Ausgabe 
21.3.1928
 
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Bild 1. Kohlenstaublokomotive

IMMlIÜ

Bild 2. Neueste Aussührungssorm der Kruppschen Lurbinenlokomotive.

GM

Mtwoch, 2. März (928

Eichener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen)

Nr. 69 Dritter Blatt

Aus Natur und Technik

W'.rtschaftlichke.tllierech..u:

Sire

der Allgemeinen Elektrizi tätsgesellschas t.

und eine

(Nachdruck verbotsnl)

Wenn einer um sein Lebrn kämpft, so Pflegt er besondere Anstrengungen zu machen, um sich zu behaupten. In dieser Lage ist zur Zeit die alte ehrliche Da npslokomotive: Don zwei W tt- beweroern wird ihr zugeseht, von der elektrischen

stimmt worden.

Allen war sich sofort darüber klar, weshalb sein Empfänger nicht mehr aus die alte Station ansprach. Er war sich aber auch darüber klar, daß sich die Wellenlänge in dem Maße ändern müsse, wie sich die Dicke des verwendeten Pa­piers ändert. Hat man also ein Stück Papier von bestimmter Dicke, so ist der Empfänger aus eine ganz bestimmte Wellenlänge eingestellt. Stimmt man ein dickeres Papier gleicher Sorte, so ändert sich die Wellenlänge. Wan hat also im Kondensator ein Wittel in der Hand, um die Dicke von Papieren zu messen. Das geschah bis­her mit Hilfe besonderer Instrumente und durch Wägungen. Ehe man aber derartige Wessungen und Wägungen Domimmt, muß das Papier fertig sein. Bei der Papiersabrikation kann es unter Umständen wichtig werden, bereits wäh­rend der Herstellung ständig zu kontrollieren, ob die Dicke gleichmäßig ist. Wan brauchte zu diesem Zweck das Papier nur zwischen zwei Platten eines Kondensators hindurchlaufen zu lassen. Jede Veränderung in der Dicke würde sich durch eine Veränderung der Wellen än e b.m r.- bar machen, Umgekehrt würde, die gleiche Pa­piersorte vorausgesetzt, jede Wellenlänge einer

keit zukommt.

Der Allensche Gedankengang ist vielleicht einer noch weiteren Entwicklung fähig. Zwischen den Platten eines Kondensator läßt sich alles mög­liche anordnen. Aus den Veränderungen der Wellenlänge lassen sich die verschiedensten Schlüsse ziehen, die mannigfachsten Zustände und Eigen­schaften erkennen. Jedenfalls ist das, was Allen geleistet hat, ein typisches Beispiel dafür, wie durch eine einzige glückliche Beobachtung die

Grundlage des Umbaues von

Motiven auf Kohlenstaubbetr'.eb im Beziri d r

Reichsbahn!) r2 tion Ha le ergibt eine rol.slän'.i c Abschreibung der Kosten für den Umbau, iar sechs Delohlungsstellen u..d 30 Kohlenstaubbesör- derungswagen schon nach 2V2 fahren. Der jähr­liche Gewinn würde von da an durch die Brenn- stossersparnis rund zwei Millionen Mark be-

bestimmten Dicke entsprechen.

Das ungefähr war der Gedanke, von dem Allen ausging. So einfach freilich, daß man einen beliebigen Kondensator nimmt und zwischen zwei Platten hindurchlausen läßt, liegt die Sache nicht. Es bedurfte geraumer Zeit, ehe aus diesem Gedanken ein brauchbares Meßinstrument von

Der eine Weg ist von der Allge-neinen Elektci- zitätsgesellscha.t mit ihrer Koh.eastaublo'.o.notive ei'.geschlagen worden, der andere von Krupp mit seiner Turbinenlotomotive. Die Lösung der All- gemcinen Eleltrizitätsgescllscha't belast sich a'so mit der Verbesserung der Umsetzung der im Brennstoff schlummer.-den Energie in die zur Dampserzeugung erforderliche Wärme, die von Krupp mit der Verbesserung der Umsetzung der Energie des Dampses in Bewegung ienergie.

Ueber die Kohlenstaublokomotive der Allge­meinen Elektrizitätsgesellschast hat man nun nachdem man schon Bilder von ihr in Zeitungen

liefert, die in der Brauerei und Brennerei ein kaum verwertetes Ab. al Produkt bildet.

Wie sehen nun diese kleinsten, aber fleißigsten Erdarbeiter aus und mit welchen Mitteln können sie derartige Riesenleistungen vollbringen? Die Bodenbakterien haben ebenso wie ihre giftigen, krankheitserr.'genden Verwandten eine stäbchen- öde r kugelförmige Form und sind durchschnittlich ein Tausendstel Mi limeter groß oder fe ier fein; sie bestehen aus nur einer einzigen Zelle. 1 K lo- gramm abgepreßte Hese enthält z. D. etwa 10 Billionen derartiger Spaltpilze, deren Zell­haut eine Fläche von 2550 Quadratmeter bedecken würde. Daher beträgt die Obers! iche der in 1 Quadratmeter Ackerfläche enthaltenen Bak- terien 130 Quadratmeter; die große Oberfläche ist eine wesentliche Vorbedingung für die Tätig­keit der Bakterien, da diese auf solche Weise mit einer großen Menge der abzubauenden Stosse in Berührung kommen. Bakterien stellen als Einzeller die kleinsten Lebewesen dar und sind weder Pflanze noch Tier, sondern bilden den Uebergang zwischen diesen beiden Lebens ocmcn. Sie produzieren jene geheimnisvollen Stoffe, auf deren Wirksamkeit ihre T tigkeit b ruht und denen wir zwar den St amen Enzyme gegeben ha'en. ohne aber über ihre Zusammensetzung und Wir­kungsweise etwas Genaueres zu wissen. Cs ist allerdings bekannt, daß jedes Enzym nur Ver-

Dampflokomotive nutzlos feien. 2m Gegenteil: Wir werden noch la ige mit ihr zu rechnen haben und können desha l> unmäg.ich die ide in den Schoß legen und sie so lassen, wie sie jetzt ist.

Zwei Wege sind es im wes.ntlichen, auf denen man die Dampsio.omotive zu verbessern trachtet:

Lokomotive und der Oellokomotive. Kein Wunder ist es dach^r, daß in neuerer Zeit neue Bauarten der Dampfioiomotive gescha fei worden sind, die den Siegeslauf der elektrischen Lo omotive auf­halten sollen, ähnlich etwa, wie der Glühstrumpf das Gaslicht dem elektrischen Licht noch auf lange hinaus wettbewerbsfähig gemacht hat. Aber wie hierbei, so werden doch alle Verbesserungen den endgültigen Sieg der Elektrizität nicht aushalten nur wird die Dampflokomotive etwas lang­samer, gewissermäßen ehrei,voller unterliegen a s man noch vor kurzer Zeit dachte. Damit soll aber nicht gesagt sein, daß die Verbesserungen der

bindungen einer einzigen Art spalten kann daß ferner jede Baktericngattung meist nur Enzym art enthält. Saixr können die einen Bak­terien nur alkoho.ische Gärung, andere nur Milch fäuregärung und wieder andere nur Aceton gtzrung usw. bewirken; wir sagen deshalb, jede Bakterienart habe eine spezifische Wirkung.

Der Landwirt muß natürlich bestrebt sein, die

ch.urg auf der 100 Güt.rzugko o-

Neue Wege im Lokomoiivbau

Von Max Fischer.

Die Angelegenheit, um die es such handelt, ist eigenartig. Durch die scharfe Beobachtungs- qabe eines Radiotechnikers und bte solgertchttg- feit seiner Schlüsse wurden neue Wege gewiesen Der amerikanische Ingenieur Allen stellte eines Abends seinen Empfänger auf verschiedene fremde Stationen ein. Er verfuhr dabei in üblicher leise, indem er am Kondensator drehte. Dieser

3toei Platten ein Stück dickes Papier legte. Diese I Vorteil, daß mit diesem Instrument nicht nur

und Zeitschriften gesehen hat zum erstenmal durch einen Vortrag Näheres erfaß.en, den Herr Baurat Klei.ow, cer Direktor der Lo.ometiv- iabril der Allgemeinen Elektrizität t'gese Ischo.t in Henningsdori bei Berlin, in der Maschinen­tech,rischen Gejeilscha t gcha t n hat. Aus diesem Vortrog geht über die Bauart der Lokomotive sagendes hervor:

Der Kohleiistaub befinbet sich in einem walzen­förmigen Behälter auf be.n Seiber und roirb durch zwei vo r einer klei ich stehenden Dampf­maschine angetriebene Schnecken den Brenner­düsen zug triebe.,. Vv' einem mit einer Dampf­turbine ang.triebe:,en Geb'äse wird der Kohlen­staub durch zwei Düsen u iter der söge annten Feuertiste g.-b a,e.i. Die i.i viele schmalen Strei­fen z-rlegt n Staubstrahlen tr fien vrennrnd etwa in der Mitte des auSge .lauerten Feu.ru ,g - raun.es wirbeli>ilde.,d zumm. e, uib mischen sich im weit ren Ver auf ihres Au,steigens mit der stark vorgewarn.tei, Lu t. die au er der bu ch die Düse, ftrö ne.rbei kohlen,taubtrag n en Luft zugeführt wird

Wenn ma.i dir Vorteile der Koblenstaubfeue- rung erken,.en will, so muß man sich vorstellen, daß ein so ches Ge .risch aus Kohlenstaub u :b Gut genau so bren rt wie et na Leuchtgas und auch so gerege t werden kann. Der Heizer b aucht also nicht mehr dauernd Kohlen zu schippen; seine Tät gleit b-schr in t sich vielmehr au, b.e Regelung der Kohl nstaubzu uhr. Er i.t i i,o g e- dessen freier, kann den Führer in Der Beobach- tu: g der Signale usw. bei,er u:tßrstützen und auch mehr als bisher auf die wirtschaftliche Ver­wendung des Brennsto.hs achten. Das Oeff r n der Feuertür fällt weg. das jetzt zum Eindringen kalter Luft in den Feuerraum urb Danit zu allerlei Schädigungen des Kessels, aber auch zur Blendung bes Führers unb bei Heizers führt. Die Brennstofflo.te i werden w sentlich er­mäßigt, weil mind"Npertige Kohle, ja sogar Torf verfeuert werden kam. Di: Brennsto ausnuhung ist besser als bei der Rollfcurung, weil mit weniger Luftüberschus; gearbeitet wird, der ja immer erwärmt werden muß. Die A,Heizdauer ist geringer unb die Reinigungszeit kürzer. Die Lokomotive erzeugt nur bei stär.ster Bean­spruchung etwas Rauch, wirft aber keine Fu, en aus, da sich ja keine Schlacken bilden, sondern der Staub fast restlos verbrennt.

Vaklenen als Lebensspender.

Von £)r. Severin Fränkel.

Wenn von Bakterien die Rede ist, so sind für die meisten Menschen damit die Begriffe K.ank- ßeit, Ansteckungsgefahr, Desinfektion usw. ver­bunden, und zur Abwehr dieser zwar kleinen, aber so gefährlichen Feinde wäscht man sich schnell noch einmal die Hände, als ob sich dadurch die Gefahr bannen ließe. Diel zuwenig ist aber noch bekannt, daß die Bakterien und die ihnen nahe verwandten Hescpilze auch zu den wichtigsten Dienern und Heisern der Menschheit zählen. Mancher hat vielleicht fdnn gehört, daß die im QSogurt enthaltenen Spat ).lze und die an den Wurzeln der Leguminosen (Schmetterlingsblütler) lebenden Bodenbakterien uns wichtige Dienste leisten können; erstere, indem sie im menschlichen Darm die schädlichen Batterien vernichten, letztere durch Nutzbarmachung des für die Pflanzen nicht direkt verwertbaren Luftstickstosss. Auch dem Milchsäurebazillus müßten die Liebhaber saurer (bider) Milch Dank wissen, denn erst burch die ümtoanblung des Milchzuckers in Milchsäure ermöglicht er die Entstehung dieses im Sommer so beliebten Getränkes. Will man dies verhin­dern, so braucht man nur die Milch abzukochen und den Bazillus dadurch abzutöten. Allerdings ist seine Tätigkeit damit nur vorübergehend unter­brochen, denn die Luft enthält neben zahlreichen anderen auch Milchsäurebakterien, die sich in der Milch ansiedeln. Die Luft ist also nicht nur mit so unerwünschten Gästen, wie Schnupfen-, Grippe- und Typhuserregern, sonbexn auch mit anderen, zum Teil sehr nützlichen kleinsten Lebewesen be­völkert. Ihren Stammsitz haben aber die meisten von ihnen im Erdboden; hier vollbringen sie Ar­beitsleistungen, gegen welche die größten Indu­strien Miniaturbetriebe dar stellen.

Worin besteht aber die Leistung der Boden­bakterien? Sie sind sozusagen die Kfche der Pllanzen, indem die diesen die Rahrung in ge­eigneter Weise vorbereiten. Bekanntlich ist diese P lanzennahrung die Kohlensäure, aus welcher die Pslanzen mit Hilse ihres grünen Farbstoffs, des Chlorophylls, die verschiedenen Kohle­hydrate, Zucker und Eiweißstosfe aufbauen, die dann wieder Mensch und Tier zur Rahrung dienen. Die Kohlensäure her Lut wird a'fo durch die Pflanzen und indirekt durch Mensch und Tier aufgespeichert, von den beiden letzteren aller­dings bei der Atmung zum Teil wieder an die Lust abgegeben. Auf diese Weise könnte aber der Vorrat der Luft an Kohlensäure nie ergänzt werden und müßte sich bald erschöpfen, wenn nicht die lleinsten Lebewesen, die Bakterien, die kom­plizierten Verbindungen der abgestorbenen pflanz­lichen und tierischen Substanzen in viel größerem Maßstab und bedeutend schnellerem Tempo als die Tiere wieder zu Kohlensäure abbauen wür­den. Diesen Abbau bezeichnen wir als Gärung, in besonderen Fällen auch als Verwesung und Fäulnis. In welch ungeheurem Ausmaß sich dieser Prozeß ununterbrochen im Erdboden ab­spielt, kann man aus dem Vergleich der Boden­gärung mit der alkoholischen Gärung ersehen. In der Bierbrauerei werden durch 1/2 Kilogramm Hefe 8 Kiloaramm Zucker in acht Tagen zu Alkohol und Kohlensäure vergoren, das bedeutet also, daß die He'ebakterien in 24 Stunden ihr Eigengewicht an Kohlenfäure produzieren. Roch größer ist die Leistung der Hefe bei einem andern Gärverfahren, der Spiritusbrennerei, wo die Hefe in derselben Zmt sogar das Sechsfache ihres Gewichtes an Kohlensäure hervorbringt. Fach­männische Schätzungen nehmen für ein Hektar (10 0C0 Quadratmeter) 400 Kilogramm lebende Bakterien an, die täglich mindestens ihr halbes Eigengewicht, also 200 Kilogramm Kohlensäure, erzeugen. Der Erdboden bildet daher einen un­geheuren Gärbottich, der allerdings keinen Alko­hol, sondern die lebenswichtigere Kohlensäure

Zaßk der Bakterien im Ackerboden mög ichsi zu erhalten und zu vermehren, da ohne fie fein Wachstum möglich ist. Hier hat sich wieder ge­zeigt, das; Erfahrung die beste Lehrmeisterin ist. Ohne jede K.mntnis von der Existenz der lleinen Bodenbewohner und ihren Le^ensbedingunyen be­sorgt der ackerbauende Mensch seit Iahrtau enden alle zu ihrer P lege notwendigen Verrichtungen, indem er den Boden umgrabt und ihn düngt. Stalldünger enthält nämlich Bakterien in großer Menge und kann daher nie vollständig durch den mineralischen K mstdünger erseht werden. So not­wendig die P lanze die Minera'stofse zu ihrem AuVau braucht, kann sie diese doch nur ;n dem Maße ausnehmen, als ihr andererseits Kohlen­säure zur Verfügung steht, welche ihr nur die Bodenbakterien liefern können. Wenn im Sommer das rollende Getreide reiche Ernte verspricht, so verdanken wir dies also nicht zum geringsten Teil unseren kleinsten, aber fleißigsten Helfern, den Bakterien.

Technische Rundschau.

Von Or. Hellmut Thomasius.

Manche Erfindungen und Fortschritte bleiben stets auf ihre ursprüngliche Bestimmung be­schränkt. Andere wieder ziehen immer weitere Kie se. Reue Gchiete gliedern sich an. Eine Ent­wicklung in die' Breite seht ein, von der sich nicht voraussehen läßt, wohin sie führen wird. Schwer ist es, vorauszusagen, wohin der Weg einst geht. Als der Fernsprecher erfunden wurde, sah man in ihm zunächst weiter nichts als ein Mittel zur Beschleunigung des Verkehrs, der mündlichen Verständigung. Die drahtlrse Tele- phonie war die naturgemäße Fortsetzung des Erreichten. Das Alte blieb. Rur die Drahtlellun- gen fielen weg. Daß man aus der drahtlosen Telephonie den Rundfunk gestaltete, ist eine Sache für sich, hat mit dem technischen Fort­schritt nichts weiter zu tun. Dieser üoljaog fid) in gerader Linie. Er ging in die Tiefe, Ver­besserung folgte auf Verbesserung. Es schien sich um ein eng umgrenztes Gebiet zu handeln.

Diese Annahme dürfte sich vielleicht als Täu­schung erweisen. Alle möglichen Anzeichen deuten darauf hin, daß auch eine Entwicklung in die Breite nicht ausgeschlossen ist. Die ersten An­zeichen hierfür machen sich bemerkbar. Wie soll man es anders deuten, wenn man erfährt, daß sich aus der drahtlosen Telephonie heraus be­reits Einrichtungen entwickelt haben, Die dazu öienen das Gewicht von Körpern zu bestim­men, ihre Dicke zu messen und den Feuchtigkeits­gehalt anzugeben? Wir haben hier also Den Fall, daß ein Gebiet sich anglieöert das mit dem Rachrichtenwesen überhaupt nichts mehr zu tun hat das sich aber Einrichtungen zunutze macht, die bei diesem Verwendung finden.

tragen.

Wie bei der Kohlenstaublokomotive hat auch bei der Turbinenlo.o notioe der Tender eine von seinem bisherigen Aussehen abweichende Form erhalten: Er dient neben seinen eigentlichen Zweck alsKohlenwagen" zur Wi'dergewi.nung des Wassers aus bem Da npf, der seine Arbeit in der Turbine geleistet hat, da ma l eine Tur­bine nur mit reinem Wasser speisen kann, und weil es auch sonst wese lllich ist, brn Dampf wieder zu Wasser zu verdichten. Aber auch die Lokomotive sechst weicht in ihrer Gestalt von der der gewohnten Kohlenlokomotiven ab, ins­besondere durch das Fehlen der Zylinder, in Die das treibende Gestänge bisher hineinführte: Statt ißrer sehen wir eine Kurbel mit einem Gegen­gewicht, die über ein Vorgellg^chon der Dampf­turbine äug'trieben wird. Dieses Vorgelege ist deshalb nötig, weil Turbinen nur bei hohen Drehzahlen etwa 6000 bis 8000 in der Minute wirtschaftlich arbeiten, so daß ihre Drehzahl durch Zahnräder auf die Drehzahl der Lo o- rnotivräder herabgesetzt werden muß. Für die Vorwärts- und die Rückwirts'ahrt ist je eine

und ohne jede Störung des Fabrikationsganges geprüft werden können, läßt sich eine Genauig­keit der Prüfungen und Messungen erzielen, Die auch die weitestgehenden Erwartungen übertrifft. Die Meßeinrichtung besteht aus einem Teck, Der elektrische Schwingungen bestimmter Wellen­länge aussenDet, unD aus einem auf Diese Schwin­gungen abgestimmten Empfänger, Der mit Dem KonDensator ausgestattet ist. Auf einer Skala spielt eine RaDel. die jede Aenderung Der Ab­stimmung anzeigt. Die einzelnen Zahlen Der Skala geben über Die Größe der Veränderung und damit Der jeweiligen Dicke Des Stoffes Auf­schluß. Da sich mit Der Dicke aber auch Das Gewicht änDert, so läßt sich Daraus ohne weiteres auch Das Gewicht für eine bestimmte Flächen­einheit ersehen oder leicht berechnen. Das In­strument läßt sich ferner benutzen, um Feuchtig- keitsmessungen an Stoffen während der Fabri­kation durchzuführen. Bleiben wir wieder beim Papier! Cs ändert feine elektrischen Eigenschaften nicht nur mit Der Dicke, sondern av-h mit seinem Gehalt an Feuchtigkeit. Die Dcstimnung Der Feuchtigkeit von Papier unD anderen Stoffen war nun während der Fabrikation überhaupt nicht möglich. Sollte sie vorgenommen werden, so waren immer erst Proben zu entnehmen. Diese mußten gewogen, und Dann solange ge­trocknet werden, bis sich ihr Gewicht nicht mehr änDerte. Darauf erfolgte dl? zweite Wägung. Jetzt erst konnte Der Feuchtigceits/iehalt berechnet werden. Man denke sich Dagegen einen Zeiger, Der auf einer Skala spielt unD schon währenD der Fabrikation erkennen läßt, wie hoch Die Feuchtigkeit ist, ob unD wie sie sich änDert, ob alle Teile einer langen Stoffbahn Die gleiche Feuchtigkeit aufweisen und was Dergleichen Fragen mehr sind, Denen nicht nur für Die Herstellung, sonDern auch sonst eine hohe Wichtig­

mechanische Vorrichtung, die das Vorbeigleiten I Papier, sondern auch andere Stoffe in ein­einer beweglichen Platte an der benachbarten fachster und bequemster Welle bereits wahreno unbeweglichen erschweren sollte, zeitigte elektri- | sche Wirkungen. Die Wellenlänge änderte sich. Wir alle kennen ja die Einrichtung des Dreh­kondensators. Er besteht aus Metallplatten, von denen ein Teil beweglich ist. Die einzelnen Plat- len llnD durch einen Nichtleiter der Elektrizität, durch Lust, voneinander getrennt. Allen hatte zwischen zwei Platten diesen Richtleiter durch einen anderen Richtleiter, durch Papier, ersetzt. Dadurch hatten sich die elektrischen Verhältnis,e des Kondensators geändert, denn Papier verhält sich in bezug auf seine elektrischen Eigenschaften anders als Luft. Der Empfänger war unbe­absichtigt auf eine höhere Wellenlänge abge-

Entwicklung eines ©ebieies» beeinflußt und in neue Bahnen gelenkt werden kann.

Ein anderes Beispiel, gleichfalls aus Dem Fern­sprechwesen entnommen, zeigt, Daß sich auch für alte, längst gebrauchte unD viel benutzte Ein­richtungen immer noch neue DerwenDungsmöglich- feiten finden lassen. Das Mllrophon wird schon seit über fünfzig Jahren in Der Telephonie be­nutzt. Aber auch Diese Benutzung vollzog sich in Der Hauptsache nach einer Richtung hin. Anderer­seits hat man schon alles mögliche erdacht, um Kassenschränke. Stahlkammern und Räume aller Art gegen Einbruch zu sichern. Außerordentlich groß ist Die Zahl Der Einrichtungen, Die zu diesem Zwecke gebaut wurden. Runmehr ist auch das Mikrophon hinzugekommen. Seine Empfind­lichkeit ist gegen früher außerordentlich gesteigert. Die Mikrophone, Die in Den Aufnahmeräumen des Rundfunks hängen, nehmen auch das leiseste Geräusch auf. Die hohe Empfindlichkeit Der heu­tigen Mikrophone befähigt sie, als Signalgeber bei Einbrüchen zu Dienen. Eine Der größten amerikanischen Elektrizitätsgesellschaften hat ein Mikrophon durchgebildet, das dazu bestimmt ist, einen wchuh gegen Einbruch zu gewähren. Es ist so lonstruiert, Daß seine Membrane mit Den Wänden Der Räume, Der Stahlkammern, Der Kassaschränke verbunden werben kann. Die Der- binbung geschieht in Der Weise, Daß Diese Mem­brane alle Bewegungen Der WänDe mitmacht. WerDen sie erschüttert, so schwingt auch Die Mem­brane mit. Dabei ist es ganz gleichgültig, von welchem Instrument Die Erschütterungen ausgehen. Das Mllrophon ist Durch eine Leitung mit Der Wächterstube ober mll Der Polizei verbunden. Solange Die Membrane nicht schwingt, bleibt auch hier alles ruhig. Wirb sie aber Durch einen Angriff auf Die WänDe in Schwingungen ver­setzt, so wirD der Durch das Mikrophon fließende Strom im Rhythmus Der Erschütterungen unter­brochen. Dadurch werden auf Der Wache Signale in Tätigkeit gefetzt. Die Einrichtung ist so ab* gestimmt. Daß Die Durch Wagen auf Der Straße herbeigeführten Erschütterungen ebenso tote Die Schritte Der Wächter nicht imstanDe sind, Die Einrichtung in Tätigkeit zu sehen. Dies geschieht nur durch einen unmittelbaren Angriff auf Die Wände Des Raums oDer Der GelDschränke. DaS Mllrophon toirD so verborgen, Daß es Dem Ein­brecher nicht ausfällt.

8MW März 1928, abends Ischen V ereinshaus enabeni der Jugendpflege.

(Vinzerliesei

ke. - Freunde und erzlich willkommen. J

onzertverein WfcAMMi KONZERT einigung n-Behrendt (Klavier) avemann (Violine) Cello) aus Berlin.

99 B-dur. Reger op. 102 E-mo- I op. 8 H'dur.

J ist aus dem Pianomaga' I äßen, Seitenweg 9L H . 3-und 2.- bei Ernst / Studentenkarten KM.

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