Ausgabe 
18.10.1928
 
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Nr. 246 Erster Blaff

178. Jahrgang

vonnerrfag, 18. Moder 1928

Gießener Anzeiger

General-Anzeiger für Oberhessen

vnick »nd Verlag- SrühI'Iche Unwerfilätr-Vuch. und Stetnörodcrel R. Lange in Siegen. Schristlettvng und Seschästrftelle: Schuiftratze 7.

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Dr. Friedr. Wilh. Lange. Derantworllich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr H.THyriot, für den übrigen Teil Ernst Dlumschein; für den An« zeigenteil Kurt Hillmann. sämtlich in Gießen.

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Gießener FamMendlättei Heimat im Bild Die Scholle

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2 Reichsmark and 20 Reichspfennig für Trägev lohn, auch bei Richter«

Dr. Eckeners neue Pläne.

Rach großem Paffagierflug über den mittleren Westen baldige Rückkehr nach Deutschland. - Verhandlungen über einen amerikanischen Kredit für den Bau von vier Lustschiffen und zwei Hallen bei Basel und Washington.

Reu yor k. 18.Off. (TU.) Dr. Lckeaer erklarle in einer Unterredung, daß die Einrichtung eines regulären Ozeanverkehrs mit Luftschiffen vor Ablauf von wenigstens drei oder vier Jahren unmöglich fei. da zunächst die Auf­bringung von Geldmitteln für den Bau von vier Luftschiffen in Deutschland und zwei Luftschisfhallen in der Rähe von Basel und Washington oder Baltimore notwendig seien. Der Bau einer Halle in der Rähe von Basel sei notwendig, da Friedrichshafen auf einem Höhen­grade liege, der bei dem Aufstieg eines Luftschiffes den Verlust von mindestens vier Tonnen Betriebs­stoff bedeute, während Lakehurft wegen seiner star­ken Winde als Landungsplatz ungeeignet sei.

Dr. Eckener erklärte ferner, datz zwei neue Steuerflügel in denGraf Zeppelin" eingebaut würden und die Reparaturen bis Samstag mittag beendet feien. Das Luftschiff werde wahrscheinlich einen R u n d f l u g nach Lleoeland. Akron. Lhikago und Detroit machen und dann nach Diederauffüllung des Brennstoffes sobald als möglich nach Deutschland zurückkehren. Die Rückreise werde wegen des schlechten Wetters im Rorden wiederum auf der südlichen Route erfolgen, wenn auch der Weg doppelt so lang sei. Eckener fügte hinzu, datz derGraf Zeppelin" be­reits am Sonntagnachmittag in Reuyork einge­froren sein würde, wenn unterwegs nicht einer der Steuesflügel beschädigt worden wäre. Die Beschädigung sei vielleicht darauf zurück­zuführen, datz von der Küche aus eine Zinkpsanne geworfen wurde, die den Steuerftügel getroffen habe.

Wie die Blätter weiter aus Reuyork melden, hat Dr. Eckener die Absicht, bei dem geplanten Flug über die Staaten des mittleren Westens soviel Passagiere wie möglich milzunehmen. Man wird zwei Tage über dem Gebiet zwischen Reuyork und Detroit kreuzen. Dr. Eckener beabsich- tige diese Luftreise in der ersten Hälfte der nächsten Woche zu unternehmen und hoffe, unmittel­bar darauf nach Deutschland zurück­fahren zu können, während seines Aufenthaltes werde Dr. Eckener Besprechungen mit einer Anzahl amerikanischer Kapitalisten haben. Ls handle sich um die Gewährung von Krediten. Bon den 14 Millionen Dollar, die als wünschenswerte Summe genannt worden seien, seien 8 Millionen für den Bau von vier neuen noch größeren Luft­schiffen und die übrigen 6 Millionen für den Bau von Landungsplätzen in Amerika und Europa be­stimmt. Man glaube, datz bei Einrichtung eines regelmäßigen Transatlantischen Luftschiffverkehrs die Zahl der Passagiere verhältnis- rnätzig gering sein werde, da ausgerechnet wor­den sei, datz es viel vorteilhafter wäre, Briefe zu 50 Lent (2 Mk.) das Stück zu befördern, als Passa­giere zu einem Fahrpreis von je 3000 Dollar.

Günstige englische Urteile.

London, 17. Oft. (WB.) Lord Thomson, der vm Kabinett Macdonald Luftfahrtnnnister war, erflärte: Die Fahrt desGraf Zeppelin" war m jeder Hinsicht höchst erfolgreich. Ich betrachte den Flug als Vorbedeutung für den späteren Erfolg eines regelmäßigen transatlan- ttschen Luftdienstes. 3m Gegensatz zu einigen Presseäußerungen Dertrat Lord Thomson die Aus- fassung, daß derGraf Zeppelin" bei einem Vergleich mit der Rekordfahrt derMauretania", bei der der Dampfer den Ozean in über fünf Tagen bei günstigem Wetter überquerte, günstig abschneidet, Der durch seinen Fernflug nach Australien und Südafrika bekannte Flieger S i r Ellen Cobham äußerte sich: Dieser Flug, der eine sehr schöne Leistung war, zeigt große Möglichkeiten für einen regelmäßigen Luft- schiffdienst zwischen Europa und Amerika. 3m Augenblick handelt es sich hauptsächlich um eine finanzielle Frage. Aber es ist bewiesen worden, daß ein Luftschiff von Europa ohne Rücksicht aus die Wetterbedingungen abfliegen und sein Ziel erreichen kann. 3ch bin überzeugt, daß wir in den nächsten 3ahren einen transatlantischen Lustdienst haben werden.

Wie kam der Zeppelin zustande?

Die glückliche Ueberflieaung des atlantischen Ozeans vomGras Zeppelin", der in jeder Be- Ziehung ein Luftschiff des ganzen deutschen Volkes rst, ruft noch einmal die Erinnerung an jene Zeiten wach, in denen Dr. Eckener mit seinem Appell an das deutsche Volk herantrat, das Geld sür den Bau dieses Luftschiffes aufzubringen. Vom Oktober 1925 bis zum Juli 1926 dauerte die Sammlung für die Eckener-Spende, und man kann wohl sagen, daß sich ganz Deutsch­land daran beteiligt hat. Insgesamt erbrachten die I Spenden und die Zinsen 2 600 000 Mark. Davon wurden in Preußen 1539 000 Mark aufgebracht, I

wobei Berlin und die Rheinprovinz an erster Stelle steh«n, nämlich die Rheinprovinz mit 209 000 Mk. und Berlin mit 288 000 Mark. In Bayern ergab das Sammlungsergebnis 181 000 Mark, in Sachsen 131 000 Mark, in Hessen 75 000 Mark, in Baden 62 000 Mark, in Thüringen 60 000 Mark, in Württemberg 214 000 Mark, in Mecklenburg- Schwerin 33 000 Mark, in Mecklenburg-Strelitz 13 500 Mark, in Oldenburg 23 000 Mark, in Braun­schweig 18 000 Mark, in Bremen 17 000 Mark, in Hamburg 35 000 Mark, in Lübeck 13 500 Mark und aus dem Auslande gingen rund 18 000 Mark ein, Daneben zeichnete das Reichsoerkehrsministerium noch einen Betraa von 1,5 Millionen Mark, so daß auf diese Weise Die für den Bau des Luftschiffes Graf Zeppelin" benötigten vier Millionen Mark zusammengekommen sind.

Oer Lufischiffverkehr Sevilla Buenos Aires. Oberst Herrera über die Entwicklung der füdamcrikanifchen Route.

Reuyork, 17. Oft. (WB.) Der spanische Oberst Herrera, der, wie bekannt, die Reife desGraf Zeppelin" als Vertteter spanischer 3nteresfentenkreise mitgemacht hat, erklärte, daß auf der Linie Sevilla Buenos Aires, die von Luftschiffen in drei Tagen zu­rückgelegt werden könnte, günstigere Set« terverhältnisse vorhanden seien, als die

Fahrt über den nördlichen Atlantischen Ozean biete. Der Zeppelindienst zwischen Sevilla und Buenos Aires soll im kommenden Mai eröff­net werden. Zunächst würden Probeflüge stattsinden, um die Kosten für die Passagiere und Waren festzufehen. Der Ches der spanischen Luft­fahrt werde sich nach Süd-Ameriba begeben, um die notwendigen Verträge zu schließen. Diese Derttäge würden den Bau von Luftschiff­hallen für noch größere Luftschiffe als Graf Zeppelin" vorfehen. Er fei der Meinung, Luftschiffe seien praktischer als Flugzeuge, weil sie größere Sicherheit böten. Er glaube, daß ein besserer Wetternachrichtenidienst nötig sei, um mit Erfolg Flüge zu unternehmen. Wenn der Kommandant desGraf Zeppelin" Kenntnis von dem Sturm auf seiner Route gehabt hätte, so hätte die vorgekonnnene Beschädigung des Stabilisators vermieden werden können.

Andenken sammeln.

Lakehurft, 17. Oft. (WTD.) Die Reparatur der Stabilisierungsflosse, die sofort in Angriff genommen wurde, dürfte in etwa 4 Tagen beendet fein. Die Besucher, die gestern zu vielen Tausenden zur B e s i ch t i g u n g des Luft­schiffes eingettoffen sind, sahen in den Ab­fällen des von der Stabilisierungsflosse abge- nommenen beschädigten lleberzugs willkom­mene Erinnerungsstücke, deren sie sich eifrig zu bemächtigen fugten.

Der Reichspräsident an den Offizierersah der Reichswehr. Eine Botschaft Hindenburgs zur Einweihung der Kavallerieschule in Hannover.

Hannover, 17. Oft. (WD.) Die heute mittag in Anwesenheit des Reichswehrministers Grve- ner, des Chefs der Heeresleittnig, Generals Heye, zahlreicher höherer Offiziere, des Ober- präsidenten R o s k e und von Vertretern der Bürgerschaft erfolgte feierliche Einweihung des Erweiterungsbaues der Kavallerieschule begann mit einer kirchlichen Feier in der neuen Turnhalle der Kavallerieschule mit den An­sprachen des Feldpropstes der Armee, Dr. S ch l e- g e l (Berlin), und des katholischen Wehickrers- pfarrers Albert. Rach einer Führung durch die neuen Räume begaben sich dann die Gäste auf den Hof der Kavallerieschule, wo die Offiziere, Fähn­riche und die Lehrtruppe der Kavalleriefcknrle Aufstellung genommen hatteir. Reichswehr­mini st er Groener schritt in Begleitung von General Heye die Front ab, verlas dann die folgenden Worte des Reichspräsiden­ten:

Am eigenen kommen verhindert, lasse ich Rachslehendes bekannlgeben. um zu zeigen, welchen hohen wert ich der Erziehung des Offizierersahes beimesse. Die Ka­vallerie ist in unserem kleinen Heere verhältnis­mäßig zahlreich vertreten, und ihre Aufgaben haben sich gegen früher wesentlich ver­ändert und erweitert. Um so größer sind die Anforderungen geworden, die an die Offiziere dieser Waffe gestellt werden müs­sen. In ihren Leistungen zu Pferde sollen sie ihren Untergebenen ein Vorbild sein. Das ge­nügt aber nicht. Sie müssen auch deren sichere, zielbewuhte Führer vor dem Feinde werden. Schulen Sie daher nicht nur Ihren Körper, sondern auch Ihren Geist und festigen Sie Ihren Charakter. Denn bloh derartig durchgebildete Offiziere können ihre Unter­gebenen z u der Höch st en Leistung, dem Einsatz des Lebens, mit sich fort­reihen und zum Siege führen, wer in solch hohem watze befehlen will, der muß aber vorher selbst gehorchen gelernt und sich körperlich, geistig und charakterlich auf seinen hohen Beruf vorbereitet haben. Erblicken Sie in Ihren Mannschaften ein Ihnen an­vertrautes ko st bares Gut des Va­terlandes. Machen Sie aus ihnen brave, pflichttreue Männer, zeigen Sie bei aller mi­litärischen Strenge ein Herz für Ihre Leute, werden Sie ifjr Berater. Dann erwecken Sie in ihnen vertrauen und Dienstfreudigkeit. Gute Leistungen werden Sie dafür belohnen. Machen Sie sich im Verkehr mit Ihresgleichen den Begriff der Kameradschaft recht klar. Sie ist mehr als eine alltägliche Freundschaft; denn sie soll sich vielleicht in schweren Stunden bewähren. Frohsinn und Oberflächlichkeit sind dabei Begriffe, die auseinandergehalten werden müssen. Seien Sie stolz aus Ihren Be­rn s, aber überheben Sie sich nicht anderen Ständen gegenüber. Wahre Ritterlichkeit bedarf dessen nicht, vor allem

aber halten Sie den Schild Ihrer Ehre rein. Deren innerster Kern sei die Liebe und Treue zu unserem schwergeprüften Vaterland. Das ist kurz das, was ich Ihnen als Offizier der alten Armee, deren ruhmreiche Tradition Sie fort­sehen sollen, und als Ihr jetziger Oberbefehls­haber und ältester Kamerad in dieser Stunde mit auf den Weg geben will. Ich lasse die neue Kavallerieschule in der festen Erwartung er­öffnen, daß sie die Pflanzstätte aller militärischen Tugenden sein und in ihr der Geist eines Seydlih und Ziethen, eines Blücher und Schliessen walten wird. Dann werden Männer aus ihr hervorgehen, deren Arbeit dem Vaterlande zum Segen gereicht."

Der Chef der Heeresleitung knüpfte an die Ver­lesung der Botschaft des Reichspräsidenten etwa fol­gende Worte:Kameraden! Die Nachricht, daß unser Reichspräsident und Feldmarschall nicht kommen wird, hat bei uns allen ein Gefühl tiefer Trauer ausgelöst. Nehmt die' - Worte mit in euer Leben a l s Richtschnur dis an euer Lebensende. Unser Feldmarschall war nicht nur der Sieger in den Schlachten, er ist auch für das schwergeprüfte Vater­land der,getreue Eckehard geworden. Denkte immer an den Namen des Feldmarschalls a l s Sinnbild der Treue und Ritterlichkeit eines alten Offiziers." Zur Bekräftigung dieser Worte brachten sämtliche Anwesenden ein dreimaliges Hurra auf den Reichspräsidenten aus.

Die internationale Vettretnng der deutschen Studentenorganisationen.

Bon unserer Berliner Redaktton.

Berlin, 18. Oft. Auf der diesjährigen Ta­gung der Confederation inter­nationale des Etudiens in Paris hat bekanntlich die deuffche Frage eine nicht uner­hebliche Rolle gespielt, bei der sich die beiden deutschen Studer tttwrgani'a'ionen, die D e u t s ch e Studentenschaft und der Deutsche Studentenverband, gegenüberstanden und die Tagung zum Austrag von Meinungsver­schiedenheiten benutzten, die als solche nicht vor das Forum der internationalen Studentenorganisation gehörten. Ur­sache dieser Auseinandersetzungen war die Tat­sache, daß der Deutsche Studentenverband von der Deuffchen Studentenschaft nicht als recht­mäßige Vertretung der Gesamtheit der deutschen Studenten angesehen wird, sie ihm sogar das Recht aberkennen will, die 3nteressen des deutschen Studententums im Rahmen der inter­nationalen Vereinigung zu vertreten. Der in ter- naticnale Studentenverband hat daher beiden Organisationen aufgegeben, sich bis zum 24. Fe­bruar 1929 in den strittigen Fragen zu einigen, und falls dies nicht geschieht, in Aussicht ge­stellt, den Deut^-Hen Studentenverband a l s gleichberechtigtes Mitglied neben der Deutschen Studentenschaft aufzunehmen.

Dieser Tage hat nun zwischen beiden Organi­sationen eine Besprechung stattgefunden, in der

auf beiden Seiten der Wunsch bestand, die Vor­aussetzungen für ein einheitliches Auf­treten der beiden deutschen Organisationen ge­genüber dem Ausland zu schaffen. Trotz des guten Willens auf beiden Seiten hat man sich aber über die Kardinalfragen nicht einigen können und so steht zu erwarten, daß nach Ablauf der festgefehten Frist der Deutsche Studentenverband in die internationale Vereinigung als gleichberech­tigtes Mitglied neben der Deutschen Studenten­schaft eingereiht wird. Bei der kürzlichen Aus­sprache drehte es sich hauptsächlich um die Rege­lung der Sprachenfrage auf dem internatto­nalen Kongreß, der Deutsch, Französisch, Eng­lisch und eine slawische Sprache als gleichberech­tigt anerkennen will, ein Vorschlag, dem die 3nternationale Vereinigung und der Deuffche Studentenverband zustimmen, den aber die Deuffche Studentenschafi aufs enffchiedenste ab« lehnt.

Oer Reichstag tritt am 13. November zusammen.

Eine außenpolitische Debatte.

Berlin, 18. Oft. (DDZ.) Die Annahme, daß der Reichstag etwa um den 12. November wieder zusammentreten wird, bestätigt sich, wenn auch die endgülttge Entscheidung über den Ein­berufungstermin noch Vorbehalten ist. Da der 12. Rvvember ein Montag ist, der als Eröff­nungstermin nicht beliebt ist, nimmt Präsident Löbe an daß der Dienstag, 13. Novem­ber, als Eröffnungstermin bestimmt werden wird. Als Deratungsstoff ist zunächst an eine außenpolitische Debatte über die Genfer Verhandlungen gedacht. Daran könnte sich die Aussprache über den schon vorliegenden kom­munistischen Antrag sowie den noch zu erwarten­den Antrag der Sozialdeinofraten gegen die Fortführung des Panzerkreuzer­baues anschliehen. Neben belanglosen Bera­tungsgegenständen wird den Reichstag die e r st e Beratung des Etats für 1 92 9 beschäf­tigen. Der Etat dürste etwa gegen Ende Novem­ber dem Reichstag zugehen. Außerdem soll vor der Weihnachtspause noch das Gesetz über d i e Erweiterung der Unfallversiche­rung auf Krankenhäuser, Feuer­wehren usw. erledigt werden.

SieErhaltung desWelsenschaheS

Neue Verhandlungen mit Preußen.

Berlin, 18. Oft. (DDZ.) Zu den Nachrichten, die über den eventuellen Verkauf des Wel- fenschatzes an das Ausland in der Oef- fentlichkeit verbreitet worden sind, haben die hannoverschen Abgeordneten der Deutschen Volks­partei im Preußischen ßanbtag eine Kleine An­frage eingebracht, worin sie das Staatsministerium fragen, was es tun wolle, um den Verkauf des geschichtlich und kulturell bedeutsamen Schatzes an das Ausland zu verhindern. Das preu­ßische Staatsministerium wird nochmals über den Welfenschah und seine eventuelle Erhaltung für Deutschland beraten, Bisher sollen die Derhand- liungen an den übertriebenen Forde­rungen des braunschweigischen Herzogshauses geschectert sein, denn der preußische Staat habe sich nicht entschließen können, in den jetzigen Zeiten großer Wirtschaftsnot, in denen ihm für wichttge soziale und andere Zwecke Geldmittel fehlen, zehnMillionen für drn Ankauf des Wllfen- schahes auszugeben. Die Verhandlungen werden jedoch weitergeführt, und man hofft, auf einer anderen Basis zu einer Vereinbarung zu kommen.

Oer Kampf um Wien.

Die österreichischen Sozialdemokraten fühlen ihre Wohnungspolitik bedroht.

Wien, 17. Oft. (Privatmeldung.) Der Fi­nanzausschuß des Rattonalrates hat heute nach mehrtägiger Generaldebatte die Novelle zum Finanzausgleich zwischen dem Bund und den Ländern einem Unterausschuß zu- gewiefen. Diese f»genannte Abgabeteilungsnovelle stößt auf den heftigen Widerstand der Sozialdemokraten, welche sie als einen Raubzug gegen die Stadt Wien be­zeichnen, weil die Anteile Wiens aus gewissen Steuern gekürzt werden sollen, um anderen Ländern finanzielle Hilfe zu gewähren. Die so- zialdemokrattschen A^eordneten Dr. Bauer und Bürgermeister Seitz werfen dem Minister vor, daß er durch Entziehung von Geldmitteln d i e Stadt Wien zur Aufgabe ihrer Woh­nungspolitik zwingen und dadurch den Mieterschutz erschüttern wolle. An eine Aufhebung der Wohnungsbaupolitik Wiens sei im 3ntevesse der Devöllerurrg nicht zu denken, und es müßten daher Steuererhöhun­gen in Wien durchgeführt werden. Es kam zwi­schen Bürgermeister Seih und Finanzminister Kienbök zu einer scharfen Konttoverse, da die So­zialdemokraten der Regierung Verfaffungsbrnnh