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Gießener Anzeiger (Eeneral-Änzeiger für Gberhcste'.i)
Nr. 1^5 Drittes Blatt
Srcttag, 22. Zuni 1928
Turnen, Sport und Spiel.
Jugendsporiiag in Gießen.
Der 24. Juni ift im ganzen Tvutftfccn Reich der Jugend des D. F. B und der D S. B Vorbehalten. "Selbe zusammen oerfört>crn mit ihrer in die QU ill tonen gehenden Mitglied erzähl zu ihrem Teil den Ceixn»tt«ilen Zxh< deutschen Volke«. Der kommende Sonntag gehört d.r Jugenb. 1Z5000 Schüler unb Jugendliche im deutschen Vaterland wollen an die'em Tag ihr ideal-s Streben und ihr physische« Kennen unter Beweis stellen.
TDenn ein Bruchteil dieser 3ugcnb sich am Sonnlag auch in Diesten den <$ftem, Lehrern und Freunden im fairen Wettkampf zeigt, so will sie damit bekunden. dast Kameradlchastlichkeit, Dntschlossenhe l Se'.b'tbch-.r f u ung. ©ei':e«£Cf,cn- wart und Disziplin für sie (eine Schlagworte und Phrasen sinh. Un’cre Jugend. unsere Hoffnung will Träger dieser Begriffe sein!
Fast ein halbe« Tausend wird am Sonntag in Fuftdall- und Handball kämpfen, in Staffeln und leichtalhletischei, Wettkämpfen in Diesten um den Sieg und die Wunpel beider Verbände kämpfen. Die Jugend des ganzen Heimatbezirkes — aus Diesten. Wetzlar. ^-euchelheim. Drosten- Buseck, Viedergtrmeä. Weilburg, Lollar. Wer- dors. Burgsolms. Laubach. Aßlar, Grünberg ufw. — ist Sonntag in Diesten versammelt.
Schon am frühen Morgen beginnen die Fuß- ball- und Handballwettkämpfe auf den Plätzen der Spieloercinigung 1900. besV. s. D. und auf dem Universitätssportplatz. Cin Stern- I a u f durch die Stadt zum Oswaldsgarlen leitet am frühen Vachmittag die Hauptveranstaltungen ein. 3m Fcstmarfch werden 'ich sämtliche Teilnehmer nachmittags zum Waldsportplah des V. f. B. bewegen, wo ihnen Prof. Dr. Lenz- Diesten die Festrede halten wird. Damnastik- übunqen aller Teilnehmer, leichtathletische Wettkämpfe, ein 3ugendiustball' und ein Handballspiel. eine Reih. Staslelläufe lzweimal je 10X 100 Meter und einmal 10 50 Meter) und ein Propaganda-Fustballfpiel der Senioren Diesten-Stadt (Aiehen-Land in folgender Aufstellung beendet den 3ugcnb- spieltag.
Diesten- Stadt: Dingel (V. f B ); Schneider (V. s. B ). Hohmann (1900); Duntrum <B. ö-, 20). Henrichs (D. f.B), Glit'ch (1900): Balser (V. f. B ). Hei Im an n (1900). Böttiger (D. f.B). Adelberger (19C0), Will (1900).
Diesten-Land: Diez-Lollar: Äerfeboom- Laubach. Schä er-Heuchelheim. Wissemann-Lol- lar, Schlceiilxctcr-Heuchelbeim. Grüttner-Heuchel- beim; Krmrab-C roßen-Buseck, Thrift-, Dach-, Ar- nolb-Heuchelheinr. Kreuder-Drünberg.
Doch ist dieses Propagandaspiel nicht daS Wesentliche. Der Appell richtet sich an die Dein rtonrlcr de« deutschen 3ugendfparteS: an die ©Item, um ihnen zu zeigen, was ihre Jungens leisten, an die Erzieher, daß sie wieder sehen, wie wertvoll der Sport bei der Schaffung von Charakteren sein kann, und an die Freunde deutscher Jugend, um ihnen zu beweisen, dast jugendlicher 3dealismuS bewahrheitet, dast nur Im gesunden Körberein gesunder Deist wohnen kann!
Die Darbietungen, waldsportplah de» v. s. B.:
D. f D. 1. Schüler — 1900 1. Schüler: Großen-Bujeck 1 Igb. — 5)euchelhcim 1. Jugend: W. Spo. 1. Jugend — Grünbcrg 1. 3ugenb;
Nach dem Festzug vom Oswaldsgarten: Ansprache von Professor Dr. Lenz (Diesten):
Gyimmslikvorsührungcn sämtlicher Teilnehmer:
V. f. B. 1. Jugend — Butzbach 1. Jugend:
190o Handballjugend — V. f. L. Wetzlar, Hand- balljuflcnb;
Leichtathlet,(kämpfe in 3 Klaffen: Klaffe A, Jahrgang 1910; Xlasse B. Jahrgang 191112; Klaffe C, Jahrgang 1913 und jüngere; Dreikamps, 100 Meter DeÜsprung, Kugelstoßen (5 kg), in drei Massen: A, B unb C; Staffel: Klaffe A. 10 mal 100 Meter,
MMmllvellWenSMern.
vornan von Ebqar Wallace.
Copyright by Wilhelm (Bolbmann. Verlag, Leipzig 37. Fortsetzung. Nachbruck verboten.
Schliestlich bat er den Verwalter, ihm den Keller au zeigen. Die Küche lag zum Teil schon unter der Erde, non dort fuhNe eine steile Treppe in den mächtigen Weinkeller hinab, der mit ausoezeich- netrn Jahrgängen gefüllt war. Im Gegensatz zu den KcOcm der meisten alten Häuser mar dieser nicht gewölbt. Schwere Eichenbohlen, vom Alter geschwärzt, stützten die niedrige Decke.
..Nicht eben feuersicher", bemerkte Dick zum Der- roalter.
Die übrigen Räume, die an den Weinkeller fliehen. roaren vollständig leer, bis auf einen, der unter dem Mittelbau des Hauses lag. Hier lagerten drei riesige Bierfässer.
Dick beugte sich zu den Fässern herab.
„Nuu." meinte er lächelnd, „an flüssigem fehlt es nicht. Denn Lord Selsord will, kann er ein ganzes Regiment unter Alkohol setzen."
Dann schickte er den Verwalter unter einem Vorwand fort (Er hatte so getan, als ob er den Keller verlassen wollte, doch als die Schritte seines Begleiters verhallt waren, schlich er in die Küche, wo er einen Konservenbüchsenöfsner suchte unb fand. Mit diesem kehrte er zu den Fässern zurück. Bald hatte er das nädjftfiegenbe Foß angebohrt Betäubende Dämpfe stiegen daraus hervor. Sein Geruch- sirm hatte ihn auch dieses Mal nicht im Stich gelassen. Noch ehe er den Inhalt kannte, hatte er ihn erraten. Dann verstopfte er die entstandene Dtfp nung sorgfältig mit Holzsplittern und legte den Deffner wieder auf feinen Platz im Küchentisch zurück. Befriedigt von dem (Ergebnis feiner Unter- suchung, begab er sich in den Hof zu feinem Auto. Niemand sah ihn, als er abfuhr. (Er brachte den Wagen bis in die Gegend des Pförtncrhauses unb versteckte ihn im Schotten der Bäume. Dann schien bertc er auf einem Umweg ins Herrenhaus zurück.
Die Stunde der Krise war nahe. (Er fühlte, daß die Atmosphäre elektrisch gelabrn war. und er sah Ichon den Vorhang reisten, hinter dem sich Lord Selsord neebarg.
Klaffe B. 1" mal 50 Meter. Klaffe C, 10 mal 50 Meter; Staffel der Lanbesoerelnc: 10 mal 50 Meter;
Spiel der aftioen Mannschaften: Giesten • Stadt gegen Gießen-Lu nd;
Siegeroerkundigung und Verteilung her Wimpel.
Sportplatz an der Liebig »höhe (Sp.-Bgg. 1900).
V. f. B. 2. Jugend — 1900 2. Jugend;
W. Spo. 2. Jugend — Burgsolms 1. Jugend;
1900 1. Jugend — Niedergirmes 1. Jugend;
Astlar 1. Jugend — Laubach L Jugend:
Werdorf 1. Jugend — Leun 1. Jugend.
Unloerfilätsfportplatz.
V f.B. 3. Jugend — 1900 3. Jugend
V f. B. Schulerhandball — 1900 Schülerhandball;
Ehringshausen I — Lollar 1;
Heuchelheim 1. Schüler — D. Spo. 1. Schüler;
Großen Buseck 1. Schuler — Aßlar 1. Schüler.
Pünktlich um 1.45 Uhr treten die Beteine, cingc- teilt in fünf Abteilungen, von verschiedenen Ausgangspunkten (KaneraUe*. Marburger Straste, Schlachthaus. Frank!, rter Strohe und Umoeriitätt-
Ireffpunti Oswald.garten a.i, um von dort aus un ter Musikbegleitung im geschloffenen Auge nach dem Waldfportplaft zu rnarichicren, wo sich bann die Hauptkampfe u|w. abwickeln.
Die Namen der teilnehmenden Vereine sind: Gießen 1900; B. s. B. Giesten; Sportv. Wetzlar; VfL. Wetzlar; D. f. N. Butzbach: Sportv. Grimberg; L.m- bad); Grosten-Buseck; Heuchelheim; Voller; Ehringshausen; Niedergirmes; Werdorf; Astlar; Burgsolms.
Das Keldbsigfest.
Ein tuengefchichllicher Rückblick zum 75. Zeldbergfest am 23. und 24. Juni 1928.
Don Heinrich Ostwald, Äad Nauheim.
Der nächste Sonntag bringt als einzige größere turnerische Veranstaltung im Gebiete des Mit - telrhetnkreiseS der D.T. das Feld- bergfest. SS ist das 75. Bergfest. daS auf der sagenumwobenen Taunushöhe veranstaltet wirb, und erhält darum eine besonders würdige Destaltung. Dem Vorabend am Samstag wird durch ein« Sonnenwendfeier der Turner- jugend und durch Ausführung eines Festspiels die Weihe gegeben. Wer aus Turnerireisen salbst nicht zur Jubelfeier an der turngeschichtlich bedeutsamen S.ätte weilen kann, der wird in Gedanken den großen Tag dec mittelrheinischen Turner miterleben und ihm von der Ferne den Turnergruß entbieten. Vach a-Uem Brauche haben viele Turnvereine der angrenzenden Gebiete für den Samstagabend Freuden feuer als Gruß an den Feld berg vorbereitet. Bei derem Schein wollen wir uns auf die geschichtliche Bedeutung der Feldbergseste besinnen, wollen wir einen kurzen Rückblick auf den Werdegang der Deran- ftaltung werfen, deren Geschichte nicht nur ein inletelsanles Stück mittelrhcinischer und deutscher Turngelchichte ist, sondern nicht zuletzt auch ein bedeutsames Kapitel deutscher Geistesgeschichte barstellt.
DaS Feldbergfest, das älteste und volkstümlichste der deutschen Bergseste, dem daS Turnen im Main- und Rheingebiet und in Hessen in erster Linie seinen gewaltigen Aufschwung zu danken hat unb daS für viele andere Bergfeste vordrlblich wurde, ist ein Kind der Deistesrichtung m den 40er Jahren des vorigen Jahrhundert«. ..Für Freiheit und VaterlandI" waren damals die Losungsworte der denkenden Deutschen, von denen sichrende Kopse wie G. M. A r n b t, F. L. Weidig. F. Freiligrath u.a. auch an der Wiege de« Feldbergfestes gestanden haben.
Schon am 18. Oktober 1814 versammelte sich, hem Ruse Örn ft Moritz Arndts folgend (der damals in Königstein sich aufhielt), auf der sagenumwobenen Taunushöhe eine gewaltig« VolkSmasfe, um bei bell lodernden Freudenfeuern das Andenken an die Völkerschlacht bei Leipzig seftlich zu begehen. Arndt stand selbst mit am Bergseuer, eine seiner belannten, zündenden Ansprachen haltend. Diese denkwürdige Feier am Jahrestag der Leipziger Schlacht ist zugleich der Geburtstag der Taunustouristik überhaupt und der Sitte, Feste auf dem Großen Feldberg zu feiern. Die Tausende, die damals den Weg auf die Höhe gesunden, hatten einen unauslöschlichen Eindruck vor dort mitgenommen. Der Feld- berg wurde ihnen Symbol. In der Stimmung der Zeit lag es. zu turnen und anstrengende Märsche zu machen, und der Feldberg war in der Folgezeit ein Hatlptziel von Turn- und Schüler- sahrten. Das Jahr 1817 führte die Hanauer Turner ans den Berg; 1820 wanderte eine große Schar Frankfurter Turner, die durch ihre blau und weiß gestreiften Zwillichanzüge auffielen, auf die Höhe; 1826 zogen die Hanauer gemeinsam
mit den Offenbachern hinaus. 3n ihrer Begleitung befand sich dec damals schon wander.ohe 16jährige Adolf Spieß, der a!« Schöp'er lc« Schulturnen« spä er so berühmt gewordene Hessensohn (in Lauterbach gebo.en). In seinen ..Kleinen Schri.ten" schreibt er spärer wie folgt über diese Turnsahrt: ..Wir zogen auf die in einer frostigen Sepkembernachi auf dar Spitze des Feldbergs, dem soeenannten Drunh.ldislager. Da es bei solchen Fahrten nicht ohne Grsang abgehen durste, so halten wir schon vorher einander die Lieder zugefandt, welche beim Turngang erschallen folüen. Die Turn ahr . an ue.cher gegen 50 teilgenommen Ha ien, war sür uns alle ein wirkliches Fest, und so kam eS, daß wir im folgenden Jahre dieselbe erneuerten."
Diese Wanderungen, die immer häufiger unternommen wurden, führten 1 8 4 4 zur Abhaltung deS ersten FeldbergsesteS. Gegen 6000 Menschen hatten sich am 2 3. Juni genannten 3ahres auf der Dergeshöhe verfammelr, darunter viele Sänger und etwa 230 Turner. Auch Ferdinand Zreiligrath, der deutsche Sänger der Freiheit, befand sich unter den Besuchern. Die Frankfurter Gesangvereine trugen, geführt vom Dirigentenstabe Heinrich Reeds (geboren hi Lich), wuchtige Massenchöre vor. Frankfurts Turnvater, August R a v e n st e i n, der als der Begründer des Feldbergfestes einzusprechen ist, hielt die zündende Festrede, und der Hanauer Tumwart, August Schärttner, der Führer der Hanauer Turnerscharen im Sturnftahre 1848, der in der Verbannung in London starb, ließ die Turner zu frohem Spiel antreicn.
Volks- und DaterlandSfreunde stellten sich in den folgenden Jahren in den Dienst der großen vaterländischen Sache und förderten daS Fest, so Moritz Kuhl (Butzbach) und Fritz G m m i n g - hau« (Usingen), der gefeierte Dichter der TaunuSschönheiten. Eine be andere Bedeutung hatte daS Fest im Sturmjahre 1848. Eins eigene feierliche Stimmung wehte um die Taufende, die auf dem Gipfel versammelt waren. Die Festtcil- nehmer vertrugen sich aufs beste, welchen politischen Parteien sie auch angehören mochten. Außer Ravenstein hielten auch zwei Parlamentarier aus der PaulSkirche Ansprachen. H e h n e r aus WicS- baden und Schilling aus Wien, der die Grüße der österreichischen Turner überbrachte. Richt so harmonisch und ungetrübt konnten die Feste der folgenden Jahre verlausen. Schon daS 6. Feld- bergfest 1849 stand bn Zeichen der beginnenden Reaktion und konnte nur nach Lieberwindung schwerer HindemiNe durchgefübrt werden. Was damals vorging, erinnert uns lebhaft an die von 1919 bis 1926 über den Felßberg durch die De- satzungsbehörden verhängte .Tum'perre". nur mit dem Unterschied, daß 1849 die Feinde des deutschen Turnens die reattionären deutschen Regierungen selbst waren. Das Fest wurde von der landgräflich-homburgischen Regierung, der der
Gipfel des Berges zum größten Teil gehörte, unter Aufbietung der ße amten Militär-'acht unterlagt unb daher auf den Fuchstanz re legt, inS Rat'aui che. wo man den Turnern und ih.err Bestrebungen gegenüber zunächst duld amer war. In den folgenden Jahren war an eine Veranstaltung in der seitherigen Form ub rHaupt nicht mehr zu benlen. Auch für den äleroberg bet Liesbaden und den Schrenzer bei Butzbach wurde die behördliche Genehmizung nicht erteilt. An Stelle deS Turnens ließ man zunächst einfache Wanderungen auf den I’tvlbberg treten, die 1851 zur Errichtung einer Bretter- Hütte beim Drun'c:td?nstein und 1854 zur Grundsteinlegung des ersten Fe doerghauleö führten.
Mitte der 50er Jahre zeigte sich wreder die Mergenröte einer besseren Zeit. Der behördliche Druck ließ nach und die Ium er konnte i ihre Tätigkeit langsam wieder ausnehmen. Rur 1861 suchte die Reaktion der Deranstaltung nochmals ein HindemiS in den Weg zu stellen. Landgraf Ferdinand von Hef en-Homburg wrl te das Fest n.möalid) machen, indem er auf dem ihm gehörenden Teil deS BergeS eine Fichtmps.anzung anlegen lieft, die aber als tumfrind'iche Schöpfung niemals gedieh. Von 1919 ab war die BergeShöhe für die Turner durch die BefatzungS- behörden gesperrt. Die Feste wurden nun auf dem früheren Homburger Truppenllbung.plat zu Füßen deS FelddergS, der an3 der Feme feine Tumer grüßte, glänzend dirch'efü'wt. zum "eil bei außerordentlich starler Be: i icnmg. um feldberg est 1 )26 wurde endlich die H I>? v i ' .r sreigegcbcn. und seit dieser Zeit übt der Berg- recke feine alte Anziehungskraft erneut auf die Turner auS, die mit der Zahl von runh 2000 Wettkämpfern trotz deS trabt, innel'en Regen- wetterS im vorigen Jahre daS 74. Feld5erglest bureft führten.
Möchte auch daS 75. Fe'dlerg e t sich zu eifern echten Volksfeste und zu einer Feier frohen Wiedersehens gestalten und in ungestörtem, erhebenden Verlauf zu einem Markstein fn der bewegten Geschichte der Feldbergfeste werden I
75. Feldbergfest.
= Am 75. Feldbergfest nehmen auch Turner und Turnerinnen deS TurnganeS Hessen in größerer Zahl teil. AIS Wettkampfübn en sind vorgeschrieben: Lauf, Kugelstoßen. Weit- sprung und Freiübung für Männer. Jugendturner und Alterstumer: Lauf, Kugelstoßen, Hochsprung und Freiübung für die Frauen. Großem Interesse werden die historischen Rkann- schastSkämpse um Dölsungenhom, Jahnschild und Brünhildschikd begegnen.
©ferner Seziehungen jum Zeldbergsest.
Don den Vereinen des Tumgaues Heften ftat neben Butzbach vor allem Dießen ganz wesentlich an der Förderung des FeldbergsesteS mitgearbeitet Schon beim 4. Feldbergfest 1842 wird ein Turner des Turnverein» 1846 Dießen als Sieger genannt Der Aufruf für daS 6. Feldberasest 1849 ist auch vom Vorstand deS Gießener Turnvereins unterzeichnet Später war der Gießener Turnlehrer Rüblamen wiederholt der Obertumwart, mithin der technische Leiter des Feste«, erstmalig beim 12. Fel l-bergfest 1864. Don da ab erscheinen bei vielen Festen auch Gießener Turner in der Siegerliste. Zu dem Turnverein 1846 gefeilte sich später der Männerturnverein als eifriger Besucher des FeldbergsesteS. Beim 36. Feldbergfest 1889 wurde u. a. heimischen Turnern auch der jetzige Gauobertumwart W. Will erstmalig Feldberg-Sieger; er errang mit Th Dau - bei vom Turnverein 1846 den 29. Preis. Br im 38. Feldbergseste 1891 wurde der jetzige @au- schristsührer Karl Wenzel mit dem 12. Preis erstmalig Feldbergsleger. Es ist hier natürlich nicht möglich, alle Gießener Feldbergsieger zu nennen. Ihre Zahl geht bt die Hunderte Aber die Gießener Turner, die einmal erste FeId- betgfieger geworden sind, sollen doch noch aufgezählt werden. ES |inb H. Roll vom Turnverein 1846, der 1909 an der Spitze der
Auf dem Rasenplatz vor dem Haufe begegnete ihm 6qbiL Sie erzählte ihm, daß die Kriminalbeamten aus London inzwischen eingetroffen wären und eben von Inspektor Sneed unb Havelock auf den Korridoren verteilt würden. Willig schloß sie sich Dick auf seinem Spaziergang an.
.Haben Sie gut geschlafen?" forschte er liebevoll.
„D ja danke, ich bin doch wieder ein Mensch geworden, und ich habe das Herzklopfen nicht mehr."
„Armes Kind", tagte Dick leise.
..Sie dürfen mich nicht bebauem, Mr. Martin! Ich habe ja alles meiner eigenen Torheit zuzufchrei- ben. Ach. wenn Sie wüßten, wieviel Vorwürfe ich mir Ihretwegen gemacht habe."
„Meinetwegen?
,^ta. Mr. Martin. Ich weiß wohl, wie Sie die Unsicherheit über mein Schicksal gequält hat. Und wenn ich es selbst nicht wußte ... Mr. Sneed hat es mir gesagt!"
„Das durfte er nicht!"
„Doch, Mr. Martin. Ich bin ihm dankbar dafür. Nie wieder unternehme ich etwas ohne Ihre Zu- ftimrmmg. Ich weiß, bei Ihnen bin ich in guter Hut!"
Dick suchte ihre Hand und drückte sie ftirmm unb heftm.
^Denn nur erst die Nacht vorüber wäre! Ich sorge mich um Mr. Havelock. Seine Niedergeschla- genheit wächst, je mehr sich der Abend nähert. Er fürditet. daß er fein nächstes Opfer ist!"
„Westen Opfer?"
„Stalettis!" Sie schauderte beim Aussprechen des Namens.
Dick war sehr erstaunt.
„Er fürchtet ctaktti?"
.La. und noch mehr als das. Er glaubt daß Lord Selford unter Stalettis hypnotischem Einfluß steht und nur tut was er ihm einflüstert!"
„Unb das erzählt er Ihnen?"
„Nun ja —" sie lächelte mit unschuldigem Stolz, „er hat Vertrauen zu mir. Er fühlt daß ich ihn verstehe. Ein Mann würde ihn vielleicht verachten, wenn er sich ihm gegenüber so besorgt zeigt!"
..Unser Freund Havelock ist ein homme ä fem- m*s", konstatierte Dick lächelnd.
SybU. mit ihren Gedanken beschäftigt horte seinen Einwurf nicht _ ____
..Ich begreife Lord Selford nicht", sagte sie versonnen. „Er hat sich jahrelang nicht um uns gekümmert Woher kommt sein plötzliches Interesse an meinem Schicksal?"
„Das kann ich Ihnen erklären. Sie sind feine gesetzliche Erbin . sagte Dick emft.
Sybil blieb erschrocken stehen.
«Was wollen Sie damit sagen. Mr. Martin? Er ist doch noch jung. Er koim noch Kinder haben. Vielleicht ist er überhaupt verheiratet. Havelock deutete es schon früher einmal an."
..Nun, und wenn Sie den Fall anders ansehen," entgegnete Dick, „wenn sie mit Havelock nnneft- men. daß er unter fremdem Einfluß steht, io gibt es sicher einige Menschen, die an seiner (Erbfolge interessiert sind. Lord Selford ließ sich bisher aus dem einen ober dem andern Grund mit Leichtigkeit ausplündern; ob Sie sich dazu hergeben würden, weiß man nicht Sehen Sie nun. daß Selford oder seine Drahtzieher ein berechtigtes Interesse an Ihrer Person haben?"
„0 Gott," brach sie aus, „das ist ja entsetzlich ... entsetzlich!"
..Die Gefahr, die man kennt", sagte Dick mit un- erschütterter Nahe, „ist nicht mehr entsetzlich. Sie haben Freunde genug, die sie von Ihnen abwenden werden!"
Sie sandte ihm einen bewegten Blick.
„Cody", fuhr Dick nach einer Weile der lieber- legung fort, „hat schon einen Versuch in dieser Richtung gemocht und sein Leben dabei verloren. Das er Ihnen oortegte, war zweifellos eine Schenkungsurkunde ober gar ein Testament Damit wollte er gegen feine Genosten die Trumpfkarte ausfpielen. Vielleicht fühlte er sich schon bedroht und glaubte fein Leben durch das Vorhandensein einer solchen Urtunbe gesichert. Ader man kam ihm zuvor. Man hat ihn furchtbar bestraft!"
Sybil, die inzwischen von seinem Ende in Kenntnis gefetzt worden war, schwieg erschüttert
Dann iah sie Dick an mit einem Blick, der sich aus tiefen furchtbaren Ahnungen loste,
„Aber wo ist Lord Scltord?" fragte sie leise.
..Ich weiß es nicht" sagte er einfach. ..ich kann nur hoffen und fürchten.
Sybil blieb sieben und packte ihn am Arm. Ihre Augen hatten sich geweitet
..Sir denken, er ist — tot?" stammelte ffe ilufternb.
Dick wandt« die Augen ab, um ihrem Blick zu entgehen.
„Besser für ihn, wenn er tot wäre" sagte er durch die Zähne.
Mr. Havelock trat in diesem Augenblick unter das Portal. Sacht löste Syvil die Hand aus feinem Arm. Sie gingen ihm entgegen.
Der Anwalt mar bleich. Sein Gesicht war be« kümmert, seine Stirn tief gesurcht
„Nichts Neues über (stalctti?*7 fragte er.
„Nichts." erwiderte Dick, „aber feien Sie ganz ruhig. Er entgeht uns nicht. Das Netz zieht sich um ihn zusammen."
Das Esten wurde von dem Verwalter in der Bibliothek serviert. (Es war em schweigsames Mahl. Jeder hing seinen eigenen Gedanken nach.
Havelock und Sneed setzten sich in die Rauchecke. Dick ging mit Sybil noch einmal in ben Garten. Nach einer Weile kam sie allein zuruck unb bat ihre Mutter heraus. Nach lebhafter Unterhaltung mit Dick verabschiedeten sich die Damen, um ihr Schlaizimmer aus^suchen. und Dick Martin kehrte ohne sie in die Bibliothek zurück.
Er trat ans Fenster unb blickte zum Himmel auf. (fine rosige Dämmerung senkte sich auf bie Kro- nen ber Bäume. In einer Stunbe würde es Nacht fein.
„2öer begleitet mich zu ben Gräbern?" fragte er, Havelock blickte nervös auf bie Uhr.
„(Fs ist reichlich spät für einen solchen Spaziergang, und wir können die Damen auch nicht allein lasten."
„Die, Damen haben sich bereits zur Ruhe be- neben," entgegnete Dick, „unb zwanzig Kriminalbeamte sind genügender Schutz. Ich brauche Ihr« Führung. Eie dürfen mich nicht im Stich lasten, lieber Havelock!"
„Gut, Mr. Martin — wenn Eie mich bitten, muß ich mich Ihnen wohl anschließen. Gern gehe ich nicht zu den Gräbern. Es ist ein schauerlicher Ort?
„Nun, es ist auch nicht nötig, daß mir in bi« ßruft hinabsteigen. Mir liegt mehr baran. Teil« des Parkes kennenzulernen, über die ich no* nicht Bescheid weiß."
(Forstetzung folgt.)


