Ausgabe 
25.4.1928
 
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Schöpsen termag. TB cm Icuin die Auseinander- setzung mit dreien äuHeren Feinden hinaus- schieben, aber man kann ihr auf die Dauer nicht ausweichen, weil die aufgewiegelten Volksmasfen schließlich etwas für »ihre Opfer und Leiden haben wollen. Einem D»lk, das eine Revolution macht, ging es immer schlecht und cs zog bei dem Verkehr mit reicheren Völkern stets den kürzeren. Die Revolution soll ihm gerade eine stärkere Position im Völkerverkehr schaffen. Wenn der Widerstand fremder Mächte das nicht zuläßt. bricht schließlich die ärgste revolutionäre Schreckensherrschaft in lich zu­sammen. Das ist ein Naturgesetz, dem jede Re­volution unterworfen ist. also auch die chine­sische. Die Heere, die sich in China augenblick­lich noch gegenseitig zerfleischen, müssen sich eines TageS gegen diejenigen fremden Rlächte wenden, die an denungleichen Verträgen" im wesent­lichen festhalten wollen, oder aber die revo­lutionäre Bewegung läuft sich tot und das ganze Land verwandelt sich in Kolomalgebiet, dos fremde Mächte schonungslos ausbeuten.

Was werden Tschiangkaischek. Frnghuhsiang und die anderen Generale, die sich als V v l l - strecker deS Testaments Sunhatsens betrachten, tun, wenn sie diefeudalen" Rord- militaristen überwinden sollten? England hat die Verlegung des Schwerpunktes der nationalen Revolution von Kanton noch Wuhan, von Wu­han nach Banking ausgenuht. um in Kwantung mit Litschisum einem Militaristen zum Siege zu verhelfen, in dessen Politik von dem Geiste Sunyatsens auch nicht mehr ein Hauch zu spüren ist. Er unterstützt gegen englische Anleihen alle britischen Interessen in Südchina, namentlich in bezug auf den Bau von Bahnen, die dem Handel Hongkongs auf Kosten Kan­tons zugute kommen sollen, die Sunyatsen aus das leidenschaftlichste und nachdrücklichste be­kämpfte. Die Verschiebung des Schwer­punktes der Kuomintang-Herrschaft von Ran- fing nach Peking kann in Mittel-China zu einer ähnlichen Interessengemeinschaft zwischen ein­heimischen Militaristen und fremden Imperia­listen führen. Ein militärischer Diktator in Chi­na, der mit ollen inneren Gegnern fertig ge­worden ist, muh sich irgend einen äußeren Gegner aufs Korn nehmen, um sein revolu­tionäres Prestige nicht zu verlieren. Für Tschl- angkaischek, der sich mit England und Amerika friedlich verständigen will, kommen dafür nur Japan und Rußland in Betracht. Sehr leicht konnte es aber über die Frage, mit welcher dieser beiden Mächte die revoluti­onäre chinesische Einheitsarmee anbinden sollte, wieder zu einem Zerwürfnis zwischen den ver­bündeten nationalistischen Generälen fommen, vor allem zwischen Fenghuhsiang, der mehr japanseindlich, und Tschiongkaischek. der mehr sowjetfeindlich orientiert ist. Auf jeden Fall tut man gut. die Ankündigung einesEntscheidungs- kampfes^ im chinesischen Bürgerkriege m i t stärkstem Zweifel aufaunefrmen.

Deutsche Auswanderung nach den Mandatsgebieten.

Seitdem in den englischen Mandatsgebieten der ehemaligen deutschen Kolonien Afrikas der deutschen Einwanderung keine besonderen Hin­dernisse mehr in den Weg gelegt werden, ver­zeichnet die Statistik wieder eine wachsende Zahl von Deutschen, die in diese Gebiete ein- wandern. GS sind an sich keine hohen Ziffern, in denen sich diese deutsche Einwanderung dar­stellt, aber im Verhältnis zu 25 000 Einwohnern von ehemalig Deutsch-Sübwestafrika sind 700 deutsche Einwanderer für 1926 und ungefähr die gleiche Zahl für 1927 doch eine relativ große Wanderung. In Südwestafrika bestehen t auch heute wieder eine Reihe deutscher 'Schulen, so in Windhuk eine Oberrealschule, in /Swakopmund ebenfalls und weiter sind an allen größeren Orten bei genügender Kinderzahl R e- 'gierungsschulen mit deutschen Ab­teilungen eingerichtet worden. Auch nach D e u t f ch - O st a f r i k a ist eine beträchtliche Aus­wanderung zu verzeichnen, allein seit 1925 sind rund 1200 Deutsche in dieses Mandatsgebiet ein- gezogen. ____________

Aus der Provinzialhaupisiadi.

Dießen, den 25. April 1928.

Gießen im internationalen Flugverkehr

Da- Verkehrsflugzeug hat vor den an die Trde gebundenen Beförderungsmitteln den Hauptvorzug der Schnelligkeit. Es ermöglicht den Reisenden innerhalb kürzester Zeit ihr Reise­ziel zu erreichen. Je weiter dieses Reiseziel von dem Ausgangspunkt entfernt liegt, desto mehr tritt der Vorteil einer Reise mit dem Flugzeug in Erscheinung. Für den Industriellen, wie für Den Kaufmann spielt die Zeitfrage heute eine große Rolle. Die 31löglichkelt, auswärtige Geschäfte in kürzester Zeit abwickeln und an aus­wärtigen Sitzungen teilnehmen zu können, dabei aber gleichzeitig die Stunden Der Abwesenheit von seinem Unternehmen auf ein Mindestmaß zu beschränken, ist für den Leiter jedes Unter­nehmens von ausschlaggebender Bedeutung und erleichtert seine Dispositionen. Was für die Be- förderung von Personen zutrifft, gilt in dem gleichen Maße auch für Frachten und Postsen­dungen, die aus irgendeinem Grunde schnell an einen entfernt gelegenen Punkt gelangen müssen.

Das deutsche Luftverkehrsnetz ist in diesem Jahre nicht nur ausgedehnter, es hat auch durch eine sorgfältige Aufstellung des FlugplaneS weitere günstige Anschlüsse nach dem Ausland gebracht. Auch für den Flughafen Gießen hat diese Tatsache zu einer günstigen Entwicklung bezüglich der Verbindungen nach dem Ausland geführt.

Von besonderer Bedeutung für die in unserem Wirtschaftsgebiet ansässige Tabakindustrie ist die gute Verbindung von Gießen nach Rot­terdam und Amsterdam: Start in Gießen 13.15 Uhr nach Kassel, dort umsteigen und Weiterflug um 15 Uhr, Ankunft in Rotterdam um 18.15 Uhr (holländische Sommerzeit), Start in Rotterdam um 18.55 Uhr (HSZi), Ankunft in Amsterdam 19.20 Uhr (HSZ.). Ebenso günstig ist die Verbindung von Amsterdam nach Gießen: Amsterdam ab 9 Uhr (HSZ.), an Rotterdam 9.25 Uhr (HSZ.), ab 10.15 Uhr (HSZI, an Kassel 12,50 Uhr ad 13.30 Ufrr: an Gießen 14.20 Uhr

Weiter erwähnenswert ist die Verbindung über Frankfurt a. Hl. Mannheim Basel Dens - Marseiile Barcelona Madrid: -Stad In Gießen um 14.30 Uhr, Ankunft in Genf um 19.40 Uhr. Am anderen Morgen Start

150 Jahre Gießener Freimaurerloge.

Am morgigen 2 6. April 1928 kann die in Gießen in der Stille wirkende Freimaurer­loge ,L u d e w i g z u r Treue" auf das 1 5 0» jährige Bestehen ihrer freimaurerischen Baustätte in unterer Stadt zurückblicken Dieses bemerkenswerte Jubiläum beabsichtigt die Loge, wie sie hier kurzweg genannt wird, am nächsten Sonntag mit einer Feier, weihevoll und ge­leitet von den hohen Idealen der Freimaurerei, zu begehen.

Aus der Geschichte dieses Bundes, dem viele angesehene Bürger der verschiedensten sozialen Schichten unserer Stadt und der Provinz Ober­hessen in vereintem Streben nach den Segnungen edlen Menschentums angefrorcn. sei frier das Wichtigste erwähnt: Von der Direktorialloge der log. strikten Observanz, der Loge .Joseph zum Reichsadler" in Wetzlar, wurde unter Leitung von Kammergerichtsassessor von D i t f u r t h die Loge . Ludwig zu den dreh goldenen Löwen" in Gießen gegrünoet und am Sonntag, dem 26. April 1778 feierlich eingesetzt. Sie zählte an diesem Tage 12 Mitglieder Meister vom Stuhl wurde der Regierungs- und Konsistorial-Direltor Ludewig Adolph Christian Grolman, später Wirklicher Geheimerat von Grolman, in Gießen. 1785 zählte die Loge bereits 55 Mit­glieder, meist Beamte und Offiziere. Protektor der Loge war der damalige Erbprinz Lude­wig von Hessen-Darm st ad t. nachmals Landgraf Ludewig X. bzw. Großherzog Ludewig I.. der selbst ein eifriger Freimaurer mar; er gab der Loge auch den Namen. Bisher konnte jedoch noch nicht festgestellt werden, in welchem Gebäude damals die Zusammenkünfte der Loge waren, da die alten Akten verschwunden sind. Wer von unseren Mitbürgern Aufzeich­nungen hierüber, aber auch über andere Logen- Angelegenheiten besitzt, möge sie im Interesse der heimatgeschichtlichen Forschung der Loge zur Versügung stellen. Die Loge schloß sich 1785 dem neugebildetenEklektischen Bund" an, der seinen Sitz in Frankfurt a. TR. hatte. Die Loge in Gießen war die erste in der damaligen Landgraf- schast Hessen-Darmstadt; noch im Seichen Jahre wurde eine solche in Friedberg unter dem Namen Rudolph äu den drei Schwanen" gegründet. In­folge der durch die französische Revolution auch in deutschen Landen frervorgerufcnen Beun­ruhigung wurde die hiesige Loge auf Wunsch der Darmstädter Regierung am 10. November 1791 geschlossen. Das vorhandene Vermögen wurde nach Verkauf des Inventars 1796 von dem Geh. Regierungsdirektor von Grolman der Regierung in Darmstadt zwecks Verwendung zur Unterstützung der gebrechlichen hessischen Krieger, die an dem Krieg gegen Frankreich teilgenommen hatten, übersandt.

Im Jahre 1816 wurde die Arbeit der Logen wieder zugelassen. Alsbald schlossen sich die in Gießen und dessen näherer und weiterer Um­gebung wohnenden Mitglieder der alten Loge mit solchen der Logen in Friedberg. Marburg und Frankfurt a. M. zusammen und beschlossen, die Loge wieder zu eröffnen. Nachdem Grvß- herzog Ludewig I. die Erlaubnis hierzu erteilt, das Protektorat erneut übernommen und der Loge den NamenLudewig zur Treue" beigelegt hatte, wurde die Loge am 7. November 1816 mit über 40 Mitgliedern wieder eröffnet und am 29. Mai 1817, nachdem inzwischen die Mitgliederzahl auf über 80 gestiegen war. von dem Großmeister des Eklektischen Bundes, Noe du Fay aus Frankfurt a. M., feierlich in­stalliert. Die Zusammenkünfte sanden zunächst imRappen", dann in derAlten Post", beide in der Walltorstraße gelegen, statt. Spater fie­delte die Loge in das sog. Landauersche (später Ferbersche) HauS und 1832 in die Wallenfclssche Färberei, beide am Kirchenplatz gelegen, über. Im Jahre 1856 wurde mit dem Bau eines eigenen LogenhauseS (des jetzigen Gebäudes Gartenstraße 1) begonnen, das am l. August 1857 seiner Bestimmung übergeben wurde. Dieses Ge­bäude wurde 1914 etwas vergrößert und vor allem im Innern durch Architekt Hans Meyer in künstlerischer Weise heraerichtet. Um die Durchführung dieser Vergrößerung machte sich auch Oberamtmann Bornemann in Obborn­hofen sehr verdient. Der Kriegsausbruch er­schwerte die Vollendung der Arbeiten, so daß zeitweise eine Unterbrechung erwogen wurde. Trotz aller Schwierigkeiten wurde das Werk aber zu Ende geführt und die erforderlichen Mittel von den Mitgliedern opferwillig aufge­bracht.

Erster Meister vom Stuhl der wiedereröffneten Loge war der Professor der Rechte Geheimrat Dr. Musäus. Unter den 32 Dtuhlmeistern der 150 Jahre Gießener Logenlebens waren in der Oeffentlichkeit besonders bekannt: Stadtpfarrer Kirchenrat Dr. Engel, der im ganzen 19Jahre lang die Loge leitete, Hofgerichtsadvokat Dr. jur.

in Gens um 8.20 Uhr über Marseille (10.50 Ufrr) Barcelona (14.45 ilfrr), Ankunft in Madrid um 19.45 ilfrr. Für den Rückflug ist Start in Madrid um 8 Ufrr Barcelona (12 ilfrr) Marseille (16 Ufrt) Ankunft in Genf 19 ilfrr. 2lm anderen Morgen Start in Gens um 7.50 ilfrr, Ankunft in Gießen um 13.05 ilfrr.

Kopenhagen und Malmö sind ebenfalls durch günstige Anschlüsse in Hannover und Ham­burg von Gießen aus zu erreichen: Start in Gießen um 13.15 ilfrr; Kassel an 14.05 ilfrr, ab 14.15 ilfrr; Hannover an 15.15 ilfrr, ab 15.25 ilfrr; Hamburg an 16.25 ilfrr. ab 16.35 ilfrr; Kopenhagen an 1835 ilfrr, ab 18.35 ühr; Malmö an 18.50 ilfrr. In umgekehrter Richtung ist der Start in Malmö um 8.30 ilfrr: Kopenhagen an 8.45 ilfrr, ab 9 ilfrr; Hamburg an 10.50 ilfrr, ab 11.15 ilfrr; Hannover an 12.15 ilfrr, ab 12.20 Ufrr; Kassel an 13.20 ilfrr. ab 13.30 ilfrr; Gießen an 14.20 ilfrr.

3m Osten find zu erreichen die Städte 6nw- lensk, Moskau, Riga, Reval, Leningrad, Hel- singsorS: Gießen ab 13.15 ilfrr. Kassel an 14.05 ilfrr, ab 15.20 ilfrr; Magdeburg an 16.40 ilfrr, ab 16.55 ilfrr; Berlin an 17.55 ilfrr. Hier hat der Luftreifende 6 Stunden Aufenthalt, um 23 ilfrr Start auf der NachtluftverkehrSstrecke, die sich in den letzten Jahren sehr gut bewährt hat, nach Königsberg, an 3.45 ilfrr, ab 4.30 ilfrr; Riga an 6.45 ilfrr. ab 7.15 ilfrr; Smolensk an 12.15 ilfrr. ab 12.45 ilfrr; Moskau an 15 ilfrr (ost- europäische Zeit). Für den Rückflug Start in Moskau um 8 ilfrr (OEZ.); Smolensk an 10,15 ilfrr (OEZ.), ab 10.45 ilfrr (063.); Riga an 13.45 ilfrr, ab 14.15 ilfrr; Königsberg an 16.30 Ufrr. ab 17.30 ilfrr: Berlin m 22 ilfrr. 3m

Franz Eckstein, ilniversitätsvrofessor Wilhelm Oncken. Zahnarzt Gg. Wilh. Koch. Kom­merzienrat F. C. B. K o ch.

3m Jahre 1859 schied die LogeLudewig zur Treue" aus dem Eklettischen Bund aus und schloß sich der Groß lögeZur Eintracht" in Darmstadt an, der sie bis zum heutigen Tage noch angehört

An dem bedeutsamei'. Iubiläuinstage einer solchen Vereinigung von Männern sei aber nicht nur die Entwickelungsgeschichte dieses Bundes verzeichnet, sondern es möge auch des Werkes dieser Bruderschaft mit einigen Worten gedacht werden. Und das um so mehr, als gerade in neuerer Zeit viele vollkommen falsche Schilde­rungen über bas Wirken der Freimaurer in breite Schichten unseres Volkes hinausgetragen werden. Wie die gesamte deutsche Freimaurerei, so hat auch die LogeLudewig zur Treue' von jeher ihre vornehmste Pflicht darin erblickt, in den Herzen ihrer Angehörigen die besten und entfaltungsreichsten Pflanzstätten für echt vaterländischen Sinn, bereitwilligste und voll­kommene Hingabe an den Dienst für Volk und Vaterlaird. Erhaltung und Ausbreitung des GotteSglaubens und der erhabenen Lehren der Bibel, wahre und tiefe, aufopfernd tätige Näch­stenliebe zum Segen unseres Volles zu ent­wickeln. Streng wird nach dieser Richtung hin jeder geprüft, der in die Loge aufgenommen zu werden wünscht. Wer den hohen Anforderungen nach diesen Grundsätzen nicht zu genügen scheint, findet keinen Platz in diesem Bunde Unbedingte Treue dem Vaterlande stets und überall, Ge­horsam gegen die Gesetze des Staates. Gottes- glaube und Gottesfurcht, das ..Liebe deinen Nächsten wie dich selbst", das sind grundlegende Teile eines feierlichen Gelübdes, das keinem Manne erlassen werden kann, der sich dem Frei­maurerbunde anschliehen will, und das jedes Mitglied immer in vollem Umfange an seine freierwählte hohe Pflicht als deutscher Frei­maurer bindet. Auf dieser ®ninblagc Hal auch die Gießener LogeLudewig zur Treue seit ihrem Bestehen an allen ihren Mitgliedern und deren jedes in gleichem Sinne an sich selbst gearbeitet, ist auch aus diesem Logenkreise stän­dig ein breiter Strom vornehmer Gedanken, hohen vaterländischen Geistes. echter Gottesfurcht und unerschütterlichen Gottesglaubens, auch in der Not- und Drangzeit des Weltkrieges, hin- ausgeströmt in unser engeres Heimatgebiet Die schonen Früchte dieser Gießener Arbeit an dem hohen Dom edlen Menschentums kommen i auch in den sozialen Werken her 3ufri- larin zum Ausdruck. Ganz im stillen übt sie seit ihrem Bestehen eine weitreichende Wohl­tätigkeit, und zwar nicht nur unter ihren Mit­gliedern und deren Hinterbliebenen, sondern dar­über hinaus auch in der gesamten Bürgerschaft. Wer die Briefbündel im Archiv der Loge durch- gesehen hat, weih, wievielle bedrängte und arme Mitbürger zu allen Zeiten mit der Bitte um Hilfe und Rat an fr en KreiS der Freimaurer herantraten, der findet aber auch die Aufzeich­nungen in den Kassenbelegen, daß die Loge immer und weitgehend nach Maßgabe ihrer Kräfte ge­holfen hat. In vielen Familien wurde dadurch der strahlende Sonnenschein echter Nächstenliebe wieder fühlbar. Gar manchen jungen Leuten mit vielverheißender geistiger Befähigung, aber ohne ober nur mit schwachen materiellen Mit­teln, wurden durch die stillwirkende Menschen­liebe der Loge die Wege zum Aufstieg geebnet. Ein soziales Werk, dessen Segnungen in unserer Stadt tausendfach sind und das auch freute noch in schönster Weise gerade den wirtschaftlich schwer ringenden Gliedern unserer Bürgerfamilie zu­gute kommt, die Kleinkinderschule in der Diez st raße, wurde im Jahre. 1835 von drei Mitgliedern der LogeLudewig zur Treue", Kirchenrat Dr. Engel, Pros. Dr. Koch und Dr. Dix, mit Logenmitteln gegründet, bann jahrelang aus dieser Geldquelle fast vollständig gespeist uyd bis auf den heutigen Tag aus der Kasse her Loge tatsroh unterstützt. Bei diesen ganz kurzen Ausschnitten auS dem vielfältigen, fegensreichen Wirken der Loge, auf das ange­sichts des 150jährigen Bestehens her Vereinigung öffentlich hinzuweisen eine Pflicht der heimat­lichen Publizistik ist. mag es hier sein Bewenden haben.

Von dem Bunde der Gießener Freimaurer­logeLudewig zur Treue" kann man mit Recht sagen, daß das Werk seinen Meister lobt. Dafür ist die 150jährige Logengeschichte beredtes Zeug­nis. ilnb daß eS auch fernerhin so bleiben wird, dafür bieten der hohe Idealismus, die Liebe zum deutschen Menschenbruder und der tatfrohe Wille zur maurerischen Arbeit ün Dienste unseres Volkes und Vaterlandes, die im Kreise der Gießener Logenbrüder lebendig wir­kende Kräfte sind, zuverlässige Bürgschaft.

nächsten Vormittag Start in Berlin um 10 ilfrr; Magdeburg an 11 ilfrr, ab 11.15 ilfrt; Kassel an 12.25 ilfrr. ab 13.30 Ufrr; Gießen an 14.20 ilfrr.

Don Riga aus (Ankunft 6.45 ilfrr) um 725 ilfrr (063.) Start nach Reval an 10.40 ilfrr (OEZ.), ab 11 ilfrr (OEZ.); Leningrad an 13.15 ilfrr (063). In umgekehrter Richtung Start in Leningrad um 8.30 ilfrr (063 ); Reval an 10.45 ilfrr (063.). ab 11.15 ilfrr (OEZ.); Riga an 12.30 Ufrr. ab 14.15 Ufrr

Von Reval aus (Ankunft 10.40 Ufrr [063.]) um 12 Ufrr (06Z.) Start nach HellingforS. dort Ankunft um 12,45 Ufrr (OEZ.). HelsingsorS ab 10 Ufrr (D63-), Reval an 10.45 Ufrr (063 ), ab 11.15 Ufrr (OEZ ).

Vergleicht man die Flugzeiten auf den oben­genannten Strecken mit der Fahrzeit der Schnell- bzw. Sxprehzüge, so wird man für da« Flugzeug einen außerordentlichen Zeitgewinn feststellen können, trotzdem frei den weitesten Strecken auf einzelnen Flughäfen ein längerer Aufenthalt stattfindet, um den Fluggästen die Möglichkeit zu geben, sich zu erfrischen und attSzuruhen. um dann neu gestärkt die Schönheiten einer Ouftreife in sich aufnefrmen zu können.

Provinzialtag Overhefferr

Der Provinzialtag der Provinz Oberwelten wird sich in feiner Sitzung am SamStag 5. Mai, im Reglern ngSoebäude zu Gießen mit folgender Tagesordnung beschästigen:

1. Diensteinweisung und Verpflichtung deS neu in den Provinzialtag berufenen Mitglieds Heinrich Weidner. Kaufmann in Herchen-

2. Vcrivalkungsberichb des Probinzialous- schusses der Provinz Oberfressen über den Stand der Prvvinzialverdandsangelegenhei- ten und Rechnung über die Einnahmen und Ausgaben der Provinz Oberhessen im Ri 1926.

3. Pünktlich um 11 Uhr wird die Tagung unter­brochen. um die Wahl eine* ErsatzinngliedS für den Provinrialausschuh vorzunehmen.

4. Entscheidung über die Gültigkeit der Wahl des Eriahmitglieds in den Provinzialaus­schuh.

5. Voranschlag über die Einnahmen und Aus­gaben der Provinz Oberhessen im Rj. 1928.

3n Verbindung hiermit:

all. Qlntrag des Provinzialausschusses auf Genehmigung von Straften umbauten und Brückenumbauten.

2. Antrag deS Protnnziaiausfchussee auf Ermächtigung, die Materiallieferung für die Unterhaltung der Provinzftraßen im Rj. 1929 bereits im Herbst 1928 zu ver­geben und die hierzu erforderlichen Mit­tel bereitzuftellen.

b) Antrag des Provinzialausschusjes betr.: Gründung einer hessischen kommunalen Gas­fernversorgung iHekoga); frier den "Bei­tritt der Provinz OberfrriiTh.

c) Antrag des Provinzialausschusses agf Be­willigung einer Kapitalansnahme für die Beteiligung der Provinz an dem Reben- rafrntfntcrnebmen Birstein Aartmann»-

Hain

d) Antrag de» Prvvinzialausschusses betr.: Die Ablösung der Anleiben der Provinz Oberfressen.

e> Antrag des Provinzialausfchusses auf Ge­nehmigung der zur Erfrebung vorgesehenen Provinzialumlagen und Ausschläge

6. Rechenschaftsbericht des Prooinzialauüjchujje» über die Verwaltung be» Wasserwerks Inheiden und Rechnung über die Einnahmen und Ans gaben des Wasserwerks Inheiden im Rj. 1926.

7. Voranschlag über die Einnahmen und Ausgaben des Wasserwerk» Inheiden für Rj. 192b.

8. Antrab des Provinzialausschusses auf Errich­tung einer Stiftung.

9. Rechnungsabschluß über die Verwaltung de» lleberlandwerks vberhesfen für da» Rj. 1926.

10. Voranschlag über die Einnahmen und Ausgaben de» lleberlandwerks Oberhessen im Rj. 1928.

Taten für Donnerstag, 26. April

Sonnenaufgang 4.42 Ufrr. Sonnenuntergang 19.14 Uhr. Mondaufgang S.37 Ufrr Mondunler- gang 1.54 Uhr. 121: MarcuS Aurelius, römischer Kaiser und Philosoph, geboren. 1711: der Philo­soph David Hume in Edinburgh geboren. 1787 der Dichter Ludwig Ufrlanh in Tübingen ge­boren. 1863: her Dichter Arno Holz in Rasten­burg geboren. 19"25: Wahl HindenburgS zom Reichspräsidenten.

Bornotizen.

Tageolalender für Mittwoch. Stadl theater: 7.30 Uhr,Das Kamel geht durch da» Radelöhr" (Ende gegen 9.45 Uhr). Lichtspielhaus, Bahnhofstraße:Die letzte Galavorstellung de» 3ir ku» Wolfson'. Aftoria-LichtspieleDer Tobf»- reifer von Arizona"

** Personalien. Ernannt wurden der Stu- bienrat an der Realschule in Schatten Friedrich Volz zum Studienrat an der Realschule i. C in Vilbel und der Studtenrat an der Realschule In Laubach Hugo Link zum Studienrat an der Augustinerschule In Friedberg beide mit Wirkung vom 23. April ob.

* Verbesserung der Kirch st raße. Die Straße zwischen der Neustadt und dem Ge­werbehaus. entlang dem Oswaldsgarten. die sich seit Jahren in einem auSgesafrrencn Zu stand be­findet. soll nunmefrr durch die Anlage von Trottoir und die Erneuerung der Fahrbahn wesentlich verbessert werden. Hierbei wird di.- Beseitigung einiger bereits fett Jahren stark beschädigter Bäume, die zu dicht an den Häusern stehen, erforderlich.

Eine Bitte an daS Polizeiamt. Man schreibt uns: Es ist ein dringender Wunsch der Passanten des von der Lahnbrücke nach den Bleichen sich hinziefrenden WegeS, daß die Pas­sage von der Lahnbrücke bis zur südlichen Ecke der ersten Bleiche also biS dahin, wo der Weg von der Schützenstraßc her einmündet für den Radfahrverkefrr endgültig ge­sperrt wird. Der Weg. der über den ehe­maligen Schweinemarlt führt, ist bekanntlich von der Lahnbrücke her steil abfallend. Er wird fast ausschließlich von den Pächtern der Schreber­gärten an der alten Wollspinnerei und anderen Gartenbesitzern benutzt, die ihn auch mit ihren Handwagen befahren müssen. Vielfach sind diese Gartenbesitzer ältere Leute. Die durch nur jugendliche, rasende Radler auf dieser Weg­strecke täglich erheblich gefährdet werden kann nicht gewartet werden, bis erst durch Leicht­sinn, Unvernunft und grobe Rücksichtslosigkeit ein größeres Unglück geschehen Ist. DaS Feld- schutzverfonal wird diese Angaben an maßgeben­der Stelle berichten und bestätigen können. Die Frühjahrsbestellung der Gärten an der Lahn steht bevor; darum ist Elle geboten. Hoffen wir. daß von der zuständigen Stelle eingeschritten wird und daß an den beiden Endpunkten der oben bezeichneten Strecke bald die erforderlichen TafelnFür Radfahrer verboten" angebracht werden.

"KonzertezumB e st c n derKranken. Man berichtet uns: Der Männer-Gesangverein Liedcrkranz (gegründet 1837) unter Leitung seines Dirigenten Wilhelm Schättler hat eS sich nicht nehmen lassen, dem Beispiele anderer Ver­eine nachzueifern und ein Konzert in der Nerven - klinik Gießen zur Srfreitcrung der Kranken xu geben. Die Darbietungen boten einige genuß­reich« Stunden. U. a. kamen zum Vortrag:Hym­ne an die Nacht" von Beethoven.Sonntag£- fecle* von Bein.OberländischeS Tanzlied" von Silcher ulw., was besonders benrorgefroben sei. Die einzelnen Stücke wurden mit großer Hingabe von der Sängerschar vorgetragen und mit leb* fräflem Beifall ausgenommen Dem Dirigenten Wilhelm Sch ättler. sowie Lehrer Kling als Vorsitzendem Ist der Dank der Patienten ge* wiß Ferner aao am Sonntag, dem 22. April, die Neu-Apostolische Gemeinde Gießen (Diri- & Wilhelm Müll) ein bestens auSgewäfrldeS

ramm ihres Gemischten Chors, das regen U fand. Der Chor war ausgezeichnet iit feiner Leistung. Besonders frerDorgehoben seien. jUnter einer Trauerweide" und »Preis dir, du 6wiger". Beiden Vereinen sowie den mitwirken­den Herren, die ihr Bestes frergaben. tst der Dank der Patienten gewiß. Wünschenswert IS es, daß ntxf) andere Künstler her THitfW tav