ur' r. :;.'c Er'eicht:rungen zu verschaffen. Die V r: jin.r.t .na nimmt Denn auch den Gnlwur e in lein r> ^rund-ü>,e-.l zu. Li-? von b?r Drauindustrie . rs Äarr.mcrLt /tiä f,e. u ;:rten Wünsche sollen Durch Vermittlung d^s Bororts * des Hanhrls- kainmsrtaaes zur Kenntnis brs zuständigen TKi- niü^riums gerecht werden.
Cer Deutsche Industrie- unb HandelStag hat aui Grund t<ä Deschlu ses srineS Einzethan^els- aurschus'eS seinen Mitgliedern eine Reihe von Vorschlägen zur
Kenterung des Gesetzes über den unlauter)» Wetttewerb
zur Begutachtung vorgelegt. Die Dollversamm- lung saht hierzu die folgenden Deschlü fe:
1. Tic Kammer erklärt ihr Einverständnis mit dem Vorschlag, wonach in Zukunft alS 2lus- rerkäuse in öf entlichen Dekanntmachunaen nur solch« Deransta tungen drzeichnet werden dürfen, bei denen der Geschä tSbetrieb be ■ endigt oder bei denen eine einzelne Waren- gettung auf^egeben werden soll.
2. Die Kammer kann unter k.inen Umständen dem Vorschläge zustimmen, wonach auch ander« Dera^altungen. welche bzn Eindruck eines Total- oder Tei auSverkou s erwecken, zuläs ig sein sollen, wenn ein sie rechtfertigender Grund vorl egt.
3. Die Kammer spricht sich für ein gänzliches Verbot der Gewährung von Zugaben aus.
4. Die Kammer begrübt die Einrichtung von EinigungSämtern auf gesetzlicher Grundlage bei den Industrie- und Handelskammern, deren vornehmste Aufgabe eS sein wird, im LchieDSv erfahren die zahllosen Sonderver- kaufsveranstaltunaen.auf ein angemessenes Most zurückzusühren.
Die Kammer genehmigt den Kostenvoranschlag für die sich als notwendig erweisende Teilung der Untcrklasie der zwerjährigen Handelsschule in zwei Abteilungen. Aus dem
Bericht der GeschästSführuag
ist folgende- hervorzuhrbrn: Die hessischen Industrie' und Handelskammern haben bei her Regierung eine Herabsetzung der Gebühren beantragt, welche dem Notar für die Beurkundung zum Schi fS-, Handel« , Genossrn- schosts-, Mu/ter- usw. Register zustehen, und gleichzeitig Vorschläge zur Qlenterung des in Frage kommenden Artikels 18. Abs. 1 Ar. 5 der Gebührenordnung für die hessischen Notare gemacht.
Die in einer Vorlage des hessischen Herrn Iustizministers zum Gesetz über den Llrkundem- stempel vorgesehene Herabsetzung des Stempels für die Genehmigung deS Erwerbs von Grundstücken durch Ausländer und juristische Personen auf 10 bis 1000 Mark ist von der Kammer unterstützt worden.
In einer ausführlichen Eingabe hat sich der hessische Industrie- und Handelskammertag gegen den dem Landtag vorgelegten Gesetzentwurf zu einer Aenderung des Ausführungsgesetzes über die Angelegenheiten der freiwilligen Gerichtsbarkeit ausgesprochen,- die Eingabe wendet sich im besonderen gegen die vorgesehene teilweise Ueberführung der Tätigkeit der Notare — z. D. bei Beurkundungen im Grundstücksverkehr — auf die Gerichte und die OrtS- oerichtsvorsteher, die vom Standpunkt der Wirtschaft auS nur mit schweren Bedenken betrachtet werden kann.
Der Hessische Industrie- und Handelskammertag hat dem Entwurf eine« Gesetzes zur Abänderung der Gewerbeordnung — Handwerkernovelle — nunmehr zugestimmt, obwohl auch er die Lösung der alten Streitfrage l Fabrik und Handwerk nicht bringt. Immerhin - bedeutet der Entwurf in manchen Beziehungen ' einen Fortschritt gegen den bisherigen Rechts- । zustand. So schafft er z. D. auch den Instanzenzug für die Beurteilung der Frage, ob ein Industrie- und Handelsbetrieb bzw. ein Gewerbebetrieb vor- liegt, in der von den Handelskammern gewünschten Weise. Es kann nicht dringend genug gewünscht werden, dah der Gesetzentwurf sobald al« möglich vom Reichstag verabschiedet wrrd, damit endlich die dauernden Reibereien und Streitigkeiten zwischen Handelskammern und Handwerkskammern aufhören.
Die seitens der Automatensabrikanten beantragte Ermäßigung oder Aushebung des Urkundenstempels für Automaten konnte von den Kammern im Interesse des Einzelhandels nicht befürwortet werden.
Das Mitglied der Kammer Herr Dankdirektor Griehbauer, ist vom hessischen Mtmsterium für Arbeit und Wirtschaft zum stellvertretenden Mitglied des nach der Verordnung über die Um- schuidungshilse für die Landwirtschaft zu bildenden Kreditausschufses ernannt worden.
Die langjährigen Bemühungen der beteiligten Industrie- und Handelskammern um eine V er - befferung des Zugverkehrs zwischen Köln — Siegen — Gießen — Frankfurt a. M. haben infofern zu einem schrittweisen Erfolg geführt, als die beteiligten Reichsbahndirektionen die Berechtigung der von den Kammern beantragten Einlegung eine« Flügelzug<- Paares Köln—Siegen zu den Zügen D 275/276 Dortmund — Hagen—Siegen— Frankfurt a. 'M.— Freiburg anerkannt unb die sorgfältigste Prüfung deS Antrags zugesichert haben.
Die Kammer setzte sich gemeinsam mit den übrigen beteiligten Handelskammern für eine ganzjährige Führung deS Zugpaares D 15 3/154 Frankfurt a. M.— Bremen ein. Die Hauptverwaltung der Reichsbahngesellschaft hat diesem Antrag wenigstens teilweise ftattgegzben.
Die dritte Ortsbriefzustellung in Gießen ist nunmehr Wirklichkeit geworden: damit hat ein von der Handelskammer schon feit Jahren im Namen der gesamten Kaufmannschaft immer und immer wieder vorgetragener Wunsch endlich Erfüllung gesunden.
Dank der Bemühungen des Dnrtfchen Industrie- unb Hanbelstags als der Spitzenvertretung der deutschen Handelskammer ist eS gelungen, beim ReichSpostrniinsterum eine Verlängerung der Aufbrauchsfrist für von der Post als unzulässig erklärte Briefumschläge bis 31. Dezember 1929 zu err ichm.
Die Kammer hat den Deutschen Industrie- und Handelstag gebeten, beim Reichspostministerium darauf hinzuwirken, dah wieder die frühere forgfültige Behandlung der Einschreibsendungen eingeführt wird, um die seit Aushebung dieser Bestimmungen einsetzende Höhe der Derlustziffer wieder zu vermindern.
Da die Kammer verschiedentlich die Beobachtung gemacht bat, daß die hessischen Anstalten unb Behörden ber Vorschrift, die sämtlichen hefft- schen Handelskammern von ihren Vergebungen und Ausschreibungen zu unterrichten, nicht nachkommen, sah sich die Kammer veranlaßt, den Herrn Minister für Arbeit unb Wirtschaft zu bitten, seinen früheren diesbttüalichen Erlaß bei den in Betracht kommenden Behörden in Erinnerung zu bringen, was auch geschehen ist.
In Unterftüöung einer Eingabe des Herrn Oberbürgermeisters von Gießen hat sich dte Kammer für die Errichtung eines Nutz- und Zuchtviehhofes als eines Werkes eingesetzt, durch welches die Stadt Gießen zu einem Wirtschaftszentrum von überragender Bedeutung und befruchtender Wirkung für ganz Hessen gemacht wirb.
Die Notlage der oberhessischen Da- saltindustrie hat die Kammer zu einer Eingabe an das Ministerium für Arbert und Wirtschaft veranlaßt, worin sie der Zuversicht Ausdruck gegeben hat, daß das Ministerium diejenigen Mittel und Wege ausfindig machen wird, welche einten gerechten Ausgleich zwischen den Lebensnotwendigkeit cn dieser Industrie und den Belangen des Staates und der Gemeinden herbeizuführen geeignet sind.
Dte von dem Deutschen Industrie- unb Handelstag eingeleitete Aktton zur Unter ft Übung der deutschen Schulen im Auslande, welche ebenfalls als Pioniere der deutschen Wirtschaft angesprochen werden müssen, wird von den hessischen Handelskammern insofern unterstützt werden, als sie in ihrer Gesamtheit die Pflegschaft für dte deutsche Schule in Tientsin (China) übernommen haben.
Trotz des einmütigen Einspruchs aller Beruss- vertretungen hat das Reichsbahngericht in der Frage der Tariferhöhung im Sinne des Antrages der ReichSbahngesellfchaft entschieden. Damit wird dte deutsche Volkswiri- schaft vor neue Schwierigkeiten gestellt, die sich in ihrer vollen Tragweite vorerst noch gar nicht absehen lassen.
Auf Anregung des hessischen Industrie- und Handelskammertags hat im Ministerium für Arbeit und Wirtschaft eine Besprechung in Sachen des Ankauf« de« S cheue r k vnz e rn s stattgefunden: an dieser Besprechung hat al« Sachverständiger für die oberhessischen Kammern
Herr Leopold Mäher teilaerwumren. Als Ergebnis dieser Aus'prache stellte der Herr Minister als Richtlinie für die Stellungnahme der hessischen Regierung den einmütigen Protest gegen diese letzten Ende« auf ein Gctreidemonopvl abzielen - ben Bestrebungen fest
Auf Anregung der Gießener Dankenvercinizung wird bte Kammer in Gemeinschaft mit dieser einen Kursus über Bank- undDörsenwesen etwa Milte Oktober veranstalten.
Es hat sich im Laufe Der letzten Zeit her ausgestellt, dah in immer mehr zunehmendem Umfange WechselunversteucrtanWarenliefe- ranten gesandt werden ohne dah sich dir Warenabnehmer darüber klar find, daß sie hierdurch gegen die Bestimmungen de« § 5 des WechselsteuergrietzeS gröblich verstoßen und in
Strafe genommen werden können. Sine wertere ^Infitie ist die Inzahlu nga a be vvrda- tierter Wechsel. Dabei scheint t
darüber au bestehen, dah bi: Laufzeit aller Dcch. sei mit dem Tage der latsächlichm Ausstellung oder Versendung beginnt. Da diese Mißstände im Wechselverlehr bi: ordnungsmäßige Abwrck- hmg ber Geschäfte erh blich beeinträchtigen, wer- den bi. rmit alle Empfänger von unversteuerten Wechseln cufge^rbert die Anaeie'.enheil. wenn nicht ohne weiteres die Abstellung deS Mangels durch den Aussteller erfolgt, der Kammer nnt- zuteilen. Die Kammer wird sodann b.e betreffende Firma aus da« Unzulässige ihrer Handlungsweise Hinweisen und nötigenfalls mit den zuständigen Behörden in Verbindung treten.
Arubauien im üeberlandwerk Oberhessen.
Das Lieberlandwerk Oberhessen hat sich im Baujahre 1928 zur Ausgabe gestellt, mehrere selbständige Betriebspunkte zu schaffen, von denen aus die Versorgung des LleberlandgebietS unmittelbar erdigen kann. Solche Betriebspunkte wurden in Friedberg. Nieder-Wöllstadt, Inheiden, Nidda und Lih- berg geschaffen. In den vier erstgenannten Orten wurden Schalthäuser mit einem Kostenaufwand von 300 OCK) Mk. erbaut, welche die Unterbringung neuzeitlicher Schaltanlagen gestatten. Diese Schalthäuser haben ein Doppel- sammelschienensystem, um alle notwendigen Trennungen im Versorgungsnetz durchführen zu tonnen. Sv wird z. B. das eine Sammelschienen- system die Industrie und Städte versorgen, während das jeweils zweite Sammelschienensystem für die Versorgungsleitungen der einzelnen Orte und für die Freileitungen von weniger großer Wichtigkeit verwendet wird. Die Schalthäuser in Friedberg, Nieder-Wöllstadt und Iicheiden sind durch unterirdische Hochspannungskabel mit der Hauptzentrale in Wölfersheim verbunden und werden durch diese HochspannungSkabel gespeist. Eine Unterbrechung der Epeiseleitung, dadurch, daß diese im Erdboden verlegt ist, kann durch äußere Witterungsunbilden. Beschädigungen der Leitungen usw. nicht mehr erfolgen, da die Kabel ungefähr 1 Meter tief verlegt sind.
Gleichzeitig mit den Hochspannungskabeln wurden Detriebsfernsprechleitungen in Kabeln verlegt, die eine ununterbrochene Fernsprechverbindung auch in Störungsfällen gewährleisten. Diese Fernsprechanlage ist mit einer modernen Telephoneinrichtung mit Selbstwählerbetrieb versehen, so daß eine Vermittlung der einzelnen Stationen untereinander automatisch erfolgt.
Die Kosten für die unterirdischen Kabelverlegungen zwischen den obengenannten Schalthäusern belaufen sich auf Mark 900 000.—. Ein Kilometer HochspannungSkabel erfordert einen Aufwand von rund Mark 27 000.— bi« Mark 30 000.-.
Es ist vorgesehen, im Lause der Zeit diese Kabelverbindung noch zwischen Inheiden und Nidda und zwischen Nidda und Lißberg SuSzudehnen. Die verlegten Hochspan- mmg«fabel sind so bemessen, dah sie aus- reichen, ?»ie vier- bi« fünffache Leistung, die jetzt übertragen werden soll, transportieren zu können.
. Durch die Schaffung der einzelnen Betriebspunkte werden Die Störungen, welche im Leitungsnetz in den Bezirken dieser Betriebspunkte auftreten, auf ein Mindestmaß beschränkt. Einmal auftretende Störungen durch WitterungSunbilden, bei Stürmen, Rauhreif ufw. können immer nur eine Leitung außer 'Betrieb sehen: alle übrigen Leitungen eines Bezirkes bleiben ungestört weiter in Betrieb. Die Entfernung eines Abnehmers von der den Strom liefernden Zentrale wird durch den Ausbau der einzelnen BetriebSmittelpuntte in der Provinz um viele Kilometer kürzer und dadurch die Stromlieferung viel sicherer.
Die Inneneinrichtung der einzelnen Stationen wird mit solchen Apparaten ausgeführt, die allen äleberspannungen, die in einem Netz auftreten können, nach menschlichem Ermessen stand- halten müssen. Es werden neue Hochspan - nungs-Oelschalter mit einer großen Abschalt
leistung. sowie andere moderne Hilfseinrichtungen zur Beschränkung der älebcrströMe-«nd tielter- fpannungen eingebaut Die Kosten für die Inneneinrichtungen der einzelnen Schalthäuser belaufen sich auf ungeübt Mark SCO 000.—.
In dem Wasserkraftwerk Lihberg de« äleberlandwerkes Oberhessen wird em neuer Maschinensatz ausgestellt, der zur Reserve für die vorhandenen Maschinen dient, um bei Außerbetriebsetzung eines vorhandenen Mafchi- nensatzes weiter die Krafterzeugung aufnehmen zu können. Die Kosten für Dielen dritten Reserve-Maschinensatz belaufen sich aus ungefähr 200 000 Mt.
Sämtliche während der Kriegszeit auS- gebaute Fernleitungen in Eisen wurden gegen solche in K u pfer auSgewechselt. Es handelt lich Dabei um ungefähr 220 Kilometer, Dte im Verlaufe dieser Bauperiode ausgebaut und durch Kupferleitiingen erseht wurden. Die Kosten für dte verlegten Kupfer-Fernleitungen betragen ungefähr 300 000 Mk.
Heben diesen Neubauarbeiten hat das lieber» landwerk Oberhessen in dieser Bauperiode 2 8 bi« 30 größere Ortsnetze einer eingehenden Instandsetzung unterzogen, wobei, den Bedürfnissen der Abnehmer entsprechend, größere LeitungSquerschnitte verlegt wurden
Die Kosten Der .Heberbolungen der Ortsnetze belaufen sich auf ungefähr 500 000 Mk
Bei Den Ortsnetzen mit einer Spannung von 220/127 Volt wurde begonnen, die heute normale Spannung von 400/231 Volt emzuführen. wobei die elektrischen Gebrauchsapparate, wie Bügeleisen, Kochapparate usw. auf Kosten des Heberlandwerkes auSgewechfelt werden. Die in diesem Jahre erfolgten Umschaltungen von Ortsnetzen erforderten ungefähr 200 000 Mk.
Oberhessen.
Landkreis Gienen.
* Heuchelheim, 25 Sept. Heute nacht gegen 1 -Hbr wurde in der Scheune de« Pumpen- machers Germer. Bachstrabe 25, Feuer bemerkt, da« schon ziemlich stark um sich gegriffen hatte. 'Die sofort alarmierte Feuerwehr fand bei ihrem Eintreffen die Scheune bi« auf die Ballen in hellen Flammen. Das Gebäude brannte völlig nieder ES ist al« ein glücklicher Hmftanb au verzeichnen, daß die Scheune einzeln stand. Sie war tic einzige Scheune in diesem Winkel, D e durch die Brände in Den 90er Jahren des vorigen Jahrhunderts verschont geblieben war. Wenn auch das Feuer schon stark um sich gegriffen hatte, so gelang es doch der Feuerwehr, die schnell zur Stelle war. es auf seinen Herd zu beschränken. Der Sachschaden dürfte nicht allzugroß und durch Versicherung gedectt sein.
u. Klein-Linden, 24. Sept. Von bester Witterung begünstigt, hielt gestern vormittag der hiesige Radklub .Germania" sein dies- lähriges Herb ft rennen ab, das nur für Mitglieder des Verein« offen war. Die Rennstrecke, rund 50 Kilometer, führte über Dutenhofen, Wetzlar, Wei den hausen, Groß- und Klei n-R echten - bach, Niederkleen Pohl-Gön«, Kirch-GönS, Lang- Göns und Großen-Linden Die Ctted: stellte wegen ihres unebenen Gelände« und stellenweise schlechter Beschaffenheit der Straße hohe Anforderungen an Die Teilnehmer und ihre Maschn-
rötenb die Hände nach ihm streckte. Aber diesmal sah der Vater daneben. Sein starker, wuchtiger Kopf, byr in der Strenge und der Armut seiner Nuancen an altägyptische Porträtbüsten erinnerte, war nach vorn gerichtet, als ob er, Kurt Grottcck, gar nicht neben ihm existierte Wer war dieser junge Mensch neben einem Brodersen, dessen Reichtum die ganze Stadt in Verwirrung brachte? Ein verkrachter Pianist, der von Gott weih was lebte.
(Erbitterung stieg in dem Spielenden auf. Er ertappte sich dabei, daß er ein paar Takte übersehen — bei einem Stückchen, das er sonst im Schlaf gespielt hätte —, und er war dicht daran, mitten im Spiel auftuftehen und davonzulaufen. Aber der unglückliche Ansager sah ihn so vertrauensvoll an, dah er es nicht ferllgbefam.
Wie ein fremder Wandervogel schwebte Inge Brodersen über der alten deutschen Stadt — über ihm — über allen — Wo tarn sie her? Wen (lebte jie? Konnte fie überhaupt lieben? Ihr verschlösse- nes Gesicht hatte genug Rätsel aufgegeben. Hatte sie nicht heute. In dem kurzen Augenblick, ihre Seele geöffnet? Ach, vielleicht erinnerte sie sich schon gar nicht mehr daran.
Und nun strömte die schimmernde Melancholie des Slawen breit und schwer wie ein Fluh der Ebene.
Fast hätte Ida Jester geklatscht, als er fertig war, unb der Ansager verspätete sich um eine ganze Minute, ehe er dte Fortsetzung de» Konzerts an- kündete.
Dreiviertel Stunde später verlieh Kurt Grotteck das Rundsunkgebäude. Sie Bureaus waren längst geschlossen, unb durch ein Versehen war die Hono- raranszahlung für die gelegentlich auftretenden Künstler unterblieben. Das war ein« schlimme Geschichte.
Er zählte seine wenigen Scheine zusammen — In dem gleichen Torbogen, wo er vorhin dem Wagen Brodersen» nachgeblickt hatte. Diesem Wagen, der ihn um ein Haar gepackt halte, um ihn Dann in die Arme de» geliebten Mädchens zu schleudern.
Ein Motorrad knatterte heran, hielt mit einem Knall und blieb vor ihm stehen .Guten Abend, Baron. Sie auch hier?
„Guten Abend, Haberfeld, dir wurden übrigens erwartet."
„Ein Versehen der Programmleitung, verlassen Sie sich darauf. Mit uns Künstlern wird Schindluder getrieben. Was aber machen Sie hier? Sie haben es doch nicht nötig, Pedale für Geld zu treten?"
Grotteck lächelte. „Ich tue es auch nur aus sportlichen Gründen." Damit verlieh er den verdutzten Geiger.
Der Platz war dunkel. Durch die Bäume schimmerte weiches Laternenlicht. Ein leichter Sprühregen fiel wie ein nasser Schleier herab. Herber Erogeruch stieg aus Den Rasenflächen der Anlagen.
Er schnupperte In der Lust. So roch es in seiner Heimat Grotthausen um diese Zeit. Er hätte viel gegeben, wenn er fetzt dorthin hätte gehen können — und dann mit Mutter Arm In Arm über die Feldwege zum Wald, hinter dem die Weichsel ihre Bahn zog. Unb vor dem Schlafengehen eine aüe, feierliche Sonate und ein Glas guten Weins und ein lachendes „Gute-Nacht"-Sagen und bunte, leichte Träume! Wie lange war denn das her, dah er, gebläht von Hoffnungen, auf die Musikhoch schulen gereist war, erst nach Berlin, bann hierher ? „Ein Grotteck muh auch mal was anders werden als Stoppelhopser , hatte die Mutter gesagt. Aber ein paar Tränen waren doch geflossen.
Arme, kleine Mama? Run sah er hier, festge- fahren, mit einer erheblichen ßebenspanne auf der Fahri, die mit Hundert begonnen patte. Unb es stand mit ihm fast so schlecht wie um Grotthausen.
Den Mantelkragen hochgeklappt, durchwanderte er ziellos die Gassen. Wo sollte er auch hin? Das einzige Ziel für ihn in dieser Stadt wäre das große gelbe Haus auf ber Höhe gewesen, wo auf schwarzer, ovaler Marmorplatte ber Name „Bro- dersen stand.
Auf einer Plakatsäule starrte ihn das Wort „Alcazar" an. Hatte nicht heute einer davon gesprochen? Er schlug den Weg zu Dem etwas bedenklichen Lokal ein, wo die herben und die fiebrig- süßen spanischen Weine bei lärmender Musik getrunken wurden.
Er bog um eine Kirche, an einem Brunnen vorüber, in den alten Mauergang ein, der durch die Neste der einstigen Stadtmauer unb die Rückwände ber Häuser gebildet würbe. Der Gang war überdacht, eine dunkle Höhle, dte der beiden Laternen- flämmd)en spottete. Hier hielt sich kein Mensch gern
auf: bas Schweigen unb die Düsternis betonten die öde Verlassenheit zu beklemmend.
Grolleck phantasierte: Hier wurden «inst die Verurteilten zum Henker geführt, in eine mit allen Schikanen der Zell versehene, wohlassortierte Folter- kammer. Klang nicht noch das Schreien der Ge marterten, erlöst durch einen Zauber? Ein vor ttefflicher Ort für geheime Morde, die ewig den Täter unentdeckt ließen. Der Ermordete würde nicht einmal auf der Linse des brechenden Auges das Bild des Täters aufnehmen können. Grotteck ging langsam, das Gruseln der einsamen Höhle wollüstig genießend.
Als in diesem Augenblick in einiger Entfernung ein Schuß knallte unb Schreie aufbrachen, war er noch so im Bann seiner Phantasie, daß er, behaglich lächelnd, weiterging. Aber nun näherten sich die flüchtigen Schritte eines Menschen, dem andere folgten.
Unwillkürlich drückte er sich in eine der vielen Nischen ber Mauer. Eine Männergestalt näherte sich ihm. Die Beine berührten kaum Den Boden. Er hörte deutlich das Keuchen einer um Atem ringenden Brust. Ein Mann im bloßen Kopf folgte im Abstand weniger Meter, immer dasselbe Wort kreischend, das er nicht verstand.
Der Dersolate war nun an ber Nische, er hielt einen Augenblick in seinem rasenden Lauf inne und drückte Grotteck ein Paket in die Hand. Dann rannte er weiter, den Lichtern xu, die, in ber Ferne eilige Straßenoasianten überflarferten. Aber nun roar der Verfolger, ein schlanker, mittelgroßer Mann, dicht an ihm.
Grotteck sah einen Wirbel von Körpern, die auf den Boden rollten. Er hörte ein hervorgeftoßenes: „Das wollen Sie? Suchen Sie doch nach!" Und che er hinzulausen und die beiden trennen wollte! waren sie auf und davon, weggeweht wie Nebel im Wind.
Als Grotteck das Paket, bas in mehrere kleinere auseinanderftel, betrachtete, sah er durch die Lücken angerissenen Papiers v a n k n o t e n , deutsche und fremde.
_ Karl Grotteck ging langsam, schwankenden Schritts, wie ein Trunkener, weiter. Mechanisch stopfte er die Bündel bi die weiten Taschen des
Mantels. Sie bauschten sich auf. Er wagte nicht, umzukehren. Aber es schien ihm auch unmöglich, aus dem Dunkel des Ganges In die Lichtkreise ber Straße drüben zu treten, dort, wo Menschen gingen. die aufgespannten Schirme zwischen sich unb dem stärker nieberpraffelnben Regen.
Einen Augenblick wartete er noch auf die Wiederkehr Des Mannes, der ihm das Paket in die Hand gedrückt, ober feines Verfolgers. Ader der Gang blieb leer, nun Doppelt einsam nach der auf« geregten Szene von vorhin. Und diese Leere unb Einsamkeit ftaa, nun peinigenb von dem lebendigen Auf und Ao der Straße da Drüben ab.
Plötzlich stieß in die Stille schmetternder Lärm. Eine gellende Musik warf Fetzen von Melodien m den Gang. Ein Klavier war au unterscheiden, eine verkratzte Violine, irgendein Schlaginstrument und da^weschen ber überakzentuierte Gesang weiblicher Stimmen.
Grotteck atmete auf. Hier irgendwo war ber hintere Eingang zum „Alcazar . Vielleicht fand er Fährmann drinnen, unb er konnte sich mit ihm besprechen. Er stieg vier schlüpfrige Stufen empor und betrat die Wirtschaft.
Anfangs hinderten ihn dicke Rauchschwaden, etwas zu erkennen. Dann wurden kleine, runde Marmortische deuttich, umbrängt von trinkenden, rauchenden, schwatzenden Menschen. Und drüben, vor einem großen, halberblindeten Spiegel, saß die Kapelle in lächerlich bunter Kostümierung. Führ- mann schien nicht da zu fein.
Eine kräftige Gestalt drängte sich durch die Tisch- reihen auf ihn zu, unb eine fette Pratze ergriff Besitz von seiner Rechten.
„Guten Abend. J)err Baron. Große Ehre. Drüben ist noch Platz."
Grotteck ließ widerftandslos feine Hand in der des Wirts, der ihn durch bas Lokal schleppte. Er lächelte: Quevedo fand immer noch Platz, auch wenn keine Zigarre mehr auf den Boden fallen konnte.
..Etwas zuiammenrücken, meine Herrschaften. Hier ist noch ein Stuhl. Bitte, Herr Baron.1*
Ehe Grotteck es sich noch überlegen konnte, fand er sich an einem Tisch sitzend, zwischen zrvei Gäste gedrängt, unweit der Kapelle.
(Fortsetzung folgt)
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