Dunde erwachsen, wenn er Mitglied deS Hessischen Sängerbundes ist, u. a. das Aufführungs- recht für Männerchöre. Zugleich wies er aus die Gefahren hin, die einem Verein drohen von feiten der Asma und Gema, wenn er nicht Mitglied des Hessischen Sängerbundes ist. Ein weiterer Vorteil, den der Hessische Sängerbund bietet, ist. dah ein Verein, der sein 50. Jubiläum feiert mit einem Staatspreis im Werte bis zu 3Ö0 Mk. bedacht wird. Der Jahresbeitrag beträgt pro Mitglied 50 Pf. und kann keineswegs als hoch bezeichnet werden. Aus all diesen Vergünstigungen trat die ,.V ogelsberger Sängervereinigungi! geschlossen dem „Hessischen Sängerbund" bei. Nachdem der Gesangverein „L i e d e r k r a n z" (® e - Dem) noch zwei gutgeschulte Chöre unter Lei- tung von Lehrer Riedel vorgetragen hatte, schloß Herr Ströhinger die in allen Teilen wohlgelungene Tagung.
Starkenburg.
' D a r m st a d t. 25. Jan. In dem alten Rathaus in M i ch e l st a d t ist ein Odenwaldmuseum eingerichtet worden, das am Sonntag Oberbürgermeister Dr. G l ä s s i n g, Darmstadt, im Ramen des Hauptausschusses des Odenwoldllubs der Stadtverwaltung übergeben hat.
Rheinhessen.
2VSH. Mainz, 25. Ian. Die heutiges t a d t- verordnetenvcrsammlung bewilligte ohne Debatte 2i ■ Mill. Mk. für den Ausbau des Städtischen Elektrizitätswerks und behandelte anschließend in über zweistündiger Debatte die Frage des Flugplatzes Erben heim. Don säst allen Rednern wurde bemängelt, dah die Anträge der Stadtverwaltung sich lediglich aus die für den Flugplatz zu bewilligenden Summen beziehen, jedoch keinerlei Zahlen für die laufenden Bei- träge zum Flugplatz genannt seien. Der zuständige Dezernent weigerte sich auch bis zum Schluß der Debatte, sich auf bestimmte Summen festzulegen, während Oberbürgermeister Dr. Külb in seinem Schluhwort als ungefähre Summe 80000 bis 90000 Mark jährlichen Zuschuh nannte. Sehr nahmen die Vertreter der Stadtverwaltung gegen die Stadt Frankfurt a. M. Stellung, deren Vestreben, die Vorherrschaft in Süd- Deutschland zu erlangen, offenkundig sei. Gin Vertagungsantrag wurde abgelehnt. In der Ab- stinimung wurden 3 2 Stimmen für das Projekt, also eine starke Mehrheit für dasselbe. abgegeben. Für den Flugplatz stimmten u. a. auch einige Sozialdemokraten, deren Debatteredner sich scharf gegen das Projekt gewandt hatte. Die Wirtschaftspartei enthielt sich Der Abstimmung mit der Begründung, dah sie sich nicht entscheiden könne, wenn keine endgültigen Zahlen genannt seien.
Preußen.
Kaninchen- und GeflügelauSstettung in Lützellinden.
*/- Lühellenden, 24. Ian. Der im vorigen Jahre gegründete Mitteldeutsche Kaninchen- und Geflügelzuchtverband, bestehend aus den Kaninchen- und Geflügelzucht- Vereinen Watzenborn-Steinberg, Grohen-Linden,
Dorlar und Lützellinden, veranstaltete am Samstag und Sonntag im Saale der Gastwirtschaft Franz Hierselbst seine erste Derbandsaus- st e l l u n g, in der durchweg erstklassiges Material auS den verschiedensten Kleintierrassen gezeigt wurde. Als Preisrichter waren die Geflügel- und Kaninchenzüchter Stern, Pohlgöns, und Viehmann. Auerbach, zugezogen worden, die bei den ausgestellten 180 Hummern keine leichte Arbeit hatten. Die hiesige Gemeinde, die Kreis- vauernschaft Wetzlar und andere Freunde unterstützten die Veranstaltung durch Bereitstellung von Preisen. Aus der S i e g e r l i st c geben wir folgenden Auszug:
Kaninchen: Weihe Riesen, Th. Burger (Watzenborn-Steinberg) Ehrenpreis und 2. Preis. — Kleinsilber-Kaninchen. H. Würz (Grohen- Linden) 1., 2. und 3. Preis , Hans George (Grohen-Linden) 2. und 3. Preis: Karl Fiedler (Dorlar) zwei 3. Preise: Karl Hagel (Gambach) 3. Pr.: K. Groh (Dorlar) zwei 3. Preise: L. Bender (Dorlar) 2. Preis. — Hasen, I. Lück (Dorlar) 1. Preis-, W. Iung (Dorlar) 3. Preis: K. Fiedler (Dorlar) 3. Preis: Erw. Hengst (Dorlar) 3. PreiS: Karl Ruhl (Watzenborn-Steinberg) 3. Preis. — Schwarz- und Braunloh, Philipp Zimmermann (Grohen-Linden) Ehrenpreis; H. Feiling (Dorlar) Ehrenpreis und zwei 3. Preise:
•ß. Schmidt (Watzenborn-Steinberg) 2. und 3. Pr.: R. Ludwig (Lützellinden) 3. Preis. — Hermeline, H. Stein iGrohen-Linden) 1., 2. und 3. Preis, Fr. Förster (Dorlar) 2. Preis; Karl Heh (Grohen- Linden) 3. Preis. — Blaue Wiener, K. Schimmel (Watzenborn-Steinberg) 1. Pr.;is: K. Fiedler (Dorlar) 3. Preis; F. Hofmann -Dorlar) 3. Preis. — Thüringer, R. Echeinpflug (Dorlar) 3. Preis. — Klein-Chinchilla, R. Scheinpflug (Dorlar) Ehrenpreis; K. Fiedler (Dorlar) 3. Preis. — Den Siegerpreis für Kaninchen erhielt Karl Ruhl (Watzenborn-Steinberg) in Weihen Riesen.
Hähne und Hühner: Brahma-Hell, Wilhelm Weber IV. (Grohen-Linden) Ehrenpreis. — Weihe Whandottes, Johannes Franz (Lützellinden) Ehrenpreis. - Minorko-Schwarz, Frau Spruck (Bauermühle) Ehren- und 1. Preis. — Rheinländer-Schwarz, H. Schaum (Hochelheim) Ehrenpreis; Hans George (Grohen-Linden) 1.Preis; Albert Hanlel (Grohen-Linden) l.Pr. — Italiener-Schwarz, Wilhelm Velten (Grohen- Linden) 1. Preis. — Jtalicner-Gelb, August Lenz (Klein-Linden) Ehrenpreis. — Weihe Zwerg- whandottes, Fritz Schäfer (Lützellinden) 1. Preis. — Bantham-Schwarz, Heinrich Schaum (Hochelheim) 1. Preis. — Schwarze Wyandotten, Frau Spruck (Bauermühle) 1. Preis. Den Siegerpreis für Geflügel erhielt Gg. Schrader (Leihgestern) für Rheinländer-Schwarz.
Enten: Peking-Enten. Frau Spruck (Dauermühle) Ehrenpreis und vier dritte Preise.
Tauben: Brünner Kröpfer, weih, Wilhelm Größer (Grohen-Linden) Ehrenpreis.
ftrciö Wetzlar.
# Wetzlar, 25. Jan. Äm Jahre 1928 finden hier folgende Märkte statt: 22.Februar: Kram- und Diehmarkt: 7. März: Diehmarkt; 21. März: Kram- und Diehmarkt; 25. April: Kram- und Viehmarkt; 9. Mai: Kram- und Diehmarkt; 20. Juni: Kram- und Diehmarkt; 4. Juli: Fohlenmarkt; 1. August: Kram- und Diehmarkt: 15. August: Kram- und Diehmarkt; 26. September: Kram- und Diehmarkt: 17. Oktober: Kram- und Diehmarkt; 14. November: Kram- und Viehmarkt; 28. November: Kram- und Diehmarkt; 12. Dezember: Kram- und Diehmarkt. ____
Erda, 25. Ian. Innerhalb der hiesigen Raiffeisen-Genossenschaft hat sich eine Sterbekasse gebildet. Durch diese Einrichtung wird das Leben jedes Mitgliedes mit 100 Mark versichert.
Kreis Biedenkopf.
Königsberg, 25. Ian. Mit der jetzt in Gr0h-A l tenstädten abgehaltenen Brennholzversteigerung wurde der Anfang der Holzversteigerungen in der hiesigen Gegend gemacht. Die Preise waren etwas höher als im Vorjahre. Es wurden bezahlt für 2 Meter in Buchen-Scheiter Mk. 24 bis 28, Buch en-Rollen Mk. 27 bis 30, Buchenknüppel Mk. 14 bis 17, Eichen-Knüppel Mk. 10—12, Wellen 40 Stück Mk. 12 bis 14.
-j- Holzhausen bei Gladenbach, 25. Ian. Die hier seit Jahrzehnten in hoher Blüte stehende Strickerei ist von der Hausindustrie zur Fabrikindustrie übergegangen. Vor 3 Jahren schlossen sich 40 hiesige Strumpfhändler genossenschaftlich zusammen zwecks billigeren Einkaufs von Wolle und Fertigfabrikaten. Im zweiten Geschäftsjahre der Genossenschaft ging man zur Selbstherstellung von Wollwaren über, die man im dritten Jahr dann in eigenen Räumen tätigte. Zu einer ganzen Reihe von Strickmaschinen kamen noch Spul- und Häh- maschinen mit Motorantrieb, so daß das Ganze zu einem richtig gehenden Fabrikbetrieb geworden ist, insbesondere da nun 50 Mitglieder mit Wollwaren versorgt werden müssen. Da zwischenzeitlich noch zwei private Strickereien mit Maschinenbetrieb aufgemacht wurden, finden etwa 50 bis 60 Mädchen, sowie mehrere Schneider in diesen drei Betrieben lohnende Beschäftigung. Hur einige Frauen halten die Hausstrickerei noch aufrecht. Zu Land- und Hausarbeiten sind unter den obwaltenden ilmftänöen natürlich Mädchen kaum noch zu haben. — Kürzlich hat sich hier, wie an allen größeren Orten unseres Kreises, eine freiwillige Feuerwehr gebildet. Kommandant ist Bürgermeister Dam m.
Dillkreis.
WSR. Dillenburg, 25. Ian. Das Dillenburger Walz- und Puddelwerk Herwig-Söhne hatte seinem Personal zum 28. Januar gekündigt, da die Verordnung vom 16. Juni 1927 betreffend die Einführung der dreigeteilten Arbeilsfchicht für das Werk nicht tragbar gewesen wäre. Rach einem ministeriellen Bescheid wurde die Verordnung bis 31. Mai ausgeschoben. Die Firma hat demzufolge die Kündigungen zurückgezogen und wird den Betrieb weiterführen.
Maingau.
WSH. Frankfurt a. M., 25. Ian. Im Alter von 73 Jahren ist der Generalkonsul a. D. F. G. Müller-Beeck gestorben. Bis 1907 war er Konsul in Japan, wo er 26 Jahre zugebracht hat. Rach seiner Hie- derlassung in Frankfurt war er lange Zeit Vorsitzender der hiesigen Abteilung der Deutschen Kolonialgesellschaft und Leiter der Auskunftsstelle des Reichswanderungsamts. — Der Aufsichtsrat der Städtischen Bühnen 21.-®. hat gegen den bisherigen Verwaltungsdirektor Der Städtischen Bühnen 21.-®., Müller- Wieland, wegen der bekannten Verfehlungen Anzeige bei der Staatsanwalt erstattet. — Eine Frau in der Landsbergerstrahe
hatte von der ihr ärztlich verordneten M c - Dilin 8 u viel genommen. Es stellten sich schwere Ve r g i f t u n g s e r s ch e i n u n g e n ein, die ihre Aufnahme im Städtischen Krankenhaus erforderlich machten.
LPD. Frankfurt a>. M., 25. 3an. Heute früh gegen 6 Uhr wurde der in Isenburg wohnhafte 43jährige Wagenreiniger der Mitropa Ludwig Rusch beim Ueberschreiten der Geleise im hiesigen Hauptbahnhof von einem Zuge überfahren und ihm beide Beine abgefahren.
WSR. H ö ch st a. M.. 25. Jan. Die Arbeiten für die Baggerungen bei der zur Mmfanali- fierung des Mains erforderlichen Tieferlegung des Flußbettes waren öffentlich ausgeschrieben worden und haben seltsame Submissionsblüten gezeitigt. So verlangt eine Firma pro ausgebaggerte Tonne 3 8 Pfennig. Diesem Gebot steht als Höchstgebot die Forderung von 3,46 Mark gegenüber. Bei einer Baggermenge von 200 000 Sonnen stehen sich als Forderungen demnach gegenüber 76 000 Mark und 6 9 2 0 0 0 Mark. Wer ist da nun der Rechenkünstler?
Lpd. Ruppertshain, 25.Jan. Unbekannte Diebe haben in der L u n g e n h e i l a n st a l t Ruppertshain bei Königstein zur Nacht zeit eingebrochen und einen etwa sechs Zentner schweren Kassenschrankgestohlen. Sie schleppten den Schrank etwa 800 Meter weit in den Königsteiner Wald und brachen ihn auf. Den Dieben sielen rund taufend Mark in die Hände. Da in der letzten Zeit ähnliche Diebstähle in Langen, Groß-Gerau usw. vorgenommen wurden, nimmt man an, daß man es mit derselben Diebcs- gesellschast zu tun hat.
Grober Dertrauensbruch eines Gelehrten in Frankfurt.
WSH. Frankfurt a. M, 25. Jan. Gelehrte genießen bei der hiesigen Stadtbibliothek insofern weites Entgegenkommen, als fie zu Studienzwecken in der Bibliothek selbst sich aus Den Bestanden aussuchen können. Der Privatgelehrte Dr. Arnulf Kogler, der hier in der Arndtstraße 5 eine Villa bewohnt, genoß diese Vergünstigungen ebenfalls, die er, wie sich jetzt herauSgestellt hat, seit längerer Zeit mißbrauchte. Kogler hat wertvolle Werke aus dem 14. und 16. Jahrhundert — teils mit und teils ohne Quittung — entnommen. Es handelt sich vornehmlich um wertvolle Drucke, sog. Inkunabeln (Wiegendrucke). Eine große Zahl bei der Stadtbibliothek fehlender Bücher konnte bei ihm beschlagnahmt werden, deren rechtmäßigen Erwerb er bis jetzt nicht nachweisen tonnte, von denen aber die Stadt das Eigentumsrecht für sich in Anspruch nimmt. Durch die in der letzten Zeit bei der Stadtbibliothek angestellten Revisionen, sowie durch den älmstand, daß Kpg- l e r einer auswärtigen und einer hiesigen Anti- quitätenfirma äußerst seltene Drucke zum Kauf anbot, und durch eine Anzeige ist man auf das Fehlen aufmerksam geworden. Soweit jetzt sestgestellt wurde, hat Kogler die Entnahme Der Bücher allein ausgeführt. StäDtische Beamte sinD daran nicht beteiligt. Heben den rein kriminellen Ermittlungen wird die fachmännische Aufklärung Durch Die Stadtbibliothek
I erfolgen.
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