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den Anschluß an den fremder Faszismus zu flnben. Gestürzt, glitt er unrettbar in die wurde- bewußte. ober sterile Opposition ab. Die gio- vinezza der Schwor,hem den schäumte über den parlamentarischen Fels hinweg.

<S« war ein traaischeS Bild die beiden Mann^ gegeneinander ausftchen zu sehen. Wussolun und Giolitti. Beide beseite nur der «ine Gedanke um dos Wohl deS Vaterlandes, aber sie mußten Gegner werden weil sie sich über den Weg au dem gemeinsamen Ziele nicht einigen konnten die ewige Tragikomödie der Innenpolitik. Llnvergeßlich wie Giolitti sich, in der fünften Leihe des fünften Sektors, erhebt und dem an seinem früheren Platze sitzenden Nachfolger, der liberale SkMinisterpräsident den faszistrschm Mi­nisterpräsidenten beschwört: .Um der Liebe zu unserem Volke willen, behandeln Sie es nicht, als ob eS ein unmündiges Kind wäre!

Mussolini zuckte einen Augenblick zusammen, aber mn einen Augenblick. Gr wußte, daß dieses Volk bei aller Intelligenz, bei allem Aleiß, bei aller Tatkraft seiner gehobenen Schichten in seiner Masse doch tatsächlich unmündig, das heißt unreif war für eine zügellose Freiheit. Die Entartung der Demokratie, des parlamen­tarischen Systems, der durch Giolitti verkörperten Ideale hatte eS bewiesen.

Wie entartet dieVolksvertretung" war, das hatte noch zuletzt der grotiSke Selbstmord der ntchtsasztstischen Parteien gezeigt, des Parla­ments. daS sich von Mussolini vor die Wahl gestellt: entweder noch zwei Tag« oder zwei Iahre zu leben, sich für das letztere entschied. Das heißt, die VolkSmänner bewilligten dem .Tyrannen" diktatorische Vollmachten gegen das Versprechen, ihnen die Diäten und Freisahrt- karten noch zwei Iahre zuzugestehen. Dann schrieb MussoliniWahlen" aus: Die saszisti'che Regierungspartei beanspruche a priori zwei Drittel aller Sitze. In den Rest dürfe sich teilen, wer wolle. Und sie teilten sich! Sie kehrten nicht etwa einer derartigen Volksvertretung den Rücken.

Man gab illustrierte Wahllisten heraus, wählte nach Bildern, Zeichen, Symbolen. Entweder das Liktorenbündel oder ja, da gab es Sonnen, Uhren, Pferde, feuerspeiende Berge, Feudal­schilder, Kronen, Sterne, ein tolles Bilderbuch für reifere Knaben. Und unter diesenParteien" befand sich auch die Partei Giolitti, sein Privat­fähnlein. Welch ein Abstieg, welche Verkeimung der neuen stahlharteir Zeit!

Alle diese Bertretungsgebllde wurden nach und nach über den tarpejischen Fels hinunter­gestürzt. nur Giolitti ließ man um seiner großen nationalen Verdienste willen gewähren. Er ver­körperte ja nicht mehr den Liberalismus, sondern nur noch seinen Schatten. Er stimmte regelmäßig gegen Mussolini, man nahm es ihm nicht übel. Er war ungefährlich geworden.

Mit ihm ist die letzte Säuleder Oppo­sition umgestürzt.

Die Beisetzung Giolittis.

Rom. 18. 3uIL (WTB. Funkspruch.) Rach Rachrichten, die die italienische Presse verbreitet, wird die Beisetzung Giolittis bereits heute nach­mittag ftattfinben. Ein Schreiben, baS den letzten Willen des Verstorbenen enthält, spricht aus­drücklich den Wunsch aus. daß die Beerdigung in aller Stille vorgenommen werden soll. Der Premierminister beauftragte den Senator ßuiffi Facta ihn bei den Deisetzungsfeierlich- feiten zu vertreten. Auch der Senat und die Kammer werden Delegationen entsenden. Der König und die königliche Familie haben der Familie GiolittiS ein herzliches Deileidtelegramm übersandt.

Oie Auionomiften amnestiert.

Der Abgeordnete Ricklin bleibt in Haft.

Parts. 17.3uli. (TU.) Aus Anlaß des Ra- tlonalfefke vom 14. Juli wurden durch Staatspräsi­dent D o u m e r g u e die im Colmarer Aulonomistcn- prozeß verurteilten, nämlich der Colmarer Depu­tierte Rosse sowie Schall und Fashaucr begnadigt. Diese Gnadenmaßnahme konnte auf den Deputierten Ricklin keine Anwendung finden, da sein Revisionsgesuch an den Kassa­tionshof noch nicht erledigt ist.

Die Hoffnungen der Elsässer, die sie auf die DegnadtgungSaktion des Präsidenten gesetzt hat­ten. haben sich wider Erwarten also nicht er­füllt. Ursprünglich hieß es. daß das Kabinett eine Freilassung sämtlicher Verurteilter empfohlen habe, nun ist der Abgeordnete Rick- Un von der Amnestie nicht betroffen worden. Angeblich habe sein Antrag auf Kassation des eine Begnadigung unmöglich gemacht UnS will scheinen, als handele eS sich hierbei ledlgllch um eine AuSrede, hinter der sich die Absicht versteckt, den Elsässern eine neue De - mütigung zuzufügen. Es wäre eine Kleinia- keit gewesen, sich über den Antrag RicklinS hin- wegzusehen und auch auf seine Person die Am- nestle zu erstrecken. Er bleibt also weiterhin in Jaft und wird, wenn er Unglück hat. erst nach iYv'? a$ DefangniS verlassen können. Durch d eseS Verhalten der französischen Regierung, die

*n J.ur_p^ Amnestie verantwortlich zeichnet wird die Ruhe im Elsaß natürlich nicht wieder yergestellt.

französische Llebergnffe im Saarbergbau.

Warum schweigt die Saarregicrung? Eigene Drahtmeldung desGießener Anzeigers".

m11* Hchon vor einigen Tagen

übct «in«" Vorstoß der Fran- Kßfk»n »hMr ar$re^c in den unter- IrbUdxn Äoblcnlclbcm des Warndt berichtet ein Vorstoß, der völkerrechtlich in jeder Beziehung einen Lieber ar iss bedeutet lio.wn h'n nlA»

rgrifs bedeutet, gegen den Mcht schärfftenS ynug Stellung genommen werden £}nn-,innach dürsten d.e Franzosen ^ren Vorstoß zur Erlangung die besonders groß sind herangegangen sind, schon fcbr weit fort geschritten [ein.

Die Anbohrung die von zwei Seiten ausaeh. einmal von Kleinrosseln aus und von der anderen Seite in der Richtung K a r l s q r u n d vorgetrieben wird und praktisch -enommen au eine Annektion unter der rde i)r\dUe, läuft, wird, wenn nicht ^zeitig \ Schritte unternommen nxrbev eines 5. / einer Zange. die einfach denganzenW» c dom Saargebiet loSschneidei nd bei r a i s fischen Kohlengesellfchasten von kx-n.,

ohne Frage die Initiative auSgeht, einver- leibt. Wie hoch die Förderung in diesen Schäch­ten und Flözen bereits ist. läßt sich leider noch nicht überblicken, und da biS jetzt auch noch keine Kontrolle gegen diesen Dölkerrechtsbruch ein­gesetzt worden ist. wird eS wohl auch schwer sein, auch nur eine annähernde Schätzung zu wachen. Man kann jedoch annehmen, daß die Förderung aus diesen unrechtmäßig erworbenen Kohlenflözen schon jetzt recht beträchtlich ist, da diese doch außerordentlich stark sind.

Obwohl nun in der Oeffenllichkeit m schärfster Form gegen diese französische Maßncchme immer wieder Stellung genommen worden ist, sieht die Saarregierung merkwürdigerweise diesem Treiben völlig stillschweigend zu. sie. die doch gerade die Ausgabe hat. vom Völkerbünde ein­gesetzt. die Geschäfte des Saarlandes biS zur Rückgabe dieses Gebietes an Deutschland zu fuh­ren. Preußischerseits ist ja schon vor einiger Zeit durch den Handelsminister schärfster Protest da­gegen erhoben worden, und auch das Auswär­tige Amt hat bereits in Genf auf diese französi-

Machenschaften hingewiesen. Wie die Dinge aber jetzt liegen, muß unbedingt und rücksichtslos eine Aktion gefordert werden, die dieser fran­zösischen Maßnahme Einhalt gebietet, denn sonst könnten eines Tages Gewohnheitsrecht und vollendete Tatsache eine ilnter&inöung des fran­zösischen Vorstoßes wenn nicht überhaupt un­

möglich machen, fo doch außerordentlich er­schweren.

Oie Derfaffungsfeier am 11. August.

Berlin, 17. Iuli. (Privatme'.dung.) Die offi­zielle Feier am 11. August wird mittags im Leichstagsgebäude staUfindcn. Bet Die­ser Feier der LeichSregierung spricht Llniversi- LLtsprofessor Dr. R a d b r u ch auS Heidelberg. Musikdarbietungen umrahmen den Vortrag. Reichskanzler Müller-Franken wird eine kurze Ansprache halten, die mit einem Hoch auf Deutschland schließt, worauf das Deutsch­landlied gesungen wird. Der ReichSpräst- d e n t schreitet dann die Front der Ehrenlornpag- nie vor dem Reichstagsgebäude ab. Außerdem ist eine gemeinsame Feier der Reichs­regierung, der preußischen LlaatSregierung und der Stadt Berlin im Krollschen Etablissement am Abend vorgesehen. Auch hier werden Mu­sikvorführungen dargeboten werden. Die Fest- rede hält O&erbürgermetfiet Dr. Böß. Ein F a ck e l z u g wird sich vom Lustgarten aus nach der Kroll-Oper in Bewegung sehen. Für die Ver­anstaltung bei Kroll werden vom preußischen Ministerium des Innern besondere Einladungen auSgegeben.

Heue Berichte von der Aobile-Expedröon.

Rom, 16. Iuli. (WTB.) DieTribuna" er­hält einen Bericht ihres Sonderberichterstatters aus Kingsbah, in dem es heißt: Als die Mit­glieder her Robile--Gruppe einen von Malmgreen getöteten Bären auswei- delen, fanden sie in dessen Magen Zei­tungsreste und Stoffstücke, und waren erstaunt, als sie feststellten, daß das Papier mit italienischer Schrift bedruckt war. Die Art des Stoffes war kaum noch erkennbar, aber man glaubt, daß es sich um Fetzen der Luftschiffhülle handelt, die beim Ausstößen der Italia" aus den Boden sich losgelöst hatten. Lundborg erzählte: Ich konnte mich nur mit Viglieri unterhalten, der englisch versteht. Da es uns an Brennmaterial mangelte, brieten wir das Fleisch mit Hilfe eines Petroleumofens. Aber das Petroleum war auch bald verbraucht, dagegen verfügten wir noch über beträcht­liche Lebensmittelvorräte. Viglieri sagte mir, daß die Tage unmittelbar nach dem Absturz über die Verunglückten furchtbare Leiden gebracht haben, die durch das äußerst schlechte Wetter, das fast einen Monat andauerte, noch unerträglicher wurden. Da uns allmählich keinerlei brennbares Material zur Verfügung stand, mußte Robile feinen Photo­graphenapparat und sogar seinen Dock zum Ver­brennen hergeben.

Robile als Zensor.

Merkwürdige Methoden der Nachrichtenübermittlung an Bord derCitta di Milano".

Berlin, 16. Iuli. (Prlv.-Tel.) DieVoss. 3tg. meldet: Die beiden deutschen Fllmphotv- graphen Robert Hartmann und Georg Schubert, die auf der Heimreise von Spitz­bergen Stockholm passierten, haben sich au einem Mitarbeiter vonRha Dagliat Allehanda" über die Nachrichtenübermittlung a u f der Citta di Milano" geäußert. Die beiden Filmphotographen berichten, daß anfangs eine große Anzahl internationaler Zeitungskorrespon­denten sich in Spitzbergen ausgehalten haben. Sie seien jedoch h e i m g e r e i ft, da sie ihre Anwesenheit auf Spitzbergen als zwecklos an­sahen. Als Beispiel sei anzuführen, daß, als Robile an Bord derCitta di Uliiano in KingS- bay geführt wurde und das Schiff Klngsbay am Rachmittag verlieh, die Iournalisten und Photo­graphen dieses Ereignis erst am Abend durch Stockholmer Meldungen erfuhren. Die beiden Deutschen nahmen sofort ein offenes Mo­torboot und erreichten nach einer abenteuerlichen Fahrt die Virgo-Ducht, wo dieCitta di Mllano" verankert war. An Bord gelangt, muhten sie sich mit anderen Iournalisten in einer Reihe ausstellen, um schließlich den Bescheid zu er­halten, daß sie nicht in Verbindung mit

General Robile kommen könnten. 21 le­rn an b durste mit ihm sprechen oder ihn sehen: niemand, der an Bord kam, durste ein Wort mit der Schiffsbesahung wechseln, ohne daß ein Offizier zugegen war. Hartmann und Schubert berichteten ferner, daß alle Faden des Rachrichtenwesens in den Händen des Kapitäns Romagna zusammenliefen. Den Korrespon­denten wurde nichts mitgcterlt, was nicht vorher schon Rom vorgelegt worden war. Keine Frage wurde beantwortet, außer mit dem Ma­terial, daS Kapitän Romagna im voraus formuliert hatte.

Oer Schiffbruch derLialia".

Bericht der Biglierigruppe.

Moskau, 17. Iuli. (WB.) Die an Bord desKrassin" befindlichen Teilnehmer der Ro- bile-Expedition teilten dem Korrespondenten der Telegraphenagentur der Sowjetunion mit, daß bis auf Eisbildung an der Hülle und den Schrauben derItalia" alles normal ver­lies. Die Eisbildung nahm dem Luftschiff die Möglichkeit, zu manotier ieren. Die nachfolgenden Beschädigungen des Steuers und der Riß in der Hülle bewirkten die Katastrophe in großer Entfernung von der Küste. Die R o t - landung erfolgte auf der Eisscholle, auf der die Viglleri-Gruppe bis zur Ankunft des -Krassin" verblieb. Der mechanische Teil des Luftschiffes arbeitete die ganze Zeit gut. Sämtliche Motoren funktionierten bis zum Anprall aus das Eis. wo Robile sie aus- fchaltete. Rach Loslösung der Hauptgvndel stieg daS Luftschiff in beträchtliche Höhe und wurde vom Wind in einer erheblichen Entfernung von der Robile-Gruppe abgetrieben. Mariano nahm als erster Rauch an der Stelle, wo die Hülle rasch niederging, wahr, was. wie er er­zählt, 30 Minuten nach dem ersten Anprall erfolgte. Die Forschungsarbeit wurde solange als möglich fortgesetzt. Professor Dehounek ar­beitete nach der Katastrophe auf dem Eise weiter.

Oie Ursachen des JehlschlagenS der ^Zialia"-Expediiion.

Moskau, 17. Iuli. (WTB.) Der tschecho- flowakische Gelehrte Dr. B e |j o u n e ( teilte dem Korrespondenten derIswesha" mit, Malmgreen habe Ihn kurz vor dem Absturz derItalia" auf die Mißstände in der Leitung des Luftschiffes aufmerksam gemacht. Die Ur» fache der Katastrophe liege in dem Wunsche des Führers der Expedition, der un­bedingt in dem Gebiet südöstlich vom Rordpol Rachforschungen anstellen wollte zu einer Zeit, wo das Luftschiff gegen d i e Stürme nicht aufkommen konnte und daher hilflos ge­trieben wurde.

DerMordprozeß gegen denposträoberSein

Lärm bekennt sich als Anstifter

Koburg, 17. Iuli. (WTB.) Im Wordprozeh Hein wird in der Beweisaufnahme sorigesahren und c rneut der MelkerLarm vorgeführt. Der Zeuge erklärt:Wenn Hein meint, daß er unter meinem Einfluß gestanden hat. so will ich voll und ganz zugeben, daß es so ist. Sr wollte nicht r n bei den Einbrüchen mitwirken. In manchen Fällen, to > ich Einbruchsgelegenheit ausgekund- schaftet hatte, hat er sich ganz ablehnend verhalten. Ich war immer der anregende unb in der Hauptsache auch ausfüh­rende Teil. Hein war nur geringfügig daran beteiligt. Wenn wir zusammen Straftaten be­gingen, habe ich immer daS Geld genommen und erst davon gegeben, wenn er in Rot war." Vorsitzender:Wer war der anregende Teil beim Postraub In OhllgS?" Zeuge:Ich habe das viele Geld gesehen und fam auf den Gedanken des Einbruchs." Vors.:Del Ihrer Festnahme in Saalfeld wollen Sie den Deamteii erzählt haben, Sie hätten mit Hein verabredet, sich einer ettoaigen Festnahme durchblutige Ab - w e h r zu entziehen, d. h. daß die blutigen Srzesse yeutf mehr oder weniger auf Ihre 6ln- wirkuna zurückzuführen seien." Zeuge: DaS stimmt nicht ganz. Ich habe lediglich gesagt, wenn die Beamten das Feuer eröffnet hätten, würde Nicht gewartet haben. Eine Verabredung mit Sein habe ich aber darüber nicht getroffen." Damit schließt die Vernehmung de« Zeugen Lärm.

KriminalwachtmeiNer Rögel aus Saatfeld er- l.ac: dann über die Vorgänge bei der Fest­nahme de« Lärm m Saatfeld aus dem Zuge heraus Lärm war vollständig über- Xtai^borT^a rUhu'n ^^ftand Beim

I '* -"b-J gegeben.' Lärm sagi darau* in i g ori Erregung: Was der ©aalftiber Be­

amte eben gesagt hat, ist ganz falsch!" Auf An­trag des Anklagevertreters wird beschlossen, Lärm unvereidigt zu lassen, weil nach seinen heutigen Angaben angenommen werden müsse, daß Lärm und Hein tatsächlich verabredet hatten, mit Waffengewalt sich der Fest­nahme zu entziehen.

Das Keuergefecht in Plauen.

Dendarmeriehauptwachtmeister Endisch war an der Schießerei in Plauen beteiligt. Der Zeuge gibt an, daß Hein vorn Fenster aus beobachten konnte, wie sich die Beamten auf der gegenüber­liegenden Straßenseite verhielten. Gleich nach dem Eintritt der Beamten in Die Wohnung habe Hein in schneller Folge geschossen und Schmidt getötet. Endlich erhielt drei Schuhverletzungen. Hein bestreitet, daß er von vornherein die Beamten mit der Schußwaffe erwartete. Sr habe keine Ahnung von dem Kommen der Beamten gehabt. Der Plauener Kriminalkommissar Krüger, der an der Fest­nahme teilgenommen hat. schildert, wie die Plauener Beamten unterwegs mit Wagner be­rieten, wie Hein zu verhaften wäre. Der Zeuge schildert, daß er mit der Pistole in der 5)an? auf dem Trevpenslur getoartet habe. Hein habe durch die Türspalte ein vaarinal ge­schossen und er, Krüger, habe auch nach oben geschossen, ohne aber au treffen. Krüger hat dann bis zur Ankunft des Ueberfallkommandos gewartet. Wie Hein ungesehen aus der Wohnung entkam, kann sich der Zeuge nicht erklären. Bei der folgenden Vernehmung des Dendarmerie- wachtmeifters Windeis en stellt der Vorsitzende kopfschüttelnd fest, daß die Plauener Beamten f?r die Festnahme Heins gar keine 5c- stimmten Anweisungen erhalten hatten und es den ilnterorganen überlassen war, nach eigenem Gutdünken vvrzugehen.

Heins Eniwicklungsjahre.

Der Hil>s!runinaltominissar V o g t -Düsseldorf äußert slch über das Milieu, in dem der An­geklagte Hein ausgewachsen ist. Sein Vater ar­beitete, ebenso wie in der erften Zeit der An^ geklagte, in der Gerreshelmer Glashütte. In diesem weitab von Düsseldorf gelegenen Werk werden hauptsächlich Russen, Polen und an­dere Arbeiter beschäftigt, well qualifizierte rheinische Arbeiter nickt gern diese mr­strengende Arbeit bet 60 Grad Hitze übernehmen. Die Mutter hatte neben schweren wirtschaftlichen Sorgen auch die Verantwortung für die Fa­milie zu tragen, well sich der Vater gar nicht um die Erziehung der Kinder kümmerte. Die Familie Lärm ist nach Aussagen des Zeu­gen eine ausgesprochene Verbrecher» familie. Der heute oomüttag als Zeuge ver­nommene Lärm hatte drei Brüder, von denen zwei zurzeit im Zuchthau« eine Strafe wegen schweren Raubes verbüßen.

Zu einer bewegten Szene kommt -eS^bei der Vernehmung des Angellagten. Während die Mutter seine Iugend schildert, wird der An­geklagte sichtlich erschüttett. Die Mutter bekun­det, ihr Wann habe von jeher viel mit den Rerven zu tun gehabt. Wenn er aufgeregt war. sei er mit dem Messer auf die Familie loS- gegangen. Der wöchentliche Verdienst in der Glashütte habe nur 6 bi« 10 Mark betragen. Der Angeklagte mußte schon mit 13 Iahren zum Ilnlerhalt der Famllie btUta- gen. Sie erklärt: .Ich bin erst 52 Iahre alt, aber sehen Sie sich meinen 5tofrf an.

Polizeioberwachtmeister HÜußner (Plauen) hat die von Lärm 6 er gestellten Handgrana- t e n untersucht. Diese enthiellen 250 Gramm Sprengpulver, vier Sprengiapfeln und 40 ver­rostete Schrauben. Sie würden nach Ansicht de« Zeugen eine ungeheuere Sprengwir­kung hervorgerufen gaben. Zeuge Vogt (Düs­seldorf) teilt mit, es sei ihm vertraulich der eigentliche Zweck der Handgranaten be­kanntgeworden. Sie seien danach nicht für Ein­brüche bestimmt gewesen, sondern es sollte da­mit das Rathaus in Gerresheim bom­bardiert werden, weil sich dort die Polt- A e i w a ch e befindet, von der im Iahre 1923 Die polizeilich? Aktion gegen die Glashütte ge­leitet wurde. Aus eine Frage de« Vorsitzenden bestätigte der Angeklagte, daß zwei dieser Handgranaten in seinem Besitz waren. Ein« wurde in einer Aktentasche gesunden, die andere trug er bei feiner Verhaftung bei sich. Der Korb­macher Trommer In llnt.rfiemau war Zeuge des Zusammenstoßes zwischen Hein und tarn Gendarmen Scheier. Er bekundet, Hein und Scheier hätten ein Handgemenge gehabt, bei dem mehrere Schüsse fielen. Scheier brach zusammen und Hein ging weiter. AIS Scheier versuchte, sich wieder aufzurichten, kehrte Hein wieder um und feuerte noch einen Schuh in den Kopf Scheiers. Hein nahm dann daS Rad Scheiers und fuhr damit in der Richtung Kv- Emrg davon.

Aus aller Wett.

Die Hitze in Italien.

Die Hitze nimmt bi gam Italien immer noch zu. In Oberitalien und Südtirol ist die Tern- peratur auf 37 und Florenz auf 39 Grad delfui« gestiegen. In verschiedenen Ortet haben große Holzlager durch Selbstentzündung Feuer gefan- &In der Äähe von Brescia und Savona weite Strecken Mais längere Zeit ae- t. In Savona bebnte sich der Brand über einige Kilometer aus. Erst nach mehreren Stun­den konnte man das Feuer eindämmen.

Oie Wetterlage.

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rvettcrvocausfage.

Durch die östliche Verlagerung de« isländischen Tiesoruckgebictes nach StMidinavien kommt es in Verbindung mit dem britischen Hoch zu einer Westströmung, die im deutschen Küstengebiete Dcwöltung hervorruft. Mittel- und Süddeutsch- land dagegen liegen mehr unter dem Einsllrh hohen Druckes und nordöstlicher Luftzufuhr. In­folgedessen bleibt bei uns das trockene und auf» heiternde Wetter vorherrschend.

Wettervoraussage für DonnerS- taa: Meist heiter, "Temperaturen noch anstei­gend, trocken.

Wittcrungsausf achten für Frei- tag: Teils heiter, teil« wolkig und warm.

Lufttemperaturen am 17. Juli: mittags 23,4 Grad Celsius, abends 17 4 Brad Celsius: am 18. Juli, morgens 17,5 Grad Celsius Marimum 24 Brad Celsius, Minimum 11,8 Grad Celsius. Erdtem- pti uren in 10 Zentimeter Tiefe: am 17.3uli: alcnbs 29L Grad Celsius: am 18. Juli: morgens 21 ^rad Celsius. Sonnenscheindauer 13%. Stunden.