Donnerstag, |9. Jlprtl 1928
Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhessen)
Nr. 92 Drittes Blatt
Kapi:alr>d-ii.
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Dender.
Bors, bc« Verkehrsvereins Gieften-Hmterland.
Nachdruck verboten
42 Fortsetzung.
(Forlfetzung felgt)
er gefährlich.
„Wo is die Die andern
Maria?" fragte Kaspar abermals, riefen nach ihr, nun kam sie ans bleich war sie, aber als der Kaspar
über Bremm schüttelte orrneinenb, obgleich es ihm kalt war, ganj eisig lall, und Trestcrlchnaps gut erwärmt nein, den trank er nicht — so weit war er noch nicht.
Hieronymus nahm einen Schluck und schüttelte sich- „Brrr."
Ja, der durfte wohl trinken, dem tat er nichts. Aber für ihn, — dos fühlte Bremm — für ihn war
Nie goldenen Berge.
Vornan oon Glaro Biebig.
»opdright bb Deutsche BerlagS-Anstalt Stuttgart.
Fenster. Sehr jetzt ihren Blick auffing, wurde sie rot
Notwendigkeit von Anträgen im Schlußentschädigungsverfahren. Der Hansa -Bund für Gewerbe, Handel unb Industrie gibt folgende« bekannt:
SS besteht vielfach die unrichtige 2luffoHung. daß die Entschädigungen auf Grund des Schluft- entfchädigungsgesetzes in allen Fällen von "Amt« wegen gewährt werden. Wenn die« auch für den Rorrnalsall -utrifst, wo nämlich bereit« eine Nachenifchädigung. oder doch wenigstens eine Entschädigung gewährt ist, so kennt das Gesetz doch andere Fälle, in denen ein An trag ausdrücklich vorgeschrieben und sogar an eine Fr ist geknüpft ist Dies find z. D. die Fälle des tz 20 in Verbindung mit den Härtefondsrichtlinien, wo
DasAuSlandobsi in Deutschland.
Pemerlungeu eine» Auölanddeutschen
Don einem Deutf chen i ra Au - lande geben uns die nachstehenden, sehr deachten-wertea Feilen zu:
Der vom Ausland« kommt, neigt dazu, parallelen zu ziehen und Derglei^ an-usteklen. Er braucht aber nicht als Nörgler verschrien zu werden, wenn er zur Sprache bringt. waS ihm in seinem Doterfande auffäUt.
In allen L.ndern herrscht seit dem Weltkriege die Tendenz, die Einfuhr ausländischer Erzeugnisse zu verhindern unb den Qkbcri durch die einheimische Industrie und Lanowirtlchaft zu decken Infolge- de len finden untere Exporteure überall verfchloslene Tüten, unb nur ein kleiner Spalt ist ihnen durch die Handelsverträge geöffnet worden. Wir Deutsche, mehr al» alle anderen Länder, mühten den gleichen Stand- punkt wahrnehmen, denn wir sind durch den Är.cg verarmt und können un« nicht den Lurus gcftjttcn. AuSlandware einzusühren zum Schaden unserer Valuta unb unserer einheimischen Probuzenten. Betrachten wir einmal, wie die Deutschen sich in Wirklichkeit verhalten.
1. Der Apfel ist bic Obstsorte, welche in Deutschland am meisten gepflanzt wird und am besten gedeiht Bei einem kurzen Aufenthalte in Oberhessen erfuhr ich. daß im letzten Jahre die Bauern großen Schaden erlitten haben, weil bedeutende Wengen Aepfel keine Abnehmer sanden und ♦ im Keller verfaulten. 3n einem Berliner Obstladen von mittlerer Bedeutung, wo ich Einkäufe machte, sagte man mir, daß sämtliche Aepfel. die zum Verkaufe standen, au« Kalifornien stammten. Warum? Unsere einheimischen Aevfel sind vielleicht weniger wn'sehnlich. aber sicherlich nicht schlechter im Geschmack als die überseeischen.
2. SS ist a llgemcln bekannt, daß wir heute die doppelten Wengen Apfelsinen in Deutschland einführen, al« vor dem Kriege, wo wir eine reiche Station waren und un« noch LuruSauSgaben gestatten konnten.
3. Die Ziffer der B a n a n e n - Einfuhr ist mir nicht bekannt. Ite rauft aber sehr erheblich fein, denn alle Gäben in Dcutschlano sind damit
von ausländischer «eile, y a r t u m e r i e n. amerikanischen Automobilen ufw. gesprochen ober von auSlänbischen Theaterstücken, bie auf den Berliner Bühnen so beliebt sind. Denn meine Jeilen zum "Nachdenken über den Gegenstand anregen, so haben sie ihren Zweck erreicht.
Anträge bi« z«m 31. Juli 1926 gestellt werden müssen.
Bon den h.erher gehörenden Fällen ist besonders bericmg? her verspäteten Anmeldung durch einen bedürftigen Geschädigten hervorzu- heben. Hier kann also selbst bann ein >)ärte- an trag gestellt werden trenn, wie die« vielfach gescheycn ist die ®cträf?ning einer Sntfchäd - ?una wegen Verspätung der 2LnmelZ>ung durch Irteil ReichSwirischastsgerichtS abgclehnt ist.
Und ein Glöckchen läutete. Frau Bremm fuhr auf aus dem Sd)laf: Jesus Maria, läutete cs nicht oben im Kirchlein? 'Baftr^ftifl. wahrbaskig, sie läuteten da! f)aftig öffnete sie das Fenster, mit dem falten 'UlcriKngrau tum ein Läuten herein. Das Glöcklern, das Glöcklern' Sin Ruf aus der Wett, nein, ooni Himmel! Entzücken kam über die Fron, fit >uMte, rief den 3ftren zu: „Hort ihr 't? Steht auf, kommt her, hier hort ihr el deuttich, sie läuten. sie läuten! Die Brvrnm kniete nieder und hieß ihre Kinder auch niederknien. Schon hob sich ein roter otreif im Osten aua grauen Wassern. „Oegruftt seist du betete ste....
3um erstenmal ging heute die oonne auf. °£' nigftens so. daß man chr Ausgehcu sah. rot hob fit ihr Rund aus den Wassern, und dann wurde es bell. Heller als es feit vielen Tagen gewesen war. Der Pastor von Porten stand alt unb heute doppelt ge- brechlich im alten Kirchlein, aber er wurde stark beim Trösten. Ach nein, nein, seine Sinder, d* sollten nur nicht verzagen, den Fischern auf dem Meer war es einst auch bong gewesen, die Wellm gtn^n so hoch, ihr Schift, das war schon voll Waster, im Dersinken bereits, aber da kam Jesus Christus ge^ wandelt über das Meer, unb die mitten Wogen legten sich still. So wie damals würde es auch hier in Porten geschehen — der Retter tarn, schon sah man ihn kommen, er sandte ja feine Sonne voraus.
Es hatten sich nur sehr wenige im Kirchlein versammeln können, die meisten sperrte das Wasser ab. nur die paar Häuser dicht bei der Kirche und dem Pastorat, die waren verschont geblieben. Aber diese paar Häuser waren ganz übervoll, unb auch ins Pastarenhous waren niete geflüchtet. Mur begrüßten alle das hellere Licht: Licht, Licht! Ah. die erste Sonne! Die gab wieder Mut. Dom Berg- hang meldete sich das Vieh, das hatte man da hin- auftreiben müssen — Gott fei geboult, dem war nichts postiert!
postbeschwerden aus dem Biebertal.
Man schreibt uns aus A o d h e i m a. d. Bieber: Wit Freuden begrübt? man hier bie ar April eingetret ne 21 .u:rung b?c Postsochenüder- b 11 n g u n g an unsere Agentur. Während früher die Postsachen mit der Bahn tarne.t. bringt diese jetzt ein Auto der Reichspost. Alle Bewohner unsere« Diabertale« begrüftten diese Neuerung erwartete man doch eine bess cre. v i eil ft ® t eine zweimalige Bestellung. Weit gefehlt! Statt der erhofften Okrbefferuna ift gc- rab.zu eine Verschlechterung fefüuftellen. Früher erhielt man die Post um 9 Ufor. heute wird c« Mittag, bis das Dorf bcftelU Ift Das Postauto kommt um 9 Uhr. unb wer um d.cfe Zeit zur Postagentur rauft, steht vor verschlossenen Türen: er rauft warten, bt« die Postsachen zum AuStragen sortiert sind. Alle auf der hiesigen Agentur angcftellLm Beamten find um diese Zeit eifrig beschäftigt, und es ist fein Wunder, wenn unter diesem Hochbetneb auch die Telephonanschlüsse warten müssen. Ich bin der Ansicht, baft Sorge getragen werden muft dafür, baft eine öweinlalige Bestellung eingesührt wird, oder dem Geschäftsleuten die Möglichkeit gegeben wird, die Poft» fachen am Aachmitt.rg abzuholen. DaS Mittags- auto bringt die Post um 6 ilbr. wenn der Post- fchalter bereits geschlossen ist. Diese Sache?, liegen bann bis zum anderen Morgen, bi« die neue Post wieder hinzutommt. Q5ei dieser Sachlage muft man sich fragen: welchenFortschritt bedeutet eigcntlid) da« zweit- Heberbringen der Post von »Teften? Jedenfalls haben sich die hiesigen Post- beftellungSverhälMisse nicht verbessert, sondern verschlechtert. Die Postsachen sollten so frub bicr sein, baft die austragenden Postbeamten um 8 Uhr mit der Bestellung beginnen können unb von 8 Uhr ab die Agentur dem Publikum zugänglich ist. Die zweite Post von ©leben sollte mittag? um 4 Uhr hier sein, damit btefe gegebenenfalls noch ausgetragen oder abgeholt werden kann. Hof entttch genügen diese Zeilen, um da« Postamt Gießen zur Abhilfe zu veran-
erb bürg li<u. de Mehrbela'tui.a auch Ubiftige. von ibni errechnete Kapttalverrinsung. der gegenütv: on der Mehrbett der S tmalen- bach-e-emmissien ein au gefprr <ncr Verlust testznstellen ift aufaezehrt. unb die Zahl der Betriebe, die nicht einmal .die Beträae für Ad- Schreibungen unb Kapiialdicnst erwirtschaften erheblich vermehrt werden."
.Auch bezüglich der Ar beit «zeit läftt der Schiedsspruch jcöc Rück ,art auf prak ische tr- sordermfse der Wirtschaft vcr,nisten. Tur4) den Schiedsspruch wirb die eigentliche Arbeitszeit in den gesamten burv.ehr " -n Betrieben zunächst auf 9* unb spät rhln oif 9 6 . nben derabaesetzt. gteidjgülitg ob es sich uu wirkliche Arbens- rdftung ober um eine vorwiegend Arbeit«- bereit fwasi darstellende Ttensttättgktit handelt. Selbst der Regierung .ntwurs zum Arbestsschutz- getetz gestattet in Ueberdnfthnmung mit dem Washingtoner Ucbereiickoinmen qrunöiäolia) dte Aufrechterdapung des <Zweifchi^tcnsystem« lut derartige Arbeitergruppen. Aach dem Schiedsspruch dagegen würde lieb da« Zwei'chlchtenfystem selbst für diese Arbeitergrupven nicht mehr durch
führen lassen."
Zusammenfassend kommt der ^techenveryano ,«u dem Ergebnis, baft aus den vorstehenden Gründen eine Derbindlichkeitserklärungdesam 14. April gefällten Schiedsspruches unter keinen Umstünden eintreten darf.
Tic fcitcntnbiifhir auch gegen den Lchiedospruch.
Die Berkaufsverdände der öifen* Industrie Haden an den AeichSarbeits- unb au den Aeichswirtlcha ismmister solgende« Ze.c- Jramm gesandt. ..Sänttliche Berkaufsverbanbe der iifeninbuftrie betrachten die durch ben Kohlen- schiebsspruch geschaisene Lage mit grober BeforaniS D<r Sch edSipruch hat n.ch: nut unter gänzlicher Auftelachtlassung der Ergebnisse der vorliegenden Gutachten Lohnerhöhungen von 8 Prozent festgesetzt, sondern auch darüber hinaus die Arbeitszeit über läge erheblich verkürzt. Sollte e:n derartiger Schiedsspruch vom Reichsarbeilsminister für verbindlich erklär werden. so würden sich für die gesamte Olfen- Industrie ftarlc Erhöhung«« ihrer Werkskosten ergeben. Die Sinwirkung der
Wenn man mir an die Nachen konnte! Nun war man hier an der Mosel so an Schwumnen unb Diu- bem gewöhnt, und dos konnte einem jetzt doch nichts nützen. Einige k.ckc Burschen versuchten m Lübeln zu fahren, fte ruderten sich weiter mit Holzscheiten unb Stecken, aber es war doch zu unsichere Fahrt, sie muhten fie aujgebcn, pudelnaß. Zu den S)a ufern unterhalb der Gasse war nicht zu gelangen. Man gedachte der Bremms: Jesus, die armen Leut! Die anderen unten waren klüger gewesen, die hatten ihre Häuser oertaffen. Es wohnten auch nur wenige jo dicht an der Mosel. Unb da, an der um ersten Ecke der Gasse, stand das Haus vom alten Bremm. Um bas wär es nicht schade, wenn es bte Mosel mit- nähme, was sollte der alte Kasten? Wohnen mochte drm keiner, es mar ja auch nicht zum Bewohnen mehr, zu morsch schon di« Mauern, sicherlich schon die Botten itcrfault, man mußte ja fürchten, es stürzte einem über den Kops zusammen.
Aber längst nicht so bousällig. wie sie es dachten, ragte das Moselhaus aus dem Wasser heraus. Einst war es ein stolzer Dau gewesen, der Sitz eines Weinbauern, der ein großer Herr war, viele Zehn- toufenbe von Stöcken sein eigen normte, unb der über Knechte und Tlägbe besohl. Bor seiner Tur nut bem Wappen hielten die Hauderer, m geräumigen Planwagen führten sie seine Beine bis über fremde Grenzen, unb Fässer wurden hmaögerollt aus cm Schiff, bas Schlepper und Schlepperinnen und starke Gäule, cuf bem Treidelweg keuchend, längs dell sers binzoaen. Das waren damals noch Zeiten gewesen fürs Mosckhans! Jahrhunderte waren es her, aber höher noch als alle anderen Käufer ragten (eine Stockwerke, an den Mattem des Moselhauses spülte vergebens die Flut in* nogte daran: ste bröckelten nicht.
Am alten Moselhaus vorbei kam ein Kahn acial) rcn. Einer ftanb aufrecht bann, hob mm sein Muter unb winkte: ,chä. holla!- Em zweiter Mann jaß am Steuer; setzt faßte der eine lange totange unb stieß oeschwind ab oon Jakob Bremms Haus, fast hätte i fit das gepackt. Als hätte es Arme, so unwiderstehlich zog es an sich heran, starke Strömung ritz gegen -eine Ecke. Aber sie kamen glücklich vorbei. Sie tric- ben auch nicht in die Gaste hinein, m deren trübem Wasser sich wie in einem Netz vickes gefangen hatte: Holzscheite, Sohkblatter. ymffene Lappen, auch noch brauchbare Stücke; all das schaukelte facht hin unb
«I« folgen bann -jinuu c auf ba» Gutachten S<tmalenba*-.Hommifften unb da« Qondergutacptcn vou Dr. Baade, aus denen folgender LLlutz g.zogen wird
.Wenn Dr Baade schon bei den bestanden Lohnen und der beftebenöen Arbeitszeit für den Durchfchniti bet Betriebe nur mit einer mäßigen rzln uug rechnet, fo wird durch die aufgcjiDangcncn achtprozentlgen Vrbn- ... ide Blehrbclo'iui.g auch diese
Hang wird auch die Zcagc zu strafen fein, o Liauidalionsrn fst-üigung är ^clchlagnahr solchen Ländern verlangt werden tonn, bi zclre Teile bc« liqulbicrlen deutschen Bermögens nicht freigeben. Die leh:crj>35nte Bvrfchrift. bic " rung einer ^chiutzentfchadigung für Liauidotion^ schaben ir den Ftcgabeländern grundsätzlich au?fd)licftl. setzt voraus, daß die einzelnen Gegenstände oder der Gegen.oert den Geschädigten allgemein lganz oder zum zur Verfügung gestellt werden. Aachdent nun auf Grund des neuen amerikanischen Freigabe.zcfeheö endgültig feststeht, baft die der Ehemikal Foundation Eo. übertragenen deutschen Patente nicht frcigcgcL>en oder ent- schädigt werden, wird die Frage erncr Entschädigung für diefe Patente au» Aeichsmitleln aktuell.
Endlich ist auch noch darauf hinzuweifen, daß Forderungen jetzt wie andere DermögenS- gsgcnstände entschädigt werden, fo das) alle diejenigen sich zweckmäßig wieder melden muffen, die bisher die Angelegenheit wegen der Gerrng- fügiakcit der zu erwartenden Entschädigung ver- nachläsfigt haben.
Ferner bedarf es der Stellung t?on Anträgen, wenn ec kich um Schäden in solchen Ländern handclr. bie do« deutsche Vermögen wieder freigegeben haben, und wenn da« Frcige.ebene in einem Mtzverhält.as zuni Werte "eS De- fchlaanahmten stehl (§ 18 Ab atz 3 bc3 Lchluft- enkschäbigungS.ekctze«) 3n biefem 3u’ammt Hang wirb auch die Frage zu strafen fein, ob eine LiauidationSen fchdäiiun i lür Be'chlagnahrncn in
ungefüllt 3n Italien ift die Bananen« Einfuhr au« Dalutagründen verboten Die Italiener, bie große Obsteffer finb. begnügen sich mit bem i nlänbifchen Obst. Wir könnten un« an bieser Maftnahrne ber fa- fzistifchen Aegierung ein Beispiel nehmen, ebenso daran, baft dort Graubrot gegessen wird, um die Getreide-Einfuhr zu beschränken.
Man erwidere mir nicht, daß die abgeschlott lenen Handelsverträge Deutschland hindern. Aen- derung zu schaffen! Hier kann nur Selbsthilfe einfetzen. Jeder einzelne follte die Kraft haben vorzufchreiben, baft für feinen Haushalt nur eindeirnif ches Obst gekauft wirb, unb daburch zur Besserung ber HanbelSbilanz durch Verringerung der Einfuhr beitragen.
Ich habe das Thema, über das ci noch viel zu sagen gäbe, nur gestreift und nicht au«(änbifcber Seife. Parfümerien.
Schiedsspruches eine J) t r l c u e r u n g u m m l n- destens 1,50 Mark bei Schienen und Formeisen, um zwei Mark bei Stab- eisen unb um b r ei Mark bei Blechen, eine Erhöhung bet Selbstkosten, die auch ohne Kohlenpreiserhöhung ben grötzten Teil der Werke al« Kohlenselbstverbraucher schwer treffen mutz.
Oie Reichsbanl Mitte April.
Aach bem Ausweis ber Aeichsbanl vom 14. April Hot sich bie gesamte Kapitalanlage ber Bank in Wechseln unb Schecks. Lombard» und Effekten um 387,9 Mill auf 2382.3 Will. Mark verringert, und zwar haben die Bestände an Wechseln und Scheck« um 352,1 Will aus 2248.7 Mill Mark, diejenigen an Lombard« um 35.8 Mill, aus 39.6 Mill. Mark abgenommen. Die Anlage in Offelten ist mit 94.0 Mill. Mark weiterhin unverändert geblieben.
An Reichsbankuoten unb Renten- bankfche inen zusammen finb 442,8 Mill. Mark aus dem Verkehr zuruckgeflosfen. Der Umlauf an A e i ch s b a n k n o t e n ift um 414,5 Mill, auf 3996.5 Will. Mark derjenige an Äentenbankfcheinen um 28.3 Mill, auf 576.2 Millionen Mark zurückgegangen. Dement- fprechend haben sich die Bestände der Aeichs- banf an Äentenbankfcheinen auf 51,0 Mill. Ult erhöht. Die fremden Gelder zeigen mit 613J Millionen Mark eine Zunahme um 11,6 MilL. Mark.
„Wie gehl et dir, lieb« Maria?"
Sie gab laut keine Antwort daraus, sie nickte nur; unwillkürlich glitt ihr Blick dabei an lick, herunter, unb schmerzlich zuckte es um den Mund. .Komm heil zurück/ (lufierte lie. „Wenn du mir gut wieder erüber kömmst!"
Er lachte anscheinend sorglos. Aber doch war sein Lachen nicht unbefangen. Nicht, datz er die Fahrt hinüber aesürchtet hätte — leicht war die nicht, aber er unb lein Bruder schossten sie schon — e» war ihm ’o bang um das Mädchen. Wie still unb gebrückt sie baftanb. fo ganz anders als früher! Db sie auch gut zu ihr waren? Er nickte ihr zu, er wußte ihr jetzt nichts Besseres zu sagen, als: „Dat Wasser fallt. Von Trier is schon Fallen gemeldet." Urb das Scil loslasiend, rief er dem Bruder zu: „Stoß ab jetzt!"
Die Stange stieß oon der Hauswand ab, die Nuder klatschten ins Wasser, rasch schoß der Machen davon. Die Srcmms folgten ihm mit ängstlichen Augen. „En oerteufeiter Jung," sagte Bremm. Unb bie Frau fügte zu: „Unb en guter Mensch."
Der beste Mensch, dachte Moria. Sie war sehr traurig; auf einmal so traurig, wie sie es bie ganzen Tage hier oben noch nicht gewesen war. Die äußere Lage hatte sie nicht io gedrückt und auch nicht so betrübt, — ach. aber Kaspar Dreis, der beste Mensch aus ber Welt und der treueste Mersch! Das ging ihr wie strömendes Wasser über dte Seele.
her, wurde von unsichtdarem Ann in dte liefe ge zogen, um bann roieber aufzutauchen und weiter zu schaukeln.
Der Kahn fuhr auf Simon Bremm» Hous zu, gleichmäßig, vou starkem Ann geführt, teilten dte Müder die Flut.
„Sie kommen, sic kommen!" Aus bem Dach erhob sich ein Freubcngcschrei. Jetzt schrien Peter unb Paul noch viel lauter: „Der Dreis is ’t. der Kaspar!" bie kamen oon Munden herüber, bie brachten Wasser unb Brot.
Simon Bremm fuhr mit bem Kopf zur Dachluke heraus: wahrhaftig, ber Dreis! Auch er winkte. Unb bann schrie er: „Frau, Frau!"
Die Frau riß das Fenster aus, sie muhte sich halten am Fcnstcrkreuz, ihr versagten aus einmal bie Kräfte: war bas nicht ein Wunber?! Sie hatte zu ber Äinber Schutzengel gebetet, und nun war er auch bo. Bon Wunden herüber, bic große Breite bes Stromes querenb, war der Kaspar gekommen. Sie lachte und weinte.
Und die Kinder kletterten in ihren Hemdchen auf» Fensterbrett, lochten, streckten ihre Hönde au», jubel- ten: „Wot hosie uns witgebrocht?"
Nur Moria sprach unb rief nicht. Sie war zurück- gewichen ins Innere der Kammer, ba ftanb fie, an bie Hintere Wonb gelehnt, unb drückte beide Hände gefaltet an ihre Brust: der Kofpar, immer der Äofpor!
„Wo is die Maria? Seid ihr alle gefunb?" fchrie der Kaspar nach oben.
Ja, ja, sie waren noch olle gesund! Alle Hände streckten sich nach bem Kaspar aus, hätten gern die seinen ersaßt, aber die Hände konnten sich nicht erreichen. Es war auch nicht leicht, ben Kahn vor das Hous zu bringen unb doch nicht so bicht doh er gegen bie Mauer sich rieb. Borsicht. Vorsicht! Noch riß die Strömung gewaltig. Aber Peter war iinbig, er war» ein seil, der Kaspar sing'- aus, 'stell daran fest, unb bie olange würbe gegen bie Hauswand gestemmt; nun lagen sie wie vor Anker. Die von oben ließen ben Korb herab, der Bruder des Kaspar packte hinein, was sie mitgedracht hat- :en. Und bann hißten sie ein Fäßchen mit Wasser hinauf.
„En Schvaps?E fragenb hob Hieronymus Dreis eine Flafkbe. „Tresterfchnaps. selber gebraut!"
Wirtschaft.
Nach dem Schiedsspruch von (fffen.
Aach v er schund.gen Berhanblangstagcn bat der staatliche Schlichier für den Auhrkohiende r ab a u einen Schiedsspruch ge allt, der da» Mchrarbeitsabkommen mit einigen Veränderung« i m Ucjc.tagebcrieben verlängert unb fämtllche Löhne des Muhrberg- baue» um 8 Prozent erhöht Das Au.- inan Meter vorgetehe.en Vobnfteigerung, welches eine Lrhöhun: ber Sdbfttoiien um 75 jM- rar di« Tonn« Äob.en bedeutet, muft der
kage des X^h.«iivdgbaue» Verwunderung et* >.e.en. um |o mehr, al» «n auf Wun>ch be-? Aeich»wirtschatt«.ni:,tfteriums unb des Aeichsarbe.tsminulerinmS ausgcardeite.es Gut- achten wirllchattiichcr Auto:uäien voriiegt, welches einheitlich zu einer pell juristischen Veurtei- lang ber Lage des Archrkohlenbergbaue« gc- kommen ist und bei dem die einzelnen Begutachter nur in für eine Lohi-rezeiun^ nicht bc- bcutu.ig4oollcn Punk'.en in ihrer Meinung aui- einenbergeheit Man muft sich vor allem wundern. baft b.e’e« gerade sllr die Beurteilung des ge'äittcn Schied»>pruches Id äußerst wichiige Out- achten in feinen Einzelheiten bisher der Oehent- liebfeit nick voraelegt worden ift. Ergibt das G.'tachlen tat öchlfch. baft der Koh.enablatz unter Einberechnuns, der Adfchrcibungen. Berglchäden ufw. ein Verlustgeschäft ist, so kann man sich die Gründe bc« gefällten Schiedssprüche« nur damit erklären, daß der Schlichter bei der Festtetzung seines Urteil« von rein sozialpolitischen Gesichtspunkten ausgegangen ist. Hebet die sozialpolitische Lage der 'Bergarbeiter, deren Ardctt sicherlich kehr schtver ist, kann man natürlich verschiedener 'Meinung fein, aber man follte dabei doch da« eine übersehen, daß in unterer heutigen, sozial eingcfte'Iten Zett der Arbeit- gebe., 11 u.c-em Falle der Auhrkohlenbergbau, sich niemals fozialpolitifchen Srfnrberniflen txt- Ichlieften wird, wenn nicht wirtschaftliche Aot- Ntendigkeiten stärker finb.
Zweifellos müssen In dem Falle de« Lohn- lonkliktS im Auhrbergbau die wirtschaftlichen Zufammenhänae in ben Vordergrund treten, und damit dürfte das Schmalenbach-Gutachten beim Aeichsarbeitsmintstcr, der cs ja schließlich angeregt hat, die Berücksichtigung sinden, die eS verdient, denn beim Aeichs- arbeits-.ninifter, der. wie wir erfahven. infolge der Ablehnung dr« Schiedssprüche« von beiden Seiten, Arbeitnehmer unb Arbeitgeber, zu Verhandlungen aut den 20. April eingeladen hat. liegt jetzt die Entscheidung.
Was die Frage einer Kohlen Preiserhöhung anbelangt, so wird natürlich die Möglichkeit einer solchen in ben Kreisen be« Auhrbcrgbaue« im Hinblick auf bie Löhner Höhung stark erörtert. Iedoch ist bi«her ein Antrag aus Erhöhung beim Aeichswirlschasts- mimfter nicht gestellt worben, der Auhrtohlim- bergbau will vielmehr zunächst die endgültige Entscheidung de« AeichSarbeit«minifter» ab» warten, und auch dann wird ihm ein Entschluß sehr Ichwer werben, da nach dem Schiedsspruch bekanntlich den Arbeitnehmern das Accht gegeben wird, im Falle einer Preiserhöhung da« mit einmonatiger Frist laufende Lohnabkommen zu kundigen. E« würden also dann neue Lohnverhandlungen Platz greifen fo baft — praktisch genommen so gut wie gar nichts erreicht und entschieden ist.
Ter Acchcuvcrband zum Schiedsspruch im Ruhrbergbau
Der Zechenverband hat feine Ablehnung de« SchiedSfpruch« kür den Ruhrbergbau in einem längeren Schreiben an den AelchS- arbeitsminister begründet, in welchem e« u. a. heißt-
.Die achtprozentige Lohnerhöhung bedeutet einschließlich der sich ergebenden Erhöhung der sozialen Beiträge eine durchschnittliche Mehrbelastung von rund 75 Pfennig je Tonne Abfatzforderung. Dabei ift die sich aus der Arbeitszeitverkürzung ergebende Belastung noch nicht in Aechnung gestellt."


