Ausgabe 
20.4.1928
 
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D. f. D.

Die Ligamannschaft Ift am fonunenben Sonntag beim D. f. R. Offenbach zu Gast, dessen Ltgaelf vor etwa Jahre-sttst im Vorspiel auf htesic|em Platz einen knappen 3:2 Sieg er» I ringen tonnte. Die Gastgeber hotten lich in der vorletzten Berbandsspielserie die Meister­schaft de- VüdmainkreiseS erkämpft und gehörten ein Jahr lang der Mainbezirksliga an. muhten jedoch zur Äreiiliga wieder abfteiaen D. f. R. Hot in diesem Jahr der Sugt^-hfeit zur Bc- zirkSligo in den harten Kämpfen zroeiselloZ an Dettspielerfahrung gewonnen uiu) wird, zumal auf eigenem Platz, für B. f. D ein schwerer Gegner sein. Das schlechte Resultat des Borfonn- tag- braucht für die (Siebener Mannschaft kein Anlaß zu fein, da« Offenbacher Spiel im trorau« al« verloren zu betrachten. Mit Energie und Selbstvertrauen sollte es ihr möglich sein ein einigermaßen günstige« Resultat herau-zuhvlen.

Die erste Iugendmannschast trägt ein Gesell'chostsspiel gegen die gleiche de« Hab- Rauheimer Sportverein« au«. frar den Ausgang de« Tresens wird mahgebend sein, ob d:e B.f. B.-Elf nochmal« in der bisherigen Aus­stellung antritt, oder ob die Leitung schon jetzt mit der Einstellung der Ersatzleute für die im Herbst au« der Jugendabteilung au-scheidenden Spieler beginnt Selbst wenn die Mannschaft stark umgruppiert sein sollte, dürste man ihr trotzdem ein gute« Abschnitten Voraussagen

3m Diplomspiel tritt die zweite Jugend der ersten 3 g b m. Leun- aus bärtigen Platz entgegen, Hoffentlich fährt die in letzter Zeit in dieser Hinsicht oft enttäuschte D. s. S -EU nicht umsonst nach dort

Dritte Jugend und erste Schüler» m a n n s ch a s t sind Gegner der Jugend» bzw Schülermannschast Heuchelheim- auf des en Platz In Anbetracht de- 0:0»Refultate- der neuzusammengestellten Heuchelheimer Jugend gegen die -weite Jugend der hiesigen Sp. Dgg 1900 (am vorigen Sonntag) wird man der B. s. M»3ugcnd la um Siege-au-sichten einräumen Annen. Die Schüler sollten im besten Falle knapp gewinnen.

Zußball in Heuchelheim.

Einen lehr svielstarten Gegner, die Pokal» eil (Ligareserve) von Union-Aiederrad. bat sich der Sportverein 1 9 20 Heuchel» beim für kommenden So intag verpflichtet. Wie spie Ist arl die süddeutschen Ligares^rven sind, zeigt da- 9 1/Resultat der Po'alels von ..Eintracht Franffurt gegen den Wey'arer Sportverein. Union-Qi icberrab steht in der Tabelle an dritter Stelle hinter Fußballfporlverein- mb Sintracht» Franlsurt. Da, d.e Einheimischen keine Aussicht auf einen Sieg haben, leucht t unter diesen Um» stünden ein. aber wenn sie unter sich einig sind sollte e« doch zu einem ehrenvollen Resultat langen.

Dor diesem Spiel treffen sich die l. Schüler Heuchelhei in« mit den gfeichm von B. f. B Sieben, die -weite Mannschaft spielt gegen die Erste von Droßen-Buseck. DaS Schülerspiel müßten d e Heuch.lheimer auf eige­nem P-ay gewinnen, die Zweite hat gegen Großen-Buseck keine Siegesaussichten.

Ai-beiter-Tui-N' und Spoetbund.

In weiteren DerbandSfpielen treffen sich in der ersten Klasse am kommenden Sonntag: Wies eck > gegen ® i e ß e n Ib. Hat W eser! in der vierwSch.^en Ruhepause nichts verlernt, so dürften die Gäste mit einer empfindlichen Ql.eber» läge nach Hause gehen. Heuchelheim! hat Lollarl zu Gast. Zeigen die Platzbesitzer feine belfere Leistung al« am vergangenen Sonn­tag, so werden die Gäste Sieg und Punkie mit nach -Haufe nehmen. MarouraI führt nach Ql l« seid. Hier werden die Einheimischen im Dorteil sein und sich Sieg und Punkte nicht nehmen lassen. Wetzlar! tritt gegen (Sie­ben! (Keei-klasse) »um Pflichtspiel an und wird eine Riederlage hinnehmen muffen. Raun- heim! Hel S ch i c r st e i n I im Aufstiegspiel zu Gast. Da« Vorspiel konnte Raunheim 3:1 gewinnen. Ob e« ihm gelingt, auch im Rückspiel Sieger zu bleiben, hängt von der Cßerfaffung der Mannfchalt und der Ruhe im Spiel ab.

3n der zweiten Klasse hat Kinzen­bach I Leun! zu Gast. Hier werden die Gäste den Sieg erringen. WieseckII hat Wetz»

Öie goldenen Berge.

Boman von (Maro Diebig.

Eophrlght 6h Deutsche Derlags-Anstalt Stuttgart

43. Fortsetzung. Nachdruck verboten

20. Kapitel.

Die graue Löwin hatte jetzt zu Ende gejagt, sie hatte sich zurückgezogen, satt, in ihr Lager. Vieles hatte sie sich erbeutet, Stücke des Users weggesres'en, im Ungestüm Felder verschluckt, Säume und Stre­ben, das Schaf des armen Mannes, seine Kuh. jein Kalb und auch seine Hütte. Aber mehr, unendlich Diel mehr noch hatte ihr Rachen verschlungen: Men­schenleben, und ein sehr wertvolles noch dazu.

Die ganze Mosel entlang lief es von Ort zu Ort. es stand in allen Zeitungen des Rheinlandes: Dok­tor Heinrich Dousemont aus der Kreisstadt, der be­liebte und besonders aefuchte Arzt, der sicher nicht lange in dem Rest gesessen hält«, der eine Zukunft vor sich gehabt, der war der Mosel zum Opfer ge­fallen. Und seinem Berus.

Wenn Jean Claude Dousemont über den Tod sei­nes Sohnes nachdachte, nickte er stumm vor sich hin. (Fr hotte viel Zeit zum Nachdenken jetzt, es wollte mit feinen Küßen nicht mehr recht voran, zum Schoppen an den Stammtisch konnte er nicht mehr gehen, um da Unterhaltung zu finden.

,.3a, ja," der alte Mann sagte es so laut, als sähe sein Sohn ihm gegenüber und er spräche mit ihmbat häufte nit machen sollen. Heinrich! Nu hastet. Praris hin. Gluck hin, Leben hin!" Und das letzte von den dreien, das war das bitterste. Der alte Mann schluckte, als sähe ihm ein Pfropfen in der Kehle, und es ginge schwer über den herunter. Ader er meinte nicht: und er hatte auch nicht ge­weint.Schön ist es. so in den Sielen zu sterben, und reich gesegnet ist fein Leben gewesen, so kurz es auch fei. das sich opfert für feine Brüder,' hatte cs in der Grabrede gcheihen. Sicherlich war das so, und daran hielt der Vater sich auch.

Doktor Dousemont hatte eine große Praxis ge­habt. Die war so schnell gewachsen, daß er sich sehr bald ein Auto hatte anfchaffen müllen. Anfänglich fuhr er selber und seine junge Frau saß neben ihm. Aber seitdem die ermattete, und die Fahtten oft sehr

TarTT zu Gast und wirb auf eigenem Platze Sieger bleiben eh en II hat Raun» heim II zum Gegner. Die Gäste werben al« Sieger den Platz perlasfen. - Daubrtngen hat Zronhaufen zu Gast und wirb auf eige­nem Platze 6'eg er bleiben. Hungen geht nach Durkhardsfelden, um sich dort und Punkte zu holen. Oppenrod hat Großen-Linden zu Gast. Auch hier werden die Gäste Sieg und Punkte mit nach Haute nehmen Al «selb II steht HachbornI gegenüber. Der Ausgang diele« treffen« muh offen gesoffen werden

In b:r Jugendklasse treffen sich: Ra. beim - Wiel eck. Klein- inten Alten-Buseck. Heuchelheim Wetzlar. Großfeelheim Leun. Drei* Gießen.

Die Leichtathleten de« Bezirke« treffen sich am Sonntag zu einer S-orffehrsiunbr aus dem LlnvettitütSf portplatz. Auch die Ätrnpfrid)» ter für Leichtathletik werden bort in einer Prak- tischen Lehrstunde ihre Ausbt düng erweitern. Rachmittag« findet der Waldlauf im Stadt- walda statt.

Arn kommenden Soimtag tagt in Frankfurt a. M. der ordentliche Kreisturntag. Die Delegierten der Turnsparten-Dereine werden dort die Berichte bei Borstande« über die Tätig­keit und Entwicklung der Sparte in der abgelau­fenen Gc'chästSpctt.ote entgegennehmen. Gleich­zeitig sollen sie Wittel und Wege finden, um da« Wesen der Tumsparte der Reuzeit anzu- passen.

Stutsche Sandball. TNeifierslbast (DES.)

Die DSB. läßt am Sonntag in ihren Landes­verbänden die B o r r u n b e n um die Hanbball- meiftcrfchast austragen. 3:t Berlin stehen fleh der PSB. Oppeln, der hie südostdeutsche Meister- schalt zum zweiten Male errang, und der fttfch- grbackene dra.te burgifche Meister DHT. gegen­über. Den spannendsten Kamps werben sich bie Meister von Süd- und Mitteldeutschlanb in Hall« liefern. Der SB. 1896 Darmftab! mühte bie Polizei Halle mit Mühe schlagen können. Im Spiel der Damen dürste Mitteldeutschlanb burch Fortuna Leipzig gegen Post SB. Franksurt a. M. erfolgreich sein. In Stettin wirb Rord- teuffchlanb über den Ba'te iverbanb triumphie­ren. Die Polizei Hamburg ist besser al« bie Stettiner Auch der Güstrower SB.06 kann mit seinen Damen g gen Komet Stettin gewinnen. Westdeutsche Meister sind am Sonntag spielsrct ur.b haben am 6. Mai mit den siegreichen Mann­schaften zur Zwischenrunde anzutreten.

&anbt><H( her Sp.-Dg. 1900.

1900 gegen JJolijel-Sporfo. vuhbach.

ö. Das schon vor einigen Wochen angekündigtc, jedoch infolge dienstlicher Unabkömmlichkeit einzel­ner Leute des Polizei-Sportvereins Butzbach in letzter Minute abgesagte Spiel findet nun am näch­sten Sonntag vor hem Cig-itrcffenGermania" Bieber gegen Sp.-Vgg. 1900 statt. Hatte schon der Gegner des Borsonntags, D. f. L Wetzlar, eine be sondere Spielstarke aufzuweisen, |o gilt da» von her Polizeimannschaft in noch viel höherem Maße. Gerade in letzter Zeit hat sie brf) durch ihr gute» Abfchneiden in den Aufstiegsspielen fJr die Hand- ball-Liga des F^ankfutt-Darmstöbter Bezirk» einen guten Romen gemacht Sie sicht mit In fünf Spie­len gesicherten neun Punkten unangefochten an der Spitze vor den übr gen Anwärtern Rot - Weiß Darmstadt, Kicker» Offenbach und Germania Wies- haben Eine Anzahl Butzbacher Spieler hat schon repräsentativ für den dortigen Bezirk gewirkt Die 1900er muffen sich ihrer großen Aufgabe voll und ganz bewußt werden, fonst sonnen sie eine (Ent- täulchung erleben. Die Mannschaft wird in einer von der Aufstellung de» vorigen Sonntags kaum abwc chenden Besetzung antreten. Was ben Spiel- ausgang angeht, so glauben wir, daß der Polizei- Sportverein wenn auch nach hartem Kampf bas bessere Ende für sich hoben wirb.

V. f. B.-Handbatt.

Rach einem Ruhefonnlag treten auch die Hand­baller wieder in Aktion. Sie f-nb beim Turn­verein Al-felb zu Gast unb werden sich gewaltig anstrengen müssen, wenn fie nicht ver­lieren wollen.

Deutsche Fechtmeisterschasten.

Der Deutsche Fcchlklub Hannover trögt in den Tagen vom 20. bl» 22. April in Eilsen die beut­

unbequem waren, auf schlechten Wegen manchmal bi» in die Eifel hinein unb aus ben Hunsrück, mußte sie es aufgeben, ihn zu begleiten. Cr lieh sich einen Chauffeur aus Koblenz kommen, faß bei ber regnerischen Witterung auch lieber drinnen im ge­schlossenen Wagen unb nutzte bie weiten Fahrten aus, um neu erschienene fachwissenschafttichc Schrif­ten zu lesen.

3a, fein Heinrich war fchr tüchtig gewesen, faßte sich mit Stoll Herr Dousemont. Sie batten ihn weithin geholt flnglücksfälle geschehen (a immer: bald hatte sich ein Holzfäller in die Hand gehackt, halb mar ein Bauer überfahren worden, ein Kind hatte sich verbrüht-, unb schnelles Herausnehmen bei Blinddarmerkrankungen, schwere (Entbinbungen gab'» in Dorf unb Stabt. Mutter unb Äinb wären verloren, griffe ein Arzt nicht ein, aber wie konnte man vom Hochland und aus entlegenen Mosel- börfem bie Patienten immer noch sottlchaffen. und was kostete das für die armen Leute' Doktor Dousemont hatte manchem das Leben gerettet.

Ja, |ein Heinrich war ein sehr guter Mensch ge­wesen, sagte sich voller Rührung ber Vater. Wenn es hieß: zu einem Kranken, war er Immer gleich bereit Es mochte ihm oft schwer genug fallen, sich noch spät abends herauczureißen, die jungen Leute hatten es so gemütlich, aber wenn er bann man­ches Mal gegen Morgengrauen erst wieder noch Hause kam, bann war feine Frau noch auf; sie paßte schon auf den Wagen, sowie sie nur von fern etwas rollen hotte, nur ein gebämpftes Hupen, ftanb sie bereits in der Tür. Mit ausgebreiteten Armen. Wohlgelungene Arbeit und bann Liebe und bie srohe Aussicht auf das Kind. Wie ber Heinrich sich auf den Jungen freute! Immer sprach er von dem. Er malte es sich schon aus, wie ber in bie Schule ging, wie cr bann studierte, in dieselbe Ver­bindung eintrat, 'm ber sein Vater gewesen war oh. der Junge, ber Junge, bas war ein Glück!

3a, sein Heinrich war ein sehr glücklicher Mensch gewesen! Das sagte sich der alte Dousemont auch, und bas tröstete ihn. Die Teilnehmenden, beren Diele ihn aufsuchten, wunderten sich, wie ruhig er's nahm. Es war doch wahrlich ein unsägliches Un­glück «wesen, aber er schien es nicht wie ein solches zu nehmen. Und mit fester Stimme konnte er er­zählen. wie alles gekommen war.

schen Fechtmeisterschaftev au» Die Domen Degen- mt.slrl'chast, bie Fraulein P 1 itzner (München) zu verteibigen bat, muß wegen ungenügender Be teihgang ausfallen Die übrigen Konkurrenzen |inb lehr gut befehl Fräulein Helene » e ne r (Dffenbad)) unb Erwin ttolmir (Frankfurt a M ) werden ihre Titel verteidigen Für Degenfechten liegen 47, für Florett 29, für Säbel 25 und für Damenstorett 11 Meldungen vor.

Die Fechter der DeutIchea lurnerjebaft werden an den Deutlchen Fechttneisterschaflcn nicht teilnehmen, da ber Deutsche Fechierdund in Gcae iiap zu den Satzungen be» Vertrage» mit ber DT einen Spanier unb einen Franzosen zu ben Meisterschaften zugelassen hat.

Zwei neue belßisckic Cchöimmreforbe würben bei dem Städtekampf Pari» gegen Gent in (Bent aufgestelll Ihlenpondt schwamm 100 Meter-Rücken in der neuen Rekordzeit von 1.18 und van Parys unterbot Im 200 Meter- Brustschwimmen mit ber au »gezeichneten Zeit von 2.51 feine alt» Höchstleistung um!» Sekunde

Wirtschaft.

Der Schiedsspruch im Huhrbergoau.

Don Or. Zrih Hagen.

Wenn kürzlich bet preußische Handek-minister Dr. Schreiber Im HauptauSschufs« be« preu­ßischen ßanbtoac« bie 8orbcrung ausgestellt hat. daß der Lohn qe« Bergarbeiter« ben gesteigerten Bebürsnifsen her heutigen Leben-Haltung ange­paßt werben muffe, Io muß man ihm barin ebenso fragte« recht geben, wie man feiner im Anfchluß an biefe Forderung getroffenen Feststellung: baf) .bie Möglichkeiten hierzu im Kohlenbergbau nut sehr beschränkt" seien, beistimmen muß. Der Minister hat in bleiern Zusammenhänge einige überaus charakteristische Zissctn genannt, um die Unmöglichkeit einer Lohnerhöhung von 5 Prozent, von der damals bie Rebe war, für bie staatlichen, bekanntlich befonber« guten Zechen barzutun. Eine Steigerung der Löhne und Gehälter in biefer Höhe würbe nach feinen An­gaben bei der Hibetnla. bie 1927 hierfür 43 759 000 Mark aufgetoanbt habe. 2 187 000 Mk. ausmachen. Der Gesamtertrag der Hibernia be­trügt aber nur 2 224 000 Mk. Bei ber Betgag betrügt bie Lohnfumme 44 451 COO Mk., eine Steigerung von 5 Prozent 2 223 000 Mk. Der Gefaintcrlrag beläuft sich auf 2 900 000 Mark, wonach bie Veraag für 1927 vielleicht eine Di- Dlbcnbe von s/< Prozent wirb auSschütten können.

Beleuchten fchon biefe Ziffern blitzartig bie wirkliche Lage dos Ruhrbergbaues, so ist fie inzwischen noch deutlicher geworben durch bie Ergebnisse dreier Gutachten, nämlich da- be« Reichswirtschaft-m int st erium«. ber von Reich-wirtschaft-ministerlum und RelchSar- beit«mlnijterhim gemcinfam gestellten Schma - lenbach-Kommlffion, sowie da- Sonder- gutachlen te# sozialdemokratischen Mitgliedes dieser Kommis Ion, de- Dr. Baade. Da- ReichS- wirtschastSministerium hat bei der Untersuchung der Drei großen, in Der Leistung wesentlich über ben Durchschnitt be- Bezirk- stehenden Gesellschaften einen Gewinn von 36 Pfennig für bie Tonne Kohle sestgestellt, wobei bie Ab­schreibungen zugestonbenermaßen -u nlebrtg an­genommen touroen, ba« Mehrheit-gut achten bet öchmalenbach-Kvmmisfion einen Berlust von 27 Pfennig, ba« Baadesche Gutachten einen Ge­winn von 55 bi- 60 Psennlge: sämtlich« Gutachten bei voller Einrechnung her Erlöse au« den Re- benprvdukten.

Die Lag« de« Ruhrbergbaue« liegt also mit einer kaum zu überbietenden Deutlichkeit vor den Augen ber Oessentlichkeit, unb «S fehlte bem Schlichter barchau« nicht an Material, an bem er sich Informieren konnte, bevor er die Welt mit her von ihm dekretierten Lohnerhöhung von 8 Proz. überrafchte. Er hat seit amerwei e vorgezogen, von ben brel Gutachten überhaupt keine Rvtiz zu nehmen, obwohl ih.n feiner eigenen Angabe nach das Sckmalenbach-Gutachten vor Beginn ber Verhandlungen zugegangen war. Man fragt sich nicht ohne Erstaunen, wozu denn schließlich derartig« Gutachten, wie b e be« RelchS» wirtschafismlnisteriuws ober da- der Schmolenbach- Kommistion, aufgestellt werden, wenn Ile nicht Wirklich bei ben entfcheibrnben Fragen Berück­sichtigung finden sollen. Allerdings wenn der

Der Doktor war am Spätnachmittag gerufen wor­ben; ien|eils der Mo|el, oben in den Bergen, lag eine Frau, die quälte sich schon seit Tagen eine schwere Geburt. Der Mann war in Todesangst: wenn der Herr Doktor nicht mit ihm kam, starb seine Frau ach, unb b.is Kind auch! Er weinte. Da nahm ihn der Doktor mit In das Auto, und sie jagten los. Sie mußten einen Umweg machen, bis sie an die große Eisenbahnbrucke tarnen, bie einzige, di« noch sicher hinuberfuhrte, alle anderen Brucken waren zerstört, und es ping auch längst keine Föhre mehr. Ls war spät in der Nacht, als er zurückfuhr. Der 5rau ging es gut, dos Kind war da, der Herr Doktor hätte sich noch so gefreut, erzählte der Chauffeur.

Der Doktor hatte sich', im Dagen bequem ge­macht todmüde er wollte schlafen. Zu sehku war nichts. Alles stockfinster. Und em Regen, den Der saufend« Wind vorn gegen bie Schießscheibe trieb, daß man wie blind war. Cs war keine gute Chaussee mit bequemen Kehren, nur eine zur Slot fahrbare Strafe«, in scharfer Senkung ging e» den Berg hinab.

3mmer rascher, immer rascher der Chauffeur bremste, er zog auch die Notbremse, trat die Fuß­bremse schnell, oiel zu schnell. Der Herr Doktor schlief. Als ob den Wagen nichts aufhalten könnte, so raste er abwötts. Eine tolle oohrt; der Chauffeur glaubte nie eine so tolle gemacht zu haben. Jetzt mußte man aber bald unten sein Zu sehen war nichts, die Scheinwerfer wiesen ein kurzes Stück nur in die tiefe Dunkelheit hinein. Der Mann riß krampt- haft die Augen auf, vom Regen war die Scheibe dick anqelaufen. er beugte sich von feinem Führersitz seitlich in» Freie, der Regen beschüttete ihn, er rauschte oder war e» die Mosel, Die so rauschte? Der Herr Doktor schlief.

Gott sei gedankt, daß man unten war! Jetzt rechts, rechts rechts mutzte die Brücke sein! Der Mann ritz an der Steuerung. Es rauschte, rauschte der Doktor schlief. Nein, links mar*», links! Der Chauffeur ritz den Wagen nach links nein, ge­radeaus! Da mußte die Brücke fein.

Es rauschte, rauschte immer noch stärker der Regen, bie Strömung? Sollte das Waller noch höher gestiegen sein in den wenigen Stunden, bis hierher? Dunkelhett, Rauschen. Der Mann wurde

Schlichter feine Lohnerhöhung von 8 Ttm efl wirtlchaftiich tragbar vertreten wollt», wa« man bisher bei Füllung von Schiebstvrüche« grunb- lätz.ich wenigstens versuchte, so dürfte er «ul keines der drei Gutachten zurückareiten. beim all» beet kaffen mit nüSternen Zahlen schon auf den ersten Blick die völlig« Untragbdtfrit Jeher, selbst der geringsten Lohnerhöhung erkennen Sogar der höchste, von bem lozlaldemvkratische« Mitglied« der Schmalcnbach-K.-'mmlffion errech­nete Unternehm er qcu>inn von 55 bi« 60 Pfennig aus bie Tonne würbe durch eine Lohn­erhöhung von 8 Pro-, bie untviberfprochener» maßen eine Erhöhung ber Lohnkosten von runb 75 Pfennig aut bie Tonne -ur Folge, hat. mehr als aufge,ehrt werden, und e« bliebt felbfl nach Dr Baade ein Verlust von 15 bl« 20 Pfennig aus bie Tonne, wobei die Wirkungen ber afeich- fall« burch ben Schiedsspruch angeorbnetrn Ver­kürzung bet Arde11 - «ett über Tag» noch gar nicht einmal berückitchngt find Der Schlich­ter Hal demnach eigentlich da« Ä.ügfte getan, wa« cr von feinem Standpunkt aus tun konnte er hat keines der drei Gutachten berücksich­tigt und den aussichtslosen Bettuch, die wirt- schasllich« Tragbarkeit seines Schicb-spruches -u begründen, gar nicht erst unternommen. In dieser Hinsicht stellt ber Spruch allerdings eine Reuhett in der Geschichte unsere« Schllchtungswelen« ber. die da« Interesse weiter Kreis« finden wird. Wer sreilich. wie wir. da« Schstchtung«wtten. trotz feiner Mängel, zur Zeil für ein unentbehr­liche« Mittel zur Aufrechterhaltung be« foztalen Friedens hält, wird es beklagen, daß ungefchlckte Organe eine an sich notwentl ) Einrichtung dis­kreditieren, intern fie das Schlichtungswe'en nicht als eine Einrichtung -um Zwecke fachlicher Dis- kufsion unb friedliche i Ausgleiches zwi chen ben Parteien, sondern al« einen, ohne Rücksicht aus Wirtschaltlich« Tal achen arbeitenhen .behördlichen Lobnlestsctzungsapparat" um ein von gewerk- schasklicher Seite gebrauchtes Bi b heran-uzlehen und als eine politisch» Institution behandeln.

Roch durch ein« weitere, in der Geschichte ber letzten Jahre kaum oorgclommene Reuhtii über» ralcht ber Spruch, nämlich durch die nebenbei er» lolale Wiedereinführung ber allen verhängnis­vollen Jnslation-melhoben. Ziffer 2 betagt näm­lich, daß. wenn cs gelingt, bis zum 1. 3unl eine Erhöhung bet Kohlcnprcife butchzufetzen, sofort wieher bie ganze Lohntage aufgcrollt werden wirb. Das heißt, ber Schlich'.cr hält Die jetzt angeorbnele Lohnerhöhung ür tragbar auch ohne Erhöhung ber Kohlcnpreise, unb fetzt oetelts jetzt für ben Fall der E Höhung ber Kohlen- preife eine weitere LohnerhShung fest, was, wie gesaqt, bie Wiederein ührung ber alivertrauten JnllationSmelhodcn mit ihrem anmutigen Wett­laufe -wischen Preis- unb Lohnerhöhungen be- beutel. Man darf annehmen, daß dem Schlichter bei feiner lebha.ten Abneigung gegen wirtfchaft- liche Tatsachen unb Zahlen ba« Wesen unb die Wirkung einer Kohlenpreisethöhuna nicht völlig klar geworben ist ES wurde nämlich gar nicht möglich sein, den KohlenpreiS um bleßummen zu erhöhen, bie ben von Schmalenbach errech­neten Berlust von 27 P'ennig unb ber vom Schlichter auferlegten Velbstkos.enerböhung ent­sprechen: eine solche Erhöhung ber K.^hlenpreis« würbe, ganz abgesehen davon, daß sie nlemal« die Genehmigung de« Reich-wirtschastsministe^« sinden dürste, einen gewaltigen Rückgang auch des Jnlandabsaye« mit sich bringen und von un­absehbaren Folgen für die gesamte deutsche Wirt­schaft fein.

Daß beide Parteien den Schiebss'iruch ab­lehnen würben, war votau-zufeßen. Aller Wahr- fcheinlich''eit nach wirb e4 zu Berhanblungen in Berlin kommen, ba ber ReichSarbeitsminister kaum bie Deronlwortunq für bie Derbinblich- keit-erklürung einefl beratllg mißlungenen Spru­che« auf sich zu nehmen geneigt sein wird Man muß hoffen, baf) bie bisher versäumte fachliche Di-kufsion Der wichti-en hier zur Erörterung stehenben Probleme in Berlin nachgeholt unb ben vorliegenben amtlichen Dulachten habet Die gebührenbe Derückfichtigung geschenkt Wirb.

Einspruch der Arbeiiqeberverbände.

Die Bereinigung ber Deu tfchen Ar­beitgeberverbände hat am 19. d M. an ben RcichSarbeitSministerein Scht.i- ben gerichtet. In dem es h:i)t:

.Dir bedauern, bai) uurch den Schiedsspruch für ben Ruhrbergbau bie bereit« in den Ausein- andersetzungen ter letzten Lohnbewegungen klar

verwirrt: sehen, wenn mau um Gotte» willen nur etwas sehen tonnte! Die Scheinwerfer erloschen plötzlich Plätschern, Rauschen reißende Strö­mung. Der Herr Doktor schlies. Noch war'» nicht die Brücke, da» Auto fuhr In die Mofel hinein.

Das war die Todesiohtt gewesen. Der Schlafende war brinnen im Wagen ertrunken, der Führer drau­ßen hatte sich freimacfecn können, sich noch retten in letzter Minute. Aber er war völlig verstört: der Herr Doktor, o der Herr Doktor!

3a, geliebt war fein Heinrich auch worden, fapte sich H.rr Dousemont. Was wollte er eigentlich für ben Sohn nun noch mehr? Die junge Frau würde den Mann ihres ersten und größten Glücke» niemals vergessen: sie ging jetzt zu ihren Eltern zurück nach Berlin, aber bas Kinb, das hatte sie dem Schwieger, ooter versprochen, das brachte sie immer wieher hierher an die Mosel, damit es bie Heimat des Vaters auch als seine Heimat ansehen lernte, wenn fein Großvater dann auch längst tot war.

Herr Dousemont hatte nicht die Aussicht, e» noch sehr lange zu machen, unb da» war ihm lieb. Starte Arterienverkalkung," unbDu darfst nichts mehr trinken," hatte noch letzthin der Heinttch ge­sagt. Na ja, schon, das war ihm gerade recht, es war gut so. Herr Dousemont steh sich von der alten Lena jetzt sein Weinchen an den Sorgenstuhf brin­nen nein, ein Sorgenstuhl war es eigentlich nicht. Der Alte vom Der»? hatte einen Plärr, unb den bettle er nun vollends aus nrft aller Umsicht. Cs war greulich gewesen bei der letzten Ueberschwem- mimg. baß auf den Kircbßos. der nicht hoch genug über dem Mer liegt, die Mosel gekommen war und bie Kreuze umgehfleti hatte unb weit weagefpült, Denksteine verrückt hotte, alles umgewühlt. Das konnte ja wieher pulsieren, bie Motel kam unb spielte mit beinernen Schädeln. Und wie fatal, wenn Dann bei dem großen Wecken der Engel mit der Po­saun« sich vielleicht oerariff? Dem Mann her bem Deine abty/b gewttim. der nicht gewußt Hatte, edlen Tropfen zu schützen, seinen Kopf auffetzt«, uttd ihm den von dem trockenen Gesellen? Ihm grauste bei solchen Gedanken Rem, |» etwa» sollte ihm niemals passieren wofür halle er benn feinen Herrenberg* Da oben wollte er liegen: der Alte vom Serge auf seinem Berg.

(Fortsetzung folgt.)