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werksgesellschaft den Beweis liefert. Die Frage, ob auch der öffentlichen Hand und speziell den Kommunen der Auslandskredit wieder mehr zu­gänglich gemacht werden kann allgemein ist zu sagen, daß das Ausland sich überaus vor­sichtig gebärdet, ist indes so lange unnütz als die Beratungsstelle keine Anstalten zur Ent­scheidung über die ihr vorliegenden Anträge trifft. Unter diesen befindet sich auch noch der Antrag der Deutschen Girozentrale we­gen einer amerikanischen, durch das Haus Harris Forbes & Co. zu begebenden kommunalen Sam­melanleihe, deren Plan bekanntlich schon aus dem vorigen Jahre stammt und der dazu dienen soll, den Kommunen langfristige Mittel für dringende werbende Anlagen zu verschaffen. Das Schicksal dieses Planes, der nicht mit dem der großen, Wohl gleichfalls durch die Girozentrale zu vermittelnden Konsolidierungsanleihe zu ver- zwechseln ist, bleibt angesichts der fragwürdigen Haltung der Beratungsstelle ungewiß.

Auf die Politik der Gemeinden, namentlich die Bau Politik, muh diese Berzögerung der Kapitalbeschaffung natürlich stark einwirken, wo­durch sich die Aussichten für den Baumarkt sehr verschlechtern. Zwar geben die Girozentralen auch weiter noch im Rahmen des Möglichen kurze Kredite, aber es ist selbstverständlich nicht angängig, langsristige Arbeiten und Werke durch kurzes Geld zu finanzieren. Am inländischen Kapitalmarkt hört man allerdings, daß die Hypothekenbanken zugleich mit der Bes­serung des Pfandbriefabsahes auch mehr Nach­frage nach Kommunalobligationen verzeichnen können. Allein in Ansehung des Wettbewerbs der großen Emissionen der Reichsbahn-Borzugs­aktien. der erheblichen Kreditbedürfnisse der Landwirtschast usw. darf man sich auf diesem Gebiete doch keinen allzuweit gesteckten Erwar­tungen hingeben. Zudem stellt der heimische Markt, soweit er überhaupt Geldbeschaffungs­gelegenheiten bietet, recht Hohe Zinsan- s p r ü ch e. Bezeichnend dafür ist, daß die Gi­rozentrale, die Mitte Januar 10 Millionen Mark ihrer inneren Kommunalgoldanleihe auf­legte und hierfür bei 92,5 Prozent Verkaufs­preis die Iprozentige Verzinsung wählte, mit diesem Zinsfuß so schlechte Erfahrungen machte, daß sie den dieser Tage von ihr aufgelegten weiteren Abschnitt von 25 Millionen mit einem Lprozentigen Zins bei 96 Prozent Zeich­nungskurs ausstatten mußte.

Bisher sind, wie wir hören, von diesen Lpro­zentigen Stücken für rund 15 Millionen Mark verkauft worden. Vereinzelt konnten Gemeinden letzthin dem Vernehmen nach durch Bankirrver­mittlung noch Schuldscheindarlehen ge- gegen Hinterlegung von Wertpapieren, z. D. von Aktien der kommunalen Kraftwerke und drrgl. erhalten, wobei die Gelder aus im Aus­land beschafften Anleihen von Jndustrieunter- nehmungen stammten, welch letztere diese Mit­tel nur allmählich verbrauchen und daher vor­läufig Teilbeträge für den genannten Zweck zur Verfügung stellen können. Dr. J.

Oie Deutsche Reichsbahn im Januar.

Gegenüber dem Dezember 1927, der durch den Weihnachtsverkehr noch besonders belebt war, liegt im Januar bei der Deutschen Reichsbahn ein Verkehrsrückgang von etwa 7,6 Prozent vor. Während im De­zember insgesamt 3 811313 Wagen gestellt wur­den, waren es im Januar 1928 nur 3 540 513. -Durch Vereisung der Wasserstraßen gingen er­hebliche Frachten auf die Eisenbahn über. Der Kohlenversand war rege. Richt nur die gesamte Ruhrkohlenförderung konnte abgesetzt werden, es war auch möglich, die Haldenbestände des Ruhr­kohlengebietes um etwa 200 000 Tonnen zu ver­mindern. Der Personenverkehr war in den ersten Tagen des Monats durch die zurückkehrenden Fest- und Ferienreisenden noch lebhaft. Mit Ende der Schulferien flaute der Verkehr schnell ab. Er war dann im weiteren Verlauf des Januars der Jahreszeit entsprechend schwach. Infolge ungenügender Schneelage wurden nur wenige Wintersportzüge gefahren.

Die im Gange befindlichen Abschluß- arbeiten geben gegenwärtig noch fein ge­naues Bild über die finanzielle Entwicklung des Monats Dezember 1927. Rach den vorläufigen Feststellungen werden die Einnahmen betragen: 1. Personen- und Gepäckverkehr 108,2, 2. Güter­verkehr 289.3, 3. Sonstige Einnahmen 66, zu­sammen 463 Millionen Mark. Die Ausgaben werden die Einnahmen überschreiten. Zur Deckung muß die 1927 angesammelteAllgemeine Rück­stellung" erneut in Anspruch genommen werden. Für den Dienst der Reparationsschuldverschrei­bungen wurde die fällige Monatsrate rechtzeitig abgeführt. Reben den erforderlichen Rückstel­

lungen wurden im Dezember 1927 für werbende Anlagen rund 96 Millionen Mark aufgewendet.

Äon der Frankfurter Messe.

Das Vertrauen, dessen sich die Frankfur­ter Messe in den Kreisen der deutschen und ausländischen Wirtschaft zu erfreuen hat, findet seinen Ausdruck darin, daß die Anmeldun­gen für die vom 22. bis 25. April stattfindende Frühjahrsmesse in einer Stärke getätigt werden, die zu den besten Hoffnungen für ihren Gesamtumfang berechtigt. Schon jetzt, 2Ve Mo­nate vor der Messe, ist die Zahl der belegten Quadratmeter ebenso hoch wie die Gesamt­quadratmeterfläche der Herbstmesse. Wenn man berücksichtigt, daß die aufsteigende Wirtschasts- kurve doch zum Teil durch die politischen und wirtschaftlichen Ereignisse in der Entwicklung ein wenig gehemmt worden ist, so kann man diese starke Zuversicht der Industrie, die in den An­meldungen zur Frankfurter Frühjahrsmesse zum Ausdruck kommt, als einen besonders überzeugen­den Beweis der Bedeutung der Frankfurter Messen werten.

* Frankfurter Brauhaus e. G. m. b. H. Dank für Brauindustrie. Zum Zwecke der Ausschaltung des Wettbewerbs steht die Bank für Brauindustrie wegen ^lebernahme des Frankfurter Brauhauses c. G. m. b. H. mit letz­teren in Verhandlungen.

* Holex Schokoladen QI.»®., DadHom- burg. In der Angelegenheit der Zahlungsein­stellung der Hollex Schokoladen A.-G., Bad Homburg, trat gestern die Gläubigerrersammlung zusammen und wählte in einer äußerst stürmischen Sitzung einen Gläubigerausschuß zur Weiter­beratung der Dergleichsangelegenheit. Es soll versucht werden, einen Liquidationsvergleich außertonlursmäßiger Verwendung der Masse zu­stande zu bringen unter der Voraussetzung, daß der Schuldner für die innerhalb eines Jahres von 40 Prozent zu zahlenden Kreditoren Sicher­heit stellen kann. Die Verhandlungen sind bis­lang zu keinem positiven Ergebnis gelangt.

* Waggon- und Maschinenbau A.-G., Görlitz. In der Aufsichtsratssihung der Wag­gon» und Maschinenbau A.-G., Görlitz, wurde der Halbjahresabschluh vorgelegt. Er weist eine wesentliche Steigerung der Umsätze und einen guten Ruhen, namentlich im Maschinenbau, aus. Auch die Aussichten für das zweite Halbjahr sind günstig. Zur Vereinheitlichung des Ak­tienkapitals soll einer auf den 13. März einzu- berufenden außerordentlichen Generalversamm­lung die Umwandlung der Vorzugsaktien in Stammaktien mit Wirkung vom 1. Juli 1927 ab vorgeschlagen werden, gegen einmalige Ver­gütung von 10 Prozent des Rennwertes. Das Bankenkonsortium der Gesellschaft hat fich bereit erklärt, den hierzu erforderlichen Betrag von 366 000 Mark zur Verfügung zu stellen. Dieser Betrag soll beim Umtausch der Aktien an die Vorzugsaktionäre zur Auszahlung kommen und aus dein Gewinn des laufenden Jahres an das Konsortium zurückgezahlt werden. Nach Ein­tragung dieser Aenderung soll die Zulassung des einheitlichen Aktienkapitals zu den Börsen in Berlin und Dresden alsbald beantragt werden.

10»Mill. -Dollar-Anleihe der W ass erwirtschaft im Rheinisch-west­fälischen Industriegebiet. Die Wasser­wirtschaft im Rheinisch-westfälischen Industrie­gebiet -(Ruhrkohlenbezirk) G. m. b. Sy, Essen, der die nachstehenden Körperschaften, nämlich die Emschergenossenschaft, der Ruhrtalsperrenverein, der Ruhrverband, der Lippevrrband und die Linksniederrheinische Entwässerungsgrnoftenschasr, angehören, hat unter Mitwirkung des Bank­hauses Gebrüder Lismann, Frankfurt a. M., eine Anleihe von 10 Millionen Dollar abge­schlossen. Der Anleiheerlös ist für die fünf Ver­bände bestimmt. Die Emission wird durch das Bankhaus Field, Glore & Co., Neuyork, (bisher Marshal Field, Glore, Ward & Co.), in den nächsten Tagen in Neuyork aufgelegt werden. Der Typ der Anleihe ist 6 Prozent bei einer 25jährigen Laufzeit mit der Möglichkeit der vor­zeitigen Rückzahlung.

* D i e Verluste bei der Rheinischen Handelsbank. Die Höhe der gefährdeten Kredite bei der Rheinischen Handelsbank in Mannheim wird nach neuerer Berechnung mit über 600 000 Mark angegeben. Die Depositen sind nicht angegriffen.

* Elektrowerte A.-G., Berlin. Die Generalversammlung der Elektrowerte QI.»®., Berlin, deren gesamtes Aktienkapital sich in den Händen der Vereinigt. Jndustrieunternehmungen A.-G. befindet, genehmigte den Jahresabschluß und die Verteilung einer Dividende von 8 Pro­zent (wie i. V.). Aus dem Reingewinn von 5 154 587 Mark werden 239 693 Mark auf neue

Rechnung vorgetragen. Auch 1927 hat sich das Geschäft weiter erfreulich entwickelt. Die Strom­erzeugung stieg auf 1677 Nkillionen Kilowatt (1,486 i. V.).

Qlllgemeen Rorit Matschappri, Amsterdam. Von der Verwaltung der All- gemecn Norit Matschappij wird den Amster- bamer Blättern mitgeteilt, daß die in deutschen Blättern erschienenen Meldungen über die Auf­lösung der seinerzeit zwischen der Vereinigte Chemische Industrie-A.-G., Frankfurt a. M. und der Qlllgemeen Norit Mij, Amsterdam, eingerich­tete Jnteresjengemeinschaft nicht richtig seien. Die von beiden Gesellschaften errichtete gemeinsame AmsterdamerVe.kaufsorgani ation, die NoritTer- eenigung Verkoop Zentrale, werde ihre l^,ätiq» feit in der bisherigen Weise fortsetzen.

Frankfurter Börse.

Franffurt a. M., 16. Febr. Tendenz fest. An der heutigen Börse tonnte die gestern in etwas stärkerem Maße eingesetzte K u r s b e s s e- rung weitere Fortschritte machen und die Stimmung war allgemein recht f e ft. Man wollte verschiedentlich umfangreiche K.iufe von Grohbankseite feststellen, die die Spekulation zu weiteren Deckungskäufen veranlaßten. Das Geschäft war verhältnismäßig leb­haft, von Publifumseite soll sich jedoch der Orderseingang bei den Banken nicht merklich verstärkt haben. Ihren Ausgang nahm die festere Haltung wieder von der regeren Nachfrage nach Freigabewerten, daneben begegneten 3. ®.= Farben wieder stärkerem Interesse. Qlnregend wirkten neue günstige Meldungen über den Stand der Freigabeangclegcnheit. Der Zahltag machte sich kaum bemerkbar. Nur am Geldmarkt blieb kurzfristiges Geld im Gegensatz zu Berlin stärker gesucht. Der schwierigen rnnerpo- litischen Lage schenkte man weiter nur geringe Beachtung, bei den ersten Kursen lagen die Notierungen meist um 1 bis 2 Prozent höher. Eine starke Steigerung erzielten Mittel­deutsche plus 10 Prozent, die in Erwartung günstiger Abschluhzisfern rege gefragt waren. Schiff ahrtswerte konnten sich weiter be- feftigen. Scheideanstalt plus 1,5 Prozent. Holz­verkohlung blieben nur behauptet. J.-G.-F a r - ben eröffneten 1,25 Prozent höher. Zellstoff- a 11 i e n gewannen 2 Prozent. Montanwerte bis 1 Prozent le her. Kalialtien lagen fast voll­kommen unverändert. Deutsche Anleihen behauptet, Ausländer still. Im Verlaufs blieb die Stimmung fest. Nennenswerte Ver­änderungen traten kaum ein. Die Höchstkurse konnten sich verschiedentlich nicht ganz behaup­ten. Am Geldmarkt erhöhte sich der Satz für Tagesgeld auf 7 Prozent. Im Devisen­verkehr war die Reichsmark weiter fest mit 41915 gegen Kabel und 20,432 gegen London. London gegen Kabel 4,8745. Paris gegen Lon­don 124,02, Mailand 92,05, Madrid 28,66.

Berltne. Börse.

Berlin, 16. Febr. Das günstige Endergebnis die Freigabebesprechungen nun heute endlich be- der Reichsbahnemission und die Hoffnung, daß ginnen werden, haben der Börse erneut eine Anregung bieten können. Der heute ver­öffentlichte Bericht der Maschinenindustrie, der von einem Nachlassen der Konjunktur spricht, und der innerpolitische Konflikt blieben wieder ohne Einfluß. Außer dem anhaltenden Pu­blikumsinteresse war auch eine Beteiligung des Auslandes zu beobachten. Die U m s a tz t ä t i g- keit war lebhafter, doch im großen und ganzen immer noch auf Spezialpapiere beschränkt, die über den Durchschnitt von 2 Proz. hinausgehende Kursbesserungen verzeich­nen konnten. O st w e r k e plus 5,5, Ilse plus 3,5, Zellstoff Waldhof plus 4,5, Aschoff e n» bürg plus 7 ur.b Mitteldeutsche Credit, bei der gute Abschluhzisfern erwartet werden, sogar plus 11 Proz. Freigabewerte waren wenig verändert, nur Berliner Handels fester. Heimische Anleihen ruhig, Ausländer eher fester. Bosnier auf dem erhöhten Niveau von gestern behauptet. Pfandbriefe wenig verändert, Anteile eher angeboten. Geld war infolge des Zahltages leicht angespannt. Tages­geld 5,50 bis 7,50, Monatsgeld 7,50 bis 8,50 Prozent. Es besteht die Möglichkeit, daß auch heute Reichsschahwechsel ausgegeben werden. Im Verlaufe wurde es allgemein etwas ruhiger. Die Kursentwicklung blieb nicht einheitlich. Frei­gabewerte unter Führung von Berliner Handel plus 2, dagegen Glanzstoff minus 4 Prozent und Spritwerte etwas abbröckelnd.

Franks.'Getreidebörse.

Frankfurt a. M., 16. Febr. Bei unverän­derten Preisen blieb das Geschäft klein. Weizen und Roggen zu Mahlzwecken liegt fast geschäfts- los. Weizen zu Futterzwecken wird noch in

mäßigen Grenzen gehandelt. Mehl unverändert ruhig. Futtermittel find ebenfalls weniger gefragt, ebenso wird auch Weizenkleie für prompte Lieferung nur in kleinem Umfange gehandelt. Cs wurden notiert: Weizen 1, gut, gesund, trocken, bis zu 1 Prozent Auswuchs 24,50 Mk., Weizen 2, gut, gesund, trocken, bis zu 3 Prozent Auswuchs 23,2523,50, Weizen 3, geringere Beschaffenheit, bis zu 23 Prozent Feuchtigkeit 22,7523,25, Roggen 24,50, Som­mergerste für Brauzwecke 27,5030, Hafer, in­ländischer 23,5024,25, Mais (gelb) für Fut­terzwecke 22,50, Mais (gelb) für andere Zwecke 23,20, Weizenmehl, süddeutsches Spezial 0 36 bis 36,75, Roggenmehl 3335, Weizenkleie 14 bis 14,15, Roggenkleie 1515,25 Mk. Tendenz: tetig.

Frankfurter Schlachtviehmarkt.

Frankfurt a. M., 16. gebt. Auftrieb: 66 Rinder. 1036 Kälber, 348 Schafe, 369 Schweine. Cs notierten: Kälber: beste Mast- und Saug­kälber 72 bis 75; mittlere Mast- und Saug­kälber 64 bis 71; geringe Kälber 50 bis 63. Schafe: Mastlämmer und jüngere Wasthämmel (Weidemast) 48 bis 51; mittlere Mastlämmer, äl­tere Masthämmel und gut genährte Schafe 40 bis 47; fleischiges Schafvieh 30 bis 39; gering genährtes Schafvieh 25 bis 28. Schweine: vollfleischige Schweine von ca. 240 bis 300 Pfd. Lebendgewicht 57 bis 58; vollfleischige Schweine «on ca. 200 bis 240 Psd. Lebendgewicht 56 bis 58; voklfleischige Schweine von ca. 160 bis 200 Psd. Lebendgewicht 56 bis 58; fleischige Schweine von ca. 120 bis 160 Pfd. Lebendgewicht 54 bis 56. Marktverkauf: Kälber und Schafe ruhig und geräumt. Geschäft in Schweinen langsam, aus» verkauft.

Strafkammer Gießen.

* Gießen, 14. Febr. Die heutige Straf» karnrnersitzung brachte drei Berufungsfälle zur Erledigung. Zunächst wurde über die Berufung eines Mannes aus QI. verhandelt, der vom hiesigen Schöffengericht im Dezember 1927 wegen Sittlichkeitsverbrechens nach 8 176 Zif. 3 StGB, zu insgesamt 5 Jahren Zuchthaus ver­urteilt worden war. Er gab nunmehr in zweiter Instanz sämtliche ihm zur Last gelegten Fälle nach Maßgabe des Schöffengerichtsurteils zu, bat jedoch um eine erheblich mildere Strafe. Die Strafkammer verwarf fein Rechtsmittel un­bestätigte das auf 5 Jahre Zuchthaus, sowie 10 Jahre Ehrverlust lautende Urteil des Schöf­fengerichts, rechnete aber 4 Monate der Unter­suchungshaft an. Der Angeklagte nahm das Urteil an.

Wegen einer ganz unglaublichen Milch fäl­sch u n g wurde eine Frau auö Kohden auf staatsanwaltliche Berufung hin in strenge Strafe genommen. Während das Amtsgericht Qlidda auf 2 Wochen Gefängnis und 60 Mark Geld­strafe erkannt hatte, erhöhte die Strafkammer die Freiheitsstrafe auf 2 Monate Ge­fängnis. Zugestandenermaßen hatte die An­geklagte wiederholt die von ihr an einen Milch­händler abgegebene Milch stark gewässert. Der Sachverständige mutzte die von ihm untersuchte Probe alsWasser mit Milchzusah" bezeichnen, da sie aus 8687 Teilen Wasser und 100 Teilen Milch zusammengesetzt war. Der auf Auf­forderung des Milchhändlers eine Kontrolle vor­nehmende Gendarmeriebeamte konnte eine solche nicht genau durchführen, da sein Laktoden­simeter bis auf den Boden des Milchgefätzes herabsank. Das Gericht bezeichnete eine solche Panscherei als Verbrechen an der Gesundheit der Kinder und Schwachen, die auf Genuß ein­wandfreier Milch angewiesen sind, und ging deshalb sogar über den staatsanwaltschaftlichen Antrag erheblich hinaus. Dieser Fall sollte für die Milchproduzenten und -Händler eine deut­liche Warnung sein, die Gerichte erkennen bei Milchfälschungen durchweg auf strenge Strafen.

Letzte Nachrichten.

Tödlicher Llnglircksfall auf dem Gießener Bahnhof.

Heute vormittag gegen 9 Uhr wurde der bei der Bahnmeisterei 1 in Gießen beschäftigte Rottenmeister Lepper aus Wieseck im hiesigen Güterbahnhof von einer CR a n g i e r a b t e i- lung überfahren. Drei Güterwagen rollten dem bedauernswerten Manne über die Brust und führten feinen sofortigen Tod herbei. Der Verunglückte ist 52 Jahre alt und hinter­läßt seine Frau mit zwei unversorgten Kindern. Die Leiche wurde von der Staatsanwaltschaft zur Bestattung freigegeben.

Kurszettel der Berliner und FranksurSer Börse.

Die hinter den Papieren angeführten Zistern geben die Höhe der zuletzt befchlostenen Dividende an. Reichsbankdiskont 7 Prozent, Lombardzinsfutz 8 Prozent.

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85.1

-

85.75

Lcchwerke . . »

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119

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Mamkraktwerke « . «

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117

Miag » , .

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140

139

Rekarlulmer . . . . * .

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100

-

100

Beiers Union . . * «

. < 1

110.5

-

110,25

(5kbi. Roeder . . » «

. . 11

-

-

Prag, 4 Hacffner . .

. 6

178

179.25

179

Südd Zucker . .w -

. . 1

140 5

140,25

139.75

Berlin, 15. Febr.

| g.eld

Brre,

Ameritaniichc 'Jioteu.....

4,172

1,192

Belgische Roten......

58,26

58,50

Dänische Roten......

111,98

112.42

Englische Roten.......

0..-R7

40.467

Devifenmartt DerlmFrankfurt a. W.

Berlin. 15. ft-cbr

(Selb

Briet

^ranzoiische Roten......

16,5:)5

16759$

Holländische Roten ....

168,35

169,03

Italienische Roten......

22.22

22,30

Rorwcgtsche Roten......

111,28

111,72

Tcuksch-Lcstcrr.sioo Kronen

59,00

59,14

Rumänische Roten......

2,575

2,595

112,23

112,67

Cchwei;er R^tcn.......

80,42

80,74

Spanische Roten.......

71,06

71,34

Tschechoslowakische Roten . -

12,38

12,44

Ungarische Roten - -

73 00

73,30

Telegraphische Auszah lung.

15. Febr-

16. Febr.

Tlintliche Roti.rung

Amtliche Rolicrullg

(Selb

Brie'

o5elb

Briet _

21msl.» Roll

168,62

168,96

168,53

168,87

1,794

Buen-Aires

1,790

1,794

1,790

Bn>.-Ankw

58,305

58,425

58,275

58,395

Ehristiania

111,49

111,71

111,43

111.65

Kovenbagen

112,17

112,39

112,13

112,36

Stockliolm .

112,47

112,69

112,35

112,57

Helsingfors.

10,549

10,569

10,543

10,563

(stallen. . .

22,195

22,235

22,175

42,215

London. . .

20.423

40,463

40,09

20,449

4,1955

Otcuyork . . Baris....

4,1890

4.1970

1,1875

16,46

16,50

16,47

16,51

Schweiz . .

80,56

60,72

80,54

80,<0

Soaiii.-n -

71,31

71.37

71.13

71.27

Japan . . Kio de Ian

1,965 0.5(13

1,967 0,505

1,96a 0.503

1,967 0.505

Wien in D-- £?eft. adgest Brog . . -

>8,97 12.411

59,09

12,434

58,965

12,41

59,85

12,43

Belrrab Bnimvell.

7,359

i,373

7,358

< ,v71

73,17

73.51

73,18

3» 3-

Bu ».irren

3.029

3,035

u.OJO

3.0:76

i'ifTnbon

13.58

13.62

19,48

19,52

Danzig. .

Bl, 59

51,75

>1,57

81,73

tronstrntin-

4,121

2.127

4,122

4,126

.lthcn. .

5,544

5,i>56

5,564

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Canaba

!. 180

4.188

1,178

4,186

Ura uay

4,276

4.284

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4,284

Lsiro

40 947

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20.973

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Aichsprüi

El lortgeseh

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Agent Drah^ Lerlin, 17. drischt SitmM ortifl, wm K den ist. öurM eef das »a Kt stoalitionspa ftr. für nicht w «tichskcbinett [i; Xkichrpras'1 bai Kabinett er| d.nyieichsta di« brlngtr spb. Do» ist ge fottndf, deren «n Koalitionspa bi ®mnbe gtnoi whr haben und wtajanwn Arbei

Die nicht and (Situation eine letten zeitigen, wehr die D Ouigenmert ist richtet. Sabur van noch jetzl durchführe propaga nk diesem Gesicht! Parteien vor alitionsparteie dartei, die berungen schäft angeh wüt über da! das der beui nifter Schiel hatte. Äleinn Rentenbezüge rentner, Krieg! Forderungen, n

Mt einem C vidrMch tomf WHfibent Glatt, für 192 vor, ferner die schaftlichen Olt Md des Krieg

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