Oberhessen.
Ser neue Stromtarif des LcberlandiverleS
I Dom D o g e ls b e r g, 20. April. Immer mehr macht sich in unseren Dörfern eine Miß - st i m m u n g über die neuen Stromtarife deS Lieberlandwerkes Oberhessen bemerkbar. Man empfindet allgemein die Grundgebühren als zu hoch. Der nur Lichtstrom beziehende Kleinbauer und Arbeiter hat meist während der Frühjahrs- und Sommermonate einen derart geringen Stromverbrauch, daß sich für ihn die Grundgebühr allein schon weit teurer stellt, als bisher sein gesamter Strombezug. Die Eigenart der ländlichen Arbeit zwingt zu frühem Zubettgehen, so dah hier eine Vergröberung des Stromfonsums, die einen Ausgleich der Preise herbetsühren könnte, zumindest in den Sommermonaten unmöglich sein wirb. Der Elektromotor ist in der Landwirtschaft niemals derart beschäftigt, bah et voll ausgenuht werden könnte. Iauchepumpen. Schroten, yadjeln, Hvlzschneiden usw. nehmen immer nur verhältnismäßig kurze Zeit in Anspruch. SS wird also die (für den Motor zu zahlende Grundgebühr fast stets teurer fein als bisher der gesamte Stromverbrauch nach dem alten Tarif. Die neuen Tarife mögen für Großverbraucher künftiger sein alt die bisherigen, für die bereits schwer ringenden kleinen und mittleren bäuerlichen Betriebe stellen sie eine unerträgliche Mehrbelastung bar. Auch Handwerk und Kleingewerbe führen lebhafte Klage über die schweren Benachteiligungen, die die neuen Tarife, insbesondere für Kraftstrom, für sie bringen. 3m ländlichen Handwerk und Kleingewerbe, das bei uns fast ausnahmslos mit landwirtschaftlichen Betrieben verbunden ist. kommt eS nur äußerst selten vor, dah die Mo- tore voll auSgenutzt werden. 3n vielen Mühlen z. B. wird der Motor nur in Zeiten deS Wassermangels als Aushilfskraft benutzt, während er (meift während des größeren Teiles deS Iahres) sonst stillsteht. Er muh aber unbedingt vorhanden sein und wird meist ziemlich schwer gewählt, um alle vorkommenden Arbeiten damit bewältigen zu können. Auch in vielen Schreinereien u. a. finden wir starke Mobore, die zum Schneiden von Langholz usw. nur sehr kurzzeitig benutzt werden. Diese Betriebe werden durch die hohen Grundgebühren austerordentlich stark belastet. Die Höhe der Belastung sei an dem Beispiele eines Schreinereibetciebes mit je einen Motor von 15 und 5 Pferdestärken gezeigt. Dieser Betrieb verbraucht im Monatsdurchschnitt 60 Kilowattstunden. Dach dem früheren Tarif batte er dafür 17,30 Mk. zu entrichten, nach dem setzt gültigen allein an Grundgebühr 24,65 Mk.. dazu als Arbeitsgebühr 7,20 Mk., mithin 31.85 Mark. Die Kilowattstunde stellt sich somit für diesen Betrieb auf 53 Pf. Das bedeutet ater nicht mehr und nicht weniger als nahezu eine Verdoppelung des bisherigen Tarifes. Cs must unbedingt eine Ermäßigung der zu hoch angesetzten Grundgebühren eintreten, wenn Landwirtschaft und Handwerk vor großen Schäden, das Lieberlandwerk vor dem Verlust seiner ländlichen Kraftstromabnehmer bewahrt werden sollen.
25 Zahre Versorgungs-Kuranstalt in Vad'Rauheirn.
4 Bab-D anheim, 20. April. Gs sind fetzt genau 40 Iahte, dah unsere Badestadt in die Deihc der Militärkurorte eingetreten ist. Mit bet Saison 1888 wurden erstmalig Militärkurgäste nach hier entsandt. Sie wurden in Privatquartieren untergebracht. Die rasche Entwicklung deS DadeS, die sich von 1890 ab in einem starken AstWgen der Fremdenkurve ausdrückt, hat auch eine stetige Zunahme der Militärkurgäste im Gefolge gehabt. Betrug die Zahl im Iahte 1888 nur 5, so war sie 1890 bereit- auf 22, 1900 auf 8d, 1902 gar aus 113 angewachsen. Insgesamt waren eS 646 Militärkurgäste, die in den Iahten 1888 bis 1902 in Privatquartieren hier untergebracht wurden.
Die immer stärker werdende Benutzung unseres DadeS durch die Militärkurgäste gab der Militärverwaltung Veranlassung, dem Gedanken der Errichtung einet eigenen Heims naherzutreien. 1903 schon konnte die Idee verwirklicht werden. In bet Frankfurter Strahe wurde ein Haus gemietet und am 20. April 1903, also vor 2 5 Iahten, darin unter dem Damen M t l i - tärkurhauS eine Kuranstalt für Militärpersonen eröffnet, die dem Kriegsministerium unterstand.
Der neuen Anstalt standen zunächst 45 Betten zur Verfügung. Im ersten Iahte fanden 144 Militärpersonen Aufnahme. 1907 stieg die Zahl auf 416 infolge der starken Inanspruchnahme der hiesigen Kur durch Teilnehmer am südwest- afrikanischen Feldzuge.
AlS der Weltkrieg ausbrach, 6Hb:te das Mili- tärkurhauS mit seiner Verwaltung die Zentrale deS großen Deservelazaretts Bad-Dauheim, mit 4500 Betten einet der größten Lazarette Deutschlands. Die höchste Krieasfrequenz hatte das Iahr 1918 mit 14 632 Milrtärkurgästen aufzuweisen. Die Auswirkungen des Kriege- zeigen sich aber auch noch im Besuch der DachkriegSjahce, nachdem auS dem MilitätkurhauS eine Versorgungskuranstalt geworden war, die dem Reichs- arbeitSministerium untersteht. 1919 suchten noch 1804 ehemalige Heeresangehörige in der Anstalt Genesung von Leiden, die sie sich im Kriege zugezogen. Von da ab fällt aber die Frequenzkurve, um von 1924 ab mit 472 wieder den normalen Stand her Vorkriegsjahre einzunehmen.
Die Räumlichkeiten b:r Anstalt erwiesen sich aber nicht mehr als zeitgemäß. Vorübergehend destand die Gefahr der Aufhebung deS Kurhauses und seiner Unterbringung in reichseigenen Anstalten anderer Kurorte. Dem sozialen Sinn unserer Stadtverwaltung, die in bester Kurlage ein- ihrer Häuser mietweise dem DeichsarbeitS- ministerium überließ, ist eS zu danken, daß die Kuranstalt erhalten blieb. Da« neue Heim ist neuzeitlich gebaut und entspricht in seiner Einrichtung der eine- Sanatoriums. Es stehei, 56 Detten in 35 behaglichen Zimmern zur Ver- fügung. so daß bei rund 10 Iahreskuren etwa 580 Gäste im Laufe eine# IahreS Ausnahme finden können. Außer b?n Kriegsbeschädigten deS ehemaligen HeereS werden, soweit es der Platz erlaubt, auch Deichs-, Landes- und Ge- meinb.'beamte als Besucher zugelassen. Für Angehörige b:8 jetzigen Heeres. b:r R ichSwehr, ist die Anstalt jedoch nicht bestimmt. Acrztlich wird die Anstalt zur Zett von Regierung-medizinal- rat Dr Gründaum geleitet: alS erster Ver- waitungSbeamter ist seit 1912 Inspektor Lange tätig. Im vergangenen Iahte betrug die Frequenz der Anstalt 537.
DerD»miischlagi>erprovlnzSberhe!lensüriy28.
Den Mitgliedern des oberhessischen Provinzialtags ist soeben der Voranschlag der Provinz Oberhessen für daS AechnunaS- j a hr 1928 von dem Provinzialdirektvr übermittelt worden. Der Provinzialtag wird, wie bereits gemeldet, in seiner ordentlichen Tagung am 5. Mai über den Voranschlag zu beschließen haben.
Der Voranschlag für 1928 schließt in der Betriebs- und Vermögensrechnung mit insgesamt 5 775 024 Mk. ab, gegen 4 981 570 Mk. im Iahte 1927; das ist für 1928 gegenüber dem Vorjahre eine Steigerung der Aufwendungen um 793 454 Mk. Die Betriebsrechnung ist dabei mit insgesamt 5 537 270 Mk., gegenüber 4 981 570 Mk., die Vermöge nsrechnung ist mit 207 754 Mk., gegenüber nichts im Vorjahre, auSgewiesen.
Im einzelnen ist folgendes über die Einnahmen und Ausgaben im Voranschlag 1928 gegenüber dem für 1927 zu ersehen: Betriebs- rechnuna (die Beträge des Vorjahre- sind stets in Klammer beigefügt): Allgemeine Verwaltung, Einnahme 3200 Mk. (3000 Mk.), Ausgabe 91910 Mk. (73 900 Mk.); Polizei- wesen, Einnahme nichts, Ausgabe 500 Mk. wie Im Vorjahre; Kunst undWissenschaft, Einnahme nichts, Ausgabe 9500 Mk. (5000 Mk.): Bauwesen Einnahme 3 616 500 Mk. (3 169 000 Mk.), Ausgabe 4 940 000 Mk. (4 491 500 Mk.): Allgemeine Förderung der Wirtschaft, Einnahme 73 000 Mk. (im Vorjahre nicht«), Ausgabe 90 640 Mk. (10 000 Mk.); Wohlfahrtspflege und Gesundheitswesen (Soziale Fürsorge), Einnahme nichts, Ausgabe 9207 Mk. (9107 Mk.); An- ft alten und Einrichtungen, Einnahme 214 840 Mk. (196 840 Mk.), Ausgabe 282 540 Mk. (264 540 Mk.); Finanz- und Steuerwesen, Einnahme 1 409 730 Mk. (1 362 730 Mk.), Ausgabe 142973 Mk. (127 023 Mk.); Betriebs- und Vermögensverwaltung, Einnahme 250 000 Mk. (tote im Vorjahre), Ausgabe nichts. In der VermögenStechnung ist unter Einnahme und Ausgabe ein Betrag von 207 754 Mk. auS dem Reste- und Ausgleichs stock vorgesehen.
Lieber die einzelnen Kapitel ist folgendes zu sagen: Die Steigerung der Kosten für die Allgemeine Verwaltung ist in der Haupt- fache auf die Erhöhungen bei den Besoldungen und De.gütungen und auf gesteigerte Dureau- kosten zuruckzusühren.
Das Polizeiwessn ist mit 500 Mk. Jahresbeitrag an das Untersuchungsamt für Infektionskrankheiten unvermindert wie im Borjahre geblieben.
Im Kapitel Kunst und Wissenschaft fin- den wir 3000 Mark Zuschuß an das Stadtiheater Gießen, das ja bekanntlich und erfreulicherweise auch aus den Orten der Provinz reae besucht wird, neu eingesetzt. Ferner sind hier in der Position .Kunstsammlungen, Museen und Archive, Büchereien, Lesehallen usw." 1500 Mark mehr eingestellt, die zum Ankaus von Bildern aus der Hessischen Künstlernothilfe, die weitgehende Unterstützung verdient, verwendet werden sollen.
Das Bauwesen (Provinz st raßen) sieht hn einzelnen folgende» vor: Aus der E t n n a h m e - feite für allgemeine Unterhaltungskosten für B- und V-Straßen 377 000 Mark (357 000 Mk. im Dor- jähre), wovon 370 000 Mk. (350 000 Mk.) auf den Staatsbeitrag entfallen; für besondere Herstellungen auf V-Straßen 3 007 000 Mk. (2 747 000 Mk. im Borjahre), wovon 2 100 000 Mk. aus Kapital- aufnahmen für die Durchführung des Dauprogram- me», 890 000 Mk. (600 000 Mk ) aus Mitteln der Kraftfahrzeugsteuer und 17 000 URL aus dem Son- derkonto „Rücklage für die bei Ucbernahme der Straßen entstehenden ersten Kosten" stammen; Er
lös aus Daumfällungen 63 000 W. (wie im Dorjahre). für Reu- und Umbau von Prooinzialstrahen und Brücken 115 500 Mk (Vorjahr nichts), bestehend aus Staatszuschüffen, Zuschuß der Stadt Gebern und Anleihemittel. Rücklagen für die bei lieber- nähme der Straßen entstehenden ersten Kosten 54 000 Mk. (2000 Mk.). Auf der Ausgabenseite sind vorgesehen: Derwaltungskosten 241 000 Mark (188 600 Mk.), Allgemeine Unterhaltungskosten für B- und V-Stroßen 667 000 Mk. (653 500 Mk.), ß-Straßen 612 500 Mk. (431 750 Mk.), O-Straßen 243 500 Mk. (418 850 Mk.), Besondere Herstellungen auf V-Straßen 3 007000 Mk. (2747000 Mk.), Baumpflanzungen 40 000Mk. (41 000 W.), Reu- und Umbau von Prooinzstraßen und Brücken 125 000 Mk. (8800 Mk.), Rücklagen für die bei Uebernahme der Straßen entstehenden ersten Kosten 4000 Mk. (2000 Mk.).
Im Kapitel Allgemeine Förderung der Wirtschaft sind für die Beteiligung der Provinz Oberhessen an der kürzlich gegründeten Hessischen kommunalen Gasfernversorgung (He- koga) 16 Anteile an dem Gründungskapital von 300 000 Mk. •=■ 48 000 Mk., zuzüglich Verzinsung in Höhe von 8 Prozent — 3840 Mk., insgesamt «Uso 51 840 Mk. voraeseden. Die Deckung der Anteilzeichnung soU durch Kapitalaufnahme erfolgen. 2m gleichen Kapitel sind 25 000 Mk. als Anteil der Provinz Oberhessen an dem Bau bet Debenbahn Virstein—Hartmannshain vorgesehen. wozu noch 2500 Mk. für den Kapital- öienst hinzutreten, so dah für diesen Zweck ün neuen Rechnungsjahr insgesamt 27 500 Mk. verausgabt werden. Auch diese AnteUscheinzeich- nung soll ihre Deckung durch eine Kapitalaufnahme finden.
DaS Kapitel Wohlfahrtspflege und Gesundheitswesen (Soziale Fürsorge) ist mit 9207 Mk. für Beiträge und Zu- scküse an soziale Einrichtungen und Vereine nur um 100 Mk. gegenüber dem Vorjahre gestiegen.
Für Anstalten und Einrichtungen ist folgendes vorgesehen: Prcvin'i^l-Pflrgeanstalt, Einnahme 147 600 Mk. (136 600 Mk. L V.), Ausgabe: 213 600 Mk. (202 600 Mk.); Pro- vinzial-Kinderhe.m, Einnahme: 38 540 Mk. (34 540 Marl). Ausgabe in gleicher Höhe; Chemisches Llntersuchungsamt. Einnahme: 28 700 Mk. (25 700 Mark), Ausgabe: 30 400 Mk. (27 400 Mk.).
Im Kapitel Finanz- und Steuerwesen fallen natürlich große Posten ganz besonders auf. An Provinzialumlagen sollen im Rechnungsjahre 1928 eingehen 925 000 Mk. (gegen 908 000 Mk. L V.); die Erhebungskvsten find mit 75 QOO Mk. wie im Vorjahre veranschlagt. Aus den Deichssteueranteilen werden im neuen Rechnungsjahre 338 000 Mk. erwartet (gegen 290000 Mk. i. D.). Aus der Einnahmeseite sind ferner in diesem Kapitel verbucht: 133 000 Mk. (157 325 Mk.) Entnahme auS dem Reste- und Ausgleichs stock, 8230 Mk. (2905 Mk.) Einnahme- rückstände nach dem Rechnungsabschluß 1926, 5500 Mk. (4500 Mk.) Zinsen für Kasseguthaben und Kcsfeanleihen. Aus der AuSgabenseite sind neben den schon oben erwähnten 75 000 Mk. noch 67 973 Mk. (52 023 Mk.) für Ausgaben bet den verschiedensten Kapital-Positionen ringe ft eilt.
Die Betriebs- und Vermögensverwaltung weist als Einnahme deS Provinzial- hauShaltS aus den Erträgen des Wasserwerkes Inheiden die Summe von 250 000 Ml. wie im Vorjahre aus.
In der Ve rmögenSrechnung ist zu lesen, daß im Rechnungsjahre 1926 die Einnahmen 1 835 849 22 Mk., die Ausgaben 1 628 094,47 Mk. betragen. Der Rechnungsrest in Höhe von 207 754,75 Mk. soll auf daS Doranschlagsjahr 1928 übertragen werben.
Landkreis Gießen.
£ Wiefeck, 21. April. 3n ber gestrigen Gemeinderatssitzung würbe über den Rechnungsabschluß für bas Rechnungsjahr 1926 verhandelt. Wie aus brm von dem (Semei nbe re ebner MöbuS gegebenen Bericht ersichtlich ist, betragen bis Gesamteinnahmen Im Betrieb 353 917,05 Mk.. während sich die Ausgaben auf 333 426,88 Mk. belaufen. Die Einnahmen und Ausgaben in ber Abteilung Vermögen gleichen sich mit 43 959,12 Ml. auS. Die Kreditbeschaffung zum Bau b e r @ Anleitung ist nun zu günstigen Bedingungen sichergestellt. Es werben von ben benötigten 170 000 Mk. 30 000 Ml. aus Dotstanbs'reb:ten ang-.forbert, währenb die wftlidxn 140 000 Mk. auf dem Anleihewege beschälst werben sollen. IebensallS ist bamlt zu rechnen, daß bie Arbeiten in aller Kürz-e in Angriff genommen werben, bamlt bis zur Einbringung der Ernte mit ber Fertigstellung ber Gasleitung zu rechnen ist.
i Lollar. 20. April. Der Bezirkslebrer- verein Lollar besichtigte bieser Tage daS hiesige Buberussche Eisenwerk. Vor ber Besichtigung machte Direktor 3 a n f e n bie Teilnehmer an Hanb von Plänen mit ber Anlage bei Betriebes bekannt unb gab einen kurzen Lleberblick über seine Entwicklung. Olufe kleinen Anfängen ist ber große Betrieb, der jetzt etwa 2000 Arbeiter beschäftigt, hervorgegangen. Der ursprünglich mit ber eigentlichen Gießerei verbundene Hochofenbetrieb, ber ber Eisengewinnung diente, wurde spater eingestellt; 1901 wurde der letzte Hochofen ausgeblasen. In neuerer Zeit hat sich das hiesige Werk, bas eine Abteilung des Wetzlarer Werkes bilbet, auf bie Herstellung von Zentralheizunasanlagen (Hci.,körper, Kes el usw.) eingestellt und bärste wohl die größte Spe?ial- sabrik hierfür nicht nur in Deutschland, sonbern des ganzen Kontinents sein. Unter ber Führung von Diplom-Ingenieurs Schönauer wurde ein Rundgang durch Formerei, Gießerei, Lager und Versandabteilung angetreten. Dabei lernten die Teilnehmer den Werb:gang der Fabrikate aus eigener Anschauung kennen.
e Lollar. 20. Avril. Der Kurzschriftverein Lollar hielt dieser Tage sein diesjähriges FrübjahrSwettschr eiben ob. Vur Rcichskurzschrlstkundige konnten sich daran beteiligen. DaS Ergebnis war durchaus zusrie- denstettend. SS wurde geschrieben In ben Abteilungen 60—160 Silben, anschließend daran fand ein PrciZ-Schön- und Richtigschreiben statt. Bon 30 Wettschreibern konnten folgende mit Prüfen ausgezeichnet werben: OGteilung 160 Silben1 Stf'e un> Ehrenpreise: Hedwig Schäler. Ottilie
2 Preis: Ouile Schnell. Abteilung » 120 Silben; Erster und Ehrenpreis: Erna Klin
ke!. 1. Preise: Karola Fischer. Albert Medenbach. Abteilung 100 Silben: Zweite Preise: Albert Schneider, Ottilie Schwahn. 3. Preis: Alb. Grün. Abteilung 80 Silben: Erster und Ehrenpreis: Albert Kunkel. Erste Preise: Srna Fink, Kar! Klein. 2. Preis: Frieda Fink. Abteilung 60 Silben: Erster und Ehrenpreis: Erich Gilbert. Erste Preise: Willi Feldmann, Emo Kern, Ernst Müller, Robert Psaff, Cyriar Schmidt, Toni Schnell, Robert Stahl. Zweite Preise: Rudolf Becker, Heinrich Dietz, Erna Petrasch, Anna Seitz. Dritte Preise: Heinrich Oemmer, Helmut Meister, Karl Mülich. Im PreiS-Schön- unb Richtigschreiben erhielten folgende Teilnehmer Preise: Erster unb Ehrenpreis: Heinrich Lern« mcr. Erste Preise: Erich Gilbert, Erna Klinke!, Albert Medenbach, Ernst Müller. Zweite Preise: Albert Klinket, Robert Pfaff. Dritte Preise: Albert Grün, Erna Kern, Karl Klein, Karl Mülich. Erna Petrasch, Albert Schneider, !Toni Schnell.
ibk. Londorf, 20. April. Eine Aenderung im Fernsprechverkehr aus dem hiesigen P o st a m t tritt ab Montag ein, die von ben Teilnehmern bankbar begrüßt wirb. Tie Dienst- stunden sind durchgehend und bis 20 Uhr ausgedehnt. Die seither oft hinberlich empfundene Mittagspause fällt nun weg, so bah die Teilnehmer zu jebet Tageszeit ben Fernsprecher benutzen können.
* L i n b e n st r u t h, 20. April. Der hiesige Ges angverein .Germania" beschloß, anläßlich seines 25jährigen Bestehens am 15. unb 16. 3uli ein Sängerfest abzuhalten. Dazu haben sich bis jetzt schon zahlreiche Vereine beS Shattiobunbes und der Umgegend angemeldet. Bei bieser Veranstaltung sollen den Gründern des Vereins für ihre 25jährige Mitgliedschaft Ehrenurkunden überreicht werden.
^reiS Friedberg.
K Friedberg, 20. April. Die Kirschberge bei Ockstadt unb Oder-RoSdach. die die größten hessischen Kicschenkulturen tragen, stehen jetzt im herrlichsten Blütenschmuck. Die Kirschenernte ist für die genannten Orte eine wichtige Erwerbsquelle. Hoffentlich zerstört die unfreundliche, kalte Witterung nicht die vielversprechenden .Blütenträume".
I Steinfurth. 20 April. Heute wurde die älteste Frau unseres Dorfes. Frau Katharine Bechtold, im Alter van 86 Jahren z u Grabe getragen. Sie war dis zu ihrem Tode bei voller I neiftlaer Frische und körperlicher Gesundheit. — Der Landwirt Ludwig Wagner von hier stürzte, als er da» Gerüst in seiner Scheune bestieg, von der Leiter. An den Folgen de» Sturzes ist er gestern g e ft o r b e n. Die Eltern des Verstorbenen verlieren mit ihm ihren fünften Sohn, drei nahm ber Weltkrieg, einer starb schon vorher
KrciS Schotte«.
— Stumpertenrod, 20. April. Der Kampf deS WinterS mit dem Sommer tritt hier bei uns im Gebirge in diesem Iahre in ganz besonderer Weise hervor. Statt deS AprilregenS fällt täglich Schnee, bet am Tage bald wieder schmilzt, dagegen in bet Dacht regelmäßig liegen bleibt Infolgebessen haben wir schon feit ber vorigen Woche jeben Tag am Morgen bas Bild einer richtigen Winterlanbfchast vor Augen gehabt, die allerdings mit dem Auf steigen bes TageS Der- schwinbet, um bann über Dacht toieber neu zn erstehen. Dieser Gegensatz in ber Datur wirb um so stärker empfunben, weil auch hier schon bie FrühjahrSblumen blühen, bie regelmäßig morgens unter dem Schnee verschwunden sind, aber am Tage in Blüte stehen. — Der hiesige Gemischte Ehor .Eintracht" hat beschlossen, die von Ihm angeschasste neue Verein S f ah n e am zweiten Pfingstseiertage einzu- weihen. Die Feier soll in kleinem Rahmen gehalten werden. Die Weiherede hat Lehrer Kunz, ber Dirigent beS Vereins, übernommen.
w Groß-Eichen. 20. April. Eine hiesige Bauersfrau halte sich burch einen Dorn eine geringfügige Wunde an bet Han°V zuge- zoyen. Dach dem Streuen von künstlichen Düngemitteln stellte sich eine Blutvergiftung ein, fo daß die Ueberführung bet Frau in d:e (Siebener Klinik notwendig Wurde. Durch operativen Eingriff formte dort der Vergiftung Einhalt geboten werben.
KreiS Alsfeld.
=t. Ober-Ohmen, 20. April. Der ehedem für die Fischzucht so bebeulungsvolle Teich bet Frelherrn von Riebesel, dessen Wasser- zufuhr durch einen Dammrutsch infolge Hochwassers 1914 gänzlich abgeschnitten war. wurde nach vorausgesongcner Ausbesserung des Users. Reinigung unb Düngung des TeicheS mit 4 9 Karpfen unb 51 Schleien beschickt. Diese Strecklinge, die teilweise bis zu zwei Pfund wiegen, stammen auS den herrschaftlichen Teichen des oberen Vogelsberges. In einigen Iahren wird, Hank der Bestrebungen des RcvierförfterS Han füll, die Fischzucht dieses Teiches wieder auf mustergültiger Stufe unb mitbestimmend für die Höhe der Aschpreise in hiesiger Gegend sein.
w Rieder-Ohmen. 20. April. Nachdem Bürgermeister Heinrich D e e b , unser langjähriges verdientes Gemeindeoberhaupt, sein A m t aus Gesundheitsrücksichten niedergelegt hat. ist am 29. April eine B ü rg e r m ei st e r w a h l erforderlich. Soweit sich bis jetzt überblicken läßt, kommen für bie Wahl zwei Kandidaten in Betracht, unb zwar ber seitperige Beigeordnete unb Landwirt Carle unb ber von den Sozialdemokraten aufgestellte Arbeiter Sommer- ko r n.
v Nieder-Gemünden, 20. April. Der Dienstknecht eines hiesigen Landwirtes streute vor futym mit ungeschützten, wunden Händen Kalksalpeter. Bald daraus stellten sich beftige Schmerzen unb Vergistungser- schelnungen ein, so daß ärztliche Hilfe in Anspruch genommen werben mußte. Dieser Tage ist ber junge Mensch nun in bie Gießener Hautklinik überwiesen worben.
• Burg-Gemün ben. 20. April. Der hiesige Kriegerverein veranstaltete dieser Tage einen Marlne-Lichthilbervortrag Der frühere U-Bootmann Karl Kratz aus 5ieien- feen, ber schon in einer ganzen Reihe von Ortschaften in unserer Llmgegenb Vorträge gehalten hat, sprach nun auch hier über seine reichen Erlebnisse währenb seiner Marin Bienftzeit unb im Weltkriege. Der Rebner verstanb e- ausgezeichnet, seine Zuhörer mit den packenden Geschehnissen unb ben gewaltigen Leistungen unserer Kriegsslotte, insbesondere aber der LI - 2 o o t e, bekannt au machen. Lebhafter Beifall binlte bem Rebner für seinen interessanten unb lehrreichen, etwa 2V8 Stunden währenden Vortrag. Der Kriegerverein kann mit Befriedigung aus diese Veranstaltung -utückbllcken.
Starkenburg.
Einweihung eines Lehrlingsheims für Krüppel.
WSD. Dledst-Rom stabt. 20. April. Dadurch den LanbeSverein für Innere Miffion in Dieder-Ramstabt bei der Anstalt für Epileptische neu erstellte Krüppel-Lehrling S h e i m ist gestern Im Beisein vieler geladener Gäste, der Vertreter der Kirchen». Staats-, Provinzial- unb Gemeindebehörden feierlich eingeweiht unb seiner Bestimmung übergeben worden. Die Weiherede hielt ber Vertreter beS Landeskirchenamt-, Prälat D. Dr. Diehl. Der schöne, dreistöckige Dau, dessen innere Einrichtung allen Erfordernissen ber Deu- zeit entspricht, ist mit einem Gesamtfostenaufwand von zirka 125 000 Mack unter Leitung de- Architekten Müller- Darmstadt erstellt worben. Mit wenigen Ausnahmen würben bie Arbeiten von Dieber-Ramstädter Handwerksmeistern au<- geführt.
Preußen.
TilltreiS.
□ Schönbach, 20, April. Als zwel funae Burschen aus Gusternhain mit lijten Fahrrädern von Roth her bie steile Straße nach Schönbach heruntersahren wollten, überrannte einer der Radler einen 5 Iahre alten Iunaen. Während daS Kind zum Glück ohne Sätaben bavonlam, stürzte der Radler und erlitt dabei schwere Verletzungen am Kopfe.
Kreis Biedenkopf.
]( Biedenkopf, 20. April. 3m nahen Städtchen Breidenftein wurden vorgestern abend das A n w e f e n des Landwirts H. Ä ü l - le r. sowie da- angrenzende HauS deS Hütten- arbelterS Fr. Achenbach burch Großfeuer vernichtet.
Spielplan der Frankfurter Theater.
OperndauS. Sonntag 22. April. H M nach 22 Llhr; Die Meisterfmger von Dürnberg. Montag, 23.. 19.30 his nach 22 Llhr: Xutanbot Dienstag, 24.. 19.30 bis nach 22.30 Uhr: Der Zigeunerbaron. Mittwoch. 25., 19.30 bi- 22.30 Uhr: Don 3uan. Donnerstag, 26., 19J0 diS nach 21.45 Uhr: Ariadne aus Daxos. Freitag, 27., 19.30 biS nach 22.30 Uhr: Der ZiaeunerdarorL. SarnStag, 28., 19 bi« gegen 22.30 Uhr. Carmen. Sonntag, 29.. 19.30 bis 22.15 Uhr: Fidelis Sä 0C°<n ^^0 Uhr Dia Macht


