Ausgabe 
21.9.1928
 
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Aus der Provinziashaup<stadt.

Stehen, den 21. September 1928.

Jm häuslichen greife.

TDieber Hot da» Leben In den vier Wänden durch bi- zunehmende kühlere 3a6r;<)«U er höbt« Tktfcutuno gewonnen. Dl« Fami i: findet ,,ch namenllich in den Abendstunden länger bei» lammen, al» im Sommer. Um der Larnpc Schein frdl gemütliche Wärme. Behag ichkrit wohnt in den bekannien Räumen, und nun entfaltet sich da» Unaussprechbare und schwer zu schil­dernde. was man Familienleben nennt

Sv sollt« man eigentlich schr i ben können. Aber leider ist die Wirk'ichk.-i: meiK -an, ander». Taufen dc und Abertausende Familien hau'en heutzutage tn engen Wohn- und Aaumverhält- nis en. unter LevenSbebkngungrn dir ost nicht einmal da» Aotweni.i,1te gestalten zum anttändi- qen Wohnen und Schla'en. Frau Sorge sitzt mit am Tisch« in der 'oa. Wohnküche aber auch darüber möge man sich klar ein im kühlen, untrirtlichen Salon de» Reichen, der stündlich um lein» Giiftenz zu 'orgen bat. In wieviel Oelen mag kern Feuer brennenI In wiev.ei leeren Stuben mag di» Dascinsnot von nackten Wänden grinsen. ,

Und gleichwohl Ist di«s« materielle Not wohl noch das kleinere lkb-1. Schlimmer, unendlich bat ganz« Volksleben schädigender ist die Erscheinung, daß in der Gegenwart da» Familienleben oielsoch ertötet ist. Da treten Söhnchen und Töchterchen, die etwa» verdienen, mit Ansprüchen auf, die sie erfüllt Jhab« wollen, sie streben hinaus in die vergnugenssuchltge Nacht und meinen, man wolle ihnen nicht» gönnen, wenn man sie mahnt, doch daheim zu bleiben. 6ie flattern eitlen, nichtssagenden Freuden nach, bie Geist und Körper entnerven. In unge.zahlten Fallen genügt- ein freundlicher Blick, ein gute» Wort, eine ausgehellte Miene, um in die vier Wände die Har­monie des Zusammenleben» zu zaubern, da» schon ist wenn auch die Verhältnisse selbst AU roünldicn üb'riglossen. C» fehlt dort, wo noch am ehesten der Geist guten Familienleben» Einzug halten konnte, meist an den Menlchen selbst. E» fehlt am Willen zum (Buten; Eigensinn und Rechthaberei sind recht häufig Trumpf.

So ist die Gegenwart, allerdings nicht die ge­samte, heute dem Familienleben entfremdet. Hier zu ändern und zu mahnen, ist solange unnütz, als nicht die Menschen selbst daraus kommen, welch' einer Freude sie sich berauben, wenn sie sich nicht das lieben gegenseitig angenehm zu machen verstehen, rg.

Der Keuchhusten.

Zu Ausgang bc» Gommers, zu Beginn bei Herbste» pflegt alljährlich ein unwillkommener Gast seinen Einzug zu Pillen gehäuft tritt der Keuchhusten zu dieser 3afyrc*tcit auf. eine Ctfranhmg. bie zwar beim Schulkind im all­gemeinen ohne schtveve Folgen zu verlaufen pflegt, wohl aber unter den Säuglingen und Klein­kindern alljährlich Tausende voii Opfern b'ilcht.

Gekennzeichnet ist der Keuch- oder Stickhusten durch SSuftcnanfäHe, die stoßweise einsetzen, tn allmählich sich mindernden Zwischenräumen. 3m Anfang färbt sich das Gesicht de« Kindes bläulich unter Anschlpellen der Halsabem zwischen den einzelnen Huftenslöften nngt da» Kind angstvoll nach Lust, wähnend es einen eigentümlich krähend- kicksenden Ton ausstöstt. Di« Augen w-rden rot und verschwollen, lang wird die Zunge hrraus- aestreckt. und nicht feiten wird durch den Druck Der unteren Schneidezähne auf die heraus ge­streckte Zunge ein charakteristisch^ Geschwür am Zungenbändchen h.-rvorgerufen. 3m Krampf schüt­telt sich der ganze Körper, mit dem Husten wird glasiger Schleim ausgeworsen und Erbrechen er­folgt. Damit ist zumeist der Höhepunkt des An­falls überwunden; der Husten unb bi? übrigen bedrohlich erscheinenden KrankheitSshmptome klin­gen ab. erschöpft und ermattet ruht das Kind au»

Die Anfälle Mimen sich im Verlaus von 24 Stunden zwan-ig- und mehrmal wiederholen. Be­sonder« nachts tritt der Krampfhaften am quä- Irnbftcn auf und beraubt das Kind und damit auch btt Eltern des Schlafes.

Drc Heftigkeit der Anfälle läßt nach einigen Wochen na<5. aber häufig bauert eS noch zto.i bis drei Monate, bis der Keuchhusten endgültig vorüber ist. 3t nach der Schwer? und Häufigkeit der Anfälle wird der Körper drs Kindes durch Gebrechen und Schlaflosigkeit geschwächt. Doch immer wieder trifft man keuchhustenkranke Kin­der. die trotz der qualvollsten Erscheinungen keine nrnncnünxric Beeinträchtigung ihres Llllqemein- beftnben» aufweisen. Auf alle «Fälle wird der Arzt eine besonders nahrhafte, doch leicht ver­dauliche. nicht krümtllge Kost anordnen.

Dir Zahl der gegen Keuchhusten empfohlenen antttcl ist austerordentlich grost; ein Beweis, da st es immer noch kein absolut sicher wrrkendes Heil- Deriobren gibt Allgemein st.hen jedoch die Aerzte auf dem Standpunkte, dah die dauernde Zufuhr frischer Luft bei Tag und Aacht den günftitften Ginslust ausübt 3a. man hat sogar empfohlen, die keuchhustenkranken Kinder im Fluazeug für halbe Tage in groste Höhen mitzunHmen, eint Methode die die Dauer der Erkrankung er­heblich aölürzen sott. Heberbaupt w.rkt ein Mi­lieuwechsel fast stets recht gut auf den Verlauf ber Krankheit zumal auf die nervösen Symptome.

Gesunde Kinder müssen von den Keuchhusten- kranken ferngehalten wrrden; nicht allein um ber unmittelbaren AnsteckungSg fahr willen, son­dern weil auch die Alöglichkeit besteht, dast durch ein keuchhustcnkrankes Schulkind in der Klasse eine .seelisch" bedingte Hustenepidemie hervor- gerufen wird. Or. M.

Naturschutz und Gchule.

Man schreibt unS: Die Staatliche Stelle für a;u7denkma.vflege :n Preußen, die von dem Bio- oa?n Pros. Dr. Schoen ichen in Ber-ui ge- e:.'t WI-L- ist be'onders bemüht, die Schule in den J.cnst des Aaturichuyes zu stellen. Wit VaS mög..ch und auch vielerorts schon gefdxben »st. >aS zeigt die Ausstellung ..Naturschutz und ck ch u le", b c auf dem zweiten Deutschen fchuytag in Kassel vergangenes 3ahr graste -Bc- ach.ung gefunden hat. S e gab ein umfassendes £ub von der Arbeit der Schulen aus dem (Sc- biete deS Uatuc- und Heimatschuyes. Sin Teil der wertvollen lehrreichen Ausstellung ist er­hallen geblieben und konnte bisher in den ver­schiedensten preusti'chen Provin städten In Verbin­dung mit Aaturlchutz.chrgängen anregend wirken. Sehr au begrüben ist es dah auf Wunsch hexi­scher Aaturschutzfreunde b;e Wanderausstellung im Dovember dieses 3ahres nun auch nach Hes­sen, und zwar in die Landeshauptstadt fommL Sie will den am Hatur- und Heimallchutz inter­essierten Kreisen, vor allem der hessischen Leh­

rerschaft, den Schulen unb ben Forst beamten, einen Einblick in die praktische und erziehliche Aatur'chuyarbe.t bieten und Qbittgxmgen zu er- vlgre cher Tätigkeit auf bleiern Miete geben. Prof Dr Spilger vom Pädago-z.'chen Znstitut der Darmstädter Hocki'chule hat d.e Adlicht, mit ber Aalur'chutzausstc.lung noch eine Ausstellung .Die hessische Heimat im Bilde" zu peib.nben. b;e ebenfalls die Bestrebungen des TTotur- unb Htimat'chutzes unterstützen und för­dern loll. Hofienlt'ch erhält Prof. Dr. Vpil- aer dazu auch recht Dielt Bilder aus Ober-

essen. Alle an der Pflege der AtimoHiebe in- :erv<l er len Obcrhesten ober auch die an der DerlehrSwerbung beteiligten Krti'e finden hier eine dankbare Aufgabe. Dast unser schönes über­eilen recht viel zu einer Ausstellung, wie sie ge­plant ist. be.tragen kann, das hat ja seit 3ahrcn bie Beilage im Diesttner Anzeiger ..Heimat im Bild' bewiesen. (Wir begrüben die ge­plante Ausstellung in Darm ft ab t. 3edoch möchten Dir anregen. Siesten noch als Aus- tedunglort hinzuzunehmen um möglichst allen interessierten Kreisen den Besuch zu ermög- lidxn. Bei bet räumlichen Entfernung Oberhes­sens von ber Landeshauptstadt und bei ben schlechten Verkehr verbind ungen des nördlichen Oberhessens dürfte nicht jedem, der interessiert ist. die Aei'e nach Darmstadt möglich werden^ vor allem nicht den Schulklassen. Deshalb wäre Darmstadt für da» südliche Helsen. (Sieben für das nördliche Hessen und die oenachbarten preu- tischtn Gebiete voczufchlagcn. und zwar im 3n- teresse der Ausstellungen, die dann zwcisellos einen stärkeren Besuch erhielten. D. Aed.) Osberte Schule für Bewegungslunft.

Es ist tn unserer schnellebigen Zeit kein be­schämende» Zeichen, wenn auch ber ..moderne" Llensch von dem Entstehen neuer Gymnaftck- nftemc keine Ahnung hat Man kennt wohl Laban. Menlendiek. Tobt. Wenller u. a., unb >at sich inchr oder weniger mit ihnen und ihren Systemen veschästigt. »ab aber m unserer 'Hcd>- barftabt Marburg sich in aller Stille bie OSberte-Schule für BtwegungSkunst entwickeln konnte, entzog sich bisher unserer Äenntni».

Frl. Elli Pletz, die als Diplom-Gymiiastik- lehrorin au- ber Marburger Schule hervor­gegangen ist, hat am Mittwoch im Saale de» Lase Leib" mit drei Schülerinnen deS Osberte- Systems den Verlach unternommen, Diesten mit dem SystemOebette" bekannt zu machen. Die Vorführungen, die nach kurzen Erläuterungen von Frl. 3nge Cangemat folgten, bewiesen, dast da» Osberte-System mit Aecht Beachtung verdient. Din fleiner Ausschnitt einer Osbertc- llcbungsstunde brachte Lockerung»- und Span- nungÄübungen. sow« Atemübungen, denen man eine bevorzugte Pflege zuweist. Sehr zweckmäßig wurden bie zu Ucbungätolgen auch Studien zusammengestelltenDruck- unb Zugübungen". ..Stost- und Zugübungen", bie Stpstbewegungen empfunden Die..Stilisierten ArbeitSbewegungen" konnten sehr gefallen. Fein he raus gearbeitet war dieDongstudie", die sehr überzeugend wirkte und .zeigte, wie mit einfachen Mitteln hoch­stehende Leistungen erzielt werden können. Sie fl-olgt der Darbietungen, die in verständnisvoller Steigerung allmählich ihrem Höhepunkt zu­strebte, brachte nun ..Akrobatische Hebungen, die zwar, wie auch betont wurde, den Rahmen des Erreichbaren weit übersteigen, ernteten aber verdient entlasten reichen Beifall, denn He stellten außerordentlich« Anforderungen an die junge Os- berte-Schülenn. die aber spielend gemeistert wur­den. Diese Prachtleistung führte zum Kunsttanz über, dem offensichtlichen Ziel des OSberie- Systems. Was hier gezeigt wurde, machte den Abend zu einem wirklichen Denust. Sin von Frl. Pietz gezeigte»Präludium" von Ehopin führte stimmungsvoll in daS Debiet be» Tanzes ein. Die GroteskeGefesselte, dargestellt von Frl. Langemak. muh als formvollendet be* zeichnet werden unb fand nach stärkstem Ein­druck lebhaften Beifall. S» war eine reife Lei­stung. bie der Künstlerin, sowie ihrem Lehrer alle Ehre machte. Dine EinlageDer Harr bot länzcri'ch tot 'ging l-ch zu sehr in Wiederholungen unb hinterliest so den Eindruck des Eintönigen, ohne jedoch der Darstellungs­gabe ber Künstlerin irgendwelchen ^lbbruch zu tun. Allerliebst wurde eineHumoreske von Frl. Pietz und Frl Langemak als Schluß- stück des Abends geboten; ein« völlig abgerun­dete Leistung, bie Anklang bei den sichtlich er­freuten Zuschauern fand Frl. Maternus am Klavier begleitete mit feinem Verständnis tue einzelnen Darbietungen.

Arbeitslust und Schaffensfreude ft an ben als Leitstern über den Vorführungen, bie bei innerer Anteilnahme freudbetont zur Gestaltung kamen. Sri. Pietz fand dankbare Zu'chauer, bie. zahl­reich erschienen, mit ihrem Beifall nicht zurück- hielten unb erkennen liehen, bah man aixb einer gröberen Veranstaltung betOsberie^chule 3n- teic fe entgegenbri.igen wirb. Es unterl egt keinem Zweifel, bah bieO8berte-d)ule sich bei ziel» klarem Dege bie ihr geziemende Beachtung er­ringen wirb.

Tatra für Latasiag, 22. Lrptrmbrr.

1792: der französische Nationalkonoent prokla- miert die Republik: 1842: der ehemalige türkische Sultan Abdul Hamid in Konstantinopel geboren: 1862 Aufhebung der Sklaverei in Amerika durch Abraham Lincoln: 1884: der Reichskunst- wart Edwin Redslod in Weimar geboren: 1914: Äapitänleulnani Weddigen. t*r Führer be» L'-Soote» 9, vernichtet drei englische Panzer bei Hoek van Holland.

toornothen.

Tageskalender für Freitag. Katho­lisches Vereinshaus: Gastspiel ..Brcsigs Abenteuer , 8 Uhr. Lichtspielhaus, Bahnhofstrohe: ..Der selt­same Fall eines Arztes". Aftoria Lichtspiele: Tragödie im Zirkus Royal.

Bürgermeister D r. 3 re 0 ist von der Aeichs^nstait für Arbeitsvermittlung unb 2r- beilslcscnVersicherung in Brri.n mit Kr Leitung des Arbeitsam: es Frankfurt a. M. beauftragt worden. Herr Dr Frey hat zu diesem Zwecke einen längeren Urlaub von der b eftgentobt- icnpaltung erbeten. Ob diZer Urlaub zum end­gültigen lieber!ritt zu der R ichsanstalt führen wird bleibt küns.iger Entschließung vvrbeh^ten. Dr. Frey tritt lernen Dienst in Frankfurt a M. in diesen Tagen art

Der neue Leiter des Arbeits­amtes Diesten. Herr Dues. bisher Ge­schäftsführer des Oeflentlichr-i Arbeusnachtoci cs in Harburg-Wilbclmsvurg. wird am kommenden Dienstag in sein h»esiges Amt eingefübet Der

neue Arbeitsamt Flett er tnlrb <«n D' e:ckkbureau wi ber Räumen des Arbeitsamtes in der Allen Klinik Haden

Schulrektvri. 2L Hermann Weyl Am Mittwoch ist in Grohen-Bufeck der Schul- reftor L X Hermann Wcy 1 nach kurzem Krankenlager entschlafen. Der Heimgeaangeve wurde am 10. Zanuar 1349 in Emmerichenpain i Westerwald' geboren. 3n seinem Deburisort besuchte er bie Volksschule. Aach feiner Sntla fung au» ber Schule trat er in da» Lehrerseminar zu Illingen dn unb bestaub bann im 3uli 1879 ba» Staatseramen al» Lehrer der Volksschule. Hierauf war er an verschiedenen Schulen in Preuhcn tätig, b«» er Ende 1883 ferne letzte C'.e'.le In Battenberg a. d ®b?r aufgab und au» dem preuhifchen Schuld enft aus>chi.d 21m 1. 3anuar 1889 übernahm <r eine Schul stell« in Wiefeck und trat btermit in ben tzr'üchrn Schuldienst über. Während der langen Fahre, in denen er in Wiefeck unter den schwierigsten Verhältnissen wirkte (die Schulllas «n waren damals nicht selten bi» 80 Schüler stark», bat er sich durch seine äuherst« Gew s'enhastig'eit und Pünktlichkeit de vympatbie aller erworben; seine vorge'etzte Be­hörde belohnte ibn am 29. 3uli 1911 durch (eine 6rre.mung zum Haupt.ehret an ber Wl ecker Schule. Diesen Posten ner'ah er noch in ben ersten 3aHren des Krieges bis er am 1. Oktober 1917 unter Verleihung des Titel» Aektvr in ben wohlverdienten Ruhestand trat. Aicht allein um die Schule, sondern auch um den Primi chen Obstbau und um die Bienenzucht bat sich der nun Devcwigt« grobe Verdienste erworben. Den Organtftcnbiinft bat er lange 3abrr versehen. Auch für die Heimatgeschiwte von Wiefeck hat er Wertvolle» geschaffen. Seinen Lebensabend verbrachte er bei feiner verheirateten Tochter in Grohen-Duseck. Die Beisetzung findet in Wiefeck statt, da» ibm zur zweiten Heimat geworden war. Das Andenken an ben Dcrbientcn Schulmann wirb in Wiefeck unb barüber hinaus in dank­barer Erinnerung bleiben

Rückkehr au» dem Manöver Unser 1. (Hess.) Grenadier-Bataillon trifft nach Schluß der diesjährigen Manöver am morgigen Samstagabend 7.25 Uhr wieder in Gießen ein.

Wieviel Zeppelinluftschifs e gab e» bi» heute? Diese Frage, bie dieser Tage an un» gerichtet wurde, ist wie folgt zu beant­worten Der .Gras Zeppelin" ist bas 127. Luft­schiff, ba» von ber Zeppclinwerst in Friedrichs­hafen b^rgestcllt wurde. Da» 126. wurde nach Amerika geliefert und fliegt dort alsLos Ange­les". Dis zum Kriegsende wurden von ber Zep- pelrnwerst 66 Zeppelin-Luftschiffe für die Manne und 35 für das Lanbbeer gebaut unb an bic Heeresverwaltung abgeliesert. Das Diktat von Versailles bebuioerte ben Zeppelinlu ft schiff bau nach ban Kriege außervcdcutlich stark, fo baß bamaU nur wenig gebaut werden konnte. Z 114 unb Z 121 muhten seinerzeit an Frankr ich ab- gellesert werden, ba# eine bavon explodierle. von dem cmderen hat man nie wieder etwa» gehört. Z 120 wurde nach 3taüen abaeliesert unb ist dort coenfaU» verunglückt. Bei dieser Ge­legenheit sei darauf bingetoltfen, dah bei dem bevorstebendcn wahrsch.inlichen Flug deS .Gras Zeppelin über unsere Stadt die Glocken unserer Kirchen zur Begrüßung be» Luftschiffes läuten werden.

Gießener Pferdewarkt-Lotterie. Die zehn ersien Gewinne fielen der Reihe nach auf folgende Nummern 11 547, 8844. 6900, 6716, 13 985, 11 501, 3104, 1609, 502, 9557.

Der Milchliefer streik im Kreis« Gieh«n bei gelegt Wi« wir hören, haben die Dcrhanblungen zwischen Vertretern des Hes­sischen Lanbbundes unb ben Molkereien zu dem Ergebnis geführt, bah bie Forderungen der Land­wirtschaft anerkannt und bi« Milchlieferungen wieder aufgenommen worben sinb.

* StraßenhersteHuna. An der Herrich­tung der Kaiserallee von der Moltkestraße an auf- wärt» wird zur Zeit fleißig gearbeitet. Nachdem an den Doraufgegangenen Tagen die Fahrbahn neu ein- geebnet wurde, ist am Donnerstagmorgen mit der iiieinpflosterung begonnen worden. Beide Straßen- feiten werden mit neuen Randsteinen versehen unb frhaöbaile Konalrohre und Sinkkasten Heb ft Ver­schlüssen durch neue ersetzt. Die Uebrrgängc an den in die stoisernllee einmündenden Straßen werden gleichzeitig mit hergerichtet. An der Karl-Vogl Straße mußten zwei dicke Äaftünienbäumt, die hindernd im Wege standen, gefällt werden. Der obere Teil der Kaiserallee, nom Alten Rödger Weg ab, ist bereit« fertiggestellt später soll auch dieser Teil der Straße, der jetzt frisch geleert ist, mit der (Brünberatr Straße bi» zum Heyerweg mit Kleinpflaster versehen wer­den. Aus dem Bürgersteig der linken Straßenseite wird ein unterirdische» Kabel für elektrischen Kraft- ftrom für Fernleitung bi» zum Schaltehauschen an der Straße nach Rödgen gelegt. Die Fertigstellung der Arbeiten wird voraussichtlich noch einige Wochen dauern. Die Umleitung de» Fährverkehrs erfolgt bekanntlich über denKugelbergLicher Straße

CF t n Holzhaus wirb gegenwärtig auf dem sog.Profcfforeneck" an der Straße nach Radgen (neben dem Heyerweg) errichtet. Das (Bebäube, ein sog. schwebifck.er Blockbau, ist zweistöckig unb enthalt In jedem Stockwerk drei schone, geräumige Zimmer mit Küche bzw. Badezimmer sowie Veranda, und ist zum Aüeinbewohnen oorgeschen. Die Holzkonstruk­tion 9 Zentimeter starke Ballen mit Ruten jum 3nemanbcr'd)ieben (deutsche Gedirgskieser, in 600 Meter Höhe gewachsen, eine Holzart, die sich für diese Art von Bauten vorzüglich eignet) ist auf einem Fundament au» Ziegelsteinen aufgebaut An Stelle de» inneren Verputzes wirb eine log. flüssige Tapete aufgctragen. Die Herstellung eine» solchen Holzhauses lall etwa sechs dis acht Dc-chen bean­spruchen, und bie Baukosten einschließlich Autogarage 2021 000 Mark betragen. Der Bauherr bes h,er bi» jetzt einzigartigen Bauwerk» ist ein auswärtiger Lehrer. Die Bauardeiten werden von der Firma Holzbauwerkc in Darmstadt au»geführi. -Sehnliche Bauten wurden bereits von derjelden Firma in Darmstadt und Arheilgen errichtet. Da» Gebäude paßt sich trotz der Verschiedenheit be» Baumaterial» In seiner äußeren Form den an der Straße bereits erbauten Häusern an unb macht einen freundlichen, gewinnenden Eindruck

lorijermäfeiaung der Deutschen Reichs post. Der Rcichspostminister Hot dem Ver- wallung»rot der Deutschen Reichspost eine Vorlage zugehen lasten, die vor allem den Fortfall der For­derung einer Miadcstoe'prachzahl im Fernsprech­verkehr vorsieht. Den Tellnehmern werden nur bie tatsächlich geführten Orisgesoräche berechnet. Fer­ner werben bie einmaligen Äppanttbeiträge, bie bet Herstellung neuer Anlchiüste zu entrichten find, er- hcblid) berabgetcBl. Schließlich wird bie Einrichtung östenUichrr sprechftellln auf dem 'lachen Lande wesenrllch verbilligt Im Pokekverkehr wird die Ge­bühr für unoerfiegeüe Wertpakete ermäßigt werden.

Empfänger bk Ihre Taffte negelmSstsa von ber Post abyolen, fallen eine Vergütung erhalten

Verkehrsunfall. Sin Zufammeistlatz , wtltten einem Motorrad ahrer undetn< r Bauers- ' rau cr.igmte sich am Vlitirvochnachmittaa tn der Mclttcllraßc. Dori suhr rin Motorradler In mäßiger Geschtotickngkeit vor chri'tSmästtg auf der rechten Fahrbadnie tc tn der Richtung nach der Kaiserallee. alS vlvdlich von ber gegenüberite- genben Irclioirseste aus eine Bauersfrau^ mit einem Korb voll Ostst auf d.m Kopse b:n Fahr- darnin langsamen Lchr.ttcs in gerxiber Linie über­querte. Tvr Jtrafiabrer gab sofort zahlretche Warnungssignale dir aber von ber Frau, welche weder links noch rechts um sich b ickte nicht beachtet wurden. Es kam zum Zusammmstvst. bri dem ber Met>rradler mit seiner Maschine stürz'« unb sich Tkrietzungcn am Kopfe unb Ver­stauchungen an ben Aänbcn unb B einen zu zog. Die eben'all» gefallene Frau criitt eine kleine Kopfwunbc. Dl« (14) erst nach bem llnglücks- sall herausstrlltr. war die .Frau fäxnerbäna jedoch trug sie nicht ba» für Schwerhörige dn- ae'ührte Warnungsbanb am Arm. Der b bauer- llche Vorfall sol'te allen Schtorrh^rigen eine er­neute Mahnung fdn. nicht ohne da» Darnungs- band auf die Strafte au gehm. und zwar um Der eigenen ei jx*rbcit willen, aber auch im 3nhrd e eines ungdäf rdclen Fährverkehr». Leb tgens («t bet dieser Gelegensten betont, bah es sich für alle Mitbürger emb'eMrn würbe, vor bem Heber» queren ber Fahrbahnen erst einmal nach links unb rechts zu sehen um sich über dm Fahrzeug- Verkehr zu vergewis'em. Aach dieser Alchnnig Sn lassen viele Passanten immer noch iegti4)e

orsicht vermissen

Konzert in bet Un iversitäts- Aervenklintk Gießen. Man berichtet uns. Di« Defangvereine unte eS Vororte» Ä em-Vinbeit pflegen nicht nur tn ihren eigenen Aeihen Ge­selligkeit unb Gemüiltchkett. sie sind sich auch be- wuftt, baß der Gesang uns au» der so oft un» sruchtbarc.i Ebene aflläglicben Geschehen» zu lich­teren Höhen zu geleiten berufen ist. Befonbets trifft bie« zu, wenn es gilt, Kranke aufzuheitern Darum werben auch weitere Äreite Anerkennung zollen, wenn Männergcfangverein« ben 3n|af1en unterer Universltäts-Vervenkllntk für Stunden eine Ablenkung bringen. Sv haben bn anerken­nenswerter Weife am 2. September ber Gesang­vereinEintracht Kiein-Linben, unter Leitung seines Dirigenten. Herrn Leib, unb letzten Sonn­tag ber Gesangverein ..Arton" unter Führung des Herrn Aikolai in dieser Klinik einige Chöre gelungen, die nicht nur in textlicher Be­ziehung der Stimmung der Patienten angepasit waren, sondern auch schön und klangvoll vor­getragen wurden. Möge bie menschenfreundliche Einstellung dieser beiden Vereine bald Gemeingut aller Musik- unb Gesangvereine Giehen« und der näheren Umgebung werden!

Berliner Börse.

Berlin, 21 Sept. (WTB. Funkspr.) Nach dem etwa» freundlicheren gestrigen Abendoerkehr herrscht heute früh die übliche Gcschäftsstllle. Die Spekulation bleibt zurückhaltend und zeigt keine Unternehmung» lüft, zumal von der letzten Neuyorker Börse keine Anregung ausgehen konnte. Kurse sind noch nicht zu hören. Am Devisenmarkt nennt man Pari» 124,1650, Mailand 92,75, Spanien 29,33, ba» Pfuub 485,03 unb ben Dollar 4,1958.

Kirchliche Nachrichten

Israelitische Rrliglonsgrmrtabe. Gottesdienst in der Synagoge (Südanlage) Samstag, 22. September. Vorabend 6 Uhr; morgens 8.30; Predigt; abend» 6.30 unb 7.10 Uhr

Israelitisch« Religlon»gescll(chaff. Sabbatseier den 22. September. Freitag abenb 5^5 Uhr; Samst.ig vormittag 8; Predigt: nachmittag» 4 Uhr: Sab­batausgang 7.10 Uhr.

Die Wetterlage.

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Wettervoraussage.

Di« Kaltlusnnasten an ber Vorderseite de» nord- westeuropäischen Hochdruckgebiete-, die heute morgen bi» zur Oder ooraedrungen sind, verursachten weiter Temperaturfall, yn unserem Gebiet und stellenweste im westlichen Deutschland lagen die Berte nur um 5 Grad Eelsiu». Da sich das Hochdruckgebiet weiter gekräftigt und an Ausdehnung gewonnen hat, so ist in den nächsten Tagen noch kein Witlerungsumschlog zu erwarten. Vorwiegend aus dem Norden stam­mende Luftmafien hallen die Temperaturen weiter- bin niedria, die in der kommenden Nqcht nur wenige Grad um Null liegen werden.

Wettervorhersage für Samstag: Nachts frisch, tagsüber Erwärmung, meist heller unb trocken.

Ditterung»au»sicht«n für Sonntag: Keine wesentliche 2enberung.