. Es sind neun Paar halbseidener Strümpfe; sie mögen in London-Caftend jedes einen Schilling gekostet haben. Alnb sollen nun versteuert werden, je Paar mit einem englischen Pfund. Drei aPar lagen im Maschinenraum, in ein Scheuertuch eingeschlagen, oben auf dem Kompressor. Zwei Paar waren im kleinern Rettungsboot. Vier Paar hinten im Reservekompaß unter der Mes­singhülse. Uni) am Heck fand sich eine leere Pappschachtel für zwei Dutzend. Die mögen im Hafenwasser schwimmen, über Bord geworfen im letzten Augenblick.

Der Kapitän geht nach vorn zu den Leuten. Wem gehören die Strümpfe?" Keiner meldet sich. Der Kapitän:Ich bezahle jetzt und ziehe es dann allen zusammen von der Löhnung ab. Die Russen quittieren, nehmen die Konterbande mit sich. Wir haben wieder Dewegungsfreihoft.

Eine Viertelstunde später llopft es an der Kajütentür. Ein großer, schlanker Matrose mit gelbem Schopf.Kapitän, das mit den Strümpfen ist meine Sache."Esel. Kostet doch mehr als

den folgende Preise erzielte Duchenscheit« l.Kl. 64 bis 75 Mk., 2. Kl. 45 bis 55 Mk.; Buchen- knüppel 45 bis 55 Mk.; Hainbuchenscheiter 50 bis 60 Mk.; Eichenscheiter 50 bis 60 Mk; Eichen­knüppel 25 bis 36 Ml.; Buchenstöcke 30 bis 40 Mk.. alles je vier Raummeter; Buchenreisig 2 bis 4 Mk. je Rm.; Kiefernknüppel 4 bis 8Wk. je zwei Rm.; Eichenreisig 1 bis 2 Mk.; Kiefern- Rundscheiter 12 bis 16 Ml.; Fichten-Rundscheiter 10 bis 12 Mk. je ein Rm.

-r. Ober^Ohmen, 25. Marz. Kirche, Pfark' haus, Schute, Lehrerwohnungen, die (reiben Frei­herrlich Riedeselschen Verwaltungsgebäude urtb Forfthäikser, sowie das Kriegerdenkmal, sämtlich an dem mit reiner Ringstraße umgebenen Römer in der Dorfmitte gelegen, zeigen in ihrer verschiedenen Farbenpracht ein schmuckes Aeußere. Nur das Rat­haus macht eine micht gerade rühmliche Ausnahme. Wie nun verlautet, soll es noch dieses Jahr e r - nre uert werden, damit fein Aeutzeres sich harmo­nisch dem Platze anpaßt. Dieser Beschluß ist um so begrüßenswerter, als sich selten ein Dors rühmen kann, eine so schöne Ortsmitte zu haben. Nach dieser Renovierung durfte das Gebäude gefällig auf kms Auge des Fremden wirken, genau so wie viele an­dere altertümliche Häuser unseres Dorfes ihrer Reize nicht entbehren.

Kreis Lauterbach.

Q Lauterbach, 24. März. Der Stadtvor - ft a n b beschäftigte sich in seiner jüngsten Sitzung unter dem Vorsitz des Bürgermeisters Walz in der Hauptsache mit der Vergebung der Arbeiten und Lieferungen für die E r w e i t e r u n g d e s st ä dt i - scheu Eie ft r iz i t s w e r k e s. Die Lieferung der Gleichrichter, Hochspannungsanlage und Schalt- täfel wurde den Siemens-Schuckertwerken zum An­gebotspreis übertragen, die Vergebung der Diesel- mowrlieferung soll die Baukommission von sich aus vornehmen. Die Betonarbeiten für die im Bau begriffene Freibadeanstalt wurden der Firma Franz Rössel übertragen.

8 La u.tre rbach, 24. März. Die chesige Motor­feuerspritze wurde heute mittag zu einem Brand nach Heblvs gerufen; sie brauchte aber nicht in Tätigkeit zu treten, weil das Brandobjekt, dem Metz­ger Hauenstein gehörig, ein kleines Bau­ernhaus, vollständig isoliert stand und ein nreb teres Umsichgreifen des Feuers nicht zu befürchten war. Das mit Futtervorräten gefüllte Scheucr- chen brannte in s i ch z u sa m m e n , während das Wohnhaus zum größten Teil durch die einheimische Wchr gerrettet worden ist.

Starkenburg.

KommrmalpoliLischeü aus Darmstadt.

* Darmstadt, 25. März. In der jüngsten Stadtverordnetensihung hielt Ober­bürgermeister Dr. G l ä s s i n g einen Vortrag über den Haushaltsplan der Stadt Darmstadt. In einem Rückblick auf das Jahr 1927 wird eine weitere Gesundung der privaten Wirtschaft, aber eine zunehmende Belastung der öffentlichen Gemeinwesen festgestellt. Die Vor­anschläge für 1927 und 1928 enthalten eine Steigerung der Wohlfahrts! ast en von zusammen mehr als eine Million Mark. Auch mit der W ob n un g sb a u t ä t i g tei t der Stadt sind erhebliche Zuschüsse verbunden. Der S t r a ße nb a h n v e r ke h r hat um 15 Prozent zugenommen (12 822 000 Beförderungs­fälle). Die Städtische Sparkasse konnte ihre Spareinlage um 50 Prozent auf 12 600 000 Mack, ihren Scheck- und Kontok .rrenwerkehr um 15 Prozent auf 1 500 000 Mack erhöhen. Die Zahl der Erwerbslosen ist von 3275 am 1. Januar 1927 auf 2732 am 1. Januar 1928 gesunken. Der Rückgang der Erwerbslosenziffer ist aber nur scheinbar, da die ausgesteuerten Erwerbslosen der allgemeinen Fürsorge der Stadt anheimfallen. Die Zahl der vom Wohlfahrts- und Jugendamt unterstützten Personen betrug 1927 4426 und 1928 4722. Der V e r ­wöge n s st a n d der Stadt wurde vom Ober­bürgermeister als gut bezeichnet. Es wird sich ein Fehlbetrag von etwa 1 500 000 Mark ergeben.

Anschließend wurde das Wohnungsbau­programm für 19 28 eingehend erörtert. In den Jahren 1921 bis 1927 hat die Stadt­verwaltung 670 Wohnungen (hauptsächlich Klein­wohnungen) erbaut mit einem Kostenaufwand

eine Monatslöhnung. Wozu?" Der Sange sagt: Für die Mädel" und lächelt kindlich. Es ist eine einfache und einleuchtende Transaktion, die sich diese Vlatrofen erdacht haben: man kauft in London Strümpfe um einen Schilling und lebt dafür in Datum in der Hafenkneipe für mehr als ein Pfund.Du kannst gehen" Der Blonde geht nicht. Der Blonde bittet für die Mannschaft um Vorschuß. Für Landurlaub. Er sagte:Jetzt müssen wir Geld haben."

ilnb mit drei Stunden Verspätung tappen die sonntäglich gekleideten Jungen hinaus auf den Kai und in das lockende Geheimnis der Hasen- gassen, über denen nun schon die Rächt liegt. Von einem Kaffeehaus weht der Wind Musik herüber, spärliche Lichter wachen auf den spär­lichen Schiffen, und auf Kap Datum schwenkt der Leuchtturm flammende Arme weit hinaus in die Dunkelheit.

Hochschulnachrichten.

Die a. o. Professoren für Psychiatrie an der Münchener Universität Dr. Franz Iahnel und Dr. Johannes Lange, Abteilungsleiter in der Seutjtoren Forschungsanstalt für Psychiatrie (Kaiser-Wrlhelm-Jnstitut) in München, sind zu wissenschaftlichen Mitgliedern der Kaiser-Wll- Helm-Gesellschaft zur Förderung der Wissen­schaften ernannt worden.

Der Lehrstuhl für wirtschaftliche Staats- Wissenschaften an der Technischen Hochschule zu Dresden ist dem Honorarprofessor für Sozial Politik und Soziologie Dr. sc. pol. Ludwig Hey d c an der Universität Kiel angeboten worden.

Zur Wiederbefetzung des Lehrstuhls der Mathe­matik an der Universität Kiel (an Stelle von Prof. O. Toeplitz) ist ein Ruf an Professor Dr. Adolf Frankel in Marburg ergangen. Der durch den Weggang des Prof. W. Brecht nach München an der Universität Breslau erledigte Lehrstuhl der deutschen Philologie ist dem ordentlichen Professor Dr. phil. et jur. Paul M e rke r in Greifswald angeboten worden. Der Lehrstuhl der Botanik an der Universität Breslau (an Stelle von Prof. P. Stack) ist dem ord. Professor Dr. Johannes Buder in Greifswald angeboten worden. Der Ordi­narius des öffentlichen Rechts an der Heidel­berger Universität Geh. Hofrat Dr. jur. Richard Thoma hat einen Ruf an die Universität Bonn erhalten.