Einzelbild herunterladen

Zum Gallusmarkt

Größte Auswahl bei billigsten Preisen in Damen- und Herrenkonfektion und in sämtlichen Webwaren

AH /eEl At» IM litten in jeöer gen)Unfd)ten Mus- vH Utovl 4111 statiung stilrein und preiswert iniverkttätr-vrucktrei. B. Lange. Siesten. Schulktr. 1

Herrn. Äug. Christ

Grünberg

<i

Erstklassige LanömastUmsn nnd Geräte aller Art empfiehlt bei äußerster Berechnung Friedrich C. Weih, Grünberd i. H.

Spezialwerkstatt für Reparatur und Anfertigung von Maschinen und Geräten

Am Gallusmarkt Ausstellung

bei meinem Hause am Marktplatz

9042 D

Des Grünberger GaUusmavki

9040 D

Neu renoviert I

Täglich Elektrola-Konzert

9J15D

Erstklassige

SOI so

und Erfrischungen!

UOdoD

MsorSlufrumVettvov:

Oameßhüte und-Mäntel

Strickwesten und -Kleider

Pelzwaren

Weiß-, Woll-

Ku nvaron

Mik ta»nn

findet Mittwoch, den 1Z. und Donnerstag, den 18. Oktober d. Z. in bedeutend erweitertem Umfange auf dem stark vergrößerten Marktplatz statt, und laden wir zu zahlreichem Äesuche ein. » Pferde-, MAdVteh- Und SchWeMemavkt findet Mittwoch, den 17. Oktober statt. Der Austrieb beginnt morgens S Uhr und endig« 9V, Uhr. Nachmittags Volksbelustigung. Donnerstag, den IS. Oktober- MvümesmaE, «Sevlosuns mrd volksbetustiguns

hessische Nürgeemeiftevei Geüubees

Villa Imilia ®riinber£ Gießener Straße nächst dem Gallusmarkt

Besitzer H. Hamel Ww. bringt ihre Lokalitäten In empfehlende Erinnerung. / Angenehmer Aufenthalt Mittagtisch von 12 bis 2 Uhr. / Kalte und warme Speisen zu jeder Tageszeit.

Thi-Gelegenen im Saal, am 1. Gallustag. von 16 Uhr ab (Jazzband-Ballorchester). Sonntag, den 21.Oktober Gallusmarkt-Nachfeier

Gallusmarkt Grimberg LIL Hotel zum Hirsch la Weine, Münchner Biere bekannt gute Küche Mittagessen im Saal mit Konzert 13iaUhr Am 17. Oktober 1928, abends 8 Uhr:

3n einer Menge die einen Tanzbären von allen Leiten umgab, hielt seit geraumer Zeit eine Chaise, denn es war nicht möglich, auch nur einen Lchritt weit vorwärts zu kommen. Der Kutscher war abgestiegen und stand vor den Pferden, hielt ihnen die Augen zu, strich ihnen den Hals, und gab ihnen Schmeichelnamen aller Art, denn den Pferden war's bange vor dem Raubthier, und wollten nicht standhalten. Ein Bedienter in Jäger uniform hatte d.rweil seinen Rath mit Einem aus der Bürgerschaft, der zur Marktwache gehörte, und auf seinen Spieß ge­stützt. das einzige Zeichen seiner Würde, in das Treiben hinein! ah und behaglich sein kurzes Pfeifchen rauchte. Der Rath zwischen dem Jäger und dem Spießmann schien nicht sehr freundlich zu sein: denn der Jäger hatte ein zornrotes Ge­sicht und rief in einem fort:Macht Platz, oder ich ziehe vom Lederl" Der Spießmann blickte lächelnd auf die halb gezögerte Waffe und sagte gelassen:Stecket Euer Schwert an seinen Ort, mein Freund: nach gutem altem Marktrecht spielt der zuerst, dec zuerst kommt, und da der Polack mit seinem Petz zuerst auf dem Fleck war, so spielt der zuerst, dann kommt dir Reihe auch an Euch Was Ihr nun in Eurem Kasten hort habt es will mich bedünken, als wären auch fremde Tiere drinnen, das laßt später sehen. Eile mit Weile."Aber seht Ihr d:nn nicht, Mann", rief der Jäger noch ungeduldiger, indem er den Hirschfänger völlig aus der scheide zog, daß der Kutscher die Pferde nicht halten kann, die Bestie dort bringt meine Herrschaft ins Unglück!"Das ist ein Anderes, Freund", sagte der Spießmann,das hättet Ihr gleich sagen können, daß Ihr Reisende führt. Ich will gleich Platz machen: nur sag' ich rroch einmal: Steckt Euer Schwert an seinen Ort; nach gutem Grunberger Marltrecht kommt jeder dort in den Turm, der sich erdreistet, wider hochlöb ichr Bür­gerschaft, zumal in Marktdienst, das Gewehr zu ziehen« So sagend schwank er seine Waffe und gebot in gebrochenem Deutsch, daß sie selber redeten, den Rärführern zur Seite zu gehen.

Die Pferde zogen rasch an, mit manchem ge­fährlichen Sei'ensprung, mit manchem scheuen Blick nach dem Bären hin und nach wenigen Mi­nuten rollte der Wagen durch die Marktaasse hinaus auf den Marktplatz und vor das Gast­haus zum Riesen. Da war ebenfalls ein reges Leben und Treiben. Unter MÜH2 nur konnte der Kutscher eine Anfahr! gewinnen: dmn Fuhr­werke von allen Arten Hutten bereits die Straße beseht. Der Riesenwirth, ein kleines et'es Männ­lein, mit einem langen steifen Zop*, stund, ein weißes Schürzlein vorgebunden und die weiße Mühe unter dem linken Arme, unter seinem Ho> tore und machte einen Bückling hinter dem andern. Er trat an den Kutschenschlag, um ihn zu öffnen, wurde aber von dem Jäger unsanft zur Seite geschoben. Da öffnete sich von innen die Thüre, und statt eines alten, gebrechlichen Reisenden, den man vermutet hatte, sprang schnell und leicht ein junger Mann, in einen weiten Reisemantel ge­hüllt, heraus, und half mit der rechten Hand, während er die linke unter dem Mantel verbor­gen hielt, als trüge er etwas, einem, wie es schien, ebenso jungen Frauenzimmer aus dem Wagen, ließet das Alter seiner Reisegefährtin

Leitung: Tanzlehrer Schneidt, Laubach Eintritt: Herren RM.1.50, Damen RM1.- Kapelle: Ehemalige Reichs­wehrmusik. Im Restaurant: Hallo, die Kiesels kommen Erstklassiges bayrisches In­strumental-Quartett

Damen-Bedienung!

Es ladet freundlichst ein: 9019D

Hermann Eiertänzer

Aus dieser Aufstellung geht erfreulicherweise hervor, daß der Grünberger Gallusmarkt nach den Röten der Kriegs- und Inflationszeit wie­der in bemerkenswertem Aufwärtsstreben be­griffen ist. Wenn die Ziffern der Vorkriegs­zeit bis jeht noch nicht wieder erreicht sind, so muh man sich bewußt sein, daß auch auf diesem Gebiete die Wiederaufbauarbeit nach den schweren Erschütterungen unseres ganzen Wirt­schaftslebens durch Krieg und Inflation nicht so rasch Früchte bringen kann, wie manche Zeit­genossen es wünschen mögen. Mit Genugtuung bars die Einwohner und Freunde Grünbergs das Bewußtsein erfüllen, daß alle berufenen Stellen der Stadt mit regstem Eifer und in anerkennenswerter Weis« an der erneuten Vor- wärtsentwicklung des Gallusmarktes arbeiten und daß diese Tätigkeit bis jetzt schon befriedigende Resultate gezeitigt hat.

Wie den alten Grünbergern noch erinnerlich ist, wurde der Gallusmarkt vor dem Bau der Okwrhessischen Eisenbahn, im Jahre 1870, aus einem Terrain abgehalten, das von der Gallus-

straße ausging und sich über das heutige Dahn- hofsgelände hinweg bis in das freie Feld hinein erstreckte. Hier war der Markt aber nur im Jahre 1870. Er kam dann in den beiden folgen­den Jahren auf die Felder links von der Land­straße GrünbergLondorf. Diese Felder wurden durch den Dahnbau in zwei Teile getrennt und hierdurch für die Marktzwecke ungeeignet. Seit 1872 bis jeht hatte der Gallusmarkt dann seinen Platz auf der sog. Käswiese. Da deren unterer Teil nunmehr für die bauliche Erweiterung der Stadt in Angriff genommen werden mußte, haben die maßgebenden städtischen Stellen Grünbergs ein fünf Morgen großes, an die Käs - wiese ans chließendes Gelände stück noch mit zu Marktzwecken bestimmt und den ganzen Platz in vorteilhafter Weise sür seine Bestimmung Herrichten lassen. Hier wird sich in der nächsten Woche zum ersten Male der Grünberger Gallusmarkt entfalten, und er wird auf diesem hergerichteten Platze sicherlich die volle Te.riedigung der Marktbesucher auslösen. Reben der Stadtverwaltung hat aber auch die Geschäftswelt Grünbergs, tote bisher schon immer, für die Markttage groß­zügige Vorbereitungen getroffen, um allen Wün­schen der Besucher in vollem Maße entsprechen zu können.

Ist dergestalt von Grünberg alles geschehen, um auch den diesjährigen Gallusmarkt in glück­licher Weise zu gestallen, so bleibt jetzt nur noch zu wünschen übrig, daß der Wettergott em Einsehen hat und den Gründergem und den vielen Freunden desGallmarktes" gutes Wetter schenkt, damit alle Wünsche und Hoffnungen weitmöglichst in Erfüllung gehen können.

Cme Galiusmarkt-Episode.

ImKalendermonn vom VeitSbevg" von O. Glaubrecht (erschienen 1879 im Verlag Gundert, Stuttgart) wird unter der Heber- schriftDer Gallusmarkt" eine hübsche Episode über den aufsehenerregenden Be­such einiger Fremden auf dem Grunberger Gallusmarkt erzählt. Es handelte sich da­mals um die Anwesenheit eines reichen holländischen Kaufmannes mit feiner jun­gen Frau und seinem kleinen Kinde, das der Holländer beim Absteigen im Wirts­haus unter dem Mantel ins Haus trug, wodurch natürlich die Reugier der guten Grünberger stark erregt wurde. In Be­gleitung des vornehmen holländischen Paa­res, befand sich ein Jäger, der der Br ude r des Kalendermannes vom Deitsberg war. als solcher aber von keinem der Warklbesucher gekannt wurde. Aus der Erzählung Glaub rechts geben wir hier folgende Abschnitte wieder.

D. Red.

Es war Gallustag des Jahres 17... und In Grünberg, dm freundlichen Städtchen in Lande Hes.cn, war Jahrmarkt. Weithin über dir Felder am westlichen Teile b:r S adt brlltete sich e ne vielfache Reihe von Zelten aus, manche einfach Icon Leinwand, man!;« groß und mit meh Kunst von Baumästen aufg-füh-rt, znw. Ruhen und Ver­gnügen der Marktgäste.

Vom Werden des Gallusmarttes.

GrünbeNg steht wiederum vor seinem bedeu­tendsten wirtschaftlichen Ereignis des Jahres: am Mittwoch und Donnerstag nächster Woche, 17. und 18. Oktober, findet der weithin bekannte Grünberger Gallusmarkt statt. Der Markt, etwa 450 Jahre alt, hat bis auf den heutigen Tag seine große Anziehungskraft be­wahrt. Er wird nicht nur aus der allernächsten Umgegend Grünbergs, sondern auch aus Weller entfernt liegenden Orten, aus Gießen, Alsfeld usw. alljährlich sehr stark besucht. Dieses lebhafte Interesse weiter Bevölkerungskreise findet seine natürliche Begründung einerseits in der wirt­schaftlichen Bedeutung des Marktes selbst, an­derseits in der Tatsache, daß man in Grünbergs Mauern während und nach den Stunden des Marttgeschäftes mancherlei frohe Geselligkeit fin­det, die in dem Hasten und Ringen des Alltags für viele, insbesondere auch für die Landbevöl­kerung, eine willkommene Zerstreuung und Er­holung ist.

Bei dieser Vorschau auf das bedeutsame Marktereignis Grünbergs dürften einige Zahlen über die Entwicklung des Gallusmark- tes von Interesse seini Wir verzeichnen nach­stehend unter Angabe der Jahre die Zahlen der zum Markt erschienenen Krämerstände und die Anzahl der znm Verkauf aufgetriebenen Schweine und Rinder. Man zählte im

Wo gibt es auf dem Gallusmarkt das größte Vergnügen, die reichste Ab­wechselung? Beim

Vettrop Am Tienötaaabend Vorfeier verbun­den mit

«Schlachtfest

Am erste« Tage ab */44 Uhr großer Ball bis zum Wecken, wie alljährlich bei Musidisstev Tanr-LNustk! Am zweiten Tage, abends */39 llbr, läuft daS herrlichste aller Kinottücke Wien Wien, nur du allein--

Sollst stets d. Stadt mein. Traume sei« sowie zwei Beiprogramme, io lustig, daß kein Auge trocken bleibt! Wahrend der Vorfeier und der Festage in allen Räumen, fesche, sl. kiiddeut. Bedienung. Gemütlichkeit, Humor mAbwechselung von Musik u.Geiana usw.in allen Ecken! Kalte und warme Speisen aus eigener Schlachtung zu jeder Tageö- u. Nacht­zeit, iowie die auserwäblteste« Getränke

Empfehle in großer Auswahl

Bornen- ii.

öiBimäntel, Paletots und Bister

Stoffe aller Art / Strick­waren sowie Unterzeuge Alles in bester Qualität zu den billigsten Preisen

Noll Kölner, GriinM

Verkauf nur In dem LadenI

9O44D

lieh sich nichts sagen, denn ein dichter Schleier verbarg ihr Angesicht: aber mit rüstigen Schritten folgte sie dem Begleiter in ein Zimmer im obern Stocke, indes der Jäger sich mit den Koffern und Reisepäcken zu schaffen machte.

Cs ging eine Stunde des Gallustages nach der andern hin. Der Markt vor der Stadt nahm seinen fröhlichen Fortgang, die Gäste im Riesen gingen aus und ein. und der Jäger bediente die fremde Herrschaft allein. Als es Abend ward, trat er unter das Thor und schaute sich die Marktbesucher an, wie sie gingen und kamen. Eben ward das Marktglöcklein gezogen, zum Zeichen, daß für heute das Kaufen und Ver­kaufen aushören sollte, da trat der Riesenwirth zu dem Jäger heran und sagte, auf das Fuhr­werk der Fremden zeigend:Schön Fuhrwerk das!"Wem's gefällt," war des Jägers Ant­wort.Scheint im Ausland gebaut zu sein?" Denk's auch," sagte der Jäger.Ist die Herr­schaft schon lange auf der Reise?" fragte der Riesenwirth.Ziemlich!" »Weit her??" Soll's meinen!"Aus Frankreich?" Rein!"Holland?"Ja!"Also aus Holland ist die Herrschaft?" fragte erfreut der Riesenwirth. ,.O, das ist schön, große Ehre für Grünberg. Doch wohl ein Kaufmann, der auf unserem Gallusmarkt denkt Geschäfte zu machenk Glück zu! Gibt auch nur einen Gallusmarkt weit und breit." Damit folgte der Riesenwirth zweien Gästen, die eben in sein Haus eingingen, Hört, Landsmann," rief der Jäger einem Bauern zu, der näherge treten war. sich da« fremde Fuhrwerk zu besehen,wo seid Ihr her, wenn's erlaubt ist. zu fragen?" Der Bauer lüf­tete seinen dreieckigen Hut und sprach:Wie'« Euren Edlen gefällt, ich bin von Göbelnrod.' Run, dann seid Ihr ja nicht weit von Veits- berg," sprach der Jäger,und könnt mir wohl sagen, ob dec Schulmeister Justus noch lebt?" Wind wohl noch leben," war des Bauers Ant­wort,denn wär' er gestorben, so hätf ich s sicher erfahren. Doch wart', alleweile fällt mir ein, daß der Kalend ermann noch lebt. Denn mein Rachbar, der Bornpeter, sagte vorgestern zu mir, er wolle bald auf den Veitsberg, und sich den Kalender holen für's künftige Iahr. Wenn Ihr don Schulmeister kennt, so wißt Ihr auch, daß Keiner auf weit und breit dyn Ka- teilbar besser versteht denn der Justus. Ehe die Sterngucker, Gott weiß wo sie sind, ihn gemacht haben, da haben wir ihn hier herum längst und Einer schreibt ihn vom Andern ab, und wenn die Drucker ihn endlich kiefern, so um Weihnach­ten hin, da weiß Unsereiner schon längst im neuen Jahre Bescheid. Und toertn er's wissen will, so sagt ihm der Kalendermann vom Veits- berg auch jede Sonn- und Mondfinsternis vor­aus, und das auf die Minute. Kurz, der Mann versteht seine Sache, daß mutz man ihm lassen. Dank für die Rachricht, guter Freund," sprach 6c- Jager freundlich,da trinkt, ehe Ihr heun- g<ht, noch ein Frisches auf die Gesundheit deS Ka.endermannes, und gedenkt auch mein dabei, wönn's Euch nichts verschlägt!" Ehe noch W« erstaunte Bauer seinen Dank sagen konnte, war der Jäger ins Haus zurückgegangcn.

BalmMs-BeMBesiaürani Briiiert, H

Jahr

Kramerftände

Schweine

Rinder

1850

295

2762

160

1870

496

Krieg

Krieg

1871

597

1686

315

1872

472

1534

234

1880

351

857

122

1890

297

1824

271

1900

290

1958

. 228

1913

139

1638

122

1914

61

Krieg

Krieg

1923 (Inflat.) 35

344

1924

136

890

11

1927

129

923

61

und 17 Pferde