Rr.HI Zweites Blatt Siebener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen) Montag, 25. Zuli (928
Mazedonien mW die KomitaWS
Don (i. v. Ungem«(5ternberg.
Der Dalian hat nicht mit bet Entwicklung f<i Deften« Schritt hallen tonnen, jedoch btc alten ‘Xbmtrfttahen, fein einstiger reger Han- del-verkehr mit Regensburg. Xenebifl und Ra- gufa bezeugen, bah ei nicht Io lehr geographisch« als geopolitische ‘Berbältnbfc waren, bte den Qxüdilanb bedingten. Mazedon en war immer eine Teilerscheinung im Gesamtbilde deS Dal- kans. Die mazedonische Frage muh deshalb ander allgemeinen Daltangelchichte abgeleitet und beurtr.lt werden, und das um Io mehr. aU leit dem Der!alle de« alten matcbonil-ten Reiches Mazedonien nur ein geographischer B e - griff blkb Die Dalkanoölker besttzen mehr Urkraft, als bie de« Westens, bei ihnen ist der ererbte Drang nach Kampf und Fehde noch nicht erloschen Lings, rerraufchte 3eiten er- wachen mit unbearrislicher Heftigtett und drucken der Gegenwart ihr Stigma auf. Die mazeoonllche Dewegung befindet sich i n bauernber gä- render Entwicklung. Unter dem Spruch .Mazedonien oder Tod" werden Hekatomben an Dlutoriern gebracht, und im Ringen nach dem Ziele und im Kampf der Parteien werden stet« die er tremflen Methoden angewandt, d. h. Dolch (Bombe und Revolver, denn jede« andere Mittel würde alS Schwäche gewertet werden.
3n den 6traben Sofia« wurde vor wenigen Tagen General Protogerow. der an der Spitze M mazedonischen revolutionären Komitee« stand, überfallen und erschossen. Der politische Mord erregte im ganzen Dallan ungeheure« Aussehen, da e« bald seststand. daß Prologcrow von dem radikalen Flügel der mazedonischen Kvmitatschis, der unter der Leitung von Pantsche Mihailow steht, als zu gemäßigt aus dem Wege geräumt worden war. Der General wollte den Terror abflauen lassen, um der bulgarischen Regierung leine Schwierigleiten in ihren Anleiheverhandlungen zu schassen. Sine solche Rücksichtnahme aber erschien den Radikalen als Parteiverrat, und da in Mazedonien ähnliche Streitigkeiten nur durch Dluttaten geregelt zu werden pflegen, so war der Mord General Protogeraw« zur Rotwendigkeit geworden und entsprach der ino- ralifchen und politischen Aulfassung der Kvmitatschis. Protogerow selbst hatte vor vier Jahren nicht ander« gehandelt. ®r lieb damals den früheren Führer de« revolutionären Mazedonischen Komitee- Alerandrvw auch durch einen Pistolenschub aus dem Wege räumen.
AI« Geburtsdatum der noch heute andauernden Kämpfe in Mazedonien kann das Jahr 1878 bezeichnet werden, damals, al« Rußland im Vertrage von San Stefano di« Grenzen de« bub' aankben Rational gebiete« zog. Durch den darauf folgenden (Berliner Kongreß zedoch wurde Mazedonien dem osmanischen Reiche zurückgegeben, und so richtete sich denn der mazedonische Frei- heitSkampl bi« zum Jahre 1912 gegen die Herrschaft m Konstantinopel. Mazedonien wurde der Schauplatz unerhörter Greuel, bi« im Jahre 1895 der große Aufstand au«bra<b. der endlich die Großmächte veranlaßte, sich einzumischen Durch den Mürzsteger Vertrag zwischen Oesterreich- Ungarn und Rußland, durch die Schaffung der internationalen Gendarmerie usw. wurden Reformen geschaffen, bte mehr oder weniger erträgliche Verhältnisse anbahnten. Di« Mazedonier »erlangten aber weniger nach Reformen als nach Freiyeit, und Io wurde dann in Sofia bet ..M azedonisch« Oberste Rat" unter Saratow, Professor Mihailowsly und dem Obersten Rikolow imb Jankow gebildet, dessen Aufgabe darin bestand, di« (Berliner Kongrehakte mit „allen Mitteln" umzustohen und die Destimmun- ficn des Vertrages von San Stefano, die Ruß- and den Türken beim Zriedensschluß abgezwungen hatte, wtederherzustellen. Als Kampfmittel galten nach dem traditionellen VaUanrezept Win- chefterbüchse und Bombe, Menschenleben hatten keinen Wert. 1906 spaltete sich die innere mazedonische revolutionäre Organisation. Die "2MRO" (die abgekürzte Bezeichnung für innere mazedonisch« revolutionäre Organisation)
Woher die Hundstage ihren Hamen haben.
Don Arthur Gtenhel.
So viel auch von den vom 23. 3uli bis zum 23. August währenden HunbStaqen gesprochen und geschrieben wird, so wenig Klarheit herrscht doch im allgemeinen über Herkunft und Alter, kurz über die Geschichte dieser Hochsommer- perivde. Der Kalender gibt nur lakonisch an. daß die Sonn« während der vier Wochen im Zeichen de« Löwen stehe. Doch das führt schon zu gewissen Irrtümern, insosem viele glauben, die Sonne halte sich nun auch allein im TierkreiS- fternbilDe de« Löwen auf. dessen Hamen das Zeichen trägt. Das war vor rund 2000 Jahren der Fall' seitdem aber haben die Gestirne und mit ihnen die Sonne ihren Ort am Himmel bedeutend verändert, durch da« Vorrücken der Rachtgleichenpunkte auf der Sonnenbahnebene, die Präcession, ist die Sonne bereits um die volle Breite eine« Tierkreisbilde« (30 Grad) zurückgewandert. weilt daher bis zum 11. August noch im Stembilde des Krebse« und tritt erst bann in das de« Löwen über.
Mit der Sonne, also auch mit der durch sie erzeugten sprichwörtlichen, doch nicht immer eintretenden Hundstags Hitze hatte der 'Begriff Hundstage ursprünglich nicht« zu tun. Er trägt vielmehr Ramen und Bedeutung auS- schlleßlich von dem Hundsstern, über dessen Wesen und Sichtbarkeitsverhältnis!« aber im aH- -emeinen noch weniger Klarheit herrscht. alS über die Kalenderreichen. Vor allem sei deshalb fest gestellt, daß der Hundsstern d. L der Haupt- ftern des der südlichen Himmelshälfte angebören- ben Sternbildes Großer Hund und zugleich der hellste Fitstem des ganzen nördlichen und füb- "chen Himmelsqewölöes. .6 i r i u e “, in unteren n Breiten als ein typisches Wintergestirn erscheint und gerade, wenn es bei uns am fälte- ist. in Den bunilcn Januarnächtrn, seinen schönsten Glanz am Südteile des Firmaments entfaltet und am höchsten nachts über den Hori- embotneigt. dagegen in den Sommermonaten zunachst verborgen bleibt und erst im Laufe des ^ptembers für kurze Zeit vor der Morgendämmerung zu beobachten ist.
verweigert« dem .Obersten Rar" die Gefolg- schäft und verurteilte die Führer des Obersten Rates, varafow und Garwanow. zum Tod«. Das Urteil wurde durch Ferne von Panizza und Sadanlki) vollzogen. Run ist in Mazedonien die Blutrache noch immer eine geheiligte Pflicht. 2s begann ein sich gegenseitige« Morden. da- tmmer weitere Kreise zog. Als letz.er fiel Pa- nizza im Wiener Opernhaus 1925 durch den Pistolenschuß der Mantscha Karnitschewa bie jetzt den Führer der radckaltzen Kornitatfchts, Pantsche Mihailow. geheiratet hat. Mihailow wieder ließ General Protogerow ermorden. —
1928 und 1912 arbeiteten beide feindlichen Organisationen zwar Hand in Hand gegen die Türken, aber nach dem Frieden-sck laß von Reuilly und nach dem Rischer Mllomrnen vom Jahre 1923 flammte die alte Feindschaft von neuem auf. Von dielem Datum an s ch e i d e n f i ch die Mazedonier endgültig in „QI u t o n o m i (i c n . Ne d e national bulgarische Richtung vertraten, und in ,Fö de r a1i ft e n Die Autonornisten wollen ein staatlich selbständige- Makedonien unter dem Schutz dee Völkerbundes, sie wären nicht abgeneigt, ihren Staat, wenn sich dazu die außenpolitische Möglichkeit bietet, dem Deilviel Ost-Rumelien« folgend, Bulgarien anzu- gliedern. Die Föderalisten begnügen sich mit einem Föderativstaat Mazedvn en im Rahmen einer allgemeinen Balkanföderation, an der Serben, Kroaten, Bulgaren und Slowenen teilnehmen sollen. An der Spitze der Autonomisten standen General Protogerow, Christow und Mihailow. Die Föderalisten zerfielen in zwei Untergruppen, eine bürgerlich« recht« orientierte unter Athnasow, und in eine kommunistisch durchsetzte, die sich .Garde der Tat" nennt, unter Leitung Dr. Wlachvws. und die zu den Agrar-
Revolutionären jbulgarien« in engen Beziehungen steht.
Man spricht in Europa stet« etwas wegwer'end von Komuatschigreuel. aber so traurig diese Dandenkämpse und politischen Morde auch fein mögen, so darf man fie doch niemals al- ^z«s'e die Schuld Europa«, daß die Berhä'.tnil'e morbluftiger Elemente betrachten. Es ist zum Teil soweit gebieten lind, daß sich eine an sich ideale, wenn auch revolutionäre Jde-e in solch blutiger Art zur Geltung bringt. Weder der Friede von Bukarest noch der von Reuilll) Haden den Mazedoniern die ersehnte Freiheit gebracht, ihr Appell an den Völkerbund ist nicht einmal angehört worden und die Verwaltnngsn-.ekbode'.i der Serben in den mazedoniscken Gebieten lassen an Gewaltsamkeiten und Willlür nicht- zu wünschen übrig. So bleibt denn al« Kampfmit el der Terror übrig, der Terror im Kimpf gegen die Unterdrücker und gegen die angeb'i^en Partei Verräter. Der Mord des Generals Protogerow droht mit bösen Erweiterungen Mit feinem Ausscheiden kommt die radikalste Richtung unter Mihailow zur Macht. DaS aber läßt schwere Verwicklungen befürchten, nicht nur in Mazedonien selbst, ’onbern im ganzen Balkan. In Jugo la- Wien sind die politischen Verhältnisse nach der Mordtat in der Skupschttna auf« äußerste gespannt. der Riß zwilchen Kroaten und Serben hat sich bi- heute nicht Überbrüden lassen. Da die Rettunoverträge nicht ratifiziert we den konnten, droht eine neue Spannung mit Rom. in Albanien herrscht Unrat*. In Griechen'and sind nach der Auslösung der Kammer durch VenizeloS Unruhen und Putsche zu befürchten. In all diesen Wirrnissen bilden die Komita.schiS mit ihren Terrormethoden ein sehr gefährliche- Element.
Welche Aussichten haben deutsche Angestellte im Ausland?
Don &. Dueh.
Bei ben ungünstigen Verhältnissen de« beut- schen Stelleninar.tes für Angestellte haben die Angehörigen dieses BerufSkreise« häufig den Wunsch,, im AuSlande ein Fortkommen zu suchen. So begreiflich angesichts unserer Arbeit-mart klage dieser Wunsch auch ist, so kann doch nicht nachdrücklich genug darauf hingewiesen werden, daß bie Stellungsuchenden mit solchen Plänen sehr vorsichtig sein müssen, um nicht schwere Enttäuschungen zu erleben Es ist und bleibt bisher noch immer eine Ausnahme, daß jemand auf bie Dauer eine gute Stellung im AuSlande findet. Einmal kämpfen die Angestellten anberer Länder ebenfalls mit schwierigen Anstellungsverhältnissen, andererseits sind die Deutschen im Auslande noch immer im allgemeinen ungern gesehen« Leute. Ob es sich um eine Stellung im europäischen Ausland« ober in lieber!ce handelt. bie Schwierigkeiten sind für den Vachsuchenden gleich groß. Betrachtet man bie Sage in den einzelnen Gebieten, bann kommt man zu folgenden Ergebnissen.
Unbedingt noch immer abjuraten ist bie Annahme einer Stellung in Rumänien, nach Polen und in bie Tschechoslowakei. In Rumänien hat der Angestellte so gut wie keinen 'Rechtsschutz; nur zu leicht kann er es erleben, daß man ihn bei dem geringfügigsten Anlaß über die Grenze abschiebt. In Polen sorgt schon der Deutschenhaß bafür, daß es dem dort untergekommenen Angestellten nicht wohl ergeht. Rur wer von einer deutschen Firma aus dorthingeschickt wird, sollte nach Polen gehen. Auch die Stellungsuche in Italien, besonders in Oberitalien. unterbleibt besser. Ein mißgünstiger italienischer Kollege kann dort leicht Den Verdacht auf den Deutschen al« einen Spitzel lenken, und Die« genügt, um die Ausweisung zu her bangen. Auch die Hoffnung, in der uns freundlich gesinnten Türkei ein gutes Auskommen zu finden, zumal die Türkei sich immer mehr westlich ein- stellt, ist leider irrig. Hier ist zur Erlangung
einer Anstellung nicht nur die Beherrschung der türkischen Sprach« notwendig, nach den gesetzlichen Bestimmungen ist jeder türkische Arbeitgeber verpflichtet, bis zu 90 Prozent seiner Stellungen mit Personen muselmanischen Glaubens zu besetzen, so daß für Au-länder so gut wie keine Plätze übrig bleiben. Auch in Dem un- freundlich gesinnten Bulgarien ist mit irgendwelchen Aussichten auf Stellung nicht zu rechnen. Die bamieberliegenbe Wirtschaft des Lande« bringt für die einheimischen Angestellten schon völlig ungenügenden Gehälter, der anspruchsvollere deutsche Angestellte würde mit dem ihm gebotenen Gehalt nicht auSkommen.
In Skandinavien, Finnland und Dänemark bestehen ebenfalls gesetzlich« Hindernisse für den ftellungsuchendcn Ausländer. Ein Arbeitgeber erwirkt dort nur dann die Erlaubnis zur Einstellung eine« Ausländer«, wenn er nachweift, daß es ihm unmöglich war. für die Arbeitsleistung eine einheimische Kraft zu gewinnen. die bei gleicher Bezahlung das gleiche zu leisten vermag wie der Ausländer. Es wäre nun wohl die Möglichkeit gegeben, daß gute Stellungen für deutsche Korrespondenz zu erlangen wären, ober andere Stellungen, bei denen die deutsche Sprache die Hauptrolle spielt, aber da man in Skandinavien und auch anderswo im Ausland den Standpunkt vertritt, daß in erster Linie der Einheimische zu beschäftigen ist, wird die Aufenthaltserlaubnis auch Dann nur für kurze Zeit erteilt, wenn dem Arbeitgeber die Anstellung eine« ausländischen Angestellten zugestanden wurde. Wird eine Verlängerung des Aufenthalts nicht bewilligt, was sehr oft der Fall ist, dann ist der Angestellte brotlos. In England eine gute Stellung zu erhalten bleibt eine Seltenheit. Hier liegen Die Verhältnisse so, daß die Anstellung nur erlaubt wird, wenn bie englische Wirtschaft einen Rutzen davon hat. Es würde sich also immer nur um die Anstellung von Spezialisten handeln können: aber auch ihre Aufenthaltserlaubnis ist nur begrenzt und pflegt
Der lateinisch« Ram« Siriu« stammt direkt au« dem Griechischen, in dem er SeirioS hieß. Die Griechen wieder entlehnten ihn aus dem Arabischen. Die himmelSkunbigen Araber nannten den Stern nämlich El-schira el-abür oder kurz Schira. den sehr hell Glänzenden, zum Unterschied« von El-schira el-gomaiLi, dem weniger hell Glänzenden, d. i. der Hauptstem des benachbarten Bildes Äiciner Hund, Proyon, ben man aber auch kurz mit Schira bezeichnete. Für beide gebrauchten die Araber den gemeinsamen Ramen El-fchirajän, bie beiben Sirii. Für das hohe Alter de« Ramons Schira spricht auch der Umstand. daß er bereit« im Koran vorkommt. Reben dieser Benennung gebrauchten die Griechen sowohl für das ganze Sternbild wie für dessen Hauptstem Seirios bie Bezeichnung Kyon. Hund, bie Römer brmentsprechend Canis. obwohl bie'e sich für den Sirius mehr der Tertlcincrungdform Canicula. Hündchen, bedienten Das Mittelhochdeutsche hatte dafür der Hunt.
Keine himmiische Erscheinung wird von den Römern häufiger erwähnt als der Frühaus- g a n g des Sirius vor der 6 on ne, in der Morgendämmerung, der sog. heliakisch« Aufgang dieses hellsten Sternes. Aber da sie selbst nicht Beobachter waren, nahmen sie noch immer mit dem mehrere Jahrhunderte früher lebenden Griechen Euktenwn an, daß der Frühaufgang de« Sirius mit dem Eintritt der Sonne in den Löwen geschehe, womit auch die Zeit der schwülen Sommerhitze begann. Die Griechen nannten diese Zeit Opöra, weil man in ihr di« reifen Sommersrücht«. d. s. Opöra, Obst, einfammelte. Hippokradcs sagt, daß in der heißen Opörazeit eine gewisse Krankheit entsteh«, weil man dann allerlei Obst (Obora) durcheinander effe. So blieb auch bei den Römern der heliakische Auf- gang des Sirius, der (Saniada, das Zeichen für den Eintritt der heißesten Jahreszeit die Re deshalb Dies caniculares Hundsta g e. nannten. und so erhielt sich dieser Begriff über das Mittelhochdeutsch«, in dem der erste dies cam- cularis hunüicher tac hieß, bi« in unsere Zeit.
Indessen, auch die Griechen waren nicht die ersten Beobachter de« Sirius-Frühaufganges. Das waren vielmehr die A e g y p t e r. Deren Priester- Astronomen schon lange vor ihnen sehr genaue Ausschau, nach dem ersten Erscheinen des hellsten Fixsternes im Morgengrauen hielten. Denn in
ihrem Land« trat gleichzeitig ein viel wichtigeres Ereignis ein. Der Beginn Der Rilanschwel- lung, von der Da« Wohl und Weh« ganz Aegyptens ab hängt. Bei ihnen trug Sirius Den Ramen Sopet oder Eopbet oder auch Satit. Sari«. Daneben noch die Göttern amen Seth und Thol. daher Die Griechen SothiS sagten. Sopet war Der großen Göttin Isis geheiligt und wurde deshalb auch vielfach Isis-Sopot genannt. Für Die Hauptstadt Memphis fand der Frühaufgang deS Sopet nach Ginzel am 19. Juli statt, fiel aber, da Das ägyptische Volk noch ein log. Wandeljahr ohne Schalttag besah, nach je vier Jahren auf einen anderen Tag und erst nach 1480 Jahren auf dasselbe Monats da turn. Der Erste de« Monats Thot war Reujahr und wurde allgemein gefeiert. 1460 Jahre Dauerte es. bis der Siriusaufgang wieder auf Den 1. Thot fiel; bann aber gab es vier Jahrelang eine erhöht« Reujahrsfeier. Diese lange Zeitspanne hieß bei den Die ägyptische Weisheit schätzenden Griechen Sothis-Periode, und wir wissen heute, daß solche SvthiS- oder Hundsstern-Perioden in Den Jahren 139 nach Chr. sowie 1318 und 2776 vor Ehr. begannen. Und wenn wir aus Den schon vor Jahrtausenden verfaßten HiervAyphen-Jnschriften Der ehrwürdigen Denkmäler erfahren. Der Gott Horus habe am Himmel den SvthiSstem eingefeßt. der Die Fülle deS WafferS herbeiführt. um Da« Land zu überschwemmen. so «mprinden wir Staunen imD Verwunderung zugleich vor dem hohen Alter der Geschichte des Hundssterne«.
Quer durch die Kalahari-Wüste.
Auf Wegen, die noch nie eines weißen Mannes Fuß betreten, hat die Expedition des Captain V. E. H. Clifford ihre abenteuerliche Expedition durch bie Kalahari-Wüste Aurüdgelegt, Die sie jetzt in Bulawayo in Eüd-Rhodefia glücklich vollendet hat. Es galt, das Gebiet der Wüste, die sich von Transvaal biS Südwestafrika erstreckt und in ihrem Innern noch von eingeborenen Häuptlingen beherrscht und von nomabi'ierenben VolkSstämmen durchzogen wird, auf ihre Erschließ ungs Möglichkeiten für Den Verkehr und für Brunnenanlagen zu erforschen. Zu Die'em Zwecke ist die Expedition Ellfsords, zu der sechs weiße Männer auf zwei Motorwagen gehörten, und zu
bann ein Ende zu nehmen, wenn die brtrcffenben Kenntnisse al« nicht mehr benötigt angesehen werden.
Daß «S unmöglich ist, in Rußland eine Stellung anzunrymen. außer, man ginge für ein deutsches Werk dorthin, braucht wohl kaum gesagt zu werden Günstig sind die Verhältnisse in Spanien soweit als man hier den deutschen Angestellten sucht. Leider ist die feanisch« Wirtschaft aber nur in bescheidenem Umfang« für Au-landposte' geeignet. Hier flehen die geringen Möglichkeiten dem <- en Willen entgegen. In der Schweiz hnb Angebote im Hotel- und Gastwirl-gewerbe für Deutsche vorhanden. doch deckt Ichon SudDeut'cbland den rorhandencn 'Bedarf reichlich. Für Oesterreich gilt da- gleiche. Wenn auch hier für den Deutschen keine Schwierigkeiten best?hen. so ist der Angestelltenmarkt doch schon ebenfo belastet wie der unserige, und im Hotelgewerbe, wo die Saison einen neuen Bedarf bringt, ist Süddeutschland vertreten Auch wirkt die gesenkte Valuta ungünstig ein.
Für Die Verhältnis!« in U eberfee kann nut gefügt werden, daß man jeden, aber auch jeden Optimi-mu« vermeiden soll' nur bei festem Kontrakt kann man Ueberfee riskieren. Ohne vorherige Anstellung sollte kein Angestellter nach Südamerika gehen. In Rordamerika ist für Tatkraft und Kenntnisse noch Immer ein Boden, auf dem fich Erfolge erringen lasten, aber hier hemmt die Kontingentierung Der Einwanderung ben Zustrom ausländischer Stellungsuchender. Vor Auswanderung nach Kanada und Australien ist zu warnen. Denn auch für Landwirte und ßanoarlKlter dort Platz ist, so ist doch nach ausländischen Angestellten hier so gut wie kein Bedarf. DaS gleich« muß von Südafrika gesagt werden; in den ehemaligen deutschen Kolonien ift nur durch Einpsehlung oder durch Zufall ein Platz zu erlangen. Vor Der Stellungsuche gar in Französisch-R ord- a f r 11 a ist bringend zu warnen, weil hier der Stellenlose nur zu leicht in die Fremdenlegion gerät.
Oie Entwicklung des Tarifvertragswesens.
Tack Ergebnis einer Enqnctc.
Ein« bedeutsame soziale Snquete, Die einen tiefen Einblick in Da« Deutsche Wirtschaftsleben von Der QIrbeitnebmerfcite her gestattet, hat soeben Der ReichsarbeitSminister mit Unterstützung durch da- Statistische Reichsamt herauS- gebracht. Q« handelt sich um b i c Erfassung deS Tarifvertragswesens nach dem Stande vom 1. Januar 1927. Damals befanden sich in Deutschland insgesamt 7490 Taris Verträge in Kraft, die in 807 000 Betrieben abgeschloffen waren und 10970120 männliche und weibliche Arbeitnehmer umfaßten. Da nach dem Ergebnis der letzten Berufszählung 17,9 Millionen Angestellte und Arbeiter in Deutschland tätig sind, haben also nur noch 38,7 Proz. der deutschen Arbeitnehmer keine Rorm für die Festsetzung ihres Arbeitsverbienstes Gegenüber b.r Vorkriegszeit hat sich bte Zahl der unter Tarifvertrag fallen Den Arbeiter auf mehr al« daS Sieben fache erhöht.
Was die einzelnen Gewcrbegrupven anlangt, so find in der Abteilung Landwirtstyaft. Gärtnerei und Tierzucht mit rund 1,4 Millionen Die meisten Arbeitnehmer nach tariflichen Vorschriften be- schäfttgt, weil die Industrie statistisch in viele Einzelgruppen aufgelöst ist, unter denen allerdings oic Eisen-, Stahl- und Metallwarenfabriken mit 1,3 Millionen Arbeitnehmern hervorragen. Die kleinste Gruppe ist die be« gewerblich betriebenen Unterricht-; in ihr schlossen 23 Betrieb« für 172 Arbeitnehmer Tarifverträge ab.
Besonbers bemerkenswert ist, baß zwar gegenüber bem ©tanbe vom 1. Januar 1926 bie Zahl ber burch Tarifverträge erfaßten Betriebe eine Zunahme um runb 19000 erfuhr. Daß trotzdem aber Die Zahl ber Beschäftig - ten um 170 401 zurückging. Man kann daher als sicher annehmen, daß runb 200 000 Arbeit-
beren Sicherung ein Flugzeug diente, DaS die Suche nach ihnen aufneßmen sollte, falls sie nicht rechtzeittg zurückkehren würden, am 20. Juni von Mahalapye ausgebrochen, hat die Wüste in der Richtung zum Rgami-See durchquert, gelangte an die Victoria-Fälle und von da nach Bulawayo. Auf diesem Zuge mußten bie Reifenden zwei Wassertanks mit 150 Gallonen mit sich führen: die- durste aber nur als Trinkwas er verwendet werden: der LuxuS. sich zu waschen, war unterwegs nicht gestattet. Außerdem hatte die Es- peditton größere Mengen billigen Tabaks mit sich genommen, um sich mit den Eingeborenenstämmen auf diese Weise anzufveunden: berm Tabak geht diesen über alle-. Die Aufmerksamkeit ber Wilden wurde durch ben Geruch De« am Lagerfeuer bratenben Fleische« erregt, das Tic heranlockte, unb so ein Studium dieser primitiven Völkerschaften ermöglichte. Manch schwere Gefahr hat bie Erpebition auf ihrer 30tägigen Fahrt zu übertoinben gehabt, bie furchtbarste, al- ein Buschfeuer. baS mehr als 12 Meilen verwüstete, ihre Vorräte an Brennstoff zu er'afsen drohte: nur der plötzliche Ausbruch eine« Platzregens rettete sie auS dieser schlimmen Situation. Auch von den umherschweifenden Buschmännern, bie sich vergifteter Pfeile bedienen, mußte man des Schlimmsten gewärtig fein; hatte doch eine Expedition von Buren, die vor 50 Jahren dir Wüste durchzogen, auf ihrem Wege 250 Mann und 9000 Stück Vieh verloren. Auch die Tfetse-Fliege bedeutet in vielen Teilen der Wüste eine schlimme Gefahr für Mensch und Vieh Rach ben Erfahrungen feiner Wüsten Durchquerung hält Eaptain Clifford Die sechsräderigen Automobile in ihrer jetzigen Gestalt nicht für das ideale Verkehrsmittel Der Wüste: vielmehr werden diese Fahrzeuge Den besonderen Bedingungen dieses Gebietes angepaßt werden müllen. Als ein Resultat der Expedition wurde die Anlage von Brunnen in der Entfernung von je 50 Meilen zwischen Sunny'ide und Metfimaluk beschlosen. Bezüglich der Be- wäs^erungsmöglichkeiten der Kalahari-Wüste ist Clifford nicht sehr zuversichtlich, wenngleich et glaubt, daß in ben Kalksteinformativnen Waller gefunden werben kann. Er ist auf seinem Zuge auf Eingeborene gefloßen, die ganz ohne Wasser leben und sich nur wafserhälttger Wurzeln bedienen gleich den Ziegen.


