Nr. 211 Drittes Statt Gietzener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheflen) Samstag, 24. November (928
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Kilm-Protest gegen die Lustbarkeitssteuer.
WSR. Frankfurt a. M.. 22. Hoi?. Der Landesverband der Lichtspielbe- sitzer von Hessen und Hessen-Äassau hatte am Donnerstag seine Mitglieder und Freunde Au einer Protestkundgebung ae a en ble Vergnügung st euer geladen. Außerdem waren Einladungen ergangen an die . Bürgermeister und Steuerdezernenten im Verbands bezirk an Reichstags- und Landtagsab- aevrdnete Stadtverordnete und an die Presse. ÄlS Referent sprach Leopold Guttmann aus Berlin, der Vorsitzende des Reichsverbandes der deutschen Lichtspieltheaterbesitzer. Er setzte auseinander, daß die L u st b a r k e i t s st e u e r' der Ruin des deutschen Filmgewerbes sei und daß sie unter allen Umständen fallen müsse. .Die Lustbarkeitssteuer ist," so führte er aus »eigentlich eine Umsatzsteuer, und dah eine Umsatzsteuer von 15 Prozent jedes Gewerbe ruinieren muh, bedarf keiner besonderen Betonung. Rur zwei Länder produzieren Filme in größerem Umfange, nämlich die Vereinigten Staaten und Deutschland, aber an der Weltproduktion ist
Oie Farbe im Stadtbild
In anerkennenswerter Weise ist die Stadtverwaltung schon seit langer Zeit um d.e Verschönerung des Giehener Stadtbrl- des bentüht. Dieser Aufgabe sucht sie nicht nur Strahenherstellung und weitgehende Straßen- 'und Anlagenpflege, sondern auch durch Einwirkung aui die Hausbesitzer bei der äußeren R^uherrichung wichtiger und charakteristischer Gebäude gerecht zu werden. Mit sorg ältig erwogenen und praktischen Ratschlägen, unter De- rücllichtigung der wirtschaftlichen Möglichkeiten und »«^möglichster Veach ung der Wünsche der Hausherren, wirkt das Stadtbauamt bei den Hauserncnerungen mit. Bei wertvollen, charakteristischen Fachweribauten und bei mangelnder finanzieller Leistungsfähigkeit des Hausbesitzers gewährt die Stadtverwaltung auf An- traa unter Umständen einen Zuschuß zu den Kosten der Renovierungsarbeilen, wenn dabei nach den Richtlinien der Stadt verfahren wird. Auf diese Weise ist schon mancher recht erfreuliche Erfolg bei der Verschönerung unseres Stadtbildes durch geschmackvolle und zweckmäßige Anwendung von Farbe und Verputz erzielt worden. Leider wird der wohlmeinenden Absicht der Stadtverwaltung auf diesem Gebiete aber auch noch mancherlei Widerstand entgegengesetzt. Mangelnde Einsicht hat schon wiederholt wünschenswerte Hausfrontverfchönerungen vereitelt, wodurch alte Schandflecke der Straßen nur durch neue Verunzierungen ersetzt wurden; selbst Geldbeihilfen wurden ausgeschlagen, entweder weil sie nicht hoch genug waren, oder weil „6ie Stadt da nichts dreinzureben" habe. Bedeu irlicher- weise hat die Stadtverwaltung gegen derartige Zeitgenossen mit engsten Gesichtspunkten noch feine Handhabe.
Um die Vorteile einer allmählichen Reugestaltung unseres Straßenbildes unter faröenkünst- lerischen Gesichtspunkten den weitesten Vürger- kreisen vertraut zu machen, unternimmt die Stadtverwaltung jetzt eine großzügige Aufllärungs- arbeit. Zu diesem Zwecke veranstaltete sie gestern abend in den Einhorn-Lichtspielen einen öffentlichen Vortrag über die Förderung der Farbe im Stadtbild. Der Redner des Abends, Dr.Meher-Oberist aus Hamburg, der als Geschäftsführer des Deutschen Dundä ^ur Förderung der Farbe im Stadtbild mitten in dieser lobenswerten Bewegung steht, konnte der sehr starken Zuhörerschaft aus dem Schatze seiner großen Erfahrungen viel Beachtenswertes mitteilen. Er verstand es, seinen Hörern den Blick zu schärfen für die Häßlichkeit und Unzweck- Tnäßigkeit früherer Hausfrontgestaltung und gewisser Farben-Anwendung, aber auch für die Schönheiten der Kompositionen der Farben nach künstlerischen Gesichtspunkten, wie sie in der neueren Zeit erfreulicherweise immer mehr sich durchsetzen. Dabei erfolgt die Farbenwahl nicht etwa schematisierend, sondern nach den jeweiligen Erfordernissen, für die die bauliche Eigenschaft deS Objekts, ferne Umgebung, seine Stadtlage, d. h ob in einer Wohn- oder Geschäftslage, und natürlich auch der Geldbeutel des Hauseigentümers maßgebend sind. Mit einer interessanten Schilderung der verschiedensten passenden Farbenpaarungen, bei denen die Gesetze der Schönheit mit den Zweckmähigleitsforderungen in guter Weise vereinigt sind, machte der Vortragende seine Empfehlungen noch eindrucksvoller. Mit Recht betonte er aber auch, dah bei einer planmäßigen und künstlerisch einwandfreien neuen Farbengebung des Stadtbildes eine einheitliche Leitung dringend notwendig ist, und daß nach Lage der Dinge diese unparteiische, materiell nicht von Eigenintercsse geleitete Führung nur bei der Stadtbauverwaltung liegen kann. Der Redner gab il a. auch eine ganze Anzahl Anregungen, wie unser Gießener Stadtbild unter Berücksichtigung der verschiedensten Haustypen farbig in schöner Weise neugestaltet werden kann. Wir möchten der Stadtverwaltung empfehlen, diese Vorschläge in fachmännischer Zusammenstellung, nach Hausarten und passenden Farben geordnet, durch die Presse der gesamten Bürgerschaft bekanntzugeben, damit dieses wertvolle Wissen auch über den Kreis der gestrigen Zuhörer hinausdringt. Achtzig farbige Lichtbilder bereicherten den bedeutsamen, mit verdientem Beifall aufgenommenen Dortvag.
Damit die Schönheiten der künstlerischen Anwendung der Farbe im Stadtbild auch dem Auge offenbar werden, findet vom 24. November bis zum 3. Dezember eine Ausstellung von 150 farbigen Entwürfen in der Aula der S t u d i e n a n st a l t (Lyzeum) in der Damm- straße statt. Der Besuch dieser Schau sei nicht nur den Hausbesitzern, Bauleitern und Handwerksmeistern, sondern auch der gesamten Bürgerschaft empfohlen.
Es wäre für unsere Stadt ein großer Gewinn, wenn aus dieser Aufklärungsarbeit eine ausgedehnte Anwendung der Farbe im Stadtbild nach künstlerischen Gesichtspunkten unter der lediglich im Wgemeininteresse ausgeübten Leitung der Stadtverwaltung heroorginge. Möchten alle berufenen BürgerkVeise mit bestem Willen an der Erreichung dieses schönen Zieles Mitarbeiten!
Die neue pestalozzischule in den Eichgärien.
Bor einigen Tagen ist in dem als Villenviertel geplanten Eichgärtengebiet mit den Aus- jchachtungsarbeiten zum Neubau der Pestalozzischule begonnen worden. Südlich des sog. Eichgärtenweges wird fid) der Bau auf dem nach der Kciiserallce zu ansteigenden Gelände erheben. Auf der Nordseite des Weges ist eine große Grünfläche in der Mittelachse des Gebäudes vorgelagert, die durch kulissenartige Bebauung zu beiden Seiten eingerahmt wird. Der Blick von der Schule in das Grüngelände der Wieseck bleibt
Nordostseite zu ganz durch Fensterflächen geöffnet. Die Verbindung zwischen den einzelnen Geschossen erfolgt durch vier Treppenhäuser, deren Außenwände fast vollständig in Glasflächen aufgelöst sind. JmerstenObergeschoß liegen auf der Knaben- seite acht Schulklassen, auf der Mädchenseite sechs Schulklassen, da hier die Verwaltungsräume mit untcrgebracht sind. In diesem Geschoß ist die Anlage noch zweihüftia, d. h. sie besteht im Querschnitt aus Klasse, Flur, Klasse, während in den weiteren Geschossen, in denen die meisten Klassen liegen, die
schenwände zwischen den Klassen in Leichtstein gehalten, so daß jederzeit mit ganz geringen Mitteln eine Acnderung der Klassengröße möglich ist (z. B. die Schaffung von drei kleineren aus zwei großen Klassen), denn die Fenstcrpfeiler haben nur eine Breite von 51 Zentimeter und die Fensterachsen gleiche Entfernung.
Das Aeußere des Gebäudes.
Durch die gleiche Fensterachsenteilung wird das Aeußere der Schule in allen Ansichten wesentlich
dadurch offen, und das Gebäude erhält durch die vorgelagerte Grünfläche die erforderliche repräsentative Gestaltung und einheitliche Umrahmung.
Die Grundrißlösung.
Der Grundriß des Gesamtbaues hat eine v-Form erhalten mit der Oesfnung nach den Grünanlagen zu. Es sind insgesamt 24 <5chu l- klassen vorgesehen, je 12 für Knaben und Mädchen. Der Zugang erfolgt vom Innenhof aus. Im Erdgeschoß liegen außer der Hausmeisterwohnung, den erforderlichen Räumen für die Heizung, den Abortanlagen und Waschräumen die Räumlich, keilen für den naturwissenschaftlichen Unterricht, die Bücherei, den Schularzt und den Handfertigkeitsunterricht. Weiterhin sind vorhanden: eine große Milchküche und ein Hortsaal. Dreiseitig von den Flügeln eingeschlossen liegt die Turnhalle (Ausmaß 13 X 24 Meter) mit anschließenden Abstellräumen für Turngeräte und einer großen Bühne. Der Verbindungsflur der beiden Seitenflügel ist zu Umfleiberäumen bestimmt. Die Turnhalle ist nach der
Deutschland nur mit knapp 4 Prozent beteiligt, weil es im Gegensatz zu den Vereinigten Staaten die Filme nicht schon im eigenen Lande amortisieren kann uni) de-^alb auf die Herstellung großer Filme für den Weltmarkt verzichten must. 240 Millionen Mark bringt die Filmindustrie cm Einnahmen, davon müssen 45 Millionen Mark Lustbarkeilssteuer ab geführt werden. Die Sprech- theater erhalten eine Subvention von 60 Millionen Mark jährlich, die deutsche Filmindustrie, d. h. die Kinotheater, müssen 45 Millionen Mark bezahlen. Zwar herrscht bei einzelnen Stellen das Bestreben dem Lichtspielgewerbe zu helfen, aber auf die Lustbarkeitssteuer will man deshalb nicht verzichten, weil die Löcher im 6tabtfäcfd zu groß würden. Das stimmt aber nicht, denn Berlin, das relativ genommen den größten Teil dieser Steuer bezahlt, nämlich 5 Millionen Mark, deckt damit 1 Prozent des Steuersolls. Dieses 1 Prozent kann und muß an anderer Stelle gespart werden. Man wird der Filmindustrie schnell und bald helfen müssen, sonst geht sie vor die Hunde." Der Redner führte noch aus, daß es kaum ein Gewerbe gebe, das nicht direkt oder indirekt an der Filmindustrie interessiert sei, und schloß seine mit Beifall aufgenommene Rede mit einer Variante des Dismarckschen Zitats: „©eben wir die deutsche Filmindustrie in den Sattel, reiten wird sie von alleine!" Anschließend lief ein Bildstreifen „®in Film vom deutschen Film", dessen erster Tell die zahlreichen Dil- dungs-, Kultur- und Unterhaltungsmöglichkeiten des Films zeigte und dessen zweiter Teil an Hand von Tnckzeichnungen die katastrophalen Folgen der Vergnügungssteuer für die deutsche Filmindustrie dokumentierte.
Von der Vogelzug-Forschung.
fl. Fronhausen (Lahn), 23. Rov. Seit 1927 beteiligen sich mehrere in unserem Orte wohnende Schü'leer der Marburger Oberrealschule an der Kennzeichnung von Zugvögeln mit numerierten Fuhringen der „Vogelwarte Helgoland", deren „Zweigberingungsstelle Marburg" der „Biologischen Vereinigung für Hessen-Marburg (Lahn)" an geschlossen ist und von Dr. W. Sunkel geleitet wird. Die Mitarbeit seiner jungen Helfer zeitigte auch schon Erfolge: so wurden jetzt wieder zwei in Fron- hausen beringte Amseln zurückgemeldet. Beide bestätigen auch für unsere Gegend die schon andernorts gemachte Erfahrung, daß diese Dogel- art in ihrem ersten Lebensjahr wegzieht, im Alter aber seßhafter wird. Reu an dem Wiederfund der weggezogenen Llungamsel ist aber die große Entfernung: der im Mai 1927 in Fron- Hausen beringte Vogel wurde am 10. Dezember 1927 in Südfranlreich bei Tournah (Haute- Phränöes) gefunden. Es ist dies bis jetzt der südlichste Fundort einer in Deutschland beringten Amsel. Damit hat auch für diese Art die De- ringungsarbeit der „Biologischen Vereinigung für Hessen-Marburg (Lahn)" den fernsten Wiederfundsort erreicht, nachdem dies schon früher hinsichtlich der südwestlichen Zugstraße der Störche durch einen in Roßdorf (Kreis Kirchhain) beringten Storch, der im südlichsten Spanien an» getroffen wurde, für diese Art geschehen war. Die zweite Amsel, die ihren Ring am 14. Mai 1927 bei Fronhausen erhalten hatte, wurde am 2. September 1928 in Friedelhcmsen bei Lollar geschossen, hielt sich also in der weiteren Umgebung des Deringungsortes auf. Die Zug- verhältnisse der Amseln sollen ebenso wie die der Stare und Schwalben durch planmäßig fortgesetzte Beringung zunächst gellärt werden. Beim Star kann dies sehr erleichtert werden durch Aushängen zahlreicher Ristkästen (mit abnehmbarem Deckel), in denen die Iungvögel leicht beringt werden können: außerdem wird durch Ansiedlung und Vermehrung der Stare, die voo-
Anlage nur einhüftig ist. Bei der zweibüftigen Anlage sind auf jedem Flur noch Belichtungs- Vorplätze eingeschoben, Jo daß auch hier die Ab- sicht, Helle Flurräume zu schaffen, ohne Schwierigkeiten durchgeführt werden kann. Im zweiten Obergeschoß liegen insgesamt zehn Klassen, die je nach Größe 40 bis 60 Quadratmeter Grundfläche haben. Ferner liegen hier die Räume für Lehrmittel und Sammlungen und ein besonderes Lehrerinnen- zimmer. Der S ü d f l ü g e l erhebt sich dann nochmals um eine Geschoßhöhe. In ihm sind der Handarbeitssaal, ein Raum für Einzelunterricht, ein großer Zeichensaal und neben diesem ein Sing- Jaal untergebracht. Die beiden letzteren Räume sind iurd) eine Schiebetüre getrennt und können für Kinovorführungen und ähnliche größere Veranstaltungen gemeinsam benutzt werden, so daß sich eine Raumgroße von etwa 10 X 24,5 Meter ergibt.
Insgesamt können in diesem Bau über 1000 Schulkinder untergebracht werden. Die Klaffengröße ist verschieden, außerdem sind die Zwi-
beeinflußt. Es ergeben sich für die architektonische Gestaltung sog. Lichtbänder, die dadurch noch besonders betont sind, daß die Fensterpfeiler nicht, wie der Gesamtbau, in dunklen Klinkern ausgeführt werden, fonbern in den Hellen Gailschen Steinen. Im übrigen ist das Aeußere der Schule nach den Gesichtspunkten der Sachlichkeit und Wirtschaftlichkeit aufgebaut, ebenso wie im Innern in erster Linie die der Helligkeit und Sauberkeit maßgebend waren. Eine geeignete Farbengebung soll auch im Inneren den Charakter der einzelnen Räume freundlich gestalten, ohne dabei den Rahmen der heute maßgebenden wirtschafllichen Verhältnisse zu verlassen. Der Innenhof vor der Turnhalle soll vielleicht als einzigen plastischen Schmuck eine Bronzefigur von Pestalozzi erhalten.
Im Schulhof wird durch ein weitausragendcs Betondach ein trockener Aufenthalt der Kinder während der Schulpausen ermöylicht, ferner soll durch geeignete Bepflanzung genügend schattiger Raum für heiße Tage geschaffen werden.
zügliche Bundesgenossen des Landwirts im Kampf gegen Engerlinge und Erdraupen sind, dem Heberhandnehmen von Pflanzenschädlingen vor- gebeugt.
Oberheffen.
Bezirlssparlasse Lauterbach.
• Lauterbach, 23. Rov. Dieser Tage fand im hiesigen Kasinosaale die 91. Generalver- samm lung der Bezirks-Sparkasse Lauterbach statt, die von dem Divektor der Kasse, Fabrikant D i e h m, eröffnet und geleitet wurde. AlS Vertreter her Aufsichtsbehörde waren erschienen Kreisdirektvr Dr. Michel und Regierungsrat Ranz. Der Hessische Spavkassen- und Giroverband war durch seinen Vorsitzenden Iustizrat Dr. Reh, Darmstadt, vertreten.
Sparkassenrechner Peter trug den Rechenschaftsbericht für 1927 vor, aus dem eine erfreuliche Weiterentwicklung der Kasse im verflossenen Jahre in allen Geschäftszweigen festzustellen war. Der Gesamtumsatz stieg von 39 039 094 Mark auf 45 737 848 Mark. Die Ein - lagen bei der Kasse erfuhren eine hervorragende Steigerung: sie betrugen Ende 1927 1 528 834 Mark Spargelder und 531 453 Mk. Girvgelder. Dis Mitte Rovember 1928 haben sie bereits die statlliche Summe von 2 178 783 Mk. Spargelder und 668 973 Mark Girvgelder erreicht. Zn dieser Steigerung ist ein sehr gutes Zeichen für den Sparsinn unserer oberhrssischen Bevölkerung und das große Vertrauen des Publikums zur Dezirkssparkasse zu erblicken. Die Gesamt- ausleihunaen betrugen Ende 1927 2 557 154 Mark: bis Mitte Rovember 1928 haben sie mit 3 337 000 Mark bereits erheblich die V 0 r « kriegsausleihungen überschritten. 3n dieser Summe sind über 1 Million Mark Dcmgeldrr enthalten. Der Reingewinn belief sich im verflossenen Geschäftsjahre auf 24108 86 Mark. Er wurde nach Abschreibungen und Bewilligungen dem Reservefonds überwiesen, der damit den Betrag von 110 659 Mark erreicht hat.
Geschäftsbericht und Jahres rechnung wurden einstimmig genehmigt.
Für wohltätige und gemeinnützige Zwecke wurden folgende Bewilligungen beschlossen: für landwirtschaftliche Zwecke 2150 Mk., für Krankenschwestern pp. 800 Mk., für Kriegerdenkmäler 2500 Mk., für Schulen und Kirchen 1500 Mk., für Sonstiges 900 Mk., zusammen 7850 Mark.
Die statutengemäß aus dem A u f s i ch t s r a t ausscheidTnden Mitglieder wurden wiedergewählt: neugewählt wurden Dürgermeister Lerch, Allmenrod und Bürgermeister Casper, Wallen- rvd. Direktor D r e h m gedachte mit ehrenden Worten der verstorbenen Ausiichisratsmi.glieder Altbürgermeister Lerch, Allmenrod, u.rd Bürgermeister Prediger, Wernges, sowie des Beigeordneten Höll, Sickendorf, als Vertreter der Garantiegemeinde. Die Anwesenden erhoben sich zu Ehren der Verstorbenen von ihren Ätzen.
Zustizrat Dr. Reh sprach in anerkennender Weise von der guten Entwicklung und dem Aufschwung der Dezirkssparkasse, ferner wurde von ihm die gute Leitung der Kasse erwähnt.
Der Vorsitzende des Aufsichtsrats, Bürgermeister Walz, gab einen Heberblick über die Entwicklung der Kasse. Dem langjährigen persönlichen Mitglied Ferdinand M ö v e r wurden zu einem 50jährigen Jubiläum als persönliches Mitglied herzliche Glückwünsche ausgsprochen.
Bezirksdirektor Walz, Wiesbaden, hielt sodann einen lehrreichen Vortrag über die Bedeutung der öffentlich-rechtlichen Lebensversicherung.
Rach Beendigung des offiziellen Teils der Versammlung schloß sich ein gemütliches Beisammensein der Vertreter an.
Landkreis Gießen.
• Lollar, 23. Rov. Hm weitere Kreise mit guter Kunst bekannt zu machen, wird am Sonntag hier eine Wanderkunstausstellung der Gesellschaft für Verbreitung von Volksbildung veranstaltet. Am Samstagabend wird Lehrer Dr. Balser (Daubringen) einen einführenden Vortrag halten.
V Mainzlar, 23. Rov. Die Rechnung unserer Gemeinde für das Rechnungsjahr 1927, die zur Zeit auf der Bürgermeisterei offen liegt, schließt in der ersten Quiirilung in Einnahme mit 74 529,49 Mk., in der Ausgabe mit 64 327,78 Mk. ab. Der vorhandene Rech» nungSrest beträgt somit 10 201,71 Mk.: hiervon sind Barbestand 9958,51 Mk., während 243,20 Mark auf liquidierte Außenstände entfallen. Die zweite Abteilung schließt in Einnahme und' Ausgabe mit 22 699,99 Mk. ab. Der Rechnungsrest ist gegen den vorjährigen Abschluß um rund 10 000 Mk. zurückgegangen, die bei der Durchführung der Kanalisation aufgebraucht worden sind. Die Rechnung, sowie die Kreditübrrschrei- tungen in Höhe von 34 264,04 Mk. wurden vom Gemeinderat genehmigt.
Bg. Großen-Buseck, 23.Nov. Bei der heutigen Zwangsversteigerung der hiesigen ßadfabrit wurde Konsul Horn aus Hamburg mit 28 000 Mark Höchstbietender.
s Grünberg, 23. Rov. Aus der jüngsten Gemeinperatssitzung unter dem Vorsitz des Bürgermeisters Iöckel ist u. a. folgendes zu berichten: Wegen Herstellung eines F u ß - ballspielplahes soll die Geländekommis- sion mit dem Vorstand des Fußballklubs 1926 afni Ort und Stelle beraten. Rach einer Verfügung des Kreis amt es Gießen vom 10. September 1928 über die besondere Festsetzung der Zahlungstermine (Ziele) für die Gemeinde-, Kreis- und Provinz steuern ist Oer Bürgermeister der Ansicht, daß dieser Verfügung entsprochen werden muh. Der Gemeinderat beschließt jedoch nach eingehender Aussprache, dem Kreisamt Gießen den diesbezüglichen Gemeinderatsbeschluh vom 6. Rovember 1928 nochmals zur Genehmigung zu unterbreiten. Die Steuerzahler in Grünberg sind nach dem Vorschlag des Kreisamtes außerstande, die Gemeinde-, Kreis- und Provinz steuern zu bezahlen. Dem Gesuch der hiesigen Gendarmeriestation um Anbringung von elektrischen Lampen an den Hauseingängen ihrer Wohnhäuser wird entsprochen Der Gemeinderatsbeschluh vom 15. August 1927, wonach die Kosten für Anlegung der Wasserleitung in allen neuen Straßen von den Grundbesitzern, rechts und links der Straßen, gemeinsam je zur Hälfte getragen werden muß, wird auf gehoben. Es trägt demnach die Gemeinde die Kosten für die Anlage der Wasserleitung in einer genehmigten bzw. eröffneten, neuen Straße für den Hauptstrang.
s Utphe, 23. Nov. Dieser Tage wurden von dem Gemeindewiesengelände zehn Morgen oervachtet. Dabei wurden für gute Wiesen Pachtpreife von 50 bis 60 Mark, für geringere 30 bis 40 Mark je Morgen erzielt. Seither wurde alljährlich das Heu- und Grummetaras durch die Gemeinde versteigert. Wenn auch auf diese Weise durchschnittlich höhere Einnahmen erzielt wurden, so sah sich die Gemeindeverwaltung doch zu dem neuerlichen Schritt gezwungen, damit nunmehr durch die Pächter auch etwas zur Verbesserung und Düngung der Wiesen geschehen kann. Von dem größeren Teil der Gemeindewiesen wird jedoch nach wie vor das Gras versteigert.
s Aus dem Horlofftal, 23. Nov. Je länger die ausnahmsweise milde Herbstwitterung anhält, desto mehr macht sich auch in unserer (3emar- kung die Mäuseplage bemerkbar. Besonders stark sind Kleefelder, weniger die Winterfruchtselder, in Mitleidenschaft gezogen. Man rückt den Schad- >
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