Ausgabe 
25.9.1928
 
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Nr 226 Drittes Blatt Siebener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhesien)Dienstag, 25. September (928

Turnen, Spott und Spiel.

Handball im Turnverein 1846.

Da* Derbandsfpiel gegen Zn Detzlor fomrte alt folche» nicht culgettagen ©erber Der Schiedsrichter trat nicht zur Cirile. Da6 Spiel wurde unter Leitung eine* Heuchelheimer Spie» ler« alt Geiellschattssp el ausgelragen. Die We» hener Htnlermannlcha't lanb sich edt spät zu­sammen. unb so kam ba» Halbere« ult al von 6:1 zuftante, bat keineswegs dem Spielverlauf entspricht Aach her Paul« gestalteten bie Die- fyerwr bat Cpiel überfegen. Wetzlar spielte zum Schlüsse nur noch mit zehn Mann, ba ein Spie­ler wegen unturnettschen Benehmen» bat verlassen muhte. Trotz bet lieberlegenhe.t Die­hen» Iwl nur noch em Zar. Der Sturm hat noch nicht genügend Durchschlag »kraft und Schuh­vermögen. Auch ba» Zusammenspiel lähi zu wünschen übrig. Ergebnis 7:2 für Stehen

Die zweite Mannichaft schlug die erste Mann­schaft he» Zn. Detzlar-Niedergirme» 3.1. Die technische Ueberlegenheit bet Düste glichen bie Einheimischen durch grohen Eifer aus. Halbzeit stand bat Spiel 2:1. Degen Ende be» Spiel» fand sich Diehen gut zusammen, und nach einem prächtigen Durchbruch stellte der Diehener Mittel - stürm er bat Spiel auf 3:1. Der Schiedsrichter leitete ruhig unb sachlich.

Handball im Männerturnverein.

Mit einem Torverhältnis von 21:7 konnten alle drei Mannschaften ohne Nieterfage über den ersten Sonntag der DetbandSspiele hinweg- kommen imb somit fünf wertvolle Punkte ern­steren. Die ursprüngliche Aufstellung der Mann­schaften erfuhr noch kurz zuvor eine Aente- rung, ba bie erste Mannschaft mit drei Mann Ersatz au» den unteren Mannschaften bie Fahrt nach Nauheim an treten muhte. Nicht nur, bah die erste Mannschaft dadurch ziemlich gefchwücht war, auch bie unteren Mannschaften wurden durch bie Abgabe ihrer Besten empfindlich be­troffen.

Mit nur zehn Wann begann M.Z. D. da» Spiel gegen die erste Nlannschait Nauheim», die auf ihrem schlechten Platz kaum zu schlagen sind. Nauheim war während de» ganzen Spiele» mehr tm Besitz be» Balle», konnte aber durch zu grohe Eigennützigkeit hn Sturm seine Über­legenheit nicht weiter unter Beweis stellen. Bei Halbzeit stand baß Spiel 2:2. Nach Halbzeit waren es wieder die beiden Halbstürmer, bie kurz nacheinander je ein Tor für Dietzen buchten, Nauheim konnte davon nur noch ein» aufholen, so dah beim Schluhpsisf ba» Nesultat 4:3 für Diehen lautete.

Nidda, einer der stärksten Anwärter aus die Meisterschaft in der A-ÄIaflc. konnte gegen bie zweite Mannschaft nur ein Unentschie­den her ausholen. Dem Spielverlauf nach Hütte das Nesultat ander» laufen müssen. Dietzen drückte während be» ganzen Spiele» auf ba» Tor her Niddaer, formte jedoch zu keinem greif­baren Erfolg kommen. Einige schnelle Durch­brüche in der ersten Halbzeit verschafften den Niddoern drei Zorc. 3n der zweiten Halbzeit konnte Dietzen ba» Nesultat gleichziehen.

Die neu aufgestellte Iugendmann scha f t verschaffte sich einen neuen Rekord tm Zore- werscn. der ganz besonder» für ihren Eifer spricht. Mit 14:1 konnte sie über bte 3ugenb- mannschast von Zrei« Sieger bleiben.

V. f. B

Wider Erwarten muhte die B. s. D.-Liga auch diesmal wieder mit Ersatz antreten. Da» Liga­spiel wurde etwa 20 Minuten vor Schl uh wegen plötzlich einfetzenden Platzregens beim Stand von 3:2 für Alsfeld abgebrochen. Die» soll jedoch nicht al» Entschuldigung für die Niederlage

Die Requisiten.

Von Franz Molnär.

(Nachdruck verboten.)

Nach der Botttellung, um Mitternacht, ging ich in» Theater. (Es ist eine alte krimincüistilche Erfahrung, dah der Täter unter dem Druck eine» inneren Drange» den Tatort heimlich wieder aufsucht.)

Der Zuschauerraum war noch warm von den fünfhundert Menschen, tne hier von acht bi» elf geatmet hatten. Der rote Teppich lag voller Papier. «Danz nebenbei lei bemerkt: fett unge­fähr hundert wahren kennzc chnet nicht» charafte- ristischcr, dah von irgendwoher Menschen abge­zogen sind, al» bah hort Papier von ihnen zu- £&leibt, Papier. Papier. Papier ... Beispiele Sine Strafte be» Nacht», menschenleer. Sin Hotelzimmer, aus dem der Dast abgereist ist. Ein Eilenbahnkoupee. au» dem die Neisenden ausgestiegen sind. Ein Waid unweit der Stadt am Mon'.agmorgen.)

Dom Zuschau er raum ging ich auf bie Bühne Don der Bühne sah ich in jene Kammer hinein, wo die zur Vorstellung notwendigen Degen stände, die sogenannten Neguisiten. in grober Ordnung untergebracht find. Blumenstrauh, verbeulter Zylinder. Sekt flasche. Schuhe. Teller. Regenschirm. Revolver, Dolch. Buch, die ..ZlmcS**. ba» ^Echo be Paris". Teeservice. Postpaket. Zigarrenkiste. Telephonapparat usw-, rechen sich stumm in den Regalen nebeneinander und warten der Vor­stellung de» nächsten Tage». Es fei mir gestattet, der Einfachheit halber eine altmodische Form zu wählen. Jawohl, ich habe chre Eesprache be­lauscht. Unb ich habe folgende Dinge notiert:

Der Telephonapparat Ent'etzliche» Da'ein? 3ebcn Abend nimmt mich D. der berühmte Schauspieler, an den Mund und schreit in mich hinein. ..Hallo. Qcbitoi»? Bitte, sagen Sie meiner Stau, daß ich heute nicht zum Abendbrot nach Hause komme." Das geschieh! nur. schon zum dreiundvierz lösten Male. Ich habe gehört, beb es drnutzen tn der S:adt Apparate geben soll, die die interessantesten Sachen zu hören bekommen. Geben, Tod. Liebe. Freude Schmerz Geschäft. Scherz. Zorn gehen durch he b ndurch Minute für Minute. Unb ich stehe hier un Lichte be» Scheinwerfers, und jeden Wend, jeden lieben Weich höre ich nur:Hallo. Lebidois. bitte, sagen Sie meiner Frau, dah ich heute nicht zum Abendbrot nach Haufe komme. Unb ich werbe das wohl noch siebenundfünf zigmal hören, denn

gelten, ba auch bie Gäste mehrfachen Er'atz eingestellt hatten. Die ®icjener Mannschaft fand sich tn brr e.-wa» veränb.'rten Aufstellung nicht so Mrecht. wie man es allgemein erwartet hatte unb lieft auch den Kamp ge.st stark vermilfen. Trotz allem kann man nicht lagen, baft ba* Spiel enttäu'cht hatte, e» war von Anfang dis xum vorzeitigen Ende durch den ra'chen Dechsi. der Situationen und die wechlelseitigen Ersolge stet» spannend

Nach längerer Pause trat auch die dritte Mannschaft wieder auf den Plan unb fertigte auf hiesigem Platz ihren Gegner, den Suftbah- verein ü u cdb orn , mit 12:0 ab. Die .Dritte" scheint wieder sehr gut in Fahrt zu lein.

Die 2.-H. -Mannschaft mutzte seit Mo­naten ihre erste Niederlage cinfteden. Sie verlor gegen Fronbausens Akte-Herren knapp mit 2:3. Beide Mannschaften hatten mehrere Aktive als .Erfatz" eingeftcOt, brr fich recht gut dem Ganzen anpafttc.

Einer klaren Sieg erfocht wieder die erste 2ugendmannschast. Sie war ihrem (Geg­ner, Grünberg» erster Jugend, tn jeder r<- z.ehung überlegen und gewann überzeugend mit 6:0. Obgleich ersatzgeschwächt, führte bk D. s. B.- Mannfchast ein ganz prächtiges Äombhwtion»-

Die mit einem Schüler al» Ersatz an tretende zweite 3 u ge nb m ann t ä>a f t erkämpfte sich in Heuchelpeim gegen dessen erste Jugend etn ehrenvolles 1:1.

Die erste Schülermannschast verlor in 2 tzlar ihr Pflichtsviel überraschend mit 0:3. Allerdings hatte Asllar zum gröftten Teil Ju­gendliche statt Schüler eingekeilt, bie den kleinen B. f. B em körperlich weit überlegen waren.

(Spiefoereimgunfl 1900 (Rieften.

ö. Die Ligamannschaft war spielfrei. Die Reserven erledigten in Lollar davRüdfpiel und verloren e» 2:3. Trotzdem die 1900er durchweg etwa» mehr vom Spiel hatten, blieben bie Enolgr au», da die Stürmerreihe ganz bie Schutzkraft mitten liefe und fich auf dem ungewohnten Platz nicht zurecht fand. Fast dem Schlufepsiff errang der Platzvercin Lollar auf Fehler in der ©lefeener Abwehr den Siegestreffer. Bei dem Seitenwechsel lag 1900 mit 2:1 in Führung.

Die Leute der dritten Mannschaft blieben weiterhin siegreich. Mt nur zehn Mann gewannen sie do- Rüchpiel gegen die zweite Elf vom Ver­ein für Ra lens pie le Lich 5:1. Allerdings war auch der Gegner nicht vollzählig imb dadurch von Anfang an im Nachteil.

Die Zugendmannschaften litten sehr un­ter Spielerausfall durch (irfrantunaen unb Ver­letzungen. Dementsorcchend sind auch die «zielten Resultate zu bewerten. Die L Jugend konnte auf eigenem Pich; ihre Spielüberlegenheit nicht zum Erfolg verwerten, da die L Jugend vonTeutonia** (ß n u b a d)) eine gute Hintermannschaft zur Stelle halte und dos Spiel der (Biefeener zu sehr verfah­ren war. Endresultat 0:0. 1900» 2. Jugend und 1. Schülerels spielten in (Brofeen-Bufed Die Spiele litten sehr unter dem schlechten Wetter und wurden auch deswegen zeitweise unterbrochen. Die Blauwelfeen sanden sich auf dem nassen und glatten Rasenboden überhaupt nicht zurecht. Da» erklärt die Niederlaae. Die 2. Jugend verlor gegen Drofeen-Buseds 1. Jugend 2:7. Die Schüler ver­loren unverdient 0:1 durch einen unglücklichen (Ein- wurf- Die dritte Jugend 1900s verlor ihr erstes Spiel gegen Hermann tt ein» 1. Jugend 1:5. Hier war das Stärkeveryaltnis denn doch zu grafe.

Fußball in Großen'Buseck.

Der Sportverein Steinbach spielte am Sonntag gegen die 1. Mannschaft de» F. C. Großen Bufcck in

bann haben wir da» Subifihnn der hundertsten Aufführung, unb ich komme auf den Boden. Oh, wenn alle bie vielen Hunderttausende von armen arbeitenden Apparaten, die mich so beneiden, wützlen, was ich leide!

Das Briefpapier: 3ch bin sehr wichtig. Wenn ich auf die Bühne gebracht werde, barm wirb e» im Zuschauerraum plötzlich ganz still. 2L, der berühmte Schauspie.er, wirft einen Blid aus mich, lätzt mich au« der Hand fallen, greift sich an den Kopf unb schreit aus:Alles verloren! Da» Schiff ist unter gegangen, unb Whitstabte ein Opfer der Wellend Gleichzeitig sinkt D., bie berühmte Schauspielerin, ohnmächtig zu Boden. 3a. ja. wenn ich nicht wäre, barni würde da» ©tüd ftedcnbleiben, unb ba» Publikum könnte nach Haute gehen. Unb trotzdem behandelt bie Direktion mich schlecht. Wenn ich hier In der Kammer keinen besseren Platz bekomme, dann werde -ch kündigen und fort gehen. Mögen sie sehen, wie sie ohne mich fertig werden.

Die groftc Trommel: Mich würdigen sie auch nicht gebührend. Dabei, wenn ich hinter den ÄuTtflen errönc, dann schreien sie anl der Bühne: ..Donner!Gewitter7* .Gottesgericht"*, unb die ganze Komparserie kniet nieder und betet 3a. ja. Mag die Direktion mich nur weiter so ver­nachlässigen! Einmal padt mich doch der Zorn, und dann werde ich mit einem furchtbaren Ge­witter das ganz« Gebäude vernichten!

Das Etikett einer MineralwaNerflasche: Auch meinen Wert kennen die Dummköpfe n«ht. Da­bei übergab mich im 3ahre 1921 in einem Drama Herr G. dem Herrn 2. mit ben Worten:Hier find taufenb Peseten!" Unb Herr L küfete Herrn G bie Hand unb sagte wemend zu ihm: .Eorregidor. dieses Stüd Papier rettet mein Leben unb die Ehre meiner Familie." 3a, liebe Kollegen, da staunt ihr! Da» bin ich!

Der Dcgen: Gestern hat sich Herr G. auf der Bühne an emem herausstehenden Nagel den Finger versetzt. Eine tote Flüssigkeit, wie ich sie noch nie zuvor gesehen habe, begann heraus- zutröpsein. Was mochte ba» gewesen sein?

Der altmodrsthe Hut der komischen Alten: Un» begreiflich! Wenn ich vor dreitzig Jahren auf dem Kop^ des Fräulein 2. bie Bühne betrat, dann 'lüftene bc» ganze Publdum begeistert. .Dft: schön ist siel Unb dieses reizende Hütchen!" 3etzt erscheine ich jeden Wend auf bem Äobfe derselben Dame, genau Io. wie vor breiftig 3aftren, unb trenn man uns etS:dt. lacht alles laut. Oh. wie veränderlich ist das Publikum!

(Btofeen Sul.d und konnte feine Okitgrber mit 2:0 niederringen, obwohl (Brofeen-Bued dauernd im 3n- griff war und des vkgner» Tor belagerte. lieber die Spiele gegen 1900 Dietzen wird an anderer Stelle berichtet

Zußball in Srünberfl.

(Brünberg I Lich 1 0:7 (0:4).

Die 1. Mannschaft de» Ctcber Verein» für Rasen- spiele weilte am Sonntag in (ürünberg zum fälligen Rückspiel und fertigte die (Brünberger Mannschaft mit einer 7.0 Niederlage ab, trotzdem Lich nur mit zehn Mann spielte. Denn (Bruaberfl nicht so stark verteidigt hatte, wäre das Refullat noch höher ge. worden. Heber da» Spiel gegen 1900 Ätetzen wird im (Biefeener Bericht referiert.

Ai*beiier«Tuni- und (Sporf&unb

(Dkfem 1 IDeft rnb 1 2:2.

Die Destender ®6fte traten nur mit neun Mann an und bekamen gleich reichliche Arbeit. Bereit» in der erftrn Minute wurde da» Spiel 10 für Dietzen, bem aber bald der Ausgleich folgte. Die Gaste blieben jetzt weiter im Vorteil. Bio siaibzeit konnten sie da» Resultat auf 2:1 für sich stellen. Rach Seitenwechsel gelang es Dietzen, den Ausgleich zu erzielen. Mit dem Unentschieden 2:2, (Eden 6:7 für Dietzen fand das Spiel sein Ende.

Vaubringen I (Broftrn-Clnben 1 2:1.

Grvhen-Linten war In Daubringen zu Gaft. Daubringen gelangte halb zum Führungstor, ba» Grotzen-Linben nach hirtcr Zeit ausglich. Nach Seitenwechs l waren b'.eEi.iheimischen leicht überlegen. Es gelang ihnen auch noch einmal, erfolgreich zu sein.

Oppenrod I Hangen 1:0.

Hungen, ersatzge'chwächt h t alle Hänte voll zu tun. Bald gelang es ben Gästen au« Oppen­rod. durch einen Edball zum Führung»- unb einzigen Tore bc» Sage* zu gelangen. Wohl war Hungen in der zweiten Spielhällte übei- legen, formte jcboch burch bie zahlreiche Berteibigung bet Gäste bad Tor nicht finden.

varkhardsfelden Steinbach I 7:1.

Steinbach bas zum ersten M ilc wieder antrat, mutzte sich von ben Durchardsreldern eine 7:1- Niederlage gefallen lassen.

Verctnövcrtretcr-Lonfcrenz

3n Dietzen tagte am Sonntag die Herbst- Nereinsvertreterkonferenz. Nach einem vorn KreiS-Turnspartenleiter BretI - Fechenheim gegebenen Bericht vorn diesjährigen Bundestag wurde volle Ein stimmig kett im Han­deln des Bundesvorstandes wie Bundestage» festgeftellt. Da» BezirkSsest für 1929 wurde der Freien Tun^rfchaft Heuchelheim übertragen. Das Fest findet voraussichtlich am letzten Sonn­tag tm 3imt statt. Hierbei wurde auch nod> ein­mal an da» vorn 18. bi» 21. 3ult 1929 ftatt- ftnbenbe zweite BundeSf est in Nürnberg erinnert und eine rege Beteiligung de» Bezirke» gewünscht. Sin von einem BezittSverein einge­brachter Antrag über da» 3ugcnb- unb Äin- bertuTnen rtef eine lebhafte Aussprache her­vor. Manche gute Anregung würbe hierbei ben Delegierten gegeben. Unter Punkt .Allgemeine»" würben noch einige Difterenzpunkte geklärt.

V.f.B. Leichtathletik.

Trotz recht starker Konkurrenz gelang es ben L. f. B>- Leichtathleten, sich bei dem Herbstwaldlaus des Gaues DietzenWetzlar in Wetzlar zwei zweite Plätze zu erkämpfen. Der seinem Jahr­gang nach noch jur Jugendklasse gehörende Lauser R ü d s a m e n startete in der Jugendklasse A und kam nad) hartem Kamps mit dem Sieger drei Meter hinter diesem als Zweiter durchs Ziel. Im Mann- slhaftslauf der Seniorenklasie errang die Mannschaft Adam, Müller, Treser und Lachmann

Ern schäbiger Bratenrlxk: Oh, ich weitz, dah ich Talent habe, aber doch hängt offen ge­stünde n, Diel davon ab. ob man einen guten Partner hat. Zum Beispiel, wenn Herr P. mit mir die Bühne betritt, dann dröhnt e« nur so vor Gelächter Und toenn ich mh Herrn Z. her­einkomme, dann lacht kein Mensch. Man muh sich eben seine Parttrer au3hüben.

Eine Pfanne. 3ch stand in einem Küchen­artikelgeschäft und wartete auf meine Zukunft. Mein Traum war da» Familienleben: eine rein­liche Küche, em warmer Herd. Familie, und viele gesunde Kinder, die ich ernägt?, und die mich liebend umgeben. Ah! Sines Tage» ober trat Reinhardt in da» Geschäft, i(baute sich spähend um, und. auf mich zeigend, lagt: n: »Die da, die wird wunderbar wirten in dritten Aki.** Er hat mich entbedt. Seitdem g'änze und spiel« und wirte ich am Kurfürstendarnm 3ch habe großen Erfolg 2lber eriefe! do» mir da» Familienleben und bie Wärme eine» trauten HerbeS. bte ich nietoal». niemals kennen lernen werde?

Ein Stuhl: 3ch verstehe nicht ben Drtchmad bes Publikums. Seit zwanzig 3ahren bin ich beim Theater, unb seither haben sich wohl fünf- üigtaufenbmol die Schauspieler auf mich gefc'jt. Unb dauernd höre 'ch da» Geflüster des Publi­kum» ..Entzüdend!** ^Bezaubernd!" .Reizend!" 3ch kann diele Degeifterung nich: verstehen, ein­mal muh ich doch den Spiegel fragen, ob ba». was er von ben Schaulp.^.ern sich:, schöner ist. Sicher ist es Ichöiter, txnn der Spiegel ha: Pro­tektion am Theater, seitdem er einmal den einen Direktor in feiner Wohnung besucht hat.

Der Spiegel: Sei still! Das intrigiert! du gegen mich! 3ch bin der Schönste am Theater. 3eber, ob Weib ober Mann, flüstert, wenn er mich anfkeh«: ..Entzückend 7* Es ist sogar schon vorgekommen, dah sie mich kühlen!

Ptöfellch wurde es still, denn man hörte den schweren Schntt des Feuerwehrmannes, der seinen nächtlichen Rundgang auf btt Bühne machte.

Der singende Gtuöeni.

Don Karl Alexander prust.

3n Leip>ia trat ein Student in ein Deinhaus, bas wegen feiner feinen unb teuren Deine be­kannt war. und forderte eme Flasche vorn aller­besten. Der Dirt warf einen Blid auf ben Bruder Studio, der nicht gerate danach au»- MU als in febean Beutel die Toler tnrtb

edensolls ben pvritcn Platz Adam war im Sentt»- ren üinzellaus Vierter

Bei ben in '21lt<-i>-<Broboip stattactrabten Uefeh athletischen Wetttampsen um die Regiments» Meisterschaften boHe sich der V f Ber Modi zweimal den Titel eine» Meister». 3m Kugel- stotzen wurde er Sieger mit 1139 Meter unb im Honbgranotenwersen mit ss,2" Meter. Autzerbem wurde er im (ttrmee-) Funskamps sicherer Zweiter, in Anbetracht der überaus starken Konkurrenz eine gute öeiftuna mit der Motzt sein« vielseitige Veranlagung unter Beweis stilltt

teichtatblctif ber l^p.'Dg. 1900.

ö. Die CkgcrlanMdmbflptele. veranstaltet von dem D. s. B. Dissen, batten die erw>ir«ei starte Belegung gefunden. Bon der deutschen Leicht- aifektlfcht« waren der Dtslu«»rekorbmann Hoss- rn e i st e r (Münster», der bekannte Arcfefbet Sprinter Schüller und Mölle, Köln 99. einer unterer besten Weitspringer am Start. Auch beim 800 Nieter-i>aus. der von ben 1900em Bepperling, Zbnge» und Pe­ters an anderen Konkurrenzen nab--, Spielvereinigungsleute au» Zeitmangel nicht teil teftritlen wurde, sah man in dem 19 Mann starken Feld mehrere der bekanntesten u*eftbnti1d>. Miilclftredler. AI» Sieger ging aus t erwartungsgemätz Sahm (Kölner Ballspiellluh) hervor. 3hm folgte Zimmermann- Siegburg. Den dritten Ploh muhte ber 1900er Bepperling, ber nicht srüh genug mit dem Spurt clnlefete. mit einem Meter -ßorlpnmg Groh. Düren, überladen. Tönge» hielt sich auch sehr gut und kam P/« Meter zurück, an fünfter Stelle, ein. Peter», der seine alte Schnelligkeit noch nicht Lieber erlangt hat, wurde a!« Siebter notiert.

Boxen in Gießen.

2latb ber !m 'Boten üblichen Sommerpruse be­ginnt her Manner-Turnvevein Giehen ab morgen, NNttwoch, toiebet fein Wiittertraining in ter Turnhalle. Die Qlbtnlung, bie bn tKtganqcncn 5>alb]abr 40 bi» 50 Mann stark V Kampsslalfeln ausgestellt, die an ben kommenden Kämpfen im Winter unb besonders an einem gröberen Kampftag in Gicsten tellncftmen ttx-rben. 3n Aussicht genommen ist die Gründung eines Bezirke», in dem Marburg. Wetzlar, Butzbach. Alsfeld imb (Meften vertreten fein werten imb in bem alljährlich die Meiftertchaften ausge- kämpft werten sollen.

Gießener TennisNnb 1922.

Kirchner Sieger Im Caftn-Iuroler. Noll-siamona gewinnen da» sierren-vappelspiel. Auf bem 1. Lahn-Turnier, tel der Limburger Termi»llub rom 2123 September xum Ab» schluh ter diesjährigen Saison veranstaltet hatte, konnte ter Gietzener Klub erneut beweisen, welche beachtliche Spielstärke feine 'Vertreter beifeen. Gelang es den vDleftencr Spielern doch nicht weniger al» fünfmal in den Schl uh runden ver­treten zu sein unb die wichtigsten Konkurrenzen, da» Herren-Einzel und da» Herren-Doppel, zu gett> innen.

3n ter oberen Hälfte des Herren-EinzelS Hatto N o 11 nach einem Sieg über Den guten Koblenzer Schultheih die Borschlutzrunte errcicht imb aualisizierte sich mit einem 6:4. 6:1 Sieg über Bersch Wetzlar, für bie Schl uhrunde. 3n ter unteren Hälfte war es zu einem heihen Kampfe zwischen Hamann. Gietzen unb bem nach Weike (früher Viehenf) besten Koblenzer Spie­ler Hensmann gekommen, hm letztere, lnapp mit 9:7 für sich entschied Ferner hatte Kirch­ner in ber unteren Hälste seine ersten unten zu bestehen, um bann in der Borfchluhnunde gegen HenSmann an treten zu müssen Mit

wüchsen. Doch was blieb bem Wirt übrig, als chm die Weinkarte vorzulegen unb ben edelsten Johannisberger, ben ter flotte Studiosus nach kurzer Prüfung bestellte, aus bem K?ller zu holen. Da nun die Flasche auf bie Neige ging und ber Wirt um ben Tisch herum scharwenzelte, muhte es ans Bezahlen gehen

Der 6latent fyratb: .Bezahlen? Ein Musen- svhn kann auch ander» bezahlen, al» mit ge­meinem Geld. Wis wäre e». Herr Wirt wenn ich 3ftnen mit einem goldenen Liebe bezahlte?"

Der Dirt verbat sich ben Diy unb t>.*rlangte bar Gelb. Wer ter Studio blieb dabei unb sagteEs steht ja in Öftrer Hand. Herr Dirt. ob Sie mein Sieb al» ,-iablung annehmen vollm ober nicht. Wenn ich eine» finge, von bem Sie leibst tagen müssen: Da» gefällt mir bann gibt » kein Geld. Sagen Sie ober: E» gefällt mir nicht! bann bekommen Sie Zftrr Wonrlrn."

.Lasten Sic bie Schnurren." entgegnete ber Wirt, .ich bitte mir kurz unb rund mein Geld au» '

Die Gesellschaft tn ber Weinstub? war auf dies furiofe Ge präch aufmerPam geworden hatte feinen Späh daran unb retetr bem Wirte zu. auf ben Hantel einzugehen er könne ja bei jedem Lieb erklären: G» gefällt mir nicht!

Da gab der Wirt nach, unb der Studio begann zu fingen: Av'en auf den Weg gestreut unb des Horms nergefen!

.Gefällt mir nicht!" rief ter Wirt.

.Nun, bann ein anberes." tagte ter Student unb bub an: Zu Strahburg auf brr Schanz, ba ging mein Trauern an.

.Gefällt mir gor nicht!" unterbrach ihn der Wirt.

Der Studio lieh sich nicht irre machen, fentern intonierte mit tie cm Ge ühl: Muh i b nn. muh i denn zum Stäblle hinaus, und du. mein Schatz, bleibst gier!

.Das gefällt mir erst recht nicht!" rief der Wirt. .Bezahlmi bezahlen **

Hierauf machte ber Slpbrnt ein trübseliges Gesicht und sprach: .Run bann muh ich wohl daran '*' zoa seinen Geldbeutel auS der Tasche, fing an oufjuiäftlen unb fang: .Zu auf. tu auf da» Beu klein drin, ter D.rt brr will bezahlet sein st*

,3a. ba» «fällt mir! rief ter Dirt.

Da strich ter ötutent lachend sein Geld wieder ein, rief laut bie Gesellschaft zu Zeugest bah er bie Abmachung ehrlich erfüllt habe und schritt, während ter Dirt mit offenem Monte daftand, twywflgf zur Tür hinaus.