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Protest gegen die Pvlizeiwillkür und Gewalt­politik Frankreichs! Für ein jedes dieser Opfer appellieren wir vor aller Welt an das Mit>- ge^hl jedes Rechtdenkenden!

Oberheffen.

Lan^.ceis Gietzen.

j! Lollar. 18. San. Gestern abend hielt im Zeichensaal unsrer Schule Herr Heg ar. Leiter der Volkshochschule Gießen, einen Werbe- v ort rag zwecks Gründung einer Volks­hochschule in Lollar. Nachdem der Redner in tiefgründigen Ausführungen Bedeutung und Aufgabe der Volkshochschulen für unser Volks­tum erläutert hatte, schlossen sich diejenigen, die gewillt waren, in einer Arbeitsgemeinschaft im Sinne der Volkshochschule ihr Wissen zu erwei­tern und zu vertiefen, zu einemVolkshoch- schul-Verein Lollar" zusammen. Man be­absichtigt, vorläusig nur einen Kursus laufen zu lassen, den Herr Reumann, Gießen, über Erziehungsprobleme abhalten wird. Sm zweiten Teil des Abends trug Herr H e g a r einige Märchen und humorvolle Gedichte vor. die sehr beifällig ausgenommen wurden.

el. Ruttershausen, 18. San. Die Ge- meindeverwaltuna hat kürzlich unterhalb der Ortslage einen Brunnen in einer Tiefe von sechs Meter für eine Gemeindewasser­versorgung bohren lassen. Ein vorgenom­mener Probepumpversuch ergab, daß der Brunnen täglich mehrere hundert Kubikmeter Wasser lie­ferte. ohne daß sich der Wasserstand während des Pumpens merklich absenkte. Das Wasser ist vom Untersuchungsamt als geeignet für eine Wasserversorgung bezeichnet worden. Außerdem haben mehrere Hausfrauen Kochproben mit Hül­senfrüchten vorgenommen, die ebenfalls günstig ausgefallen sein sollen. Die chemische Unter­suchung des Wassers ergab jedoch das Vor­handensein größerer Mengen freier Kohlensäure, die nach dem Urteil von Sach­verständigen in der vorgefundenen Menge zer­störend aus die Rohrleitungen und den Hoch- behälterverpuh einwirkt. Es wird daher not­wendig, daß die freie Kohlensäure durch eine Entsäuerungs-Anlage dem Wasser ent­zogen wird. Sollten sich die Anlage- und Be­triebskosten dadurch erheblich erhöhen, so ist die Versorgung von einer anderen Stelle in Aussicht genommen.

Lich. 18. San. Sn einer vom Verein für Obst- und Gartenbau veranstalteten Ver­sammlung, die vor allem aus der Umgebung gut besucht war. hielt Obstbauinspektor M e t t e r - n i ch (Büdingen) einen lehrreichen Vortrag über die neuzeitliche Ob st Verwertung. Der Redner sprach zunächst über die wirtschaftliche Bedeutung des deutschen Obstbaues, der durch fachgemäße Düngung und geeignete Sortenaus­wahl (Einheitssorten) gehoben werden müsse. Die Ausführungen gipfelten in der Forderung, eine Ob st Verwertungsgemeinschaft zu gründen, die Einfluß auf den Handel und die Verbraucher gewinnen müsse. Die rege Aus­sprache unterstützte und ergänzte die Ausführun­gen des Referenten, die lebhaften Beifall ge­funden hatten. Die Gründung einer Obstverwer­tungsgemeinschaft wird ins Auge gefaßt. Ein be­sonderer Ausschuß soll sich näher mit der An­gelegenheit befassen, und dann positive Vorschläge machen.

df. Langsdorf, 18. San. Am Sonntag ver­anstaltete der jugendliche Orgelvirtuose Kurt Darges aus Leipzig hier ein Orgelkon­zert, veranlaßt durch die Liga zum Schuh der deutschen Kultur. Er brachte die alten Meister des 17. und 18. Sahrhunderts, wie Böhm, Walther, Hauff, Dach sowie auch Mei­ster des 19. und 20. Sahrhunderts, wie vor allem Reger, Meßner, Bruckner zu Gehör. Kurt Darges zeigte sich als Meister, sowohl was Technik, als auch Anwendung der verschiedensten Register betrifft. Auch seine eigenen Kompo­sitionen zeugten von feinem musikalischem Ver­ständnis. Seine Mühe wurde ihm durch einen recht guten Besuch des Konzerts (etwa 125 Personen) belohnt.

Kreis Friedberg.

0 Klein-Karben, 18. San. Die vomGieß. Anz." zum 50. Todestag Heinrich Reebs

spring ich in mein Zimmer, hole das eigene Licht, öffne jene klapprige Tür und sehe ein W. C - das heißt ein C. ohne das W., und auch das C. ist nur mit einiger Phantasie aus den vorhandenen Rudimenten zu komponieren. Sage mir, wer dir den Stern im Reiseführer gegeben hat, und ich will dir sagen, was ein Sdiot ist. Sn meinem kleinen Lexikon seh ich nach, welches Wort die Mumie gebraucht hat. Zahod hat sie gesagt. Es ist das. was jenes vorstellen soll.

Sch schlage die Bettdecke auf. Sauberes Leinen. Smmerfjin ... furchtbares Mißtrauen ist in mit erwacht, aber so sehr ich auch die Matratze ab­suche, ich finde nichts. Gottlob, wenigstens eine angenehme Enttäuschung. Die Kerze erlischt. Lind dann, man hat die Augen kaum geschlossen, be­ginnt ein Kribbeln und Krabbeln, besonders am Kops und an den Armen, man schmeißt sich von der rechten Seite auf die linke, von der linken aus die rechte, haut um sich, macht Licht, findet nichts, rein gar nichts, und ist es wieder dunkel, geht der Spuk von neuem los. Tausend Flüche trefsen dasWanzennest", aber es gibt keine größere Ungerechtigkeit als diese Titulierung, denn es sin) gar keine Wanzen, sondern Paper- tatschis, stecknadelkopsgroße Moskitos, gegen die man sich nicht wehren kann.

Gleich' -itig mit diesem Tatbestand erfährt man am ani eren Tage, daß das mit einem Stern im Rcisefüh.er bezeichnete Hotel Duhalowitsch längst Pleite gemacht hat. Eine alte Duenna, meine Mumie, die in jenem Hotel tätig war. hat jetzt ein paar Zimmer zu vermieten und firmiert wie ehedem ihr Brotherr. Sch bin aber trotzdem bei ihr wohnen geblieben, warum nicht, für die Papertatschis war sie nicht verantwortlich zu machen, die tanzen um die ganze Doka Kotorsta, und sauber war die Mumie nun einmal. Sch sah sie am Morgen das pp. Zahod schrubben und bin in Hochachtung beinahe dahingeschmolzen. Es ist überhaupt, um es bei dieser Gelegenheit zu sagen, ein stupider Ronsens, wenn man die Kroaten der Schmutzigkeit verdächtigt.

Bei Tagesgrauen weckt eine helle Mädchen­stimme von der Straße her. Sie singt auf Kro­atisch: August, wo sind deine Haare ... Sm Schaukasten vor dem Kino lächelt Bruno Kastner, und entzückende Girls, mit kniefreiem Rock und

gebrachte Notiz ruft die Erinnerung an einen zweiten Sohn Oberhesfens wach, der als Leiter des Neebschen Männerchors in Frankfurt a. M. im Musikleben Frankfurts einen geachteten Namen hatte. Es ist Ferdinand Schwarz, der am 14. Februar 1857 in unserem Wetterau­dorfe als Lehrerssohn geboren wurde und wie Heinrich Neeb dem Friedberger Lehrer­seminar feine erste musikalische Ausbildung verdankt. Er besuchte das Seminar von 187376, wurde dann Lehrer in Oberrad und Frankfurt am Main, später auch Musiklehrer für Theorie an Raffs Konservatorium. Die ältere Lehrer­generation Hessens erinnert sich noch sehr gut des Ferdinand Schwarz, der seinen Kollegen, die Gesangvereine leiteten, stets gerne mit sachkun­digem Rate zur Seite stand, wenn sie sich mit Anfragen über Wahl der Lieder usw. an ihn wandten. Den Dirigentenstab im Neebschen Män­nerchor führte der erfahrene und begabte Chor- meister von 1886 bis kurze Zeit vor seinem am 28. Sanuar 1912 erfolgten Ableben. Schwarz führte den bekannten Chor zu einer seltenen Höhe der Leistungsfähigkeit.

CO Nieder-Florstadt,18. San. Die Turn = gemeinde F 1 o r st a d t hielt am Samstagabend ihre Generalversamm hing in der Turnhalle ab. Sie Rechnung ergab eine Einnahme von 3387 Mark, der eine Ausgabe von 3272 Mark gegenüber- steht, so daß ein Kassenbestand von 115 Mark ver­bleibt. Von den Schulden, die noch auf der Turnhalle lasten, wurden 1000 Mark abgetragen, so daß noch eine Restschuld von 500 Mark verbleibt. Sie Vor­standswahl ergab nur geringe Aenderungen. Sie Neuregelung des Turnbetriebs noch Wunsch der Turner in eine Geräte-, Spiel» und Sportabteilung wurde durchgeführt.

WSN. Ossenheim, 18. San. Der Rech­ner der hiesigen Spar- und Darlehns° lasse Raisfeifen, Wilhelm Schneider, ist seit längerer Zeit flüchtig. Bei Prüfung der Bücher ergab sich ein vorläufiger Fehlbetrag von etwa 12 000 Mark.

Kreis Schotten.

-Schotten, 18. San. Ser mit einem Kosten­aufwand von 25 000 Mark errichtetete Turnhal­le n b a u ist provisorisch so weit fertiggestellt, daß er geheizt und zum Turnen benutzt werden kann. Auch der eingebaute Singsaal ist seiner Bestimmung übergeben. Sie weiteren Snnenarbeiten sollen, da man vor einer Kapitalsaufnahme zurückschreckt, nur nach Maßgabe der vorhandenen Mittel in Angriff genommen werden. Ser Wirtschaftsbetrieb, den seither der Turnverein selbst übernommen hatte, ist mit dem neuen Sabre pachtweise an die Gast­wirtschaftZum Gambrinus" übergegangen.

/ Gedern. 18. San. Sm Gasthaus Zur Eisenbahn" hielt die hiesige Ortsgruppe des Landbundes ihre diesjährige General­versammlung unter der Leitung des stell­vertretenden Vorsitzenden Richard Birx ab. Hermann Guth gab einen Rückblick aus das Vereinsleben des Sahres 1927. Zwei Haupt­punkte, über die eine lebhafte Aussprache ein­setzte. waren die Feldbereinigung und die Einführung der Weidewirtschaft. Einen recht interessanten Bericht über die durchgeführte Feldbereinigung in Alsfeld, sowie über einen rationellen Weidebetrieb eines größeren Hofgutes des Vogelsberges erstatten Karl Franz III. und Philipp Limpert Leider wird auch auf diesem Gebiet aus finanzieren Gründen manches nur Wunsch bleiben müssen. Die Rechnungsablage erstattete Karl Franz HI. Bei der Vorstands­wahl wurde Richard Birx zum 1. Vorsitzenden gewählt, nachdem Wilhelm Birx fein Amt nieder­gelegt hatte. Hermann Guth wurde zweiter Vorsitzender und Heinrich Roth Schriftführer.

I Ober-Lais, 18. San. Gestern verließen zwölf Holzhauer unser Dorf, um zur Durchführung größerer Abholzungen nach der Försterei Bayerseich in der Nähe von Darmstadt zu gehen. Wie verlautet, sind dort trotz der wachsenden Arbeitslosig­keit keine Arbeitskräfte für diese Ar­beiten zu haben. Unseren hiesigen Holzhauern, die seit mehreren Sahren in jedem Winter nur verhältnismäßig kurze Zeit in den Waldungen Arbeit sanden und die bereits jetzt zum Feiern gezwungen gewesen wären, ist der Verdienst wohl zu gönnen. Dem Vernehmen nach sollen die Leute dort für die Dauer von zwei Monaten Beschäftigung finden. Auch aus dem benachbarten

Bubikopf, streifen an ein»m vorüber. Nein, man ist durchaus nicht am Ende der Welt, und wenn mans eine Nacht laug glaubt hat, so war ledig­lich der Reiseführer schuld.

Lauter ... lauter ...

Von Hans Franck*.

Es war im zweiten Schlesischen. Oktober. Am neunten. Sechsundzwanzig war ich damals. Und doch schon ein Krieg hinter mir. Der erste Schlesische. Denn mit Zwanzig war ich dem Alten von der Hufe fortgelav.fen. Reiten hatt ich gelernt. Gesunde Knochen bracht" ich mit. Dazu Glauben an den König Fehlte nichts für einen gu en Hu aren D.'r ward ich denn auch S n ersten Schlesischen ließ es sich an, wie ich es mir zu Haus gedacht: Befehl des Königs Signal Drauf! Geknall, Gestech weg waren siel Sm zweiten Schlesischen kam es anders. Sie stan­den. Zwei-, drei-, fünfmal mußten wir attak- kieren, eh" sie auseinanderstoben. Sft auch vor­gekommen, daß sie nicht wankten. Daß wir zu­rückmußten. An jenem Tag neunter Oktober! sollte Zieten den Uebergang über die Moldau freimachen. Bei Thein. Da erst begriff ich, was es heißt: Krieg. Wir kamen hinüber. Aber wie sah hüben, wie drüben der Erdboden aus! Man sagt es oft, sagt es, ohne daß manS vor sich sieht hingemäht die Opfer der Schlacht. Hier aber stimmte es gemäht wie Gras. Nicht neben­einander lagen wir. Sondern übereinander. Tote und Blessierte. Wir! Denn auch mich hatf es erwischt. Am linken Oberschenkel. Von dem war ein Stück Fleisch und ein Teil des Knochens fort. Sch dachte Das Ende! Sah Haus, Garten, Vater, Mutter, Acker, Wiese, Pferde, Kühe, Kälber, Schweine vor mir Ganz nah. Als ob ich sie mit meinen Händen anrühren könnt" und doch auch weit weg. So wie ich sie hundertfach gesehn und doch auch, wie sie mir nie vor Augen standen. Sn einem Licht es hilft zu nichts, daß

Bei dem Preisausschreiben für Kurzge­schichten von Reclams Universum unter mehr als 2000 Einsendungen durch e nstimmigen Beschluß des Preisrichterkollegiums mit dem ersten Preis ausgezeichnet.

Eichelsdorf sind bereit« vor einigen Tagen Holzhauer nach Starkenburg abgereift. Die Straße von hier nach Hirzenhain, deren Bau unser Dorf schon seit längerer Zeit erstrebt und nunmehr mit Hilfe der Feldberei­nigung zu erreichen hofft, scheint gebaut zu werden. Neben den Einwohnern unseres Dorfes sind an dieser Straße besonders die beiden Mühlen zu Sgelhausen interessiert, die heute nur mittels eines in sehr schlechtem Zustande befindlichen Feldweges ihre Kundschaft erreichen können. Dem Vernehmen nach soll die neue Straße durch die Hofreite der oberen Mühle durchgeführt werden, um an der günstigsten Stelle die schon bestehende Provinzialstraße Glas­hüttenHirzenhain zu erreichen, die dann aller­dings auch einer gründlichen Besserung bedarf.

h- Eichelsdorf, 18. San. Sie hiesige Orts­durchfahrt der nach E i ch e 1 s a ch s e n führen­den Chaussee weist eine für den D e r k e h r ä u ß e r st gefährliche Stelle auf. Sie abschüssige Straße biegt unmittelbar an der Eichel, fast rechtwinklig um, während ein weit vorspringendes Anwesen die Uebersicht hindert und die scharfe Kurve stark einengt. Sa bei dem gesteigerten Kraftwagenverkehr diese Kurve eine stete Gefahrenquelle ist, zumal die Eichel hart an der Außenseite vvrüberfließt, sind Verhand­lungen zwischen der Provinzial-Straßenverwallung und der Gemeinde im Gange, das vorspringende Anwesen käuflich zu erwerben und niederzulegen, um die Kurve zu verbreitern und übersichtlich zu machen. Sas Projekt hat Aussicht auf Verwirk­lichung, wenn eine entsprechende Wohnung als Er­satz für die zu räumende beschafft werden kann.

Kreis Alsfeld.

y. Aus dem Ohmtal, 18. San. Nachdem der Gesindewechsel vollzogen ist, zeigt sich allent­halben eine starker Mangel an land­wirtschaftlichem Dienstpersonal. Am schlimmsten wirkt sich dieser bei größeren land­wirtschaftlichen Gütern aus, die zwei oder mehr Knechte und Mägde haben müssen. Besonders sind die Mägde knapp, die sich trotz niedrigeren Löhnen lieber in die Stadt vermieten. Wo Dienstmägde gedingt werden konnten, sind diese eben in ihrem zwei- bis dreiwöchigem Urlaub zu Hause. Die Knechte haben diesen Urlaub nicht. Der Mangel hierin wird durch die zahlreichen Basaltsteinbrüche des Ohmtals hervor­gerufen.

(p B e r n s f e l d. 18. San. Dieser Tage hielt Landwirtschaftsassessor Dr. S e l z e r vom Land­wirtschaftsamt Grünberg in der Gast­wirtschaft Schott einen Vortrag über:Düngungs- maßnahmen der landwirtschaftlichen Kulturpflan­zen, insbesondere die Bedeutung der Kalkdün­gung". Der Redner erläuterte in verständlicher Weise die Notwendigkeit der künstlichen Düngung und den Ersah der Nährstoffe, die durch die Pflanze verbraucht werden. Er befaßte sich mit der Anwendung der Düngemittel und mit der zweckmäßigen Zeit des Ausstreuens. Besonderen Raum widmete er der Kalkdüngung, die nach Angabe des Redners bei unseren schweren und kalkarmen Böden unbedingt erforderlich sei. Mit einer Mahnung, die Düngung der Kulturpflanzen auf keinen Fall zu vernachlässigen oder einseitig zu betreiben, schloß Dr. Selzer seinen mehr als einftünbigen, lehrreichen Vortrag. Die anschlie­ßende Aussprache war lebhaft und brachte die verschiedensten Gebiete der Landwirtschaft zur Sprache. Der Vortrag war sehr gut besucht.

V Grebenau, 18. San. Sm Dienstbereich unse­res Forstarnts sind die diesjährigen Fällun­gen und Aufarbeitungen so weit vorgeschritten, daß mit der Versteigerung begonnen werden konnte. Sas ist begrüßenswert, denn bei den seither später üblichen Terminen kam die Abfuhr des Hol­zes in eine Zeit, in welcher die Fuhrwerksbesitzer durch die Frühjahrsbestellung in Anspruch genom­men waren, weshalb sich die Abfuhr über den ganzen Sommer erstreckte, während sie jetzt zum größten Teil rechtzeitig vor der Frühjahrsbestellung er­folgen kann. Sie erste Versteigerung sand dieser Tage statt. Es tarnen insgesamt 900 Raummeter (fast nur Brennholz) zum Ausgebot. Sie Preise waren bei dem zahlreichen Besuch der Versteigerung sehr hoch. Für Buchenscheit 1. Klasse bewegte sich der Durch- schnittspreis über 13 Mark für ein Raummeter

Kreis Lauterbach.

el. Hochwaldhausen b. Slbeshausen, 18. San. Die Allgemeine Ortskrank« n»

ich's verschweig'! ja: rot war um sie her das Licht. Gleich der bengalischen Flamme beim Feuerwerk in Berlin. Es zuckte und zischte eben­falls in einem fort.

Sie ist wieder ausgeheilt, die Blessur. Da­mals aber dachte ich. Das Ende! Geflennt habe ich nicht. Aber mich doch gescholten:Warum hast du es nicht auf dem Ackerfeld ausgehalten? Was hat ein Bauernjung' auf dem Schlachtfeld zu suchen? Nun muht du mit Sechsundzwanzig fort. Und weißt noch nicht einmal Smmer in dieser Richtung tociter! Tis der scheltenden Stimme eine andere, eine tröstende, entgegenkam, ihr den Weg vertrat: es geschieht für Ihn! Geschieht für den König! Sch weih, dah es in der Schule anders gelehrt wird: fürs Vaterland. Mag das Größere fein. Aber kann man dem Vaterland ins Gesicht sehen? Kann man des Vaterlandes Stimme hören? Kann das Vaterland die Hand aufheben und kommandieren:Dorth n! Drauf!" ? Mag das Höhere fein: fürs Vaterland. Sch hab' gedacht: für Shn! Für den König! und mich da­mit getröstet. Bis wieder das andere da war: die Heimat im flackernden roten Licht. Und die scheltende Stimme:Warum? Warum ? Sechs­undzwanzig I"

Plötzlich hör ich:Wedell?" Ueber die schel­tende und die tröstende Stimme hinweg:We° dell?" Ein Reiter jagt durch die Furt. Sch seh': der König! Hör': der König! Was will er? Er sucht. Was? Wen? Einen Menschen! Denn wieder gellt's:Wedell?" Smmer wieder:Wedell?" Sch stoß' mein Nachdenken vor mir her: Wedell ... wird wohl auch gemäht liegen. Ble'siert. Tot. Wedell? Ein Hu arenleutnant aus unferm Regiment. Der König hatte ihn lieb. Wie David den Svnathan. Wedell? Verstand die Flöte zu blasen. Wie der König. Besser nach. Er ist oft, wenn der König nicht sch'a en konnte, des Nachts bei ihm getoc en. Sie spielten dann beide. Sa daß es manchmal klang: nur einer bläst. Wedell? Sft der auch hin?

Nun war der König hüben:Wo ist Wedell?" tief er.Wo ist Wedell?" schrie er. Sawohl: schrie er! Wie ein Kind, dem sein Spielzeug weggenommen ist.Wo ist Wedell?" Smmerfort. Ohne Aufhören Ohne S>nn. Ohne Verstand.Wo ist Wedell? Wo ist Wedell?"^ Er sah nicht die vielen. Denn er suchte den einen! Er horte nicht das Stöhnen der Hunderte. Denn er horchte I auf den einen!Wo ist Wedell?" Ein König, be­

taff e für den Stadtkreis Kaffel hat an dem Schwarzbach, unterhalb der Waldmühle, ein statt­liches Gebäude errichten laffen, das den er­holungsbedürftigen Kranken und Genesenden au« Kassel Aufnahme gewähren soll. Das Gene­sungsheim ist für eine Belegung von hundert Betten vorgesehen. Sn der würzigen und be­sonders reinen Wald- und Höhenluft, die hier durch keine Abgase aus Fabrikschomsteinen ver­unreinigt ist, sollen die Genesenden neue Kraft und Erholung finden, ein Fleckchen Erde, das diese Aufgabe erfüllen wird. Da auch die Zu- n a t e Gefängnis sowie Auferlegung der Kosten sichert ist, so wird damit gerechnet, daß das Heim am 1. Mai d. S. feiner Bestimmung über­geben werden kann.

la. Angersbach, 18. San. Unsere 1200 Ein­wohner zählende Gemeinde hat nach dem Kriege zwei bedeutende Aufgaben gelöst: sie hat ein eigenes Elektrizitätswerk erbaut, und zur Beschaffung von Lehrerdienstwoh- nungen wurde auf das Schulhaus ein neuer Stock aufgesetzt. Nunmehr steht die Gemeinde vor neuen Aufgaben. Der Bau einer Was­serleitung läßt sich nicht mehr allzulange hinausschieben. Eine ausreichende Quelle, von der aus das Wasser mit Freilauf herangeführt werden kann, ist in dem Waldgelände rechts der Straße nach Fulda vorhanden. Die Errichtung einer kostspieligen Pumpstation kann damit er­spart bleiben. Sodann rückt die Feldberei­nigung in greifbare Nähe. Von den beiden Nachbargemeinden hat Landenhausen vor einigen Sahren bereinigt, in Lauterbach ist die Feld­bereinigung im Gange. So wird auch hier di« Feldbereinigung nicht mehr lange auf sich warten lassen. Als dritte Aufgabe wird sich die Er­richtung eines neuen Pfarrhauses bald als notwendig erweisen.

Rheinhessen.

WSN. Dingen, 18. San. Der am Montag­abend bei einem Cinbruchversuch verhaftete Sohann Klingler aus Bingerbrück, der, wie bereits berichtet, bei der Verfolgung mit feinem Komplizen, hem Schlosser Franz Ber­ger, auf die Dächer geflüchtet war, wobei letz­terer in Notwehr durch einen Polizisten erschossen wurde, hat im Lause des gestrigen Tages weitere zahlreiche Einbrüche in Dingen einge standen. Die Leiche des er­schossenen Derger wurde gestern nachmittag in Gegenwart des Staatsanwalts aus Mainz einer gerichtlichen Sektion unterzogen und anschließend zur Deerdigung freigegeben.

Schöffengericht Wetzla

Wegen Sittlichkeitsoerbrechens, begangen an einem Mädchen von sieben Fahren, verhandelte das Gericht gegen einen Schlosser aus Herborn. Sie Oesfentlichkeit war für die Sauer der Verhandlung ausgeschlossen. Das Urteil lautete auf sechs M o - n a t e Gefängnis sowie Auferlegung der Kosten auf den Angeklagten.

Alterserscheinungen

sind vielfach bedingt durch Selbstvergiftung vorn Darm aus. Giftstoffe werden in das Dlut aus­genommen, statt aus dem Körper entfernt zu werden. Energische, kurgemäße Darmentlastung beugt vor und bringt Hilfe.

Die zuverlässigste Methode ist die Anwendung des Kruschen-Salzes, das in jahrhundertlanger Erfahrung erprobt ist. Kruschen-Salz ist zu­sammengesetzt nach den Vorbildern, die uns die Natur in den besten Heil-(Bittersalz-)Quellen gab. Das Dlut wird von Giftstoffen gereinigt, die Stauungen in Leber und Milz werden be­seitigt. Die (Befreiung von Den Giftstoffen bringt Auffrischung des ganzen Körpers. Die wert­vollen Bestandteile des Kruschen-Salzes bewirken eine Anregung des Gallenflusses und eine Be­ruhigung des Nervensystems und damit des Ge­hirns. Darmentlastung und Nervenerholung hän­gen sichtlich zusammen. Se reiner das Dlut. desto freier der Geist. Ein Glas Kruschen-Salz reicht für 100 Tage, somit tägliche Gesundheits­pflege für 3 Pf. 458D

gann es in mir zu sausen, soll nicht den einen hören, sondern die Hunderte! Soll nicht den einen sehen, sondern die vielen! Ein König soll nicht Kind, nicht kindisch, soll König fein! Aber der Hinundhersprengende greinte:Wo ist Wedell? Wo ist Wedell?" Da ich wußte, daß ich es wollte, eh ich wußte, daß es ohne, daß es gegen meinen Willen geschehen werde, rief ich:Majestät 1" Er sprengte au mir. Hielt. Kreischte mich an: Töo ist Wedell?" Und jetzt es war kein Heldenstück, es war vielleicht nicht einmal Bauernbur'chentroh. Es war wohl nur ein Hu­sarenstück! Denn: gleichgültig, wie er mich dafür strafte: und wenn er über mich hinwegritt, sein Pferd mir den Brustkasten eintrat, hätt" ich s in jener Stunde Erbarmen geheißen jetzt stützte ich mich mit beiden Händen auf, rief ihm zu, schrie ich jawohl, schrie ich den König an: Majestät, hier liegen lauter Wedells!" Dann fiel ich. Wie ich glaubte: meilentief. Sm Schacht des Todes abwärts. Sn Wahrheit nur ein paar Zoll tief. Auf den Erdboden zurück.

Denn plötzlich wachte ich durch das Streicheln einer Hand auf.Bin ich zu Haus?" rief ich mir zu.Sm Bett? Was hab' ich wieder geträumt? Grauenvoll muh es gewesen fein. Schweiß steht auf der Stirn, über die Mutters Hand Da fah ich: der König! Er streichelt mich! Er! Er! Mich, der den Respekt vor ihm vergaß!Hört Er mich?" fragt Friedrich. Sch:Sa, Majestät!" Wie heißt er?" will Friedrich toi,Jen. Sch.Ho­hendorf, Majestät".Wenn Er, was ich sehr verhoffe, dem Tod einen Schabernack spielt," befiehlt der König,dann melde er sich bei mir. Sobald er kuriert ist." Sch:Majestät!?"Sollte ich", fährt der König fort,Seinen Namen dero- weil vergessen haben, so sage Er nur: Lauter Wedells!" Sch, kaum noch eines Lautes mächtig: Majestät?"Er hat mir", erklärt der König, eine gute Lehre gegeben. Sch danke ihm dafür?' Und reicht mir die Hand. Da hab' ich einem Manne getan, was ich nie bislang und nie her­nach einer Frau tat: hab' die dankende Hand geküßt.

Friedrich ist aufgesessen und durch die Furt der Moldau zurückgeritten. Ohne nach dem Leut­nant Wedel! zu suchen Ohne nach dem Leutnant Wedell zu rufen. Ueber seine Lippen kam auch beim Fortreiten nur ein Wort, immer wieder, immer leiser:Lauter... lauter..."