Ausgabe 
24.8.1928
 
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französischen Rammtrpräfibenfen zur Dahl oorgeichlagen hätten. Diese Wohl sei geeignet, die Beziehungen zwischen den beiden Völker" noch enger .zu gestatten.

Empfang

durch die Reichsregierung.

(Berlin, 23. Aug. (WB.) DieR c i chs re ai e ru n fl hatte am heiligen Abend die TeÜncymer an der 2 5. (interparlamentarischen Konferenz zu einem festlichen Empfang in den Fest raumen deS Zoologischen ©arten« ge­laden. Fast alleMitglieder der Konferenz nahmen an der Feier teil, hiele mit ihren Damen Für die deutsche Reichsregierung waren Reichskanzler Müller und die Reichsminister v. © u £ r a r b. Koch- Weser Dr. T u r t i u s und Dietrich erschienen. Staatssekretär Dr. Meißner war als Vertreter des Reichspräsidenten geformncn. .ferner bemerkte man den ReichSbankpräfidenten Schacht, den 'Berliner Oberbürgermeister Dr. Böß den Reichs tagspräsidonten Lvebe und bte Staatssekretäre Dr Pünder, Dr v. Sch,, ber 1. Dr. Trendelenburg. Dr. Weis mann, Sautier und Zweigen und den Pressechef der Reichs regierung. Mnister'aldirektor Dr. Zechlin. An der Ehrentafel sahen auch die diplomatischen Vertreter aller an der (inter­parlamentarischen Union beteiligten Länder.

Oer Staatssekretär im Auswärtigen Amt Or. v. Schubert

hiett eine Ansprache, in der er u. a ousfuhrte: E» ist mir eine große Ehre und Freude, daß der Herr Reichskanzler mir die Gelegenheit gegeben hat. Sie heute abend im Romen des Auswärti­gen AmtesundseinerLeiter», des Reichs­ministers des Auswärtigen, Herrn Dr. S t r e s e - mann, auf das herzlichste willkommen zu heißen. Herr Reichsminister S t r e f e m a n n hat mich be­auftragt, Ihnen vor ollem zum Ausdruck zu brin­gen, wie tief er es bedauert, durch den Rot seiner Aerzte daran verhindert zu sein, in diesem Augenblick persönlich zu Ihnen zu sprechen.

Die 25. Tagung der Union findet statt in einer Zeit, die in weitgehendem Maße benjenigen Ibeen die Erfüllung bringt, denen die Begründer und späteren Mitglieder dieser Organisation jahrzehnte­lang ihre besten Kräste gewidmet haben

Die friedliche Beilegung von Slaolenkonfliklen, die Schaffung einer internationalen Rechtsord­nung, In den ersten Jahren der Union ein fer­ne» Ziel, ist heute lebendgigwerdende Wirk­lichkeit.

Lin ganze» Retz von Verträgen verbindet die Staa­ten Europas untereinander, verbindet die Alte und die Reue Welt. Wir stehen heute unmittelbar vor der U nterzeichi'ung eines höchst b c deutsamenPaktes.derin elementarster Form den K r i e g a ch t e t, chn al» Instrument der natio­nalen Politik beseitigt und damit eine neue Grund­lage für die dauernde Sicherung des Weltfriedens schafft.

Wenn diese ganze Entwicklung die von den Soi­fern erhofften weiteren Fortschritte zeitigen soll, so kann do» nicht geschehen, ohne daß auch künftig die Parlamentarier aktiv daran Mitwirken, die in der Überwiegenden Mehrzahl der Staaten die Staats- aeschäfte entscheidend beeinflussen. Schon der Herr Reichskanzler hat heute vormittag darauf hinge­wiesen, baß die Interparlamentarische Union sich zu einer Art Wettparlament entwickelt hat, das in voller Freiheit und Unabhängigkeit an die Lösung internationaler Probleme herangeht und so rin erwünschtes, |a notwendiges Gegenstück bildet zu derjenigen großen Weltorganisation, in der die Legierungen das Wort hoben, nämlich, zum Völ­kerbund. Aber die in ihm verkörperte offizielle Jüfammenarbcit der Staaten entbehrt bisher eine» breiteren Unterbaues. Do» ist eine Lücke, Hk auszufüllen die Interparlamentarische Union in erster Linie berufen ist.

Denn, um den Frieden zu sichern, wird e» nicht nur einmaliger Entschließungen und de» Ab­schlüsse» von Verträgen bedürfen. E» bedarf da­neben eines ständigen geistigen Kampfe» zur friedlichen Austragung oller der Gegensätze. die do» lebendige Leben der Völker in Zukunft

Immer wieder mit sich bringen wird.

Dieser geistige Kampf wird mit um so größerer Aussicht auf Erfolg geführt werden, je mehr sich persönliche Fäden zwischen denen spinnen, die im 3intern ihrer Länder cm den Geschicken ihrer Rationen verantwortlich arbeiten. Die Außen- pvlitik kann heute weniger al- je am grünen Tisch konstruiert werden. Sie muh sich aufbauen auf der unmittelbaren Anschauung und Kenntnis der in den Völkern wirkenden le­bendigen Kräfte. Die Interparlamentarische Union ist vor allen anderen Organisationen dazu berufen und dazu geeignet, den Gedanken der politischen Zusammenarbeit aller Parlamente der Welt zu verwirklichen. Do- ist eine Aufgabe, wie sie höher kaum ge­dacht werden kann, eine Aufgabe, di« jeden Par­lamentarier im Innern bewegen muh. Immer breiteren Raum gewinnt die Erkenntnis, daß die Mitarbeit an der Lösung dieser Auf­gabe niemals zu einer Beeinträchti­gung der nationalen Interessen des einzelnen Staates führen kann. Ich zweifle nicht, daß die Interparlamentarische Union getreu ihrer Ueberlieferung hierbei stets zwischen den rea­len Notwendigkeiten und den idealen Forderungen die richtioe Linie finden und auf dieser Linie sicher imd stetig ihrem Endziel entgegenfchretten wird. Seien Sie überzeugt, dah Sie dnbei in aller Zukunft in Deutschland volle- Verständnis und tiefste Sympathie finden werden.

Möge die 25. Tagung der Interpavlamentari- schen Union Ihnen in jeher Beziehung angenehme Eindrücke bringen und möge ste in der Ge­schichte der Union als eine wahre IubiläumS- taguno unvergessen bleiben.

Roch der Rede deS Staatssekretärs Dr. von Schubert brachte der stellvertretende Vor­sitzende des Interparlamentarischen Rats,

Brabec-Tschechoslowakei

in französischer Sprocke den Dank der Inter- parlamentarischen Union für die festliche und freundliche Aufnahme zum Ausdruck, die die Vertreter der Parlamente in Deutschland ge­funden hätten Er bat den Vorredner, dem Reichspräsidenten und namentlich Dr. Stresemann für die baldige volle Dieder- berftelluiig seiner Gesundheit oie besten Glück- wünsche zu übermitteln. ..Dir wollen." Io führte her Redner weiter aus. .keinen Äricj und lehnen Gewaltakte in den Vezwi ungeu zwischen den Staaten ab, weil wir überzeugt sind, daß die Gewalt die internationalen jKc -

| Stresemann fährt nicht nach Genf.

Berlin, 23. Aug. (1DB.) Der Rrichsauhcn Minister Dr. Slrefemann ist heute von seinen Acrzten, Professor Hermann Z o n d e f, Sanitätsrat GisevIu » und Dr. Schulmann unter Hinzu­ziehung von Herrn Professor v. strehI (Heidelberg) vor Wiederaufnahme seiner berustichen Tätigkeit untersucht worden. Die Untersuchung Hot ergeben, daß der Gesundheitszustand de» Hliniffer» noch nicht derartig Ist. daß Rückfälle ausge­schlossen wären. Die Aerzte haben daher dem Minister die geplante TeilnahmcaadenVee- handlungenlnGenfwiderralen. Mit der Reise nach pari» konnten sich die Aerzte nur unter der Voraussetzung einverstanden erklären, daß sich der Minister daselbst größtmöglich ft e Scho­nung aaferlcgl. Dr. Stresemann wird die be­absichtigte Reise zur Unterzeichnung de, fldlogg- pafk» nach Pari, unternehmen, dagegen wird er nicht nochSenf fahren.

Heue Kabmettssihung in Berlin.

Berlin, 23. Aug (Privotinfyrmation des WTB.) Durch dos Ergebnis der heutiaen ärztlichen Untersuchung Dr. Stresemann» ist im Hinblick auf die kommenden außenpolitischen Besprechungen eine neue Lage geschaffen. In politischen Kreisen wird angenommen, daß das Reichskobinett nun erneut zufammentreten wird, um zu prüfen, wie weit Dispositionen, die es in seinen gestrigen außenpolitischen Beratungen getroffen hat, durch die Feststellungen der Aerzte berührt werden. Dr. Stresemann und das Kabinett werden wabrscyeinlich die Frage überlegen, ob die für Gens in Aussicht genommenen Besprechungen über die Rheinlandräumung und die damit zusam- menhängenden Probleme der deutsch - franzö- lischen Politik nun mit dem Pariser B e - such Dr. Stresemann» zu verbinden sind. Ferner wird das Kabinett sich darüber schlüssig wer­den müssen, wer die deutsche Delegation für Genf führen soll. Ein Berliner Abendblatt verzeich­net ein Gerücht, daß Reichskanzler Hermann M ü I - l e r selbst die Führung der deutschen Delegation übernehmen wolle. Eine Bestätigung dafür liegt jedoch nicht vor, vielmehr wird angenommen, daß auch diesmal Staatssekretär v. Schubert zum Delegationsführer ernannt werden wird, zumal er während der Krankheit Dr. Stresemanns bereits im Juni bei der Ratstagung an der Spitze der deut­schen Delegation gestanden hat. Daneben wird offen­bar auch an die Möglichkeit gedacht, daß ein anderes Mitglied des Reichskabinetts, vielleicht der Minister für die besetzten Gebiete, Herrn Dr. Stresemann in Genf vertritt. Bevor darüber Klarheit geschaffen wird, muß man aber die Entscheidung des Kabinetts abwarten, das voraussichtlich bereits morgen Zusammentritt, da Dr. Stresemann schon am Samstag nach Paris führt. Ob der Außenminister von Paris direkt wieder nach Berlin zurückkehren ober für kurze Zeit noch einmal einen Trholunos- ort aufsuchen wird, ist noch nicht mit Sicherheit be­kannt geworden

B. I." undBost. Ztg." erklären, Dr. Strese- mann habe den Wunsch geäußert, daß Reichskanz­ler Hermann Müller die Führung der deutschen Delegation übernehmen solle. Noch derBofL 3tg/ soll jedoch der Neichskan^er Bedenken dagegen geäußert hoben, do er c, nicht für ratfam Halle, solange von Berkin fort- xubleiben. DerVorwärts" hingegen hält es nicht für ausgeschlossen, daß Reichskanzler Müller die Führung der deutschen Dölkerbundsobordnung übernimmt. Die Entscheidung in dieser Frage wird, wie gemeldet, in der heutigen Sabinettfißung fallen.

Da» ,.D. T." meldet noch, daß Prvseflor Dr. Hermann Zondek. der Dr. ötrefemann während seiner Erkrankung behandelte, den Reichsanßen- Minister auf dessen besonderen Wunsch nach Paris begleiten werde. Dr. Stresemann werde in Paris nur an dem Diner teilnehmen. do» Briond ,ju Ehren her fremden Staatsmänner gibt. Im übrigen werde er sich auf die Teilnahme am U n - terzeichnungspakt und auf Unterre- düngen mit Kellogg. Poincars und B r i a n b beschränken und nach der Unterzeichnung nach Berlin zurückkehren.

Bedauern in (Senf.

Genf. 23. Aug. iWD.) Die in den späten Äachrnittags stunden in Genf emgetroffenen Nach­richten. daß Minister des Aeußern, Dr. Strese­mann, wegen seines Gesunkcheits,zustande- an der bevorstehenden Tagung deS Völker- bundSrates und der Vunbesversamm- lung nicht teilnehmen kann, hat in den hiesigen Kreisen allgemein Bedauern her- vorgerufen. DaS große Ansehen der Persönlich­keit des ReichsauhenministerS und seine aktive Rolle bei den hiesigen Beratungen in den letzten Jahren lassen die Lücke noch empfindlicher er­scheinen. Wie bekannt, ist auch Sir Austen Chamberlain gesundheitshalber an der Teil­nahme bei den Genfer Beratungen verhindert. Dagegen wird in unterrichteten Kreisen m'.t Be­stimmtheit versichert, daß der französische Außen­minister B r i a n d auf jeden Fall nach Genf kommen wird.

Eine Erholungsreise Stresemanns nach Aegypten?

Berlin, 23. Aug. (Priv.-Tel. des WTB.) Die Aerzte. die heute Dr. Stresemann auf seinen Gesundheitszustand hin untersuchten, haben, der »Voss. Ztg." zufolge, dem Reichsaußen­minister geraten, nach der Unterzeichnung des Kellogg-Paktes wieder einen längeren Er­holungsurlaub zu nehmen. um seinen Ge­sundheitszustand zu kräftigen. Wie das Blatt berichtet, würden es die Aerzte am liebsten sehen, wenn Dr. Stresemann für einige M o - nate nach Aegypten ginge. Ob dieses Reiseprojekt, das bereits im vorigen Jahre er­wogen würbe, durchgeführt wird, soll in den nächsten Tagen entschieden werden.

Der pariser Kabinettsrat.

Antikriegspaktes zu führenden Verbanblun- gen zwischen den in Paris anwesenden Staats­männern. »Petit Parisien" schreibt, Gelbst-

Paris, 23. Mag. (WIB.) lieber den heute nach- | mittag abgehaltenen außerordentlichen Mi­ni st e r r a f verbreitet bie Haoos-Agenlvr folgende I Auslastung: Der Mintsterrot war insonderheit einberufen worden, um bie Einzelheiten der ver­schiedenen Zeremonien 5a regeln, bie anläßlich der Unterzeichnung des Antikrtegspaktes flalfflnben werden. Außenminister B r i a n b hat bk Vorkehrungen, bk bereits festgelegl worben sinb und einstimmig gebilligt wurden, befannfgegeben. Ls scheint, daß, abgesehen von der durch Brianb an die bevollmächtigten auswärtigen Vertreter, die am 27. August am Quai d'Orsay zur Unterzeichnung de» Pakte» versammelt sein werden, gehaltenen Be­grüßungsansprache keine osslziellen Reden gehalten werden dürsten. Dagegen ist ev wahrscheinlich, daß bie Anwesenheit einer großen Anzahl von Ver­tretern ausländischer Mächte in Paris nicht ver­fehlen wird, einen Meinungsaustausch über bie große Außenpolitik der schon aus dem Programm der Septembertagung de» Völkerbundes stehenden Fragen heroorzu- rufen. Das die Haltung der französischen Re­gierung anlangt, so bleibt sie die gleiche, wie sie öfsenlllch von B r i a n b auf bet Tribüne des Se­nate vor Schloß der parlamentsfefsion definiert worden ist. Uebcrdies ist c» zweifelhaft, daß man in Abwesenheit Sir Mafien Chamberlains, den fein Gesundheitszustand an der Reise nach Gens verhindern wird, dort nützlicherweise, sei ce offi­ziell. oder fei es selbst offiziös, das Problem der vorzeitigen Räumung de« Rheinlan­de» anfchneidcn könne. Die der englische Außen­minister selbst Im Unterhaus erklärt Hal. mästen die Bedingungen für diese Räumung Gegenstand einer vorherigen Verständigung zwischen den Besatzungsmächten, d. h. England. Bel­gien und Frankreick bilden. Man erinnert sich bei dieser Gelegenheit, bah. al» Stresemann diese Frage in seiner Unterredung in Th 0 iry aufwarf, er zu verstehen gab, bah da» Reich geneigt sei. gewisse Vorschläge zu machen, um die vor­zeitige Räumung de» Rhcinlandes zu erhalten. Seit­her ist aber niemal» ein Vorschlag von Deutschland formuliert worden.

Oie Frage der Rheinlandbesahung.

Paris. 2-1. Aug. (WTD. Funkfpruch.) Zwei Blätter besprechen die Beschlüsse deS gestrigen MinifterrateS besonders auch hinsichtlich der anläßlich der Unterzeichnung deS

verständlich tnirfen die Vertreter der 15 unter­zeichnenden Mächte am Montag kein anderes Problem erörtern als den AntikrlegS- P a k t selbst. Aber es scheint schwierig, wenn nicht sogar utmröglich, die Staatsmänner daran zu hin­dern, vor oder nach der Unterzeich- nungszeremonie über Sachen zu sprechen, deren 'Behandlung in erster Link ihre Länder interessiert. Stresemann soll am Sonntag eine Unterredung mit Briand und am Montag vormittag eine Unterredung mit Poincars haben. Jedermann weiß, daß der Reichsauhen- minister glücklich! wäre, «eine neue Prüfung der Frage der Rheinlandbesetzung vornehmen zu lassen.

Die Besetzung des Rheinlandes ist ein Unter­pfand, da» nicht ohne eine kompensatorische Ga­rantie hinsichtlich de» Dawevplans hergegeben werden kann. Ueberdies ist bie französische Re- ?|krung stets der Ansicht gewesen, daß das Be- etzungrproblcm nicht ein ausschließlich franzö­sisches. sondern ein interalliierte» Ist.

Das Exposö Bricmds wies auch auf andere europäische Probleme hin, die in die Besprechung gezogen werden könnten, namentlich den An­schluß. Alle Minister sind aufgefordert worden, ihre Ansicht zu äußern: alle ohne Ausnahme haben Brianb dem Sinne nach zuge- stimmt und seine Auffassung einstim­mig gebilligt. Keiner hat einen Vorbehalt gemackt. Das ist ein unbestreitbarer Erfolg für Briand. besonders wenn man vergleichsweise an den Ministerrat denkt, der aus Thoiry folgte.

Echo de Paris" meint, wenn die Rhein­landfrage von Stresemann erörtert werde, werde man ihm zu verstehen geben, daß die jetzige Gelegenheit der Unterzeichnung deS Artti- kriegspakleS sich nicht besonders zu einer derartigen Erörterung eigne, aber der Ministerpräsident werde sich wahrscheinlich nicht auf diese negative Halttmg beschränken. er werde, um dem ReichSaußenmin ister zu impo­nieren. angeben, daß

die Räumung der Rheinlondc auf alle Fälle nicht außerhalb einer Gesamtregclung der Re­parationen und der Kriegsschulden zur Dis­kussion gestellt werden könne.

Alle Minister hätten sich im jetzigen Win ist errat der These PoincarLS an geschlossen, einschließlich Briand. der erklärt habe, daß er niemals ausaehört habe einer derartigen Auf­fassung zuzusttmmen.

nungSverschiedenheiten nicht auf der Grundlage der Gerechtigkeit lösen kann." Der Redner suhr dann deutsch fort und bezeichnete die Arbeit deS Völkerbundes, die Aufgabe des K e I - logg- Paktes und die internationale Schiedsgerichtsbarkeit als noch nicht ausreichende Mittel zur Verbürgung einer ruhi­gen SniWicklung der internalionalen Politik. Er schloß mit den Worten Dir wollen in diesem Kamps um den Deltfrieden die Sr- ft e n sein, und dieses Ehrenfeld als bie Letzten und. Gott gebe, nur alS Sieger verlassen." Daran

knüpfte der Redner ein Hoch auf das deutsche Voklk und da» Deutsche Reich, in das die 400- köpfige Festversammlung begeistert einstimmte.

Abg. Montague

nahm dann als Vertreter der Gruppe der Ver­einigten Staaten daS Wort, um in einer kurzen Anlprache die engen Verbindun­gen zu unterstreichen, die zwischen den Ber- cinigtenÖtaalcr und Deutschland be­ständen. In den Bereinigten Staaten von Rord- amerifa fei ein außerordentlich starker Srnsluh

der deutschen Kultur, der deutschen DristeSwstsa»' schäften, der deutschen Muftk und der deutsch«, Äunft zu bemerken. Den Dank für diese fruchtende Arbeit der deutschen Kultur hier auS- zusprechen. sei ihm BednriniS.

Die Teilnehmer der Festlichkeit blieben noch lange Zeit in regem Gedankenaustausch bei» fanrwren.

Kellogg in Plymouth.

Plymouth, 23. Aug. <WB.) Ötaatfkfretär Kellogg und der kanadische Premierminister Mackenzie King find au* der Reise noch Par:S zur Unterzeichnung de» KnegSächtungs- paktes hier emgetroffen. Aus dem ofsiziellen Empfang, der hncn zu Ehren venarckbalket wurde, erklärte Staatssekretär Kellogg Donen des DankeS für den ihnen bereiteten Willkommen u. a. Ss .st für mich und den kanadischen Pre­mierminister ein Anlaß zu großer Freude und großer Genugtuung, daß wir nach Paris unter- Wegs find, um einen Vertrag zu unteraeudnen. der den Kriegen ein Snde macht. Der Pakt ist nicht das Werk eine# ManneS oder eines Volles, sondern daS Werk vieler Voller und-f^kr Män­ner. Sr entsprang dem Herzen der gegenwär­tigen Generation, die in ihrer ®cfamtfceit von dem lebhaften Wunsch erfüllt ist. daß jede Maß­regel getroffen wird, von der man Höften kann, daß fte daS Unglück eines neuen gro­ßen Krieges beschwören hilft.

3d) glaube, daß brr Pakt einen Meilenstein auf dem Weg der Zivilisation darfleül, daß er in ethischer Beziehung einen großen Schritt nach vorwärts bedeutet und daß er tatsächlich ein vertrag Ist. aus deffen Bestehen bie Völker von jetzt ab Rücksicht nehmen müssen, ehe sie sich aus einen Krieg ein lassen.

Soweit bie Bereinigten Staaten unb Kanada in Betracht kommen, darf man sagen, daß wir elgcnb- lich einen solchen Vertrag gar nicht erst nötig Haven. Zwischen uns besteht schon ein Bertrag, der in dem Fühlen unb lrn Herzen unserer beiden Völ­ker niebergekgt ist.

Kein Besuch Kellogg- in London.

London, 23. Aug. (WTB.) Der diplorna- ttsche KorrLspondent der »Morning Post" schreibt: Offiziell wird angefünbigt, daß entgegen den Erwartungen Staatssekretär Kellogg Lon­don auf seiner Rückreise von Paris nach Unter­zeichnung des Friederispattes nicht besuchen wird. SS wird jetzt erklärt, daß ein solcher Besuch niemals inS Auge gefaxt worden fei. Kellogg wird sich biceft nach Irland und von dort nach Southampton begeben, wo er sich nach den Vereinigten Staaten einschiften will. Der Korrespondent fugt hinzu: Die Ankunft rineS ausländischen Staatssekretärs in England bloß zu dem Zweck, sein Schiff zu erreichen, ist vielleicht ungewöhnlich, andererseits aber wird erklärt, daß Kellogg es eilig habe, daß er Dublin besuche, um den Besuch des Präsidenten EoSgrave in Washington zu erwidern und daß er zweifellos der Meinung sei, ein Höflichkeitsbesuch in London zu einer Zeit wo Shamberlain und die meisten Kabinetts­mitglieder abwesend sind, sei fein ausreichen­der Grund, um das Schiff zu versäumen.

Spanien auch verschnupft?

London, 23. Aug. (QBTBJ Der Heuier» Korrespondent in Madrid ernärt, Span len sei angesichts deS UrnstondeS, dah es feine Einladung zur Unterzeichnung deS Kellogg- PakteS in Paris erhalten habe, der Lttttstht, dah es keinen Anlaß habe, zu dem Pakt Stellung x u nehmen. Dk amerikanische Regierung habe infolgedessen wissen lassen, dah sk. obgleich eS unmöglich sei. Spanien in die an dk Großmächte gesandten Einladungen einzubezkhen. hoffe, dah Spanien den Pakt un­mittelbar nach der Zeremonie tn Paris unter­zeichnen werde. Man glaubt zu wissen, dah Spanien einwilligen werbe.

Keine Auflösung des thüringischen Landtags. Weimar, 23. Aug. (WB.) Die mit größter Spannung erwartete heutige LandtagSsit- zung nahm bei stärkster Anteilnahme der Oesfen tlrchfeit einen ruhigen Berlauf. Rach QEtttrilunfl deS Präsidenten über den gestern erfolgten Rücktritt der Regierung unb der Abgeordneten Fräulein Dr. Schulz be­gründeten mehrere Redner der Linken Anträge auf Auflösung deS Landtages. SS waren alle Parteien vertreten, doch fehlten einige Abgeordnete. Der Antrag auf Auflösung des Landtages wurde mit 2Z gegen 26 Stim­men abgelehnt. Dk «setzlich erforderliche Mehrheit war nicht erreicht worden. BiS zur Bildung der neuen Regierung bleibt die bisherige alS gefchäftsführend bestehen. Der Aettestenrat setzte die nächste Siyung. auf deren Tagesordnung »RemerunaSneulnldung" fkht, auf den 11. Re» vemver fest.

polizeikommiffar Bauer fteigelaffen.

Landau. 24. Aug. (WTB Funkfpruch.) Pvlizeikomnnsfar Bauer wurde beute früh um 3.30 Uhr aus der Haft entlassen.

1S00 rodeöopfcr

bei den NeberschwemmZniqe« m Lchantvvg.

Rach einer Mridmig der Mgenlur Jndo Pacific au» Schanghai find bei den Ueberschwem- mungrn in der Provinz Schon w ng 1800 Personen ertranken.

Wettervoraussage.

Durch den Lustdruckanstieg von ©üben her hat die Wetterlage eine Beruhigung und Besserung erfahren, sie wird jedoch nur vorübergehend fein, denn der auf dem Kontinent einsetzende Baro­meter fall deutet auf eine weitere Ausbreitung des britischen lieft hin. Zu erneuter Bewölkung und gelegentlichen Riederschlägen, die später von Gewittern begleitet werben, dürfte e« tn den nächsten Tagen kommen.

Voraussage für SamSiag: Wolkige« Wetter, zunächst ohne flärlert Temperaturände- rung, vereinzelt Riederichläge.

Borau-fage für Sonntag: XciK wol- ßg, teils aufheiternd. aufkommend« Gewitter» neigung mrt Regenschauern.