Ausgabe 
24.9.1928
 
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Wirtschaft.

Zur Lage am Geldmarkt.

Die am Samstag beschlossene Erhöhung des R«portgelosah«s um V« Prozent auf 81/J bis 9 Prozent mit der Begründung, daß die Versorgung über den vermutlich schwierigen Dierteljohrsultimo laufe, sie sich außerdem erst­mals über einen ganzen Monat erstrecke und somit dem hohen Monatsgeldsah anzupassen sei, beleuchtet die Lage am Geldmärkte. Da­mit erfahrt auch die Auffassung ihre Bestätigung, daß, wenn auch nach der Medioanspannung in­folge starker Rückflüsse aus der Provinz am Don­nerstag am Tagesg^dmarkt wieder eine Erleich­terung eintrat, trotzdem vor einer allzu opti­mistischen Beurteilung der Geldmarktlag« ge­warnt werden muh. Abgesehen davon war seit Beginn der Woche aber auch auf den anderen Märkten eine Versteifung infolge des Be­ginns der Llltimofinanzierung verzeichnen. <5o bleibt Termingeld bei unveränderten Sähen weiter gefragt, und für bankgirierte Waren­wechsel muh bereits wieder über den Reichs­bankdiskont gezahlt werden. Der Privatdiskont wurde zu Beginn der Woche nur tendenzmähig, nicht saymähig beeinfluht. Wenn auch das An­gebot (täglich zirka 56 Mill. Mk.) nicht sehr groß war, so machte es sich doch schon zeitweise so drückend bemerkbar, dah eine Erhöhung der kurzen Sicht in Erwägung gezogen wurde. Es ift ein putes Zeichen, dah man eine Heraufsetzung des Privatdislonts umgehen konnte. Diese Sta­bilität des Privatdiskonts kann als Beweis für di« liquide Position der Banken an­gesehen werden.

Alles in allem ist ber Ultimo etwas günstiger zu beurteilen, als noch zu Beginn des Monats, vor allem wegen der besonders am Privatdislontmarkt hervorgelretenen Zuflüsse von neuem Auslandgeld. Besonders französisch« Ausleihungen dürfen auf Llmwegen hier gelandet fein. Auch soll seit län­gerer Zeit zum erstenmal wieder amerika­nisches Geld angebeten wo den fein. aller­dings nur für kurzfristige Abschlüsse. Auf die französisch« Geldzu uhr darf übrigens im Hin­blick auf die derzeitige Lage des Pariser Geld­marktes auch für die nächste Zeit noch gerechnet werden, denn nach der Ansicht Pariser Finanz­kreise ist vor dem nächsten Frühjahr mit einer Anspannung am französischen Geldmärkte nicht zu rechnen. Erst dann sei in Frankreich mit Sicherheit mit der Entstehung eines grohen Wirt­schaftliehen Geldbedarfs zu rechnen, der dann mit dem Geldbedarf der Börse und der fremden Plätze in Konkurrenz treten und beide nicht unwesentlich beeinflussen werde. Ungelöst bleibt dabei die wichtigste 'Frage, wer Deutschland die notwendigen langfristigen Anleihen gibt, ob Frankreich, England oder Amerika. Heute sind aus Paris vor allem kurzfristige Kredite zu crljaltcn; bis Anleiheemissionen dort begeben wer­den. kann aber noch eine Zeitlang dauern. Darin liegt eine große Gefahr. Kurzfristige Kredite genügen zwar für eine gewisse Zeit, aber die mit ihnen verbundenen möglichen Gefahren sind groß und erfordern große Aufmerksamkeit. Die Veränderung in den internationalen Geldver­hältnissen und die wachsende Bedeutung von Paris zeigen die Tatsache, dah die Deutsche Dank vor kurzem in Paris, ähnlich wie vor Jahren verschiedene deutsche Firmen in Reu- York, einen Beobachtungsposien geschaffen hat. Oer deutsche Außenhandel im August.

Der deutsche Außenhandel zeigt im August 1928 im reinen Warenverkehr einen E i n- fuhr Überschuß von 58 Millionen Mark, gegen 268 Mill. Mark im Vormonat. Die starke Verminderung des Einfuhr­überschusses beruht sowohl auf einer Abnahme der Einfuhr, als auch auf einer Zunahme der Ausfuhr.

Die Abnahme der Einfuhr in Höhe von 99,1 Mark entfällt fast ganz auf Rohstoffe und halbfertige Waren, Lebensmittel und Getränke. Die Einfuhr von Fertigwaren ist nur wenig vermindert, die Einfuhr von lebenden Tieren hat sogar etwas zugenommen. Die Ausfuhr ist um 111,7 Millionen Mark auf 1025.8 Mill. Mark gestiegen: sie liegt damit um 4,2 Mill. Mark über ihrem bisher höchsten Stand im März d. 3. An der Zunahme sind überwiegend Fertigwaren, verhältnismäßig stark aber auch Rohstoffe und halbfertige Waren be­teiligt. Die Ausfuhr von Lebensrnitteln und Getränken, sowie von lebenden Tieren ist da­gegen kaum verändert.

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Die amtliche Großhandelsindex­ziffer. Die aus den Stichtag des 19. Septem­

ber berechnete Großhanbelsindexziffer des Sta­tistischen R:ia,samts ist gezenüb.n: der Vorwoche um 0,1 Prozent auf 139,6 (139,8) zurückgrgangen. Don den Hauptgruppen hat die Indexziffer für Ag.arstoffe mit 133,5 gegenüber der Vorwoche ferne Veränderung erfahren. Die Indexziffer für Kolonialwaren hat um 0,1 Prozent auf 135,0 (134,9) angezogen. Demgegenüber h t die Index­ziffer für industrielle Rohstoffe und Halbwaren um 0,2 Prozent auf 133.1 (133,4) nachgegeben, während die Indexziffer für industrielle Fertig­waren mit 159,5 unverändert geblieben ist.

Vollkommen« Unterbringung der Goldpsandbriefe der Frankfurter Hypothekenbank. Rach einer Meldung des Bankhauses Person & Co. in Amsterdam sind d.« in Amsterdam aufgelegten 3,75 Mill. Mk. 7proz. Goldpsandbriefe der Frankfurter Hypo­thekenbank untergebracht worden.

Steigende Exportnachsrage für Kali. Der Kaliabsah entwickelt sich wie im Wochenbericht der Geor. Damman Bank-Han­nover ausgeführt wird, weiter recht zufrieden­stellend. Man hofft, daß der laufend« Monat mit über 1,4 Millionen Doppelzentner Reinkali (1.185 Millionen Doppelzentner im September 1927) abschließen wird. Sehr erfreulich ist, dah auch das Auslandgeschäft m einem starken Auf­schwung begriffen ist, und daß sich besonders für Sulfate steigende Exportnachfrage beiundet. Von dem diesjährigen Augustabsah (1,087 Millionen Doppelzentner) entfielen 60 Prozent auf das Ausland und 40 Prozent auf das Inland während im vorigen Jahre das Verhältnis um­gekehrt war. An der Erweiterung der aus­ländischen Absahorganisation wird gearbeitet; so ist kürzlich wieder eine selbständige Riederlassung m Dänemark ins Leben gerufen worden. Der Markt der Kaliwerte bot in der abgelaufenen Woche im Gegensatz zu der lustlosen Haltung aller übrigen Marktgebiete ein recht lebhaftes Bild. Es scheint festzustehen, daß die über das normale Maß bereits weit hinausgehende Kurs- entwickelung einiger Werte auf das Bestreben der in Betracht kommenden Konzern lei tungen zu- rückzusi h en ist, die wenigen noch in freiem Besitz be.indlichen Kure restlos unter ihr« Kon­trolle zu bringen. Daraus glaubt man nun viel­fach schließen zu können, dah auch die übrigen Minoritätskuxe nach und nach aus dem Markt verschwinden werden, womit die Konzern« ihr Ziel die völlige Geschlossenheit ihrer Desitzver- hältnisse, durch freihändige Aufkäufe, also ohne kostspielige Liquidationen, erreichen.

' Abschluß der Verhandlungen des Stahlvereins in Jugoslawien. Wie vom jugoslawischen Finanzministerium in Belgrad mitgeteilt wird, hat es von zwei vorliegenden deutschen Angeboten zum Ankauf von Eisen­bahn- und Schiffahrtsmaterial dasjenige der Stahl-Union-Export-G.mch.H. angenommen, das sich auf Materiallieferungen im Werte von 100 Millionen Goldmark bezieht. Die Finanzierung dieses Riesenauftrages ist so gedacht, daß die Vereinigten Stahlwerke (die Muttergesellschaft der Stahlunion-Export G. m. b. H.) auf Kredit liefern und von der jugoslawischen Regierung 7proz. Staatspapiere erhalten, die in 10 Jahren eingelöst werden. Zugleich mit dem Stahltrust hatten sich der A. E. G. Konzern und eine ameri­kanische Gruppe beworben, deren Angebote aber unter den Tisch fielen. Die A. G. G. hatte 81/» Prozent Zinsen und außerdem die Garantie der jugoslawischen Rationalbank für die Anleihe- fumme gefordert.

Di e Lage in der Pirmasenser Schuhindustrie. Gegenüber den Vorwochen, in denen regelmäßig einige hundert Arbeiter wieder Arbeit finden konnten, sind in der ver­flossenen Woche die Reueinstellungen von Ar­beitern in der Pirmasenser Schuhindustrie etwas geringer geworden. Wohl haben wiederum eine Anzahl stillgelegter Fabriken die Arbeit neu aufgenommen, doch formten sie durch die Ar­beitereinstellungen den Arbeitsmarkt nicht in dem Maße entlasten, wie es geholt wurde. Immerhin ist wiederum eine kleine Besserung auch in dieser Woche zu verzeichnen. Die in den letzten Wochen anhaltende stetige Aufwärtsbewegung darf aber trotzdem noch nicht als der endgültige Aufstieg der Pirmasenser Schuhindustrie bei ihrem jetzigen Tiefstand gedeutet werden.

frankfurter Börse.

Frankfurt a. M.. 24. Sept. Tendenz: freundlich. Zum Beginn war das Geschäft unter dem Einfluß des israelitischen Feiertages im allgemeinen gering, die Stimmung jedoch weiter freundlich. Die günstige Außen­handelsbilanz wirkte nach. Vor allem glaubte man aber, zum morgigen Prämienerllä- rungätage mit keinem größeren Angebot mehr rechnen zu brauchen, da die Engagements im allgemeinen wieder stark verringert worden sind.

Auch für den Geldmarkt befürchtet man im Hin­blick auf die international eingetretene Erleich­terung feine besonderen Schwierigkeiten, wenn auch eine starke Anspornung er. artet to t?. G gen die Schlutzlurse von Samstag waren die Kurs­gewinne nicht einheitlich, ilebertoicgenb bis ein P rozent fester eröffneten die Montanwerte, auf die weiter etwas erhöhten Förderungsziffern und den Rückgang der Feierschichten im Ruhrkohlen­bergbau. Auch Elektrizitätsaktien lagen etwas fester. Echuckert könn en 2 Prozent an i.hen. AGä' . Felten und Siemens waren um Bruchteile eines Prozentes höher. I.-G.-Farben blieben weiter vemachläf iat und knapp behauptet. Scheid anstalt gafen den Kursgewinn von Samstag toi:ber her (minus 1.75 Prozent). In Anbetracht des für RSA. ein getreten: n Kursrückgang - waren Auto- afften ftärfer beachtet. Kicher verloren 1.25 Pro­zent. Daimler blieben auf dem tun erhöhten Berliner Schluhfurs vom Samstag behauptet. Für RSA. kam eine Dotierung zunächst wieder nicht zustande. Taxe 38 bis 39 Prozent. Schifl­fahrtswerte und Banken büßten bis 1 Prozent ein. Deutsche Anleihen lagen still. Ausländische Renten geschäftslos. Im Verlaufe schrumpfte das Geschäft fast vollkommen zusammen, die Kurse konnten jedoch verschieden.lich to'itcr geringfügig on-iehen. Verlangt waren wieder AEG., auch Farben gewannen 1 Prozent Die GeldmarkNag« blieb unverändert. Tägliches Geld 6 Prozent. Am Devifenmarkt lag die Mark etwas fester, das Pfund international weiter schwach. Man nannte: Mark gegen Dollar 4.1946. gegen Pfund 20,343, London-Kabel 4,8495. Paris 124.13, Mailand 92,73, Madrid 29,37. Holland 12.0925.

Berliner Börse.

Berlin, 24. Sept. Wenn auch der jüdische 'Feiertag an der heutigen Börse keine rechte Unternehmungslust auskommen lieh, so war doch die Stimmung durchweg als freundlich zu bezeichnen. Auch das Pub'.ifuin war mit einigen Kauforders, allerdings kleinen Hnvaugeät, am Marit«. Anregend wirkte vor allem die Ent­spannung der infemationalen Geld- mar k t ( a g e. Die hiesigen Ge d ätze blieben un- verändert. Tagesgeld notierte 5 bis 7 Proz.. Monatsgeld 8 bis 9.25 Proz. Warenwechsel 7 Pro', und darüber. Im allgemeinen überwogen die Kursbesfemngen. gingen aber nicht über 2 Proz. hinaus. Einiges Interesse bestand für Elektropapiere, von denen A. E. G. und Eackisen- Werke besonbers bevorzugt waren. Die letzteren konnten 3.5 Proz. gewinnen. In Daimler waren Interventionskäufe zu beobachten. Der Verlauf brachte keine Veränderung der Marktlage. Die Kurse hielten sich auf bem Riveau der ersten Rotierungen.

o . Jitflirtet Getreidebörse

Frankfurt a M.. 24. Sept. Am Produkten- markt kam Geschäft wegen des jüdischen Feiertags nicht zustande. Die Rotierungen fallen aus.

Frankfurter Schlachtvichmarkt.

Die amtlichen Rotierungen des heutigen Frank­furter Schweinemarltes werden erst morgen fest­gesetzt.

Berliner Produktenbörse.

Berlin, 22. Sept. Der Wochenschluß brachte dem Produktenmarkt von Ueberfee starke Anregung. Die Cifofserten für Brotgetreide waren im Ein­klang mit der Haltung der Terminbörsen ganz be- deutend erhöht, von den freien nordamerikanischen Abladern lag Offertenmaterial nur sehr spärlich vor. Auch das Inland bekundete Zurückhaltung, und scheint erst die weitere Entwicklung der Lage ab­warten zu wollen. Das Angebot von Weizen und Roggen aus dem Inlande war sehr klein, die For­derungen lauteten etwa 3 Mark höher, das Ge­schäft hielt sich jedoch in engen Grenzen. Mehle hatten zu erhöhten Preisen etwas besseres Geschäft, in der Hauptsache für nahe Lieferung. Das Hafer- angebot bleibt klein, und der Konsum muß zur Deckung seines Bedarfes etwa 2 bis 3 Mark höher« Preise bewilligen. Gerste in guten Brauqualitäten stetig, Futtergersten blieben scywer verkäuflich. Am Lieferungsmarkte ergaben sich für Weizen und Roggen Preisgewinne bis zu 3,50 Mark. Es no­tierten (1000 kg): Weizen, märkischer, 206 bis 209, Oktober 224, Dezember 230,75 Geld, März 238,50 (fest); Roggen, märkischer, 209 bis 212, September 225,50 bis 225,25, Oktober 227 Brief, Dezember 231 bis 230,50 bis 230,75 (fest), März 237,50 bis 237; Braugerste 231 bis 251, Futtergerste 200 bis 210, Wintergerste, neue, 200 bis 206; Hafer, mär­kischer, 193 bis 203, Dezember 212 (fest), März 22,50 bis 22,25 Geld; Mai, zollbegünstigter Futter­mais, 206 bis 208 (still); Raps 328 bis 330 (ruhig). (100 kg): Weizenmehl 26 bis 29,25 (fest); Roggenmehl 27,50 bis 30 (fest); Weizenkleie 14 (still); Weizenkleiemelasse 16,10 bis 16,40 (still); Roggenkleie 14,10 bis 14,30 (fester), Diktoriaerbsen 41 bis 50; Rapskuchen 19 bis 19.40.

Vermischtes.

Trennung der siamesischen Zwillinge.

Ein« recht imeressantc Operation würbe kürz­lich in einer Reuyorker Privatklinik Dorgenommen, die in Fachtreis n außerordentlich großes Aufsehen erregt hat. Ein Reuyorker Arzt von Rus hat die Trennung eines siamesischen Zwillingspaares vorgenommen, die nach den vor­liegenden Berichten recht günstig verlaufen fein foll. Es handelt sich um die Geschwister Margeret und Mary Gibb, di« als einzige a-ner.konische siamesische Zwillinge galten. Eie sind 17 Jahre alt und standen feit langer Zeit unter der stän­digen Beobachtung des Arztes, der nunmehr ihre Trennung vorgenommen hat Der Operation ging eine Konferenz der bekanntesten Eh rurae i Reu- Yorks voraus, da der Arzt den gefährlichen (Singriff nur mit Zustimmung seiner Kollegen vornehmen wollte. In der G.lchichte der Medizin gibt es nur einige wenige Fälle erfolgreicher Ope­rationen dieser Art. Gewöhnlich starben einer oder sogar beide der Patienten. Bei den Gibb- Schwestern waren die Bedingungen insofern gün­stig. als sie nur unten am Rückgrat ^psammen- gewachsen waren, und dadurch war die Operation sehr erleichtert ist allerdings noch ungewiß, ob bi« Zwlllingsschwcstem tatsächlich am Leben bleiben toerbca. da die eine von ihnen noch an einer recht bedenklichen Schwäche leiben soll. Die zweite hat freilich erflän. daß sie sich sehr wohl fühle Die Schwestern haben die Operation um deswillen durchführen lassen, weil sie ihre Zusammengehörigkeit mit zunehmendem Alter als immer unhaltbarer empfunden hätten.

Tagung der üommunalbcamten.

D.r Berwa-iiingsreformausschuh d.übet 190000 Mitglieder zählendenReichsbun^es der Korn» mun alben inten und -angestellten Deutschlands e. V." hielt am 15 September bs. Is unter Leitung bes Bund:svorsitzenden Gutschmidt, Ber­lin, in Eisenach eine Sitzung ab. in der die Hauptprobleme einer Derfnssungs- und Ver­waltung 5 re form zur Sprache kamen. Der Aus­schuß will die Stellungnah n» zu diesem Problem jedem einzelnen Mitgliede der Organisation überlassen. Als eine besondere und hohe Auf­gabe der Beamtenscha t wurde es bezeichnet, sich ihrerseits und in Anbetracht ihrer Stellung im und zum Volk und Staat mit allen ihren Kräften für die Festigung der deutschen Volks­gemeinschaft einzusetzen. Eine eingehende Aussprache sand u. a. auch über das Gebie l der öffentlichen Sozialleistungen statt. Eine Reorganisation ihres bisherigen Systems wurde für dringend erforderlich erachtet, und zwar im Sinne einer Beseitigung der Elcberschneidungen und Häufungen von Zullän- bigkeiten, um dadurch eine Verminderung ber Verwaltungsloslen sowie eine etwa notwendige Verstärkung ber Mittel für die notleidenden Volkskreise ohne Steuererhö­hungen zu erreichen und eine mißbräuchliche Inanspruchnahme zu verhüten. Die Vorarbeiten zu Vorschlägen in dieser Richtung sind einge­leitet worden, ebenso für die Aufstellung von Richtlinien über die Grenzen gesunder Ginge- meinbungen, für eine Reform auf den Hauvt- tätigfeitesgebieten bet Gemeinden, ber Staats­aufsicht u. a. m. Die Zweckmäßigkeit einet Reichsstäbteorbnung würbe bejaht.

(Ein Wärter von einem Irrsinnigen überfallen und getötet.

In Andernach forderte ein Pfleger ber Provinzial-Heil- und Pflegeanstalt bei seinem nächtlichen Rundgang einen in einer Ecke kauern- ben Geisteskranken auf, sich zu Bett zu legen. Als er nach einiger Zeit toieber an bicfelbe Stelle kam, wieberholte er seine Aufforderung. Da stürzte sich der Kranke auf den Pfleger, warf ihn zu Boden und fügte ihm fo schwere Ver­letzungen zu, daß er kurze Zeit später starb. Der Täter galt bisher als ruhiger Patient.

Letzte Nachrichten.

$euer in Bad Salzschlirf.

Bad Salzschlirf. 24. Sept. (Eigener Bericht des Gieß. Anz.) Gestern mittag ent- stanb im sogenannten Garten-BadehauS im ersten Stockwerk ein D r a n b, durch den ein mit Theaterreqursiten angefülltes Zimmer völlig ausbrannte und einige weitere Zimmer, sowie ber Korridor Beschädigungen er­litten. Der rasch herbeigeeilten Ortsseuerwehr gelang es. ben Brand zu lokalisieren, so baß bas Badehaus in seinen übrigen Teilen unversehrt erhalten würbe. Die Thea ter r equi- fiten, sowie ein Teil ber Theatergarderobe fielen den Flammen zum Opfer. Die Entstehungsurfache deS Brandes ist bis jetzt noch unbekannt.

Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse.

Die hinter Den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt befchlofsenen Dividende an. ReichsbankdiSkont 7 Prozent, LombardzinSfuh 8 Prozent.

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