Ausgabe 
23.2.1928
 
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6er Staatsaufgaben und eine durchgrei­fende Vereinfachung des Verwaltung s- b e t r i e b e s die Staatsausgaben derart zu sen­ken sind, daß die Fehlbeträge im hessischen Haus­halt verschwinden und die hessischen Lanbessteuern ermäßigt werden können." Sollte vorstehender Antrag abgelehnt werden, so wurde von den gleichen Abgeordneten beantragt, baS Plenum des Landtags einzuberusen und dort die Frage der hessischen Finanzlage im Sinne obigen Antrags entscheiden zu lassen, ehe mit der Kapitelberatung des Staatsvoranschlags- en. Wurfs für 1928 im Finanzausschuß begonnen wird'. Beide Anträge wurden abgelehnt.

Arbeiisfriede

in der Metallindustrie.

Eine Erklärung der Gewerkschafts­funktionäre znr Wiederaufnahme dcrArbeit in der mitteldeutschen Metallindustrie

Halle. 22. Febr. (WTD.) Die Funktionäre der Metallarbeiter haben mit 52 gegen 4 Stim­men die Wiederaufnahme der Arbeit für Freitag beschlossen. In der angenommenen Entschließung wird kurz auf den Werdegang der Lohnbewegung Bezug gei ommen und festgestellt, daß die Linie, die durch den Schiedsspruch der nordwestlichen Gruppe (2 Pfennig Zulage) be­zeichnet wurde, durch den mitteldeutschen Schieds­spruch, der 3 Psennig Zulage, und durch den vom Reichsarbeitsminister gewählten, der 5 Pfennig Erhöhung vorsieht, durchbrochen ist und da- mit zweifellos ein Erfolg verzeichnet werden kann. Weiter heißt es: Lediglich auf Grund des Machtspruches des Aeichsarbeits- ministers wird die Bewegung abgebrochen. Daß die Front am Ende der Bewegung noch so lest wie am Anfang ist, ist der beste Beweis da ür, daß noch Kraft vorhanden war, den Kampf weiterzuführen. Es wird darauf hingew.esen, daß die Arbei.er daraus die Lehre ziehen sollen, daß sie bei den kommenden Wahlen für die Aenderung der politischen Machtverhältnisse Sorge tragen müs en, damit man ihnen nicht wieder wie jetzt bei einem solchen glänzenden Kampf in den Arm fallen könn.e. Es werden nun an verschieb e en Orlen Verhandlungen zwi­schen den örtlichen Verwaltungen der Arbeit­geber und Arbeitnehmer wegen der Wiederauf­nahme der Arbeit statt, indem

Streikgefahr

in der Berliner Metallindustrie.

Berlin, 22. Febr. (211.) Nachdem der mittel­deutsche Melallkonflikt nach langen Verhandlun­gen soeben beigelegt worden ist, droht es am Montag oder Dienstag in den Betrieben des Verbandes Berliner Metallindustrieller zu einer Arbeitsniederlegung der dort bewältigten Werkzeugmacher zu kommen. Die Proklamierung des Streiks hängt nur noch von der Terminfestsetzung der Berliner Bezirks­leitung des Metallarbeiterverbandes ab. Auch der Vorschlag des Vorsitzenden des Schlichtungs- ausschusfes. nochmals über die Forderungen zu verhandeln, führte zu keinem Ergebnis. Die Aus­tragung des Konflikts war bisher nur mit Rück­sicht auf den mitteldeutschen Streik und die von dem Gefamtverband der deutschen Metallindu­striellen angekündigte Generalaus perrung ver­tagt worden. Sollte es zum Streik kommen, so werden hieran etwa 4000 Werkzeugmacher be­teiligt sein. Falls die Bezirksleitung des Deut­schen Metallarbeiterverbandes wirllich den Streik beschließt, ist es nicht ausgeschlossen, daß die Arbeitgeberseite mit einer Gesamtaussper­rung in der Berliner Metallindustrie antwortet.

Die Deutschen in Ungarn.

StürmifcheLzenenimBudapcsterParlament

Budapest, 22. Febr. (Prio.) Bei einer Rede de; ehemaligen siebenbürgisch-sächstschen Nationa- litätemninifters, Universitätsprosessor I. Bleyer, über die Stellung der ungarischen Deut­schen zum Staate kam es im Parlament zu außerordentlich stürmischen Szenen. Dleyer polemi­sierte gegen Ausführungen des Abgeordneten San­dor, daß die Siebenbürger Sachsen s i ch nicht so patriotisch verhalten würden wie die ungarischen Juden. Bei der Be- mertung Bleyers, der Patriotismus der Deutschen fei so makellos, daß nicht einmal das U n - g a r t u m mit ihm konkurrieren könne, kam es zu einem heftigen Entrüstungssturm, der sich w'e» derholle, als Bleyer referierend äußerte:Die un­garischen Könige haben die Siebenbürger Sachsen ins Land gerufen. Die Revolution hat die Krone vom Kopfe des Königs gerissen und daher find wir von der Treue entbunden." Nachdem sich die Erregung gelegt hatte, erklärte Bleyer, daß er sich mit dieser von gewissen deutschen Kreisen vertretenen Auffassung nicht identifiziere, und fuhr fort:Ich liebe das Vaterland, aber i ch liebe auch meine Rasse. Jawohl, mir Deutsche sind eine Rasse." Auch diese Demerkuna führte zu er­regten Zwischenrufen und stürmischen Ausbrüchen im Hause.3d) mache kein Hehl daraus", sagte Dleyer weiter,daß das Deutschtum hier im Lande unerfüllte Wünsche hat. Warum wird dieses verheimlicht?" Der Redner deutete weiterhin an, daß die Deutschen die Möglichkeit hätten, in Genf ihr Recht zu suchen. Hier brach abermals urige» heure Erregung aus. Zum Schluß seiner Rede be­merkte Bleyer, daß er mit seinen Feststellungen kei­nen Keil zwisd)en die Ungarn und die Deutschen treiben wollte. Es liege ihm lediglich an der Fest­stellung von Tatsachen.

Das Kriegsmaterial von St. Gotthard Wird zerstört. Eigene Drahtmeldung des .Gießener Anzeigers".

Berlin, 23. Febr. Auf der Tagesordnung der nächsten Völkerbundsrat ssihung steht der Zwischenfall von St. Gott­hard. dem österreichisch-ungarischen Grenzbahn- hof auf dem eine von Italien für Ungarn bestimmte mysteriöse Wassens rndung cullgehalten wurde. Die Kleine Entente hat es durchgeseht, daß sich der Rat mit dieser Angelegenheit be- schäftigt, sie hatte die Absicht, ihn zu veranlassen, von seinem Untersuchungsrecht Gebrauch zu machen und eine Kontrollkommission nach Ungarn zu schicken. Inzwischen ist man aber in Rom und in Budapest mit sich zu Rate gegangen und hat beschlossen, die beanstandeten Maschinengewehre zu ze r Jt ö r e n und den Schrott öffentlich zu versteigern. Infolgedessen

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Eigene Drahtmeldung desGießener Anzeigers".

Klausel oder in Form eines Mantelgesetzes die Vor­lagen vor den Reichstag bringt. Aus keinen Fall wird man ohne neue schwere und erbitterte Kämpfe

auf diese Sicherung, die das Parlament zwingt, entweder alles anzunehmen oder gar nichts, jetzt verzichten, nachdem man iich innerhalb der Koalition eben erst nach so schwieri­gen Verhandlungen über die finanzielle Seite des Notprogramms geeinigt hat.

Allerdings lau,en innerhalb der Regierungs­koalition noch außerordentlich wichtige und prin­zipiell bedeutsame Verhandlungen. Richt nur von feiten der Sozialdemokraten, sondern jetzt auch aus Kreisen des Zentrums sind schwere Be­denken gegen die geplante Aushebung der G e - sriersleischkontingente bei der Einfuhr erhoben worden. Aber allem Anschein nach will man sich mit dieser Aushebung zufriedengeben, wenn als Ersah dafür billiges Inland- s ch w e i n e f l e i s ch für den Markt zugesichert und erwartet werden kann. Ob sich das mit Hilfe viel eicht des 30-Mi lio en-Krcd les crmög- lichen läßt', .aus welchem technischen Wege und zu welchem Zeitpunkt, darüber gehen die Ver­handlungen noch weiter.

Ungeklärt ist weiter noch die Frage, was von den neuen Vorlagen als Gesetz oder nur g l s Verordnung vor den Reichstag kommen wird. Es ist anzunehmen, daß man schon rein sinngemäß diejenigen Vorschläge, die nur eine rein zeitlich begrenzte Aktion betreffen, als einmalige Verordnung bezeichnen wird, ob­gleich das jetzt bei der Annahme im Reichstag wohl keine wesentliche Rolle spielt. Zweifellos dagegen ist, daß die Regierung bei der Vorlage des Rotprogramms im Reichstag nur auf öie Stimmen der eigenen Koalition im wesentlichen wird zählen können, denn die Oppositionspresse gibt unmißverständlich zu er­kennen, daß sie an der Ausarbeitung des Pro- ?rammes nicht mitgewirkt habe und auch eine Bindung irgendwelcher Art eingegan­gen sei.

Berlin, 23. Febr. Die Ausarbeitung des Notprogramms nimmt im Augenblick die ganzen Kräfte der betreffenden Ministerien in An­spruch. Geplant ist bekanntlich, daß der Vizekanzler H e r g t in Vertretung des immer noch leidenden Reichskanzlers Dr.Marx das Notprogramm in Form eines Mantelgefetzes am kom­menden Montag vor dem Plenum des Reichstages vertreten wird. Die Landwirtfchaftshilfe und Jnoalidenfürsorge werden die Haupt­punkte in diesem Rahmen sein, während noch nicht fcststeht, ob auch die Kleinrentnerfürsorge hierin einbegriffen ist. Inzwischen hat das Reichs­arbeitsministerium über die Kleinrentnerfürsorge eine Novelle ausgearbeitet, die dem Reichsrat zu- gegangen ist. Es wird den Kleinrentnern allerdings nicht, wie der demokratische Vorschlag vorsah, cm voller Rechtsanspruch gewährt, sondern nur ein Anspruch sog.minderen Rechtes". Die den Ge­meinden nuferlegte Fürsorge wird aus einer Kann- in eine Mußvorschrift umge- ändert, aber sie erhalten keinen vollen Rechts­anspruch und die Fürsorgebehörde wird bestimmen, wer von ihnen bedürftig ist. Der demokratische Vorschlag sah ja bekanntlich einen festen Rechtsan­spruch vor, dagegen wird aber in Regierungskreisen behauptet, daß bei der jetzigen Regelung die Zahl der von der Beihilfe erfaßten Kleinrentner grö­ßer sei, als nach dem Vorschlag der Demokraten.

Der Rahmen eines festen Mantelgesetzes bezweckt die einzelnen Teile des Notprogramms, also z. B. Landwirtschastshilfe, Jnvalvdenfürsorge, Kleinrent- nerfürforge usw. so untereinander zu verbinden, daß sie schließlich vom Reichstag nur in ihrer Gesamtheit angenommen oder abge­lebt werden können. Dazu genügt natürlich auch wenn beispielsweise der Vorlage über die Landwirt­schaftsbeihilfe «ine Klausel angefügt wird, die be­sagt, daß dieses Gesetz oder diese Verordnung nur dann in Kraft tritt, wenn Kleinrentnerfürsorge und Jnoalidenfürsorae gleichfalls bewilligt werden. Praktisch bedeutet es also keinen wesent­lichen Unterschied, ob man mit Hilfe einer solchen

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Fortsetzung der Genfer Debatte.

Gens'. 22. Febr. (WB.) Im Sicherheitskomitee legten Rolin-Iaquemyns- Belgien, Rid - dell- Kanada und U n d e n - Schweden die An­sichten ihrer Regierungen über die dem Komitee vorliegenden Berichte dar. Zur Verwirklichung der Sicherheit dürfe man. wie der belgische Ver­treter ausführte, nicht noch einmal bei der ein­fachen Empfehlung der Locarnoverträge stehen bleiben, sondern müsse sich dafür aussprechen, daß der Völkerbund für den Abschluß von Regionalverträgen nach dem Wüster der Locarnoverträge in ganz bestimmten Gebieten eine vorsichtige, aber entschiedene Initiative er­greifen sollte. Etwas Positives könne nach feiner Auffassung am besten auf dem Gebiete der Ver­gleichsverträge geschehen. Der belgische Vertreter stellte deshalb den Antrag, den Entwurf der schwedischen Regierung für einen Schieds- und Vergleichsvertrag, der allen Staaten zur Unter­zeichnung offenstehen würde, zur Grundlage der Diskussion zu machen.

Der kanadische Vertreter Riddel! empfahl die Einsetzung von ständigen Vergleichs­ausschüssen, in denen die beiden Staaten pari­tätisch vertreten sind. Die Sicherheit läßt sich nach Auffassung der kanadischen Regierung bes­ser durch Abrüstung gewährleisten, als durch neue Sicherhcitsverpflichtungen. Sollten in Europa weitere Regionalvcrträge notwendig wer­den. so müßten sie genau geprüft werden, ob sie dem Geiste des Dölkerbundpaktes entsprechen und nicht in irgendeiner Form militärische Bündnisse darstellen.

Der schwedische Delegierte U n d e n gab der Meinung Ausdruck, daß der schwedische Entwurf eines Ko .'etiDb.rtrageSt oh er Cch i - rigkeilen m bezug auf die Annahme der obligaio- schen Schiedsgerichtsbarkeit zu einem praktischen Ergebnis führen könne. Es sei durchaus nicht notwendig, daß sich alle Staaten diesem Kollek- tivvertrage anschlöfsen. ganz abgesehen davon, daß die Unterzeichnung jederzeit unter Vorbehal­ten erfolgen könne. Sicherheit ohne Abrüstung sei nicht denkbar. Der jugoslawische Delegierte Markowitsch erklärte, das Schieds- und Ver­gleichsverfahren kann nicht genügen, solange damit nicht auch Sanktionen und Garantien festgelegt sind. Auch der Völkerbundspakt selbst genüat nicht zur Sicherung des Friedens. Die jugoslawische Regierung ist der Ausfassung, daß die Sicherllng des Friedens nur durch ein allgemeines Sicherheitsabkommen möglich ist. Der allgemeine Sicherheitsvertrag müsse die Verpflichtung aller Staaten enthalten,

ihre gesamten Streitkräfte im Falle eines An­griffs zur Verfügung zu stellen.

Staatssekretär v. Simson

verlas dann folgende Formulierung der deutschen Anregungen:

Im Interesse der Kriegsoerhütung könnten vom Sicherheitskomitee folgende Möglichkeiten einer Prüfung unterzogen werden:

1. Für den Fall, daß der Rat mit einer konkreten Streitfrage befaßt ist, könn­ten die Staaten im voraus die Verpflichtung über- nehmen, vorläufige Empfehlungen des Rates anzunehmen und zur Ausführung zu brin­gen, die zum Zwecke haben, einer Verschärfung oder Ausdehnung der Streitigkeit vorzubeu­gen und solche Maßnahmen der Parteien zu ver- hindern, die eine nachteilige Rückwirkung auf die Ausführung der von dem Rat oorzufchlagenden Regelung haben könnten.

2. Insbesondere könnten die Staaten für den Fall, daß eine Kriegsgefahr vorliegt, im vor­aus die Verpflichtung übernehmen, diejenigen Empfehlungen des Rates anzunehmen und zur Ausführung zu bringen, die zum Ziele haben, den militärischen status quo des nor­malen Friedensstandes aufrecht zu erhalten oder wiederherzustellen.

3. Für den Fall, daß Feindseligkeiten irgendwelcher Art bereits begonnen haben, ohne daß nach Ansicht des Rates die Möglichkeiten eines friedlichen Ausgleiches erschöpft sind, könn­ten die Staaten sich im voraus verpflichten, einem vorn Rat vorgeschlagenen Waffen st ill st and zu Land, zur See und in der Luft anzunehmen, wobei sie insbesondere die etwa bereits in fremdes Gebiet vorgedrungenen Streitkräfte zurückzu­ziehen und die Achtung der Staatshoheit des an­deren Teiles sicherzustellen hätten.

4. Es wäre zu prüfen, ob die vorstehend be* zeichneten Derv'lichtungen nur bei Einstim­migkeit des Rates oder auch bei einfacher oder qualifizierter Mehrheit zu übernehmen wären. Auch wäre zu prü'en, welch« Form den Verpflichtungen zu geben wäre, damit sie mit dem Mechanismus der Völlerbundssahung im Einklang stehen.

5. Diese Verpflichtungen könnten in einem Ver­trag oder Protokoll f e st g e l e g t werden, das allen Mitglieds- oder Richtmitgliedsstaa'en des Völkerbundes zur Zeichnung offenstehen und viel­leicht, ähnlich wie dies in dem Entwurf des Ver­trages' über gegenseitige Hilfeleistung von 1923 vorgesehen war, für die verschiedenen Kontinente gesondert in Kraft treten tönn e.

ist dem Völkerbundsrat die Möglichkeit genom­men worden, sich mit den italienisch-ungarischen Waffengeschäften eingehender befassen zu können. Man wird sicherlich auf der Ratstagung den Zwischenfall tura streifen, die Kleine Entente dürfte aber nicht zu ihrem Ziel kommen. In Prag und Belgrad ist man auch empört über die Vernichtung der Waffen. Hier hätte man es Heber gesehen, daß die Zerstörung unter den Augen einer Kontrollkommission des Völ­kerbundes stattgefunden hätte.

serdichten Schotten zuzuschreiben sind, wo­bei jedoch zu berücksichtigen sei. daß an­gesichts einer so drohenden Gefahr auch bei sehr erfahrenen und geschickten Technikern solche Fehler natürlich sind. Leider könnten die Tech­niker sich nicht über ihr Verhalten rechtfertigen, da sie an dem Platz ihrer Arbeit und Pflicht ihr Leben gelassen haben.

Sie A-Boot-Katastrophe in Amerika.

Der Llntersuchungs-Gerichtshof der Marine hat die Verantwortung sür den Zusammenstoß zwischen dem UZBcot S 4 und dem Küstenschuh­zerstörer Paulding, wobei das LI-Boot mit der Besatzung sank, den Be ehlsßaoern beider Fahr­zeuge gemeinsam zugefchrieben. Der Gerichtshof hat die Enthebung des Konteradmi­rals Drumby vom Be ehl über die Kontrolle der Streitmacht anempfohlen, zu der die ll-Doote der Atlantischen Flotte gehören, weil er bei den Rettungsarbeiten nicht die überlegene Einsicht und das gesunde Urteil be­wahrt habe, die von einem Offizier seines Dienstalters, seiner Erfahrung und feines Ranges erwartet werden mufre. In der Entschei­dung des Gerichtshofes heißt es ferner, daß die von anderen aufgeftelllen Reltungspläne klug waren und durchge>ührt wurden und daß alles geschehen sei, um das Leben der Besatzung des It-Bco es zu retten.

Professor hoehsch bei Brian!) und poincare.

Außenminister Briand hat den in Paris weilenden deutschnationalen Reichstagsabgeord­

Aus aller Wett.

Die Ursache

des Untergangs derPrincipessa Mafalda".

Die Kommission, die die Untersuchung über den Untergang des auf der Hohe von Bahia mit vielen Passagieren gesunkenen Dampfers der Ravigcttione genera.e d'Italia »Principessa Mafalda' geführt hat, ist zu dem Ergebnis gelangt, daß die unmittelbare Tlrsache drs Un­glücks darin bestand, daß die Welle, die die linke Schraube trug, brach, und hierdurch Wasser in das Schiff drang, dessen Ein­strömen nicht aufzuhalten war. da es unmöglich war, eine der kleinen Verbindungstüren zu schließen. Zusaminensassend kommt die Kom­mission zu dem Ergebnis, daß die schrecklichen Folgen dieser zwar seltenen, aber doch mög­lichen Havarie einer fehlerhaften Hand­habung einiger Verschlüsse der was - |

neten Professor Dr. Hoehsch. der den Lesern desGießener Anzeigers" durch seine ständige Mitarbeit auf außenpolitischem Gebiet seit Jahren bekannt ist, empfangen. Professor Dr. Hoehsch wird auch vom Ministerpräsidenten P o i n c a r 6 empfangen werden.

Das ftarroenbelgebief Naturschutzgebiet.

Eine Verordnung des Landeshauptmannes von Tirol, durch die das Karwendelgebiet als Ra­turschuhgebiet erflärt wird, besagt u. a., die Veräußerung von Staatsgut solle tunlichst ver­mieden werden, die Fauna solle erhalten und auch das R a u b w i l d. insbesondere der Edelmarder, In mäßigem und unschädlichem Aus­maße vor Ausrottung bewahrt werden. Die Erbauung neuer Bergwirtshäuser und lln- terkunftshütten dürfe nur unter der Bedingung erfolgen, daß der Raiur und dem Almbetrieb kein Schaden erwächst. In diesem Raturschuhge- biet ist das Pflücken und AuSgraben geschützter Pflanzen verboten.

Kinder als Ladendiebe.

In letzter Zeit wurden in den Altenburger Ge­schäftshäusern eine große Anzahl Ladendiebstähle verübt, ohne daß die Spitzbuben gefaßt werden konnten. Jetzt ist es der Kriminalpolizei gelungen, die Täter zu ermitteln. Es kommen nicht weniger als 22 Schulknaben und Arbeitsbur­schen im Alter von 12 bis 16 Jahren in Frage. Die Untersuchung ergab, daß die jugend­lichen Spitzbuben bei der Ausführung choer Streif­züge auf ganz raffinierte Weis« zu Werke gegangen sind. Einige Eltern sollen sogar das Treiben i^rer Kinder gutgeheißen haben.

Gerüstabsturz beim Zirkus SarafanL

Beim Abbau des Zirrus Sarasaui, der in Chemnitz ein Gastspiel gab, ist aus bisher noch unaufgeklärte Weise beim Abmontieren der Träger und Säulen ein fahrbares, elf Meter hohes Gerüst eingestürzt. Hierbei wurde der Zimmermann Jäger aus Oberkaufun­gen bei Kassel so schwer verletzt, daß er bald nach seiner Einlieferung in das Krankenhaus starb, während der Zimmermann Kühn aus Krähwinkel in Thüringen lebensgefährlich verletzt wurde.

Schwerer Gerüsteinsturz.

Auf der Zeche Hannover 1 und II in Watten­scheid stürzte in einem Querschacht ein Gerüst ein. Ein auf ihm befindlicher Bergmann und ein Hauer wurden dabei mit in die Tiefe ge­rissen, wobei der letztere einen Bruch des Rück­grats erlitt. Er starb bereits auf dem Wege zum Krankenhaus. Auch dec Bergmann hat so schwere Verletzungen erlitten, daß an feinem Aufkommen gezweifelt wird.

Schwere Explosion in einem 'Aluminiumwerk.

In dem etwa eine halbe Stunde von Schwabach bei Nürnberg entfernt liegenden Aluminium- werk Weigand, das erst seit einem Jahre in Betrieb ist, ist erneut eine schwere Explo­sion erfolgt. Bis mittags war ein Toter und ein Schwerverletzter geborgen, lieber die Explosions­ursache ist noch nichts bekannt. Derartige Explo­sionen haben sich in dem in der Umgebung liegen­den Aluminiumwerken öfters ereignet, ohne daß man jemals die Ursache hat feststellen können.

Explofionsunglück.

Die im Dombrowaer Gebiet gelegene Stahl­werkshütte Czenstozhau bei Ralow war bet Schauplatz einer schweren Erplosions.atastrovhe. Bei einem Walzabguh explodierte mit, furcht­barem Getöse eine Form mit 12 Kilo flüssigem Stahl. Die glühende Masse ergoß sich auf die aus 14 Arbeitern und zwei Ingenieuren be­stehende Belegschaft. Alle trugen schwere Ver­letzungen davon. Drei von den Verunglückten liegen im Hospital hoffnungslos darnieder, wäh­rend die anderen wohl mit dem Leben 'avon- kommen dürften.

Oie Wetterlage.

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Wettervoraussage.

Zentraleuropa liegt heute im Hochdruckbereich: infolgedessen erhält seine Windströmung zunächst das trockene Wetter. Nächtliche Wärmeausstrahlung läßt die Temperaturen unter Null zurückgehen, tagsüber jedoch führt die Einstrahlung zu milderem Wetter.

Wettervoraussage für .^reitafl Neblig-wolkig mit Aufheiterung, nur leichter Nacht­frost, trocken.

Witterungsaussichten für Sams' t a g: Wolkiges Wetter. Temperaturen stellenweise unter Null. a

Lufttemperaturen am 22. Februar: mittags 5 Grad Celsius, abends O.Z Grad Celstus. am 23. Februar, mordens13 Grad Eelsius. Maximum 6,0 Grad Celsius. Qtiinimum Grad Celsius. Erdtemperaturen in 10 Zenti­meter Tiefe: am 22. Februar: abends 3,2 Grad Celsius: am 23. Februar: morgens 1,8 ©rao CelsiuS. Sonnenscheindauer: 63/< Stunden.