Ausgabe 
23.6.1928
 
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geben wird. Sollte die kleine Koalition nicht zu- staude kommen, |o wird llbg. Rrüller-Iranken, wie er es lautvorwärts" in seinem Bericht an den Herrn Reichspräsidenten bereits ansgesührt hat, eine sozialistische Minderheitsregie- r u n g bilden, evtl, nutet Hinzuziehung auch solcher Persönlichkeiten. die nicht zur sozialdemokratischen Partei gehören, die aber unter Berücksichtigung der I auhen- und innenpolitischen Lage bereit sind, mit der sozialdemokratischen Partei zusammen Politik . zu treiben, wie dervorwärts- erklärt, will die Sozialdemokratie die Verantwortung, die ihr durch ihren Wahlsteg anserlegt ist, bis ; u m l e h - ten ausschöpsen.

lleber die Auswahl der führenden Persönlich­keiten, die nicht zur Sozialdemokratie gehören, weih dievossische Zkg." mitznteilen: Es kämen neben Müller-Zrouken als Kanzler in Betracht der Zen- trumsabgeordnete o. G u e r a r d als Vizekanzler, Dr. Stresemann als Außenminister, der Demo- krat K o ch - w e s e r als Justizminister, Dr. E u r - l i u s (Deutsche Volkspartei) als wirtschaslsminisier, Schätzet (Bayerische volkspartci) als postmini- fter, Groener als Reichswehrminister und Brauns (Zentrum) als Reichsarbeilsminister. Das Finanzministerium könnte Dr. h i l s e r d i n g (So;.), das Innenministerium Severing (Soz.) übernehmen. Ls blieben noch für den Fall, daß der Abgeordnete v. Guerard das Ernährungsministerium übernehmen sollte, noch das Ministerium der be­setzten Gebiete und das Verkehrsministerium ;n besehen. Lines der beiden Portefeuilles könnte Dr. Wirth, das andere einem Sozialdemokraten an­geboten werden. Das genannte Blatt glaubt Grund zu der Annahme zu haben, daß alle vorgenannten Politiker bereit wären, in ein folche» Kabinett ein- zutreteu, und sagt: wenn wir recht unterrichtet sind, haben sich sehr namhafte führende Parlamen­tarier sowohl des Zentrums, wie der Demokraten und der Sozialdemokraten für eine solche Lösung ausgesprochen.

Das schwerinische Landiagswahlgeseh verfassungswidrig.

L e i p z i g, 22. Juni. (LU.) Der Staatsgerichts. Hof für das Deutsche Reich hat auf die Klage der Rationalsozialisti chen deutschen Arlx:.terparter, Gau Mecklenburg-Lübeck, gegen das Land Meck­lenburg-Schtoerin betreffend Feststellung der Derfassungswidrigkeit des Land- tagswahlgesetzes in der Fassung vom 13. April 1927 beschlossen:Das Gesetz des Landes Mecklenburg-Schwerin vom 13. April 1927 ver­stößt. soweit es den Paragraph 12, Absatz 2 des Landtagswahlgesetzes ändert. g r g e n d i e Retchsverfassung. Der Staatsgerichtshof hat sich dabei an die Judikatur gehalten, die er in Wahlsachen im vorigen Jahre sestgelegt hat." Es handelt sich bei diesen Streitfragen um Bestim­mungen. mit denen der Landtag seinerzeit Die Zulassung von Wahlvorschläaen davon ab­hängig gemacht, dah mindestens 3000 Unter­schriften vorgelegt und 3000 Mark deponiert werden.

Oie Llnmhen auf Gamoa.

Der Bericht an die Mandatskommission

Genf, 21. Juni. (T. U.) Die Mandatskommis­sion deS Völkerbundes hat sich mit den bekann­ten Unruhen auf Samoa beschäftigt. Die Mandatsmacht R e u s e e l a n d war durch chren Londoner Oberlommifsar Parr und durch den bisherigen Gouverneur der Insel, Generalmajor Richardson, vertreten. Als Berichterstatter fungiert der Deutsche Geheimrat Dr. K a st l. Bisher wurde über den Bericht der Königlichen Kommission verhandelt, die fünf Wochen im Mandatsgebiet weilte und 300 Zeugen verhört hat. AuS den Ausführungen des Oberkommissars gehr hervor, dah die Königliche Kommission dem Gouverneur Recht gibt und daß die neuseelan- dische Regierung sich auf den Standpunkt ihrer Kommission stellt. Die weihen Bewohner 6a- mvaS beklagen sich über bas Alkvholver- b o t. daS sie nur gegenüber den Ein ge­borenen aufrechterhalten sehen möchten. Da aber die 2000 Mischlinge einerseits ver­waltung-rechtlich alS Europäer angesehen werden, andererseits sich aber mit den Eingeborenen ver­mischen. ist die Beschränkung des Alkohvlverbots aus die Eingeborenen nicht möglich.

Weitere Beschwerden der Weihen erstrecken sich aut den Verkauf deS Ola t tonal- Produkts Kopra durch die Regie­rung. Hierin sieht der Oberkommissar den Hauptgrund der Unruhen. Die Regierung wünscht nach ihrer Angabe eine Derbesserung der Erzeu­gung und* hat im Vorjahr 400 Toirnen Kopra nach London um den doppelten Preis ver­kauft alS ihn die Eingeborenen bei den landes­üblichen Händlern erzielen. Die Unruhen sollen aber von sechs Europäern angeregt sein auS gewinnsüchtigen Motiven. Ueber die alS nationalistisch bezeichnete Beschwerde der Eingeborenen nach Schaffung einer auto­nomen Regierung geht der Bericht kurz hinweg. Die Regierung habe den Häupllingen 1923 Beteiligung an der Verwaltung an- geboten, doch hätten die Häuptlinge ab ge­lehnt und daS Volk sei zufrieden. Auch da sollen sechs weihe Unruhestifter und Hetzer schuld fein, dann aber auch die zu geringe Stärke der Pot.zci und die fehlenden juristischen Befugnisse, um gegen die gewissenlose und beständige Agi­tation einzuschreiten.

Oie Konferenz der Kleinen Entente.

Griechenland bietet einen Freihafen in Saloniki an.

Bukarest, 22. Juni. (WB.) Die drei Außen- Minister der Kleinen Entente haben ein Eommu- niquS veröffentlicht, in dem es heißt: Die Politik der Kleinen Entente gestattete die Stabilisierung der freundschaftlichen Beziehungen mit Frankreich, Eng­land, Polen und Italien, «eit Locarno werden die Beziehungen der Kleinen Entente mit Deutsch­land immer bessere. Mil Oesterreich sind die Beziehungen sehr freundschaftliche. Die Kleine En tente. die äußerst friedlich gesinnt ist, begrüßt mit lebhafter Genugtuung den Entwurf dcsKctlogg- Paktes, dessen Erfolg sie wünscht und dem iie sich auch anschließt. Die drei Minister der Kleinen

Blutige Llnmhen in Südslawien.

Oie Belgrader Regierungskrisis.

Vermittlungsversuche Möntp Alexanders.

Belgrad. 22. Juni. (WB.) Svetosar Pri- bitschewitsch wurde mit bau früheren Prä- ' deuten des kroatischen Dauemklubs. Karl Kovatschewitsch. und dem Abgeordneten der Bauernpartei Dr. K o s s u t i t s ch . heute abend in einer zweistündigen Audienz vom König empfangen. Diese Audienz, die auf Einladung des König- erfolgte und in politischen Kreisen großes Aufsehen erregt, wird a-lS Beweis des Willens der Kroaten angesehen, eine Sanie­rung der außerordentlich ver chärsten politi­schen ßage anzubahnen. Pribitfchewitfch begab sich mit den beiden anderen Abgeordneten so­dann ,5 u Stefan Aaditsch, dem er Bericht erstattete.

Die ..Prawda" schreibt: Die mahgebenden Stel­len wünschen, daß man einen neuen KurS mi t neuen Methoden einführt. Der zu er­wartende Rücktritt der Regierung soll die Bahn dafür freimachen. Die bäuerlich-demo­kratische Koalition wird aber jedenfalls nur dann mit süh verhandeln lassen, wenn ihr weitgehende Zusicherungen voraussichtlich auch auf staatsrechtlichem Gebiete gemacht werden.

Der Wiener Uniperfitätsprofefsor Singer, der im Laufe des Freitags in Belgrad eingetrof- fcn war. äußerte über Stephan Raditschs Zu­stand seine Zufriedenheit. In Belgrader politi­schen Kreisen erwartet man alS Ausweg auS der Regierungskrise die Bildung einer Kon­zentrationsregierung unter Warin- kowitsch. Der König hat allein am Freitag den Innenminister viermal zu sich rufen lassen. Auch der Ministerpräsident war wiederholt bei ihm.

Oie Schüsse in derGkupschiina

Line Darstellung der kroatischen Opposition

Belgrad, 22. Juni. (WB ) 52 Abgeordnete der bäuerlich-demokratischen Koalition mit Svetosar Pribicfevics an der Spitze veröffentlichen eine Dar­stellung der Ereignisse, die der Mordtat in der Nationalversammlung oorangingen. Es heißt darin u. a.: Weder für uns noch für die Oeffentlichkeit ist das Verbrechen unerwartet gekommen. In der Sitzung der Skupschtina am 19. d. M. haben die radikalen Abgeordneten Thomas Popovics, Celics und Punilat Nalfchilfch einigemal die Abgeordneten der Opposition bedroht und gesagt, daß sie Stephan Radltsch ermorden werden. Die Opposition hat sofort an den Präsidenten der Nationalversammlung das schriflliche Verlangen ge­richtet, daß Thomas Popovics und Punisat Natschiisch von drei Sitzungen der Nationalversammlung aus­geschlossen werden sollen. Am Tage der Er­

mordung hat der Abgeordnete Mastrovics an den Präsidenten appelliert, er solle die Ermordung von Stephan Naditfch und Svetosar Pribicfevics ver­hindern. Unmittelbar vor Punisat Natschitsch er­hielt Thomas Popovics das Won, dessen ganze Rede aus Drohungen bestand, dah Stephan Ra- ditfch getötet werden würde. Der Präsident un­terbrach die Sitzung. Sofort nach der Wiederauf­nahme der Sitzung machte Abgeordneter Pernar den Präsidenten auf diese Drohungen aufmerksam. Der Präsident erwiderte:Gehen Sie auf Ihren Platz." Punisat Natschitsch begründete sodann die Berechti­gung der Drohungen von Thomas Popovics. Sve- tofar Pribicfevics schrie mit lauter Stimme: Hier wird mit Mord gedroht! Ich stelle das vor der ganzen Well fest!

Schwere Ausschreitungen in Agram.

Die Beisetzung

der Opfer des Belgrader Attentats.

Belgrad, 23. Juni. (TU.) Die L e i ch e n der in Belgrad erschossenen kroatischen Abgeordneten wur­den am Freitag in A g r a m von einer Riesenmenge eingeholt. Im heim der kroatischen Bauernpartei wurden sie feierlich ausgebahrt. Zu einer schlichten Trauerfeier waren alle führenden Persön- Uchketlen Kroatien» an den Särgen vereint. Am Samstagvormittag wird die Beisetzung er­folgen. Ueber 100 Personen sind in Agram Im Zu­sammenhang mit schweren Ausschreitun­gen in der letzten Nacht fe st genommen wor­den, bei denen die meisten» au» Studenten und Arbeitern bestehenden Demonstranten an mehreren Stellen der Stadt förmliche Barrikaden im­provisiert hatten und von dort au» mit allerlei Wurfgeschossen die Angriffe der Polizei abwehrten. Die Polizei hatte sich zunächst damit begnügt, in die Cuft zu feuern, richtete aber schließlich ihr Jener auch gegen die Demonstranten selbst. Bei den Tu­multen, die bi» 3 Uhr nach Mitternacht andauerten, find fünf Personen getötet und 40 ver­wundet worden, doch soll die genaue Zahl der ver­letzten noch nicht sestzustellen fein. Bei der Polizei sind, soweit bekannt, zehn Mann durch Reoolver- schüsse oerteht worden. Am Jrcitag herrschte den ganzen Tag über Ruhe. Die Polizei hat au» An- laß der gestrigen blutigen Ereignisse, al» deren Ur­heber sie von Kommunisten aufgereizte Ele­mente bezeichnet, außerordentliche Sicherheitsmaß­nahmen vorgeschriebcn. Alle Häuser, öffentliche Lo­kale, Kino» ufro. müssen um 7 Uhr abend» ge- schlossen sein. Jedes verwesten auf den Straßen ist nach 7 Uhr abends verdösen.

Entente haben beschlossen, ohne Feindseligkeit geaen irgend jemanden die gegenwärtiae Politik energtsck weiterzubetreiben und sie besonder» durch Zusammenarbell auf wirtschaftlichem, finanziellem und kulturellem Boden zu entwickeln. Die drei Mi­nister der Kleinen Entente, die die geeigneten Me­thoden zur Vertiefung ihrer wirtschaftlichen Be- Ziehungen geprüft haben, haben beschlossen, eine Delegation zu ernennen, die sich mit dem Stu­dium dieser Frage befassen soll.

Der rumänische Gesandte in Athen hat nach einer Meldung der LU. der Konferenz den Vor­schlag der griechischen Regierung unterbrei­tet, eine Freizone im Hafen von Salo­niki sowohl für Rumänien, Jugoslawien und die Tschechoslowakei, als auch für Ungarn zu gewähren, was einen gemeinsamen Ausgang zum Aegäischen Meer bedeuten würde. Die jugosla­wische Auffassung, daß diese Frage eine rein jugoslawische Angelegenhrnt ist, trifft nicht zu. Es handelt sich nicht um einen Fveihafen für Jugoslawien, sondern auch für Dolen, Bulgarien uni) Ungarn, denen Griechenland ebenfalls dieses Angebot gemacht hat. Das neue Angebot der griechischen Regierung hat- mit den jugoslawischen Verhandlungen nichts zu tun. Dieser Vorschlag wurde vom Außenminister MtchalakopuloS ge­macht, um «europäische Staaten, darunter auch Oesterreich, für einen großen gemeinsamen Freihafen in Saloniki zu gewinnen. Ds kann sein, daß dies ein Teil eigener Gedankengänge zu einer mitteleuropäischenWirtschasts- r e f o r m ist, welche in das Gebiet der Interessen der Kleinen Entente gehört. Zur Zeit sind noch keine unmittelbaren Verhandlun­gen zwischen Griechenland und Jugoslawien ge­führt worden, weil Griechenland vor allem seine übrigen Angelegenheiten, besonders zwischen der Türkei und Italien, regeln wolle. Dem Abschluß dieser Verhandlungen dürfte in Kreisen der Kleinen Entente mit Ruhe entgegengesehen werden. Man glaubt nicht, daß es zu einer politischen Abhängigkeit Griechenlands von Italien kommen dürfte. Ebensowenig glaubt man, daß Griechenland der KleinenEntente beitreten werde.

Reue Verproviantierung Aobiles Keine Spur von Amundsen.

Rom, 23. Juni. (WTD. Funkspruch.) Die italienischen Flieger P e n z o und W a t> b a - l e n a sind um 930 Uhr von Kingsbah abge­flogen und haben baut kurzer, drahtloser Sig­nale und gut sichtbarer Stelle angebrachter Flaggen öte Gruppe Ho Wie um Mit - tag wieder gesichtet. Das sorgsam vor­bereitete Material, Wasfen, Oefen, Kleidungs­stücke und eine Akkumulatorenbatterie scheint sicher in RobileS Hände aekommen zu sein. Sein Bericht darüber steht noch auS. Kommandant Pcnzo versuchte zweimal zu lan­den, mußte aber erkennen, daß unter den besei­tigen Verhältnissen dies nicht durchführbar ist. Infolgedessen wird jetzt versucht werden, eine Auslaufbahn für seine Landung herzurich- ten. Die beiden Flugzeuge lehrten um 3.30 Uhr nach Kingsbah zurück.

Im Laufe der Nacht kehrte die au» zwei Alpen­lägern und zwei 'Dlitgliebem des italienischen Alpen- Klubs bestehende Patrouille, die noch der Grupp« 'Mariano suchen sollte, an Bord des HilfsschiffsBrayanza" zurück. Sie hat chr Marsch. I Programm vollständig erledigt, ohne eine Spur d o m Verbleib der Gruppe Mariano zu entdecken. Sie Hot an verschiedenen Stellen

Depots von Nahrungsmitteln jurütf gelassen, die durck sehr in» Auge fallende oignale aekennzeichnet sind. Jedes Devot enchätt außerdem Instruktionen für die Gruppe Mariano.

Heber das Schicksal Amundsens und de« französischen FlugzeugsCat&arn liegen noch ferne Rachrichten vor. Der Kreuzerlor- denskjolg" geht heute nacht von Horten ab mit dem Befehl, die Suche nach der .Latham" auf­zunehmen. Das norwegische Marineministerium erklärt, dieQatfcam habe keinen Kurz­wellen a p p a r a t an Bord gehabt und es fei deshalb für die norwegischen drahtlosen Sta­tionen ein zweckloses Beginnen, auf kurzer Wel­lenlänge Meldungen der .Latham" auffangen zu wollen. Die Suche nach dem Verbleib der .La­tham" wird dadurch erheblich erschwert, daß niemand recht weiß, welches die genauen Pläne Amundsens waren. Ehe er in Ber­gen startete, hatte Amundsen, tote bereits mit- geteilt, Kapitän Wisti.rg gegenüber erklärt, die .Latham" werde direkt nach KingSbah fliegen, aber es bleibt doch möglich, daß er fernen Plan im letzten Augenblick änderte. Es ist von einer privaten Hllfserpedition die Rede, die möglichertoeife unter der Führung des Polarforschers Otto Sverdrup die Suche nach Amundsen aufnehmen soll, aber es ist noch ferne Entscheidung darüber getroffen.

(Sin deutsches Wasserflugzeug nach Kingsbay startbereit.

Wie die Telegraphen-Union an zuständiger Stell« erfährt, bat die Deutsche Lust-Hansa im Einvernehmen mit dem Reichsoerkchrsministerium das Roland-Rocco-Flugzeug, das die Derbinduna zwischen Kopenhagen und Oslo ver- sieht, aus dem Verkehr zurückgezogen, und «sauf Abruf durch den Kapitän derCiid bi Milano" startbereit gemacht. Das Flugzeug liegt augen­blicklich mit allen notwendigen Apparaten und Aus­rüstungsgegenständen versehen, in Travemünde und wird, sobald es der Kapitän derCiid di Mi- fano" für notwendig erachtet, unter aus­schließlich deutscher Führung nach Rfngsbag starten.

Aus aller Wett.

Opels Rekordversuch bei Burgwedel.

Den für Ecnnstaanachmittag auf einer Strecke der neuerbauten Linie der Reichsbahn nach (Selle vorgesehenen Rekordversuchen deS Opel- schen Rafetentoagens wendet sich das Interesse der wissenschaftlichen unb technischen Welt in hohem Maße zu. Mit dem Sonderzug. den die Reichsbahndirektion Hannover aus Anlaß der Versuche zur Verfügung gestellt hat. ohne selbst irgendwie an dem Unternehmen beteiligt zu fein, werden sich 800 b i s 1 000 Personen an Ort und Stelle begeben, um Zeuge der Probe­fahrt zu fein. Für Opels Versuchsfahrten ist die Strecke von 23 Kilometer beim Bahnhof Burg­wedel biS 30 Kilometer, also insgesamt 7 Kilo­meter bestimmt. Diese Strecke wurde besonders für die Probefahrt hergerichtet. Von 23 Kilometer ab wurde auf eine Ent emung von 2 Kilometer alle zweihundertundfünfzig Meter ein weißer Pfahl aufgestellt zur Kennzeichnung der E i n - schaltung von Kontakten, und die toei ere Strecke bis 30 Kilometer wurde auf jedem Kilo­meter in Abständen von je 200 Metern mit Kilometerzeichen versehen. Don großer Wichtig­keit für die Fahrversuche ist daS zuverlässige Funktionieren der Bremse des Ra­ketenwagens. Nm die Bremswirkung zu sichern.

wurden auf den letzten 3 Kilometern der Strecke die Schienenkop'e leicht mit Sand bestreut, wäh­rend die letzten 50 Meter vollkommen in Saud gelagert werden, so daß der Rafetenwagen sich hier t o 11 a u f e n muß, auch wenn die Bremjc nicht in dem erwünschten Matze selbst- tätig wirten sollte.

Die Eisenbafinkataslroptze in Schwede«.

Gegen 11 Uhr am Freitagabend waren 14 von den 16 Todesopfern der Eiscnbahnkatafirophe identifiziert. Unter den Todesopfern befindet sich kein Ausländer, ver Zustand zweier von den verletzten wird al» besorgniserregend an­gesehen. Vie Ursache, daß die ftilfslokomotive aus dem Gleis gegen den Expreß fuhr, dürfte darin zu suchen sein, daß der Lokomotivführer ein S i g n a l des Stationsvorsteher» falschoerfton. den hat. Der Führer der hiljviokomottoe wurde schwer verletzt. Der Führer und die beiden Heizer der Schnellzug»tokomolioe wurden getötet. Unter den Opfern befindet sich auch der Führer der schroe- dischen Bauernpartei.

Schwere Explosion-katastrLpHe in vrügge.

Brügge. 22. Juni. (IDID. Fuukspruch.) hier brach lu einem Alteisenlager ein Brand aus. Ai» der Besitzer de» Lager» und sein Schwager versuchten, da» Jener zu löschen, ereignete sich e l n e Explosion, durch die die beiden Männer und alle ausgespeicherteu Materialien weit fortge- schleudert wurden. Sämtliche la der Tlach'ar- schäft stehenden Häuser wurden schwer beschädigt. Acht Personen wurden gelötet. 40 war- den schwer verletzt. Die Explosion ist auf da» Platze» einer Granate sehr großen Kaliber», die sich in einem Altmetallhaufen befand, ju- rückzusühren. Man befürchtet weitere Explosiv neu, da man anntmmt, daß unter dem Altmetall noch weitere Granaten seien. Nach einer Meldung der nicht immer zuverlässigen Pariser Lhikago Tribüne" soll e» sich in Brügge um bte Explosion eines Sauerstosjbehäller» ge­handelt haben: außer den acht Personen sind auch fünf Kinder um» Leben gekommen.

Dor Aufklärung de» Siegelsdorfer Eisenbahnunglück».

Wie dasAcht-lJhr-Dlatl" meldei. fall nach den ihm gewordenen Informationen die liefert des Eisenbahnunglücks bei Siegelsdorf darin ui suchen fein, dah die Kurve von dem D 47 mit zu großer Geschwindigkeit durch­fahren wurde. Angeblich toll >rach vergleichen­den Aufzeichnungen der Stationen Burgfacrn, bach und Siegelsdorf die Gelchwindigkeu 90 Kilometer betragen haben, ein Tempo, für das die älnglückskurve nicht geeignet war. Auf Anfrage bei der Reichsbahndirektion Nürnberg wurde mitgeteilt, daß ein weiteres Kommu­nique über das Siegelsdorfer Unglück ver» offenllicht werden wird.

Köhl und der künftig« Ozeanflngverkehr.

Zu dor Meldung, daß die Lufthansa Hauptmann Köhl die Leitung des künftigen Ozea-nflugverkebrs angeboten hab-, teilt Haupt­mann Köhl nut, daß ein offizielles An­gebot von der Lufthansa nicht erfolgt sei. wohl aber habe man darüber gesprochen Grundsätzlich sei er nicht abgeneigt, da Posten eines Leiters im künftigen deutsch» Oze-anf lugverkehr zu übernehmen.

Oie Wetterlage.

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rücttcrvoi aussage.

Das über den Far-Oeren liegende Tiefdru^ gebiet hat feine Qlu^äuftt südwärts erstreckt uid infolgedessen zur südlichen Derkrängung des übel Mitteleuropa lage...oen hohen Drucks geführt Seine warmen Cüftmafjen haben ganz Deutsch» land überflutet und führten hx Rorddeutfchlaiü zu vereinzelten Riederfchlägen und Gewitte» ftönmgen. In unterem Gebiete zeigte sich nut gewitterdrohende Bewölkung. Da von West« her sich erneut boher Druck ausbreitet, st bleibt bs» uns im altqcmemen außer auf komme» den lokalen Gewitterstörungen das Wetter weit heiie, und trocken.

Voraussage für Sonntag: Außer lok» len Gewitterstörungen meist heiteres, warmes ui* trockenes Wetter, aus Westen kommende Winde.

Voraussage für Montag: Meist heitere», warmes und trockenes Detter.

Lufttemperaturen am 22. Juni: mittags 23,4 Grad Celsius, abends 16,4 Grad Celsius, am 23.3un$ morgen» 17,2 Grad Celsius. Maximum 25 Grad Cel­sius, Minimum 12,4 Grad Celsius. Erdtcmper* turen in 10 Zentimeter Tiefe am 22. Juni, oben* 22,7 Grad Celsius: am 23. Juni: morgens 17,4 Or* Celsiu». Sonnenscheindauer 8>5 Stunden.

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