Ausgabe 
19.9.1928
 
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Hoovers Mrtschastsprogramm Line Wahlrede dcü republikanischen Präsidentschaftskandidaten

Aus aller Wett.

Tagung des Gustav-Adolf Verein».

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der Einwanderunasdeschränkuna ein. um ausländische ..Stcllenjüaer" ftrnzuhallen. Cer er. ilärte. die eigentliche Grundlage des nnrtlchaftl,ch«n Fortschrittes sei die volle Beschäftigung der Arbeiter. Die üllqcmcinc Loge b ' am rikanischen Industrie sei hoch befriedigend mit An nähme der B r a u n r o h i e n i n d u s Textilindustrie. Hoover ferbtn gierung alle Mittel anwend«, um deren t>

Die Schlesienreise des Reichspräsidenten

Stürmische Begrüßung Hindenburgs in Breslau.

rüchte au dementieren, die heute im Aus­land über Spanien umgehen. Es herrscht i m ganzen Lande vollkommene Ruhe. General Prüno de Rivera, der In Barcelona

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landgemeinden. Erwähnenswert ist, daß die etwa 50 000 Mitglieder umfassende slowakische lucherische Kirche im Gebiet des ehemaligen Ungarn ihren Wiedereintritt in den Gustao-Adolf-Verein

Erholung zustandezubringen. In der Industrie als ganzes genommen, sei der Durchschnitt der Löhne heute hoher als se zuvor, und die Arbeitsstunden hätten abgenommen. Außerdem seien die amerikani- schen Löhne und der amerikanische Lebensstandard die höchsten in der Welt. Ein amerikanischer Loko- motioführer könne sich zweimal so viel kaufen wie ein britischer Lokomotivführer, fast dreimal so viel wie ein französischer und mehr als viermal so viel wie ein belgischer. Den Ausland markten müsse ernste und besondere Berücksichtigung zuge­wendet werden, damit mehr Produkte im Ausland verkauft werden könnten, um erhöhten Erwerb im Inland zustandeAubringen. Ebenso müsse man den Verkauf der Ueberschußprodukte der Farmer nach auswärtigen Landern energisch fördern.

" Zur e tretungs Vemcmde nu tem Kirche^ Den bezeichne eme eigen flid teile erübrig Üirchengcmeii-, und Zvhame! ymeinbtoettr JPttru«. und bestimmi. iii tetben butd befannlgegeb

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Newark (New Jersey). 18. bept. (WB.) Der republikanische Präsidentschaftskandidat f)ooocr be­tonte in einer Red« von neuem die Notwendigkeit ber Aufrechterhaltung der bestehenden hohen Schutzzölle, um den augenbUcklichen Stand ber Löhne der amerikanischcn Arbeiter doch, halten und die amerikanischen Märkte vor lieber- chwernmnna durch Auslandwaren schützen zu kön­nen. Hoover trat auch s ü r dasFortbestehen sdeschränkung ein, n*r" firn uth<ilf#n (er

WcttcrvoraRGsage.

Born Atlantischen Ozean breitet sich erneut hoher Luftdruck nach dem Kontinent aus, der Mitteleuropa eine abermalige Hochdruckwetterlage bringen bürste. Im Bereich der Vorderseite des Hochs werden die Temperaturen wieder etwas zuruckgehen und zu» nS1.sk wird zeitweise etwas Bewölkung auftreten.

Voraussage für Donnerstag: Teils heiter, teils wolkig, trocken, etwa» Sinken der Tem­peraturen.

Lusttemperaturen am 1h. September, mittag» 20,5 Grad Lelsius, abends 1LB Grad Celsius: am 19. Sep tember: morgen» Grad Celsius Maximum 10,6 Grad Celsius, Minimum 6,5 Grad Celsius. r< -*

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j der Verwustungc la angerichlcl Hot. sowie über und Verletzten läßt sich noch kein genaue» Bild gewinnen da sämtliche Drahr- 'er Tornado hat danach ändert und wandert zu. Die Gturmsttrke ist

Briand weiter optimistisch.

ter französische Außenminister glaubt an eine schnelle Regelung.

Berlin, IS. Sept. (Prio.-Tel.) Der französische Außenminister gewahrte dem Genfer Äorrelponden. ten de»B. I. eine Unterredung über da» (Er­gebnis der Genfer Verhandlungen. Wiederholt be­tonte Briand im verlaufe des Gesprächs, daß das französische Kabinett durchaus für die Fort- iefiung der Politik der Entspannung sei. Briand sagte:Das ist keine Gefühlssache, das ist eine Sache des Verstandes: beide Lander haben ein ganz außerordentlich großes Interesse an dieser Politik." Gerne Regierung stehe ganz auf dem Boden der Locarnopolitik, und auch die öffentliche Meinung in Frankreich habe sich dieser Politik mehr und mehr zugewandt. Ueber das (Er­gebnis der Verhandlungen selbst erklärte Briand, es sei s e h rgu t gewesen, und zwar für betbe gar­tet e n. Man habe die Möglichkeit benutzt, um die bestehenden Gegensätze zum verschwinden zu bringen. Es handle sich dabei um d i e allgemeine Li­quidation des Krieges, damit nichts übrig bleibe, was beide Völker beunruhigen und reizen könne. Es sei nunmehr Sache ber Kabinette, weiter zu arbeiten.

Briand ist davon überzeuat, daß die Regie­rungen sehr bald in Achtung treten könnten. Man werde sich sicher bald über das Fest- stellungSkomitee einigen. Rach Einsetzung deS Komitees würde eine Tatsache, die dic'em zur Kenntnis gebracht werde, sofort in freund­schaftlicher Weise geregelt und durch Ver­gleich erledigt werden, ohne daß man vor den Rat g^hen und eineKampfstelluna" ein­nehmen müsse. Die kommenden Verhandlungen über die Reparationsfrage werden nach Vriands Meinung einen raschen Fortgang nehmen. Auf den Hinweis, daß die Verhand­lungen über die RäumungS frage in der deutschen Oessentlichkeit eine gewi'se Enttäu­schung hinterlassen hätten, erwiderte Vriand, eS sei das e r st e Mal, daß das Problem zum Gegenstand einer offiziellen Derhandlcmg gemacht worden sei. Das sei doch ein sehr beträcht­licher Schritt vorwärts.

Vriand betonte noch einmal, daß Frankreich die Ausführung des Artikels 8 deS Völker- bundSpaktes betreffs Herabsetzung der 7t ü ft u n g e n alS die heiligste Pflicht betrachte, deren Erfüllung Ehrensache fei. 3um Schluß kam der französische Außenminister noch einmal auf die weitere Entwicklung der Ent- fpannungspolitik und die Gestaltung der künf­tigen Beziehungen zwischen beiden Völkern zurück. Vriand sagte:ES besteht jcb?t Grund zur An­nahme. und beide Teile sind sich darüber einig, daß die Annäherung sich rasch weiter ent­wickeln wird und daß zahlreiche Gebiete der (Zusammenarbeit vorhanden ,inb. Auf beiden Seiten entwickelt sich die innere Zustimmung dazu, daß der Kontakt zwischen beiden Völkern enget und wirkungsvoller wird."

polnische Ambitionen.

Reichskanzler Müller gegen Polens rett» nähme an den Räumung-Verhandlungen.

Berlin, 18. Sept. (IM.) Der polnische Außen- Minister Aales kl hat nach Meldungen aus Genf bestimmte Angaben darüber gemacht, daß zu den kommenden Bet Handlungen, die in der Sechsmächiekonferenz vom Sonntag über die Räu­mung1 unb über eine Feststellung»- und vergleichs- kommlsston für die westlichen Grenzgebiete oorge- seh^i worden find, auch polen zugezogen rochen würde. Reichskanzler Müller er­klärte demgegenüber auf Anfrage, eine darartige Aeüßerung des polnifchcn Außenministers fei ihm ganz unverständlich. Bel der Abfassung des kammuniguLs vom Sonntag fei ausdrücklich darauf Bedacht genommen worden, daß die Verhandlungen von den sechs Mächten geschloffen geführt werden würden. Auch sei weder von französischer, noch von belgischer, noch von engli­scher Seite ein Wunsch geäußert worden, andere Staaten hinzuzuziehen. Auch in der Unterhaltung, die Zaleski mit dem deutschen Reichskanzler in Genf geführt hat, ist ein derartiger Wunsch nicht zum Ausdruck gekommen.

Auch Krankreich lehnt ab.

Genf, 18. Sept. (XU.) Von französischer Seite wird zu den kommenden Däumungsverhandlungen darauf hinaewiesen, daß ein Zusammen­hang zwischen der künftigen Kontrolle der ent- militari fiert en Rheinland Avne und den Fragen der Sicherheit der deutschen Oftgrenze nicht anerkannt werben könne. Es liege keiner­lei Veranlassung vor. Polen zu den Ver­handlungen der Besatzungsmächte mit Deutschland über die Zurückziehung der BesatzungStruppen auS dem Rheinlande zuzuzieh m. Ebenso liege keine Veranlassung vor. eine Beteiligung Polens an der in Aussicht genommenen FeststetlmigS- und VeraleichSkommission vorzunehmen. Man be­tont hierbei, daß es sich bei den kommenden Ver­handlungen über eine Kontrolle im Rheinland ausschließlich um Garantien für die cntmillt atiflertc Rheinlandzone handele. Da an der Ost grenze Deutschlands eine entmiktarif erte Zone nicht vorhanden sei. so könnte auS Mcfcm Grunde allein schon eine Beteiligung Polens an den kommenden Räu- mungSverhandlungen nicht in Frage kommen.

Oie Gturmkatasirophe über portorico.

Eine Tchildcrung von Augenzeugen.

Neuyark, 18. Sept. (WTB.) Die Passagiere des heute hier wohlbehalten angekommenen Damp­fersSan Lorenzo" waren Augenzeugen des über Portorico hinweggegangenen Orkans. Der Damp­fer war im Hafen von St. Juan vor Anker ge­gangen und mit 20 Drahtseilen am Dock festgemacht worden. Die Passagiere beobachteten das grausame Schauspiel durch die Schiffsluken. Wie sie erzählen, herrschte 36 Stunden lang ein Halbdun kel, während gleichzeitig ungeheure Wol­kenbrüche nieoergingen und ein donnerähnliches Gel ist e herrschte, so daß die Explosion einer in der Nähe befindlichen Ammoniakfabrik nicht hör­bar war. Ganze Häuser wurden umgerissen und Baume flogen durch die Luft. Da» Eisem blechdach eine» in der Nahe liegenden Schiffsdocks wurde wie eine Strohmasse vom «türm aufgerollt, und die Trümmer wurden tonnen- weise durch die Luft herumgeschleudert. Die Passa­giere, die während de» Sturmes unter Deck gehal­ten wurden, sind sämtlich unverletzt geblieben. Man hegt ernste Befürchtungen für das Schicksal des in einem Faltboot unterwegs befindlichen Franz Römer, und man nimmt an, daß er westlich von Portorico in die Bahn de» Orkan» geraten ist Bon den westindischen Inseln laufen fortgesetzt Meldungen rin, nach denen sich die Zahl der Toten weiter erhöht. Die wirtschaftlichen Folgen der Per Wüstungen durch den eturm sind für die Insel Portorico katastrophal, so daß umfassende Maß- nahmen für den Wiederaufbau erforderlich sind. Dank der rechtzeitigen Warnung, die der Schiff- fahrt durch Funksignale zuging, vermochten samt- liche größeren Dampfer der Gefahrzone zu ent­rinnen.

Der Tornado nähert sich Acunork,

Berlin, 19. Sept (TU.) Noch einer Meldung Berliner Blätter au» Neuvork hat der Tornado am

nicht möglich ist, müHen die Ausgaben fit Bauten auf das äußerste einge­schränkt werden, um Maßnahmen zur Schal­tung der Sicherheit des Betriebe#, den rück­ständigen Umbau des Oberbaues und die Der- volllommnung des S.cherungswelens fördern yi formen. Die Reube'chafsung rem Lokomotiven und Güterwagen muß auf das äußerste ge- b rüffelt werden. Dagegen ist die Ergänzung des Personenwagenparks sow.e der Einbau von verstärkten Zug- und Stotzvorrichtungen Im In­teresse der geordneten und s cheren Durchführung des Betriebes weiter möglichst zu beschleunigen.

grüßt Die in tiefster Dankbarkeit Aber Schlesien ist nicht mehr daS, was es damals war. als Sie es schützten. Damals war Schlesien eine reiche Provinz, Breslau eine blühende Handelsstadt. Jetzt lind reiche Landstriche uns genommen und schwere Sorge und 21 o t ist über uns ge­kommen. Das Waldenburger Kohlenrevier, die schlesische Industrie und der Handel liegen dar­nieder. Die Absatzgebiete für alle Produkte aus unferem Lande find gegen früher verschwunden. Dir Landwirtschaft macht die schwersten Prüfun­gen durch. Zwei hintereinanderliegende Wasser­jahre haben weitere Gebiete in Sumpf ver­wandelt, unsere Gebirgsflüsse schlagen immer noch dem Lande tiefe Wunden, trotz aller Schüh- arbeit. Ostpreußen, her am schwersten ringenden Provinz, haben Sie geholfen, treten Sie auch für uns ein, werden Sie zum zweiten Male Schlesiens Helfer. Schlesien wird Ihnen aus tiefstem Herzen danken. 3n seiner Erwiderungsrede sagte

der Reichspräsident:

TBcnn <8uer Durchlaucht die Rettung Schlesiens im Herbst 1914 erwähnt haben, so bin ich zu der Erklärung verpflichtet, daß ich diese Auf­gabe nur erfüllen konnte dank der unerschütter­lichen Tapferkeit, dem kühnen Angriffsgeist und des zähen Aushaltens unserer tapferen Truppen. Das wollen wir den Braven in Treue gedenken. Mit Recht weisen Euer Durch­laucht darauf hin, daß die Wunden, die Kriegs- und Rachkriegszeit der Provinz Schlesien ge­schlagen ljaben, noch nicht verheilt sind, daß ins­besondere Industrie und Landwirtschaft zur Zeit schwere Krisen durchmachen. Ich kann Sie, meine Herren, erneut versichern, daß das Reich ge­meinsam mit Preußen mit bestem Willen bestrebt ist, Ihnen zu helfen, und daß ich, was an mir persönlich liegt, dem Lande stets mein Interesse Airtoenben und im Rahmen meiner ver­fassungsmäßigen Zuständigkeit gern mithelfen werde, die Rotstände in Schlesien zu mildern. Ich zweisle nicht, daß im großen und ganzen trotz allem die Provinz sich toieber im Aufstieg be­findet. Wir wollen auf Gott vertrauen und hoffen, daß es weiter aufwärts gehen wird. Mit diesem Wunsche erhebe ich mein Glos auf daS Wohl der Provinz Riederschlesien. 'Be­geistert danken die Anwesenden dem Reichspräsi­denten für seine Worte.

Während der Reichspräsident sich im Ober­präsidium aufhielt, veranlaßte die vor dem Ge­bäude wartende riesige Menschenmenge durch stürmische Hoch- und Hurraruse den ReichSpräsi- benten immer wieder, auf den Balkon heraus­zutreten. Inzwischen hatte sie durch zahlreiche Vereine zu einem Fackelspalier sich aufgestellt. Die Teilnahme und der Andrang der Bevöl­kerung war so stark, daß die Polizei nur müh­sam Sie Ordnung ausrechterhalten konnte. Die Menge zerstreute sich während des ganzen Abends nicht, sondern stimmte immer wieder das Deutsch­landlied an.

DiensMg auch den Staat Georgia erreicht.

Die Stadt Savannah ist vollkommen abgc- Ueber den Umfang der Verwüstungen, die

der Sturm tn Georgi nm die Zahl der Toten l..L

Berbeffemngspläne her Reichsbahn.

Eine Tagung des vcrwaltungSrat».

Berlin, 18. Sept. (WB.) Am 17. und 18. September 1928 tagte hier ber DerwaltunaS- rat ber Deutschen Reichsbahngefelllchaft Der Verwaltungsrat nahm Kenntnis von dem Ur­teil deS Re ich - b a h n ge r i ch te S über ihren Tariscrhöhungsantrag. DaS Urteil ent* spr.cht dem von der Reichsbahn gestellten An­trag nicht nur hinsichtlich der grundsätzlichen Fragen, fonbern auch in ben wesentlichen E-inzel- be teh. Den m der Begründung des Reichs- oahngecichtSurteilS gegebenen Anregungen auf dem Gebiete ber Finanzierung und M Rech- nungSwe'ens wird rachgegangen worden. Für die »ut Au'rechterhaitung eine« vollwertigen Be- trübes nötigen üeuanlagen und D« r - 6«H«tungen ergib: die durch die Tarifsatz- echöhung erzielte Erhöhung der laufenden Be- tr.ebs^nnahmen botannuich leine genügen* ben Mittel. Da etne SkJung ber erwähn- ben Ausgaben durch Kav'talaufnahrnen zur Zeit

Im Rahmen der diesjährigen Taaung des Gustav- Adolf-Vereins trat in Freiburg der Zentral- Vorstand, die oberste Instanz des Gustav-Adolf- Vereins, zu einer Vollsitzung zu'amrnen, an der die Führer der Gustav-Adolf-Arbeii au» dem ganzen Reiche sowie namhafte Vertreter des evangelischen Auslanddeutschtums teilnahmen. Die ausgedehnten Beratungen galten der Beschlußfassung "ubw das weitverzweigt« Unterstutzungswerk des Gustav-Adolf-Lereins. Die Verhandlungen drehten sich vor allem um das Unlerstützungswerk für einige in besonderer Not befindliche evangelische Aus-

Heue Verhaftungen in Spanien. Eine Razzia gegen die Logen.Der Diktator dementiert.

Paris, 18. Sept. (WB.) In einer Agenturmel­dung aus Madrid wird über Haussuchungen in dem Gebäude der Freimaurerloge in Madrid berichtet, die zur Verhaftung des Großmeisters der Loge, Daniele Anguiano, und anderer gerade in dein Gebäude anwesender Per­sonen führten. Die Polizei soll zahlreiche Dokumente beschlagnahmt haben, darunter Liften der verschiede­nen Logen des Landes angehörenden Mitglieder. Die Verhafteten wurden in bas Madriber f)auptgefäng- nis übergeführt. Sie werben bort strengbewacht. Jede Verbindung mit ber Außenwel* ist ihnen ver- wehrt. Da» Logengebäude wurde versiegelt. Die Zu­gänge werden Tag und Nacht bewacht. Unter ben Logenmitgliedern sollen sich zahlreiche Aus­länder befinden. Aehnliche Maßnahmen sollen auch in anderen Gegenden Spaniens gegen die Freimaurer getroffen worden fein.

Rach einet Meldung desOuntibten" frit Primo be Rivera eine Erklärung veröffentlicht, wonach einige ausländisch« Agenturen die Zahl der im Zusammenhang mit der kütAlich aufge­deckten Verschwörung verhafteten Personen stark übertrieben hätten, und zwar sollten sie sich auf mehrere Tausend belaufen. Die spanische Regierung dementiert offiziell diese Rach- richten. Tie gebe die Versicherung, daß dte Mehrzahl der Verhafteten am Montag frei- gelassen worden sei. Die Zahl der Tkrhaf­te len übersteige nicht 50 tn jeder der Städte, die die Herbe der Verschwörung gewesen seien.

Breslau, 18. Sept <WB> Der Reichs- Präsident ist, von Oberschlefien kommend, gegen 5.30 Uhr im Sonderzug auf dem DreSlauer HouPtbahnhvs eingefroren. Rach kurzer Be­grüßung verließ ber Reichspräsident die Bahn­hofshalle und schritt auf dem Bahnholsvorplah die Reihen der Veteranen von 1870'71 ab, dem sich das Abschre'ten der Ehrenkompagnie unb der Vorbeimarsch der elben anschloß. Sodarm wurden bie Automobil« bestiegen und die Fahrt ging unter brausendem Jubel des die Straßen dicht irnfäumenben Publikums nach dem Ober- Präsidium. Flieger umkreisten während des Em- langes den Bahnhofsvorplatz. Auch vor dem Oberpräsidium Ritten sich Tausende von Men­schen angefammelt, die in begeisterte Hoch- und Hurrarufe ausbrachen, als sich der Kraftwagen des Reichspräsidenten näherte. In einem Bor- zimmer des OberpräsidiumS wurde dem Reichs­präsidenten der- Fürstbischof Kardinal Bertram vvrgestellt. Ueberwältigend war der Eindruck, als sich im Hintergründe des groben Festsaale- die Flüglltüren D,fncte t unb die st a fe Gestalt bc» Reichspräsidenten sich an ber Seite des Fürstbischofs zeigt«. Fanfarenstöße und Paukenschläge begrüßten ihn. Rach Beendigung eines Musikstückes ergriff Oberpräsident Lüde- mamt das Wort zu einer begeistert aufgenomme­nen Ansprache.

Ihr erwiderte

der Reichspräsident mit Worten herzlichen Dankes für die gemein- [ame Einladung ber Provinz Nicderschlesien unb der Hauptstobt Breslau und für die Begrüßung durch olle Kreise der Bei.'lkerung. Weiter führte der Reichspräsident ans: Ich weiß und habe es er­neut gestern und heute bestätigt gefunden, daß Schlesien eine lange Leidenszelt yinter sich hat unb daß trotz oller inzwischen geleisteten Wiederaufbau­arbeit unb mancher in den letzten Jahren erzielten Fortschritte auch heute noch schwere Notstände auf den beiden Provinzen liegen.

Aber wenn wir in Cinigkell zusam­men stehen, und unsere in Sturm und Rot­zeiten erprobte Kraft in einigem wol­len zusammenfassen, werden wir diese Schwierigkeilen überwinden, helfen Sie, meine Herren, ein jeder an seinem Platze, dazu, über das Trennende der persönlichen Ansicht und de» persönlichen Interesses die Einigkeit in allen lebenswichtigen Fragen unserer Ration zu stellen, und Sic werden Ihrer engeren Heimat wie unserem großen vaterlande den besten

Dienst erweisen.

An bi? offizielle Feier schloß sich ein Tee im Gesellschaftsraum des Oberpräsidiums, während­dessen Fürst Hatzfeld-Trachenberg als Vorsitzender des Provinzialausschuffes den Herrn ReichSpräsidenteit begrüßte, indem et aus führte:

Zinn ersten Wale m FriedenSzelten sehen wir Sie, hochgeehrter Herr Reichspräsident, in un­terer Heimat, und das ganze schlesische Doll be-

weilt, empflng h?ufc nachmittag Pressevertreter, um ihnen seine Befriedigung über den begei­

sterten Empfang auszusprechen, den die Bevöllerung von Barcelona bereitet

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vollzogen unb bamit da» bereits vor dem Kriege bestehende Freundschaftsoerhällnis erneuert hat.

Lin Opfer der Cuft.

Madrid, 18. Sept. lWTD. Funffpruch.) Die Unteriuchung des Zählers des VallonS .His- pania" mit dem Major MolaS, den Höhenrekorb brechen wollte, ergab, datz der Ballon eine Höh« von nahezu I 1 000 Meter erreicht hat, Molas ist aber ungefähr in 9 000 Meter um« Leben gekommen, da ber Sauerstoffapparat nicht mehr funktioniert«,

Lin rätselhafter IteberfaO.

Der früher« demokratische Iustizminlster Meck- lenburaS, der jetzige Ministerialdirektor Dr. Brückner, wurde vormittags auf der Schl obstraße in Schwerin vor dem Re- gierungSgebäuve von einem vornehm gekleideten, unbekannten jungen Mann angeg riff en. Mit einer Hundepeitsche schlug der Unbekannt« auf Ministerialdirektor Brückner ein, zerschlug ihm die Drille und verletzte ihn durch wuchtige Schläge am Kopf. AlS der Landesschulrat Puls hinzukam, ergriff der Täter unerkannt die Flucht. Obwohl Augenzeugen eine ziemlich genaue Beschreibung des Täters geben konnten, ist eS der Polizei dis jetzt nicht gelungen, irgendrine Aufklärung zu schaffen. Der lleoetfaüenc selbst weiß auch keine SrflätuTm zu geben. Er nimmt an, daß er mög­licherweise wegen eine- abgelehntcn Gnadengesuches angefallen worden ist. Die Affäre wirb noch rätfc-lhafter durch eine Mtt- teilmrg, nach bet ein Rostocker Rechts­anwalt gegen ben Ministerialdirektor Brückner Anzeige bei der Staatsanwaltschaft aernocht haben soll. Diese Anzeiae soll mit dem 11 bersall Aufammenbänam. Auch hi rüber to Mi. iftec a * Mreftot Brückner keine Aufklärung zu geben

Schwer« Pilzvergiftungen.

Nachdem erst vor einigen Tagen tn Sauerlach die Familie eines Münchener Pensionsinhaber- nach dem Genuß von Knollenblätterpilzen schwer erfranft und Me Frau unb ein fünf Jahre altes Kind an den Tktgiftungen gestorben sind, ist nun in München ein neuer schwerer Fall von Pilzvergistung zu verzeichnen. Hier erkrankte un­ter schweren Bergiftungserschrinungen nach dem Genuß von Pilzen der Obcrpvstschasfner IuliuS Seidl, feine Ehefrau und feine beiden 6 unb 9 Jahre alten Söhne. Der Oberpostschaffner ist bereits an ben Folgen der Deraiftuna gestor­ben, ebenso der ältere Sohu. Die Mutter und der zweite Sohn mutzten ins Krankenhaus ge­bracht werden. Ihr Zustand ist nicht lebensge- fähriich.

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