werksgesellschaft den Beweis liefert. Die Frage, ob auch der öffentlichen Hand und speziell den Kommunen der Auslandskredit wieder mehr zugänglich gemacht werden kann — allgemein ist zu sagen, daß das Ausland sich überaus vorsichtig gebärdet, — ist indes so lange unnütz als die Beratungsstelle keine Anstalten zur Entscheidung über die ihr vorliegenden Anträge trifft. Unter diesen befindet sich auch noch der Antrag der Deutschen Girozentrale wegen einer amerikanischen, durch das Haus Harris Forbes & Co. zu begebenden kommunalen Sammelanleihe, deren Plan bekanntlich schon aus dem vorigen Jahre stammt und der dazu dienen soll, den Kommunen langfristige Mittel für dringende werbende Anlagen zu verschaffen. Das Schicksal dieses Planes, der nicht mit dem der großen, Wohl gleichfalls durch die Girozentrale zu vermittelnden Konsolidierungsanleihe zu ver- zwechseln ist, bleibt angesichts der fragwürdigen Haltung der Beratungsstelle ungewiß.
Auf die Politik der Gemeinden, namentlich die Bau Politik, muh diese Berzögerung der Kapitalbeschaffung natürlich stark einwirken, wodurch sich die Aussichten für den Baumarkt sehr verschlechtern. Zwar geben die Girozentralen auch weiter noch im Rahmen des Möglichen kurze Kredite, aber es ist selbstverständlich nicht angängig, langsristige Arbeiten und Werke durch kurzes Geld zu finanzieren. Am inländischen Kapitalmarkt hört man allerdings, daß die Hypothekenbanken zugleich mit der Besserung des Pfandbriefabsahes auch mehr Nachfrage nach Kommunalobligationen verzeichnen können. Allein in Ansehung des Wettbewerbs der großen Emissionen der Reichsbahn-Borzugsaktien. der erheblichen Kreditbedürfnisse der Landwirtschast usw. darf man sich auf diesem Gebiete doch keinen allzuweit gesteckten Erwartungen hingeben. Zudem stellt der heimische Markt, soweit er überhaupt Geldbeschaffungsgelegenheiten bietet, recht Hohe Zinsan- s p r ü ch e. Bezeichnend dafür ist, daß die Girozentrale, die Mitte Januar 10 Millionen Mark ihrer inneren Kommunalgoldanleihe auflegte und hierfür bei 92,5 Prozent Verkaufspreis die Iprozentige Verzinsung wählte, mit diesem Zinsfuß so schlechte Erfahrungen machte, daß sie den dieser Tage von ihr aufgelegten weiteren Abschnitt von 25 Millionen mit einem Lprozentigen Zins — bei 96 Prozent Zeichnungskurs — ausstatten mußte.
Bisher sind, wie wir hören, von diesen Lprozentigen Stücken für rund 15 Millionen Mark verkauft worden. Vereinzelt konnten Gemeinden letzthin dem Vernehmen nach durch Bankirrvermittlung noch Schuldscheindarlehen ge- gegen Hinterlegung von Wertpapieren, z. D. von Aktien der kommunalen Kraftwerke und drrgl. erhalten, wobei die Gelder aus im Ausland beschafften Anleihen von Jndustrieunter- nehmungen stammten, welch letztere diese Mittel nur allmählich verbrauchen und daher vorläufig Teilbeträge für den genannten Zweck zur Verfügung stellen können. Dr. J.
Oie Deutsche Reichsbahn im Januar.
Gegenüber dem Dezember 1927, der durch den Weihnachtsverkehr noch besonders belebt war, liegt im Januar bei der Deutschen Reichsbahn ein Verkehrsrückgang von etwa 7,6 Prozent vor. Während im Dezember insgesamt 3 811313 Wagen gestellt wurden, waren es im Januar 1928 nur 3 540 513. -Durch Vereisung der Wasserstraßen gingen erhebliche Frachten auf die Eisenbahn über. Der Kohlenversand war rege. Richt nur die gesamte Ruhrkohlenförderung konnte abgesetzt werden, es war auch möglich, die Haldenbestände des Ruhrkohlengebietes um etwa 200 000 Tonnen zu vermindern. Der Personenverkehr war in den ersten Tagen des Monats durch die zurückkehrenden Fest- und Ferienreisenden noch lebhaft. Mit Ende der Schulferien flaute der Verkehr schnell ab. Er war dann im weiteren Verlauf des Januars der Jahreszeit entsprechend schwach. Infolge ungenügender Schneelage wurden nur wenige Wintersportzüge gefahren.
Die im Gange befindlichen Abschluß- arbeiten geben gegenwärtig noch fein genaues Bild über die finanzielle Entwicklung des Monats Dezember 1927. Rach den vorläufigen Feststellungen werden die Einnahmen betragen: 1. Personen- und Gepäckverkehr 108,2, 2. Güterverkehr 289.3, 3. Sonstige Einnahmen 66, zusammen 463 Millionen Mark. Die Ausgaben werden die Einnahmen überschreiten. Zur Deckung muß die 1927 angesammelte „Allgemeine Rückstellung" erneut in Anspruch genommen werden. Für den Dienst der Reparationsschuldverschreibungen wurde die fällige Monatsrate rechtzeitig abgeführt. Reben den erforderlichen Rückstel
lungen wurden im Dezember 1927 für werbende Anlagen rund 96 Millionen Mark aufgewendet.
Äon der Frankfurter Messe.
Das Vertrauen, dessen sich die Frankfurter Messe in den Kreisen der deutschen und ausländischen Wirtschaft zu erfreuen hat, findet seinen Ausdruck darin, daß die Anmeldungen für die vom 22. bis 25. April stattfindende Frühjahrsmesse in einer Stärke getätigt werden, die zu den besten Hoffnungen für ihren Gesamtumfang berechtigt. Schon jetzt, 2Ve Monate vor der Messe, ist die Zahl der belegten Quadratmeter ebenso hoch wie die Gesamtquadratmeterfläche der Herbstmesse. Wenn man berücksichtigt, daß die aufsteigende Wirtschasts- kurve doch zum Teil durch die politischen und wirtschaftlichen Ereignisse in der Entwicklung ein wenig gehemmt worden ist, so kann man diese starke Zuversicht der Industrie, die in den Anmeldungen zur Frankfurter Frühjahrsmesse zum Ausdruck kommt, als einen besonders überzeugenden Beweis der Bedeutung der Frankfurter Messen werten.
* Frankfurter Brauhaus e. G. m. b. H. — Dank für Brauindustrie. Zum Zwecke der Ausschaltung des Wettbewerbs steht die Bank für Brauindustrie wegen ^lebernahme des Frankfurter Brauhauses c. G. m. b. H. mit letzteren in Verhandlungen.
* Holex Schokoladen QI.»®., DadHom- burg. In der Angelegenheit der Zahlungseinstellung der Hollex Schokoladen A.-G., Bad Homburg, trat gestern die Gläubigerrersammlung zusammen und wählte in einer äußerst stürmischen Sitzung einen Gläubigerausschuß zur Weiterberatung der Dergleichsangelegenheit. Es soll versucht werden, einen Liquidationsvergleich außertonlursmäßiger Verwendung der Masse zustande zu bringen unter der Voraussetzung, daß der Schuldner für die innerhalb eines Jahres von 40 Prozent zu zahlenden Kreditoren Sicherheit stellen kann. Die Verhandlungen sind bislang zu keinem positiven Ergebnis gelangt.
* Waggon- und Maschinenbau A.-G., Görlitz. In der Aufsichtsratssihung der Waggon» und Maschinenbau A.-G., Görlitz, wurde der Halbjahresabschluh vorgelegt. Er weist eine wesentliche Steigerung der Umsätze und einen guten Ruhen, namentlich im Maschinenbau, aus. Auch die Aussichten für das zweite Halbjahr sind günstig. Zur Vereinheitlichung des Aktienkapitals soll einer auf den 13. März einzu- berufenden außerordentlichen Generalversammlung die Umwandlung der Vorzugsaktien in Stammaktien mit Wirkung vom 1. Juli 1927 ab vorgeschlagen werden, gegen einmalige Vergütung von 10 Prozent des Rennwertes. Das Bankenkonsortium der Gesellschaft hat fich bereit erklärt, den hierzu erforderlichen Betrag von 366 000 Mark zur Verfügung zu stellen. Dieser Betrag soll beim Umtausch der Aktien an die Vorzugsaktionäre zur Auszahlung kommen und aus dein Gewinn des laufenden Jahres an das Konsortium zurückgezahlt werden. Nach Eintragung dieser Aenderung soll die Zulassung des einheitlichen Aktienkapitals zu den Börsen in Berlin und Dresden alsbald beantragt werden.
• 10»Mill. -Dollar-Anleihe der W ass erwirtschaft im Rheinisch-westfälischen Industriegebiet. Die Wasserwirtschaft im Rheinisch-westfälischen Industriegebiet -(Ruhrkohlenbezirk) G. m. b. Sy, Essen, der die nachstehenden Körperschaften, nämlich die Emschergenossenschaft, der Ruhrtalsperrenverein, der Ruhrverband, der Lippevrrband und die Linksniederrheinische Entwässerungsgrnoftenschasr, angehören, hat unter Mitwirkung des Bankhauses Gebrüder Lismann, Frankfurt a. M., eine Anleihe von 10 Millionen Dollar abgeschlossen. Der Anleiheerlös ist für die fünf Verbände bestimmt. Die Emission wird durch das Bankhaus Field, Glore & Co., Neuyork, (bisher Marshal Field, Glore, Ward & Co.), in den nächsten Tagen in Neuyork aufgelegt werden. Der Typ der Anleihe ist 6 Prozent bei einer 25jährigen Laufzeit mit der Möglichkeit der vorzeitigen Rückzahlung.
* D i e Verluste bei der Rheinischen Handelsbank. Die Höhe der gefährdeten Kredite bei der Rheinischen Handelsbank in Mannheim wird nach neuerer Berechnung mit über 600 000 Mark angegeben. Die Depositen sind nicht angegriffen.
* Elektrowerte A.-G., Berlin. Die Generalversammlung der Elektrowerte QI.»®., Berlin, deren gesamtes Aktienkapital sich in den Händen der Vereinigt. Jndustrieunternehmungen A.-G. befindet, genehmigte den Jahresabschluß und die Verteilung einer Dividende von 8 Prozent (wie i. V.). Aus dem Reingewinn von 5 154 587 Mark werden 239 693 Mark auf neue
Rechnung vorgetragen. Auch 1927 hat sich das Geschäft weiter erfreulich entwickelt. Die Stromerzeugung stieg auf 1677 Nkillionen Kilowatt (1,486 i. V.).
• Qlllgemeen Rorit Matschappri, Amsterdam. Von der Verwaltung der All- gemecn Norit Matschappij wird den Amster- bamer Blättern mitgeteilt, daß die in deutschen Blättern erschienenen Meldungen über die Auflösung der seinerzeit zwischen der Vereinigte Chemische Industrie-A.-G., Frankfurt a. M. und der Qlllgemeen Norit Mij, Amsterdam, eingerichtete Jnteresjengemeinschaft nicht richtig seien. Die von beiden Gesellschaften errichtete gemeinsame AmsterdamerVe.kaufsorgani ation, die NoritTer- eenigung Verkoop Zentrale, werde ihre l^,ätiq» feit in der bisherigen Weise fortsetzen.
Frankfurter Börse.
Franffurt a. M., 16. Febr. Tendenz fest. An der heutigen Börse tonnte die gestern in etwas stärkerem Maße eingesetzte K u r s b e s s e- rung weitere Fortschritte machen und die Stimmung war allgemein recht f e ft. Man wollte verschiedentlich umfangreiche K.iufe von Grohbankseite feststellen, die die Spekulation zu weiteren Deckungskäufen veranlaßten. Das Geschäft war verhältnismäßig lebhaft, von Publifumseite soll sich jedoch der Orderseingang bei den Banken nicht merklich verstärkt haben. Ihren Ausgang nahm die festere Haltung wieder von der regeren Nachfrage nach Freigabewerten, daneben begegneten 3. ®.= Farben wieder stärkerem Interesse. Qlnregend wirkten neue günstige Meldungen über den Stand der Freigabeangclegcnheit. Der Zahltag machte sich kaum bemerkbar. Nur am Geldmarkt blieb kurzfristiges Geld im Gegensatz zu Berlin stärker gesucht. Der schwierigen rnnerpo- litischen Lage schenkte man weiter nur geringe Beachtung, bei den ersten Kursen lagen die Notierungen meist um 1 bis 2 Prozent höher. Eine starke Steigerung erzielten Mitteldeutsche plus 10 Prozent, die in Erwartung günstiger Abschluhzisfern rege gefragt waren. Schiff ahrtswerte konnten sich weiter be- feftigen. Scheideanstalt plus 1,5 Prozent. Holzverkohlung blieben nur behauptet. J.-G.-F a r - ben eröffneten 1,25 Prozent höher. Zellstoff- a 11 i e n gewannen 2 Prozent. Montanwerte bis 1 Prozent le her. Kalialtien lagen fast vollkommen unverändert. Deutsche Anleihen behauptet, Ausländer still. Im Verlaufs blieb die Stimmung fest. Nennenswerte Veränderungen traten kaum ein. Die Höchstkurse konnten sich verschiedentlich nicht ganz behaupten. Am Geldmarkt erhöhte sich der Satz für Tagesgeld auf 7 Prozent. Im Devisenverkehr war die Reichsmark weiter fest mit 41915 gegen Kabel und 20,432 gegen London. London gegen Kabel 4,8745. Paris gegen London 124,02, Mailand 92,05, Madrid 28,66.
Berltne. Börse.
Berlin, 16. Febr. Das günstige Endergebnis die Freigabebesprechungen nun heute endlich be- der Reichsbahnemission und die Hoffnung, daß ginnen werden, haben der Börse erneut eine Anregung bieten können. Der heute veröffentlichte Bericht der Maschinenindustrie, der von einem Nachlassen der Konjunktur spricht, und der innerpolitische Konflikt blieben wieder ohne Einfluß. Außer dem anhaltenden Publikumsinteresse war auch eine Beteiligung des Auslandes zu beobachten. Die U m s a tz t ä t i g- keit war lebhafter, doch im großen und ganzen immer noch auf Spezialpapiere beschränkt, die über den Durchschnitt von 2 Proz. hinausgehende Kursbesserungen verzeichnen konnten. O st w e r k e plus 5,5, Ilse plus 3,5, Zellstoff Waldhof plus 4,5, Aschoff e n» bürg plus 7 ur.b Mitteldeutsche Credit, bei der gute Abschluhzisfern erwartet werden, sogar plus 11 Proz. Freigabewerte waren wenig verändert, nur Berliner Handels fester. Heimische Anleihen ruhig, Ausländer eher fester. Bosnier auf dem erhöhten Niveau von gestern behauptet. Pfandbriefe wenig verändert, Anteile eher angeboten. Geld war infolge des Zahltages leicht angespannt. Tagesgeld 5,50 bis 7,50, Monatsgeld 7,50 bis 8,50 Prozent. Es besteht die Möglichkeit, daß auch heute Reichsschahwechsel ausgegeben werden. Im Verlaufe wurde es allgemein etwas ruhiger. Die Kursentwicklung blieb nicht einheitlich. Freigabewerte unter Führung von Berliner Handel plus 2, dagegen Glanzstoff minus 4 Prozent und Spritwerte etwas abbröckelnd.
Franks.'Getreidebörse.
Frankfurt a. M., 16. Febr. Bei unveränderten Preisen blieb das Geschäft klein. Weizen und Roggen zu Mahlzwecken liegt fast geschäfts- los. Weizen zu Futterzwecken wird noch in
mäßigen Grenzen gehandelt. Mehl unverändert ruhig. Futtermittel find ebenfalls weniger gefragt, ebenso wird auch Weizenkleie für prompte Lieferung nur in kleinem Umfange gehandelt. Cs wurden notiert: Weizen 1, gut, gesund, trocken, bis zu 1 Prozent Auswuchs 24,50 Mk., Weizen 2, gut, gesund, trocken, bis zu 3 Prozent Auswuchs 23,25—23,50, Weizen 3, geringere Beschaffenheit, bis zu 23 Prozent Feuchtigkeit 22,75—23,25, Roggen 24,50, Sommergerste für Brauzwecke 27,50—30, Hafer, inländischer 23,50—24,25, Mais (gelb) für Futterzwecke 22,50, Mais (gelb) für andere Zwecke 23,20, Weizenmehl, süddeutsches Spezial 0 36 bis 36,75, Roggenmehl 33—35, Weizenkleie 14 bis 14,15, Roggenkleie 15—15,25 Mk. Tendenz: tetig.
Frankfurter Schlachtviehmarkt.
Frankfurt a. M., 16. gebt. Auftrieb: 66 Rinder. 1036 Kälber, 348 Schafe, 369 Schweine. Cs notierten: Kälber: beste Mast- und Saugkälber 72 bis 75; mittlere Mast- und Saugkälber 64 bis 71; geringe Kälber 50 bis 63. Schafe: Mastlämmer und jüngere Wasthämmel (Weidemast) 48 bis 51; mittlere Mastlämmer, ältere Masthämmel und gut genährte Schafe 40 bis 47; fleischiges Schafvieh 30 bis 39; gering genährtes Schafvieh 25 bis 28. Schweine: vollfleischige Schweine von ca. 240 bis 300 Pfd. Lebendgewicht 57 bis 58; vollfleischige Schweine «on ca. 200 bis 240 Psd. Lebendgewicht 56 bis 58; voklfleischige Schweine von ca. 160 bis 200 Psd. Lebendgewicht 56 bis 58; fleischige Schweine von ca. 120 bis 160 Pfd. Lebendgewicht 54 bis 56. Marktverkauf: Kälber und Schafe ruhig und geräumt. Geschäft in Schweinen langsam, aus» verkauft.
Strafkammer Gießen.
* Gießen, 14. Febr. Die heutige Straf» karnrnersitzung brachte drei Berufungsfälle zur Erledigung. Zunächst wurde über die Berufung eines Mannes aus QI. verhandelt, der vom hiesigen Schöffengericht im Dezember 1927 wegen Sittlichkeitsverbrechens nach 8 176 Zif. 3 StGB, zu insgesamt 5 Jahren Zuchthaus verurteilt worden war. Er gab nunmehr in zweiter Instanz sämtliche ihm zur Last gelegten Fälle nach Maßgabe des Schöffengerichtsurteils zu, bat jedoch um eine erheblich mildere Strafe. Die Strafkammer verwarf fein Rechtsmittel unbestätigte das auf 5 Jahre Zuchthaus, sowie 10 Jahre Ehrverlust lautende Urteil des Schöffengerichts, rechnete aber 4 Monate der Untersuchungshaft an. Der Angeklagte nahm das Urteil an.
Wegen einer ganz unglaublichen Milch fälsch u n g wurde eine Frau auö Kohden auf staatsanwaltliche Berufung hin in strenge Strafe genommen. Während das Amtsgericht Qlidda auf 2 Wochen Gefängnis und 60 Mark Geldstrafe erkannt hatte, erhöhte die Strafkammer die Freiheitsstrafe auf 2 Monate Gefängnis. Zugestandenermaßen hatte die Angeklagte wiederholt die von ihr an einen Milchhändler abgegebene Milch stark gewässert. Der Sachverständige mutzte die von ihm untersuchte Probe als „Wasser mit Milchzusah" bezeichnen, da sie aus 86—87 Teilen Wasser und 100 Teilen Milch zusammengesetzt war. Der auf Aufforderung des Milchhändlers eine Kontrolle vornehmende Gendarmeriebeamte konnte eine solche nicht genau durchführen, da sein Laktodensimeter bis auf den Boden des Milchgefätzes herabsank. Das Gericht bezeichnete eine solche Panscherei als Verbrechen an der Gesundheit der Kinder und Schwachen, die auf Genuß einwandfreier Milch angewiesen sind, und ging deshalb sogar über den staatsanwaltschaftlichen Antrag erheblich hinaus. Dieser Fall sollte für die Milchproduzenten und -Händler eine deutliche Warnung sein, die Gerichte erkennen bei Milchfälschungen durchweg auf strenge Strafen.
Letzte Nachrichten.
Tödlicher Llnglircksfall auf dem Gießener Bahnhof.
Heute vormittag gegen 9 Uhr wurde der bei der Bahnmeisterei 1 in Gießen beschäftigte Rottenmeister Lepper aus Wieseck im hiesigen Güterbahnhof von einer CR a n g i e r a b t e i- lung überfahren. Drei Güterwagen rollten dem bedauernswerten Manne über die Brust und führten feinen sofortigen Tod herbei. Der Verunglückte ist 52 Jahre alt und hinterläßt seine Frau mit zwei unversorgten Kindern. Die Leiche wurde von der Staatsanwaltschaft zur Bestattung freigegeben.
Kurszettel der Berliner und FranksurSer Börse.
Die hinter den Papieren angeführten Zistern geben die Höhe der zuletzt befchlostenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 7 Prozent, Lombardzinsfutz 8 Prozent.
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Franls. M. 'chuieo . .
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Prag, 4 Hacffner . ■ .
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178
—
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Südd Zucker . .w -
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140 5
140,25
139.75
—
Berlin, 15. Febr.
| g.eld
Brre,
Ameritaniichc 'Jioteu.....
4,172
1,192
Belgische Roten......
58,26
58,50
Dänische Roten......
111,98
112.42
Englische Roten.......
■0..-R7
•40.467
Devifenmartt Derlm—Frankfurt a. W.
Berlin. 15. ft-cbr
(Selb
Briet
^ranzoiische Roten......
16,5:)5
16759$
Holländische Roten ....
168,35
169,03
Italienische Roten......
22.22
22,30
Rorwcgtsche Roten......
111,28
111,72
Tcuksch-Lcstcrr.sioo Kronen
59,00
59,14
Rumänische Roten......
2,575
2,595
112,23
112,67
Cchwei;er R^tcn.......
80,42
80,74
Spanische Roten.......
71,06
71,34
Tschechoslowakische Roten . -
12,38
12,44
Ungarische Roten - -
73 00
73,30
Telegraphische Auszah lung.
15. Febr-
16. Febr.
Tlintliche Roti.rung
Amtliche Rolicrullg
(Selb
Brie'
o5elb
Briet _
21msl.» Roll
168,62
168,96
168,53
168,87
1,794
Buen-Aires
1,790
1,794
1,790
Bn>.-Ankw
58,305
58,425
58,275
58,395
Ehristiania
111,49
111,71
111,43
111.65
Kovenbagen
112,17
112,39
112,13
112,36
Stockliolm .
112,47
112,69
112,35
112,57
Helsingfors.
10,549
10,569
10,543
10,563
(stallen. . .
22,195
22,235
22,175
42,215
London. . .
20.423
40,463
40,09
20,449
4,1955
Otcuyork . . Baris....
4,1890
4.1970
1,1875
16,46
16,50
16,47
16,51
Schweiz . .
80,56
60,72
80,54
80,<0
Soaiii.-n -
71,31
71.37
71.13
71.27
Japan . . • ■Kio de Ian
1,965 0.5(13
1,967 0,505
1,96a 0.503
1,967 0.505
Wien in D-- £?eft. adgest Brog . . -
>8,97 12.411
59,09
12,434
58,965
12,41
59,85
12,43
Belrrab Bnimvell.
7,359
i,373
7,358
< ,v71
73,17
73.51
73,18
• 3» 3-
Bu ».irren
3.029
3,035
u.OJO
3.0:76
i'ifTnbon
13.58
13.62
19,48
19,52
Danzig. .
Bl, 59
51,75
>1,57
81,73
tronstrntin-
4,121
2.127
4,122
4,126
’.’lthcn. .
5,544
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Canaba
!. 180
4.188
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Ura uay
4,276
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krerseits enth ngkeitsn, als
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Aichsprüi
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Die nicht and (Situation eine letten zeitigen, wehr die D Ouigenmert ist richtet. Sabur van noch jetzl durchführe propaga nk diesem Gesicht! Parteien vor alitionsparteie dartei, die berungen schäft angeh wüt über da! das der beui nifter Schiel hatte. Äleinn Rentenbezüge rentner, Krieg! Forderungen, n
Mt einem C vidrMch tomf WHfibent Glatt, für 192 vor, ferner die schaftlichen Olt Md des Krieg
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