Ausgabe 
21.6.1928
 
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** Straßensperrungen. Dom Ober- hessischen Automobil-Club G. D (21. v. D). Gießen, werden uns folgende Straßensperrungen mitgeteilt: LöhlbachHuirdLdors im Zuge oer Straße MarburgGemündenDad Wildungen für alle Fahrzeuge bis 30. 6.. Umleitung über HeinaHüttenrodeArnsfeld km 0,6 bis 1,6 und km 2,4 bis 3,4 im Zuge der Straße Mar­burg-Kirchhain für alle . hrzeuge halbseitig bis 26. 6.; SchmittenOberursel im Zuge der Straße WeilburgFrankfurt a. M. für alle Fahrzeug« bis 30. 6., Umleitung über Bad HomburgUsingen.

** Der F a cke l zug der Gießener Stü­de nt enschaft anläßlich der Sonnenwendfeier am heutigen Donnerstagabend wird nach Be­endigung der Feier am Disrnarckturm nicht in der vor einigen Lagen gemeldeten Straßenfolge, sondern durch die Rordanlage. Ostanlage. Moltke- straße, Kaiserallee, Ludtoigsplatz, Denen Baue, Sonnenstraße, Seltersweg, Westanlage zum OS- waldsgarten ziehen. Der Factelzug findet nur bei günstigem Wetter statt.

** Oberhessischer Gefchichtsverein. 3m heutigen Anzeigenteil lädt der Oberhessische GeschichtSverein zu allgemeiner Teilnahme an der Feier seine- 50jährigen Bestehens ein. Die ursprüngliche Festfvlge mußte aus gewissen Grün­den eine Aenderung erfahren, auf die besonder- Angewiesen wird. Samstag. 23. 3uni. findet ein Festakt im Großen Hörsaal statt, bei dem Privat­dozent Dr. Bach (Bonn) überSie Ortsnamen in ihrer Bedeutung für die Siedlungsgeschichte" sprechen wird. Für den Dachmittag ist ein Besuch «r Universitäts-Bibliothek vorgesehen. abendS

Uhr ein geselliges Beisammensein mit Damen imHindenburg". Bei dieser Gelegenheit wird Sie Alsfelder Iugendkapelle unter Leitung deS Herrn Ob:rreallehrers Dotter althessische Musik nach Handschriften au- der Urriversitäts- und Landes-Bibliothek - vortragen. Der Sonntag­vormittag ist von 10 Uhr ab einer Führung durch das Museum im Alten Schloß mit Erläuterungen von Prof. Helmke Vorbehalten Der Nach­mittag führt die Teilnehmer nach dem Schiffen­berg. Wie bei allen Deranstaltungen des Ver­eins, find auch bei dem Fest nicht nur dia 3er- einSmitglieder, svndern alles Freunde der Be­strebungen auch Damen bei freiem Eintritt willkvminen.

..Gebe Gott, er stellt sich hier bald mit heilen Gliedern ein. Ich möchte ihm gern persönlich die Hand schütteln."

_3m Laufe des Nachmittags traf neue Kunde über Staletti ein. Ein Gendarm zu Rad hatte ihn beob­achtet. Er fuhr in einem Landriolett, das heißt, er fuhr nicht, er drehte wütend die Kurbel. Als der Gendarm sich später nach ihm umwandte, sah er nur noch die Staubwolke, in der das Auto ver­schwand. Wahrscheinlich flüchtete Staletti nach Lon­don. Sein Steckbrief war bereits am Dormittag telegraphisch an sämtliche Polizeiämler gegangen. Der Rundfunksender würde ihn seinen Empfängern am Abend übermitteln.

Nachdem Dick einige Stunden wie ein Toter ge­schlafen hatte, nahm er eine sorgfältige Unter­suchung des ganzen Hauses vor. Die Zimmerflucht, die der verstorbene Lord Selford bewohnt hatte, lag im linken Seitenflügel des Schlosses. Eine eigene Treppe führte von dort in das Erdgeschoß hinab. Im rechten Flügel befanden sich die Raume für die Dienstboten. Hier wohnte auch der Ver­walter. Der Haupttreppe gegenüber öffnete sich eine schwere geschnitzte Tür in das Pninkschlafzimmer des Hause». Hierher hatten die Selfords Jahrhun­derte hindurch ihre Braute nach ihrer Hochzeit ge­führt, und in dem mächtigen Bett, das die ganze Mitte ansfüllte, hatten alle Stammhalter das Licht der Welt erblickt. Die» Zimmer hatte man Sobil gegeben, hier erwartete sie das Erscheinen de» letz- ten Lord Selford.

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Dick zog die Samtoorhänge beiseite. Da sah er, daß die beiden Fenster, m Die dos Abendlicht fiel, durch Eisengitter geschützt waren. Er rief den Der- waltcr herbei und erfuhr, daß sie noch zu Leb­zeiten des verstorbenen Lord Selford angelegt wor­den waren, als ein frecher Einbruchsoerstich gezeigt hatte, wie leicht das Zimmer vom Pottal aus zu erreichen mar. E» war der kostbarste Raum de» ganzen Hauses, allein die Täfelungen und Gobelin» waren ein Vermögen wett.

_ Dick öffnete die Fenster und rüttelte an den «staben. Sie waren so fest in das Mauerwerk Der- rammt, daß tagelange Vorbereitungen dazu gehört hotten, sie zu entfernen.

sorgfältig klopfte er die Wände ab, aber nir- genb« gaben sie einen hohlen Klang.

(Fortsetzung folgt.)

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bet 1. Mai 1028) gestellt werben, mtt Wirkung vom 1. Oktober 1927 entsprochen werden kann. Auch solche Waisen, die nur die Volksschule be­suchen, können die Erziehungsbeihilfe von 10 Mark monatlich erhalten, wenn sie ausschließ­lich aus die Rente und Zusatzrente nach dem Reichsversorgungsgeseh angewiesen sind, und wenn die mit dem Schulbesuch im Zusammenhang stehenden Kosten, x. B. für Bekleidung. auS deiil Einkommen der Waisen und ihrer unterhalts­pflichtigen Angehörigen nicht ohne Gefährdung ihrer wirtschaftlichen Verhältnisse bestritten wer­den können. Ferner wird die Bestimmung, daß für Kinder, die eine Mittelschule usw. besuchen, eine Erziehungsbeihilfe von mehr als 10 Mk. monatlich erst vom vollendeten 15. Lebensjahr an gewährt werden kann, mit Wirkung vom 1. Oktober 1927 dahin ergänzt, daß der Vollen­dung des 15. Lebensjahres auch der Liebertritt von der Volksschule in eine Mittelschule usw. gleich zu erachten ist. Einmalige Kosten, die durch die Beschaffung von Werkzeugen, Berufskleidung usw. bei Antrttt der Berufsausbildung ent­stehen, können bei der Bemessung der laufenden Erziebungsbeihilfe im Rahmen der Grundsätze berücksichtigt werden. Anträge sind an die amt­lichen Jürsorgestellen zu richten.

Gießener Wochcnmarltpreise

SS kosteten aus dem heutigen Wochenmarkt das Pfunde Butter 160 biS 180; Matte 30 bis 35; Käse (10 .Stück) 60 biS 140: Wirsing 20 bis 25; Weißtraut 20 bis 25; gelbe Rüben 40; Spinat 25 bis 30; Römischkohl 25, Bohnen 40; Spargel 120; Erbsen 40; Mischgemüse 20; To­maten 110: Zwiebeln 20; Rhabarber 20: Kar­toffeln 5 bis 6; Aepfel 35 bis 60; Kirschen 60 bis 100; Stachelbeeren 30; Erdbeeren 90 bis '20; junge Hähne 100 biS 120; Suppenhühner 100 bis 120; daS Stück: Eier 12 bis 13; Blumen- kohl 55 biS 100; Salat 5. bis 20; Salatgurken 30 bis 60; Ober-Kohlrabi 10 bis 15; Rettich 10 bis 20; das Bund: Radieschen 10 bis 15 Pfennig.

Dienstjubiläum. Architekt Heinrich, Breither konnte am Somstag aus eine 25- jährige ununterbrochene Tätigkeit bei den Wil­helm Gailschen Tonwerken A.-G. zurückblicken. Aus diesem Anlaß wurde dem Jubilar in dank­barer Anerkennung seiner unermüdlichen und er­folgreichen Mitarbeit seitens der Firma Kollektiv- Prokura erteilt und ihm ein Grinnerungsgeschenk überreicht, desgleichen von seinen Mitarbeitern zum Zecchen ihrer Hochschätzung eine Ehrengabe. Das Kreisamt. sowie die Industrie- und Han« delskammer Gießen sandten schriftliche Glück­wünsche. Diese Auszeichnungen wurden dem 3u-

bilcrr durch den Firmeninhaber. Dr. G. Dail, im Rahmen einer schlichten Feier bekanntgegeben, zu der in dessen Haus nach überliefertem Brauch der 3nbilat nebst Gattin uird die älteren Stn* gestellten der Firma geladen waren.

** Unfall auf dem Gießener Flug­platz. Bei bei; Landung des flugplanmäfjigcn Flug­zeuges der Linie FrankfurtKassel gestern um 13.30 Uhr war das Flugzeug im Gießener Flughafen etwas zu weit über den Platz gefahren und da­durch in den Graben gekommen. Es erlitt hierdurch einen Prooellerbruch. Weiterer Schaden ist nicht ent­standen. Dach Eintreffen einer Ersatzmaschine aus

..Erst der vierte, jawohl, aber ich hoffe, drei anderen sind morgen in meinem Besitz!"

..Wieso morgen? Das verstehe ich nidjtr

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3c be Zahreszctt hat ihre eigenen Schönheiten, aber auch ifjre besonderen Gefahren f ü r die Gesundheit. Beide beruhen auf dem Haupt­merkmale der Jahreszeit; das deS Sommers ist sie Hitz e.

..Der Sonne alles belebender Strahl" hat auch leine Tücken, die das von ihm abhängige organische Leben unter Umständen vernichten können auch daS menschliche. Ganz un­mittelbare Gefahr droht schon von zu heftiger Hitzeeinwirkung auf den Körper Bei Anstrengungen, namentlich auf Märschen, er­zeugt die strahlende Sonne den Sonnenstich, überhrtzte, feuchte Luft durchWäcmestauung" im Körber den Hitz ' chlag. Heute kommt dazu noch die besondere Schädigung durch Sonnen­bäder.

Der Sonnenstich beginnt mit Kopfschmerz und Schwindel. plötzlich stürzt der Befallene mit hoch­rotem Kopfe hin. röchelnd geht die Atmung. Beim Hitzschlag wird der Krarcke taumelig, sein Gesicht dunkelrot oder blaß (höchste Geftchr!). schließlich wird er ohnmächfig. In beiden Fällen bringt man den Kranken in kichle, frische Luft, möglichst in Durchzug, macht kühle Waschungen und Umschläge und ruft so schnell toic möglich einen Arzt.

Mehr oder weniger ausgesprochen können beide Zustände auch durch di« Sonnenbäder erzeugt werden; außerdem aber sieht der Arzt reden Sommer Hautverbrennungen verschiedener Schwere als Folgen des Sonnenbades. Diese übertriebene Mode der alles übertretbanben ..Jetztzeit", sich nackt stundenlang von der Sonne braten zu lassen, ist eine Darrheit. Solch« Son­nenbäder sind nur für bestimmte Kranke wirk­lich notig; sie aber bedürfen dazu ärztlicher An­weisung und sachverständiger Aufsicht.

Das beste Sonnenbad genießt der gesunde Mensch, wenn er im Sommer spazieren geht, leicht gekleidet, mit leichter Kopsbedeckung, wenn sein Kops die Hitz« nicht verträgt. Denn das Wandern ist die rechte Erholung der Sommerzeit! Aber es muß auch in rechter Weise geschehen. Richt in Massen, nicht über di« Kräfte des einzelnen, nicht zu Rekordzwecken, hingegen nrit rechtzeitigen und genügend langen Richepausen. Mancher wandert gern allein, zwei oder drei sind stets genug. Bor allem meide der Wanderer den Alkohol; er macht müde. Er bevorzuge Obst und Schokolade, als Getränk frisches W>-' t. Mineral- und Fruchtwasser oder Milch. Qi lehenden Gewässern trinke man nie. Flußwu,'er nur abgekocht ober filtriert. Gute Handutter sind heute leicht zu kaufen. Stark erhitzt und naß geschwitzt zur Ruhe ge­kommen, kühle man sich nicht plötzlich ab. setz« fid) keiner Zugluft aus. auch hüte man sich, sofort reichlich kalt zu trinken.

3m Sommerlächelt der See. er ladet zum Bade" und, von der Hitze gequält, folgen wir der Einladung gern«. Auch das Bad im Freien ist zugleich «in echtes, Vernunft- und naturgemäßes Luft- und Sonnenbad; das küh­lend« Rah hebt die Schädigungen der Sonnen­strahlung auf. Leider ertrinken jährlich viel« beim Baden. Darum merke man sich: Rie über­treiben! Jeder muß lernen, was er sich Zu­trauen darf; der noch unsichere Schwimmer sei nicht tollkühn! Man meide grundsätzlich gefähr­liche Stellen, Strudel und dergleichen. Wan schwimme nicht mit vollem Magen.

Eine unmittelbare Gefahr des Sommers ist auch der Blitzschlag. Daher verbietet ur­alte Weisheit, sich bei Gewitter im Walde oder unter Bäumen aufzuhalten. Doch braucht man nicht so große Angst vor dem Gewitter zu haben vor allem sorge man. daß das Kind schon ganz früh das Gewitter als etwas Harmloses anzusehen lernt. Denn die Statistiker haben aus­gerechnet. daß di« Aussicht, vom Blltzc erschlagen zu werden, nicht größer ist ate die. das große Los zu gewinnen.

Wie man sich in Kleidung und Woh­nung gegen die Hitze schützt, ist klar. Durch Kühlhaltung. Also: leichte, helle Kleidung! Aus Rot nur hüllten sich unsere Qllwordern das ganz« Jahr in Tierfelle. Warum aber tun das im Sommer unser« Damen? Wir haben doch ein hochentwickeltes Tuch- und Schneidergewerbe, das zweckmäßige Sommerkleidung für jeden Geschmack und Preis herstellt. 3n der Wohnung ver­hänge man die Fenster der Sonnenseite, lüfte auf der Schattenseite. Man schlafe bei offenem Fenster.

Mittelbare Gefahren der Hitz« be­drohen vor allem di« Ernährung. Das ist besonders für die Hausfrau wichtig. 3n der H'ye gedeihen giftige organisch« Keime. Krank­heit-- und Faulniserreger. die sich gern auf rohen tierischen Rahrungsmitteln, Fleisch, frischer Wurst, Käse. Milch usw. ansie­deln. Fliegen übertragen häufig solche Keim« mch legen auch ihre Eler auf diese Nahrungs­mittel. Diese halte man daher im Sommer nie auf Vorrat. Was man braucht, verwahre man, vor Fliegen geschützt, im Gisschrank oder im Keller. Vor der Zubereitung sehe sich die Haus­frau alle solche Ware gut an, prüfe den Geruch, fahnde nach Maden unb Eiern und wasch« kn« Ware mit frischem Wasser ab.

3m Sommer bevorzuge man P f lanzen- kost. Der Sommer ist die Zeit deS fri­schen Obstes. Alles Obst ist gesund; nur es muß reif und sauber sein. Kann man es nicht schälen, so wasche man es gründlich. Sodann: Alles Obst muß gut gekaut werden! Vor allem Pflaumen, Kirschen, Trauben und ähnliches. Kom­men sie bloß angebissen in einem flüssigkeits­haltigen Magen, so quellen sie. blähen den Ma­gen auf und können stark belästigen. Unreifes Obst enthält scharfe, ätzend« Säuren, darum meide man es ungekocht? Das ist eine alte Wahrheit. Gin altes Vorurteil aber lautet: Kein Was- fer auf Ob ft! Och glaube, vor, bei oder nach Obst getrunten, schadet es gar nichts, wenn man nur die angegebenen Regeln befolgt.

Ein erquickendes, sommerliches Labsal, da« Fruchteis, lasse man sich nicht von Angst­meiern verleiden. 3n nicht zu großer Wenge, in kleinen Bissen, die man im Munde ganz zer­gehen läßt, schadet es dem gefunden Wagen nicht.

Ein wichtige- Kapitel der Hygiene d«S Som­mers ist die SäualingSernahrung. Tier­milch verhirbt im Sommer rasch. Da erzeugt sie den so häufig tötlichen sommerlichenDrech- durchfall der Säu al i nge. Brustkinder er­liegen ihm nie. Darum, Mütter, stillteur« Kinderk Entwöhnt sie vor allem n^cht in den heißen Sommermonaten! Sollte es aber einmal aus triftigen Gründen nicht zu venneiden fein, so fragt den Arzt um Rat, tot« das Kind bei künstlicher Ernährung am besten durch di« gefährliche Sommerzeit hindurch­gebracht werden kann.

Gchndtzeiiliche Gefahren des Sommers

Don Reinhard.

Frankfurt konnten die Vassayiere thrr Reise nach Kassel fottsctzen. Um 5 Uhr war das beschädigte Verkehrsflugzeug bereits wieder instandgesetzt.

** Abonnementskonzerte unserer ReichSwebrkapelle. Wan schreibt uns: Für daS zweite Konzert. daS am Freitag. 22. 3uni, abends 8.15 U^r aus der Liebigs höh« statifindet. hat Obermusikmeister 266er eine reichlich ab­wechselnde Mufikfolge zusammengestellt, die jedem Besucher einige genußreich« Stunden bieten wird. 21 us dem Programm seien besonders hervor- qehoben: Ouvertüre zu .Suryantbe" und .DaS Glöckchen deS Eremiten", sowie die Fantasien ..Tannhäuser" und .Faust". Reben einem Violin­solo .Air Darie Rr. Zu und der beliebten Wufik au« der . Fledermaus" wird der Abschluß eine historische Marschfolge bringen, die vom Heeres- Armec-Musikinspizienten Professor Hacken- berger zufammengestellt ist. Spiel^it etwa 25 Minuten. Der Besuch der beliebten Konzerte kann empfohlen werden

** Der erfrorene Obertoa Ib deS Vogelsberge- mit feinen den Spätfrösten des Mai und 3uni zum Opfer gefallenen Rot- buchenwäldem bietet in seiner Äa&lbctt eine traurige Illustration zu unserem unfreundlichem Vorsommer. Kalt und rauh fegen Wind und Wetter, vermischt mit Graurein unb Hagel­körnern. durch die beinah« Hartloten Baum­kronen, unter denen hin und wieder noch Wind- buschröSchen und Maiblumen blühen. Von den Höhen deS VogelsbergeS schweift der Blick weit über bewaldete Hänge, deren Buchenwaldungen wie im braunen Winterkleide erscheinen und einen merkwürdigen Gegensatz zu den von der Iuni- sonne beschienenen buntfarbigen Wieieittälern bilden Hierbei läßt sich die Wahrnehmung machen, daß ein gerinaer Teil der Rotbuchen gegen das Erfrieren ihrer Belaubung unemp­findlich ist. so daß solche Buchenbestände, von oben betrachtet, auf braunem Grunde grünfieckia aussehen.

Ermäßigung der Gebühr für Ausstellung eines Passes Auf Grund von Verhandlungen zwischen der Reichsregierung und den Länderregierungen ist eine Giiugunq dahin erzielt worden, die Gebühr für die Aus­stellung von Pässen von fünf Mark auf drei Mark herabzusetzen Diese Gebühr gilt sowohl für Ginzelpäss«. wie für Fcunilienpäss«. in welche die Ehefrau und die noch nicht 15 jährigen Kin­der des Paßinhabers mit eingetragen werden. Die Geltungsdauer der Pässe beträgt regel­mäßig fünf Jahre Di« Reuregelung tritt be­reits am 1. 3uli 1928 in Kraft.

Schloßfest in Marburg. Am Sonn­tag, 24.3uni, kann unsere Rachbarstadt War­burg mit einem seltenen Programm auftoarten, so daß sich an diesem Tage eine Fahrt nach Marburg lohnt. Um 12 Uhr mittags wird =>u- nächst in der Freilichtbühne daS Spiel von St. Elisabeth aufgefilhrt. Rachmittags 4 Uhr spielt sich auf dem Schlohplateau ein Schlvßfest ab, bei dem HanS-Sach s-Spiele. bärgest eilt von den MitAliedem des SchloßparktHeaters, Männer- und Schulerchöve, Puppenspiele usw geboten wer­den. Außerdem finden im Schloßcafi und Bückings Gatten Konzerte statt, auch Gelegen­heit zum Tarrz hn Turnergatten ist gegeben. Karten zu den Warburg er Festspielen können in Gießen im DettehrSbureau und hn Rcise- bureau Loeb gelöst werden. Dr« Katt en zur Ausstellung ..Religiöse Kunst", di« täglich von 9 bis 5 Uhr nachmittags geöffnet ist. sind an Ort und Stelle zu Haven. Wan beachte hie heutige Anzeige.

** Austrieb zum heutigen FranE» surter Schlachtviehmarkt: 2147 Kälber. 95 Schafe, 763 Schweine, 101 Stuck Großvieh.

Deutsche Beteiligung an einem internationalen Schüler -Rodewett- bewerb. Deutschland ist in diesem Zähre zum erstenmal zur Teilnahme an einem Wettbewerb ungeladen worden, der hx jedem Herbst in Wa- fhinaton ausyetragen wird. Dieser Wettbewerb würbe Auerft tm Jahre 1924 eingerichtet, um da« Interesse der Jugend für die Bedeutung der Ver- fallur.gsfragen zu fördern. 3m Laufe der nächsten 3ahre haben sich ander« Staaten, tote Kanada. England, Mexiko und Frankreich an diesem Wett­bewerb beteiligt Das geschah in der Form, daß zunächst in jedem Laich ein nationaler Wett­streit stattfand, dessen Sieger zu dem internatio­nalen Wettbewerb entsandt wurde. 3n diesem

forb. Entweder wir sind bi» dahin tot ober wir haben die Schlüssel^, sagte Dick rätselhaft.

Der Inspektor sah ihn scharf von der Seite an.

Sie wissen mehr, als Sie sagen", warf er ihm vor.

Dick zog e» vor, zu schweigen. Er tat, als nähme ibn die Steuerung bes Autos ganz in Anspruch. Erst mußte er einem Bauern wagen ausweichen, bann galt es, einen Packarb abzuhängen, ber ihnen leinen Staub ins Gesicht spie.

Kurz darauf lenkte er feinen Wagen in die Ein­fahrt des Park».

Neu« Pflichten erwarteten Sneed im Hause.

Dicks erste Frage galt Mrs. Lansdvwn. Sie war vor einer halben Stunde mit Havelock eingetroffen und hatte sich sogleich zu ihrer Tochter begeben.

fand den Anwalt Im Wohnzimmer. Er durch maß den Raum mit sorgenvoller Miene, «eine klugen Augen hatten sich bewölkt.

Als er Dick sah, gab er sich einen Ruck.

Wissen Sie bas Neueste»^ rragte er ihn mit verhalten»^ otimme. Dick sah ihr. erwattimgsvoll an. .nuoeintf trat auf ihn HU unb packte ihn am Knopf feiner Jacke.Lord selford wohnt nicht im Jiti;, C ariton noiel. Man kennt feinen Namen

WMMklMkMWM.

Roman vdn Edgar Wattace.

Copyright by Wilhelm Goldmann, Verlag, Leipzig. 36. Fortsetzung. Nachdruck verboten.

Mißmutig begaben sich die beiden Herren zum Tatort und ließen fid) vom Arzt Bericht erstatten. Sneed ^atte sich nicht getäuscht. Mr». Hobt) war. wohl infolge von Schreck, an einem Herzschlag ge­storben. Inspektor Wilson, der die Aufsicht führte, hatte achtzehn leere Patronenhülsen im Obstgarten gesammelt. Dieser Fund stellte ihn vor ein Rätsel. Sneed löste es für ihn, indem er launig von dem nädjtlidjcn Sperrfeuer erzählte. Doch nun erfuhr er etwas Neues von Wilson. Cody war krimina­listisch durchaus kein unbeschriebenes Blatt. Aller­dings prangte er im Verbrecheralbum unter dem Namen Bertram. Seine Straftat lag indessen schon lange zurück. Er war einer der ersten in England gewesen, ber eine Korrespondenzschule eröffnete, und zwar hatte er vorgegeben, er könne jeden, ber ein Pfunb bezahlte, brieflich in der Kunst des Hnp, notisierens unterrichten. Es gibt keinen Leim, auf den nicht die Gimpel gehen. Sehr bald hatte er tausend Pfund erschwindelt, ohne bafe auch nur ein einziger seiner Schüler das Hypnotisieren erlernt hätte. Da griff ber Staatsanwalt zu. Sein Kam- pagnan, ber sich mit ihm den Erlös geteilt hatte, entzog «ich seiner Verhaftung burch schleunige Flucht. Der Kompagnon war staletti!

-Sieh einer an Staletti! sagte Sneed auf. horchend.

Erinnern Sie sich." fragte ihn Wilson, . daß wir ihn später beim Divisezieren erwischten? Lei- der war seine erste Straftat inzwischen schon ver- jährt."

Das sind ja merkwürdige Zusammenhänge?"

.Bi» in die allerletzte Zeit oerfehrten sie mit­einander". fuhr Wilson eifrig fort. ..Ich habe die Dienstboten erhört. Man hat ihn häufig gesehen. Allerdings kam er meistens des Nacht--, wenn sie ihre Zimmer schon ausgesucht hatten.

Wieso waren die Dienstboten gestern nacht nicht da?"

Ein Mädchen ist ertrankt, die anderen erhielten Urlaub. Zweifellos plante Cody ein Verbrechen, in

Sic gingen burch den Gatten.

Lorhin war Martin hier", erzählte Wilson wei­ter.Er ist auf flachen Reifen nach Horsham ge­fahren, um sich dort Ersatz zu' beschaffen. Er laßt Sie bitten, hier auf ihn zu warten."

Sneed bankte Wilson unb schlenberte bis zum Pförtnerhause hin. Als er die. Chaussee hinunter blickte, entdeckte er eine Staubwolke, die sich rasch näherte. Dick fegte im Auto heran.

Steigen Sie ein, ich bringe Sie nach Selford", rief er ihm zu.

Haben Sie Staletti gefaßt?" fragte er Sneed. als er neben ihm Platz nahm. Der Inspektor schüt­telte verdrießlich den Siopf.

,,3d) dachte es mir", sagte Dick.Er wußte be­reit» gestern nackt, daß sein Spiel verloren war, daher sein letzter Versuch an ber unterirbifdjen Tür. Hätte ich nur seinen Schlussel!"

_ -Der wurde Ihnen auch nichts nützen", brummte Sneed.Es wäre ja erst ber vierte!*

Er gab den Knopf frei unb trat an das Fenster.

Offenbar mußte er sich sammeln.

Rach einer Pause brehte er sick um.

..2ch lasse jetzt in den Meldebüchern nachschlagen, ob er jemals früher dort abgestiegen ist. Sie wis- sen, er hat mir etliche Male von dort geschrieben. Noch hoffe ick, daß man sick bloß seiner nicht mehr erinnert, sonst ..." er hielt inne unb zupfte mit nervösen Fingern an seiner Krawatte,... über gebe ich ben ganzen Fall ber Behörbe."

Er nahm seine Wanderung durch da» Zimmer wieder auf.

Schweigend bot Dick ihm eine Zigarette an. Er dankte, klemmte sie aber in der Zerstreutheit kalt zwischen die Zähne:Brauchen Sie kein Feuer?" fragte Dick ihn mit leisem Lächeln. Havelock zuckte zusammen unb hielt die Zigarette an die Flamme, die Dick ihm entgegenhielt. Er tat ein paar tiefe Lüge. Die Wogen seiner Erregung glätteten fiep.

Ich war bei Cook", Hub er wieder an.Ich wollte die Möglichkeit prüfen, ob Lord Selford sich wirklich in London aufhalten kann, und ich habe festaestellt. baß er bei Ausnutzung aller Flugzeug- oerbinbungen tatsächlich rechtzeitig in London ein- treffen konnte, um nachts gegen ein Uhr mit mir zu telephonieren. Aber wie hat er in ber halben Stunbe, die höchstens zwischen seiner Ankunst und unserem Telephongespräch lag. Sybil Lansvowns Schicksal in Erfahrung bringen können? Ich habe ja manches in meiner Anwaltspraris erlebt, aber eine solche Häufung von Unwahrscheinlichkeiten noch nicht!"

In biesem Moment öffnete sich die Tür. Mrs. Lansbown blickte in» Zimmer, sie war tief be­wegt. als sie Dick Marfin begrüßte. Roch bebte die Dual dieser Nacht in ihrer Seele.

Sybil hat mich geschickt", tagte sie, al» sie sich gefaßt hatte.Sic möchte wissen, ob Tom aaroler gefunden worben ist?"

Noch nicht", erwiderte Dick in bedauerndem Ton.

-Kann ihm etwas Ernslliches zugestoßen fein?" fragte Mrs Lansdown ängstlich.

Ick weiß es nicht. Tom Eawler war ja ein fi$er Junge. Er hat feinen Hal» gewiß schon au» ganz anderen Schlingen gezogen", jagte Dick trö­stend. obwohl er ielber nur wenig Hoffnung hatte.

Mrs. Lansdown atmete auf.