Ausgabe 
20.7.1928
 
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auf die Suche nach Hilfe begeben wollten.

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Keine Untersuchung durch Norwegen.

ernste Komplikationen in Mexiko ?u et- I warten wären. ..Dem Bork World' meint, bte größte Tragödie des Todes Obregorte liege m d« Tatsache, daß kein junger erDachfvlger für den Verstorbenen vorhanden fei

Lundborg berichtet.

Tas LchcUer» der Italia".

Stockholm. 19. Juli. lWB) Bon HauA mann Lundborg, bei sich -ur Zelt Bord de« Dampfers ..Quest" befindet, ist beim s.chDedifchen Marineministeiium ein Telegramm erngetrvi,en. in dem Lundbora mitteilt, daß er bet setnem Besuch der Biglieri-Gruppe u.a. wl- gendcS «efahren habe: Ein starker nordöstlicher Wind von 40 Selundenmetern hätte tne . Jtaiia gegen das E i s h e r u n ter ged ruck t. Jn Lnlrittschen Seit herrschte ^-bel-Dre Motoren- gondel stieß zuerst gegen da« Öti, wöbet der Mechaniker Domella tödlich ver­unglückte. Unmittelbar darauf wurde die Dordcrgondel zertrümmert und die darin desmd- lichen Personen wurden aufs Gis geschleu­dert. Der Rest des Luftschiffe« verschwand im Rebel. Dachdem das Schiff einige Mellon ent,ernt war. wurden Rauchschwaden bemerkt, Die offenbar von einer Explosion Die

Diglieri-Druppe halte daS Luftschiff sowie die auf ihm grblilbene Besatzung sür verloren. Die Ma lm g reen-Gruppe war tn bei -Ktd>- tung des KaPS Bruune abgegangen, um Hrlse zu suchen. Die linke Schulter Walrngreen« war Der Iet)t Lundboig vermutet au« den Brschrei- bungen, daß dasSchlüsselbein gebrochen war. Malmgreen hatte s e l b st den ^vrschlag gemacht, daß er und seine zwei Kameraden sich ° « r r. Alft. VmvX (

Oslo, 19. Juli. (Norsk Telegrambyraa.) Schweden und auch in Norwegen ist die Frage aus- geworfen worden, ob nicht Norwegen, das die Souveränität über Spitzbergen be- fitzt, in Uebercinstimmung mit den norwegischen Gesetzen über Unfälle zur See und in der Lust eine Untersuchung über die Katastrophe des Luft­schiffes ,Ltalin" vornehmen könnte. Die Neuerung hat infolgedessen diese Frage erörtert. Da sich aber hierbei zahlreiche schwierige Probleme in bezug auf das Völkerrecht ergeben, hat die Ne­gierung von irgendeiner Entscheidung über eine Untersuchung A b st a n d genommen: da sie der Ansicht ist, daß bei gebührender Berücksichti­gung aller Seiten des bestehenden Problems Nor­wegen eine solche Untersuchung nur vornehmen könnte, wenn es von Italien darum er­

sucht wird.

Oer Maulkorb.

Nom, 19.3uli. (Agenzia Stesani.) Der Regie­rungschef hat angeordnet, daß alle bisher geretteten Teilnehmer an der ,Ztalia"-Expedition sofort z u r ü ck k e h r e n. DieGatto di Milano" wird sie bis Narwick bringen. Mussolini gab den formellen Befehl, daß sämtliche Mitglieder der Expedition f i ch jeglicher Botschaften. Erklärungen und Interviews zu enthalten haben. Die Citta di Milano" wird von Narwick nach Kingsbay zurückkehren, um an den weiteren Nachforschungen noch der Gruppe Alessandri teilzunehmen.

vergebliche Suche nach Amundsen.

M o s k a u, 19. Juli. (WB.) Der EisbrecherM a - I q-gl n" stieß im Storefjord auf unpassier­bares Tis zu zehn Fuß Stärke. Seine Nachforschungen nach Amundsen hatten kein Er­gebnis. Der Eisbrecher begibt sich nunmehr weaen der Erschöpfung seiner Kohlenoorräte nach Ar­changelsk.

Hölz in Berlin.

Kommunistische Massendemonstrationen in der Rcichtzhauptstadt.

Berlin, 19.Juli. (WB.) Anläßlich des Ein­treffens von Max Hölz, der gestern aus dem Zuchthaus Sonnetiburg entlaßen worden ist. ver­anstalteten die Kommunisten eine Massen­demonstration, zu der heute dieRote Fahne" in einer Sxtra-AuSgabe aufgerufen hatte. DK Veranstaltung begann vor dem Amtsgerichte- gcbäude (Horben auf dem Drunnenplatz. wo sich die kommunistischen Derbände der umliegenden Stadtteile mit Musik und zahlreichen roten Fahnen versammelt hatten. Mar Hölz und Delegierte verschiedener kommunistischer Organisationen hiel­ten Ansprachen, die mit einem Hoch aus die Weltrevolution endeten. Unter den Klängen der Internationale bewegte sich damt der Zug durch mehrere Hauptverkehrsstrassen des Aordens nach dem Lustgarten. Hölz hatte mit seinen engeren Bekannten auf einem großen Plattenwagen Platz genommen und ant­wortete auf die Hochrufe seiner Anhänger durch Schwenken einer roten Fahne. 3m Lustgarten hatten sich inzwischen die übrigen kommunistischen Organisationen mit Fahnen und Musikkapellen eingefunden. 3m Zug wurde ein riesiges Trans­parent mit der Inschrift mitgeführt: ..Die Wed- ding-Iungproletarier grüßen Max Hölz, den Schrecken der Bouraeoisic. Auch im Lustgarten hielten Hölz und Vertreter der kom­munistischen Verbände verschiedene Ansprachen. Zwischenfälle sind bisher nicht gemeldet.

Oie (Steuersenkuttgsvorlage vom Aeichsrat angenommen.

Berlin, 19. Juli. Der Neichsrat beschloß mit 38 gegen 30 stimmen, die Sleuersenkungsvor- faße anzunehmcn. Gegen das Gesetz stimmten die Vertreter von Ostpreußen. Brandenburg Pom- mern, Niederschlesien. Westfalen und die Staaten Bayern. Württemberg. Sachsen. Thüringen und Oldenburg. Die Gegner der Vorlage betonten, daß die Einkünfte, die den Ländern und Gemeinden aus der Lohnsteuer Anständen, im Laufe des Etatsjahres nicht geschmälert werden dürften, und daß eine Sen­kung der Lohnsteuer erst nach Ablauf dec- Etats­jahres stattfinden könne, wie überhaupt Steuer- senkungen im allgemeinen n u r i m R a h m e n d e s Finanzausgleichs erledigt werden könnten.

Einheitliche Ausbildung bei- Anwälte und Richter.

Berlin, 19. Juli. sPriv -Tel.) 'Kelchs, ui; Minister Koch-Weser beabsichtigt, eine Euch- lichteit der Ausbildung zum Richteramt und zur

Oie Untersuchung der Münchener Eisenbahnkatastrophe.

Schwere Anschuldigungen gegen leitende Beamte.

Eine Erklärung des Einheitöverbavds der Eisenbahner.

Berlin, 19.3uIL Der Sinhettsverband der Eisenbahner, Bezirk SüddeutMand. veroficntlrcht eine Er.läruna zur Katastrophe <mf demWün- ebener Hauptoahnhof. aus der baA -Berliner Tageblatt " in einer Meldung aus Augsburg das Fönende toiebergibt:Drei Stellwerksbeamte hat dre Staatsanwaltschaft wegen Verdunkelungsge- fahr in Haft genommen. Was können diese armen Leulel verdunkeln? Richt«. Die Gefahr der Verdunkelung liegt vielmehr bei den wrrk- lichSchuldigcn. Die Schuldigen find: 1. Der Vorstand des Betriebsamtes l München. Rmchs- oberbahnrat Will. 2. der für die Detriebsauf- sicht verantwortliche zweite Stationsvorstand, Reichsbahnoberinspektor Bögler und 3. der die Rangieraufsicht führende Oberbahninspektvr Felser.

Den Antrag auf Personalvermehrung hat der Bettiebsvorstand Will rücksichtslos schon seit Jahren hintertrieben. Schon im Jahre 1923 sagte ein Vertreter des SisenbahnverbandeS zu Will:Wenn die Dienstvorschriften eingehalten werden sollen, ist das Personal auf dem Stellwerk- und Rangierdienst au wenig. Will antwortete daraus: -Wer nach den Vor­schriften der Reichsbahn arbeitet, treibt Sabotage und wird bestraft. Falls ein Beamter im Mün­chener Hauptbahnhof sich untergeben sollte gleich, ob im Stellwerk-, Rangier- oder Zug­begleitdienst die Dienstvorschriften einzuhalten, fo wird er von seinem Posten als unbrauch­bar entfern t." Unter den Eisenbahnern im Münchener Hauptbahnhof ist bekannt, daß sie niemals die Dienstvorschriften einhalten, well sonst der ganze Verkehr stockt und sie auch be­straft werden. An diesem Zustande trägt der De- triebsvorstand Will mit die Hauptschuld.

Der stellvertretende Stationsvorsteher B ö g - ler hat Schuld insofern, als er das Vorgehen des Detriebsvorstandes WÄl unterstützte und nicht dafür sorgte, datz die nötigen Dienstposten geschaffen werden. Der Oberinspektor Felser hat die Oberaufsicht über den Rangierdienst. Er gehört zu den größten Personcklausnützern. Wo er einen Mann einsparen kann, tut er es. Viel­fach müssen die Ranaierlleiter mit nur zwei Mann herum schustern. Für den Llnglückstag ver­langte das Personal auf der Detriebshütte I, das jetzt verhaftet ist, einen weiteren Mann. Feller lehnte das mit den Worten ab: Das muh auch so gehen." Rach dem Unfall sagte Felser:Ich habe das faulsteKcnv gier personal." Datz Felser im kritischen Augen­blick den Kopf verlor, beweist die Tatsache, daß er, als das Unglück sich ereignete, auf dem Stellwerk X sich befand, wo er Telephon zur Verfügung hatte, die sämtlichen Stellen, nament­lich die Fahrdienstleller, nicht verständigte. Erst durch die in den Bahnhof zurückkehren- den Reisenden konnte man von dem Unglück etwas erfahren. Felsers Verschulden ist es auch, daß die Sanitäter, der Staatsanwalt, die Feuer­wehr unb die Bahnhvfspolizeiwache viel zu spät verständigt wurden. Felser war anscheinend auf die Idee verfallen, die ganze Sache ver­tuschen zu können, llnd diese drei höheren Be­amten befinden sich noch auf freiem Fuß, trotzdem gerade bei ihnen die Verdunkelungsgefahr am größten ist." Wie weit diese unerhört schwe­ren Anschuldigungen des Eisenbahnerverbandes auch nur in einzelnen Punkten der Wahrheit entsprechen, entzieht sich unserer Beurteilung. Sache der Staatsanwaltschaft wird es sein, die Schuldfiage möglichst schnell nach allen Rich­tungen hin umfassend und gründlich zu flöten.

Eine Darstellung der Reichsbahndirektion.

München, 19. Juli. (WTB.) Zu verschiede­nen Presseäußerungen über das Eisenbahnunglück im Münchener Hauptbahnhof am vergangenen Sonntag teilt die Deichsbahndirektion Mün che n u.a. mit: Auf dem Münchener Hauptbahnhof ist der mittlere Teil noch nicht zentralisiert. d. h. die Weichen wer­den hier noch an Ort und Stelle bedient. Der Umbau für die Zentralisierung ist bereite genehmigt, und 350 000 Mark sind als erste Rate hierfür zur Verfügung gestellt. Die Be­hauptung, daß das System der Personal­einsparung an dem Unfall Schuld trägt, ist nicht zutreffend. Bei der Station München- Hauptbahnhof beträgt gegenüber der Vorkriegs­

zeit die Kopfmehrung im Bahnhof- und Abfertigungsdienst 82 Köpfe, das ist 14 Proz. Daß Beamte am Sonntag von 4 bis 12 und bann wieder von 20 bis Montag früh 4 llhr Dienst hatten ist richtig. DaS Bestreben des Personals geht allgemein dahin, daß eine Reihe von Dienstschichten nur durch die zulässig kürzesten Ruhezeiten getrennt werden, um dadurch dann mehr und längere freie Tage innerhalb einer Dienstwechselperiode zu erzielen, als dies bei Trennung der einzelnen Dienstschichten durch län­gere Ruhezeiten der Fall wäre.

Die um 21.37 llhr angeforderten Hilfszuge trafen um 21.50 llhr an drr Unfallstelle ein, das ist 13MinutennachEingangderMel- düng beim Dahnbetriebsamt. Dach übereinstim­mender Auffassung aller am Rettungswerk Betei­ligten haben wohl die in den zerstörten Wagen be­findlichen Reifenden durch Quetschungen und die erhebliche Splitterwirkung der ineinander und übereinander geschobenen Holz- und Eisentei.'e den sofortigen Tod gefunden. Durch die An­wendung von Schneidebrennern zur Rettung der Verletzten entstand ein Brand. Das Feuer konnte jedoch bis zur Rettung der schwer verletzten Reisenden niedergehalten und die Bergung durchgeführt werden. Die Ge­samtlage an der llnfanstelle hat sich etwa um 22.25 llhr dadurch erheblich verschlechtert, daß sich plötzlich von den letzten Wagen her ein B r a n d - Herd entwickelte, der in bet Polsterung dieses Wagens reichste Dahrung fand und in wenigen Augenblicken auf den verletzten Wagen Über­griff. 6faxt 15 Minuten vor dieser Wendung wurde von der llnfallstelle aus die städtische Feuerwehr dringend angefordert. An Wasser hat es an der llnfallstelle nicht ge­fehlt. Der Brand ist weder durch die Gas­beleuchtung des einen Wagens entstanden, noch hat er dadurch eine weitere Ausdehnung ge­wonnen.

Dach den Eintragungen in der llnfallruftafel soll das Polizeitommissariat am Bahn­hof durch den Telegraphisten von dem Unfall um 22,08 Upr verständigt worden sein. Der Ein­gang dieser telephonischen Dachricht wird jedoch von dem Polizeikommffsariat nicht bestätigt. Es ist aber immerhin ein Eintragungsfehler mög­lich. Die Polizeidirektion und die Staatsanwaltschaft wurden vom Sta- tionsDorftanö kurz noch 22.30 Uhr verständigt. Zweifellos hätte diese Verständigung sofort er­folgen sollen. Zum Schluß dankt die Reichsbahn­direitton nochmals für die Hilfeleistung durch Sanitätskokonnen, Ae^te, Feuerwehren, Schutz- und Landespvlizei unb nicht zuletzv den vielen Reffenden, die bei dem Rettungswerk in hervor­ragendem Matze mitgeholfen haben.

Eine Erklärung

-er Giaatsanwalischast.

DaSSystem" auf der Anklagebank?

München, 19. Juli. (Prtvattel.) Der Erste Staatsanwalt beim Landgericht München l, Appelmaz, in dessen Zuständigkeitsbereich die Untersuchung über das Eisenbahnunglück im Mün­chener Hauptbahnhof fällt, hat einem Mitarbeiter derM. D. H. über den Gang der bisherigen Untersuchung der Justizbehörde und zur Haftfrage mitgeteilt:Dach Lage der Dinge war die In­haftnahme der drei Beamten uner­läßlich. Die Staatsanwalffchaft hat aber An­ordnungen gegeben, daß den Inhaftierten, deren Schuldja noch in keiner Richtung fest- ft e h t, jede Erleichterung gewährt wird. Die Untersuchung wird nicht nur in der Richtung gegen die drei Beamten geführt, sondern auch a u f breitester Basis ohne Rücksicht auf höhereDeamte oder dasSy st em" des Bahnbetriebs. Dabei werden und still» be­reite bahnamtlich unabhängige Sachver­ständige, u. a. Professor Halder von der Technischen Hochschule, zugezogen. Die Staats­anwaltschaft ist nicht nur zur Erhebung der be- laftenben, sondern auch der entlastenden Mo­mente verpflichtet." Auf den Hinweis deS Berichterstatters, daß die Schuld vielleicht nicht auf feiten der Beamten, sondern auf feiten des Shstems liegen konnte, erwiderte der Staatsanwalt:(Segen das System ist die Staatsanwaltfchaft machtlos. Regierung, Parlament und öffentliche Meinung müßten zusammenwirken, um sich Gehör zu ver­schaffen. Sie müssen und werden es erreichen, daß die notigen Mittel zur Verfügung gestellt werden. Ueber den Dawesverpflichtungen steht die Betriebssicherheit der deuffchen Eisenbahnen."

Das ägyptische Parlament aufgelöst.

London 19 3uIL T-U) Wie aus Kairo i^ncld^ wird. ist das Parlament durch fönig- <4>eJ Dekret für drei Jahre aufgelöst md der König mit gesetzgeberischen

Rechtsanwaltschaft vorzubereiten und durchzuführen. Eine solche Einheitlichkeit kann herbeigeführt werden durch ein einfaches Reichsgesetz, in dem das jetzt bc- stehende Gerichtsoerfassungsgesetz aus- gestaltet wird. Die volle Freizügigkeit der Rechtsanwälte kann erreicht werden durch eine Aenderung der Rechtsanwaltsordnung. Im Anschluß daran werden dann wohl Verhandlungen mit den Landern stattfinden müssen, um zu einer Verein­barung zu kommen.

Oie Regierungskrisis in Bayern.

München, 19. Juli. (WT.) 3n den inter­fraktionellen Besprechungen, an denen auch Land- wirtschaftSministcr Fehr für den Bayerischen Bauernbund tcilgenommen hat, ist man vorbe­haltlich der Zustimmung der beteiligten Fraktio­nen zu einer grundsätzlichen Einigung darü­ber gekommen, daß die drei sogenannten R e o o - lutionSmintsterien (für Handel, Soziales unb Landwirtschaft) auf gehoben und in ein Wirtschaftsministerium zusammen gefaßt werden sollen. Die Zahl der Ministerien würde damit von acht aus sechs vermindert. DaS neue Wirtschaftsministerium würde voraussicht­lich dem Bauernbund überlassen bleiben, mög- licherweise auch das in diesem Ministerium zu schaffende Sekretariat für Landwirtschaft.

Vollmachten versehen worden. Die Frei­heit der Presse ist für unbestimmte Zeit abge­schafft. Das Betret ist vom König unb von sämtlichen Mitgliedern des KabinettS unterzeich­net. Die für Freitag unb SamStag festgesetzten Versammlungen b-r nationalistisch- radikalen Wafbparlci sind verboten toorben. Umfang­reiche Vorsichtena'' nahmen sind von den Polizei- und Militärbehörden getroffen toorben, um die Ordnung im Lande aufrecht zuerhalten.

Aus aller Welt.

Lölvcnfiet '4 Leiche gefunden.

Doulogne, ID. 3uIL iWTB) Die Leiche des belgischen Fin.:n.',manneS Löwenstein wurde heute von einem F.'cherboot auf der Hohe von Cap Gris Dez. etwa 10 Meilen von der Küste entfernt, auf dem Weiser treibenb auigefunben. Die Leiche, die nur mit einer Unterbot. Socken und Schuhen bek.eidet war, fft von Fischen ange- sressen und furchtbar entstellt. Besonders das Gesicht ist vollstäirbig unkenntlich. Die 3bentifi- zierung der Leiche war durch eine bei dem Toten gefundene Armbanduhr möglich, die der Bankier zu Lebzeiten g? ragen hatte. Doch einer anderen Meldung trug der To.e am Handgelenk eine Erkennungsmarke mit dem Damen unb der Adresse Löwenst: :is. Der Leichnam ist vorläufig von den Behörden beschlag­nahmt toorben. Der Leichnam wurde durch einen Zufall auf der Höhr von Gap ®ri« De­von Fffchern gründen, dir wie alle Tage zum Makrelenfang ausgefahrc': waren. Da die Leiche bereit« stark in Verwesung übergegan­

gen war, ist fie an die Oberfläche de« Meeres getrieben toorben.

Detterkatastrophe in Bayern

Das durch seine Paffionsspiele berühmte Oberammergau steht vollkommen unter Wasser. Durch einen furchtbar« Wolkenbruch wurden die Brücken, bie über bie Laine führen, fortgerissen Vor der Drücke zum Eiettrr.zi.ätswLrk stauen sich die von den Fluten angeschwemmten Baumstämme. Das Wa'ier oerbreitei sich über ganz Oberammergau. In­folge Kabelbruchs versagte a^ch die elektrische Lichtteitung, so daß bie Rettung da r betten im Scheine der Fackeln vorgenommm a>erdcn mutz­ten. Die in der Dähe liegenden Otticha ten habe» alle unter Wollenorüchcn zu Leiben. Ueberall treten bie Flüsse aus ihren Ufern und brmgen Hochwassergefahr mit sich. Heber die Füssener Gegend ging em furchtbares Ge­witter nieder. Durch Blitzschläge steht der W a l d von Tegelberg bei Füllen feit Freitag üt einem Durchmesser von 350 Meter in Hellen Flammen. Wenn nicht starker Gewitterregen einsetzt, ist für den Hochwald das schlumstste zu befürchten.

Opfer des Laden».

Während Donnerstag noch von 25 Todesopfern durch Ertrinken in ganz Schlesien berichtet wurde, hat sich die Zahl nach den neuesten Meldun­gen inzwischen a u f 5 5 T o t e in der gesamten Pro- vinz Niederschlesien erhöht. Davon entfaflen allein 16 auf das Breslauer Stadtgebiet. In Wirklichkeit dürfte die Zahl noch viel höher fein, da bei weitem nicht alle Unfälle gemeldet werden.

Feuersbrunst in einem pariser kon;erlsaal.

Donnerstag nachmittag brach aus bisher noch unbekannter Ursache In dem neuen Pleyel- Konzertsaal, in dem Furtwängler unb Bruno Walcker bei ihrem Konzert in Pari« so glänzende Triumphe gefeiert haben, eine Feuersbrunst au«, die trotz des Eingreifen« von fünf Feuerwehrmannschaf ten rasch um sich griff. Bei den Aufräumung«arbeiten entdeckte man im Waschraum bie Leiche eine« Man­ne«, der vermutlich erstickt ist. 3m ganzen sind bei den Lvscharbeiten acht Feuerwehrleute leicht verletzt toorben. Die gesamte Einrichtung des großen Saale« ist zerstört toorben, tod£ renb das Aeutzere des Gebäude« nicht gelitten hat. Bei dem ums Leben gekommenen Ameri­kaner handelt eS sich um den 44jährigen Pia­nisten Oliver Denton au« dem Staate Massachussette.

Sin peinliche« DadeerlebnU.

Auf einer Wanderung im Kreise Hann^ Münden fühlten jtoci junge Mädchen au« Kassel das Bedürfnis, ein erquickendes Bob zu nehmen. Da fie keine Badeanzüge mit führten, suchten sie sich m der Dähe des Dorfe« Ginte eine geschützte Stelle aus und stiegen ohne Bade­anzug in das Waffer. Sie hatten aber nicht mit zwei Hunden au« dem nahen Dorfe ge­rechnet, die, DahrungSmitteL witternd, sich an den Kleidern zu schaffen machten, sie zerriffm und schfietzlich auch noch gerade bie notwendig­sten Kleidungsstücke mit in s Dorf schlepp­ten. Den beiden Badenixen blieb nich « andere« übrig, als sich hinter einem Gebüsch zu verbergen imb auf irgendeine Erlösung au« der peinlichen Situation zu warten. Dach mehreren Stunden endlich kam ein Paddelboot Oorüberaefabren, dessen Insassen sich der beiden jungen Mädchen annahmen und für bie Herbeffchasfung der nöti­gen Kleider Sorge trugen.

Schweres Autounglück in den Pyrenäen.

Auf der Sttatze von Bayonne nachPau ist ein mit fünf Personen besetzte« Auto um» geschlagen und In Brand geraten. Bier der Insassen wurden auf der Stelle getötet. Ihre Leichen sind vollkommen verkohlt. Die fünfte Insassin, die mit brennenden Kleidern davonstürzte, brach in einiger Entfernung von der älnfallstelle tot zusammen. Die Ideittttat der fünf Verunglückten ist noch nicht festgesiellt.

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rvctrervoraussage.

Die Lustdruckoettellung zeigt wenig Aenderung, so daß weiterhin mit der Zufuhr omanischer Luft- massen iu rechnen ist. die zeüweise Bewölkung unb keine stärkere Erwärmung auflommen läßt.

Wetteroorausfage für Samstag: Wolkig mit Aufheiterung: Temperaturen etwas ansteigend: trocken, westliche Winde.

Witterungsaussicht-n für Sonn­tag: Weiterhin zeitweise wolkiges Wetter ohne stärkere Temperatursteigerung.

2uftlempctaiuren am 19. Juli: mittags 213 Grad Celsius, abends 15 Grad Celsius , am 20. Juli: mor­gens 16 Grad Celsius. Maximum 22,8 Grad Celsius, Minimum 10 Grad Celsius. Erdtemperaturen am 19. Juli: abends 25,1 Grad Celsius, am 20. Juli: morgens 13,8 Grad Celsius. Sonnenscheindauer 7% Stunden.