In der Jugendklasse faf Naunheim — ©rünbcrg zu Tost und wird auf eigenem Plag Sieger bleiben. Auch Klein-Linden wird die Jugend Kinzenbachs mit einer Niederlage heimschicken. — Wiesecks Jugend fährt nach Groß.Seelheim und dürfte, falls sie komplett antritt, das Spiel gewinnen. — Die Jugend Gießens wird gegen Niedergirmes Jugend auf eigenem Platze antreten.
Am kommenden Sonntag treffen sich in Gießen die Vertreter der Bezirksoereine zur Vereins- Vertreter-Konferenz. Die Tagung wird sich mit Entgegennahme des Berichtes vom Bundestag beichöftigen, weiter wird das Bezirksfest 1929 fest- gesetzt werden. Außerdem wird man sich u. a. noch mit allgemein organisatorischen Fragen beschäftigen.
Fußball in Heuchelheim.
Obwohl das neue Spielshstern im W. 3. V. noch nicht gekommen ist, ändert es sich im Lahnkreis doch insofern, als die Gaue Gießen- Wetzlar, sowohl, wie Marburg eine Liga zu je neun Vereinen für sich bilden. Um den neunten Vertreter seltzustellen, müssen Sportverein Heuchelheim und Burg als jeweiliger Zweiter in ihrer Gruppe am nächsten Sonntag in Wetzlar ein Entscheidungsspiel austragen. Der Gewinner spielt dann dieses Jahr in der Liga. Hoffentlich gelingt es den Heuchel- heimern, den Sieg zu erringen.
Fußballklub Großen-Buseck.
Der Fußballklub,1926 Troßen-Vuseck kam am vorigen Sonntag einer Aückspielverpslichtung in Rieder-Weisel bei Butzbach nach und entschied das Spiel 2:1 zu seinen Gunsten.
Fußball in Lich.
2tm nächsten Sonntag spielt die 1. Mannschaft des Vereins für Aasenspiele inGrün- b e r g gegen die dortige erste im fälligen Rück- spiel. Das Vorspiel in Lich gewann Grünberg mit 4:2 Toven. Lich tritt in neuer Aufstellung an und wird alles daran setzen, um eine Rieder- läge zu vermeiden.
Fußball im Bezirk Main-Hessen.
3n der Gruppe Main sind am nächsten Sonntag wichtige Entscheidungen zu erwarten. 3m Frankfurter Stadion kämpsen die beiden Frankfurter Spihenvereine, F. Sp. V. und Eintracht. Beide Mannschaften verfügen nicht mehr über Vie Kampfkraft des letzten IahreS: Eintracht hat aber immerhin noch den günstigeren Eindruck zu erwecken vermocht: sie sollte auch diesmal lnapp die Oberhrnd behalten. Union Aiederrad wird gegen Dittoria Aschaffenburg billige Gelegenheit haben, ihren bescheidenen Tabellrnstand zu verbessern. Besondere Spannung wendet sich den Geschehnissen in Offenbach zu. Dort empfangen die Offenbacher Kickers den derzeitigen Tabellenersten, Rot-Weiß, Frankfurt: Kickers haben zuletzt den F. Sp. B. knapp geschlagen, und waren auf ihrem Gelände immer und für jeden rin schwerer Gegner. Rot-Weih fährt also zu einem Kampfe mit ganz ungewissem Ausgang. F. E. 93 Hanau wird der F. Vgg. 03 Fechenheim auf eigenem Platze nach Möglichkeit beide Punkte abnehmen, während das zweite Hanauer Treffen zwischen Sp. Vgg. 60 94 Hanau und Germania Bieber die Gäste siegreich sehen wird.
In der Gruppe Hessen fällt die Begegnung Sp. Vgg. Rrhrilgen und Wormatia Worms aus, da rin Spieler der Wormatia an der Rordlandreise des D. F. D. teilnimmt. Alemannia Worm« hat tn der Sp. Gem. Höchst einen leichten Gegner: ebenso wird der F. Sp. V. 05 Mainz mit Hassia Bingen nid# viel Umstände machen. Dagegen wird eS zwischen dem F. E Langen und dem V. f. L. Reu- (Penburg sehr hart -ugehen.
Fußball in Bayern.
Die Gruppe Rordbahern stellt bereits am Samstag den D. f. R. Fürth und den 1. F. C. Rürnberg gegenüber. Der Altmeister wird sich den sicheren Sieg nicht nehmen lasten. Am Sonntag solgt dann A. S. V. ^lürnberg gegen die Sp. Vgg. Fürth. Rur wenn die Kleeblätter vodichtiq zu Werte gehen, werden ste vor einer unangenehmen Ueberraschung gesichert sein. F. E. Bayern Hos wird dem F. D. 04 Würzburg die Punkte mit auf den Heimweg geben müssen. Franken Nürnberg wird auch vom 1. F. C. Bayreuth kein« Konzessionen zu erhoffen haben.
Auch in der Gruppe Südbahern häufen sich die Ereignisse auf Münchner Boden. Am SamStaq kommt das große Ort-Ireffen zwischen Bayern München und Wacker München zum Austrag Aehn ich wie In der Maingruppe bad man nach den Erfahrungen der neuen Saison auch hier mit einem Rollentausch gegenüber dem Vorjahre rechnen. Wacker sch.int näher am Siege zu sein. S. D. 1860 wird gegen Jahn Regensburg
immerhin keinen leichten Stand haben, wenn auch von einer Riederlage zunächst keine Rede ist. Teutonia München kann sich gegen Schwaben Ulm mit frischem Lorbeer schmücken. Schwaben Augsburg wird gegen den D. S. V. München die Segel streichen müssen.
Leichtathletik der Sp.-Dg. 1900.
ö. Die Lrichtathletilabteilung ter Sp'.elver- einigung 1900 kommt am nächsten Sonntag einer Startverpflichtung gegenüber dem Verein für Bewegungsspiele Wissen (Sieg) nach, indem sie ihre drei besten Mittelstreckler Peters. 2 e p- perling und Tönges zu den dort stattfindenden Siegerlanbkampsspielen entsendet. Die 1900er bestreiten die 800 Meter offen, Bep Porling und TöngeS evtl, noch die 400 Meter offen, sowie PeterS den Hochsprung. Ob sich die Gießener gegen die bestimmt zu erwartende Konkurrenz aus den westfälischen und rheinischen Großstädten (vor ollem Köln) werden durchsetzen können, erscheint mehr als fraglich. Hoffentlich sind sie dann wenigstens imstande, gute Zeiten zu erzielen.
B.f.B. Leichtathletik.
Don der Leichtathletik nehmen an dem am kommenden Sonntag in Wetzlar stattfindcnden Herb st Waldlauf des Gaues Gießen-Wetzlar Fischer, Müller. Adam. Mankel und L a ch m a n n teil. Für den Sieg kann normalerweise keiner der Genannten in Frage konnnen, den sich der bekannte Olympiatellnehmer Gerhardt von Weilburg nicht nehmen lassen wird. Ob sich einer von ihnen wird placieren können, ist fraglich, da die übrige Konkurrenz recht stark ist.
Sport an höheren Schulen.
Oberrealfchule Gießen — Realgymnasium Gießen 6:1 (1:0).
Die zahlreichen Zuschauer, die sich am Mittwoch auf dem Universitätssportplatz eingefunden hatten, erlebten einen unerwarteten, erbitterten Kampf, der in nichts einem Lokalkampj oder Punktspiel nachstand. Die Realgymnasiasten, die daS Spiel durchaus gewinnen wollten, lieferten in der ersten SpirWlste ein durchaus gleichwertiges Spiel. Rach der Pause waren di: Ober- realfchüler nicht mehr zu halten und erzielten bis zum Schlüsse zu dem Führungstreffer noch fünf Tore, denen der Gegner nur das verdiente Ehrentor entgegen stellen konnte. Die Stärke der Realgymnasiasten lag in ihrer >na:siven Derteidi- gung, die durch den Turnlehrer der Anstalt eine esondere Verstärkung erfuhr. Die Oberrealschüler zeigten nicht ganz das gewohnte Spiel: erst gegen Schluß konnte die Mannschaft mit ihrer Spielwcise gefallen.
Der Schiedsrichter hatte kein leichtes Amt, zumal erstmalig nach den neuen Regeln gespielt wurde: trotzdem konnte er bis auf einige Ausnahmen mit seinen Entscheidungen zufriedenstellen. _______
Wirtschaft.
Oie Krisis in der Lokomotivindustrie.
In der erst kürzlich abgeh.iltenen Tagung deS DerwaltungSrats der Reichsbahn-Gesellschaft ist festgestellt worden, daß die Reubeschafsung von Lokomotiven und Güterwagen auf das äußerste gedrosselt werden muß. Dies« Auffassung erfuhr nun nochmals ihre Bestätigung in der gestern abgeh rltenen Sitzung der Hauptverwaltung der Reichsbahn mit sämtlichen deutschen Lokomotivsabrilen. Dort wurde den Vertretern der Lokomotivsabriken erklärt, daß es unmöglich sei, sämtliche Werke zu beschäftigen. Ein dringender Bedarf der Reichsbahn an Lokomotiven sei nicht vorhanden, da noch etwa 1600 Lokomotiven überzählig seien, und mit Rücksicht auf die Finanzlage bei der Ausmusterung der Lokomotiven die größte Zurückhaltung geübt werden müsse. Für die nächsten Jahre kämen nut kleine Mengen bestimmter Lokomotiv- typen für besondere Zwecke in Frage, während der Rormalbedars aus Ueberständen gedeckt werden müsse. Eine Subventivnspolitik vermöge die Deutsche Reichsbahngesellschaft nicht zu betreiben. Wenn ihr auch an der Erhaltung einer deutschen Lokomotivindustrie gelegen sei, so sei die Anzahl der zu erhaltenen Werke doch Sache der Privatindustrie und nicht der Reichsbahn.
Die Konferenz hat also keine positiven Crgeb- nille gezeitigt. D'e kritische Lage ter Lvko- mvtivindustrie besteht we Icr. Die Reichsbahn ist nur bereit, durch einen gewissen Ausgleich ihrer Vergebungen die Zusammensassung in der Loko- motivindustrie zu fördern. Eie stellt sich dabei auf
den Standpunkt, daß der ganze Rationalisier tungsprozeh, die Ausforck-etung der Werke, ausschließlich Sache der Privatindustrie ist. Der Kreis der in Frage stehenden Lokomotivsabriken ist nachstehender: AEG.. Dodig, Hanomag, Henschel, Hrchenzollern, Jung G. m. b. H.. Krupp. KrauS, Linke, Maffei. Humboldt. Karlsruhe. Eßlingen, Ohrcnstein, Schwartzkopf, Hartmann. Schi- chau. Union-Gießerei, Bulcan. R. Wolf. Von diesen Firmen betreibt eine Reihe den Lokomoriv- bau nur als Rebenzwrig. Infolgedessen sind Rationalisierungswege. wie z. D. die der Waggvn- bauindustde. bei der Lokomotivindustrie mit ziemlichen Schwierigkeiten verknüpft. Hnb an Fusion ist bei der Derschiedmartigkeit dieser 20 Werke kaum zu denken Anderseits erleichtert das 2or» handenscin des Lvkomvtivbaues im Rebenbetriebe die Auslese, weil b*r Lokomotivbau ja für diese Liniernehmen nicht zur Existenzfrage wird. 'Daß die Bestrebungen in der Lokomotivindustrie nach einem Zusammenschluß des reinen Lokomotiv- baues gehen, ist schon aus der vor kurzem gegründeten Arbcirsgemeinschaft Henschel-Schwartz- kopf-Mafsei zu ersehen. Immerhin wird sich fern Werk, wenn nach der jetzigen Lage neue Kon'en- tra ianebestr.bungcn au tauchen, b.reiifi de -, ohie finanzielles Aeguic-a.ent seinen Betrteo einzu- schränken. Einen sinnvollen Ausgleich zu dem Vodchlage der Reichsbahn, „bah die Lokomotiv- industrie sich zu fünf regionalen Gruppen zusam- menschließen solle, von tenen bei jeder nur eine Fabrik die Produktion sortzusetzen hätte", zu finden, ist daher sehr schwierig, und nur privatwirtschaftliche Logik wird ihn finden können. Man dad daher gespannt sein, wie w:it bis zu der in der ersten Hälfte des MonatS Oktober vorgesehenen Sitzung der Deutschen Lokvmvlivbau-Ver- emigung die Vorbereitungen zu einer Verständigung in der Lokomotivindustrie gediehen sind.
*
** Keine Auflösung her Kugellager- konoention. Die Kugellager- und Roll-Lager- konvention waren zwei Tage in Düsseldorf zu einer Sitzung versammelt. Entgegen verschiedenen Mel düngen der letzten Zeit ist festzustellen, daß weder von einer Auflösung der Konventionen, noch von onstigen inneren Schwierigkeiten die Rede war, andern daß lediglich die laufenden Geschäfte in der ;ewohnten Weise erledigt wurden. Eine Erhöhung )er Preise wurde nicht beschlossen, obwohl das Preisniveau für Kugellager und Roll-Lager unter dem der Vorkriegszeit liegt.
* Kein Preiserhöhungsantrag des Rheinischen Drauniohlensyndikats. Wie WTD.-Handelsdienst erfährt, besteht beim Rheinischen Draunkohlensyndikat nicht die Absicht, zu der am 27. September stattfindenden Sitzung des Acichskohlenrates einen Antrag auf Preiserhöhung zu stellen.
* Gründung der Zentralbank Deutscher Industrie A.-G. Mit einem Aktienkapital von 17,5 Millionen Mark wurde gestern in Berlin die Zentralbank Deutscher Industrie A.-G. gegründet, deren Aufgabe es in der Hauptsache ist, die mittlere und kleinere Industrie durch Gewährung langfristiger Kredite, insbesondere zwecks Förderung des Exports, zu unterstützen. Gründer sind neben der International Ciermanic Trust Company die Mehrzahl der deutschen Staatsbanken sowie führende Privatbankhäuser. Auf- sichtsratsvorsitzender ist der frühere Reichsfinanzminister Dr. Peter Reinhold. Die Auszahlung an den letzten Kreditnehmer wird sich zwischen 88 und 89 v. H. bewegen. Die Verzinsung dürste ausschließ' lich einer Risikoprämie etwa 8 bis 8,5 o. H. betragen.
* Großbankenhilfe für die Ernte- finanzierung. In einer Besprechung, die gestern in Berlin zwischen der Derwaltuna der Getreide-Industrie und Eommission-A.-G. uno den ihr nahestehenden Banken stattgefunden hat, haben sich letztere bereit erklärt, bei der Durchführung des von der GetreideJndustrie und Comission-A.-G. mit den landwirtschaftlichen Genossenschaften verabredeten Programms für die Erntefinanzierung mitzu- wirken.
* A. Riebecksche Montanwerke A.-G-, Halle a. d. S. Die Generalversammlung der A. Riebecksche Montanwerke A.-G- Halle a. d.S„ aenehmigte den »Abschluß für das abgelaufene Geschäftsjahr und beschloß die Verteilung einer Dividende von 7,2 Prozent.
* Der französische Außenhandel. Rach der französischen Außenhandelsstatistik für die ersten acht Monate d. I. belauft sich ter Wert der eingeführten Waren auf 34 539 707 000 Franken für 32 063 649 Tonnen: das bedeutet gegenüber dem gleichen Zeitraum des Vorjahres einen Rückgang um 1 794 305 Tonnen. Die Ausfuhr beträgt 33 360 704 000 Franken für 27 289 671 Tonnen. — Gegenüber dem gleichen Zeitraum des Vorjahres stellt das einen Rückgang um 2 217 167 Franken, dagegen eine Erhöhung um 2 627 032 Tonnen dar. Die Statistik für den Monat August d. I. allein
weist einen Ausfuhrüberschuß von 5 969 000 Fran len auf.
Frankfurter T ursc.
Cigcnc Drahtmeldung des „Gießener SUiyeigcrd".
Frankfurt a. M., 21. Sept. Tendenz: überwiegend etwas fester. Nachdem noch vorbörslich eine gcoijie Unsicherheit geherrjchk hatte, im Zusammen- bang mit dem schwachen Schluß der gestrigen Reu- Yorker Börse und der dortigen "ieldmärktversteisuna, konnte sich zum Beginn des offiziellen Verkehrs die Haltung etwas bessern. Bei nicht einheitlicher Entwicklung waren auf den meisten Markten gegen die bereits etwa» erhöhten Kurse der gestrigen flbcnfr- dürfe Erholungen von 0,5 bis 2 o. H. zu verzeichnen. Von außen her dürften indessen nur vereinzelt Häuf- orbers vorgelegen haben. Da» Geschäft beschränkte sich im wesentlichen auf Deckungskäufe der Spekulation, die gestern offenbar einige Blankoabgaben vorgenommen halte. Einiges Interesse zeigte sich heute für Montanwerte, durch die höheren Forderungsziffern für August Horpener konnten 1,5 o. H., Mannesmann 1,25 v. H. und Pho- nir 1,75 v. H. anziehen. Am Elektromarkt waren AEG. 0,75 o. H., Fellen 1,40, Lahmeyer 1,75 v. H. und Siemens 1,5 v H. gebessert, während Stehl und Kraft und Gesfürel auf dem erhöhten Stand der Adendbörfe behauptet blieben. (Ehcmieroene waren vernachlässigt. J.-G.-Farben waren wenig verändert. Scheideanstalt waren etwas gedrückt. Ueberwiegend schwächer lagen auch Bankwerle. Reichsbank gaben 2 v. H nach. Auch Auloaktien rohren weiter eher angeboten. Kleyer minus 0,75, RSU. erneut minus 1 v. H. Etwas Kaufneigung bestand für Wayß & Freylag, die geringfügig hoher einsetzlen, im Verlaufe aber 2 vH anzogen. Deutsche Anleihen lagen still Am ausländischen '.HentcnmarH Anatolier lebhafter verlangt und weiter befestigt. Im Verlause konnten sich bei stillem Geschäft neue kleine Kurserholungen durchsetzen. Etwas reaere» Interesse machte sich für Elektrowerte geltend. Auch Reichsbank waren 1 v. H. erholt. Am Geldmarkt trat für Tagesgeld etwas größeres Interesse hervor, so daß eine Erhöhung des Sages auf 6,5 v. H. eintrat. Monatsgeld unverändert steif. Am Devisenmarkt lag das Pfund etwas schwacher. Mark gegen Pfund 20,349, gegen Dollar 4,1962, London gegen Kobel 4,8505, Paris 124,17, Mailand 92,76, Madrid 29,35, Holland 12,0990.
Berliner Börse.
Eigene Drahtmeldung des „Gießener Anzeigers".
B e r I i n , 21. Sept. Nachdem man noch heute vormittag und vorbörslich, begründet mit den anziehenden Geldsätzen in Neuyork bis auf 9 v. H. schwächere Kurse hören konnte, machte sich zu Beginn des offiziellen Verkehrs ein merklicher Stimmungs- Umschwung bemerkbar. Die Lage des Geldmarktes wurde günstiger beurteilt. Man rechnet zwar immer noch mit einer Erhöhung des Satzes, der übrigens erst morgen festgesetzt wird, glaubt aber nur an eine künstliche Verknappung seitens der großen Geldgeber. Verschiedentlich konnte man Großbanken als Käufer feftfteUen, besonders Montanwerke (Phönix, Harpener und Gelsenkirchen) wurden in größeren Posten aus dem Markt genommen. Auch in Fellen entwickelle sich, wie schon in den letzten Tagen, mit plus 3 v. H. ziemlich lebhaftes Geschäft. Aber auch auf den übrigen Märkten konnte man eher Deckungen der Spekulation beobachten, so daß die ersten Kurse im allgemeinen behauptet waren. Relativ schwach lagen Reichsbankanteile — minus 1,5 o. H. Anscheinend drückt hier anfangs des Monats per Ultimo gehandelle Ware. Deutsche Anleihen ruhig, Ausländer fast geschäftslos. Anatolier fester und nach den Kursen auch lebhafter. Pfand- briefmartt unentwickelt. Der Geldmarkt war unverändert. Tägliches Geld 5 bis 7 o. H., Monatsgeld 8,25 bis 9,25 o. H. Warenwechsel etwa 7 o. H. Im Verlaufe konnten sich die Kurse allgemein etwas befestigen. Die anfangs bevorzugten Werte lagen um Bruchteile eines Prozentes hoher, wenn auch von einem größeren Gcfchäftsumfang nicht die Rede fein konnte. Außer der Geldmarktlage wurde auch die politische Situation eine Kleinigkeit besser beurteilt. Reichsbank holten ihren anfänglichen Verlust etwa wieder ein Sonst fielen durch Lebhaftigkeit noch Deutsche Erdöl. Gelsenkirchen und AEG. auf.
7 Hurter Gctrc'dcbörsc
Eigene Drahtmeldung des „Gießener Anzeigers".
Frankfurt a. M.. 21. Sept. Tendenz stetig. Bei tvc i t veränderten Auslandforderungen war die Marktlage zum Wochenschluß ftetig. DaS Geschäft war außerordentlich still, da die Händ- lerschast bei weiter großem Angebot nur den nötigsten Bedarf deckt. Die Preise blieben vollkommen unverändert. Es wurden notiert: Weizen 22,25. Roggen 22. Sommergerste für Brauzwccke 26. Hafer inländ. 21.75 biS 22.25. Mai» (aelb) für Futterzwecke 20. Weizenmehl, süddeutsches Spezial 0 33 bis 33.50. Roggen mehl 3025 bis 31. Weizenkleie 12,90, RoggenNcie 1325.
Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse.
________hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt belchloffenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 7 Prozent. Lombardzinsfuß 8 Prozent.
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