Nr 200 Drittes Blatt
Tießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhefien)
Samstag, 25. August (928
bem Plublancv <rul*uf4xilüm Die ich non Dreier Ar infbcit
C‘dnlN,rung.
(Schluß folgt)
ttflen. übertragbaren ^aueticrfranfbnlcn. Deren sich bte Landwirt» mit tterärztlicher Unterstützung
9 Fortsetzung.
Nachdruck verboten.
auf Die un-
Sie acht, ich werde ist neunundneunzig nicht fränffid? und war ja erst sechzig
rein mensch«
Ähre Äugen besucht, weil
unterstellten, zu vernetzen tzat. >on- fefor zahlreichen richt anzeigcpflich-
ganz ün Sinne non Herrn T*r Andrae ein- gewandt. <* sei doch unangebracht, ja geradezu widersinnig, Tiere, die ohnrhin an einer leuchen- baften örfranfun sind, noch oben!
2m Safe der Bank hatten sie nur einige Akten von Jtqpotbetm gesunden, gelöschte und ungelöschte, aber kein Testament. Der Atmokat. den die alte 3ame früher gehabt, war inzwischen im »ranken- baute nach einer ©ehirnoperatton verstorben Sein Nachfolger war ein hier sremder junger Anwalt au« Dinant, der nie etwas mit der alten Dame zu tun gehabt hotte. Der alle Bureauvorsteher des Advokaten erinnerte sich, daß Frau Longeoille öfter« dagewesen war. um em neues Testament auffetzen zu lassen und sie da» später wieder ungültig gemacht hatte. Sie kam so oft damit an, daß man sie überhaupt nicht mehr ernst nahm
..Dor etwa vier Wochen". sagte der Bureauvor« fte!>er,_ „hatte fie einmal an den Notar geschrieben, sie würde nächstens fornmen und ein neues Testa« ment machen, aber sie war nie erschienen."
„Sann muhte sich das alte Testament doch noch finben. Hatte denn die alte Dame sonstwo noch ein Safe ober einen anderen Advokaten?"
dachte sie. Ähre »rast war in diesen Tagen erschöpft, sie war wie gelähmt.
Da, Testament der Toten hatte sich, trotzdem man die ganze Wohnung durchsuchte, nicht gefunden.
so alt wie meine Mutter, die Jahre geworden.
„Frau Longeoille war also fühlte sich noch sehr rüstig?" Gewiß", sagte Odette, ..sie
Jahre alt."
-»Nun, läge doch ziemlich nahe, da« zu denken", sagte der ©b'wrf*mrrvf» mar
nicht zu fmch. eher zu modrig gegriffen Um das Gesagte zu erhärten, darf ich einem auf diesen, QMrict gewih erk ah reuen, mchtlierärztlnhen Fach- mann. dem Ditekwr des Instituts für Milcherzeugung der Preustfta-en Dcriuchs- uub Fnr- schungeanstalt für Milchwirtschaft in .Aid. Professor Dr. Dünger, do« Wort geben, ör sagt in
Verhängnisse.
Vornan von Lies-et Dill.
Copyright by Martin Feuchtwanger. 5>alle (Saale).
AerieuchcndekämpsuiigdmchTlerseucheiisorschung
Von prostffor Dr. 'Jtmcf, Direktor des Veicrinär hygienischen und Xicrfcutfien 3nihhite der LandeS'Univttlttäl Gießen.
eine arofterc An-ah. bon ansteckenden Hau-:- r- Iranktzei >-n ber geletzlichen Wämpfxmg nberchauvt nicht unter! c jt. 3ene Enftchädigun^en find aber unter b?n bestehenden Derhäktmfsea nicht cfnxi eine völlig unm'tte Au-gav? sondern leihen brr velerinärvvlizeilichen Bekämpfung der Seuchen sehr wertvolle Dienste ßangc Zett hat man sich an matzgebenden Stellen gegen die Ensührunz der ftaattichen Smfchöbigu-g al- Mittel -ur Seuchenbekämpfung geüraubt Ma:, btt auch —
TLanw; Lee geld-en Golk" geht und die in allen Ländern mit hochentwickelter Viehzucht sich cm- geniftc: hat ihre leichte TV-'tlerrbirfd! ibrr Hortnäütgtcit ihr? zunehmende Drrbr.itun^, -n d nicht zuleyt .her ur.bcüba'. t ;n den methr Fällen beru.ttichtigt so dürste es wohl einleuchten. das, auch biete diese Seuche ein pdd(t gelähr'a<bcr Svin^ bei L<rnbr.irftchaft i;:. Der jährliche durch dirie Seuche in Deuttchiand bet tgcrutene Schad ift auf rund >. Milliarde tMhmarf ' e.ech-et worden Für Cteh. rrexi) wurde der Milchveriust infolge dieser ansteckenden Suterentzundung >-ut etwa 25 TltiRmnen Liter im 3abr angegeben batst ein Fünfte! jener Mllchrnenge. die ,wtwenb:g wäre, tun die Einfuhr von M Ichprvdultvn aue
IBcnn ich ein weitere- Beispiel an führ en dort, um welche Werte es sich hier handelt — es gibt auf diesem Gebiete leider mehr al- genug solcher Beispiele — so möchte ich daran erinnern, daß m den Milchvichbeständon. und zwar je größer sie ftnb. um so mehr, ansteckende Suterentzündungen heutzutage in erschreckendem Maße um sich greifen Diese LutereMzündungen können dazu führen, dal) Kühe alS Milchtiere völlig wertlos werden. Zu dem Ausfall der Milch fom- nwn die Wertverluste, wie sie sich durch die Vvt- Wendigkeit des Berkaus- und durch Schlachtung der von der Krankheit ergriffenen Dere ergeben. Denn man auher der ungeheuren Verbreitung der gefährlichsten Suterkraükheit. bte unter dem
Nachdruck verboten.
Es gibt Leute, die nicht genug über die .Verdorbenheit unterer Äugend klagen können, die überall an unserer Äugend etwa- au-zufetzen haben. Unb die Äugend hinwiederum strebt nach .Freiheit", nach noch größerer Ungebundenheit in vielen Dingen G- ist der ewig sich erneuernde Gegensatz zwischen alt und jung, den wir beobachten können E- beucht mir. bah vielfach beide Teile über das Ziel Hinausschiehen, bah im Durchschnitt unsere Jugend, gemessen am Maßstab vergangener Zeiten, lange nicht so .schlecht" ist. wie sie geschildert wird, und daß die Stürmer unb Dränger in der Jugendbewegung. insofern sie schrankenlose Freiheit für da- heranwachlenbe Geschlecht fordern, aus vielen Gründen den Pflock noch gewaltig werden zu- rückstecken müffen. Zeiten kommen und gehen. Und wa- einst jung war. wird alt. So ist S im Leben der Völker, so ist » im Leben de- einzelnen. Da- sittenstrenge Sparta, dessen Jugend ganz vom Staate gekettet wurde, entartete; im alten Vom war es nicht anders. Der berühmte Cicero, der hervorragende Vedncr unb Denker, widmete seinem Sohne ein Buch „dc officiis“, .von den Pflichten". — doch sicherlich deshalb, weil er es für ihn und feine Zeitgenossen für nötig hielt.
Zeder Mensch hat Pflichten Erfüllt er sie nicht, so schädigt er sich und andere. Der Staat — ob vor tausenden von Jahren ober in kommenden Zeiten — verlangt von feinen Angehörigen Pflichten; das gleiche verlangt die Gemeinde, verlangt die Famille.
Pflichten muh sich der einzelne, wo er auch immer Reben möge, aufedegen. will er ein wahrhafter Mensch sein unb nicht sinnlos ba» hinleben. 3a, wer die Tierwelt beobachtet, sieht, dah sie nicht nur von 3nstrickten beherrscht wird, wie so viele gerne glauben möchten Sink» es nur „Instinkte", die den Vogel fein Best bauen lassen, bah er mit bewunbemswertem Fleth unb Eifer feine Zungen füttert, ober dah ein fast wehrlose- Veh sein Junges mit Kraft und Mut gegen den Fuchs verteidigt?
Pflichten sehen wir überall, mag sie nun ber Verstand ober der sicher viel zu gering bewertete „Instinkt" fordern.
Die Pflichten, die der Staat seinen Angehörigen auserlegt, werben — im weitesten Sinne — Gesetze genannt. Wer sich gegen sie vergeht, erleidet Vachteile. Das Straf recht, das der Staat für sich in Anspruch nimmt, behandelt „Missetaten" aller Art, vom schwersten Verbrechen, dem Mord, bi- hinab zur UebertTetung. etwa dem unerlaubten Lärmen oder Fußballspielen auf einer Strohe Unser Strafrecht ist in ber Haupt« lache im Deutschen Aeichsstrafgesetzbuch feft gelegt, dessen Neuregelung bekanntlÄ zur Zett em-
Vom Lugendgenchisgesetz
Don Jugendrichter Amtsgerichtsrckt Fran; Gros in Gießen.
In ber Vr 31 ber Beilage .D e Scholle" bei Oiebener Anlegers h:t Aerr Dr Zubrot in Orten berg bit Ttzen i f ierieuchenLxckämpt'wg durch Ttericuchenforichui g' und im Zufammen- bong dann! eine Veihe von Fragen behandelt, auf die einzugehen ich al- Vertreter der Deie- Ttnärbhflicrr unb Tirrieuchenlehre an ber vete- rinännedlftnifchen ^alultät unterer Lande-uni- herltLät nicht unterfallen möchte
Im voraus möchte ich es freudig begruben, dah ♦vt Vichts achman - von dem man glauben könnte. *r stehe einem Problem, tote dem von ihm behandelten ferner, es in feinem Äern so scharf ersaht unb den Weg zu feiner 2Ölung so folgerichtig vorgexnchnei bot. Sehr zu wünschen wäre es. dah ferne Ausführungen in bet beteiligten Renten bte gebührende Aufmerksamkeit finden
Wenn wir von Tierseuchen sprechen, so dürfen wir nicht auher acht lassen, bah man darunter
nicht mir die anzeigepllicht-gen. die ber staatlichen Bekämpfung dem auch die
„Um diese Zett waren wir auch im Hause", sagte Odette. „Ähr gingen in die Suche. Die. alte Dome hatte Erdbeeren eingemacht und zeigte mir ihre ftrüchle. die baftanörn. Wir sprachen dort noch ♦'ne Beile über alles möglich Tante redete mir zu. doch den Regen adzuwanen. AI» es aber immer »netter goh. ging ich schließlich doch."
..Unb Sie sind Bietern Manne auch nicht begegnet?"
Nein, ich habe ihn noch nie gesehen."
E» war ein erst vor einigen Wochen au» Chate- audun hergezogener Schreiner, ber für em Möbel- aeschöft arbeitete, aber mehr in Wirftchaften herum- sah. (Fr hatte in (Tbatraubun Schulden gemach, unb man hatte ihn dort vor die Tür gesetzt. CFr wohnte bei dem Rirchdossgäriner und hatte an diesem Abend versprochen, da» Äird>bof»tor yi schie- hen. Und dabei war er an dem „Schühchen" vor- beigefommen.
(Fr hatte gedacht, das Hau» liegt ja ganz dunkel, al» ob niemand mehr bann wohnt. Sonst hatte immer die Laterne über her Haustur gebrannt. n»enn er abend» hier rorbeifam. Am anderen Mor- gen um sechs Uhr, als er wieder heraufkam. um oa» Tor zu öffnen, begegnete ihm das Bäckermäd- wtd sogt,, grau Longeoille öffne nich. ba mime etwa» passiert sein. Sie habe ge'chellt und geruten aber niemand habe sich im Hause gerührt, eonft sei bas Tor immer ichon um diese Zeit bie aI,e Dame habe ihr selbst da: @e-
^genommen. Da war er gleich zum Gendarm gelaufen unb halte den mitgenommen, und fie bat- L™ aUr* POrPefunben, unb das G-nentor stand oifen.
»äs Ihnen aufficL kJ?5 aI‘e Dame sonst sorgfältig veftchossen hielt, offen stand'- Ter Richer salj Loctrc an.
Qönncn Sic stchdas erklären. Madame sn!± rus°»*NEN „Meine Tante bett, n btfiem Abend zu nur gesagt. Geh« nur, laß das
Odette wußte davon nicht». Lieber diese Dinge hatte ihre Tante niemals gesprochen.
„Sie tat sehr geheimnisvoll mit ihrem Tesla« ment, das mich aber nicht weiter interessierte, weil ich es für zwecklos hielt, Hoffnungen sichere Erbschaft zu setzen."
„Sie haben also die alle Dame aus lichen Gründen aufgefuch?"
Odette sah den Richter groß an. blitzten auf. Sie denken, ich habe sie ich sie vielleicht beerben könnte?"
unoc geben oder gegangen __ - zu eitftchädtaen Andere
Erwägungen, wie z. B bic Möglichkeit der hc- trügerilchen Ausnützi-ng der Gntsch^kngung wurden außerdem gegen sie ins Feld geführt Indessen formte man lid> den Vorteilen nicht ver- fch'iesten. die andererfeit- für die veterinärpvlizei- liche Bekämpfung daraus erwachsen können. Diele Grwägungen baoen schließlich den Ausschlag und die Erfahrungen ihnen Recht gegeben Gs hat sich gezeigt, daß die Cvträbrung von Grttschädigungen für die Tier desitzer ein wirksamer Anrei.; zur Gr- Mllung ber Anzeigepllichl ist und infolaedessen Seuchenfätte viel zuverkäffiger und rascher zur Retmtnis der Behörden und damit zur Veterinär- polizeilichen Betäinpfung gelangen als zuvor. Ob.ie auf die mit dem Entschädigung-verfahren zusammenhängenden, etwas verwickelten Verhältnisse näher einzugeben, sei noch erwähnt, dast auster den, gebaditcn Zweck noch ein weiterer dannl verbunden ist. nämlich der. die für den einzelnen Tierbesitzer schwerwiegenden mittelbaren und unmittelbaren Seuchenschäden auf die breiten e<f)ultcrn der Gesamtheit der Viehbelitzer ober auf den Staat oder auf beide zu übertragen.
Aber Herrn Dr. Andrae ist durchaus beizustimmen. trenn er lagt, die Entschädigungen seien ein notwendiges liebel, dessen Befestigung an- gestrebt werden ntüsse. Diele- Ziel kann nur auf dein Dege der willenschaftlichen Forschung erreicht werden. Die von Herrn Dr. Andrae angeführten 'Beispiele von Avtz. von der Lungenfeuche. der Beschälseuche u. a. sind sprechenbe Beweise für die Aichftgtest dieser Auffassung. Die mit ber wissenschaftlichen Erforschung solcher Seuchen ver- b un den en Ausgaben find schwn längst unb vielfach durch die erzielten Srfpamftse gedeckt, wie fie sich aus der radikalen Tilgung ergeben haben □She groß würden erst die Grspamifte fein, wenn e- gelänge, eine Seuche wie die Maul- und Klauenseuche, eine der schlimmsten Deibeln unserer Viehzucht, niederzuringen. Vach Milliarden berechnet sich der Schaden, den sie fti den letzt- vergangenen zwei Jahrzehnten angerichlet hat. durch Todesfälle, durch Vach- und Fvlgekrank- heiten. durch unmittelbare und mittelbare Mllch-. Fleisch- und Arbeitsverluste, sowie durch Verluste an Zuchtwetten Auch bei der Erforschung dieser Seuche hat die Diffenschaft schon recht schöne Erfolge erzielt. Aber das Haupt,ziel. nämllch ihre Verhütung durch ein wirksames und nachhaltiges SchutziTTrpfverfahren ist noch mcht erreicht. Hm zu Mefem Ziele zu gelangen, find noch grobe Anstrengungen und noch grobe Mittel erforderlich, weil ganz besondere Einrichtungen und Vorkehrungen no taten big find, um in geeigneten Instituten mit den einschlägigen Fragen sich befassen zu können.
Ihre Tante recht oernwgend. Und nxnn k<
menl da ist unb sich auch feine findet, sind Sic doch wohl die einzige in Frage kommende (Erbin? Der
,P9 ** ÄI6,,r W iQ vor ein paar Wochen am gelben fieber gestorben."
- dichter tippte mit dem Federhalter auf den ctofi Papier, der, au» dem Schreibtische heraus« geholt, vor ihm auf dem Tische lag.
„Daran habe ich wirklich nie gedacht", sagte Odette tonlos.
„So?! Sie haben aber doch offenbar von diesen Testamenten gewußt?"
„von welchen Testamenten?"
„Don dem für das Hundeasgl und von einem jpateren, von dem Sie un» erzählt haben - Di- Testamente lauteten doch sehr verschieden."
Odette schwieg. Sie schien noch etwas m ihrem •Bcbadjtni» zu juchen.
„Meine Tonte hat nie davon gesprochen", sagte ste dann. „Sie sprach überhaupt nicht gern vom -terben (Fs war ihr unangenehm. (Es war eine lebensluftige Dame, voriges Jahr ging sie noch aus em Maskensest nach Marseille. Sie reifte jedes 3al)r einmal fort und bekam noch Heiratsanlräge. Und fie sprach ganz offen darüber. Fragen Sie doch Jrterni». Meine Schwiegermutter hat oft nehmt- Macht euch auf die Longeoille keine Hoffnungen. Sie bringt noch mal einen Raoafier aus Mar« feiüe an ..."
,,«on biefer Seite haben wir Ihre Tante eigen!- Itch noch nicht gekannt", meinte der Nichter. , Aber da» ist ganz interessant, was Sie da sagen. Ist es denn vielleicht möalich, datz sie eine solche Steife« bekannlfchaft ortgesetzl hat? Sjat fie viel forrefpon« Dtert, bekam sie auswärtige Briefe?"
-Sicher. Sie hatte Bekannte in Marseille unb moUte auch im Februar wieder dorthin "
Der Briefträger wurde herbeigeholt und oerhött. Er brachte morgens unb abends die Post heraus. Er hatte oft Briefe aus Marseille an die alte Dame gebracht. Acht Tage vor dem Mord war em ein» geschriebener Brief aus Marseille an Frau Longe- Jtue angekommen. Die alte Dame hatte >hn Ihm elbst am Tor abgenommen und einen Blick daraus ne warfen unb em eigentürnllkhes Gesicht dazu gemacht.
«Sar sie bestürzt ober erschrocken?"
tForksthung folgt.) _
Spiclplan der frankfurter rhcatcr.
Opernhaus. Sonntag, 2S. August, 19.30 bif ,w<t> 22.30 Uhr Der Zigeunerbaron". Montag, 27., 19.30 Ins gegen 22. ..Tosca". Dienstag. 28.. 19.30 bis 22.30: .Don Juan". Mitt- woch. 29.. 19.30 bis noch 2230: ..Die Macht dcS SchrckfalS". — Donnerstag. 30. 10.30 bis 22.15:
Der fliegende Holländer". — Freitag, 31.. 19 30 btt nach 22: „Mignon". — Samstag. 1. September. 19.30 btt nach 22 „Der Freischütz", örmntag, 2., 19 btt 23: „Lohengrin". Montag. 3.. 19.30 bis nach 22.30: „Der Zigeunerbaron".
Schauspteshau« Bi« 8. September gr- schSoffen.
gebend den Ve^ch-tag beichäfttgl und das unter Berücksichtiaung der Erfahrungen imd Er,tebnille von Wissenschaft und Prartt gewissennastm neuzeitlich umgestaftet werden soll. Denn auch Stras- gefetze inuerliegen dem Wandel der 3eit<m. dürfen nicht verknöchern. E« soll noch weniger, wie von anderen von ihnen heihen: E» erben sich Gesetz und Vecht wie eine ewge Krankheit fort.
Auf guten Gesetzen soll ber Staat beruhen, an guten Gesetzen soll ber Staat gefunden I Die Gesetze sind nicht Selbstzweck, sondern müssen den Bedürfnissen des Staates Vechnung tragen. Der Staat darf dem einzelnen ober der Oefamt- bett gegenüber feine Vechte aber nicht über- fPannen. Sie führen sonst, wie überspannter Dampf, zu Sffplofionen. Höhere Einsicht soll den Weg ber Dinge lenken Erst allmählich gelangt die Menschheit zu neuen Erkenntnissen, wie in den Vakurwissenfchaften und der Technik, so in tausend anderen Dingen. So gelangten wir auch im Strafrecht zu neuen Grundsätzen. Dort, v» es am nöttgsten war. führte man zuerst eine Neuordnung ein. nämlich ein Jugendstrafrecht. Jahrzehnte vergingen, bis wir ein brauchbares .Jugendgesetz" oekamen. von vielen bekämpft, von vielen geiordett. heute schon wieder erweiterung-bedürftig, llnzähligc Aussätze und viele Bücher sind über das Jugendstrafrecht ge- fchttebcn worden. Berufene und Unberufene. Erfahret» und Unerfahrene haben sich zum Worte gemeldet, im CTnlanoe und im Auslände Denn die Hot unserer Jugend ist überall gleich groh.
Dies alles schicke ich vorartt. da ich in künfttg erscheinenden kleineren Aussätzen einen weiteren Leserkreis ich fomme. wie ich mir betnufot bin, damit nicht zu zünfttgen Juristen mit ben wichttgsten Sätzen unb Zielen de» Jugendstrafrechts bekannt machen will. Iebe« Ding besitzt eine geschichtliche Entwicklung, und so schickte ich die obigen Sätze der stofflichen Behandlung meines tn ber Heberschnsl gestellten Thema« des besseren Verständnisses wegen voraus.
chettei Krankheiten es sich handelt, welche Erfolge die Diffenfchaft da und dvtt schon zu verzeichnen hat und narTvnilich. was noch zu tun übrig bleibt. Es wird sich dabei immer to ober zeigen, dah das 2 und das O der T^erfeuchenbekämpfung ihre wisserftchaftliche Erforschung ist. Vur auf der Grundlage einer tiefgründige.i Einsicht in da- Vtefen der einzelnen Seuchen ist ihre erfolgreiche Bekämpfung möglich.
Wie Herr Dr. Andrae ganz richtig bemerkt, peilt der größte Teil der Bevölkerung selbst ber- jerogen Areife, die es in erster Linie angeht, achtlos unb gleichgültig an der von ihm ange- fchnittenen Frage oorbei. nicht ahnend, welche hohe wirtfchaftliche Bebeutung ihr Aufonrort Hin unb wieder hört oder lieft der eine ober andere dah da oder dvtt diese oder jene Beuche in den Haust,erbeftänben au-gebrochen fei. Welch erheblicher Schaden dem einzelnen Tier- befitzer durch eine solche Seuche erwächst, wie große voll-wirtschaftliche Wette infolge der Verbreitung gefährlicher Seuchen innerhalb des deut- fchen Vetchsgebiete- vernichtet werden, davon haben nur wenige eine rid>tigc Vorstellung. Ein »mgefähves Bild farm man sich aber machen, wenn man sich vergeaenwättigt. dast von dem Wette der deutsche:' Pslan^enerzeugung im ®efamtbe« trage von 10.4 Milliarden Matt allein 7.7 Milliarden in der Viehwirftchast verbraucht werden und der Wett der Fkrnsch-. Milch-. Geflügel- und Wvllerzeugung rund 9,3 Milliarden Mark betrögt. Aus biefen Angaben lästt sich ermeffen. welch hohe Wette auf dem Spiele stehen, wie wichtig die Gefunderhaltung unterer Haustierbestände und befonders ihr Schutz vor gefährlichen Seuchen ift Äarm doch eine einzige Seuche, wie die Ersah« nmolebd. in einem einzigen Seuchenzuge einen Ntrocn Schaden anrichten, der sich aus etwa ', Milliarde Mark bezlssett. Daneben gehen ^ahleronästig nicht tastbare ober nach vielen Millionen Mark zu berechnende jährliche Verluste tuibrr bte drirch eine Veihe von Seuchen, sowohl solcher die gesetzlich bekämpft werden, al- auch noch vieler anderer t^erurfacht werden. Die durch- schniftlsthe jährliche Entschädiguna»- f u <n m e für Tiere, die an gewftfen anzetgepf lich- hgen Seuchen gefallen find oder im ,dufammen« bang mit ihrer Bekämpfung getötet wurden, stellt in der Höhe von IS' , Mlllivnen VeichSmarl darauf hat ja auch Herr Dr. Andrae schon hingewiesen. unb ich möchte dies noch l^esonders her- hortkben. — nur einen verhältmsmährg Reinen Bttichteii der jährlichen durch Tierseuchen bedingten GesarmVerluste dar Sie gibt daher keineswegs ein Bild von dem durch die HauStier-
keuchen überhaupt angettchteten Schaden, ba ja bei einer Veihe anzeigepflichtiger Tierseuchen eine Entschädigung nicht gewähtt wird und außerdem
einem Vortrage den er im Juni dreies Jahres gelegentlich ber Ausstellung .Tte Ernährung" rn Bettm h,ett 'olge.tdes _3n den letzten Iatzr,n um sitz und fügen ber Mllchwirt'cha't auster- prNnthd) große. Schaden tu De, der groben Ausbreitung de- Euterkrankheiten ist dringendes Ori'rbrroU bah für bte EZottchung ber Arant* betten unb ,hre Helluno. für tne tetr heute fiebere Mittel nicht hefigen, fett-ns bc< Staate» ausreichende Mittel zur Beringung gestellt werden " Denn man nun berücksichtigt dast bte Attlchwitt- 'ckdrft >ur Zeit b.tt Vuck^r^: Xv v ;
ift. dast der Gelamtwett der Mllcher^eu iung für das 3abr auf rund 3.6 Milliarden )?larf ve » anlchlagt tn^b. alko hoher als der unserer tri ^* tigften tnbuftrier.cn Srzeugnifse iVeheften ninb 3 Milliarden Mark. Kohle rund 2.3 Milliarden ‘Ularti. so Aciat sich auch in dieser Beleuchtung, wie getoalhg die Wette sind, die hier durch Ntt rimsichgreiten verderblicher Viebfeuchen gefährdet find und wie nokwendtg es ist. bet der Bekämpfung solcher Tierieuchen die Wiftenfchaft in viel stärkerem Maste als bisher zu unterstützen
Tor offen, ich schließe es nachher, wenn der Negen nachgelasien Hai.
„Da» ist eigenUlch merkwürdig, ba die alte Dame fönst so vorsichlla war."
„An diesem Abend regnete e» zu sehr. Sie ließ '»ich gerade nur heraus unb schloß die Tür hinter sich ob, bas hörte ich noch."
.Unb bte Fenster ihre» Schlafzimmer» hat ste offen gekästen? Da» ist hoch auch sonderbar?"
„Meine Tante schlief immer bet offenen Fenstern, auch im Winter."
Durch diese» Fenster mußte ber Mörder ringe« liegen sein, denn bte Hauttür war dot innen ab- aeidbloifen. (Fr war auch scheinbar durch ba» Fen« ter entkommen Der Schirmflicker war bereit» aus der Haft entlassen. (Er tonnte nachweisen, daß er non acht Uhr abenbs ab im „(Brünen Affen", einem Motel brüten Nanges am Dollmarkt, gewesen war und bort im chose über Nacht geblieben war wegen bes schlechten Wetter». Au eh ber Schreiner nxirbe entlasten.
Die Juristen gingen noch einmal durch bas eijaus unb beleuchteten Möbel unb Teopiche.
ich sagte ber Staatsanwalt, inbem er sich über den Ramin beugte unb mit ber Spajicniotfipipr Loschen ba» aufgehäufte A0I3 stocherte Sehen oie einmal, liegt ba nicht verbrannte» Papier?"
Es waren Reste braunoerfoblfer Papieritücke, bte auf bem Ziegelboden bes Ramins verstreut lagen. Die Richter sammelten es sorgfältig auf. „Für ben Gerichtschemiker vielleicht interessant", meinte ber Staatsanwalt, unb sah nach Odette hinüber, die am ixenfter stand.
per Himmel hatte sich wieder grau bezogen, ein leifer, sanfter Sommerregen fiel auf die durch« weichten Felber. Dieser Rege» hatte die (Erbe auf- geweicht unb ttwaioe Fußspuren verwischt. Die Polizeihur.be hatten Die Spur ausgenommen, aber bis ,etzk nichts gesunden. Man hatte bie Tote une- ber bedeckt.
Odette zündete zwei Rcrzen an. stellte fie an 'hretn Ropfenbe auf. Die flackernden Lichter 'mb der lange, starre Körper unter ber weißen Hülle erinnerten sie an bie Tote die in ihrem Hause gelegen batte, an deren Ben fie bie letzten Taqe zu- gebracht.
‘Zkr mürbe diese Aote hier beerdigen unb wcr begleitete fit? Ich kann e» nicht, ich kann e» nicht.
Auch Odette wußte nichts darüber zu sagen. Ihre Tante hatte von Ihrem Testament gesprochen, aber sie sagte noch kürzlich zu einer Frau, bie mit Eiern an bie Tür kam: ©eben “*
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