Nr. 220 Zweites Blaff
Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhesjen)
viensfag, 18. September (928
Herbstübungen der Flotte.
Don ÄOFDeftentdpifdn Cfroefcler fLinienschift Reffen").
II. 3n der DB fee.
Dor Skage' macht prachtvolle^ Welter den Sonntag zu einem wir« ich en Ruhe- und 8r» holungstage für d e Besatzungen Dach an« strengender Woche, di« er ft 'pät am Samstagabend nach mühlelger Kohlen übernähme ihr <3nbe gefunden Hot. g bt lold) ein Tag. in dem Bewußtsein treu er-üllter Pflicht, rechte Muhe, der mit ©tagen verwobenen S^tibcnfaten zur See -u gedenken. Ln Freitag abend ist das Skagerrak-Schlachtfeld durchfahren worden. Aus dem Friedhvle von Stagen ruhen einige Zeugen dieser deutschen Großtat neben chren ebenfalls un Dienste des Bater'antes mü dem Torpedoboot „S 41" 'm Zähre 1595 in der Iammerbucht untergegangenen Kameraden Sine Abordnung vcn allen Schissen und Fahrzeugen legt am Dormittage nach längerer Ansprache des Flöt ten - chess Krönte an den wohlgepflegten Gräbern nieder. Solange in der neuen Reich-marine der Slagerrak-Geift geehrt wird so lange wird der Friedhof der fchmucfen. kleinen Stadt am nördlichsten Qtnte des norddeutscheii Flachlandes stets ein gern besuchter Wallfahrtsort für die deutschen Schiffe bleiben.
Dachmittags ist Stagen und seine Umgebung von den Marineangehörigen überrlutet. Gin unaufhörlicher Strom ergießt sich nach der Dünen- spitze des Kap SlagenS Horn, des „Kirchhofes der Schi f?‘. Westlich brandet die Dordfce, rechter Hand weift das 5tdt legal t nach der Ostsee. Und dorthin werden sich die Hebungen der nächsten Woche ziehen.
Montag früh regnet es in Strömen, als die Flotte Anter auigefjt: es ist düster unb nebelig. Heber der Läsö-Rinne lichtet sich der Dunstschleier und Heller Sonnenschein bricht allmählich wieder durch, je mehr es gen Süden geht.
Während sich die Dordseeschi fe dem Sainsö- und Großen Delt zuwenden, steuern die Ostfeefchiffe den Kleinen Dell an. Auf der Juli-Relle wurde umgekehrt marschiert. Beide Delle bilden eine gute navgatorifche Schulung. Da st diesmal gerade der landschaftlich schöne Kleine Dell bei Dacht durchfahren werden must, wird auf den Ostseeschisfen sehr bedauert.
Gegen Mitlernacht geht es an dem Lichtermeer von Fredericia vorbei durch die engste und schönste Stelle des hier nur 600 Meter breiten Kleinen Beltes
B i Hellem Frühmorgen ist der Südausgang d. ' B lies er re cht Das W eterzusam>ne.k?mmen mu h'it Dordfeeschiifen wird zu eu er kurzen Gefechtsübung ausgenuyt, nach deren Beendigung das Flottenflagglchiff nach Kiel einläuft. Ss soll bei dem zur Brennstosfergänzung den Kieler ^alr-. airlantenden spanischen Kreuzer „Principe Alien'.o". der den König von Spanien nach Stockholm bringt, mit dem Flottenchef zugegen sein. Die Führung des HebungsverbandeS übernimmt der B. S. D.
Der Dachmittag ist ausgefülll mit kleineren Einzelübungen, bei denen wieder Torpedvboots- durchbruche und Angrisfe ein schnell wech'elnteS, letendiges Bild hervorzaubern In der Buntheit der Flaggensignale, in dem weihen Gischt am Bug der mit hoher Fahrt durchs Walser schneidenden Krei z?r und Torpedoboote und in den schwarzen, schwer über der aufgewühlten See lastenden Rauch- und Qualmwollen ersteht das Gemälde einer See'chlacht. Die schönen Formen der „Ernten", eines seltenen Gastes bei den Flottenreisen, ziehen immer wieder die bewundernden Augen aller auf sich. Die neuen modernen Zerstörer, von denen jeder eine durch seinen Damen am Bug gekennzeichnete Sigenart, ein wertvolles Einzelstück der kleinen deutschen DachkriegSflotte darstellt, lassen die allen Torpedoboote, als übriggebliebene „Dummern" der
Oie Jagd auf das Motiv.
Don Gustav W. (Lbtrlein, Rom.
Die Kamera schustbereit in der Hand, die Taschen voll Filmpatronen, mit Tatend.ang und rmerschrockenem Forschermut ausgerüstet. so pirschte ich durch die Oase. Hidschi Haies Omar, der sich mir an die Fersen heften wollte und mich zuerst bei Muhammed, bann bei Allah beschwor, doch nicht wllein auszuziehen und damit ins sichere Verderben zu rennen, hatte ich energisch zurückgewiesen, Ich muhte allein sein mit meinem brennenden Wunsch, ja. der stürmischen Gew .l h;i t. endlich, endlich Sahna zu finden. Eingeborene formten mir dabei nur im Wege sein.
Man ist so märchenhungrig, wenn man in den Orient fommt
3n der Kasbah von Algier schwinden ach. wie bald. Schönheit und Gestalt, es ist ein behagliches Gefühl, einen guten Browning in der Tasche zu wissen, wenn cs dunkelt, im schmutzigsten der schmutzigen Winkel begegnet man sicher Scheherazade S weder aza te. zerlumpt und lasterhaft. bettelt. Sie hat dem Anstand Europas nicht standhalten können. C'est la dvihsation. . .
3n Libyen aber, wie erstaunte ich, ist man noch weit zurück. 3n den Eingeborenenvierteln Tri- pvlitaniens gib; es noch so etwas wie arabische Kultur. Der Hafenschlamm hat d.e maurischen Höfe noch nicht erreicht. Hm die blütenweißen Moscheen stinlt es mcht. 3m halbdunllen. bogen- kühlen Bazar sitzen die Tuchbändler noch geruhsam da wie Buddhastatuen. Man kann den Silterschmicten, den Teppichwebern, den Sattlern bei ihrem Gewerbe zu'chauen, ohne bah sie sich in Politur setzen Hno wenn es Dacht wird, fühlt man mit süßer Beklommenheit, daß es eine von den tausendundeinen fein könnte. —
Ha. wie sollte da nicht der brennende Wunsch (s. o.) erwachen! Unb da ich Harun al Daschid nicht sein kann, so wacht knabenselig der Sidi in mir auf. Er hat immer sein Ziel erreicht, warum sollte also nicht auch ich — ?
Zumal, dies ist das Wesentliche, der Schleier gefallen ist? Gott, zugebundene Araberinnen kann man haben, so viel man will, am besten, man kaust sie gleich fix und fertig auf Post- karten, sehen ja doch alle gleich au». Langweilig &a<. Dun aber — I 3n Konstantinopel soll es freilich nur eine mänig: Freude gewesen sein, als plötzlich auf Geheiß des Diktators die forgfam eingekellerte Schönheit entkorkt wurde, allein, ün Grunde hatten wir uns ja nie viel von den
ernst so zahlreichen Dorkriegs- unb Kriegsflottillen. nur als Bereranen neben sich erscheinen. Hnb dabei ist es eine Freude, zu sehen, wie 'ich Linienscki'se. Kreuzer und die übrigen Teile bei Hebungsverbandes, ob sie schon 25 3ahre und mehr all find, oder ob sie erst seit wenigen Monaten Dienst unter der Flagge tun. immer wieder lückenlos zufammenjügen zu einheitlichen Defechtsb.idern und Hebungen jeglicher Art in dem ehrlichen Bestreben jede» Beteiligten, praktische Wiederausbauarbei; für die Flotte und die Deich-marine zu leisten.
Das unfreundliche Gesicht, das die Ostsee, ün Gegensatz zu den Sonnentagen der Dordsee zeigt, ist man in diesem Sommer schon genugsam gewohnt. um sich davon irgendwie in der Erledigung der Hebungen berühren zu lassen. Trotzend allen unfruchtbaren Anstrengungen des Wrndes, die geringe Wasseroberfläche der Mecklenburger Ducht au'zuwühlen, holen sich die Torpedoboote bie für fie bereitgcbaltencn Kohlen von den Linienschiffen Das Aus- unb Diedertanzen der längsse.tS liegenden Doste kostet dem groben Druber ein bißchen Farbe. Da- ist aber lange nrcht so unangenehm, wie ber Kohlenstaub, dec durch alle Decks, m jeden Daum geschleppt wird und sich erst nach tagelangem, schlecht in die Flottenübungen emzufügendem Reinschiff beseitigen läßt.
Die Dachtübung mit ihren üblichen Torpebo- bsstsangrissen ist diesmal schon kurz nach Witter - nacht beendet. Die Ostsee um Fehmarn unb Gjedser, in ber Mecklenburger ober Pommerschen Bucht bietet nicht so weiten Seeraum, wie die Qlorbfcc; bie Gegner, besonders bie schnellen Torpedoboote haben sich bald gefunden: Mit Befriedigung erkennt die um 12 Hhr zur Mittelwache aufziehende Wache am Leuchten der Scheinwerfer. dem Donner der Manöverlartufchen und dem nächtlichen Feuerwerk der Signalsterne, die Torpedvfchüsse matlicren, daß der nächtliche Kampf im Dange ist, und daß dämit die Hängematten wieder m greifbare Dähe gerückt sind.
Am 12. September ist das Wetter besonders schlecht: die armen kleinen Tender torkeln in den kurzen Seen umher, alS wenn sie umfallen wollen. Sogar die dicken Linienschiffe nehmen unangenehme Bewegungen auf und setzen schleunigst ihre Schottendichtungen in bei, Kasematten an, um nicht Wasser hmeinzubelommen. Sa Trübungen nn Rahmen taktischer Aufgaben sieht das Programm deS Dormittags vor.
DachmittagS wird in der Trompec Wik geankert, im Schutz der nahen Küste. Auf Sfaggen- fignal werden sämliche Ruderboote ausgeletzt und rudern um den Derband. Dach den fleißigen Hebungen für daS Wettrudern der Marine- meisterschaften gewährt diese Hebung ein seemännisch und sportlich flute* Bild. 3n nut geringen Zettabständen hintereinander sind sämtliche Boote der Ltnienschiife und Kreuzer wieder bei ihren Schiffen und worden eingesetzt. Darnach werden bie Anker wieder flelichtet zur Einnahme der Anfangsstellungen für bie Hebung des nächsten Tages
Die letzte, große Hebung deS zweiten Abschnittes beginnt bei gutem Wetter in Höhe der 3n|d Moen, am Morgen des 13. September. AuS Hellem Sonnenschein heraus leuchtet an Backbord schneeweiß der 142 Meter hohe, mit der Stubbenkammer an erhabener Schönheit wetteifernde Kreidefelsen Woensllint, den man bei guter,, klarer Lust von der etwa 27 Seemeilen entfernten 3nfel Rügen sehen kann.
. Unb der 13. September zeichnet sich durch eine Fernsicht aus, wie sie selten wohrzunehmen ist. Haarscharf sind an der Haren Kimm die Mast- spitzen jedes Fahrzeuges auszumachen. Den Parteien können deshalb die Bewegungen des ®cg-
Türkinnen vorgrstellb Kam dagegen die Rede aus die stolzen Dornaten, die Töchter bet Wüste, so konnte man stets dazwischen ein verhaltenes Zungenschnalzen vernehmen, neben der fast von selbst üx gebenben Film kurbel. DieS übrigens ein Hauptgrund, weshalb ich Hadschi Hal«? Omar nicht dabei brauchen konnte.
Also, um es gleich zu verraten, drei Tage habe ich auf das Motiv 3ag> gemacht. Drei Tage eS gefunden, dreimal au|4 Korn genommen unb öS schließlich auch — aber ich will ja nicht die Strecke schildern, sondern die 3agb. Es war eine aufregende Sache.
Sie müssen sich so eine Araberstadt in Libyen nicht als einen Pudding von Kuppeln, Würfeln unb Minaretts vvrstellen, überhaupt nicht .malerisch" m der Gesamtwirkung sondern als ein Gäßchen, daS besteht aus zwei gleichhoben, gleichweißen Kalkwänden, die man bei auSge- ftredten Armen gleichzeitig berühren kann. Verbunden. oder vielmeh. gestützt werden sie durch einen brüdenförmigen kalkweißen Mauerbogen, unter dem ein Kamel durHgehen kann, wenn es den Kops einzieht. Als Zutat nimmt man ein paar Mauerfchliye. welche als Fenster oder Türen dienen Sv. unb dieses Gäßchen multiplizieren Sie nun noch Belieben, bitte. Ober Sie nehmen zwei ober drei unb potenzieren bis eine Zahl heraus kommt, bie von den Mathematikern schlauerweise X genannt wird. So groß ist die Stadt. Stundenlang, tagelang kann man in ihr berumlaufen, ohne einen Ausweg zu finden es geht immer ttn Kreise herum. Ein Haus sieht aus tote bas andere, ein Kamel tote das andere, em Burnus tote ber anbere, eine Frau wie — nein jetzt kommen totr auf bie Pointe.
Ich schoß nach llnks, ich schoß noch rechts, ich knipste a) ein stehendes, b) ein knieendeS, c) ein gähncndeS Dromedar Ich nahm den Reger- bäder, ber wie der Höllenfürst aus<ah. von vorne, von hinten unb von oben auf (er haust in der Tiefe). .Typisch' fiel das Bild eines anderen Schwarzen aus. der in der prallen Sonne auf der Straße schlief, das Gesicht fingerdick mit Fliegen bedeckt, die sich in den Augenhöhlen, an den Dasenlöchern und über dem Mund zu Klumpen teilten. Sv leben diese Dachlommen der freig: taffen en L.laven. Ich photographierte einen grotesken Kinderhaufen a) unter dem Stützbogen, b) vor dem Zuckerhändler, c) an ber »afferöffn —
Himmel, da wer es — Fatma! — Scheherazade — — fie — daS Motiv — !
Es. sie lehnte — ach. welch ein plumpes Wort — schwebte an der weißen, der kalkweißen Wand
ners kaum lange verborgen bleiben. Bei den ost. wärt- marschierenden Schißen wild schon halb nad» Beginn der Hebung den ganzen Tag über ein gegnerischer Fühlungshäller beoba<fctu. der Gelchützc mit sichtlichem 3nieteHe allen Bewe- jungen unb Kur'en seiner Beute folgt Er hat fid? eisern fest gebissen unb läßt sich nicht ab- schütteln noch täuschen
Der Tag verläuft ruhig, es geht Bornholm entgegen Am Svätnachmtttage liegt bie lang» gestreckte 3nfd m Hellem Sonnenscheine vor den Schissen, die sich offen'ichttich an ihrer Westküste nordwärts ziehen
Will der Führer Bornholm im Darben oder Süden lassen? Diese Frage hat schon im Weltkriege so manches Schiff, r. ancher Verband auf deutscher unb tSntente-öeJe g<r$;LlL Ihre Beantwortung hängt von der jeweiligen 'Ausgabe unb ben Maßnahmen ab. die vom Gegner erwartet werden. Auch der jetzige Marsch nach Dorten gibt sicherlich noch feine bestimmte Antwort auf bie überall gestellte Frage. ES handelt sich wobl zunächst darum, den treuen Begleiter am Horizont durch Scheinmanöver über die eigentliche Abficht zu täuschen.
Diesem Plan kommen mit der Dämmerung au tretende Str.chnevel zugu.e Abgeb.endet, ohne den ger.ngften Licht'chcm treten die Schilfe als dunlle Schatten aus den Dcbelbänken irreber Urau4 und wenden sich unter den, Schutze dec herc.ngedrochenen Dunkelheit wieder südwärts.
2*1 ’fltufe feind.icher Torpedoboote, die in un- unterdrrchcner Folge anlau‘en und mub<am ab* geuehrt werden, zeigen, daß die Stellung der an der Destfe.te von Domholm stehenden cditife ft® nicht hat verschleiern lallen Es wird daher kurzentschlollen kehrt gemacht und. nachdem auch über die Stellung des GegaerS Dachrichten em» getroffen s.nd, bie 3nkl im 'Korben gerundet.
Kad) Tagesanbruch tre ten beide Parteien östlich Bomholm auseinander Dach beiderseitiger Lösimg ihrer Aufgaben in einem kurzen Gefecht treten alle Sch.'se gemeinsam ben Düirsch nach Swinemunte a.,. um dort Brennstoffe auszu- süllen und über Sonntag neue Kräfte für die Abschlußübung ber Marmeleitung zu lamineln.
3n Stotnemünbe beginnt fvwtt nach bein Sin- laufen nachmtttags das Kohlen 3n ber Dacht Dom Sonntag zum Dlontag geht es zur letzten, großen Hebung in See, die m Kiel. Ende der nächsten Woche, ihren Ausklang finden toll.
Turnen, Sport und Spiet.
Leichtathletik der Sp.-Dg. 1900.
VcrcinSmeistcrichaftcn der 2p «Vss 1900.
o. Die am Sonntag stattgehabten Dereinsmeister. schäften brachten guten eport und spannende .stampfe. Die Leistungen hätten noch auf höherem Niveau gestanden, wenn die Abwicklung der Wettbewerbe nicht durch die vorhergehenden und nach- solgenden Fußballspiele hätte beschleunigt werden müssen, und wenn bestere Bahn- und Windoerhait- Nisse (Qcgenromb über 100 und 200 Meter) geherrscht hatten. Die relativ besten Leistungen gab es in der 8-Iugend (Jahrgang 12,13).
Die Ergebnisse:
Aktive:
100-Meter, SU. A: 1. Seifert 11,7 Sef.; 2. Seipp 2| Meter zurück: 3. (Belbcrt, weitere lj Meter zurück.
100-Meter, Kl. B: 1. Nichtberg 12,6 Sek: 2 Vir- kenstock. Brustbreit zurück: 3. Bcpperlinq
200-Meter. 1. Seifert 25 Sek.: 2. Gelbett 25,4 Sek.. 3. Schwab.
1500 Meter, Dorgabelaus: 1. Bepperling 4 30,1 Min. (25 Meier Dorgabe): 2. Peters 4:30,5 TI in. vom Mal: 3. Paul (vom Mal)
Hochsorunfl: 1. Osterheld 1,67 Meter: 2. Seipp;
3 Hopfcnmitller.
toeitfprung: 1. Seipp 5,71 Meter; 2. Hopsen- müller: 3. Gelbert.
Kugelstoßen: 1. Seipp 10,36 Meter: 2. Birken- stock 10,34 Meter; 3. OfterbJb.
Diskus: 1. Seipp 32^0 Meter; 2. Osterheld; 3. Seifert
Speer: 1. Seipp 42,55 Meter, 2. Hopfenmüller 41,40 Meter: 3. E. Müller.
Jugend:
Jahrg. 10/11. 100-Meter 1. Dolf; 2. (Blagoro; 3. Sier.
400-Meter: 1. (Blagoro; 2. Noll 3. Peters
Hochsprung: 1. Wolf 1,63 Meter: 2. Noll; 3. Sier.
Kugel: 1. Wolf 12 Meter; 2. Sier; 3 Noll Diskus: 1. Wolf 29,50 Meter, 2. Noll: 3. Sier. Iahrg. 12 13. 100-Meter: 1. Schüz 12,8 Set;
2. Balser; 3. Becker.
200-Meter- 1. Schüz 25,8 Set; 2. Balser 26,2 Sek.; 3. Rohrbach I.
800-Meter: 1. Schüz 2:17,7 Min ): 2. Mootz 2:20,5 Min.: 3. Rohrbach I.
Diskus: 1. Will 28,50 Meter: 2 Schüz 28 Meter; 3. Becker.
3obrg 13 14. 100 Meier: 1. Graf 13.2 Set: 2. Job; 3. Rohrbach II.
Hochsprung. 1. Zoh 1,39 Meier; 2. Gras 1,3-1 Meier: 3. Groß.
Speerwerfen: 1. Gräf 41,60 Meier; 2. Oller; 3. Groß.
3abrg 16 und jung 50-Meier: 1 Rüfser 8 Set.; 2. Schmiß 1 Meier zurück; 3. Bocksiiegtt.
We.isprung aus dem Stand: 1. Ruffer 2,18 Meter; 2. Gerbig 1,80 Meter; 3. Schmitz
Schlagballweitwurf: 1. Russer 37,80 Meter; 2. Bockstiegel 32,60 Meier, 3. ©eitrig.
Spielvereinigung 1900 Gießen.
o. Am Sonntag sand auf dem 1930er Sportplatz daS GefellschastSsp'el der Ligamannschaft gegen B. s. B K urhes sen 05 Dl a r - bürg statt. Tas Spiel wurde un.er ber einwandfreien Leitung des SchirdSttchterZ sehr fair durch- gesührt. Es muß anerkannt teerten, daß die Gäste, der Berrin für Beteegungelpicle Ä ir- bef en 05 QHarburg, das befere Spiel vor uh.ten, wenn auch ihr 3:2-6ieg ein recht glücklicher tear. Die Marburger zeigten die bef ere Technik im Ballstoppen Zuspiel unb Schnelligkeit. Trotzdem ist ihre Spielweise nicht produktiv genug, die Stürmer verfügen über wenig Schustkra t. Der Gießener Mittclläuser zeigte vor dee Puu-e recht schwache Leistungen durch falsches Stel- ttmgssplel. Bereits nach 20 Minuten stand das Tressen 3:0 für Marburg. Die 'Bereinigten wurden nun zusehends bellet und brachten ihrerseits auch daS Marburger 2lor des öfteren in große Gefahr, aber feiner der zahlreichen Schüße sand daS gewünschte Ziel. Dach dem Wech cl kamen die 1900er immer mehr in Front, da die Hintermannschaft sehr an Sicherheit gewann. Gießen hatte die erste Chance in Form eme» zugesprocl e- nen Elfmeters, von Marburg durch Rege verstoß bei Abwehr eine- Eckballes verschuldet. Der Schuß wurde aber zuerst auf den Torrn arm unb dann gegen bie Querlatte flescho'sen. Endlich erfolg e nach schönem Durchspiel der erste ®i?benct Treffer durch ben Halblinken, ber kurz ba-auf einen verhängten Hantelsmeter noch zum zwei <ri Tor für 1903 etnschoß. Den Ausgleich hatte 1.00 zum mindesten verdient.
Für tee verhinderten Steindorser sprang Lollars 1. Mannschaft eän. Die Gäste hatten nur zehn Spieler im Zell) unb waren dadurch rnmerhin etwas benachteiligt, so daß der 3:0- ®eg der Gießener Reserven eigentlich nicht Wunder nimmt
— ich es. sie, bie Kamera war ganz verdattert — Weg.
Einsach weg. Berschte unten Derschluckt. Biel- leicht von dem Höllenfürsten, was weiß ich.
Am nächsten Morgm sollte mein Schiss gehen. Mcg es, waS tümmert mich ein Schiff, ein Schiff ber Wüste, ein blöteS Kamel. Scheherazade, ich hatte Scheherazate g.'sehen, bie Favorrttn deS Kalifen, nicht die von Algier, bie echte! Entschleiert —
Scgm Sie selbst, ob man so etwa» nicht phow- graphieren rnuhl
Ich pirschte wieder, suchte bie Kreuz unb Quer, kein anderes Bill) konnte mich mehr reizen. Unb unvermutet sand ich die Galle wieder, das Haus, sie schwebte wieder an der kalkweißen Wand. Ich muß vor Glück geradezu gotthast gelächelt haben, denn sie lächelte auch. Ich zückte die Kamera, ich knip —
Weg.
Die Kinder lachten, ein Araber grinste. Ein anderer tuschelte mir Unerhörtes in die Ohren. Dann kam ein schmieriges Weib unb sagte. Fatma lalle sich nicht photographieren. Bon niemandem. Sie sei verlobt.
Ich beschloß, auch nicht dumm zu sein, legte mir einen Kriegsplan zurecht. Schlenderte floaten lang in anderen Gallen herum und stand auf einmal mittels einer energischen Schwenkung wie- er vor ihr. Ohne Apparat. Sie war schön, schön wie — ich habe es schon gesagt. Ern seidenes Tuch hatte sie um. daS tear grün wie ein Alpenfee am frühen Morgen. Ihre Augen toaren bie Wüstennacht. Sv einen Mund Hit kein persischer Dichter besungen. Warum ich bte duftende Morgenröte aller Gärten von Schiras nicht in diesem Kästchen mitnchrncn dürfe, warum die Blüte der libyschen Bluten nicht wenigstens auf einem Bildchen, einem ganz kleinen Bildchen, 4,5x6?
Die Morgenröte tourte rosenrot. Ihr Wann wolle das nicht. Er fei schrecklich eifersüchtig. Er dürfe mich gar nicht erblicken.
Weg. Weiter, tee nicht verstehen konnten, daß ich d a s Motiv gefunden hatte, den 3ntegri<f tes Orients, die Erfüllung meiner Survpäer- träume. das nie da gewesene Umschlagsbild für die mondänste ter mondänsten Zeitschriften, den Star ter Stars ter Ufa, g.-g-rwoltgc Weiter drängten heran und erboten sich, den Fremdling in die Frauengaffen zu führen, ber tuschelnde Araber hatte etwas ganz Apattcs auf Coger. Ich drehte mich auf dem Absatz um. lieh sie kopllchüttelnd stehen. In einer schlaflosen Dacht tourte ein neuer Kriegsplan gebotet.
Aimm du ben Apparat, sagte Ich zu meiner Stau, bie gleich Feuer unb Flamme war. ich werte fie in ein Gespräch verwickeln, bu gehst scheinbar achtlos vorbei unb knipst unter bem Schirm ober bem Fächer hervor . . .
Gedacht, g.tan. Scheherazade war noch schöner als grstern. noch lächelnder, noch — pfiffiger. Wie ich zur Seite tretend bem Objektiv die Bahn freigeben will — weg. Das war zu tncl. D:e Kamera nehmen und ihr ttachstürmen. ich konnte gar nicht ander» handeln.
Ecke um Ecke, ein Wassergraben — pfui Teufel — ein unhrimlichrr Winkel — alles gleich — nach, nach, nur nach Wieder eine Ecke, diesmal kostet e» den Aermel, eine Gasse, immer bie hochg.'worfenen schneeweißen Arme vor mir, oder waren sie bnmaefarben, Schatten, ein au scheu l enter Hund, ein Lichtschatten, ein Hof — Fatma! Fatma!
Herrgott, wie das aus ben Höhlen heraus- auvll! So viel Frauen Idirncn bie vereinigten Sultane von Marokko nicht gchabt haben. Im Au bin ich umringt. Sine Megäre kreist um mich wie ein Herenbefen. Die meistsn kreischen, einige lachen Himmel, bin ich denn in Deutel» elSterg. wird e in Film gedreht?
Das sind ihre Schwestern, die zwei! tuschelt es. Der Araber wieder Dimm doch he, siehst du nicht, daß sie viel schöner sind, viel dicker? Und ein mitleidiger Blick trifft meine Frau, bie mir vor Ang'l nachgelaufen war, streift verächtlich ihre 42er Figur.
Laßt mid>! breche ich burch. Geschlagen habe ich. Geld hinau.'g »feuert, was in den Taschen war, Filmrollen dazwischen, was galten mir jetzt noch Kamele unb Burnusse!
Die techg roorsenen Arme verschwanden hinter einem Tüiteppich, rch riß ihn zur Seite, stand in einem Gemach in bem eS aagen^rn nach Tabak' duftete unb ziemlich beutlich nach KuSkuß. Hinter ter Wasserpfeife erhob sich, zuerst blutdürstend, bann den Fremden erkennend, lutiertoürf g ein Fettgebirge: Salem ale^fum ...
Calam — Dal am — Calami — erwiderte ich unb knipste, nun war schon alles egal, frech über feine Schaltern hinw g mein Motiv. Harun al Rafchid merkte es gar nicht, kramte nach ber Drille, ten Hundertttrelchnn. ben ihm mene Stau mit fabelhafter Geistesg?gentoart in bte Hand drückte, zu prüfen. Dann komplimentierte er uns höflich doch entschieden hinaus
Heute habe ich, zitternd vor freudiger Erregung, ten Film entwickelt. Man sieht eine Wa'''erpseise darauf, dahinter em leeres Lager, Sonst «chtt . . .


