2 Teller B
MÄGGhSÜPPEN: ?S
röftnung
(Srodrn-Bulrik und bekannl, bafe ich eine
WWW
irige BeiusStäilgkeil In c Lage, den mobernifen gen. Mit bet Sitte, mit iQtjten Aufträge «u über* t geroifienbafiett promn: ilt größter Hochachtung
WWl
0406
553 wriaBektro ■H, Schilltncbt#, HßHn 'olltr Riao- HR ton, wusd«» bin »iedw« tib. M. 55...
ffld Feder. Stollicb. Ap- uckniiMÜch ber||<:tcd' «• 'trcea mlidcnrer-1- kiehreib*. PricbtkiUloi le «rat» and (riokn reda Nr- 6 (Weilt)
gewesen!
if Hiebe, 2 Türen and QuilfUi, fwio nt Ab- II tu, primi SchiQdoi«, lenteiu. aut XO Neldi
—- eM htrisloar
r<4nk Dowtlitder L_ itonecte».
»um
•tenha“5
>j|ins<
,cherHr
Neueste
Elektro- 17 Holzbearb.- f Maschinen d, für riemenloeen 7* platisparend. ’belmaschinen usw. iStiefel^ «KS
itiifiaWJ'os Junour, '""Ä; M»«!
LAwSflC
llr. 18 viertes Blatt
Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen)
Samstag, 21. Januar (928
Buntes Allerlei
2 Teller Suppe für nur 13 Pfennig
stauen wie vor den Sportpalästen. An dem Schmeling-Abend — herrlich ist Schmeling! Wunderbar die Gesetze s einer Kraft, die Schönheit seiner Gliederschulung! — seufzten die halbvollen Theater, und die Singakademie war nicht ausverkauft, obschon da seinen einzigen Abend der junge Italiener Zecchi gab, ein Klavierphänomen, der deutsche Musik (Bach, Schumann, auch Chopin! Ist Chopin nicht deutsch wie Mondnächte am Neckar und Dämmerungen in fürstlichen Parks?) mit derselben Schönheit, Klarheit und Reinheit spielte, wie Schmeling sie körperlich entwickelte. Aber der Iüngling am Klavier benützte sein Genie, um göttliche Wahrheiten mitzuteilen. Also lauschten ihm nur Fünfhundert. Aber an Schmeling, der doch nur irdisch schön und vollendet war, entflammten sich Zehntausend. Nichts gegen den Boxer, alles gegen seine Anbeter!
Der Liebesroman des Prinzen Lhichibu.
Ganz Iapan ist in Aufregung über den De-> richt, bah Prinz Chichibu, der Bruder des Kaisers und Thronfolger, Fräulein Setsuko Matsudaira, die Tochter des japanischen Gesandten in Washington, heiraten wird. Eine offizielle Mitteilung der Verlobung ist noch nicht erfolgt, aber der Zeremonienmeister des japanischen Hofes, Teizaburo Sekiya, hat erklärt, dah er nur so viel sagen könne, das) Fräulein Madsudaira sich sehr wohl zur Gattin des Prinzen eigne und die einzige Person sei, die dafür in Betracht komme. Das Aussehenerregende an dieser Meldung ist die Tatsache, dah die junge Dame nicht einer der fünf „Gosekke-Familien" entstammt, aus denen nach uraltem Brauch die Mitglieder des japanischen Kaiserhauses allein ihre Gemahlinnen wählen dürfen. Der Zeremonienmeister aber ist um einen Ausweg nicht verlegen und meint, dah dieses Hindernis dadurch leicht aus der Welt geschafft werden könne, das; die Erwählte von einer dieser vornehmsten Familien adoptiert wird. Die junge Dame, die sich gegenwärtig mit ihren Eltern in Washington befindet, ist 19 Jahre alt und paht daher im Alter gut zu dem Prinzen, der 26 ist. Sie soll ein besonderer Liebling der Kaiserin- Witwe, ihrer künftigen Schwiegermutter, sein. Als Fräulein Madsudaira mit den Eltern nach Amerika ging, beschwor sie die Kaiserin, sich keinen Bubikopf schneiden zu lassen. Das hat sie auch nicht getan, und diese Entsagung wird nun belohnt, denn eine kaiserlich-japanische Prinzessin muß lange Haare haben.
Der Zufluchtsort der reichsten Engländerin.
Lady Houston, die Witwe des vor zwei Jahren verstorbenen größten englischen Schiffsreeders Sir Robert Houston, die gegenwärtig die reichste Frau Englands ist, ist plötzlich aus England verschwunden. Sie erbte von ihrem Gatten ein Vermögen von 140 Millionen Mark und1 wurde viel genannt, als sie sich weigerte, die Erbschaftssteuer in der Höhe von 50 Millionen Mark zu zahlen. Sie leistete der Steuerbehörde energischen Widerstand und führte ihre Sache so geschickt, dah der Schatzkanzler Whinston Churchill sie schließlich zu einer persönlichen Aussprache bat, bei der sie ihm 20 Millionen abhandelte und erklärte, daß sie das übrige nur „aus freien Stücken" zahle. Dieser Vorgang, der in der englischen Steuerbehörde einzig dasteht, hat sie in den Ruf einer vortrefflichen Geschäftsfrau gebracht, aber die lästigen Verhandlungen mit der Steuerbehörde scheinen doch ihre Nerven angegriffen zu haben, denn sie verschwand aus ihrem Palast. Berichterstatter englischer Blätter haben nun ihren Zufluchtsort aufgespürt. Auf ihrer kostbaren Luxusyacht „Liberty", ist sie ganz unbemerkt in den Weihnachtstagen, während die furchtbaren Stürme auf dem Kanal wüteten, nach Frankreich gefahren und hat an einer einsamen Stelle der Seine in der Näh« deS kleinen
Dörfchens Dal de la Hah zwischen Rouen und dem Meer die Anker auswerfen lassen. Hier haust sie nun in ihren reich ausgestatteten Gemächern an Bord des Schiffes in völliger Einsamkeit. Die einzige Verbindung mit der Außenwelt stellt das Motorboot her, das bisweilen Einkäufe in Rouen macht. Sonst lebt sie allein mit ihrer Sekretärin und ihrer Dienerschaft, bewacht von der 60 Offiziere und Matrosen umfassenden Mannschaft des Fahrzeuges. Den Ausfragern, die sie aufgespürt haben, erklärte sie, ein Hauptgrund für ihre Flucht sei die Flut von Bettelbriefen gewesen, mit denen sie überschüttet wurde. Nachdem sie die Angaben in einigen der ergreifendsten Dittschreiben geprüft und alles als Schwindel und Betrug herausgefunden hatte, wurde ihr die Lust verleidet, auf solche Briefe zu antworten, und sie entzog sich den Delästi- gungen durch rasche Abfahrt. Sie verbringt den größten Teil des Tages in der großen Vorderkabine, deren Fenster geöffnet sind, und träumt in die einsame Landschaft hinaus.
Däscherinnenkratsch.
Der österreichische Komödiendichter des achtzehnten Jahrhunderts, Philipp Hafner, war eine Art Eulenspiegel, stets zu lustigen Streichen bereit. Einige Freunde, die viel von der Schimpfkunst und dem unerschöpflichen „Tratsch" der Wiener Wäscherinnen gehört hatten, äußerten einmal den Wunsch, diese Virtuosen der Zunge in ihrem vollen Glanz zu beobachten, und Hafner versprach, ihnen dieses Schauspiel zu verschaffen. Er fuhr mit ihnen auf einem Doot im Donaukanal nach dem sog. „Schänzel", wo die Frauen zu waschen pflegten. Dann befahl er den andern, die Wäscherinnen zu beobachten, ohne ein Wort zu reden. Das fiel natürlich den Weibern auf; sie unterhielten sich zunächst leise über die müßigen Zuschauer, wurden dann immer lauter und liehen schließlich einen unendlichen Strom von Schimpfworten dem Gehege der Zähne entströmen. Je ruhiger die Zuschauer blieben, desto wütender und lauter wurden die Waschfrauen, und Hafner hatte seinen Zweck voll erreicht.
Line türkische Ringerin.
Aus dem Innern Anatoliens ist eine gewichtige Dame in Konstantinopel eingetroffen. Es ist Emine Pehlivan, eine berühmte türkische Ringerin, die eine Herausforderung des großen Ringkämpfers Pussuf Bcrza Bey, der den Beinamen „der syrische Tiger" führt, angenommen hat. Emine, die erst 23 Jahre alt ist, hat ein Gewicht von über 230 Pfund und hat bisher die kühnsten Ringkämpfer Anatoliens besiegt. Sie hofft auch mit dem „syrischen Tiger" fertig zu werden. Da sie noch unverheiratet ist, fragte man sie über ihre Heiratsaussichten aus, und sie erklärte daraufhin freimütig, daß sie nicht in den Stand der Ehe treten wolle, selbst wenn sich ein Mutiger stnden sollte, den danach gelüstete, mit ihr den Bund fürs Leben zu schließen.
erhalten Sie mühelos auf einfache Weise — durch kurzes Kochen mit Wasser - in reicher Sortenauswahl
aus MAGOP Suppen-Würfeln
Verhüllung für die abermalige Befestigung der Siegerstaaten tmb ihrer Macht in Europa. Dann aber wird auf dem Wege bestimmt nicht ein Frieden .gesichert" und „organisiert", der dein nach Frieden verlangenden Europa daS G *ühl des Vertrauens und der Dauer wirklich ein- flößter
Zeiiungöschau.
Kurt Münzer schreibt in der Wiener „Neue n Freien Presse" Briefe aus Berlin Im letzten schildert er das jubelnde, das tobende, das rasende Publikum, das den Sieg des Meisterboxers Schmeling gesehen hat, und er schildert, wie ihn selbst bei diesem „antiken Gladiator" das „göttliche Ebenmaß der Gliederbildung" entzückt hat. Aber er hält inne im Entzücken, ihn drückt ein Gedanke nieder:
Es wäre nun schön gewesen, toeim — wie, heiliges Griechenland, in dir! — der G ef st in der Arena gesessen und applaudiert hätte, wenn die Philosophen gekommen wären, die Denker und Staatsmänner, um sich am vollendeten Körper zu erfreuen. Das hätte die antike Harmonie hergestellt. Aber es klatschten die Satten und Arrivierten, es klatschten Mob und einseitig orientierte Jugend, es jauchzten Frauen und Mädchen der bloßen Kraft zu. Die Häupter der Stadt, die Dichter in ihren Mauern verhungern und Musiker stumm bleiben lassen, glänzten milde in ihren Logen. Der Geist petitionierte vergeblich, aber dem Sieger im Lauf und Schwimmen wird die Hand gedrückt. Um was — eigentlich — handelt es sich bei Meisterschaften und Titelkämpfen! Was ist das Wesentliche dabei? Ist es nicht vielleicht der Sieg des Anwesens? Es gibt ein Argument, mit dem der Sport totzuschlagen ist: er ist nicht schöpferisch... Billig, vergeblich, falsch alle Hinweise auf, alle Vergleiche mit Griechenland: aus unseren Stadien sind noch keine Platons und Sophokles geblüht. Griechenlands Ideal war das „Maß", das unsere ist der Rekord. Wenn man bedenkt, daß das Gesamtinteresse unzählbarer Massen dem Sport einseitig zugewandt ist, kann man ermessen, wieviel geistige Energie dem harmonischen Weltbild dadurch entzogen wird. Geistige Fragen von entwicklungsgeschichtlicher Bedeutung bleiben unbeantwortet, weil der Sport die menschliche Kraft, die zur Beantwortung nötig wäre, auf saugt. Niemals noch hat ein geistiges oder künstlerisches (kaum ein politisches) Ereignis Berlin so in Aufruhr. Bewegung, Teilnahme gebracht wie ein großer Boxabend. Cs gibt kein Theater, kein Parlament, keine Aniversität, keinen Konzertsaal, kein Museum, vor dem die Autos der Gesellschaft und die Massen des Volkes sich so
tember durch das Sekretariat weitergegeben wurde und so ignoriert worden ist, daß sobald die Frage wirklich praktisch wird, eigentlich kein Staat sich wirklich binden will.
Zunächst kann Deutschland nicht mehr tun, als diese Vorbereitungen sehr aufmerksam $u verfolgen. Wann und wie es selbst positiv eingreifen kann, bedarf sehr genauer lieber- legung und Vorbereitung. And es braucht ja wohl nicht wiederholt zu werden, daß für Deutschland die Annahme des Genfer Protokolls, auf dessen Gedanken die Tendenz der französischen Partei hingeht, nicht in Frage kommt, für uns aus oft wiederholten Gründen nicht möglich ist. And auch für Deutschland ist es nicht ohne Interesse, wie jene französisch-amerikanische Erörterung in diese Genfer Erwägung hereinspielen wird.
Man sieht ja sofort, wie es überall dieselben Gedanken, dieselben Formeln und auch dieselben Vorstellungen praktischer Lösbarkeit sind, die die ganze Erörterung um Friedensorganisation und Friedenssicherunq beherrschen. Aber sehr recht hat die Times bei ihrer Besprechung der französisch-amerikanischen Verhandlungen mit dem Hinweis, daß in Europa jetzt eine Masse von Verträgen, Koventionen. Erklärungen usw. existiere und, daß trotzdem Europa ein Gefühl der Nervosität, der Anruhe und der Sorge nicht los werde, es könne doch an dieser oder jener Frage eine vorhandene Spannung zu kriegerischer Explosion führen.
Das zeigt den schwächsten Punkt der Genfer, wie der französisch-amerikanischen Verhandlungen. Man geht ja um öie eigen tlichen Kernfragen dabei herum. Will man den Frieden wirklich sichern und organisieren, dann muß man an die Wurzel gehen, an die Stellen, wo das liebet, d. h. die Spannung, die Kriegsgefahr sitzt. Das ist nun einmal die sinnlose Belastung der europäischen Volkswirtschaften mit unproduktiven Kriegsschulden, der deutschen Reparation und der interalliierten Schulden. And das ist auf der anderen Seite die Grenzziehung der Pariser Gewaltverträge mit den daraus unweigerlich entstehenden Spannungen. Jedenfalls zu dem zweiten Punkt muß man in Erwägungen, wie sie zwischen Frankreich und Amerika schweben und vor allem, wie sie für Genf vorbereitet werden, die Frage hereinstetten, wie die Grundlage der ganzen heutigen europäischen Staatenordnung, nämlich das System der Pariser Verträge, da friedlich revidiert werden könne, wo aus ihm Spannungen und Gefahren nicht nur entstehen werden, sondern bereits entstanden find. Tut man das nicht, so bleiben diese ganzen Verhandlungen ein Streit von Worten und Formeln oder eine
Die Sicherung des Friedens.
Außenpolitische Umschau.
Don Or. Otto Hoch, o. Prof, der Geschichte an der Universität Berlin, M. d. 5t
Für uns am wichtigsten ist im Augenblick die Vorbereitung auf die Aussprache zwischen Polen und Litauen Ende des Monats und auf die Prager Vorkonferenz, die die Sicher- heitsbesprechung vom 20. Februar in Genf vorbereiten soll. Nach wie vor sind die Aussichten auf eine Verständigung zwischen Polen und Litauen, die in Riga besprochen werden soll, nicht besonders groß. Sie find besonders gering vor allem dann, wenn Litauen tatsächlich die W i l n a f r a g e in den Vordergrund rückt und sich damit einer schroffen Ablehnung und dem Abbruch der Verhandlungen ausseht. Doch kann man wohl annehmen, daß Litauens Ministerpräsident diese Frage mehr taktisch behandeln wird, nämlich als ein Druckmittel in seiner Hand, das er jederzeit anwenden kann, wenn die Verhandlungen mit Polen über die anderen Fragen auf Schwierigkeiten stoßen. Denn daran ist ja kein Zweifel, daß Polen daran liegt, diese Verhandlungen zu einem Abschluß zu führen. Cs hat mit verständiger und begreiflicher Mäßigung das Verhandlungsprogramm aufgeftellt. Es will nur sprechen über Die nächsten Fragen: Eröffnung des Grenzverkehrs, Postbeziehungen, Telegraphie. Eisenbahn, Handel und Schiffahrt. Ihm genügt ja auch, wenn sich aus diese Weise nur eine kleine Dresche ihm öffnet. Dann kann es durch diese Bresche hindurch mit seiner „friedlichen Durchdringung" Litauens schrittweise weitergehen. Gerade deshalb ist aber Litauen so vorsichtig wie möglich, um nicht den kleinen Finger zu geben, an dem Polen sehr schnell die ganze Hand ergreifen würde. Cs wird sich also in den Verhandlungen sperren, und wenn sie ihm ganz unangenehm werden, dann wird als Druckmittel eben die Wilnafrage kommen, von der Herr Woldemaras genau weiß, daß er sie in seinem Sinne tatsächlich nicht einen Schritt weiter bringt.
Soweit die anderen Mächte auf diese Verhandlungen überhaupt Einfluß nehmen, werden sie es dahin tun, daß eine Verständigung gelingt. 03 r i an b hat sich zu den Ideen seiner Ostpolitik in einem Neujahrsinterview, das er an die amerikanische Presse gegeben hat, erneut bekannt. And auch eine deutsche positive Ostpolitik, die wir immer wieder fordern, kann gar nichts anderes tun, als in ähnlichem Sinne arbeiten. Nur daß selbstverständlich der Ausgangspunkt für uns und unsere Gesichtspunkte im ganzen andere sind. Für Frankreich steht der Verbündete Polen im Vordergrund, uns ist die Hauptsache, dah die Integrität Litauens als der Brücke zwischen Deutschland und Rußland unter allen Umständen unberührt und ungefährdet aufrechterhalten werden muß. Deshalb legen wir auch so besonderen Wert darauf, daß die Verhandlungen zwischen Deutschland und Litauen möglichst balo zu einem Abschluß führen. Herr Woldemaras hat selbst gesagt, daß Litauen ein Wirtschaftsabkommen mit Deutschland außerordentlich nötig habe, und wir wieder haben den dringenden Wunsch, dah nun endlich die alten Klagen und Beschwerden Memels aus der Welt geschafft werden und zwischen Deutschland und Litauen die Beziehungen vertragsmäßig festge- legr werden, die sich aus der geographischen Lage und der gleichmäßigen paralellen Orientierung der beiben Staaten von selber ergeben. Aeber biefe Fragen wird in Berlin gesprochen, da, wie mitgeteilt wird, Herr Woldemaras vor den Rigaer Verhandlungen in der letzten Januarwoche nach Berlin kommt.
Schließlich hat ja auch Rußland da gleiche Interessen und Gesichtspunkte. Wenn sich seine Presse jetzt manchmal über deutsch-polnische Verhandlungen und Verständigungsmöglichkeiten besorgt zeigt, so hat bas keinen rechten Sinn. Eine Verständigung zwischen uns und Polen, die den deutschen Lebensinteressen gerecht wird, kann nur im Sinne Rußlands sein, und außer- Dem ist Rußland ja seinerseits auch bereit, mit Polen Verträge zu schließen.
Es ist kein Zusammenhang zwischen diesen Dingen und den Vorbereitungen für Genf. Ab 26. Januar soll das vorbereitete Komitee der Sicherheitskonferenz in Prag zusammentreten. Es besteht aus Männern, des Genfer Protokolls, und darum ist uns bei diesen Vorbesprechungen in Prag nicht besonders behaglich zumute. Für diese Besprechungen sollten Vorschläge, Anregungen ein- aereicht werden. Dem sind nachgekommen Schweden und Norwegen, Belgien und im letzten Augenblick auch England. Man kann annehmen, Dah der schwedische und norwegische Vorschlag sich ungefähr in der Richtung des Antrages Nansen im letzten September bewegen werden. Es ist wohl sicher, daß die englische Denkschrift irgendeinen positiven Vorschlag im Sinne des Genfer Protokolls nicht machen wird, sondern lediglich den bekannten englischen Standpunkt wiederholt. Das belgische Projekt geht wohl auf die Grundsätze und Ausführungen Des bisherigen belgischen Hauptvertreters in Dieser Frage, des Senators de Brouckere zurück. Bezeichnend ist, daß zwar diese Denkschriften vorliegen, dah aber nicht ein einziger Staat der Aufforderung der Völkerbundsversammlung nachgekommen ist, genau mitzuteilen, welche Truppen, Land-, Marine- und Luftstreitkräfte er im gegebenen Falle, das heißt im Falle einer Völkerbundsaktion dem Völkerbund zur Verfügung stellen würde. Nicht einmal Frankreich, daß an diesen Fragen am stärksten interessiert ist, falls überhaupt diese Frage der Dölkerbundsversammlung vom Sep-
Wirtschaft.
Wochenbericht
vom frankfurter Effektenmarkt.
In dieser Woche machte die Abwärtsbewegung der Kurse Fortschritte. Die Stimmung war unsicher und schwächer, das Geschäft bewegte sich weiter in ziemlich engen Grenzen. Wieder einmal hatte die Baissepartei die Oberhand und kam mit ziemlich starken Leerverkäufen an den Markt. Das herauskom- mende Material wurde bei der herrschenden Ausnahmeunlust nur unter entsprechenden Kursabschlägen ausgenommen. Denn wiederum hatte die Börse keine Stütze in der zweiten Hand. Die Private Kundschaft fehlte als Käufer wieder saft vollkommen am Markte, im Gegenteil sollen aus der Provinz teilweise beträchtliche Verkaufsaufträge Vorgelegen haben, so daß auch von dieser Seite ein Druck auf die Kurse ausgeübt wurde. Vor allem zeigte sich die Börse enttäuscht über den Verlauf der ©eneral- oerfammlung der J.-G.-Farbeninbuftric, der keinerlei Anregung bringen konnte. Die Spekulation hatte sich in Erwartung günstiger Ausführungen über den Geschäftsgang ziemlich stark engagiert und schritt nun in ihrer Enttäuschung zu Realisationen. Auch die vorher so stark begehrten Farbenbonds waren zum ermäßigten Kurse von 140 Prozent lebhaft angeboten. Ferner sprach man davon, daß das private Publikum in stärkerem Maße an den Auslandbörsen engagiert sein soll, namentlich an der Pariser Börse, wo sich eine Stabilisierungshausse entwickelt Hai. Infolgedessen sei man an den deutschen Börsen augenblicklich weniger interessiert. Aber auch die Spekulation soll sich im Auslands stärker betätigt haben. Verstimmend wirkten auch die verschiedenen neuen Lohnbewegungen in der deutschen Industrie, namentlich der Streik in der mitteldeutschen Metallindustrie. Ferner verwies man auf die stark erhöhten Ziffern der Arbeitslosen. Diese Verschlechterung der Arbeitsmarktlage sei nicht nur auf saisonmäßige Einflüsse zurückzuführen, sondern zeige auch einen Rückgang in der Kon- lunkturentwicklung an. StärkereAnsicher- heit verursachte die Betrachtung der für die «ungeklärten Gelomarktlage.
rlinet Privatdistont wurde bis aus 6,23 Prozent für beide Sichten erhöht. Lagesgeld war vorübergehend stärker gefragt. Zeitweise etwas anregend wirkten dagegen der letzte Reichsbankausweis, der eine weitere starke Entlastung des Instituts anzeigt, und die Meldung, wonach am Montag der amerikanische Senat mit der öffentlichen Beratung der Fr e ig a debil l beginnen wird. Gegenüber der vergangenen Woche waren überwiegend Kursrückgänge von 2 bis 8 Prozent zu verzeichnen. Stärker angeboten waren J.-G.-Farben mit minus 12 Prozent und Zellstofs-Waldhof, die ebenfalls 12 Prozent verloren. Deutsche und ausländische Renten lagen still und wenig verändert. Am Devisenmarkt war das Geschäft gleichfalls sehr ruhig.
Wochenbericht
vom Frankfurter Produktenmarkt.
Das Geschäft am Frankfurter Produktenrnarkt konnte sich in dieser Woche nur langsam entwickeln. Obwohl vom Auslande höhere Preise und günstigere Meldungen Vorlagen, war von einer Anregung nichts zu merken. Cs verstimmte, dah die Schiffahrt wieder aufgenommen wurde, da aus diesem Grunde der Markt reichlicher beschickt werden konnte. Die Händler übten nach wie vor große Zurückhaltung. Für Weizen waren kaum Abnehmer vorhanden; nur Futter- weizen wurde etwas gesucht. Roggen, geringe Sorten, waren reichlich angeboten, ohne daß sich hierfür Interesse bemerkbar gemacht hätte. Gute Qualitäten hatten dagegen etwas regeren Zuspruch zu verzeichnen. Hauptsächlich von feiten der Brauereien bestand für Braugerste weiter lebhafte Nachfrage. Besonders gute Qualitäten wurden bei steigendem Preis auch für Jndustrie- zwecke gekauft. Im Verlaufe der Woche wurde Hafer etwas lebhafter gesucht, da verschiedentlich nur geringes Angebot vorhanden war. In Mais, der längere Zeit ohne größeres Geschäft lag, wurden von feiten der Landwirtschaft für Futterzwecke größere Deckungen vorgenommen. Mehle waren weiter vernachlässigt und ohne Geschäft. Am Futtermittel markt stagnierte das Geschäft fast vollkommen; nur Weizenkleie, sofortige Lieferung, wurde seitens des Konsums stärker begehrt.DasKartoffelgeschäft beschränkte sich bei nachgebenden Preisen auf ein Minimum. Zum Wochenschluh wurde die allgemeine Tendenz sehr unsicher, da das Ausland keinen Einfluß auf den hiesigen Markt ausüben konnte. Die Amfätze wurden sehr be-
* * tfgtabtrffretti
’er •Technikum’ hausen. Ingenieur , ft» TTjnulM?' A°,oinihl^»n
©vanille
IlDATUrur..^:-*


