Ausgabe 
25.5.1928
 
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Nr. 122 Drittes Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheife») Zreitag. 25. Mai 1928

Turnen, Sport und Spiel.

Sandball im Gau Hessen derD.T.

Der von der G.«ß«n«r Turnerschaft <un i*otufl<n Sonntag ixronftaltete Handball- ro« rb « rag hat in jeder Hinsicht seinen 3tocd erfüllt. De> ftedem Besuche tot dellen sich di« Sv>«l< flott und reibungslos ab. Der Vormittag, der burdb Jugend- und» Schülerspiele in der Hauptfach« au-gefüllt fein sollte, machte da eine Schülermannfchast auSblieb und auch ein« zweite Mannschaft eines Vachbarverein- es vor­zog. nicht zu erscheinen «ine Umstellung deS Programm- nöt g Ein« komb nierte Mannschaft trat in di« Lüde und ohne Störung konnten die Mannschaften befchästigt werden. Auch gegen SchluH de- Tage- drohten einige Spiele zu scheitern, da heftige Vegenschauer di« Spielweise erheblich beeinträchtigten: in der Hauptsache war jedoch da- Vorhaben erledigt, denn mit dem Werbegedanl^n an sich war zu gleicher Zeit eine Schied-richterprüsung de- Goue- Hessen verbunden, der sich 14 Prüflinge unter» »ogen. von denen sich 11 al- C^hiedSnchter für di« kommende Zeit bic Berechtigung erwerben konnten. Eingeleitet wurde der Vachmittag durch da- Spiel

r.D. 1846 Sieden I.T. D. Srohen-Dused I Beide Mannschaften legten in der ersten Halb­zeit mächtig lös. um durch Ueberrennung des Gegners zum ersten Erfolg zu kommen, doch beide standen sich in nicht- nach: erst allmählich schälte sich eine leichte Ueberlegenheit Grvhen- Busecks. da- sch zuerst im Zusammenspiel besser eingespielt hatte, herau-, und e- tonnte das FüyrungStvr erzielen. Er erhöhte dann seinen Vorsprung duf 3 Tore, denen T. D. 1846 zunächst nicht- entgegenzustellen hatte. Erst nach der Pause wurden die Angriffe der Siebener durch­dachter und genauer. 2 Dore waren da- wert­volle Ergebnis. Jedoch trat am Ende ein, was kommen mußte; beide Mannschaften sielen dem anfänglich zu stark einsedenden Tempo zum Opfer, die Spielweis« flaute ab. das forsche, schnilsige Spiel vom Anfang war einem schlep­penden gewichen. Trotzdem griff Diehen unent­wegt an. um auszugle.chen. Der Gegner war sehr darauf bedacht, seinen Sieg au festigen. Mist dem Schlußpfiff trennten sich die Spieler mit einem knappen Siege der Dvohen-Vuseder. Diese Mannschaft kann sich wohl mit noch stär­keren Degnern melsen, jedoch fehlt «S ihr an spielstarken Gegnern. Ein entscheidender kühner Snstfchluh könnte da wohl Wandel schäften!

Vun traten )toet Jugendmannschaften zum Rin­gen um den Sieg an.

M. r. Großen-Dofeck Jugend M. $. D. Slehen Jugend.

96 war klar, wie hier di« Kräfteverhältnisse lagen. Dennoch berührte eS recht angenehm, dah di« Jugend Grohen-Vused- das Spiel in der ersten Halbzeit offen halten konnte, was sich in dem Resultat 1:1 ausdrüdte. Vach der Pause trat M. T. D. in gänzlicher ilmftedung an und fertigte nun feinen Deaner im flotten Spiele mit 6:1 ab. Immerhin ist oaS Ergebnis für Grohen- Bufed noch recht schmeichelhaft, da ihm bekannt­lich nicht die Reserven zur Verfügung stehen, wie dem Verein in einer Stadt.

r.D. Wetzlar I.-W.L.D. Gießen I.

Mit zwei Mann Ersah, dafür aber mit ver­stärktem Sturm trat die erste Elf des Männer- turnvereins der ersten Mannschaft deS Turn­vereins Wetzlar gegenüber. Im Sturme der Männerturner spielte zum ersten Male ein neuer Mittelstürmer, der durch seine Spielweise und seine rassigen Würse allgemein gc'allen konnte. Wetzlar ging in Führung, konnte sich aber nicht lange biefeß Erfolges freuen, da M. T. D. auS- gleichen und seinerseits die Führung an sich reihen konnte, um sie bis hin vor SchluH zu be­malten. Bei regelrechter Spielzeit der Schieds­richter. ein Vad-Vauheimer Turn- und Spiel- freund, lieh nachgewiefenermahen 12 Minuten länger spielen waren die Siebener mit 4:3 Toren Sieger. ES ist immerhin das Zeichen eines

spannenden Spiele-, wenn der Spielleiter Raum und Zeit vergibt und Vs eine- Spieles länger arbeiten läht. Während des flinken, sehr beweg­lichen Spieles fehlte es keineswegs an erhebenden Spielhvhepunkten. wie fie zwei so durchgebildete und geübte Mannschaften zeigen können. Von beiden Mannschaften wird man wohl noch Dutes hören.

r.D. 1846 Sieben II. I. Wetzlar II

Diese- Spiel war sehr durch den aufgeweichten Loden beeinträchtigt. Tv. 1816 zweite enttäuscht« sehr nach der angenehmen Seite, denn die Wetz­larer hatten sich den Au-gang de- Spieles wesentlich anders vorgestellt, sie hatten ben jSicg sozu.agen schon in der Tasche. Dah das Spiel unentschieden endigte, ist eigentlich ein Sieg der 2. Mannschaft der 1846er.

Zusammengefabt kann wohl mit Recht feft- geftcllt werden, dah di« beiden Diehener Turn­vereine. Tv. 1846 sowohl wie der M. T.V., durch diese werbenden Handballspiele erneut den Beweis ihres Können- erbracht haben und dah durch den Handballwerbetag der Zwed. neue Freunde dem schönen Spiele zuzuführen, erreicht sein dürfte.

Handball in Großen-Linden.

Für die Pfingstfeiertage hat sich die Handball­abteilung des Tv. Drohen-Linden drei Gegner verpslich.et.

Am ersten Feiertag kommt die Jugend Heuchelheims, um daS Rückspiel gegen die Jugend Grohen-LindenS auszutragen. Das Dor- spid gewann Großen-2 üben 9: 2 Auch diesmal erwartet man Grohen-Linden als Sieger.

Für den zweiten Feiertag hat sich Grohen-Lin- den- Jugend die gleiche Mannschaft deS Tv. Frankfurt a. M. -Sachsenhausen 1857 zu einem Werbespiel einaclaben. Die Gäste, die wohl die gröbere Spielerfahrung besitzen, werden die noch junge Platzmannschaft bezwingen. jedoch wird Grohen-Linden bestrebt sein, ein ehrenvolle- Resultat he rau szu holen.

Vor diesem Spiel spielt die neugegründete Schülermannschaft gegen die gleiche des Mtv. Giehen.

V. f. B.-Handball.

Die Handballmannschaft hat am zweiten Feier­tag die erste Handballmannschaft deS Vereins für Bewegungsspiele Höchst a. M. zum Gegner, lieber die Spielstärke der Gäste ist nichts be­kannt. so dah eine Dorau-sage nicht gemacht werden kann.

Leichtathletik der Gp.-Dg. 1900.

6. An Pfingsten sind die 1 900er Leicht­athleten bet zwei Qkranfta Itungen vertreten. Am ersten Feiertag starten sie bei den Wett­kämpfen des Sportvereins Altendiez, am zweiten Feiertag bei den Einrichkampftpielen in Klingelbach (41nt«rlahnkreiS). Das Auf­gebot wird die Stärke de- am Sonntag nach Weilburg entsandten nicht ganx erreichen, da ver­schiedene gute Kräfte nicht abkömmlich sind. Die DpielvcreinigungSleute werden sich daher alle Mühe geben müssen, um bei der rheinischen und Frankfurter Konkurrenz zu Erfolgen zu kommen.

Hinsichtlich der am 3. Juni von der Spiel- Vereinigung 1900 angelegten 7. Rationalen Wettkämpfe ist jetzt schon zu lagen, dah die Veranstaltung, wie alljährlich, ein hohes sport­liches Viveau erreichen wird Die Teilnahme von deutschen Meistem, Landesmeistern und von Olympiakandidaten steht bereits fest.

V. f. B. Leichtathletik.

Am ersten Feiertag schidt die Leichtathletik­abteilung zu den nationalen Wettkämpfen des Sportvereins Diez den Werfer Mohl, sowie drei Jugendliche. Mohl. der sich am vergangenen Sonntag in Weilburg recht gut durchzusehen verstand, hat auch für Diez Kugel und DiskuS für Anfänger und offen belegt Die drei Jugend­lichen starten zum erstenmal.

Nachdruck verboten.

16 Fortsetzung.

Sybil sich verabschiedete, hatte Dick zum ersten Male dos Gefühl, daß sie in ihm ihren natürlichen Beschützer, ihren vom Schicksal ihr zugeteilten Kameraden sah, und sein Herz ging hoch. Er fuhr sogleich zur Dank und holte die Schlüssel ab, die er im Safe deponiert hatte. Kurz nach zwei Uhr hielt er mit seinem Auto vor dem Hause Coram- strobe 107.

.Haben Sie die Schlüstel?" fragte sie atemlos, noch ehe er Zeit sand, sie zu begrüßen. Er beru­higte sie und bald legte sich ihre nervöse Unruhe. Die Fahrt machte ihr offenbar Freude. Es war ein selten warmer schöner Frühlingstag.

Eine Viertelstunde später stieg Havelock in Cin« coln's Inn Fields zu ihnen in den Wagen.

,Äat Ihnen Miß Lansdown schon ihr Geheimnis enthüllt?" fragte er.

Dick sah Sybil an, doch sie schüttelte den Kopf.

Nun, dann will ich nicht voreilig sein," lächelt« Havelock,aber Sie werden sehen. Miß Lansdown ist eine Vermutung geglückt, die vielleicht ein wert­voller Fingerzeig fein wird."

(Eine Vermutung, die in der Gruft chre Auf­klärung findet?" fragte Dick und schlängelte sich mit seinem Wagen geschickt zwischen einem Omni­busriesen und einer vorweltlichen Droschke hin­durch.

Vielleicht!" Havelock lehnte sich bequem in den Sitz zurück.Aber zügeln Sie Ihre Ungeduld, Herr Detektiv, auch Amateure schütteln bisweilen lieber» raschungen aus dem Aerrnel!"

Dick sandte Sybil einen zweiten Blick.

Sie sah geradeaus. Ein verheißungsvolles Lächeln strahlte in ihren Augen

Hatte fie gewußt, was ihr in den Gräbern der Selfords bevorstand, noch in diesem Augenblick hätte sie auf die Enthüllung ihres Geheimnistes verzichtet!

Als das Auw Horfharn passiert hatte, bezog sich der Horizont. Als es zwei Stunden später vor dem Pförtnerhaus am_ Eingang zum Schloßpark der Selfords hielt, drängten von allen Seiten düstere, scharf geränderte Wolken heran, doch die Sonne leuchtete noch aus dem unbesiegten Sudwesten.

Beim Klang der Hupe trat eine einfach gekleidete Frau aus dem Häuschen. Sie knickste vor Havelock und öffnete geschwind die beiden Torflügel.

Vie M mil öen neben Süjlöfietn.

Roman von Edgar Wallace.

Copyright by Wilhelm Goldmann, Verlag, Leipzig

Sie blickte in der Küche um und entdeckte die Strickleiter, die zusammcngehäust auf den Fliesen lag.

Was ist denn das?" fragte fie neugierig.

Meine Feuerleiter", log Dick mit dreister Stirn. Ich habe sie immer griffbereit liegen."

Sybil war in diesem Augenblick zu sehr mit dem Zerlegen und Auftischen der Eier beschäftigt, um der fadenscheinigen Behauptung auf den Grund gehen zu können.

Es ist zu schmachvoll, um zwölf Uhr mittags au frühstücken , sagte sie vorwurfsvoll.Am Ende habe ich Sie gar mit meinem Anruf aus dem schönsten Schlummer geriffen?"

Das mußte Dick kleinlaut zugeben, und Sybll schüttelte den Kops. Sie ließ cs sich aber nicht neh­men. chm den Frühstuckstisch zu decken. Sie schenkte chm den Kaftee ein und zerteilte die Brötchen. Er schaute ihr bewundernd zu, aber seine Fragen über ben Zweck ihres Besuches beantwortete fie erst, als er die Eier verzehrt, sein Brot gegeben und den letzten Schluck Kaffee heruntergegostcn hatte.

Die Bibliothek war heute zur Feier des Ge­burtstages ihres Gründers geschlosten, und Sybil wollte mit Dick au den Gräbern der Selfords hin­ausfahren. Sie hatte Havelock ins Vertrauen ge­zogen, und er war bereit, sie und Dick zu beglei­ten. Auf Wunsch ihrer Mutter hatte sie den An­walt am frühen Morgen ausgesucht und ihm ihre Erlebnisse auf Madeira geschildert. Havelock hatte sich sehr erregt geäußert, und sein erster Impuls war gewesen. Mutter und Tochter unter polizei­lichen Schutz zu stellen. Sybil hatte ihn jedoch ge­beten, zunächst keinerlei Schritte zu unternehmen, sondern die Sorge um die Zukunft Dick Martin zu überlasten.

Dick war sofort bereit, Sybils Wunsch zu will- iahren. Auch ohne ihr Kommen hätte er an die- em Tage die Gräber der Selfords besucht. Als

Spielvereinigung 1900 Giehen.

ö. Das Pfingstspielprogramm her opieloereini- gung 1900 sieht außer der Alten Hcrrcnelf. beten vorgesehener Gegner Limburg 07 absagte, alle Fuß­ballmannschaften auf dem Plan

Als Gegner der L i g o m a n n s ch a f t ist eine erfti flaffige Mannschaft gewonnen worden. H a g e n 7 2, berBczirksmeisterSüdwestfalens, einer bet sieben Teilnehmer an den Endspielen um die Westdeutsche Meisterschaft, wiro am 1. Feiertag hier ein Gastspiel liefern. Die Meisterschaft ihres Bezirks errangen die Gäste durch einer. Sieg über den punktgleichen Ortsrioalen Hagen 1911 Die Spiel- weise ist typisch westdeutsch Flachkombination wechselt mit schnellem halbhohen Flügelspiel. Als überragend werden stets Verteidiger und Tormann genannt. Die Aussichten der Platzmannschaft zu be­werten ist nicht möglich, da diese in ihren Stiftungen zu unbeständig, da auch noch nicht bekannt ist, welche Mannschaftsaufstellung die Einheimischen ge­wählt haben.

Am 1. Pfingstfeiertag spielen außerdem noch 1900 l Schüler gegen Wetzlar I. Schüler. 1900 III. Jugend gegen Wetzlar III. Jugend und 1900 11. Jugend gegen Wetzlar II. I u - a e n d. Den Blautoeißen kann man auf Grund oeS eigenen Platzvorteils in allen Begegnungen ein kletneS Plus zurechnen.

Dor dem Ligaspiel trifft 1900s I. Jugend auf die I. Jugend von Struthütten in West­falen. Struthütten ist Jugenddiplommeister im Gau Betzdorf. Ist der Platzverein in Form, wie am letzten Sonntag, so sollte ein ©i$j nicht unmöglich sein.

Vach dem Ligaspiel spielt die 3. Mann­schaft der Vereinigten gegen die 1. Mannschaft der Spielvereinigung Leihgestern. Ein knapper Sieg der Gäste liegt im Bereich der Möglichkeit.

Am zweiten Feiertag eröffnet die II. Jugend den Reigen der Gesellschaftsspiele. Stein­bergs I. Jugend gibt den Gegner ab, der nicht unbesiegt davonkommen sollte. Vachmittags spielen zunächst die Senioren: 1900 NI. Mann­schaft gegen Steinberg I. Els. der Ausgang ist un­bestimmt. Anschließend 1900 Ligareserve gegen D. s. BK urhessen - Marburg- Ligareserve.

Den Beschluß der Psingstspiele machen die Schüler, die nach dem Spiel der Reserven gegen V. s. B. Kurhessen Marburg V. Jugend antreten.

V. f. B.

Die Ligamannsch oft muß an beiden Feiertaaen mangels eines Gegners pausieren.

Die Ligareserve wirb aller Wahrscheinlich­keit nach auf hiesigem Platz gegen bic 1. bes Spo. Heu ch e l h e i m antreten. Heuchelheim hat durch feine Resultate in der letzten Zeit bewiesen, daß es seine Spielstärke bedeutend verbessert hat und wird der V. f. B.-Mannschaft, selbst wenn diese auch in stärkster Aufstellung antritt, kaum eine Chance auf Stea lassen

Die Dritte fährt am 2. Feiertag nach Bad- Nauheim, um der Ersten des dortigen Sport­vereins ein Gesellschaftsspiel zu liefern. Nauheim stellt gute A-filaffe dar und sollte ohne allzugroße Mühe bas Spiel für sich entscheiden können.

Auf hiesigem Platz hat die Alte-Herren- Mannschaft die 1. Mannschaft von Burk- hardsfelden zu Gast. Nach ihrem Spiel am vergangenen Sonntag gegen Steinbach zu urteilen, darf man ben Alten Herren einen glatten Sieg über die Aktiven Burhardsfelben zutrauen.

Die bisherige 1. Iugenbrnannschaft un­ternimmt eine Reise nach Aachen, um bei dem dortigen D. f. B 08 eine alte Rückspieloerpflichtung einzulösen. Gegen biesen sowohl, wie gegen einen zweiten Aachener Gegner tritt die Gießener Iu- gendmannschast in der bewährten Aufstellung an, in der sie die Diplornsoielserie des letzten Jahres erfolgreich durchkührtc. Auf Grund der starken Be­setzung der D. s. B.-Elf darf man ihr wohl ein gutes Abschneiden in beiden Spielen zutrauen

Die neu zusammengestellte 1. Jugendmann- schäft fährt am 1. Feiertag noch Limburg und wirb Mure haben, gepen die 1. Jugend des dor­tigen V. f. R ein einigermaßen günstiges Resul­tat heraus.zuholen. Limburg mußt« beim Vorspiel auf hiesigem Platz (Ostern) von der damals aller­dings weit stärkeren VfB -Jugend eine 0:3-Nie- beringe hinnehmen.

Die 1. Schüler Mannschaft ist am ersten Feiertag beim Friedberger Namensvetter zu Gast. Die Spielstärke der Friedberger V. f. B Schüler ist hier nicht bekannt, so bog eine Vor­aussage nicht möglich ist.

Am 2. Feiertag fahrt bic 2. Jugend nach Marburg, wo sie bic gleiche von V f B. Sur- helfen zum Gegner hat. Sie wird um eine Nieder- lag« kaum hcrumfommen, da bl« Jugend btr Ber­einigten als außerordentlich spielstark anzuspre­chen ist.

Die 2. S ch Ü l e r m a n n f ch a s t ist von den Schülern Garbenteichs zu einem Freundschafts­spiel cingelaben und sollte dort, falls die Platz­mannschaft körperlich nicht allzustark überlegen ist, einen knappen Sieg erringen.

Fußboll in Heuchelheim

An den Pfingsttagen spielen am ersten Feier­tag die Schüler des Sp. V. 1920 gegen die Schüler von Groben-Buse d, sowie die e-ste Jugend beider Vereine. Die Jugend " m Großcn-Dused ist ziemlich spielstark, so das; die Heuchelheim«: sich anstrengen müften, wenn fie gewinnen wollen. Bei den Schülern dürft« Heuchelheim der Sieger sein.

Am zweiten Feiertag hat sich die Erste de- Spvrtvereins die Reserve von D. f. R. Köln verpflichtet. Da V. f R. Köln In der ersten Liga spielt, so dürfte die Reservemannschaft einer guten Ligamannschaft unseres Bezirkes zu vergleichen sein. ** _

Arbeiter-Turn- und Sportbund.

Wieseds I. hat für den ersten Feiertag Windeckens I. verpflichtet. Die Gäste spielen einen fairen Fußball Man wird einem inter­essanten Spiele folgen können, in dem die Ein­heimischen ein kleines Plus haben werden

Vorher spielen WiesedU gegen Co Har II und Wieseds Jugend g qen OvenyausenSJugend. Auch in diesen Spielen dürften die Einheimischen ein Plus für sich in Anspruch nehmen.

Großen-Linden hat am 2. Feiertag Windeden zu Gast. Vach den letzten Spielen des Platzbesihers. die ein rasches Aufstreben der Mannschaft zeigten, wird man auch dort ein gutes Spiel erwarten dürfen, dessen AuSgang osfenzulassen ist.

Gießen geht mit allen Mannschaften auf Reisen. Sv spielt Giehen t am 1. Feiertag in Schwanheim, am 2. Feiertag in Hiebe r- rab. Am ersten Spiel dürften sie Sieger bleiben. Der Ausgang des zweiten SpieleS muh offen- gelösten werden.

Gießen lb spielt am ersten Feiertag in Darmstadt, am »weiten Feiertag in L a n - gen. Die Mannschaft hat für beide Spiele gute Aussichten. Die Jugend spielt am 1. Feiertag in Darmstadt, am 2. Feiertag in Fra n k- furt-Viederrad. In ihrer jetzigen Auf­stellung hat die Mannschaft gute Aussichten, beide Spiele zu getonnten.

TenniSwettlämpfe Pfingsten 1928.

Vach einer langjährigen Ruhepause veran­staltet der Gießener Tennis-Elub 19 2 2 erstmalig in diesem Jahre wieder ein interne« Pfing st-Klubturnier. ES soll vor allem Ausschluß über bi« Spielstärle bet einzelnen Mitglieder bzw. über b:« Aufstellung der Rang­liste geben. Interessante Kämpfe sind besonders in der Herren-Sonderklass« zu erwarten, da hier durch die ziemliche Ausgeglichenheit der S.ftel- stärke das Erringen der Klubmeisterschaft of en steht. Die Kämpfe beginnen am SamStagnach- mittag: bic Herren ber Sonderklasse greifen allerdings erst Sonntag in bas Turnier ein, da sie am Samstc- i '^n n Wiesbaden

Die Einfahrt war wohlgepflegt, der ganze Park vor dem Hause legte Zeugnis ab von der liebe­vollen Sorgfalt eines pflichttreuen Gärtners.

Wir halten alles in blitzsauberer Ordnung", sagte Havelock mit einigem Stolz.Der Erbe kann jederzeit einziehen. Nur ein Stab disziplinierter Dienstboten fehlt leider, könnte jedoch im Hand­umdrehen beschafft werden."

So ist das Schloß ohne jedes Dienstpersonal?" fragte Dick.

.Bis cuf ben Verwalter und seine Frau ja", erwiderte Havelock.Der Verwalter ist jedoch ein kundiger Gärtner und versieht aleichz^it.g den Park. Außerdem lassen wir das Hous von Zeit zu Zeit durch einen Schwarm von Scheuerfrauen gründlich reinigen. Es befindet sich daher in bestem baulichen Zustand. Ein Jammer, daß es leer steht." Er schwieg einen Moment und-fuhr dann lebhafter fort:Seftord hat übrigens wieder geschrieben, und zwar teilt er mir mit, daß er sich zu seinem Be­dauern genötigt sähe, seine Reise nach England bis zum Winter zu verschieben. Das bedeutet, daß er vor dem nächsten Frühjahr kaum hier sein wird."

Wo ist Lord Selford jetzt?" fragte Dick, wäh­rend er gleichzeitig nach der Bremse griff.

Havelock zuckte die Achseln.

Das ist eine von den Fragen, auf die man keine Antwort weiß. Er war in Kairo, jetzt mag er wohl schon in Damaskus fein. Ich wollte, er wäre auf dem Mars oder ich auf dem Monde."

Das Auto hielt. Auf weiter Rasenfläche erhob sich das Schloß, ein langgestrecktes Backsteingebäude mit Giebeln und Schloten im rauhen, unfreund­lichen Stil der luboneit. Der Schatten der Ein- aangshalle lag quer über dem mit Kies bestreuten Fahrweg.

Das Knirschen der Räder hatte den Verwalter aus dem Hause gelockt. Es war ein Mann in den mittleren Jahren mit einfachen, ehrlichen Gesichts- Zügen. Er wechselt« ein paar Worte mit Havelock, beachtete von einem beschädigten Zaun, einer ent­wurzelten Eiche.

Vorwärts, meine Herrschaften", rief Havelock, ber als erster den Wagen verließ.Ein halbstündi- ger Spaziergang liegt vor uns. und wir müßen uns beeilen, wenn wir trocken heimkehren wollen." Er beutete mit feinem Spazierstock auf ben Himmel, wo die Sonne soeben im Gewltterbunft verschwand.

Havelock ging voraus, die beiden anderen folgten. J Man überschritt eine gemähte Wiese, bog in einen Obstgarten ein und gelangte auf einen Gutshof, ber bis auf ein halbes Dutzend träge scharrender Hühner und einen schläfrig blinzelnden Hofhund unbewohnt schien. Dahinter erstreckte sich der Park. Eine steile Anhöhe, die dem Herrenhaus Schutz gegen die Nordostwinde bot. bildete den eigentüm­lichsten Reiz der Besitzung, die sich in weitem wel­ligen Terrain im Halbkreis um die Anhöhe her- umzog. Freie grasige Strecken wechselten mit male­rischem Buschbestand. Ein dunkler Wold säumte ein flaches Tal.

Als sie den Abhang emporftiegen, auf dessen Höhe der dichte, schier weglose Wald begann, fiel Dick die Stille auf, die wie ein Dom über Ihren Häuptern zusammenschlug. Kein Vogel zirpte, kein Blatt bewegte sich. Die Bäume schienen wie tot, und flog der Bl ck durch die Wipfel empor, so stieß er auf eine schmutzig graue Wolke, die ihren auf- geblähten Leib in kranken Schauern der Erd« ent­gegenwölbte.

Ein schmaler Pfad wand sich in Zickzacklinie durch ben Wald, wobei er beständig onstieg. Don beiden Seiten drängte sich dichtes Unterholz heran, als wolle es mit seinen vorschießenden Zweigen die kecken Wanderer zurückhalten.

Ein grauer Schimmer floß durch die Stämme, und bei einer Biegung des Pfades bot sich ganz unerwartet eine Lichtung bar, in bereu Mitte ein kahler Reifen ragte.

Das ist die Gruft ber Seiforbs", Jagte ber An- roalt Er reckte steil ben Arm unb wies mit dem etoef auf ben Felsen.Der Eingang zu den Grä­bern liegt auf der anderen Seite."

Sie traten auf die Lichtung hinaus und umgin­gen den Felsen. Aus einer ovalen, in den Stein gehauenen Deffnung gähnte düstere Nacht. Ein starkes Eisengitter, vom Rost 3er f reff en, versperrte den Eingang. Havelock suchte in feiner Tasche und brachte einen Schlüffe! von altertümlichem Aus» fthen zum Vorschein. Er stieß ihn ins Schloß. Die Vforte öffnete sich mit mißtönendem Quietschen, auf der Felsenwand hinter ber Pforte hing eine Saterne. Havelock zündete fie an. Das Licht leckte über eine schlüpfrige Treppe.

.Lossen Sie mich vorangehen", bat er.

(Fortsetzung folgt)