Ausgabe 
24.8.1928
 
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der friedliche SinfIu6 Deutschland« im Bolt ikum ebenso in ständigem Wachsen wie die Einsicht der maßgebenden Kreise, daß da« Tteuft wirtschaftlich und kulturell doch viel mehr zu b-.eien habe, als Herr Holowko mitsamt der militärischen Unterstützunggegen alle Seiten-, di« Cc als Preis für die Schaffung eine« baltisch­polnischen Block« bietet.

Die Beziehungen zwischen Deutschland und den Randstaaten waren in den ersten RachkriegS- jähren infolge de« Mißtrauen« dieser Länder, da« stark mit deutschfeindlichen Ressentiment« au« der Okkupationszeit untermischt war, recht heikler Ra'.ur Roch En« in di« allerletzte Zeit feierte man hochoffiziell und wenig taktvoll di« Jahres­tage de« deutschen RückzugS al«DefreiungStage" der jungen Staaten. Langsam, ganz langsam trat dann r.ne Wandlung -um Beneren ein. Die Oesfenllichieit Lettland« und Estland« be­ginnt jetzt erst -u erkennen, daß ihre mühsam erkämpfte Unabhängigkeit von jeder anderen am Baltikum interessierten Wacht eher bedroht sein könnte, al« gerade von Deutschland, das man gefühlsmäßig noch immer al« da« Erobererland au betrachten aeneigt ist. Wan muh anerkennen, daß die deutsche Diplomatie 6ier sehr wesentlich an der ^Beruhigung der Gemüter und recht er­folgreich an der Besserung der Stimmung mit- gearbeitet hat.

Die bodenständige deutscheBevölkerung der Randstaaten ist die Minderheit, die durch den Zusammenbruch wirtschaftlich vielleicht am schwersten geschädigt wurde. Man kann ohne Uebertrcibung sagen, dah sie wirtschastlich ruiniert worden ist. Der Großgrundbesitz, der sich zu vier Fünftel in deutschen Händen besand und der all die Jahrzehnte hindurch durch eine sehr anerfennenätoerte Selbstbesteuerung die Ulittei zur Aufrechterhaltung und Entfaltung de« deutschen kulturellen und nationalen Lebens im Baltikum aufgebracht hatte, wurde nahezu entschädigungslos enteignet. Den let­tischen Rittergutsbesitzern wurden sogenannte Restgüter', von 200 Morgen gelassen. Diese Restgüter wurden jedoch in völlig unsachlicher Weise von lokalen Komitees bestimmt, die na­türlich durchweg das Bestreben hatten und dieses Bestreben keineswegs schüchtern in di« Tat umsetzten den wertvollen und ertragreichen Grund und Boden ihren eigenen Leuten zu überantworten und den alten Herren nur die schäbigsten Reste zu überlassen. Der baltische Grundbesitz führt heute ein Leben, das vielfach unter dem allereinfachsten Standard liegt. Frü­here Großgrundbesitzer fahren als Holzkutscher in ihren enteigneten Wäldern herum. Ähre Frauen und Töchter verkaufen die bescheidenen Erträgnisse ihver Rest­güter unter den Höckerweibern auf den Märkten. 'Aber die Sohne des deutsch-baltischen enteigneten und proletarisierten Adels und Großbauerntums studieren noch immer. Unter unvorstellbaren Opfern der fest organisierten Gesamtheit und jedes Einzelnen ist «S bisher noch gelungen, min­destens den Bildungsstanoard aufrechtzuerhalten. Wie lange da« noch möglich fein wird, wenn keine Hilfe von außen kommt, ist allerdings fraglich. Das P r ob lem der de u tsch-b at­tischen Ougenb ist außerordentlich ernst. G« ist da« Problem de- Deutsch-Baltentum« über­haupt, das auf den Aussterbeetat gefetzt ist, wenn es nicht gelingt, seine Lage grundlegend zu ändern.

Die deutschen Minderheiten in den baltischen Staaten leisten aus eigener Kraft außerordent­lich viel. Planmäßig wird eine Umsiedlung der unter Fremdnationalen verstreut lebenden deut- . scheu Bauern und ihre Zusammenfassung in Ge­meinden mit deutscher Schule, deutscher Kirche und f bewußt deutschem Leben in die Wege geleitet. Auch zu dieser Umsiedlung gehört natürlich Geld. Keine beriete neu Kapitalien, sondern K redite zum Wiederankausvon Boden. 3m In­land sind die ersorderlichen Kredite natürlich nur zum geringsten Teil aufzutreiben, obwohl die Kreditpolitik der maßgebenden Stellen lange nicht mehr fo einfeitig-nationalistisch und bannt deutschfeindlich ist, wie in vergangenen Jahren. Es läge aber nicht nur im Interesse des Balten- tumS. da« eine wert dolle, schwer um feine Exi­stenz ringende deutsche Minderheit darstellt, son­dern im Interesse der gamen deutschen Zukunft, die den Osten braucht, würde man im Reich end­lich mehr Derständni« für die Rotlage und die Leben Sn o twe nd i gkeiten der baltischen Deutschen aufbringen.

Grundsätzlich politische Gegnerschast zwischen Deutschland und den Randstaaten gibt es nicht, muß es zumindest nicht geben. Die baltischen Deutschen, di« sich weitgehender kultureller und nationaler Freiheit und Entfaltungsmöglichkeit erfreuen, wenn auch gewiß auf diesem Gebiet manches immer noch zu wünschen übrig bliebe, sind vermöge ihrer ausgezeichneten politischen Schulung und Süfrrung berufen und durchaus in der Lage, die Politik der Randstaaten fo ent­scheidend mit zu beeinflussen, daß diese polnischen und anderen deutschfeindlichen Einkreisungs- Versuchen entschieden Widerstand leisten wür­den. Das Deutsche Reich wird die Schützenhilfe der Deutschbalten ebenso brauchen. wie diese beute die Unterstützung au« dem Reich benötigen. Politische Zweckinähigieit und da« Bewußtsein volksnationaler Derbundercheit sollten beide ver­anlassen, dem beutsch-baltrschen Problem erhöhte und tätigere Aufmerstamfelt zu widmen.

Die Genfer Tagesordnung.

Der Auftakt der diesmaligen Genfer Tagung hübet die Sitzung de« unter dem Borsitz des Gra­sen Bernstorfs arbeitenden Sonderausschusses, der bereits am 27. August zufammentritt und dem Rat Vorschläge übet die baldiae Einberufung einer internationalen Konferenz für die Kontrolle her Rüstungsindustrien machen soll. Der Rat selbst, der am 30. August zusammentritt und auf seiner Tagesordnung nicht weniger al« 38 Punkte auf weist, wird zunächst nur bi« zur Eröffnung der Vollversammlung tagen, um erst dann wieder etwa in der Mitte des September zusammenzu- treten. nachdem die Dollversammlung die für die diesmal turnusmäßig ausscheidenden drei ntcbl- sländigen Ratsmitglieder Ehtna Holland und Solumbien neiteintretenbrn nichtstäichigen Rats­mitglieder gewählt hat.

Der wichtigste Punkt der Tagesordirung dc« Völkerbundsrates durfte wobt ohne Frage der Bericht des holländischen 'Außcvmim stets Bee- laertS van Blockland über den Stand der Ver- handlungcn zwischen Litauen und Polen

Hungernde Künstler.

Jlur 600 deutsche Maler und Bildhauer sind ausreichend versorgt. Was die Kunsthändler sagen. Porträts zum Selbstkostenpreis. Interviews mit bekannten Malern.

Don Paul Oiner-Odnes.

Unter Mitarbeiter hat. um die Rot der bildenden Künstler zahlerunäßig zu er­fassen. Srkundiaunaen beim Reichsverband der bildenden Künstler Deutschlands, sowie bei zahlreichen mannhaften Kunsthändlern und Künstlern eingezogen.

Wenn Würger seinen Roman .Dohönxe" in unserer 3cit schreiben würde, so wäre Ro- dolphe zweifellos ein Plakatzeichner und Mimi Kunstgewerblerin geworden: denn Maler, die vom Malen leben, gibt eS kaum noch. Der .ReichSverband der bildenden Künstler Deutsch­lands'. der 6700 Mitglieder besitzt, ist der An­sicht. daß in Deutschland etwa 12 000 Maler und Bildhauer leben, deren überwiegender Teil dem ursprünglich ausgeübten Berus untreu ge­worden ist: die Künstler haben .ihren Be­trieb u m g e ft c [ 11" und sind in verwandte Berufe abgewandert. Gibt rt doch nach Ansicht deS Reichsverbandes höchsten- 50 Künstler in Deutschland, benen eS gelungen ist, ihren Hamen so bekanntzumachen, daß sie jeder wirtschaftlichen Rotlage entronnen sind. Gs sind die .Promi­nenten". die aus der Schar der Unbekannten weit herausragen: neben ihnen gibt es noch einige Hundert der ReichSverband schätzt, daß es faum 5 Prozent der. 12 000 sind - die über eine leidlich sichere Gristenz ver­fügen. Die große Mehrheit der schaffenden Künst­ler ist aber mehr oder weniger auf Unterstützun­gen angewiesen, und diese Unterstützungen fehlen. Dem Reichsverband stehen in diesem Jahr für diesen Zweck nur 140 000 Mark zur Verfügung: das ist zwar eine stattliche Summe, die aber äußerst gering erscheint, wenn man bedenkt, daß mehrere tausend Künstler unterstützungsbedürftig sind. Den Rot­leidenden werden Darlehen von 50 bis 500 Mark sowie kleinere Beihilfen gewährt: um die Dar­lehen zu erhalten, müssen als Sicherheiten Ate­liereinrichtungen oder ähnliche Dinge verpfändet werden. Den größten Anspruch auf Unterstützung hat nach Ansicht deS Deichsverbandes nicht der Künstler, dem es am schlechtesten geht, sondern derjenige, dessen künstlerisches Können zu den größten Hoffnungen berechtigt, und der also im Interesse der Kunst gefördert werden muß.

Für die wirtschaftliche Rot der schassenden Künstler sind nicht allein die wirtschaftlichen Schwierigkeiten verantwortlich zu machen, die auch in anderen Berufen gespürt werden. Ratürllch kann das verarmte Voll die Künstler, die aus arm gewordenen Familien stammen, heute schwe­rer ernähren als vor dem Krieg: aber darüber hinaus leihen die Maler ganz ebenso wie die Handwerker unter den Fortschritten der Technik, unter den neuen Maschinen, die die Handarbeit zum Teil überflüssig machen. Die Photo­graphie. die nur wenig kostet und selbst in künstlerischster Ausführung billiger als ein Ge­mälde ist, ersetzt heule tn den meisten Fällen das teure Porträt. Diese veränderten Umstände haben dazu geführt, daß die Maler ihrem Berus kritischer als früher gegenüberstehen: es herrscht ein Widerstreit der Richtungen, von denen manche nicht einmal die Malerei bejaht. Aber auch die Künstler, die theoretisch zu der Ansicht gelangt sind, daß ihr Berus zum Sterben verurteilt sei, müssen Bilder malen, um zu leben. Die Rotwendigkeit in einer Zeit, die nur wenig Bilder kauft, immer noch mehr Gemälde zu malen, führt zu einer Ue be r p r o du k tion , die die Preise furchtbar drückt. Dazu kommt, daß natürlich sehr viele untalentierte Slater versuchen, ihre wenig schonen Erzeugnisse zu ver­kaufen, und dadurch den Begabten Öa8 Brot fortnehmen.

Die Kunfthändler Flechtheim und Rie- rendorf sowie die Maler Max Oppen­heimer meistMopp" genannt und Ru­dolph Levy, deren Auffassungen in vielen wich­tigen Punkten grundverschieden sind, snck> sich doch darin einig, daß der Künstler heute ein viel schwereres Los als vor dem Stricg zu tragen habe.Rur die jungen Maler." erklärte der Kunsthändler Flechtheim,die überzeugt sind, daß Picasso das größte Genie ist: nur wer glaubt, daß der RaturalismuS für alle Zeiten vorüber, daß Expressionismus undReue Sach­lichkeit" nichts mit wahrer Kunst au tun haben nur diese Künstler haben in Zukunft noch Aus­sicht, zu Bedeutung zu gelangen." Da« ist eine sehr einseitige Ansicht, gegen die man zunächst einwenden könnte, daß nicht einmal Picasso

nämlich der altgctoorbcne auf Picasso den jüngeren schwör:. Der Kunsthändler Rieten- b o r f äußert kch denn auch weniger radikal und spricht weder dem Expressionismus noch der neuen Sachlichkeit die Daseinsberechtigung ab. Slai Oppenheimer sieht das Hebel weniger in den Kunstrichtungen a'A darin, daß überhaupt kein geeigneter Rachwuch« an Walern vorhanden sei. Er hält e« ferner für lehr be­denklich. daß die Kunstliebhaber unterer Zeit weniger Wert aus hervorragende Kunstwerke al« daraus fegen, solche Bilder zu laufen, die vov- auSsichtlich im Preise steigen werden. ..Die Krise in bet Kunst wirb dadurch verstärkt, daß der Rachwuch« keine eigenen Ideen entwickelt, son­dern aus Rachläufern besteht." meinte Oppen­heimer, während Rudolph Levy der Ansicht ist. daß es in der Kunst immer nur Rach.äufet gegeben habe. Er ist überzeugt, daß auf dem deutschen Kunstmarkt zu wenig auf Tradition ge­geben werbe. .Lllle. d e um d c Jahrhundert­wende in Paris studierten, werben in Deutsch­land al« Rachläufer der Fvanzofen betrachtet. Erschwerend ist es iratürlich, baß sich jemand, her sich für zwei Mark Pinsel, sür fünf Mark Farben und für 1,50 Mark Leinwand kauft, barm Kunstmaler" nennen kann.

Die vorige Generation hatte e« leichter. Lovis Gorinth hat feine ersten Zeichnungen für je 15 ober 20 Mark an Georg H i r ty verkauft und dieses Gelb sofort in Sekt verwandelt. Die erste große Summe erhielt er für sein Oel- aemälbe »Die Kreuztragung", das 1350 War? brachte. Eorinth war sehr abergläubisch und hat bei allen späteren Preisfestsetzungen biete Zahl angewendet, die er je nach Bedarf multiplizier le oder dividierte. Mit den Zuständen nach dem Krieg war aber auch er nicht -ufriÄ>en. .Run lebt man Don der Wand in den Mund", meinte er. Mar Oppenheimer würbe bekannt, als im Jahre 1911 auf feiner ersten Ausstellung in München die Polini sein Plakat beschlagnahmte, ein Aktbild, auf dem ein Mann seine Brust aufrih. Run hatte die Ausstellung natürlich einen großen Chfütg. 3m Jahve 1915 konnte man in Berlin lesen, baß er in der Schweiz einem Halslciden erlegen sei: aber zwei Jahre nach seinem angeblichen Tode stellte er in Zürich wieder auS. und da er sich Arbeit sparen wollte, klebte er in ein Bild, auf dem ein Zeitungsblatt zu sehen sein sollte, kurzerhand eine echte Zei­tung ein. Dies ärgerte einen Besucher, der die Zeitung mit der Leinwand aus dem Bild her- ausschiritt und mit dieser aufsehenerregenden Tat für den Künstler Reklame machte.

Wer mit den jungen Malern selbst spricht, spürt halb die ganze Hoffnungslosigkeit, von der sie erfüllt sind. ®in ehemaliger Porträtist, der zetzt, des Hungers überdrüssig, tn einer Stoffabrik Muster entwürfe macht, erzählte .Für ein Bild von 2 Meter Breite und l1/. Meter Länge muh man an Material, einschließlich Rahmen, 40 ML aufwenden: sür daS Porträt erhält man durch­schnittlich 150 Mark Um aber Aufträge zu erhalten, mußte ich oft folgende« Verfahren antoenben: Ich suchte mir einen wohlhabenden Bekannten, den ich unentgeltlich malte; daS Bild, baß ich ihm schenkte, bängte er in seiner schönen Wohnung auf, und auf diese Weise konnte ich eS erreichen, daß ein anderer wohlhabender Mann auf mich aufmerksam wurde. Dann nahm ich bei dem neuen Auftrag 150' Mark ein. hatte aber für die beiden Porträts zusammen 80 MarkSpesen. Auch meine Kollegen pfleg­ten fo Bilder zu verkaufen." ©irrigen Malern ist es gelungen, als Zeichner an großen Zeitungen Beschäftigung zu finden: eine ihrer wichtigsten Qlufgabcn ist es. bei den von ihnen gezeichneten Kopsen die Unterschrift deS Modells zu besorgen, die am wertvollsten ist. Ein sehr talentierter Maler ist. um sein Leben zu fristen, auf die Wanderschaft gegangen: er begab sich in die Wartesäle vieler Bahnhöfe, zeichnete dort täglich etwa 20 biS 25 Menschen und hatte zuweilen das Glück, daß ihm drei oder vier dieser Schnellporträts für 3 Mark das Stttck abgefauft wurden. Viele Maler arbeiten wäh­rend des Tage« als Anstreicher oder a 16 Dekorateure und setzen dann abend« ihr Studium sort. Bildhauer beschästtgen sich haupt­sächlich in Steinmetzbetrieben: manche lind auch in Betrieben tätig, die Schaufensterpuppen Her­stellen.

fein, wobei fich allerdings heute nach Lage der Dinge noch nicht genau voraussehen läßt, wann und wie der Rat zu diesem Problem Stellung nehmen wird. Aus der 'Reihe der zahlreichen übrigen Einzelpuickte der Tagesorbrumg des Rates gewinnt schließlich noch die ostober- schlesische Dchulsrage ein besondere« In­teresse. zu der der Rat auch diesmal wieder auf Grund einer Beschwerde des Deutschen Volks- buntre« sich äußern muß

Die Vollversammlung selbst, die in ihren Einzel- berichten noch einmal Die Probleme der vergan­genen Zeit streift, wird in vollem Umfange Ver­anlassung geben, die großen polittschen Fragen in den Mittelpunkt de« össentlichen Interesse« zu stellen Wird schon die Frage der Wiederwäftl- barkeit nichtständiger RatSmitglieder m mancher Hinsicht zu prinzipiellen Erörterungen führen, so werden naturgemäß auch die einzelnen Berichte, namentlüft der Wirtschaftskommission, ferner auch der Ttansi Kommission und der Hygienekommission Gelegenheit zu interessanten Debatten geben. Das größte Interefse wende: sich selbstverständlich schon jetzt dem Bericht bc« SicherheitSkvmiteeS zu, der den eigentlichen formalen Anlaß für die Aussprache über das Abrüstungsproblem geben wird, wobei zu erwarten steht, daß der Kellogg-Patt cinerfeit« wie daS englisch-sranzö- sische Flottenkompromiß andererseits in den Aus­einandersetzungen eine bc-bcutfame Rolle spielen werden. Schließlich hat die Völkerbundsveriamm- (img noch die Ersatzwahl in den Ständigen Inter­nationalen Gerichtshof an Stelle des zurück- getretenen amerikanischen Mitgliedes Moore vvr- ziinehmen.

Reben diesen Beratungen werden natürlich auch diesmal chw Reihe persönlicher Unter­haltungen her einzelnen Delegattonsführer

ftatifinben. die ja schon jetzt von allen Seiten mit großem Interesse erwartet werden. Die Gen­fer Herbsttagung wird deshalb ohne Frage, zumal sie im Zeichen her Unterzeichnung deS Kellogg- Pattes steht, eine ganze Reihe wichtiger inter­nationaler Probleme zu löten haben.

Safi zrankslllter Wohnungsbauprogramm

Lpd. Frankfurt a. W, 23. Aug. Sine Prü­fung der Gestaltung her Wo hnung«- verhältnisse in Frankfurt a 1 hat ergeben, daß das bisherige Tempo der Wohnungs­bau t ä t i g k e i t der Stadt Frankfurt nicht aus­reicht. um die Wohnungsnot in absehbarer Zeit zu beseitigen. Insbesondere hat sich ergeben, daß in den nächsten Jahren vorzugsweise Klein st - Wohnungen gebaut werden müssen, ha 72 Prozent der geforderten Wohnungen Zweb-Zin»- rnerwohnungen und 23 Prozent Dvefe Zimmer- Wohnungen sind. 06 soll deshalb im Rahmen der gegebenen FinanzterungSmöglichketten nichts un­versucht bleiben, um eine nennenswerte Ver­stärkung des Wohnungsbaues vvrzu- nehmen und die Zahl der in den nächsten Jahren au errichtenden Wohnungen aus zunächst 4000 Wohnungen pro Jahr zu fteigem. Von diesen 4000 Wohnungen sollen mindestens 2000 bi« 2500 Wohnungen als Kleinstwoftnungen und zu Mfetsätzen errichtet werden, die auch den minberbemtttehen Schichten der Bevölkerung den Bezug ermöglichen. O« wird dementsprechend bei der Stadtverordnetenversammlung beantragt, ein vierjährige« Wohnungsbarchrvaramm von jähr­lich 4000 Wohnungen duttvzutühren.

Oberheffen.

Landkreis Gieße«.

o Lollar. 21 Aua. In unserer rund 2300 Einwohner zählenden Gemeinde leben insgesamt 56 Personen (38 Männer und 21 Frauen), bw da« hohe Alter von 70 und mehr Jahren besitzen, lieber 90 Jahre alt ist unsere Mitbürgerin Christine Schmidt Schwieger­mutter de« Spenglermeister« Ludwig Dtermr). mit einem (MnzTt&atam vom 29. Januar 1838. Sie ist somit auch die älteste Einwohnerin unsere« Ortes. Es folgen bann drei weitere Frau«», nämlich Margarete Bier au (8* Jahre 8 Mo­nate). Katharine Kaletsch (86 Jahre 5 Tton.) ind> Elisabeth Geißler die vor einigen Tagen ihr 83. Lebensjahr vollendete. S« schließen sich mit einem Alter von über 80 Jahren sieben M ärmer an. Als erster ist hier der Rlwetercrn Friedrich Heibertshausen zu nennen, der am vergangenen Sonntag 82 Jahre alt wurde. Hei- bertshaufen ist somit da« älteste männliche Ge­meindeglied. Die anderen Wärmer sind: Heinrich Bierau I. und Philipp Stecker I.. die beide im kommenden Monat ebenfalls 82 Jahre alt werden; Ehristian Biehl und- Httnrich Kut­scher mit je 81 Jahren: Georg antzen und Samuel Goldschmidt mit je 80 Jahren In der Altersgruppe von 75 und mehr Jahren be­finden sich 12 Männer und 6 Frauen, lieber 70 Jahre bi« 75 Jahre (auSschl.) alt leben noch 19 Männer und 11 Frauen.

P Ruttershausen, 23. Aug. Die Ge­meindehullen befanden sich hi-bet in Hal­tung eine« Landwirte«. 'Die Gemeinde Hat nun im Laufe der letzten Wochen ein eigene« Stallgebäude errichten lassen, womit bic Haltung her Tiere auf die Gemeinde übergeht. Hierfür ist die Bestellung eines Fafelhal- ters, der auch die Friedhof«arbeiten und die Rachtwache mitzuoerseden bat. vorgesehen. Für die Stelle, die als vollßeschälttgt ausgeschrieben war. haben sich drei 'Bewerber acmelbet. Eine Entscheidung bc6 Gemeinderate- steht noch au«. Die im Hofe her neuen Schule stehende alte Scheune hat man nieberleaen lassen. Da« Holz fand z. T. bei dem Bau de- Fafel» stall es Verwendung. Abgesehen davon, daß bet Schulhof durch den Abbruch wesentlich peräumtget wurde, hat man damit erreicht, daß unter schöne«, kurz vor dem Kriege errichtete- Schulbau« dem Auge des Straßenaänger« frei baftebt. Die Schäferei in unserer Gemeinde hat fich vor einigen Tagen aufgelöst. Sine alte Ein­richtung verschwindet damit aus unterem Ge­markungsbild.

Y Mainzlar, 23. Aug. Unter Kinder- gatten, welcher im vorigen Jahre mit brt Aufnahme von 15 Kindern in« Leben gerufen wurde, ist nunmehr da fich die Besucherzahl namentlich in der letzten Zeit ständig txrrtngert bat, vor bic Wahl gestellt, entweder feinen Betrieb auf breiterer, gesicherterer Grundlage aufzubauen, ober ihn einzustellen. Eine zu dieser Frage Stellung nehmende Versammlung wurde iererts vorige Woche einberufen, konnte aber infolge her geringen Beteiligung keine weiteren Beschlüsse fassen, ©ine neue Versammlung soll ;nm am kommenden Sonntag auf dem Rathaufe stattfinden. Da e« sich in der Hauptsache um die Kostenfraae handelt, wäre zu wünschen, daß diese mm endgültig geregelt würde. O« soll versucht werden, einen an dieser Stelle vor einiger Zeit gemachten Vorschlag zu verwirklichen und bic daran interessierten Einwohner au einem Verein zusammenzuschließen. Aus diese Weise hosft man mit finanzieller Hilfe von Freunden und Gönnern her Sache die DÄastung der Mitglieder auf ein erträglicheres Maß herabmindern zu fönnen.

§ Daub ringen. 23. Aug. Rachdem erst vor einigen Tagen das Motorrad eines Fahrers auS dem benachbarten Großen-Buseck unweit bet hiesigen Tankstelle infolge Sffplodieren« bet Kar- bidlampe vollständig ausbraTmte, wobei sich her Inhaber des Kraftrades am Arme crhebäche Brandwunden zuzog. fo daß er von einem hie­sigen Autvbesitzer heimgcbracht werden mußte, konnte man gestern einen neuen Brand eines Motorrad«« erleben. Ein junget Mann au« Lollar war kaum au« bet Lollarer Straße in die Hauptstraße unteres Dorfes emgebogen, al« plötzlich da« Kraftrad, wohl durch Heißlaufen, in Flammen stand. Der Fahrer mußte sich rasch in Sicherheit bringen. Herbeigeeilt« Leute ver'uch- ien den Brand durch Wasser au löschen. Die hohe Stichflamme wurde errdlich durch Bedecken he« brennenden Motorrades mit Mist erstickt. Erst in den letzten Wochen hat sich, im Degensa- au den benachbarten Dörfern, die Bautätig­keit ziemlich stark belebt. Während hx ben ver­gangenen Jahren eine ganze Anzahl Reubauten errichtet worden finl), sino bi- jetzt nur zwei größere WohnhauSneubauten im Entstehen be­griffen. Einige Einwohner mußten ihre Wohn­fläche durch Aufbau eine« zweiten Stockwerke« auf das bereit« vorhandene einstöckig« Wohnhaus vergrößern. G«fchaft«lokalitäten mußten not« reenb.gerweise erweitert werden. Daneben tour- oen eine Reihe Ställe, sowie eine Scheune neu ausgesührt. mehrere Um- und Otireiterung«* stauten an landwirtschaftlichen Gebäuden not* genommen.

z Rödgen, 23. Aug. Am Mittwoch kam gegen Abend ein Personenauto, bei btm oie Steuerung verfugte, zwischen Rödgen imb Gvohen-Bu.se ck von der Straß« ab und rannte gegen einen Apfelbaum, der durch den heftigen Anprall entwurzelt wurde. Der eine Inscm« trug em« leicht« B« rl« tzun g an bet Rase davon, her andere blieb unverletzt. Der Wagen wurde noch am Abend abge'chleppt. Da da« Unglück an einer Stelle geschah, an her dte A-cker tiefer al« dte Straß« 1 fegen, hätte da« Auto leicht Umschlagen können.

Reiskirchen, 23. Aug. Sin junger Wann von hier, welcher von einem Auto, das von Bers­rod hferher fuhr, mitgenommen wurden, sprang im Fahrer, ab und schlug dabei mit dem Kopf fo heftig auf, daß er sich sofort tn ärzt­liche Behandlung begeben mußte. Ein zehnjährige« Mädchen wollte Kaffee kochen, kam dem offenen Feuer zu nahe, fo daß bfe Kleider sofort in Hellen Flammen standen. Ein Rachbar eile herzu, riß dem Kind bi« Kleidet herunter und «stickt« btt Flammen, fo dah da« Kind auffer leichten Brandwunden mit dem Schrecken baoonfam.

Mreii Friedberg

DSR. Friedberg. 23. Aug Der Vazirts- verbanb Hessen im Bund der Ä ol ontal* freunde hielt hier seine diesjährige Bezirks tagung hw Ratskeller ad. zu der sämtliche yessi« I scheu Ortsgruppen iftre Vertreter entsandt hatten. * Der Versammlung wohnte auch brr Bundesvo^

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