Ausgabe 
13.8.1928
 
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Oie Wetterlage

OieToienfeier für Stefan Raditsch

Am Grabe -es kroatischen Bauernkönigs.Ruhe in Agram

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entsprechen im wesentlichen dem Grundsatz des 6c- i setzcs, und ich befürworte die A u f h e b u n g jener Bestimmungen des Gesetzes, die eine neue Quote nberechnunp verlangen. Hoover schloß seine Rede mit einer Verherrlichung de» Präsidenten Eoolldge, der, wie er sagte, der Geschichte des Landes das Siegel seiner Recht« schassenl-eit und seiner Staatskunst aufgedrückt habe.

Hoovers Programm.

Ter repnblikanischc Präsidentschaft^ kandidat über daß Einwandcrungsgcsetz.

San Franzisko, 11. Auq. (WTB.) 3m (Sta­tion der «tanford-Universität in Polo Alto fand '»eilte der feierliche Akt statt, in dessen Verlauf der frühere Handelsminister Herbert Hoover offi­ziell von seiner durch den Republikanischen Partei« tongreß von Kansas City vollzogenen Wahl jum Präsidentschaftskandidaten der Partei in Kenntnis gesetzt wurde. Hoover nahm die Nomi­nation formell an und zeichnete in längerer Rede die Umrisse seines politischen Programms. Er sprach sich für eine wirksame Durchführung der Prohibittonsgcsctze aus, gab jedoch das Vorhandensein gewisser Mißstände zu. die aus der Durchführung des Alkoholverbotes cntfton den seien. Sehr ausführlich beschäftigte sich Hoover mit der Frage einer st a a t l i ch e n Hilfsaktion für die garmrr, die er als das dringlichste Problem der Ration bezelchnete. Er lehnte die Be- milligung staatlicher Subvention ob und erklärte, die Hilfe für die Former müsse in einer Erhöhung gewisser Zollsätze, in der Verbesserung und Verbilligung des ^rachtvcrkehrs und in dem durch staatliche Unterstützung geförderten Ausbau kooperativer Derkaufsge- nossenschaften bestehen. Der republikanische Präsidentschaftskandidat vermied es, den Romen fei­nes demokratischen Gegenkandidaten zu nennen, rich­tete jedoch an die Hörer, die seiner burdi Rundsunk verbreiteten Rebe lauschten, einen leibenschaftlichen Appell s ür religiöse D u l b s o m k e i t, der im Hinblick auf die Angriffe, die von einem Teil der amerikanischen Presse gegen Gouverneur Smith wegen seines katholischen Glaubens gerichtet werden, feine besondere Bedeutung nicht verfehlen wird. Auf die aktuellen weltpolitischen Probleme ging Hoover nicht ein. Er begnügte sich lediglich mit der Erklä­rung. daß die auswärtige Politik dem Frieden und der Idee der Abrüstung dienen müsse Zugleich tprnri) er sich für die Erhaltung einer Flotte aus, die ben Erforbernissen der nationalen Verteidigung entsprech,. Von l',sonderer Bedeutung ist es daß sich der republikanische Präsidentschaft»- tandioat gegen die berüchtigte Ur- sprlingsklausel des Einwanberungs- g e s e tz e s aussprach. Auf Grund dieser Klausel sind bekanntlich Bestrebungen im Gange, die deutsche Einwanderung aus die Halste der zur Zeit geltenden Quote herabzusetzen Er erklärte, wir werden das Einwanderungsgesetz abändern, um unnötige Hörten für die Familen der Einwanderer zu be­seitigen. Al» Mitglied de» Ausschusses, dessen Aus­gabe e» ist, die Einwanderungsquoten noch ben Be- himmungen de» Gesetzes über die nationale Abstammung festzusetzen, habe ,ch gesunden, daß e» unmöglich ist. die» ohne Hörten zu tun. Die jetzt bestehenden Einwanderungsquoten

Agram, 12. Aug. (TU.) Die Bestattungsfeier, lichkeiten für Stefan Raditsch sind 'M allgemeinen u n g e st ö r t o e r l a u f e n. Die Leichenfeier wurde zu einer starken Kundgebung des St r o atentum», nicht nur durch die ungeheuere De tciligung, sondern auch durch die bedeutsamen politi­schen Reden, mit denen sie eröffnet wurde. Die Feier dauerte etwa acht Stunden. An dem Leichen zug beteiligten sich mehr als 100 000 Menschen, die zahllosen Zuschauer nicht mitgerechnet. Während der letzten Tage hatten sich Abordnungen von Bauern aus allen neuen Provinzen des jugoslawischen Staates eingefunden, Kroaten, Slowenen, Dalmatiner, Bosnier, Herzegowiner, Wojwodiner, Bunjevaren usw. Eine Gruppe von 50 Bauern aus Süddalmatien ist in viertägigem Fuß­marsch zu der Beerdigungsfeier gekommen. Nur die altserbischen Gebiete und Montenegro waren nicht vertreten infolge der Absagen, die ihnen durch die Kroaten zuteil geworden waren. Auch tschechoslowa- kische und polnische Parlomentsabordnungen waren erschienen. In dem geräumigen Hof des Bauern- Heimes wurden einige tausend Kränze niedergelegt, die von den verschiedenen Ab- ordnungen dem Sarge vorangetragen werben sollen.

Unter ihnen befand sich, vom kroatischen Bauern- rebelten Mathia» Gubetsch gestiftet, ein Dornen- krau; mit den kroatischen Nationalfarben, an dem die Reooloerkugcl befestigt war, bk Ra- ditsch am 20. Juni in der Skupschlina oernmn- det Hot. Dieser Kran; wurde später im Leichen- zug von den beiden ebenfalls in der Skupschtino verwundeten Abg. p c r n a r und ltzvondja begleitet. König Alexander hatte einen großen Lorbeerkran; au» reinem Silber mit Goldbuchstabcn gesandt: die eine Schleife trug die Inschrift:Stefan Raditsch, die zweite ..Alexander'. Der Kran; rourbc im Leichenzug von vier Gordeunteroffizicren dem Sarge vor- angetragen. Als Vertreter des Königs nahmen der Kommandeur de» 6. kroatischen Armee­korps, Generat Matitsch, in Begleitung de» Divi­sionsgenerals Sreckowitsch teil.

Die Baucrnabordnungen in ihren malerischen Volkstrachten, begleitet von Tausenden von Fahnen und Standarten erfüllten den weiten Zriny-Platz vor dem Bouernheim und die angrenzenden Stra­ßen. Um 15 Uhr wurde der Sarg aus dem Bauern- heim ausben Platz gebracht und vom Erzbisckof oon Agram, Dr. Bauer, unter großer geistlicher Assistenz eingeseanet. Kroatische 'Abgeordnete trugen den Sarg, die Angehörigen folgten ihm unmittel­bar.

Rach der kirchlichen Zeremonie hielten vom Bal- kon des Bauernheims herab zehn führende Poli- tiker Nachrufe für Raditsch. Der neue Präsident der Bauernpartei, Dr. Matschek, erklärte:Ra- ditsch war der ungekrönte König von Kroatien. Er hat 40 Jahre lang die Domen- fronc getrogen. Die Belgrader Machthaber hatten beschlossen, ihn zu töten. Aber seinen Geist konnten sie nicht umbringen. Er weilt unter uns und wird uns zum endgültigen Siege führen. Alle Kroaten werden für ewig durch ben Heist Rabitschs geeint, seinen Komps weiiersühre^, bis sie ihre Freiheit erringen." Mittag war bereits vorüber, als sich der ungeheure Trauerzua in Bewegung setzte. Turner mit gezogenem Säbel ritten an der Spitze de» Zuges. Eine unübersehbare Menschenmenge bildete auf dem ganzen Wege bis zu dem an der Peripherie von Agram liegenden Friedhof Spalier. Am offenen Grabe hielt der Bauernabgeordnete V a l c t s ch i t f ch die Abschieds- rede. Raditsch ist vorläufig zwischen den beiden on- deren Opfern des Skupschtina-Attentats begraben worden. Seine Leiche wird demnächst in die Fried- hosskapelle übergeführt und später in einem Mauso- leum beigesetzt werden.

Die Auionomieforderung der Kroaten.

Ein selbständiges Kroatien im Nahmen des südslawischen LtaateS.

Wien, 11. Aug. (WB.) Der Sonderbericht­erstatter der ./Heuen Freien Presse" in Agram hotte eine ilnterreöuug mit den Führern der bäuerlich-demokratischen Koalition, Dr. Moeck und Pr ibi tschewi tsch. Dr. Maeck äußerte sich über die politische Situation u. a. folgender­

maßen: Schon da- Attentat vom 20. Ium m der Skuplchttna hat all da- vollkommen zerstört, was die südslawische Idee beim ilmfturx mit sich gebracht hat und waS seit dem Jahre 1924 geschossen worden war, um eine Verständigung zwischen den Kroaten und Serben zu erzielen Ietzt. insbesondere nach dem Tode unseres Führers Raditsch. hat sich die Sachlage noch mehr zugesp ht. und im kroatischen Dolle hcrr'cht d e Meinung vor. daß ein Zu­sammenleben mit den Serben nicht möglich ist. Wir Kroaten sind heute insofern besser daran als im Jahre 1918. als nun auch b i c hiesigen Serben sowie jene in ben übrigen ehemals österreichischen Ländern ein- gesehen haben, daß die Dinge einen ganz anderen Verlauf genommen haben, als man sich damals vorgestellt hat.

Jetzt sieht man ein, daß die Sprache allein nicht genügt, um eine einheitliche Nation zu bilden. Auch mir haben uns getäuscht, und biejenigen, ine diesen Staat geschossen haben, haben sich die Sache zu einfach oorgcslcll!, wenn sie glaubten, das, eine Nation schon die logische £otge einer Sprache ist. Es kommen eben noch andere l( m ft ä n b c in Betracht, um eine .Ration zu schaffen, und zwar Kultur und, was noch wich­tiger ist, die geopolitische tage. Die Lander der einstigen österreichisch-ungarischen Monarchie waren westliche ftulfurnationen. Die Serben im alten Königreich hatten by , an - t i n i s ch e Kultur. Die weitere Entwicklung der Dinge hängt seh« von Belgrad und dessen poli­tischer Einstellung ab. ID i r wollen ein felbfländigeskroatien, wenn wir auch au» aufzenpolitischen Gründen gegen eint Los-

Irennung sind.

Gs war eben ein schwerer Fehler, das) man die historische Individualität und die Grenzen ter* Wischern wollte. Kroatien war im Frieden ein eigener Staat und es kann un- natürlich nicht Passer., das, wir jetzt weniger haben sollen, als wir früher gehabt haben. Welches Maß von Föderation wir haben, hängt natürlich vom Handeln ab. 3c mehr Freiheit und Selb- ständigkeit. desto besser. Gemeinsame Gren-ea gemeinsamer Zollgebiet, gemeinsame auswärtige Vertretung: gut! Öfter schon ob ein gerne infam« Heer nötig ist. darüber läßt sich streiten, um unsere Forderungen durchzusetzen, haben totr vor- schicdcne Mittel, die noch Geheimnis sind. Die Eteuerverweigerung allein wird nicht genügen. Ich hoffe aber, daß sich alles auf friedlichem Wege lösen lassen wird

Sveiozar pkibitschewitsch

machte über die politischen Pläne der bäuerlich- demokratischen Koalition folgende Mitteilungen: Dor allem möchte ich seststellen. bah alle untere Bestrebungen sich im Rahmen des süd­slawischen Staates halten. Auch wir wollen keine Sprengung des südslawischen Staa­tes. sondern eine Aekonstruktio n feiner inneren Form, aber eine a n b l iche Re­konstruktion auf her Dasis völliger Gleichberechti­gung und Ebenbürtigkeit und auf der Grundlage einer weitestgehenden föderativen Ausgestaltung unserer Dersassnng, über die wir noch beraten. Wenn hierbei von einer Personalunion zwilchen Kroatien und ©erbten gesprochen wird, so scheint mir das zu weitgehend zu fern. Unser ZiLl ist ein Föderalismus, wc ledes südslawische Doll alles, was die Sicherheit und das Leben in dem Gesamtstaate unbedingt er» sordern, in völliger Autonomie und im eigenen Wirkungskreis selbst ver­waltet. ES hat sich eben gezeigt, dah die zentra­listische, dureaukratische Derfassung. wie man sie jetzt mit allen Mitteln in Delgrad propagiert, nicht gehalten hat und sich nicht halten laht. Wir werden untere Wünsche und Forderungen durchsetzen, da die Bevölkerung Kroatiens gc» schlossen hinter uns steht. Wir werden Ruhe und Ordnung bewahren, die von der Füh­rung ausgehen wtrd. Wir werden aber den Kampf fortsehen zmd nicht früher nach Belgrad in das Parlament zurückkehren, bis unsere prt- mären Forderungen erfüllt sind: Das find die Einsetzung einer neutralen Regierung, die Ausschreibung von Neuwahlen und deren unbednftubte Durchführung."

totrten rann. Dir h-b«, -L-- auch mcht

»«gellen. t>o5 die »otitito Stnllcht und Te- !°nL-nheU Zri-d-tch Eber s da- husche Dvlk damals vor ungeheurem Unglück bewahrt hat. Wir wällen es ihm danken, wenn es uns einst besser geht, und heute schon, wo wir den Kopf wieder heben.

Den Abschluß der glänzenden Feier bildete bie Uraufführung de«Hymnus zur DersassungS- feter" unter dem Dirigent en st ad feines Kompo- mften Waldemar v. Bansin em. Der Hymnus klang aus in das Deutschlandlied, dessen erste Strophe der Thor und dessen dritte Strophe die gesamte Festversammlung mitfaug. Dam, begab sich die Festversammlung nach den reservierten Inbünen vor dem Moli ketten kmal, den ein Fackelzug von Tausenden von Teilnehmern pas­sierte. Sin geselliges Beisammensein in den Fest­räumen und aus den Terrassen der Staatsoper an dem Platz der Republik beschlosi den fest- lichen Abend.

Das Deutschland-Feuerwert aus der Grünewald-Rennbahn.

Berlin, 11. Aug. (S^L) Anläßlich des Der- sassungstages fand am Samstagabend auf der Grünewald-Rennbahn ein großes Deutschland­feuerwert statt. Zwei Musikkapellen unterhielten da- sich allmählich ansammelnde Publikum V,» Stunden vor dem eigentlichen Feuerwerk durch ein großes Promenaden-Doppelkonzert. Dor etwa bOOOO bis 70 000 Zuschauern wurde daS riesige Feuerwerk abgebrannt. Die einzelnen Fronten dieses gigantficyen Deutschland-FeuerwerkeS hatten eine Ausdehnung von 250 Meter und bestanden in der Dorführung ganzer leuchtender Bilder- gruppen. Taufende von Leuchtkugeln, Kometen. Schwärmer und Bomben in den herrlichsten Da- riationen begleiteten btt einzelnen Bilder Außer­dem wurden wahre Wunder der Pyrotechnik ge­zeigt, die ihren Höhepunkt in dem Aufstieg von zwei feurigen Hohlkugeln im Umfang von vier Meter mittel« Raketenantriebes fanden, die gleich- lam die ersten Modelle zum Raumluftschiff bil- beten. .

Das erste BildUnierbemReichsadler bestand auS einem mächtigen Aehrenseld mit gol­denen Riesengarben uno bunten Feldblumen, über dem schiw^nd der Reichsadler schwebte. 3m zweiten Bilde, das der Kunst gewidmet war. stürzte kaSkadenartig ein märchenhafter Silber- Wassers all in ein mit zwei feuerspeienden Drachen verziertes Becken. Zu beiden Seiten leuchteten die Porträts von Wagner und Beethoven auf. Das nächste Bild war dem Turnvater Zahn gewidmet. Gin weiteres Bild zeigte den deutschen Geist und die deutsche Arbeit: In der Mitte des BildeS stand die markante Figur eines Schmiedes am Amboß bei der Arbeit, während zu beiten Seiten die großen Porträts teS Gra­fen Zeppelin und seines RachfolgerS Dr. Eckener aufleuchteten. Drohe Feuerräder " mit Sirenengeheul versinnbildlichten die Tatkraft der deutschen Industrie und Technik, während die Front von Modellen des neuen LuftschiffesL. L 127 und des OzeanfluZeuges .Bremen" über­zogen wurde. Auf vielseitigen Wunsch wurde die Wiederholung deS phänomenalen Tannen- berg-BildeS mit dem gewaltigen Denkmal auS nem Hindenburg-Feuerwerk vom vorigen Iahre gegeben In der Schlußfront leuchteten links und rechts die Porträts des ersten Reichspräsi­denten Ebert unb des gegenwärtigen Reichspräsidenten v. Hi nden bu rg auf. ^wahrend in der Mitte in Feuerschrift die Worte zu lesen waren .Alles sürs Daterland". 'Die Front schloß mit dem Aufstetgen der herr­lichsten Bomben und dem märchenhaften Aufleuch- ' ten des ganzen Grunewakd-Halbkreises. DaS Fest wurde beendet mit dem gemeinsamen Absfngen deS Deutschlandliedes.

Ruhiger Verlaus der Wilnaer Legionärstagung.

Warschau. 12. Aug. (WB.) Die Wilnaer Legionärs-'Tagung nahm einen überaus festlichen Verlauf. Es beteiligten sich daran Marschall P i l s u d s k i. sämtliche im Lande anwesenden Mi­nister, zahlreiche Generale und Offiziere und die aus ganz Polen hei beigeströmten Wasfenaefährten des Marschalls. In der reich mit Fahnen ge­schmückten Stadt wogte eine viel tausendköpfige, festlich gestimmte Menge. Unter den zahlreichen aus dem Auslande herbergeeilten Pressevertretern befanden sich auch sieben litauische Iour- na listen, die unter ausdrücklicher Zustimmung des litauischen Ministerpräsidenten Woldema- ras und der polnischen Behörden den Abend vorher die sonst gesperrte Grenze im Auto pas­sierten. um der Tagung beizuwohnen. Den Haupt­punkt des Festes bildete der mit Spannung er­wartete Dort ragMarschallPilfudfkiS. der ein unpolitisches Gepräge trug Der Dertrag war wesentlich eme Derhrrr'ichung seiner Vater­stadt Wilna, untermischt mit lote aneinanberge- reihten Erinnerungen au» den Tagen des Well- kriege» und der ersten Iahre deS wredererstan- benen Polens. Pilsudski schloß feinen Dortrag mit dem Appell, daß der heutige Feiertag so begangen werden möge, wie der Tag der Be­freiung ter Stadt, woraus stürmische Begettze- rungsruse folgten. Die Feier schloß mrt dem von sämtlichen Tterfammtllen gelungenen Soldaten- Ired von der ersten Cegitmärbrtgate.

Gesetze, mit denen die Zwangswirtschaft im Wohnungswesen verbunden ist: Äbleh- nunq des Bodenreformgefetzenlwurfes (Wohn-Heimstättengesetz): Ablehnung oon Lende­rungen des Bürgerlichen Gesetzbuches zur Schaffung eines sozialen Miettechtes; Lenkung derReal- fl c u e r n ; keine neue Aufrollung dec Aufwer­tungsfragen. Der erste Vorsitzende dcs Kartell» des Rcichsausschufses der deutschen Mittelschicht und Vorsitzender de» Kartells für geistiges Eigentum. Dr. Eberling, behandelte das ThemaDie Sendung ter teuZlä»en Mittelschicht'. Der Vertreter der österreichifchen Hau»desitzerorganisationen, S ch r ä l t, gab seinem Bedauern Ausdruck, daß bic österreichifchen und deutschen Hausdesitzer- organisationen noch nicht zu einer Ardeitsgemem- schast zusammengcschlosien seien.

Lin Auto gegen einen Zug gefahren.

Auf einem fchrankenlvfen Bahnüber­gang auf der Strecke Olpe - Finnentrop fuhr da- Auto eine# Geterfabrifanten gegen die Loko­motive eine- Personen,zugeS. Da» Automobil wurde etwa sechs Meter zurück g-c^chleu- d e r t. Durch den Anprall erplodierte der Benzintank. Eine gewaltige Feuergarbe fchoß aus dem zertrümmerten Wagen hervor, so daß die in der Rähe befindliche Tclegrapheirdrähte durchbrannten. Der Fabrikant, der mit schreck­lichen Brandwunden und anderen schweren Der- letzuirgen unter den Trümmern hervorgezogen wurde, st a r b kurz darauf. Sein Sohn, ter da» Auto steuerte, erlitt einen Schädelbrvch und schwere Schnittwundei^.

HHctec ein Opfer ter schrankenlosen Bahnübergänge.

Auf ter fchienengleichen, unbewachten lieber- fahrt vor Bahnhof Hafenlohr bei Aschaffenburg wurde durch einen RebenbahnMg der 80jährige Adam Grcscr aus Hafenlohr üb er fahren und _ Getötet Nach Zeugenaussagen kann dem Zua- sührer keine Schuld beigemessen werden. Der alle Mann wäre nicht in ben Zug gelaufen, wenn erb- nungk IN ästige Schranken vorhanden wären. Es ist dies die gleiche Stelle, an der vor einiger Zeit ein Auto vom Zug erfastt wurde.

3n ten Bergen vermlstt

Der 25jä()rifle Rudvl' Beer au» Graz und ter 32jährige Franz Pfisterer au# Karldorf. bte sich auf einer Ferienrelse befanden, ver­suchten dte Dent -Blanche bei Zermatt von der Südtette her zu besteigen. Dabei verstiegen sie sich. Die beiten Tourtsten waren nicht an* geteilt. Deec tat einen Fehltritt, stürzt« 70 Meter ab und blieb mit bebeutenten Quetschungen auf dem Gletscher Legen. Pfisterer lief dem Abgestürzten zu, daß er sich nach der drei Stunden entfernten Schönbühelhüttc be­geben wolle, um Hilfe zu holen Seitdem ist Pfisterer nicht mehr gesehen worden Beer mußte ohne Proviant drei Lage auf dem Gletscher ouSharren: er schleppte sich schließlich mH unsäglicher Mühe zur Schönbüheler Hütte, wo er in völlig erschöpftem Zustande chilraf. Eine Kolonne brachte ihn nach Zermatt. Sein Befinden ist ernst, doch nicht hoffnungslos. Man vermutet, daß Pfisterer während deS Marsche» nach ter Hütte in einen Htetnschlag geraten oder in eine Gletscherspalle gestürzt ist.

3m vachstelngebiek verunglückt.

Eine Gruppe von sieben Touristen, die am vergangenen SamStag eine Bergtour an ter Südwand des Dachstein gebiete» unternahmen, befindet fi<6 in Lebensgefahr einer ter Touristen ist bereit» geworben

Drei Arbeiter getötet

Aus unbekannter Ursache zersprang kurz hinter der Brücke des Rhein-Herne->ionals bei Duisburg ein zur Prüfung der Rohre der Ferngaslellung benutzter, etwa 250 Kilogramm schwerer guh- eiserner Kessel. Ein in der Nähe stehender und zwei auf dem Heimwege befindliche Arbeiter wurden von Teilen des Kessels getötet. Einige andere Ar­beiter wurden verletzt.

'LtfClti'l'Uu . a. .'iußt.

Das über England liegende Tief bat feine Loge »enifl verändert. Leine vorderen Ausläufer brach­ten uns schon gestern abend unter lokalen Ge­witterstörungen Regenfalle Auch morgen wirb sich bei uns sein Einfluß geltenb machen, |o daß mit dem Auftreten weiterer Niederschläge zu rechnen ist-

Wetteroorai'sfage für Dienstag: Meist bedeckt, etwa» kühler, weitere Regenfälle.

Witter ungsausjichtenfürMittwoch: Wieder langsame Besserung der Wetterlage.

Lufttemperaturen am 12. Auaust: mittag» 27,7 Grad Eelsiu», abends 22,9 Grad Eelsiu». am 13 August: morgen» 17^ Grad Celsius Maximum 28,4 Grad Celsius: Minimum 13,5 Grad Celsius ErLlempcraturen in 10 Zentimeter liefe am 12 August: abends 23,4 Grad Celsius, am 13. August: morgen» 19,5 Grad Celsius. Niederschlag 13 Millimeter.

Aus aller Wett.

Ein historisches Tchlost cingeäscherk.

In der Nacht zum Sonntag brach in dem Schloß des Grafen Schenk von Stau s je n berg in Jettingen in der Nähe von Dinkelscherben Großseuer aus, dem das Schloßgebäude, bas au» dem 15 Jahrhundert stammt, zum größten Teil zum Opfer fiel. Die Feuerwehren von Jettingen und Umgebung waren gegenüber bem wutenben Cle­ment machtlos. Erst d,c Molorfpritzen ber Feuer­wehren von Augsburg, Ulm, Neu-Ulm unb anderen Städten konnten ben Brand ersticken. Von der wert- vollen Bibliothek unb ben Einrichtungraegem ftänben konnte nur ein geringer Teil ge­rettet werben. Nur mit großer Muhe gelang es, ein Uebergreifen des Feuers auf ben Markt Iettin- gen zu verhinbern und eine Katastrophe roie in Luhe zu verhüten. Das Schloß muß wahrscheinlich ganz lid) abgebrochen und n r u a u f g e b a u t werben.

49 Zentralvcrbandsrag reukschrr Haus, und Grundbcsitzervkreine

In Görlitz hielt ber 49. orbentliche Zentraloer- banbstag deutscher Haus- und Grundbesitzerverbände seine Hauptversammlung ab, zu ber etwa 1500 Delegierte au» allen leiten bes Reiches unb zahl­reiche Vertreter von Ministerien unb Behörden, der politischen Parteien, von Handel und Industrie, von Handwerkskammern sowie Hausbesitzerorgani- lattonen des In- unb Auslanbes erschienen waren. Glückwunschtelegramme waren u. a. angegangen vom Vorstand te» Deutschen Slädtetages, vom Reichsarbeitsminister, vom Reichsinnenminister und oom Reichswirtschastsminiftcr. Universität»' prosesior Iwan Äljn (Berlin) hielt einen Vortrog über das ThemaDie Enteignung in Ruß­land und ihre Bedeutung für die Welt", der bei der Derfammlung jo starken Beifall sand, daß fie die Drucklegung Des Dortrage» stürmisch verlangte. Daraus sprach der Vorsitzende, Stabtrat H u m a r (München), über btt Forderungen des deutschen Hausbesitzcrftandts an den neuen Reichstag, di« folgende fünf Punkte enthalten: Aushebung aller

15.

'Sonntag.- Jggs.g*mgs-