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das Schiedsgericht kommen wird, doch müßte mit der Möglichkeit gerechnet werden, daß die Tariferhöhung auf diesem 2öege dann doch durchgesetzt wer­den wird. Wann es zur Anrufung des Schiede gerichts. wozu die Reichsbahn fest entschlossen zu sein scheint, kommen wird, stehl noch nicht fest. Doch kann man wohl annehmen, daß schon diese Woche in dieser Beziehung wenigstens Klarheit bringen wird- 3u bedauern ist nur, daß diese Frage wieder einmal in ein« Zeil fällt, wo das Parlament sich gerade in den Ferien befindet, so daß von dieser Seite keine Möglichkeit gegeben ist, einen Ein­spruch gegen die in jeder Beziehung untragbare Tariferhöhung der Reichsbahn zu erheben.

Oas Reichsfchulgeseh.

Eia dcutfchnationaler Znitiativ-Antrag

Berlin, 21. 3uli. fVDZ.) Der deutsch- nationale Reichstagsabgeordnete und Reichs- Innenminister im letzten Kabinett Marr. D r. v. Keudell, hat mit Unterstützung der übrigen Mitglieder der drut^chnationalen Reichstagsfrak- tion jetzt tn Form eines Antrages seinen Ent­wurf zu einem Reichsschulgeseh vor­gelegt. Drei Formen für die deutsche Volksschule werden wieder ausgestellt, nämlich die nach den Bekenntnissen nicht getrennte Volksschule (bie sogenannte Gemeinschaftsschule), die Bekenntnisschule und die Dekennt- niSfreie Schule (weltliche oder Weltanschau­ung S s ch u 11). Anträge auf Herstellung einer der drei Schularten soll jede Person stellen, kön­nen, die die Sorge für ein volkSlchulpflichtigcS Kind zu tragen hat. Mindestens müssen die Er­ziehungsberechtigten von 40 schulpflichtigen Kin­dern einen solchen Antrag einreichen. Voraus­setzung soll aber wieder die Möglichkeit eines geordnetenSchulbetricbes sein, toobei als Mindesthöhe bie in der betreffenden Gemeinde am 1. Januar 1919 bestehende Or­ganisation angesehen wird Wenn zwei Drittel der Erziehungsberechtigten cS wünschen, können bestehende Schulsormen umgewandelt werden. Vach § 14 führt dieAufsicht über oll« Volksschulen der Staat. Der Religionsunterricht soll von einem Angehörigen der betreffenden Reli- gionsgesellschaft in Uebereinstimmung mit ihren Grundsätzen, aber unbeschadet des Auf­sichtsrechtes deS Staates erteilt werden. Zur Einsichtnahme in den Religions­unterricht bestellt kxr Staat im Schulwesen erfahrene Beaus tragt«, di« von der Reliaionä» gesellschaft vorgeschlagen werden. Den obersten Stellen der ReiigionSge'ellschaften soll Gelegen­heit gegeben werden, sich von der Ausfüh­rung deS Religionsunterrichtes zu überzeu­gen. 3n den Simultanschulländern Baden, Hessen und R a s s o u soll daS Gesetz e r st fünf Jahre noch der Verkündung in Kraft treten. Zur Bestreitung der Mehr­kosten soll das Reich den Ländern ein« ein­malige Beihilfe gewahren.

Der Antrag des früheren Reichsinnenministers, der also im wesentlichen daS wiedergibt, was bereits im alten Keudeklschen Schulgesetzentwurf ehe er die Ausschuhveränderungen erhielt, ent­halten war. wird wohl zunächst kaum zu wei­teren Auseinandersetzungen führen, sondern dem Ausschuß überwiesen werden. Dort wird er verbleiben, bis im Herbst erst einmal die Regierungsumbildung vorgenonnnen worden ist. Dem 3entrum nahestehende Kreise wollen wissen, daß daS Zentrum, das selbst­verständlich an der Forderung des Schulgesetzes festhält, selbst mit einem Entwurf auf» werten will. Hinzu kommt noch, daß auch dieser Entwurf, der, wie gesagt, alle feiner- zeitigen Abänderungen wieder herausgelassen pai, wenig Aussicht auf eine Annahme hat. Di« DolkSpartei hält nach wie vor an ihrem Standpunkt fest, den sie schon seinerzeit gegenüber der Schulgesetzfrage vertreten hat. Es ist deshalb irrig, anzunehmen, daß der Antrag von Keudell zu einem Zwist unter den Parteien führen wird, der ebentuen die Regierungsumbil­dung im Herbst gefährden könnte. Vielmehr schrillt die Lage so zu fein, daß man in den Kreisen der Regierungsparteien eher geneigt ist. sobald es die Lage gestattet, sich noch einmal zusammenzusehen, um darüber zu beraten, wie die Form eine» Schulgesetzes gefunden werden könnte, daS den Wünschen möglichst aller Par­teien Rechnung trüge Das Zentrum selbst hat ja schon im Verlauf der Regierungsverhand- lungen bewiesen, daß es nicht die Absicht hat, durch das Schulgesetz di« Regierungskombination zu vereiteln. Selbstverständlich muß die Frage noch geklärt werden, man darf nur hoffen, daß die interfraktionellen Besprechungen Mittel und Wege finden werden, um dieses für das ganze Volk fo bedeutsame Problem einer gerech­ten Lösung entgegenzuführen.

parteianträge im Reichstag.

Berlin, 21. 3uli. (BDZ.) 3m Reichstage paben bie Zentrumsfraltton und die Bayerisch« Volkspartei eine Interpellation eingebracht, die auf einen Reichstesbeschiuß vom vorigen Jahr verweist, der di« Reichs reg ter ung ersuchte, die wirtschaftlichen Betrieb« des Rei­che- und der ihm unterstehenden öffe ntlich- rechtlichen Körperschaften mit AuS- nahnnt der gemeinnützigen öfseittlichen Dersor- gungSbetriebe a u f d a S u n « r k ä ß l i ch e M i n- de st maß zu beschränken. Die Regierung wird gefragt, was in Verfolg dieses 'Beschlusses bis- nvu Afch?hea ist - 3n einer Interpellation der WirtschastSpartei toirb eine allgemeine Aevi- sion der Gewerbeordnung verlangt, um bcm um seine Effistenz ringenden Kleinhandel den glc.chcn wchutz zu gewähren, wie dem deutschen Han. werk Die deut chnaFonale Rcich-ttigs rat- Kon ersucht di« Reichsregierung in r.ntm An- traqe. die vom Reichsrat gesorderien fünf Mil- honen Mark für Un we t te r f cha den im 3oödc 1927 außerhalb des Vorprogramms so schleumg zur Derfu^ng zu stellen, daß si- noch vor der Ernt« zur Auviadtung gelangen

Zentrum und Bayerische Dolls^rtei bean- tragen gemeinsam unter der Voraussetzung bah l'ch die Länder mit angemessenen Beträgt, he- tciligcn, für landwirtschaftliche QHe- livr a ti onSa r beiten auf zehn Jahre hin- au« lahrllch zehn Millionen Mark als Darlehen an Lauder. Provinzen und Kreise, zwanzig Mil- lionen Mark für Beihilfen an Meliorauonsun. termehuiunaen und zwaii-ig Millionen Mark für ZniSverbilligunaen zur Verfügung zu (teilen. Di« Ehristlich-Vattonal« Bauernpartei beantragt mit Unterstützung anderer Gruppen bie Bor aung eine« Gesetzentwurfes -uc Erweiterung ber Befugnisse b«s R c t ch s | v o r k v m ,

Roblles Heimkehr.

Das offizielle Italien rückt von dem Luftgeneral ab.

I Oslo, 21. 3u(i. (111.) wie der hiesige Italienische j Gesandte geäußert hat, werden sich 71 ob11e and die geretteten Italiener von Varwick aus über Stockholm und Mitteleuropa nach Italien begeben. Der Gesandte hält es für wahrscheinlich, daß man Nobile In Italien jur Abgabe eines ausführ­lichen Berichtes ausfordern werde. Linen speziellen Gerichtshof dieser Art gebe es natur- lich nicht, doch Hobe man Gcsetzesparagraphen, die auch In diesem Falle zur Anwendung kommen könn­ten. Die Expedition Nobile sei rein privater Natur gewesen und habe ihre Mittel durch Spen­den erhalten. Mussolini hob« niemals den Be­se h l g e g e b e n , die italienische Flagge am 24. Mal über dem Nordpol abzuwerfen. Auch die Lxpedilion sei nicht auf feinen Befehl zurückzuführen. Alle gegen­teiligen Behauptungen feien leeres Gerede.

Reue Rettungsexveditionen für dieLaiham".

Oslo, 21. 3uli. (WTB.) Die Admiralität ver­öffentlicht eine Bekanntmachung, in der es heißt: Das sranzösifche Polarschiff »Pour - äu o i p a s" unter dem Kommando von Dr.

harcot, und ber Robbenfänger »Heim­land" werden in den nächsten Tagen Die Suche nach ber »Latham" Amundfens am Eisranb von Grönland entlang ausnehmen. Vach den gegen­wärtigen Plänen werden der französische Kreu­zer »Siras bourg", der norwegische Kreu­zer »Tor den skj old", ber französische Aviso ..Quentin Roosevelt" und der norwegische Regierungsdampfer »M i ch a «l S a r S" die Vachforschugen in der Gegend zwischen Spitzber­gen und Grönland aufnehmen. wohin, tote man vermutet, dieLalham" abgetrieben toorden ist. Der Robbenfänger »Hobby", der von der Ame­rikanerin Miß Boyd für eine 3acht- Fahrt ge­martert, aber bann der norwegischen Regierung für die Nachforschungen nach Amundsen zur Ber» fügung gestellt worden war, wird mit Riiser

Larsen und Lützow Holm an Bord neue Nachforschungen in der Hinlopen-Straße anstel- len. Die Privatexpedition auf dem Dampfer »Discount K o r u , bie von ben norwegischen Zeitungen organisiert wurde, wird bie Ostküste von Spitzbergen absuchen.

Roch ein Todesopfer?

Berlin, 23. Dull (Prio.-IcL) DerMontag" meldet aus kingsbay: heute ereignete sich o o Bord derCitta bi Milano" ein Todesfall: obgleich über die Person des verstorbenen st r e n g st e s Stillschweigen bewahrt wird, glaubt man doch annehmen zu Dürfen, daß es sich dabei um den Ma- rineoffizier Mariano, Öen einen Ueberlebendca der Malmgreen-Gruppe handelt. Mariano mußte, wie gemeldet, vor einigen Tagen ein Bein am p u t i c r t werden. Ferner sind Gerüchte im Umlauf, daß ber andere Ueberlebcnöe der Malmgreen- Gruppe, 3 a p p i, infolge der Aufregung über die gegen ihn in den letzten Togen erhobenen schweren Beschuldigungen wegen des Todes des schwedischen Forschers Maimgreen ernstlich erkrankt sei.

Deutsche Flugzeuge sotten die AleffandricSruppe suchen.

Berlin, 21. Iuli. Di«D.A.Z." meldet aus Schwerin: Bei der Direktion der Heinkell- Werke in Warnemünde ist ein Telegramm des Kapitäns Romagna von der(Eittä bi Mi­lano" eingetroffen, in dem zwei heinkell- Doppeldecker zur weiteren Forschung nach der Ballon-Gruppe derItalia" bestellt werben. Di« beiden Flugzeug«, bie mit 600-?8.°Motoren ver­sehen sein sollen, müssen innerhalb von zwölf Tagen geliefert sein. Sie sollen ebenso als Land- wie auch als Seeflugzeuge zu gebrauchen fein und auch mit Schneekufen versehen werden können. Bei den Heinkell Werken hat sogleich eine Direktionskonferenz stattgefunden, in der beschlossen wurde, die Lieferung der beiden Flugzeuge zu übernehmen.

missars zwecks Herabsetzung der öf­fentlichen Ausgaben. Weiter soll darauf­hin hingewirkt toexoen, daß Importeuren von entbehrlichen ausländischen AgrarproduUen kei­nerlei Kredite von Stellen der öffent­lichen Hand gegeben werden, und daß

die Vamen solcher Importeure be­kanntgegeben werden. Die Zentvums-

fraftion des Reichstages fordert alle bishe­

rigen Arten der landwirtschaftlichen Besteuerung In einer einzigen Steuer zusammenzu- faffen. Sie fordert weiter die Vorlegung eines Gesetzentwurfes über den Schuh der Jugend bei Lustbarreiten, Vereinheitlichung des Aus­baues des höheren Schulwesens, einen Bericht über die praktischen Erfahrungen bei der Durch­führung des Gesetzes zur Bekämpfung ber Schund- und Schmähschriften, Vorlegung eines ReichsbühnengeseheS, Verabschiedung einer Novelle zum Licktfpielgesetz, Vorlegung eine« ReichsberufSschulgesetzeS. Wei­ter wird beantragt, unverzüglich Maßnahmen au treffen, um einer rücksichtslosen Entlas­sung älterer Arbeiter und Ange­stellten wirksam zu fteuevn.

Ross6 seht den Kampf fort.

Pari«, 21. Juli. (WTB.) Wie dem »Petit Journal" aus Straßburg gemeldet wird, hat der autonomiftische Abgeordnete Ross« einen län­geren Aufruf an seine Wähler und Freunde veröffentlicht, in dem er betont, er habe seinen Antrag auf Einleitung eines Kasfa- tionsverfahrens darum zurückgezogen, weil er kein Vertrauen zur Justiz habe. Gr brauche nicht um Gnade zu bitten, weil das ein Unschuldiger nicht nötig habe. Er habe auch nicht eine besondere Vergünstigung erhalten, benn bte bedingte Freilassung nach Ablauf von sechs Monaten sei eine Gunst, bie man jedem Verbrecher bewillige. Gr begrüße die Begnadigungsmaßnahmen immerhin als den Ver­such einer Versöhnung und Wiederautmachung der Ungerechtigkeiten vom 24. Mai 1928. Rosso erklärte dann. Der Kampf fÜr eine weit­gehende Autonomie werde fort- gesetzt werden. Am Mittwoch wird in Sol- mar unter dem Vorsitz des Abgeordneten Michel Walter ein« Versammlung abgehalten werden, in der Ross« daS Wort ergreifen und über den Prozeß in Eolmar und bie letzten Ereignisse im Elsaß sprechen wird.

Oer Kulturkampf in Mexiko.

Rach der Ermordung LbregonS.

Mexiko, 21. Juli. (WTB.) DaS mexikanische Staatssekretariat des Aeußern gibt eine Erklä­rung des Präsidenten von Mexiko bekannt, in ber «s u. a. heißt, daS unerhörte Verbrechen, dem General Obregon zum Opfer fiel, habe das gesamte mexikanische Voll in Trauer versetzt, und es gäbe keinen achtbaren Menschen, ber dieses Verbrechen nicht verabscheue. Mexiko verlier« dadurch seinen fähigsten Staatsmann. Der Präsident teilt darauf mit. bah ihm bte Regierung bie Führung über» lassen habe. Die Regierung fei entschlossen, ge* smtzt auf das Gesetz, mit alter Kraft unb Ener­gie nicht nur den wirtlichen Täter, sondern auch die Anstifter und Hintermänner ber Tat zur Rechenschaft zu ziehen. Der Der- brrcher habe eingestanden, leine Tat aus rett« 9^ ö sein Fanatismus begangen zu haben. Drc Ermittlungen der Behörden hätten bereits ergeben, bafo ber Täter osfen'ichtlich von kle­rikaler Seite beeinflußt war. Die Re­gierung werde sich durch dieses dunkle Vor­gehen gegen bie Einrichtungen ber Republik nicht beeinflußen lassen, sondern werd« die libe­ralen Grundsätze her sozialen Bewegung weiter verfolgen -um Wohle der mexSanischen Na­tion. Der Präsident forbert bann zu einem Zu- sammcnlchluß auf, um bi« höchsten 3beal« ber Olation au »verwirklichen und um bie Intrigen au vernichten, bamit bie Arbeit für bte Be- ständig keil ber nationalen Gesundung fortacfeti toerbc Als Trost biene es ihm. baß trotz ber Erregung, bte ba« Verbrechen übrraH im Lande

Ruhe und Sicherheit fort bauert en jum Schluß betont er. baß bte Regierung ifrxm

Weg wie bisher mit Ruhe und, wenn not­wendig, mit Energie nach den Bestimmungen der Verfassung weiter verfolgen wird.

Oie Diktatur in Aegypten.

Eivc Erklärung des PremierminiftcrH Mahmud Pascha.

London, 22. 3uli. Der ägyptische Premier­minister Mohammed Mahmud Pascha er­klärte dem Berichterstatter derTimes" in Alexan- öden, er und seine Kollegen hätten eine sehr schwere Verantwortung übernommen, aber es hab« geschehen müssen. Die Ars, In ber bte Geschäfte des Landes In der letzten Zelt geführt worden feien, fei unerträglich gewesen. Vie Regierung werde versuchen, bie Verwaltung z u reinigen. Sie beabsichtige nicht, ihre Voll­machten gegen bie Opposition zu gebrauchen, es sei benn, baß bie Opposition selbst scharfe Maßnah­men nofroenblg mache. Die Aushebung ber Pressefreiheit sei unbebingt ersorberlich ge­wesen. Der Premierminister sagte schließlich: Zch werbe nicht ein Tyrann fein, aber, wenn notroen- big, ein wohlgesinnter Diktator.

Lhmas Kampf um die Vertrage.

Voreilige Kiindigungsmaßnahmen der Nankingregierung.

Berlin. 22. Juli. (Priv.-Tel.) Die Chinesen Haden den begreiflichen Wunsch, nach ber Liqui­dierung des Bürgerkriege« wieder Herr im eigenen Hause zu werden. Roch existieren aber zahlreiche Verträge mit fremden Staaten, die diesen Vorrechte aller Art ein­räumen, wie sie den Chinesen besonders kraß in den durch ausländische« Militär geschuhten frem­den Niederlassungen in die Augen springen. De­gen diese Verträge läuft jetzt die Nanking- Regierung Sturm. Mn« will scheinen, als ob st« sich bei der Kündigung dieser Abkommen recht schlecht hat beraten lassen und etwas voreilig zu Werke gegangen ist. SS ist gan- klar. daß weder England noch Japan, weder Frankreich noch Amerika in diesem Augenblick ihr« Truppen zurückziehen und ihre Staats­angehörigen den Chinesen gleichstellen werden. Dazu ist bie Lage in China noch vi«l zu un­sicher. ES wäre richtiger gewesen, wenn bie Nanking-Regierung erst einmal den Wieder­aufbau China« in Angriff genommen hätte. Wo ist die geordnet: Verwaltung, wie steht es um den Polizeibienst. kann ungestört Handel ge­trieben werden, gehorchen die Generale dec Zen­tralregierung? DaS alles sind Fragen, auf die die Nanking-Regierung vorläufig keine Antwort geben kann. Erst wenn diele Probleme zur all­gemeinen Zufriedenheit gelöst 'inb. wird China an die Lösung der unglckf>en Vertrag« denken dür­fen. Solange aber die Ordnung im Lande noch auf recht Ic^vachen Füßen steht unb jederzeit der Kleinkrieg der Provinzen gegeneinander wieder ausbrechen kann wird die Nanking-Regterung ihren Kampf gegen diele Verträge zu einem er- fvlgreichen Abschluß nicht bringen können.

Japan protestiert.

Die Mukdenrcgierung schwenkt ein.

London, 23. 3uli. (WTB. Funkspruch.) Daily Telegraph berichtet aus Tokio. Die japa­nisch« Regierung hat eine Protestnote ge­gen die Aushebung d«S chinesisch- japanischen Vertrage« an ben nationa­listischen Außenminister Dr. Wang durch den japanischen Gesandten in Peking überreichen lasten. Darin wird die chinesische Erklärung al« ein Vertragsbruch bezeichnet. Am Schluß heißt c« »Wenn bi« Rationalisten ihr gegen- wärtioeS Vorgehen fortsetzen, bann wird bie lapanllche Regierung gezwungen sein, selbstän­dig Maßnahmen <um Schutze ihrer Zecht« und 3n teressen zu ergreifen." Der x.» .-etponX-nt de« lapanischen Blattes »Asahi" in Mukven berichtet, bei einer Mnterrebunp

zwischen dem japanischen Generalkonsul unb General Tschangtsoliang habe der letz­tere ben ihm erteilten Rat, feine Verhandlungen mit den Rationalisten einzuftellen, ange­nommen. 5cr General habe dies Tsiangkaischek in einem Telegramm mitgeteilt, das besag«, gegen di« japanische 3ntervention sei er zu Ic.nem Bedauern gezwungen, di« Derhandlungen c.n-ustellen. wenn auch sein Wunsch nach Ver­einigung und Ausrcch.erhaltung des Friedens unverändert sei. Wie dir Blätter weiter be- I? rlV1;. ^at*n dte javanischen amtlichen Stellen deschlvllen, zum Zeichen des Protcstc« gegen di« willkürliche Aushebung des japan.sch^in«- sischcn Vertrages an keinen offiziellen ober ge­sellschaftlichen Teraaftaltungen der nattonalisti- schon amtlichen Stellen teilzunehmcn.

Or. Siresemann

in Karlsbad eingetroffen.

Karlsbad, 22. Juli. (WB.) Reichsminister b« Meußeren Dr. Stresemann ist beute nachmittag gegen 6 Uhr mit seinem Sohn hier ciny troff en.

Aus aller Wett.

SGwerer Bauunfaö.

3n K ö I n brach beim Hochziehen eine« schweren Tragbalkens an einem Neu o au das Gerüsthol,z ab. Der Balken stürzte auf die Straß« und verletzte zwei an dem Neubau spie­lende dreiiährige Kinder so schwer, daß sie alsbald starben. Der Sohn dos Zimmer­meisters stürzte mit dem Ballen ab. brach beide Beine und erlitt innere Verletzungen. Der MnfaU soll durch mangelhafte Sicherhrnts- Maßnahmen verursacht sein.

Zwei Sinder durch Sreuiotterbisj« getötet.

Auf ber durch bie Rochener Heide nach Brandenburg a. d. Havel führenden Chaullee wurden dicht am Waldrand ein Knabe unb ein Mädchen eng umschlungen auf der Erde liegend tot aufgefunber. Das Bein deS Knaben unb der rechte Arm deS Mädchen« waren blaufchwar^ gefärbt. Die benach­richtigten Landjäger eilten mit einem Arzt an bi« <5unLstelle, von bem festgestellt wurde, bah ber Tob beiber Kinber. die sich zum B l a u - beerenpflücken in bte Rochener Heide be­geben hatten, durch Kreuzot terbisfe hcr- oeigesührt wurde.

Lin führerloser Güterzug rast gegen einen perfonentug.

Im nördlichen Teil von Pommerelten er­eignet« sich zwischen den Stationen Garcz unb Prockacku, unweit ber Danziger Oretue. ein Zug­zusammenstoß, bei dem eine Person getö­tet, vier Personen schwer unb sieben leicht verletzt wurden. Ein Guterzug kam bei der großen Steigung des Bahnlörpers allmählich zum Stehen, da die Maschine außerstande war, die schwer beladenen Güterwagen fortzubewegen. Der Lokomotivführer entschloß sich, bie Maschine abzu- koppeln um eine zweite Maschine zu holen. Kaum war die Lokomotive einige hundert Meter davon- gefahren, als die Güterwagen sich in Be­wegung setzten und den Berg hinun­terfuhren, wo sie mit einem Perso- nenzuge zusammen st testen.

Strcikunrohen In 3nbtea.

Auf den füdinbischen Eisenbahnen ist ein Generalstreik ausgebrochem, bet tnfolge ber sich häufenden Gewalttätigkeiten ber Strebenden einen bedrohlichen Charakter annimmt. Bei TriDanderam brachte die Meng« einen Expreß­zug zum Halten, indem sie gewaltige Felsblöck« und Baumstämme auf bte Giersc legte. Als die Demonstranten einen Angriff auf bie Passagiere beS Zuges unternahmen, ging bie Polizei mit aufgepflanztom Bajonett vor. 22 Personen wurden verwundet. Etwa 160 Kilo­meter von Madras hteilten 1300 AuSstänbilche einen Post^ug und zwei Pedoiumzüge an unb bewarfen bte Passagiere mit Steinen. Die Po­lizei gab eine Salve ab, durch bte 15 Personen verwundet wurden. Del einem Zusammenstoß hei Mayaveram, über den bereits berichtet wurde, find fünf Personen getötet worden.

Oie Wetterlage.

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Teettervorausiage.

Wettervoraussage für Dienstag: Wolkig mit AufheUerung, etwas frischer, trocken.

DitterungsausjichtenfürMittwoch: Teils wolkig, teils ausheiternd, keine stärkere Er­wärmung, vorübergehend trocken.

Lufttemperaturen am 22. Jul» mittags 20,5 Grad Celsius, abends 16,5 Grad Celsius: am 23. Juli: morgens 16,4 Grad Celsius Maximum 217 Grad Celsiu- Minimum 7.8 Grad Celsius. Erdtempero- tuten in 10 Zentimeter Tiefe am 22. Jultt abends 24 Grad Celsius: am 23. Juli: morgens 18,8 Grad Celsius. Sannenschemdauer 10 Stunden.