strertc-s rm letzten Sommer. Die Soli des Herrn Schwarzlose (Dietzen) aus ter Trompete -ersten den Künstler von seiner testen Gerte reicher Applaus lohnten den Vortragenden. Ern gut gespieltes Th.ctterstück sorgte für frohe <3 tun- mutig. Der übliche Tanz beendete die Strftmrgs- feier. . ~
Kreis Friedberg.
4 Bad-Aauheim, 13. Aov. Eine ein- drucksvolle R e f o r m a t i o n s f e r e r veranstal- tete die evangelische Gemeinde in ter bis zum letzten Platz gefüllten Turnhalle. 3m Mittet, punkt der Veranstaltung stand dre unter der Regie von stud. thcol. Hörnle (Drehen) recht gut wiedergegebene Schönherrsche Tragödie Glaube und Heimat", Ansprachen der Pfarrer Knodt und Schäfer und wohlgelungene Darbietungen des von Berufsschullehrer Hildebrand geleiteten Gemischten Chors um- rahmten das Drchnenspiel. — 3n der Frequenz- liste wurde gestern ter 4 0 0 0 0. Kurgast dieses Jahres in der Person von Frau Gmma Reirchold aus Braunschweig eingetragen.
Kreis Büdingen.
II Büdingen, 13. Aov. Der hiesige Musi k v e r e i n kann auf ein wohlgelungenes Konzert zurückblicken. Cs wurde ausgeführt von Frl. Anneliese Wehner, Sopranistin, und Richard Heime, Pianist, beite ou3 Darmstadt. Lieder, Arien und Klaviervorträge wurden von den Künstlern sehr ansprechend vorgetragen. Dte zahlreichen Gäste des Abends dankten mit Mietern Beifall für den genutzretchrn Abend. — Der D. H. C. Zweigverein hitte seine Mitglieder zu einer Sonntag-Wanderung nach Don- Hausen und Herrnhag eingelaten. Das schlechte Wetter tetolrfte indessen eine schwache Beteiligung. Trotzdem verlebte man einige anregende Wanderstunden. Die Schützengesellschaft hat ebenfalls am Sonntag ein Gegenseitigkeits- aabenschiehen abgehalten, welches sehr schön verlief. Franz Göckel, Karl Pracht und Manna g o t ter a zeichneten sich besonders aus.
△ Aidda, 13. Aov. An der hiesigen Gewerbeschule wurde Diplomingenieur R u t l o t als weitere Lehrkraft angestellt. Er wird den Unterricht für Maschinenbau erteilen und besitzt langjährige und Vie seitiae Erfahrung in seinem Fache. Seitter war er bei einem großen Konzern in Mülheim a. d. Ruhr tätig und batte dort u. a. die große Zahl der Lehrlinge des Werkes im Maschinenbau zu unterrichten.
y. B o r s d o r f, 13. Aov. Der 38 Jahre alte, verwitwete Zimmermann Wilhelm Kirchner von hier, beschäftigt auf dem Himmelsbachschen Sägewerk in Aidda, erlitt auf seiner Arbeitsstätte am Freitag einen Beinbruch Der Hn- sall war für den Verunglückten u.n so bedauerlicher, als er zwei Tage darauf sich wieder verheiraten und Hochzeit feiern wollte. Die Gäste waren schon geladen, die Kuchen gebacken und alle weiteren Vorbereitungen zum Hochztttsfest fetroffen. Eine Verlegung hielt man für untun- ich Daher wurde ter Verunglückte vor einigen Tagen in seiner Wohnung im Bette sitzend — die Braut davor stehend — getraut, und dann das Hochzeitsfest in der hier üblichen Weise fröhlich gefeiert.
Kreis Schotten.
□ Laubach, 13. Aov. Die kirchlichen Wahlen sind auch hier in aller Ruhe verlaufen. Zur Kirchengemelnd »Vertretung war nur ein Wahlvorschlag eingc laufen. Infolgedessen brauchte hierfür keine Wahl stattzufinten. Am letzten Freitag sand die Wahl xum Kirchenvorst and statt. Die vier seithrriaen Mitglieder: Oberreallehrer Gerhard, Lehrer S p t l g e r und die Landwirte Heinrich Günther und Georg Wagner wurden wiedergewähtt. An Stelle des verstorbenen Rentamtmannes Bohn wurde neu in den Kirchenvorstand gewählt der Sckreinermeister Wilhelm Stotz, an Stelle des erkrankten Kaufnianns und früheren Beigeord- neten Diehl der Landwirt Heinrich Salz- mann. — Dieser Tage wurdm auf ter hiesigen Gemeindejagd deren Pächter Fabrikant S ch u n k vom Winvhof bei Gießen ist. 17 Hasen. 7 Rehe und ein Fuchs geschossen. Man beschränkte sich auf das Treiben in den Waldungen. Der
Rchstand ist hier wieder hochgekommew da man seit zwei Jahren geschont hat. — Vorgestern hielten hier die Sechzigjährigen eine gemeinsame Feier ab mit Kirchgang und geselliger älnterhaltung im Gasthof „3ur Traube".
• Breungeshain, 13. Aov. Ein aufregender Vorgang ereignete sich heute in unserem Orte. Gin hiesiger Einwohner, anfangs der zwanziger Jahre, der sich erst vor kurzem verheiratet hatte, erlitt in ununterbrochener Folge tobsuchtsartige Anfälle, in deren Verlaus er für seine Angehörigen und für die Einwohnerschaft des Ortes recht gefährlich wurde. Schon am Montag nachmittag hatten sich bei dem bedauernswerten Manne Anzeichen einer geistigen Störung bemerkbar gemacht: u. a. zerschlug er in seinem Wahne Gegenstände der Wohnungseinrichtung. Am heutigen Dienstag früh setzte er diese Zerstörungen fort, die dann in den Mittagsstunden besonders arg wurden. Der Rasende zertrümmerte im Saale einer Gastwirtschaft alle Fenster, die Türen. Möbel usw.. warf HaushaltungS- aegenstände, Ech'achlwaren. Dierslaschen usw. durch die Fenster auf die Straße und eröffnete schließlich aus einem Gewehr ein heftiges Feuer aus die natürlich zusammengeströmte Einwohnerschaft. Von verschiedenen Seiten wurde berichtet, daß der Kranke einige hundert Schüsse abgegeben habe: zum Glück wurde durch diese Schießerei kein Hnheil angerichtet. Hm den bedauernswerten kranken Mann in sichere Obhut zu bringen, wurde die Freiwillige SanitätS- kolonne vom Roten Kreuz in Gießen herbeigerufen. Rach deren Eintreffen rückte auch die Ortsfeuerwehr an, um durch Abgabe von Wasser auf den Hnglücklichen beruhigend und lähmend einzuwirken und ihn dadurch in Schach zu halten. Den vereinten Bemühungen, insbesondere der Gießener Sanitätskolonne, gelang es nach schwierigem Ringen mit dem Kranken, diesen zu überwältigen und soweit zu sichern, daß er nach Gießen in die Heil- und Pflege- Anstalt übergeführt werden konnte. Der Mann ist bereits früher durch gelegentliches absonderliches Verhalten aufgefallen.
§ Hlrich stein. 13. Aov. In der letzten Hälfte ter vergangenen Woche hielt Kceisfür- sorgeschwester Ella P u t h für die forLilöungÄ- schulpflichtigen Mädchen von hier und Helpershain einen dreitägigen Kursus in Kinder- und Säuglingspflege ab. Dank ihrer klaren, anschaulichen Hnterrichtswei'e gelang es ihr. das Interesse der Schülerinnen von Anfang an zu wecken und zu erhalten, die einen bleibenden Gewinn an wichtigen Kenntnissen davongetragen haben dürften. Dem Kreisamt Schotten gebührt aufrichtiger Dank für die Veranstaltung solcher Kure, durch die einer viel beobachteten Hnwif enheit auf diesem wichtigen Gebiet abgehol en und der Volksgesundheit ein ungemein wichtiger Dienst erwiesen wird. — An unserer Hauptstraße werden soeben streckenweise regelrechte Gossen h?rgestellt. durch die der Wasserabfluß künftig besser geregelt und der Fahrdamm trockener gehalten werten wird.
± Lardenbach. 12. Aov. In unserer Gemeinde fand gestern die Aeuwahl des Kir- ckenvorstandes statt. Die seitherigen Kir- cyenvorstehcr, Bürgermeister Lein, Wich. Lein, Heinr. Kratz. Heinr. Mölcher XL, Karl Keil und Heinr. Erb' (Solms-Ilsdorf) wurden sämtlich wiedergewählt. — Wie man hört, beabsichtigt unser neuer Seelsorger, Pfarrer Daher, am 1. Advent seinen Dienst hier anzutreten.
Kreis Alsfelv.
-er. Homberg a. d. Ohm, 13. Aov. Die Freiwillige Feuerwehr beschloß in der am 4. Aovember abgehaltenen Generalversammlung. die Fe er des fünfzigjährigen De- stehens der Wehr am 20. und 21. Mai (Pfingsten) nächsten Jahres festlich zu begehen. — Am Sonntage fand in unserer altehrwürdigen Kirche ein Missionsgottesdienst statt, In dem Missionar Schmoll von der Da e'er Mission predigte. In diesem Morgengottesdirnst schilderte er die großen Schwierigkeiten, mit denen die Mis ionare an ter Goldküste zu kämpfen haben. — In diesem Jahre feien gerade 100 Jahre ver
flossen. seit man dort Missionsarbeit treibt. Sie fei nicht vergeblich gewesen, denn heute zähle man dort üter 50 000 Christen. Während der Mittagsstunden boten die Konfirmanden Mis- sionsschriften in den Häu em zum Verkauf an. Hm sieben Hhr war Abendgottesdienst mit Lichtbildervorführung. Diesmal führte einl:itend der Mis ionar die Zuhörer im Geiste auf die Insel Borneo, schilderte ihre Lage, Größe, Bewässerung, den Hrwald und vor allem deren Bewohner. Mit ter Bitte, das Mis ionswerk nach Kräften zu unterstützen. schloß Missionar Schmoll die erhebende Feier.
L Ober-Ohmen. 13. Aov. In einer der letzten Rächte wurde hier in dem Anwesen des Kaufmanns August Wagner ein Einbruch verübt. Die Diebe stiegen durch das Fenster ein und ließen Rauchwaren Im Werte von etwa 40 'm art mitgehen. Die polizeilichen Ermittelungen sind im Gange.
Rheinhessen.
WSA. Mainz. 13. Aov. Heute vormittag 4.17 Hhr fuhr in dem Tunnel zwischen Mainz Hauptbahnhos und Bahnhof-Süd der Personenzug 1220 in eine Gruppe Qlottenarbeitet, die sich nach beentetem Hmbau auf dem Wege zum Tunnelausgang tejanten. Hierbei wurde ter Arbeiter Phil. O h l aus Sulzheim schwer, ter Arbeiter Phil. Dolen z auS Wallerthttm leicht verletzt. Deidr Verletzten wurden nach dem Städtischen Krankenhaus gebracht. Einige Züge erlitten Verspätungen. Weitere Störungen sind nicht entstanden.
WSA. Ober-Ingelheim, 13. Aov. In ter gestrigen Gerne:nderatssihuug wurde über den Antrag der hessischen Regierung zwecks Vereinigung der beiden Ingelheim diskutiert. Der Gemeinderat beschloß einstimmig, unter der Leitung des Ministeriums mit ter Gemeinde Aieder-Ingelheim zwecks Vereinigung ter beiten Gemeinten Ober- und Aieder-Ingel- heim in Verhandlungen einzutreten. Auch ist die Gemeinte Frei-Weinheim bereit, an den Verhandlungen teilzunehmen.
Turnen, Sport und Spiel.
Deutscher Reitersieg in Amerika.
A e u y o r k, 14. Aov. (WTD. Fm k.pruch.) Das Internationale Reitturnier in Madison Square Garten rn Aeutzork brachte gestern den teilnehmenden deutschen Reitern, den Reichswehrosfizieren Oberleutnant Frhr. v. Aage l, Darmek ow rvnd Schmalz einen großen Erfolg. Gegen stärkste mternationafe Konkurrenz, u. a. Amerikaner, Holländer, Polen und Belgier, gelang es ihnen, die „Internationale Militär-Trophäe" zu gewinnen. Die teilnehmenden amerikanischen Offiziere belegten in dieser Prüfung den zweiten Platz. Der deutsche Sieg wurde von den 20 000 Anwesenden, die ter Veranstaltung mit äußerster Spannung folgten, mit ungeheurer Begeisterung aufgenommen. Die Trophäe wurde den deutschen Siegern in der Mitte der Sportplatzanlagen überreicht, während die Musik das Deutschlandlied spielte, das die Zuschauer entblößten Hauptes anhörten. Sämtliche Turnier-Teilnehmer salu- tierten.
Kunst und Wissenschaft.
Henn Bergson und Sigrid llndsei erhalten den Nobelpreis.
Wie aus Stockholm gemeldet wird, hat die Schwedische Akademie der Wissenschaften den Aobelpreis für Literatur für das Jahr 1927 dem Mitglied ter Academie Fran;aise Henri LouiS Bergson und den Litera tumobelpreis für 1928 ter norwegischen Dichterin Sigrid H n d s e t zuerkannt.
Henri Louis Bergson wurde am 18. Oktober 1859 in Paris geboren. Seine erste Erziehung erhielt er am Lyc6e Condorcef, da- er später mit
ter Rormalschule vertauschte. Nachdem er diese absolviert bäte, erfolgte seine Ernennung zum Lehrer ter Literaturgeschichte. 1883 wurde Derg- fon als Professor der Philosophie an das Lyzeum zu Angers berufen. Zwei Jahre nachher übersiedelte er nach Clermont und war dort am Lyzeum tätig. Seit 1900 liest er am College de France In Paris. Bergson gilt heute als der bedeutendste französische Denker. Gr repräsentiert die moderne, mehr schöngeistig gerichtete philosophische Bewegung, die neuen Prob'emen nach- fpürt. Vor allem verliest er die Richtung jener Lebenswahre, die man als Aeo Lamarclismus bezeichnet. Er ist ter strengste Gegner ter mechanistischen Auf astung der Leäensvorgänge. In seinem am tiefsten schürfenden Werk „L’Evolut on creatrice" hat Bergson vollständig mit allen philosophischen Systemen ter Vergangenh it gebrochen und neue Wege des Denkens eingeschlagen, die zu überraschenden Ausblicken führen. In „Le Rire“ wandelt der Gelehrte andere Pfade. Hier behandelt er das Problem des Komischen. Die beiden Werte „Mati^rc et m£moirc" und „Intro- duction ä la Metaphysik" erregten nach ihrem Erscheinen lebhafte Debatten.
Sigrid Hndset wurde 1882 in Kallundborg in Dänemark als Tochter des bedeutenden nor- wegischen Archäologen Ingwald H. geboren. Als Direktor des Aattonalmuseums in Oslo starb ter Vater früh und ließ seine Familie in Armut zurück. So mußte sich die Hndset von 1899 bis 1909 als Kontoristin ihr Brot verdienen.
Ihre ersten Arbeiten, „Martha Oulie“ (1907) und „Das glückliche Alter" (1908) offenbaren sie schon als beachtliche Fcauenschilderin, fielen aber noch nicht weiter auf. Dagegen tourte sie bekannter durch den 1911 erschienenen Roman „Jenny". Es folgten einige Bände Legenden, Kindergeschichten und 1919 ein Buch „3m Gesichtspunkt ter Frau", in dem sie einen kämpferisch feministischen Standpunkt, dem sie sich wohl früher genähert hatte, ausdrücklich ablehnt.
In den Jahren 1920 bis 1922 erschien barere ihr bisheriges Hauptwerk, die Romantrilogi« „Kristin Lavransdatter" (I: Der Kranz, II: Die Frau, III: Das Kreuz). Es gibt die Schilderung eines norwegischen Frauenschicksals, zwar im äußeren Rahmen des 14. Jahrhunderts, aber mit Schicksalen und Gestalten unserer Zeit. Das Werk hat in Aorwegen schon eine Auflage von 200 000 erreicht. Es wurde in alle norwegischen Sprachen, ins Deutsche, Englische, Französische und Holländische übertragen.
Im Jahre 1925 erschien ter zweibändige Roman „Olaf Audensson von Hestoiken". Der Held erscheint als das männliche Gegenstück zu Kristin Lavransdatter.
Sigrid Hndset ist mit dem Maler Svarstadk verheiratet und hat drei Kinder. Sie wohnt in Lillehammer (Aorwegen).
Zwei deutsche Gelehrte Nobelpreisträger für Chemie.
Stockholm, 13. Aov. (WB.) Die schwedische Akademie der Wissenschaften hat den Aobelpreis für Chemie für das Jahr 1927 dem Professor an der Hniversität München, Heinrich Wieland, und den Aobelpreis für Chemie für das Jahr 1928 dem Professor Adolf Windaus an der Hniversität Göttingen zuerkannt. Der Aobelpreis für Physik für das Jahr 1928 ist zurückgestellt worden.
Neues von Münchhausen.
Dörries v. Münchhausen vereint in feinem! demnächst erscheinenden „Liederbuch" (Deutsche Devlags-Anstalt, Stuttgart) fein bisheriges lyrisches Schaffen in einem Dante, der zusammen mit dem bereits vovsiegenten „Ballatenbuch^ das gesamte dichterische Werk Münchhausens in einer vornehm ausgestatteten Dünndructausgabe umfassen wird.
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