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Kunst und Wissenschaft.
Kleiber dirigiert die „Meistersinger" i« Aranksurt.
3um erstenmal batte auch Frankfurt Gelegenheit, den bereits zur internationalen Bedeutung gelangten ErichK l e i b e r als Dirigenten kennenzuiernen: es ist also ein weiter Weg von Darmstadt nach oranNurt gewesen, er führte über Berlin und an- dere Weltstädte, — nicht zum erstenmal, daß Frankfurt das wahre gormat eines Mannes, der in feinem schaffen wenig beachtet worden war erst aus einer größeren Perspekttoe schätzen lernte. Nun zeichnete Kleiber die Meistersingerpartitur m der von Clemens Krauß und Lothar Wallen- st e i n oorgeschaffenen Frankfurter Wiedergabe nach, vor allem die großen Linien herausarbeitend und sie zur eindringlichsten Wirkung steigernd. Die zum Teil ohne Taktstock dirigierenden Hande modellier ten die Töne wie die Hand des formenden Kunst, fers, und dieses wahrhaft deutsche Werk entstand unter ihnen mit seiner ganzen garten Weichheit und hämmernden Kraft in überzeugender Plastik Zur besonderen Vollendung gestalteten sich die in große Masse hineinwachsenden Szenen wie Dalchers mißlungene Bewerbung um die Aufnahme in die Meistersingerschaft, die Prügelszenen und die Festwiese. Unter der überlegenen Stabführung gab eine gluck- siche Besetzung, in der Otto Fänger als Walther, Robert vom Scheid als Hans Sachs, Benno Ziegler als Beckmesier, Hermann Schramm als David und Elisabeth Kandt als Eva die Hauptrollen auf ein überaus hohes Niveau hoben, das Letzte an Können her, ausmündend in die gran- diose Apothese deutscher Kunst. Den nicht enden- wollenden Beifall nahm Kleiber erst am Schluß unter Hinweis auf da? an der vortrefflichen Dieder- gäbe des Werkes beteiligte Orchester entgegen.
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fcmrr begrüßte D5erfefcetär Glbe. der l. Vorsitzende des Laubacher 3 B> e t g t> er e t n ». mit warmen Worten die erschienenen V. H E- Schwestem und -Brüb:r. indem er audrüprte. daß biete Tagung keine geschäftlichen Ärk^rten bringe, tot.? die Hauptversammlung und das HErods- kopffest, sondern nur die Ausübung der Wander- tätigtet imb der Geselligkeit bezwecke, und intern er wünschte, daß diese Ftter zur allgemeinen Be- friebigun'' ausfalle. Sodann fang Frl. Liefel Dohm Laubach) unter großem Beifall ermge Lchubertfch: Wanderlieder. Tiefen Liedern folgten einige ebenfalls beifällig aufgenommene Dortrage tev neugegründeten Doppelquartetts des Lau- bacher Zweigvereins unter Leitung des Reallehrers Haas. Hieran schloß sich die Ausführung des humorvollen Einakters: .Der sechste Sinn', der von Oberfckretär Elbe eingeübt worden war und flott und verständnisvoll gespielt wurde. Hierauf trug der Tialettdichter P. Fuchs (Offenbach). ein geborener Vogelsberger, einige seiner Dichtungen vor, woraus Pros. Ro eschen einige geschichtliche humoristische Anekdoten älterer Zeit erzählte, die sich in Laubach ereignet hatten. Dann folgte flotter Tanz, woran sich jung und alt beteiligte. Am Sonntag sand weiterer Empfang der auswärtigen Gäste statt, die teilweise sehr beachtliche Marschleistungen aufzuweifen hatten. Dertreten waren die Zweig vereine Mücke, Groh- Felda, lllrichstei/n, Schotten, Lauterbach, Grünberg, Aidda Hungen, Gießen. Gambach. Darmstadt. Offenbach, insgesamt mit über 300 Mft- glieOTTn. Um 1 älhr fand im .Solmser Hof" gemeinschaftliches Mtttagsessen statt, woran sich 180 Mitglieder beteiligten; Küche und Keller deS „Solmser Hofes" boten vorzügliche Leistungen. Hier begrüßte Dr. Druchhäuser (Lllrichstein), der 1. Vorsitzende des Gesamt-D. H. E., die Versammlung und dankte dem Laubacher Zweigverein für die treffliche Anordnung der Feier. Hierauf trug der Dialektdichter Georg Heß (Leih- a e st e r n) in alter Metterauer Dauerntracht einige feiner trefflichen Poesien vor. Hm 3 Uhr gab Prof. Voesch en, Ehrenmitglied deS Laubacher Zweigvcrcins, einen ^leberblick über die Geschichte Laubachs und führte sodatm die Versammlung durch die Hauptstraßen des Städtchens, auf dessen Sehenswürdigkeiten er mit erläuternden Bemerkungen aufmerksam machte. Dann besichtigte man den prächtigen Schloßgarten und erstieg den anziehenden Aamsberg, der eme wundervolle Aussicht bot. Mit dem 5-Hhr-Zug verließen die meisten Zwcigvereine das gastliche Städtchen, jedoch blieben noch einige bis zum 8-äIhr-Zug, wie
ö.BrfiihmWfWX) Kaatbaustelle ber Hess. Tandwlttschastskammer Betr Konkurs über das Vermögen der „Hansa", chemisch - metallurgische Gesellschaft m. b. h. In Gießen.
Beschluß.
Wuf Antrag des Konkursverwalters wird Termin zu einer Gläubigeroersammlung anberaumt auf:
Mlllwoa), den 3. Oktober 1928 vormittags 9% Uhr Zimmer 106
Es soll Beschluß gefaßt werden über die Wahl eines Gläubigcrausschusses und die Verpachtung der Fabrik in Garbenteich. Ferner wird der Konkursverwalter Bericht erstatten.
Gießen, den 13. September 1928. Hessisches Amtsgericht.
Büß- unö ölkNWiz oerftelgerniisiwrsioöteirtfli vorn 27. August 1928.
Die obengenannte Sfcrftfigtruna wurde genehmigt. Die Ldfuhrscheine sind bi, spätestens 25.d.M. in Empfang zu nehmen.
Gießen, den 18. September 1928 (82MB Der Oberbürgermeister
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Oberheffen.
ArciS Friedberg
Friedberg, 17. Seot. Zn der Zeit vom 1. bis 3. Oktober veranstaltet der Evangelische Wohlfahrts- und Zugenddienst für den streis Friedberg dahier einen Soziallehrgang. Die Tagung sicht für jeden Vormittag und Nach- mittag ein größeres Referat vor und anschließend eine zweistsmdige Aussprache. Cs werden sprechen Prof. D. Dr. Frick (Gießen) über „Welcher bc- sondere soziale Dienst ist von der hessischen Landeskirche und ihren Gemeinden zu erroarten?*: Reg - Rat Grein (Friedberg) über „Die Ausgaben der öffentlichen Fürsorge und ihre praktische Durchfüh- runq": Pfarrer Weber (Kaichen) über „Der Eo. Wohlfahrts- und Zugenddienst für den Kreis Friedbergs Pros. Keller (Friedberg) über „Warum hat die evangelische Kirche so fpät mit ihrer Arbeit btqnnnen9", Direktor Röhricht (Darmstadt) über „Die Ausgaben der eoang. freien Liebestättakeit und ihre praktische Durchsühruna". Eine Besichtigung des Elisabcthhauses in Bad-Nauheim beschließt den Lehrgang.
WSA. Vilbel. 17. Sept. DaS von den hiesigen Gewerlfchasten und Angehörigen des Ar- beiterstandeS in 1''..jähriger Bauzeit errichtete VolkShaus mitten im Ort auf der Markt- Wiese wurde gestern bei außerordentlich starker Beteiligung au* Vifbel und den benachbarten Städten, vor allem Frankfurts, eingeweiht. Am Samstag abend hatte eine akademische Feier str.ttgefunden. bei der neben den OrtSvereinen auch das Frankfurter Kulturkartell mitwirkte. Die eigentliche Weiheteer wurde am Sonntag durch einen Festzug eingeleitet, der am Dolks- baufe schloß Ein Volksfest auf den Marktwiesen beschloß die Feier.
JUrcid Schotten.
j Lauboch. 17. Sept. Vorgestern und gestern fand, begünstigt vom schönsten Wetter, der große Herb st au sf lug des ® cf amt* VogelSdergerHöhenclubs nach urrserem Städtchen statt. Bereits Samstag mit dem 3-Uhr- Zug trafen Mitglieder des Zweigvereins Gießen ein, denen um 6 und 8 11 ßr noch zahl* rc iche andere Zwcigvereine folgten. Um 8,30 Uhr fand tin großen Saale des ,Solmser Hofes" ('S. Böhm) der Begrühungsabend statt. Diese Vorfeier wurde eingeseilet durch einen flotten Vlarsch der gutgeschultcn 18 Mann starken Zügen dkapellc des Offenbacher Zweigvereins. So-
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auch verschiedene Getreue biS zu später Stunde aushielten imb mit Autos den Heimweg anrraten. Zum Schluffe dankte Prof. A o e s ch«n dem Vorfitzsrden Elbe noch für die umkichttge, mühevolle Anordnung und Leitung der Feier.
)—( Ruppertsburg. 17. Sept. Die außerordentlich niedrigen Preise der landwirtschaftlichen Produkte, rnsbesondere des Getreides, zeitigen hier ihre bedauerlichen Folgen. Bei einer Güterversteigerung wurden für drei Morgen meist gutes Ackerland insgesamt 703 Mari gelost. Ein Stück Grabland. 480 Quadratmeter groß, kostete 70 Mark. Manche Pächter tragen sich mit dem Gedanken, ihr gepachtetes Geläiche den Eigentümern zurückzugeben.
Kreis Büdingen.
V Merkenfritz, 17. Sept. Auf noch nicht geklärte Weise brach am Samstag nachmittag gegen 5 4lhr in der Hofreite des Wagnermeisters Henkel dahier Feuer aus. 'Die Stallungen, eine gefüllte Scheune und ein Holzschuppen fielen den Flammen zum Opfer. Das Wohnhaus konnte g.nettet werden. Aeben der OrtSfeuerwehr beteiligte sich die Freiwillige Feuerwehr Hirzenhain an der Dekärnp- fung des Feuers. Der Umstand, daß daS Gehöft außerhalb des Ortes liegt, erschwerte die Lösch* arbeiten.
Kreis Alsfeld.
r. Aus dem Ohmtal. 17. Sept. 3m oberen Oh.ntal begmu jetzt allenthalben die Kartoffelernte. Wenn vorher die Desürchtm g bestmrd. daß diese Ernte schlecht aussallen würde, so sieht man jetzt, daß die Erträge eine knappe Mittelernte liefern. — Das Sammeln des Meerrettichs durch Frauen der ärmeren DevöllerungSschichten nahm jetzt fernen Anfang. Die Ernteergebnisse liegen etwas über dem Durchschnitt. DaS wildwachsende Gemüse findet raschen Absatz. An den hier reichlich anzuttesfenden Hecken sind Hagebutten und Schlehen in diesem Jahre be.onders gut geraten. Da die Hagebutten einen vorzüglichem Wein und die Schlehen in gedörrtem Zustande einen hervorregmden Tee gegen Erkältungskrankheiten liefern, sind beide Früchte sehr begehrt.
r. Ober-Ohmen, 17. Sept. Die vom Ge- meinderat vor einiger Zeit beschlossene 3 n - standsehung unseres Rathauses ist gegenwärtig im Gange. Man kann jetzt schon sehen, daß der Rathausplatz in der Mitte unseres Ortes durch diese Renovierung Zarbeiten sehr ge-
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