[er jr. Schorlen 175 Wc-
bcnverkehr in
Unser Klein- vieler
hiesige letzten in der
Aussprache ergab sich werter der Entschluß. iiit allen Mitteln baßin
Ordnung wurde u. a noch bas ft 6 b 111 <b e Schwimmbad (Sreibadeanstalt) behandelt Büroermeister Walz teilte mit, bah die gesamten Baukosten tunb 48 000 Mk betrogen. An dreier Summe gehen 500) Mk ab, welche alS Unterstützung au» der produktiven Arwerde- losensürlorae der Stadt vom Arbeitsamt ®iehcn crictzt worden such, so bah die gesamte Anlage für die Stadt einen reinen Kostenaufwand von rund 43 000 ®t gebracht hat Diese Summe ift zum groben Teil durch Kapitalaufnahme gedeckt worden, wahrend em kleinerer Teil aus den im Voranschlag für Roistandsarbeiten vorgesehenen DTitteln entnommen wrrd. "Der Besprechung dieses Punktes trug Bürgermeister Walz den von ihm beabsichtigten Ausbau des Skinnerschen Anwesenozur 2er- hi ndung mit der Freibad eanftalt vor und bat. zu beschließen, die Baukommrssion zu beauflagen, entsp.echende Vorschläge zu machen L-er Dcmeinderat beschloß demgemäß. In der
zu arbeiten, bah der Fre m- Lauterbach gehobc n
früheren zurück.
Die AosenauSstettung in Steinsurth.
Steinfurth. IS. Juli. Die vom Verein hiesiger Rosenzüchter am Sonntag und Montag durchgeführt- g roh c R ölen au s stel- luna erfreute sich, wie schon kurz berietet trotz des beißen Wetter» etne>> starken Beluchs aus nab und fern. Sehr ^hig wurde vor allem der Pendelverkehr benutzt, den bte Wetterlalbahn eingerichtet hatte Was in dem großen AuSstel- lungsraum geboten wurde, war von bezaubernder ecb/ntyzit und stellt dem Fleiß und der Lctstungs- fäb'akeit der Steinsur'.her Züchter das glänzendste /Zeugnis aus- 3n allen Farben waren alle nur denkbaren Sorten der Königin der Blumen auf ben Ausstellung»- und Berkau!»ständen erschienen. Sehr geschmackvoll war die Anordnung der auweflcllten Rosen. Besonders eindrucksvoll wirkten Die herrlichenRofenpyramiden in derMitte und tn ben Öden de» Saales Die Roseitschau hat erneut bewiesen, baß die Steinsurther Rosenkulturen in jeder Hinsicht auf der HS he sind, und daß die Dezirttgruppe Steinfurth im Landes verband Hes^n-Darm- stabt des Reichsvcrvankel des deutschen Gartenbaues sich alle Mühe gibt, den guten Rus unsere» Rosenortes behaupten zu helfen. Eine seltene Schönheit bieten zur Zeit unsere Felder, in denen etwa 300 Morgen mit Rosen bepflanzt sind. Es ist ein besonderer Genuß, auf der Höhe de» Jahres durch unsere De narkung zu wandern und sich zu erfreuen an der natürlichen Pracht der duftenden, vielfarbigen Rosenäcker.
Landkreis Gieften.
berg. Marburg. mü 178
njLJt den 1 Pr Otto Tula. Marburg mit 155 Ringer.. den 2. Pr. Oberförster Dali- mer. Deilbura. mit 127 Rrngen. ben 3 Pv Tövilter H vch ft Glafetd-Ge^Swerd nut 113 AA ?m Schnell,euer: l.Jji 9 e - o r g. Gießen, 2 Pr. Tula. Marburg. 3 Pr Appel Gießen. (7 Bewerber' sest- Hheihe: 100 Meter 1. Prers Georg Metb- hn» Oid) 2. Pr Aeim Werneck. Marburg.
hurtstag. _
t Grünberg. 18. Juli. Wenn man mer mittag» zu den l-älhrzügen an die Bahn kommt, dann findet man. hauptsächlich durch die zah! reichen Schüler und Schülerinnen der hiesigen Oberrealschule, die ihrer Heimat zustrcben.
Gang und Wartesaal des Bahnhofs überfüllt und auf dem Vatrnd-'S^lay unter ben Schatten der Linde Dutzende von Schülern auf der Grd? sitzen und liegen. Roch im vorigen Jahr standen drei starke Bänke von Gußeisen und Eichenholz unter der Linde Falls sie abgängig geworden linb, sollte doch die Reichsbahn, die ben jinanzieUen Vorteil von dem starken Verkehr hat. für Ersatz sorgen.
L i ch. 18. Juti Am Sonntag trafen sich de .Sechzig» r" unseres Städtchens zu ernster Gedenk- und froher Wiedersehens- feier. Von nah und fern waren die alten Lchullameraden und Kamera dinnt herbrigeerlt, um ihre Erinnerungen an Heimat und Jugend auszutauschen Der Tag wurde mit einem gemeinsamen K i r chg ang emfleleitet. Im Gottesdienst wirkte der Posaunenchor mit, Stitts- dechant Kahn predigte an Hand bei sonntäglichen Epistel über die H-ilige Taufe. Rach dem Gottesdienst sand unter Mitwirkung des Po- saunenchorö eine Gedächtnisfeier au, dem Fr iedhof statt, auch des einstigen Kon- ,Irma tote wurde gedacht Der Rachmittag einte dann die in gro .e. <5aßl herbeigegangenen .Sechziger" bei fröhlicher Fei r. manches schöne Wort wurde gesprochen und manche Erinnerung wieder au*gcfn'd)t Mit dem Wunsche, bah in zehn Jahren noch recht viele sich wieder zw. „Sieb- Aigetfeier" teeffen tönnen. schloh die in allen Zeilen schön verlaufene Frier.
• Lich. 18. Juli Am Dienstag sand im Gebäude des Lanbwirkjchastsanttes ein Auv- bildungsturfuö für die Vertrauensleute vom Hess Pflanzenschutz Dienst des Bezirks Lich statt, zu dem 9 eingeladene Vertrauensleute — ehemalige landw. Schüler — erschienen waren. Direktor Dr. Lehr erösfnele ben Kursus mit einem kurzen Hinweis auf die Wichtigkeit des Pslanzenschutzbienste» unb machte die V-rirauenSleuie dann mit den ihnen obliegenden Ausgaben vertraut. Um ihre 2Luf- fabe brausten in brr Praxis voll auSübcn zu önnen. müssen die DerfrauenSleutc in erster Linie mit ben Krankheiten unb Beschädigungen der lanbwirt'chastlichcn 5dulturpslanzen vertraut sein, wozu sie vor allen Dingen tn her Erkennung unb Feststellung solcher Erkrankungen unb Beschädigungen gut ausgebildet sein müssen. Deshalb wurden die Vertrauensleute mit den wichtigsten Krankheiten unb Beschäbigungcn unserer Getreibearte.i, der Hackfrüchte und aud) des Obstbaues bekannt gemacht. In vortresf- l-.cher Weife wurde diese Ausbildung durch ent- tprechevDe Lichtbilder und schöne Präparate unterstützt. Ein Gang durch einige Fluren der Ge- martung Lich. wvbe^ man sich im praktischen Pslanzenschahdienst übte, be chlon den KurluS.
< Holzheim. 18. Juli. Gestern abend brach bei dem hiesigen Landwirt unb oattlernieifter Heinr. YDlartln Zf u hl Feuer aus. Das Seegras- unb Kapoklager, das sich über der Werlstätte befand, harte 'ich wahrscheinlich durch die enorme Sonnenglut selber entzündet Durch josortiges tat kräftiges Eingreifen der hiesigen Feuerwehr mit beiben Spritzen tonnte bas Feuer auf feinen Herd beschränkt und die weitere Ausbreitung verhütet werden.
kreis Zricdbera-
WSN. Friedberg, 18. Juli. Eine Radlerin aus Wölfersheim wurde hier gestern morgen in der Nähe des Burgeingangs von einem Auto angefahren unb erlitt dabei erhebliche Kopfverletzungen. Wer die Schuld an dem Unfall trägt, ist noch nicht festgcstellt.
• Friedberg. 18. Juli. Hebet bie Arbeitsmarktlage ist folgenbe» zu berichten: Jn her ersten 3ultbälftc hat sich baS Dilb bes Ardeiismarltes im Bezirk bes Arbeitsamtes Friedberg-Bübingen nicht verändert. Es sind einerseits etwa 200 Erwerbslose in Arbeit v-rmitteU wvrdcn, andererseits aber fast dieselbe Fahl ^leuanmelbungen entlassener Leute eingegangen. Infolgedessen ist die Zahl der Un- tcrstühungsempsänger f a ft unverändert. Sie betrug im Kreis Friedberg 697. Im Kreis Büdingen 129, zusammen 826 Empfänger von Arbeitslosenunterstützung. Zu ihnen treten noch 22 KrisenunterstÜtzungskmpfänger. Ausgesteuert wurden am 1. Juli nur 3 Personen, obgleich mit diesem Zeitpunkt die Heberganasbestim- mungen. bte ben früheren Srweroslosenunter- stützungscmpsänger Den Leistungen der Arbeitslosenunterstützung gleichsctzten. auher Kraft traten. Rur 3 Per'onen muhten die'erhalb ausscheiden.
OO Älein-Clnbcn, 18. Juli. Der '.h o i f f e i | e n • B t r t i n konnte in den logen (eine neu erbauten Geschäftsräume Kirchstraste beziehen.
T Ullendorf a b. Lahn . 18. Juli, f c ne» Wälbchen an her Straße nach Linden zu ist gegenwärtig bas Ziel Beerensucher aus unserem Dorfe und aus den Rachbarorten. Jeden Zag sieht man ganze Scharen Kinder und auch größere Mädchen mit dlmetdieii und Tbpsen, gefüllt mit Himbeeren, den Wald verlassen. Infolge der günstigen Witterung der letzten Wochen sind die Beeren rascher al» erwartet zur Reife gelangt. An trockenen Stellen find allerdings viele infolge der austerordentlich großen Hitze der letzten Tage vertrocknet. Für das Pfund Beeren, die namentlich zu Gelee und Herstellung von Saft Verwendung finden, werden 50 bis 70 Pf. bezahlt.
• Kesselbach, 19. Juli. Am 20. Juli begeht Frau Oberbahnaisiftent Johanna Meis- singer, geb Lbber «eine alte Gießenerlnl in Anwesenheit chrer Kinder von nah und fern, bei noch sehr guter Rüstigkeit ihren 75. Ge
bot. Lich 2. Pr H
3 *t Heinr. Müller jr. Schotten US jnc- ter 1 Prei» Eduard Schramm Herborn. 2. Pr' Albert Morgenschweih D^vach. 3 «r Hugo Magnus. Herborn. 300 Meter 1. «r Dr. Schütz. Herborn mit 36 Arngen. 2 Pr Ehriftian Zag Homburg, mit 34 Htn- wtv. 3 Pr August Mangold. Warburg, mit £ Rrngen Festlcheibe mit Lorenzzeweb^ 1 Preis Heinrich V e t tc r. Marburg, mu 28 Ringen 100 Meter Meisterlchcibe^ 1 Preis Heinrich Diehl Kirchhain, mit 36 Am-en. 175 Meier Meistsischeibe L drei» Hem^w Vetter. Marburg, mit 58 Hingen. 3M Tlder Meistertchcibe 1. Preis Willy Hahn, Lich. mii 55 Ringen Mei'terscheibe mit Lorenzge- wehr 1 Preis Ludwig S ch m l d t. Friedrich»- bori mit ‘3 Ringen Mldstand-Meister: 1 Preis Emil Mandler. Wetzlar, «it 3l Rfnaon Insgesamt Ammern blteb dieses Preis'chiehen kxS keineswegs hinter den
wird, und die notwendige Reklame für Lauterbach al» Lustkurort unb Sommerfrische in bie Wege zu leiten. Für diese Ausgabe soll die DeriehrSiommission entsprechende Vorschläge machen, insbesondere soll sie mit der Bevölke- rimg wegen Bereitstellung von mbMleiten Zimmern in Verbindung treten, da die hiestg-n Hotels und Gasthbsen leider nicht in bei Lage linb, allein bie notwendigen Zimmer zur Der- (ugung zu stellen Al» Rnlame für da» Freibad und kxtmit auch für die Stadt Lauterbach selbst wurde beschlossen, eine Auslage von 1 0000 Ansichtskarten von der Badeanstalt nach dem (Entwurf von der Firma Gustav Mandt in Lauterbach anfertigen au lassen
la. Wallenrvd. 18. Juli. Am Montag ereignete sich auf dem hiesigen Sägewerk ein Idßtoerer Hnalückssall Der allseitig beliebte unb tüchtige Arbeiter Kraft kam ber Transmission zu nahe unb würbe von ihr ersaht. Dem Bedauernswert'.n wurde das Genick gebrochen. so dah der Tod sofort eintrat. Er war seit zwei J.ihren verbeiratei Auf der Witwe saftet der UnglückSfall um so schwerer, al» drei Tage vorher ihr Kind oeerdigt wurde.
Rheinhessen.
WSR Oppenheim 18. Juli Hier fand eine 3ufanimentunft zwischen Vertretern der Stadt, bei,'. Gau SüdheNen des Jugendbcrber.1»- terbandee und Vertretern der Gewertschaiten statt, die zu bem Ergebnis führte bah bie Errichtung einer Jugendherberge l n Oppenheim als gesichert gelten kann. Vermutlick) Wird sie auf bem Weinberg errichtet Werben, ber dem Rupprechistuvm gegcnübcrlicgt. Bisher hatte bie evangelische Qkmeinbe den männliche n Wanderern einen Raum in der Äatha- rinenschulc als Herberge zur Verfügung gestellt
Aus Rheinhessen, 17. Juli. Die rheinhessischen Weinbe rge haben weniger unter ben Frühfahrsfröften gelitten. als bte be» Rhc nigaues und der Mosel- gegenben. Der Behang ist mittelmäßig bie Blütezeit ift günstig verlausen. Unter ber Einwirkung bvr heißen Julisonne entwickeln sich bie Trauben gut unb bk Weinberge haben ein gefinibe» Aussehen. Die verschiedenstLii Pilz- trankheiten, die Blatter unb Früchte m feuchtrn Jahren zu befallen pflegen, machen sich kauin bemerkbar. So wächst unter ben Winkern die Hoffnung in diesem Herbst wieder einmal einen .guten Tropfen einlegen zu können. Jn- iolge der anhaltenden Trockenheit, bie sich bereits auf einen längeren Zeitraum erstreckt, da Gewitter mit Regen nicht niebergmaen, macht sich Futtermittelknappheit bemerfbar. Der zweite Klee ist kaum hanbboch gewachscn unb blüht schon, so baß nur mit einem geringen Futiereitiag zu rechnen ist. Da kerne Wiesen vorhanden sind, ist dieser Ausfall an Klee schwerwiegend Demgegenüber zeigt das Getreide einen überaus prächtigen Stand. Man erinnert sich kaum eines Jahres, In dem die Hahn fruchte ein so vorzügliches Aussehen hatten.
Preußen.
jrreis Wetzlar.
WER Wetzlar. 18. Juli. Gestern hat der jugendllchc Mechaniker Bcrghäuser einen Kaufmann der beim Baden von einem Kramps
WSN. Weckc » hkim , 18. Juli. Gestern abend c r i r d n ! beim Baden im Wc . her der staatlichen fflrubc der etwa 15 Jahre alte Gymnasiast Rack. Rach einüünbigan Suchen konnte die Leiche geborgen werden.
»rrie Büdingen.
• Aidda 17. Juli. Heute wurde in Ober« Lais ein etwa 50 Jahre alter Arbeiter verhaltet v.nd in bc» hiesige Amtsgerichts- gefangnes eingeiteiert. Or hat schon mehrer- Frei- ycitsstraien verbüßt, barunter eine längere Zucht- bausstrafe. wegen tribernanirlitcr Unzucht. Run soll er sich L ieber be3 gleichen Verbrechens schul- big gemacht haben Der VerhastUe ist verheiratet unb Vater einer sehr großen Kinder'char
w Bab Salzhausen, 18. Juli Die öffentliche Hanbelslehranstalt bet Inbustrie- und Handelskammer Friedberg stattete dieser Zage unter Führung von Divlam-Handelslehrer Phi-
Besicht.gung de» Kauftnannserholung»deims. wobei Hausverwalter Gerock Führet war. ging es unter ber sachkundigen Führung von Ober- gärtner Becker von hier durch Park, Kurhaus unb Badchäuser zu den Quellen. Vorher hatten die Teilneymer. bie m.ttels Aukodu» von Frieb- berg aus bie Recke angetreten hatten, bie JB a - Pierfabrik Ober-Schmitten von W, u J. Mvufang A.-G besichtigt und bie Steinbrüche von Michelnau ausgesucht Jn Ribda würbe Aast gemacht. Wobei bas neue Mitglied des Schulvorstandes. Kreivdirektor Aechthien (Friedberg) durch Dr. Göbel begrüßt wurde In seiner Erwiderung richtete Äreiädircftot Rechtbien beherzigenswerte Worte an die Schüler unb betonte, baß er gleich seinem Vorgänger die Bestrebungen zur AuS- bi düng bet Juac.tb föcber.i werbe
T Unter-WibberSheim. 18. Juli. Am Sonntag hielt bie hiesige einklassige Volksschule im nahegelegenen Gemeinbewalb ihr bieSjähriges Ougenbfefi ab, zu bem neben ber gesamten Einwohnerschaft auch zahlreiche Festgäste aus ben umlkgcnben Ortschaften erschienen waren. Eröfsnet wurde da» Fest durch einen Festzug mit einem Schüler-Trommler- unb Pseiferkorps an der Spitze Es folgte die Kränzchen und Sträuße Ttagstäbe Girlanden und Fahnen tragende Kinderschar. der sich alle Erwachsenen angeschlvssen hatten Rach Begrüßung durch einen Kinderchor unb einem mustergültig vorgetragenen Festspruch hielt Lehrer Hassin- g e r als Vorsitzender bes Schulvorstandes bie Festreb« Sic uottc einen geschichilichen unb vaterländischen Eha ratter, würdigte die Bedeutung des Iugenbseste» im Sinne einer modernen «Schulpflege unb war besonders auf den Hoden Wert der Schularbeit im Sinne der Volksgemeinschaft abgestimmt. Jn bunter Abwechslung folgten bann Gc?ichtvorlräge, Reigen bet unteren und oberen Jahrgänge. Blumenspiele. Turnspiele unb das Wetttaulen ber Knaben B-fonder» gefiel auch ein gut gespieltes Freilichttheaterstück ^Schneewittchen und die sieben Zwerge". Bei ben PreiSsPielen lSt angenlauten und Eiertragen) war jedem Kind Gelegenheit gegeben, ein Würstchen ober einen Weck zu erringen. Das ganze Fest, bas zum erstenmal In größerer Aufmachung gefeiert würbe, hat deutlich gezeigte Wer unserer Landbevölkerung die idealen Güter in anschaulicher Volkstümlichkeit vor Augen führt, hat es an seiner Seel« gepackt.
Kreis Lauterbach.
Lauterbach, 18- Juli. 2» der jungsicn Sitzung de» Stadtvorstandes gab Bür- gcrmcifter Walz zunächst Kenntnis von den Verhandlungen mit dem U e b e t l a n d w e r k. wonach zum Anschluß des Elektrizitätsweiks nicht eine HochspannwlgSfreileitung, sondern ein Erdkabel zur Verwendung kommt. Besondere Kosten entstehen der Stadt durch diese Waßnabme nicht, da diese restlos vom Ueberlanbwerk getragen und auch bie für die Freileitung bereits angelieferten 2Eatciiahen vom Ueberlanbwerk übernommen werben. Rach ben weiteren Ausführungen de» Bürgermeisters ist damit au rechnen, baß der provisorische Anschluß an bas Ueberlanbwerk bis spätestens in brei Wochen vollzogen sein wirb, so daß mit diesem Augenblick wieder eine Reserve Im Elektvizitäts- wen vorhanden ist. - Der von der Oberforsterei vorgelegte Wirtschastsplan de» Waldes für 1929, wonach insgesamt etwa 730 Festmeter Holz zur Fällung kommen sollen, wurde genehmigt. — AlS wichtiger Punli der Tages-
Möwe im Sturm.
Vornan von Sophie Kloerft.
18 Fortsetzung Nachdruck verboten.
6> blieb nicht bei dem einen Mol. Gode-hemi arbeitete wie wild, um wenigstens zwei- ober brei mal im Monat bie Damen abends nasführen zu dürfen. Ob er tn der übrigen Zeit krumm liegen mußte, war ihm sehr gleichgültig. Die letzten zehn Jahre hatten ihn an Entbehrungen gewöhnt Und Marias arbeitsmüdes Gesicht aufleuchten zu sehen, wenn sie In einem seinen Lokal an zierlich gtbeef* tem Tisch faß. umschmeichelt oon einer süßen Musik, die nur so laut war, baß sie den Nerven ichmeichelle wie ein laues Bad. wenn gewandte Kellner, die an englische Lords erinnerten, die Speisen reichten und überall Blumen dufteten, unb elegante Menschen heiter zwischen den Tlschreihen binglngcn — das war jedes Opfer wert
Obgleich sie einander hier ferner waren als während des Sommers in ben Bergen, wo sie wie Kameraden miteinander wanderten und Kotierten. Ober war dies scheinbare Fernersein ein heimliches süßes Nahekommen? Wurde sie jetzt nicht manches Mal ein wenig rot, wenn er ihr die Hand tüßlc. den Mantel um ihre Schultern legte. Rosen in ihr jämmerliches Zimmer trug. Hatten ihre Augen nicht den strahlenden Blick, den er so liebte, wenn sie ließ unerwartet begegneten? Und er wußte dies un« erwartete Begegnen so geschickt herbeizuführen. „Em Sammer, baß er nicht wenigstens Graf Ift." meinte Elena bei einer solchen Gelegenheit.
der heutigen Zeil würde man es nicht einmal mehr ah Mesalliance ansehen."
Mario antwortete nicht auf solche Neckereien. Sie machte sich selbst kein Gebeimnis mehr daraus, daß ihr Hein, Godesheim sehr lieb geworden war, aber wohin sollte das führen? Einer so arm wie ber andere. Jeder mühsam gegen das Ertrinken im Lebensstrudel ankämpfend, (fr — ja er, der Mann, er würde sich durchschlagen, aber er mußte frei bleiben, eine Ehe wäre eine Last gewesen, die ihn schwer nach unten zog. Eine Ehe? Dachte sie daran, einen Bürgerlichen zu heiraten? Acb Gott, sie war ja so klein geworben in den legten wahren.
Und sie empfand es stark, daß eine feste, schützende Hand mehr wert war als Name und Rang
Wo war Sergei? Was tat er für feine Frau? Bisweilen kam ein Brief, der nur Redewendungen enthielt, hin und wieder belebt von einigen boshaften Bemerkungen über die Gesellschaft, in der er sich zurzeit bewegte. Er sei unter dem Namen Boris Gortfchakoff Vertrauensmann des Großfürsten Kyrill, hotte er Elena mitgetelU. Aber leider feien die Mittel, die ihm zugingen, um tn der politischen Welt Frankreichs und Englands eint Rolle zu soieken, nur wie ein Tropfen auf einem heißen Stein, so daß er seiner Gemahlin nicht die nöligen Zuwendungen machen könne. Es sei ihm darum eine große Beruhigung, daß Ihre Hoheit Frau Schulz sich der verwandtschaftlichen Pflicht len erinnert habe unb ein so klarer Kopf ein so tüchtiger Mensch, eine so vornehme Natur wie Maria, ihr zur Seile stehe.
Elena lächelte selbst boshaft, als jie der Schtvc- ftcr diesen Lobeshyrnnu» vorlas. „(Er schmiert dir Honig um den Bart, Ioujou. Ich kenne meinen Gemahl. Ach Golt, was loll nur werben? Wann wird er endlich so weil sein, baß er uns wieder eine gesicherte Zukunft schaffen kann? Es wird Zeit, scheint mir."
„Er wird dir nie eine Zukunft bieten, Elena. Du weißt es auch gut genug. Wir müssen uns allein durchhelfen. Und es wirb schon werden. Professor Irübncr hat es übernommen, für einen Großindustriellen ein Service von seinen Schülern malen zu lassen, zu dem er selbst die Entwürfe liefert Das Handwerksmäßige dürfen die am weitesten Vorgeschrittenen aussühren. Es ist eine große Auszeichnung. daß ich mitmalen dort. Dadurch spare ich in diesem Monat das Geld für ben Unterricht und verdiene noch ein ganz nettes Sümmchen. Du wirft dir deine geliebten Zigaretten noch Herzenslust leisten können." Sie küßte die Schwester und lief in Wind und Wettet hinaus zur Malschule, müde, erkältet, aber fest entschlossen, jede Gelegenheit zu nützen, die nur anständig war, um voranzukommen. Der Rücken schmerzte so oft von dem langen Sitzen, bte Augen brannten, alle Nerven zitterten, aber sie spurte, sie kam vorwärts. Das Kunstgewerbe, das Io vielen Frauen Brct gab, würde auch ihr eine bescheidene Sicherheit geben. Denn sie nur nicht müde wurde, wenn sie
nur nie vergaß, daß die Tage vorbei waren, wo man noch darauf hoffte, daß eine hebende Woge ohne eigenes Zutun das Leben wieder zu allen Hohen cmportragen würde. An einem Donnerstag im Januar faß sie im großen Saal zwischen ben anbern malenden und zeichnenden Schülern. Die flanke Luft rod) nach dem scharfen Nelkenöl, das ic für die Porzellanfarben benützten, roch nach bem Dunst der vielen Menschen, nach Farben und Lacken unb Kohlenbunst. Der eiserne Ofen in der Ecke sprühte Glut aus, draußen fror es Pickelsteine.
„Morgen geh' ich zum Löwenbräu," jagte Nadja Kutufosf. „Das wird ein Unfug werden Tausend Eintrittskarten sind schon verkauft, dreitausend kommen noch."
(Eine blonde Bremerin, zurückhaltend und knhl, sagte über die Schulter: .Löwenbräu? Dahin geht man nicht."
„Soll nur fortbleiben. Ich — ich werde gehen." „Mil dem Rtedinger?" fragte eine andere.
Die Äutufoff zuckte die Achseln. „Vielleicht — vielleicht nicht. Es sind noch mehr Herren, die es als Ehre ansehen, mich dahin begleiten zu dürfen."
„Der Riedinger?" fragte ein junger, blonder Mensch, „ift bas nicht der Buffo vom Operettentheater? Der Große, Dicke? Der immer singt? Auch auf ber Straße und in der Elektrischen? Ein putzi- ges Huhn."
„Und wohin geben Sie, Fräulein von Erd- mannsborf?* wandte sich Nadja plötzlich an Maria? Man sieht Sie nirgends. Oder gehen Sie nur in das Preising-Palais unb ähnliche Gegenben, die für uns andern verlorenes Paradies sind?"
. Oh," meinte Moria zögernd, „es ift Sitte, im Fasching einmal dabeizusein, nicht wahr? Man hat ja schon hier soviel davon gesprochen. Ich würde es ja auch gern einmal ansehen, aber wir haben keine Gesellschaft, der wir uns «mschließen könnten."
„Ansehen," rief der Blonde, „so aus der Loge von oben herab, wie Fürstin?" Sie nannten stalle so, und so peinlich cs ihr war, well sie immer fürchtete, es sei mehr dahinter als ein Scherz, sie mußte es sich gefallen lassen. „Ja, das wäre für Euer ollergnädigste Gnaden das Richtigste. Aber für den Münchner Faiching das Schlimmste. Der will nicht angesehen, der will mitgemacht sein. Samstag in acht Tagen ist das (Bautferfeft, dahin
kann jeder gehen, da kommt die beste Gesellschaft, da müssen sie auch kommen."
Maria beugte sich tiefer über den Teller, ben |te grundierte, unb antwortete nicht. (Es mochte scheinen, daß ihre Arbeit sie ganz in Anspruch nahm. Sollte sie gehen? Seit drei lagen wartete Heinz Godesheim an jedem Mittag auf sie, begleitete sie zum Essen, und jedesmal fragte er: «Haben Sie es sich überlegt? Wollen Sie nicht auch einmal ganz schrecklich jung und vergnügt fein? Soll ich einmal Ihre Frau Schwester fragen? Die Frau Baronin sagt sicher gleich ja.*
Da hatte er recht. Elena war so heißhungrig nach ein bißchen Unterhaltung, nach Menschen, noch Plaudern, Lachen, Tanzen — der war es schon ganz gleich, wie gut die Gesellschaft war, in der sie sich ihre Freude juchte. (Es war doch Immer tief unter ihrem einstigen Niveau, da brauchte man kaum noch einen Unterschied zu machen.
Als er an diesem Tage wieder fragte, sagte sie zu. Hastig, als hätte sie Angst, noch im letzten Augenblick verneinen zu können. „Also, wenn Sie die Verantwortung übernehmen — Und wenn Sie uns raten wollen — Wie kommt man denn dahin?
„Durch Eintrittskarten, die ich Ihnen verschaffen kann. Kostüm? Io, das muß schon fein, aber es kann ganz einfach fein. Klein« Gesichsmaske — weiter nichts. Oh. ich danke Ihnen so sehr, baß Sie mir die Freude machen wollen." Und fte sahen sich an wie zwei frohe Kinder.
„Dafür sollen Eie nun auch eine Belohnung haben." Er griff in bte Tasche unb hotte eine Rolle hervor, aus ber illustrierte Blätter hervor- schauten. „Wollen 6te das daheim einmal ansehen? Auf Wiedersehen, gnädiges Fräulein. Mir heute einmal wirtlich gnädig."
•
Heinz Godeshetm schob sich durch dos Gewühl ber tonzenben Paare. Es war erdruckenb voll im Saal, und obgleich er mit seiner hohen Figur fast alles überragte, fand er doch nicht, was seine Blicke suchten. (Eine große königliche Orientalin mar ihm entschwunden, eine Erscheinung, die tm ganzen Saal Aufsehen erregte, wo sie auttauchte.
(Fortsetzung folgt.)


