Ausgabe 
22.8.1928
 
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Rr.197 Zweiter Blatt

Gießener Anzeiger sGeneral-Anzeiger fürGberhess en)

Mittwoch, 22. August (928

Oie deutschen Herbstmanöver im September 1925.

Don Major a. D. Drees.

Auch in diesem Jahre tmrfr in Deutschland der September wieder allen!balber als Manöver- monat tn Erscheinung treten, da tnc gel amten Äerbßübungen unsere« Reich» Heeres sich m diesem Monat abspielen werden, und zwar wie folgt.

1. Division nom 3 bis 8 September (Dfü>rru- tzent:

2. S>it»tlu>H vom 26. 2higufc bi» 2 September (DttHftonfl Übungen aus Nm Truppenübungsplatz Döderitz..

3. DWG»» vom 7. di» 12. September (in der Udermari);

4 Division vom 17. bi» 2s September fXed- nahme am Gruppenmanöver de» ®ruppen-Äom- man do» 1 siehe unten);

5 . « und 7. Division un Lause der beiden ersten Drittel bei September. Manöver in fleweren verbänden un Bereiche der zugehörigen Weht- kverse,

Gruppentommandv 1 (Sitz Berlin) vom 17. btfl 2H. September (Ausklärungsmanöver unter Zuziehung der 4. Division und der verstäriten 2 Kavallerie-Division an der schlesisch-fächsstchen Grenze).

Wie ersichtlich, wird unsere Wehrmacht sich auch diesmal wieder in vollem Umfange im »Krieg im Frieden- betätigen, tt ist erfreulich, daß mittler­weile die TVrfrältmtle bei un» so weil gediehen sind, daß wir auch bezüglich der Truppend! Id ung wieder m bewährten alten Bahnen zu wandelii vermögen, d h i" der Lage sind, zum Schluß des Ausbildungsjahres die Probe auf» Stempel zu machen und anläßlich der großen Feldubungen Führer und Truppe Gelegenheit zu geben, da» Erlernte in die 'l'rarü» umzusetzen. Eine Truppe, ob klein oder groß, kann unter keinen Umständen auf ihre Herbstmanöver verzichten, will sie nicht in kürzest« Zeit aus da» Äiveau einer Stadt- garde herabfinten. Die Verhältnisse innerhalb der Kasernenmauern unb in nächster Bähe der Standorte, auf den Srerzier- und Mebungfl- Plätzen, vermögen niemals da» Feldmanöver im >mbekannten Gelände zu ersehen Gerade auf da» Unbefarmtv de» Uebungsgclante» wird aber fr.ntte ganz besonderer Wert gelegt, und deshalb fandet z. B. auch in 'Ausnutzung der verschiedeneii großen Truppenübungsplätze ein steter Belegung-Wechsel statt. Dies ist heute im Hinblick auf die zwölf­jährige Dienstzeit von erhöhter Wichtigkeit.

Mit dieseni BelegungSaustausch ist natürlich, wie heute überhaupt auch durch die Zusammen- ziehuna der weit verstreuten Truppenteile behuss Aufstellung manbvr.erfäHiger Verbände, em ziem­lich erheblicher Truppentransport verbunden. Vie­ler spielt sich in weitaus größtem Umfange als Eisenbahntransport ab Als neuzeitliche« weitere« Transportmittel ist indessen auch der Kraftzug hinzu getreten, und er Ist ein sehr wesentlicher 'md gar nicht mehr w umgehender Dienstzweig im modernen Heereskörper geworden. Die un­zulänglichen Mittel, über dve unser Aeichsheer verfügt, gestattet selbstredend nicht, tn grobem Ausmaße davon Gebrauch zu machen, indessen werden, soweit als möglich, Jahr für Jahr tn stetem Wechsel auch auf bi dem Wege die Truppen entweder ins Manövergelände befördert, oder aber nach Schluß der Hebungen wieder zum Standort ÄurüdgefüßcL Last not least bleibt der alte bewährte Fußmarsch bestehen; nach wie vor kommt diesem eine hohe Bedeutung au. Diese Märsche erfreuen sich Übrigenfl im allgemeinen einer großen Beliebtheit, vornehmlich bei den berittenen Waffen. Führt der Weg durch schöne Gegenden und stehen dabei gute Quartiere in Aussicht, so ist die Stimmung eine um so geßobe- nerc. Sehr erklärlich. Solche Zeiten itthneten früher schon und rechnen heute noch zu den schönsten im Soldatenleben, und so wird es woh! auch tn Zukunft bleiben.

3m wahrsten Sinne de» Wortes verbinden b«e<e Märsche aber heutzutage da» Angenehme mit dem Vützlichen. Unser -ahtenmäßia so kleine» H«er liegt weit verstreut über die Lande, die noch verbliebenen wenigen Standorte fand gar dünn belegt e» ist also Har. daß ein großer Teil der Bevölierung mehr ober weniger jede Fühlung

man

Gießener Siadttheater.

Vayard Veiller: ..Ter dreizehnte Ltuhl".

Mit diesem Stück ist es so bestellt: man hält die Luft an; man fährt zusammen, man bekommt Gänsehäute über und über... so ein Stück ist das!

Ader das ist auch eigentlich schon alles, wafl man davon sagen darf, al» gewisienhaftcr Mensch. Sie Direktion, fall» sie Wert daraus legen tollte, die Vorstellung im Winter zu wiederholen, hätte um Stillschweigen bei allen Betuche rn bitten tollen. Wenn es sich nämlich herumspricht, trü­bte Sache zugeht, verpufft die ganze Wirkung.

Wir bemühen uns allo geflissentlich, nicht» berumzusprechen Wir hüllen un» in Schweigen, was sonst nicht unsere Sache und nicht unsere» Amte» ist. Wir wikten von nicht»; bedauern recht sehr, keine Auskünfte erteilen zu können.

Vun. bei aller gebotenen Diskretion, ein paar zarte Andeutungen werden erlaubt fern; wir hoffen. daß man efl nicht übel vermerkt.

Also, da» ist so ein Stück mit einem Vlord. ilnb mit noch einem Word. Bei offener <Siene. Aber im Dunkeln. Während einer spiritistischen Sitzung, an der dreizehn Peri on en teil nehmen. Dreizehnl Schrecklich.

So ein Stück tft das. mit Tischrücken. Ilnb mit Klopfzeichen, ilnb mit Trance. Mit Stimmen aus dem Jenseits. Mit Wimmern und Stöhnen UIX^ *mem Schrei, der einem durch und durch geht. Durch und durch.' ilnb wenn das Licht wieder angeknipst ist, liegt der dreizehnte mitten nn Zimmer und ist von hinten erstochen, ilnb bk tfcrjiet find zu und aTle Türen find ver- fchlofsen. ^Ind zuletzt steckt da» Messer, nach dem zwei Akte hindurch verzweifelt gesucht ward, obeiimi Piafand. Zch bitte Sie: sagen Sic selbst, ob da» cm Ärimmalftürf!

.. toiT ni<t>tfl mchr Jein gar nicht».

to®en- und außerdem, weil es sich nicht lohnt.

S äfdi** VON den Vor-

Vie sie bargeboten '^efTiercn natürsich r<e-toici>er sehr in der Mode. Der Ikrgleid) mit öcm n^n

ODaUacc liegt nahe, drängt sich mehrfach au-f;

mit dem Heer verliert. Das ist vom liebel, um so mehr da durch den Fortfall der allgemeinen Wehrpflicht eine ganz zwangsweise Lockerung des Zusamrnengehcr.gte.l-ge'ühl» von Volk und Heer entstanden ist. D«<e Fvlgeerfcheinung aber gilt es nachdrücklich zu bekämpfen, denn keinesfalls darf die bewaffnete Macht die .Fühlung mu dem Veil »ganzen ne dve reit, desgleichen aber darf um- gekehrt feine Entfremdung der Bevölkerung den Soldaten gegenüber Platz greifen. da» eine tote da» andere wäre m gleicher Weile ein Vachterl für den Staat

Die Hebungen, so sachgemäß lie angelegt was bei unserer betoäfrirtrn Heeresleitung ja Selbstverständlichkei laben naturgemäß an all den Schwächen, die sich aus der Ancoelung un­serer kleinen Wehrmacht bezüglich Zahl. Bewaff­nung und Ausrüstung ergeben. Acin Fachmann wird und kann daher unter den obwaltenden Um­ständen erwarten, daß die jetzigen deutschen Ma­növer unserer Wehi.macht envas Vollendetes be­treffs moderner Kriegführung abgeben. Die Zeiten sind vorbei, daß die Wclt anläßlich der großen vorkriegszeitlichen Abhaltung deutscher Manöver aushorchte und eifrig bemüht war, aus den großen Truppenübungen der erflrn Armee der Wett zu lernen und Butzen zu ziehen. Aber dennoch, trotz all der Hemmungen gemeßen die herbstlichen Manöver unterer Truppen auch außerhalb bei unseren Gegnern den Aus. daß frier etwa» in seiner Art SrsMassiges gezeigt wird, und sie

Geschichten

geben den Beweis, mit welchem Streben M> Offizier und Mann der ernstesten Erfüllung ihrer Berufspsl.chten hinge den.

G» n:t dem Wert der Hebungen auch keinerlei Abbruch, daß in der nun einmal vorhandenen Zwangslage fefrr viel Gebrauch gemacht werden muß. von Annahmen und Atnappen zur Dar­stellung uns verbotenen Dafsengerät» aller Art Behelfe, die naturgemäß stet» Behelfe bleiben

bube, nur an die Darstellung von Fliegern durch AiuberbaUcn# erinnert, die schon deshalb 1n mangelhaft find, weil fie gänzlich von jeder noch fo leiten Dtndströmung abhängig sind. Aber nach einet alten Soldatenregel heißt cs bekannt- I.ch: .Schwierigleiten sind dazu da. daß sie über­wunden werden". 3n diesem Sinne aufgefaßt, tragen sie dazu bei, geistige Selbsttätigkeit anzu- regtn. und haben 'omit auch eine gute Seile, die ihnen eben abgewonnen werden muß. Aur so w rd aus der Qiot eine Tugend gemocht.

Zum Schluß sei noch crflärL daß der Herr Reichspräsident und Feldmarschall von Hin­denburg auch für diese» Jahr feine Teil­nahme an den Manövern zugetagr hat. Gr wird den großen Schlustmanövern des Gruppenkom­mando» 1 beiwohnen und nach deren Beendigung eine Parade über die Truppen abnehmen, ein wohlverdienter Lohn für die gewiß nicht ge­ringen Anstrengungen, die anläßlich der Hebun­gen von ihnen zu leisten fand.

aller Well.

Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten.

Eine achtjährige Detektivin

(f) London.

Die Heimat der mythischen Sherlock-Holmes- Figur hak, diesmal in Wirklichkeit, ein Detektiv- Phänomen hervorgebracht und zwar in der dk- flalt eines achtjährigen Mädchens. Es handelt sich um die kleine Bere fflriffin, die Tochter eines Ar beiter* in London. Diese sah vor einigen Tagen, wie ein Mann aus dem Hof einer Käse Handlung in einer Londoner Vorstadt eine große Kiste fort- trug, in der ungefähr 60 Pfund Butter enthalten waren. Der Dieb, ein solcher war es nämlich, setzte sich in ein Auto und fuhr mit seiner Beute davon. Das Mädchen rannte schnurstracks zu einem in der Nähe haltenden Mietsauto, sprang in dieses ein­fach hinein und setzte sich neben den Chauffeur, dem sie bedeutete, er möge dem Kraftwagen des Diebes folgen. So entspann sich eine regelrechte Jagd zwischen den beiden Wagen, die einer Kamera würdig gewesen wäre. Als bann auch einige Polizisten auf Motorrädern sichtbar wurden, forderte die kleine Bere diese auf, sich ebenfalls an der Serfolaung zu beteiligen. S n wurde der Dieb tatsächlich gefangen. Dem tapferen kleinen Mädchen hingegen wurde auf dem Po- lizeiduveau versprochen, man würde dafür Sorge tragen, haß fie fpater zur Detektivin ausgebildet würde.

Tätowierung, die neueste Tamenmode in Japan.

(t) Tokio

Auch die japanische Damenmode hat ihre Schrul­len. Jetzt spricht man allgemein von der neuesten Mode, Der besonders die jungen Mädchen Japans anhängen, und die darin besteht, daß man sich Rücken und Arme tätowiert. Bis jetzt war es nur bei den Geishas und den weiblichen Angestellten der Teestuben Brauch, sich zu töto- wirren. Run aber huldigen auch die tneiblidyn Mitglieder der bürgerlichen Gesellschaft diesem Kult, der besonders dadurch zur Geltung kommt, daß die jungen Mädchen auch in Japan gegen- iiKirtig stark ausgeschnütenc ärmellose Kleider tra­gen. Wenn eine Studentin ober eine Beamtin wirklichmodern" sein will, so tätowiert sie ihren '.stucken, ihre Arme, ja manchmal sogar ihre Ohren. Auf Rucken und Arme zeichnet man auf diese Weife gewöhnlich farbige Drachen, Vögel oder Blumen, auf die Ohrläppchen hingegen k l e i ne rote Herzen. Mitunter verfällt eine junge Dame auch auf den Gedanken, auf diese Weite ihren Liebling unter den männlichen ^ilmbarftellern auf nicht zugunsten des ..Dreizehnten Sttchfa" und fehle» Autors Veiller.

Man merkt dem Stück seine amerikanische Her­kunft an. Bluff um jeden Prers ist die Dcvifa Aktualität, was da» Zeug hält. Sensation bi» auf» Messer. Buchstäblich.

DerHeeer" ist viel besser: weil er klarer ist. mehr gekonnt, durchsichtiger bei aller Ver­schleierung. pointierter, exakter und spannender. Wallace fpefufiert nicht bloß aus die Verven seiner Zuhörer, sondern er wendet sich auch an ihren Verstand, ihr Äombtnolion»tatent. ihren kriminalistischen Instinkt.

Veiller hat nur den ersten Akt. wo einem der 2tem w.rklich stockt. Vachher läßt die Aufregung nach. ®r bringt zuviel auf einmal, er crichlägt utt» mit Sensation, ilnd vor allem: er rückt zu früß heraus ... er fängt zu zeittg an, auf d e Lösung loszugehen. Schon im zweiten Akt ist der Stern heftig im Rollen. Bei Wallace kommt die entscheidende Vointe. die völlige ikbertiim- beüinq befl Zuschauers ganz kurz vor dem letzten Vorhang. Und außerdem drückt er (ich larcr au», läßt feine Löcher und baut fa.nc Szenen fo- wohr dramaturgisch wie kriminalistisch besser auf.

Immerhin: ferne Gänsehaut an den unpassend­en Stellen hat man weg; und darauf kam es io wohl ,n erster Linie an.

Die Inszenierung leitete Xannert. Die ganze Atmosphäre des Stückes war reg.emaßtg lehr gut erfaßt. Die Stimmung war da. die Span­nung war da, die Sensationen kamen prompt und toidfam.

Was ur/erm Gefühl nach nicht gelang, war; die eparmung unterteilt und unabgeicrrft bis zum ewluß zu halten. 3m Tempo und "n der Artikula- tion der wichtigen Sprechszenen hätten dem Zu- chauer etrnge Hilfen gegeben werden sollen. Es ist un» nicht sicher, ob alle den tatsächlichen Zusam- mcnfrar.g der Vorgänge m.i der wünschenswerten .Klarhe-t erießt haben Aber efl ist natürlich fu<^>,-^^>cr 3u knfacherden. in welchem Umfang p-.criur bereit» das Textbuch verantwortlich zu machen wäre. D e Mcberietiung von Rita Mat­thias ist. nebenbei bemerkt, keine S'anz- leifhmg )

Sin großes Aufgebot von Schau!meiern und Schausp-.elerinnen wurde eingesetzt. Die Mehr­

ihrer Haut mit sich herumzntragcn. 3n dieser Hin ficht sind gegenwärtig in Lokio John Gilbert und '.R Oman Dlooarrodernier cri". Die mo ralifchen Bereiniaungen Nippons, an denen cs hier nicht mangelt, sind natürlich über diese neueste Mobeirrung aufs äußerste aufgebracht und kündigen eine' Eingabe an bas Parlament an, bas die Tä­towierung des menschlichen Körpers an sichtbaren Stellen verbieten soll.

3rauenf<ntf in Raten

(b) 6 ta m b u L

Die junge Männerwelt von Damaskus klagt, wie man hört, darüber, daß die Frauen zu teuer find. In einer jüngsten Derfammlung, die fast ausschließlich von Jünglingen besucht war, wurde des langen und breiten darüber debattiert, baß der Preis, den man dem künftigen Schwiegervater für die Erwählte des .sierzens nach landesüblichem Brauch zu zahlen habe, auf gesetzlichem '.Wege ge­regelt, d. h herabgesetzt werde. In der Tat soll nach den Darlegungen, die auf der erwähnten Zu­sammenkunft gegeben wurden, eine Eheschließung für junge Leute, die nicht gerade Millionäre sind, unmöglich sein.Der Preis für junge hübsche Mädchen steigt von Tag zu Tag", rief einer der Redner aus,da die 23ater von Tächtern mit an­genehmem Seußeren geradezu unerhört« Summen von den Bräutigamen verlangen. So wird die Frau xum Luxus, und nur selten kommt es vor, daß sich jemand in Damaskus noch vier Frauen leisten (an n". Diese Erklärung wurde mit lauter Zustimmung angehört. Einer der fangen Veute erzählte sogar, er wäre genötigt gewesen, feine jetzige zweite Gattin von f einem® 4 rote- geroater in Raten zu erstehen. Eine Entschsießung, die die IBerfammhing faßte, fordert die Regierung auf, die Regelung von Ehen nach europäischem Muster ooiAUnehmen, mit dem f)in- meis, daß dort für gewöhnlich her Schwiegersohn von den Eikern seiner Frau Geld erhält. Don der Einführung der Einehe fiel jedoch seltsamerweise kein einziges Wort. . .

Zweier Ferkel wegen in den Tod

(s) Bubapeft.

Aus dem ungarischen Städtchen Szolnok kommt folgende merkwürdige Nachricht: Vor eini­gen Tagen hat sich die Tochter eines Hirten der dortigen Gegend zweier flerkel wegen in der Theiß eriränft. Juliane Nagy war, während sie -Schweine .hütete, am Ufer des Stromes ein- geßfaafen und bemerkte beim Erwachen, daß zwei Ferkel von der fierbe fehlten. Nus Angst vor Strafe eilte die Kleine zur Theiß unb fprano

^«Personal» in größeren und kleinen Vollen. G» ist unmöglich, fae alle zu nennen.

Auguste Prasch-Drevenberg verabschie­dete sch vom Gießener Publikum in der Lchlusiel- rolle des spiritistischen Mediums La Drange toe.ches als eine sympathische Nachfahrin der berühmten Lenormatch zu bezeichnen wäre. Sie best.mmte mit einer ungemein belebten unb sehr ausgefallen Eharakterstudie ben starken (chau- sp.e.errichen Eindruck de» AfrendS vor allem im ersten Akt konnte s.ch aber späterhin der über­betonten Theatralik chrer Volle nicht ganz ent­ziehen.

T a n n e r t, der aus triftigen Gründen mir im erften Akt ericheint. war in den paar kurzen Szenen kehr gut. Trude Heß facflmal m allen ; dren Szenen wohltuend beherrscht, gesammelt. Aedampsi. Gare» (Polrzei-Inspektor» toar teft- - ch auffallend un'icher und stockend, wafl gerade keiner Rolle am wenigsten anstand. Arz dort 'vrach mehrfach, frefonbet» zuletzt, wo efl draus ankam. zu schnell und zu undeutlich.

Der Erfolg war groß. Dr. Th.

Hochschulnachnchien.

~~ .-5er außerplanmäßiae a.o. Prosesior an der Lechmschen ^ocv'chule Darmstadt. Dr. Friedrich t Immer, wurde zum außerplanmäßigen erbeut- Iidjen Honorarprofestor für FUrn-Lichtbildweicn oafetbjt ernannt Dr. Ludwig Eurtius, Ordinarius der klassischen Archäologie an der Universität Heidelberg hat den Ruf als erster ständiger Sekretär der römischen Zweiganstasi des Deutschen Archäologischen Instituts in Rom an­genommen.

r _ 2llbert Dietrich der nebent-

Prozessor für aUgemctnt Patholvg.c und pa- chologckche Anatom-<- Drrcckwr des parfrologischen Instituts der Universität Köln siKrontenanstalt ^inbenhurg/. wird au Beginn defl Wintersemesters Köln verlassen um c.nen an ihn ergangenen Auf °n ^faälniversitLt Tübingen Folge zu leisten, ^r Qcfr: damit an die Stelle ferner ersten toifTen- fchafttichen Xätigfctr zurück. 1907 übernafyi er

Ccxtung des parhologi'chen Jnfütutfl tn Lhar- lottenburg-Westend und 1913 folgte er emem Aus

an einer ei'Lc non der sie wusste, daß sie äußerst es ist, m» Emitter <11» man ihr tu Hilfe eilen wollte, war e» bereit» zu spat, fo daß nur noch Ne Leiche geborgen werden konnte.

Indianische Tan;wut

ix) Reun 0 rk.

3n b«i vorigen *od)e dielten drei Indianer- ftainme in Hort Ha ' einer Siedlung der Indianer- Reservatio«' eine dreitägige ^anz-Dlnm- pta de ob, die alle Jahre noch uraltem Brauche ftattvihnbfii hat. Am Samstag bei Sonnenaufgang orrfammeiten sich die indtamschen Krieger auf einer Lichtung und begannen zu tanzen. Diese Hebung friolgtf unter den stiängen der embeimsichen Irom- mein sowie dem Gesang der grauen unb dauerte ununterbrochen bi« Non tag abend. Die Ian- Kr burltfii während dieser Zeit nicht ftehenbletdeit und nicht einmal einen Schluck Wassir zu sich neh- t'trn. .'laturlich fielen dabei die meisten vor Er- ' gelang e» einigen, dis yim Ende durchzuhalten. Den auf diefe Weise al» eie- ger ttcrvorgegangenen wurden große Ehrungen zu- teil. Pielleicht ist in diesem indianischen Brauch die Erklärung für gewisse Eigenarten de» hunbert- prozentigen Yankee» enthalten...

vin unbekannter olympischer Rekord.

(c) A IN sterd 0 m.

3n den Berichten der Sportrebaltionen elfer Länder ist er unerwähnt geblieben aber vermut­lich nur deshalb, weil die höbe Jury bei seiner ttuffteNung bedauerlicherweise nicht mgrgrn genv- fan ist. ?lber bei allen oUunpischen (tzottern! er ist ein Rekord, der roobl erwähnenswert ist. Denn vermuttich hatten nur die Wringst en Lust ge­habt. diesen Rekord unb besonder.» seinen Ein­satz zu wagen!

Zu Ende der Dlympiade, so erchhlle man sich unter Amsterdamer Sportsleuten, ( da ein Her­kules von Olympiakämpfer im Eafa und wartete geduldig auf das angemeldete Telephongefprach. Endlich war e» fo weit, und um sich seinen Platz zu sichern, legte der Herkules auf feinen Stuhl einen kostbaren Spazierftock mit goldener Krücke. Um aber die Vertreter bvr edlen Zunft der Taschen- biebe unb der ihr nahestehenden sonstigen Spezia­listen. die in großer Zahl zu dem modernentrift der Wagen unb Gesänge" zufammengeftrotnt waren, abzuschrecken, versah er bas hinterlasfene liiert- objeh mit einem Zettel, ber bie wenig einladende Ausschrift trug:Dieser Stock gehört dem Boxweltmeister im Schwergewicht, der auf den olympischen Spielen gesiegt hat. Ich komme zurück!"

Ja, er kam auch zurück aber der Stuhl war leer, statt Stock unb Zettel nur ein Stückchen Papier mit ben Bleististzeilen:Ihren Stock hat der W e 11 m e i ft e r im Schneilaufen mit­genommen; er kommt nicht zurück!"

ter Kampf um die (Yaslafernc.

l) Madrid.

In einem Vororte Lissabon» soll setzt die Gas­beleuchtung etngeführt werden. Frau Moria faelkia ® °ta na scheint jedoch keine Freundin dieses immerhin für europäische Verhältnisse etwas ver­zögerten Kulturforlschritts zu sein. Als nämlich die Arbeiter der Gaswerke vor ihrem Haufe erschienen, um bas Loch für eine hier dicht vor ihren Fenstern zu errichtende Laterne zu graben, vertrieb die zarte Maria Felicia die Braven mit dem Besenstiel, mit welcher Waffa sie ben ganzen Tag über an berfelben Stelle Wache stand, um eine Wiederaufnahme der Arbeiten zu verhindern. Maria Felicia sagt nämlich, die Nacht ist zum Schlafen da, was braucht es daher künfttichen Lichtes? Bis zehn Uhr abends stand sie Posten; aber ber Feind ließ sich nicht wieder blicken, und befriedigt und mit dem guten Gewissen de» Gerech­ten suchte Maria Felicia ihre Lagerstätte auf.

Die Gasgesellfchast jedoch schickte ihre am Tage zurückgeschlagenen Arbeiter während der Nacht vor Maria Felicia, Tür, die in tiefstem schlummer lag, unb licH so geräuschlos wie nur möglich, wie eo bet Schanzarbeiten dicht vor dem jeinbe ja immer der Fall sein sollte, die Erdgrube für die Latente ouk.heb.'n. Als Maria Felicia am nächsten Margen, gekräftigt durch einen gesunden schlummer für die Mühen und Plagen des neuen Tages, ans Fenster trat, rührte sie fast der Schlag, als sie da» Werk der Nacht erblickte.

Aber suche einmal einer die Frau, die sich selbst in den verzweifeltsten Situationen nicht als erfinde-

al» ordenllicher Professor an die bamaltöc^mcbfa zinische Afadenrie nach Köln.

Erfahrung mit bern neuen Tonfilm.

Aus Berlin wird un» geschrieben:

3n en er geschlossenen Vorstellung wurden jetzt di« neuen Sprech- und Tonfilme nach dem Svltem Stihfrcnmefter zu Gehör gebracht. Das sind allo Tonfilme, die mit dem optischen <5ilm wenig mehr gemein haben, eine Art Ztorschending zwischen Bühnen­sketsch und Frlmakt.

D:e Erfahrungen, die man mrt dieser Srsin- dung. d:e jetzt eine gewisse Vollkommenheit er- tenfrt haben sollte, machen mußte, waren wenig erireuli<t>. AI» im Jahre 1922 die ersten Tri- Srqon-Filme vorgeführt tourben. durste man Raunen jetzt aber muß man fa der sagen, daß dirie Küchenmeister-Szenen immer noch nicht sehr v-et über den damaligen Stand hinausgekommen unb.

De gehörten Töne (Jazzkapellen. Balalaika- Orchestcrj wirken immer noch flach, grammo* r-honart g und verzerrt. Eine Geige z. B et- 'mmer noch als Flöte, und daß dabei die Musiker m Tröstau! nah men vorgeführt werden.

eine völlig übcrflüfTtge Belastung des ®e- ^ch'.e'

®-n SprechfilmDie blaue Stunde* m:rb Dotgeführt mit Paul Graey. dem die Tonsi.mleute eine besondere Begabung für dieses JB. Qbmg nachrühmen. Technisch war ber Stirn hervorragend ausgeführt. bat Spiel des Dar- steuer- war auflaeqe.chnei. und man hätte von wn Ganzen mehr Genuß gehabt, wenn die Sprache fortgeblieben wäre; denn die klang tote dre Stimme eines Bauchredners, und daß man dazu «ne Hfrr 'chlagen und gehen

ja ernt muntere Spielerei. rechtserttgt ober doch mcht den sehr großen und kvstspiell- gen Aufwand defl Tonfilms.

Ehe man m t so unfertigen Experimenten her- auslommt. sollte man warten, bis die technischen Vorarbeiten in da» Stadium einer gewissen Vollendung getreten ' nd Halbfertige D.nge förmen auch knete neue Bewegung nur in Verruf bringen. jy.