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der bevorstehenden Tagung von neuem bereits früher behandelten Bittschrift

Cooiidge, der sein hohes Amt aus eigenen Wunsch verlasse, ungeachtet der Tatsache, dah seine Nominierung und seine Wahl mit «icherhcit erfoL acn würde, wenn nicht fccr Präsident selbst seine Nominierung verboten hätte.

ManüaiStagung des Völkerbundes.

Genf, 12. 3um. (WB.) Der MandatSauS- schuh deS DöllerbundeS ist zu feiner 13. Tagung zusammengetreten. Der langjährige Präsident Teo doli (3talien), der Vizepräsident van AeeS (Holland) und der Leiter der Man- datSabteilung deS Böllerbundssekretariates. der Italiener E a t i st l n i, wurden In ihren Funk­tionen bestätigt. Der wichtigste Punkt der Ta­gesordnung sieht die Behandlung des von der Regierung Reu-Seelands nunmehr vorge­legten Berichtes über die Anruhen auf Sa­moa im vorigen Sommer vor. Das deutsch« Mitglied, Geheimrat Ä a ft I, wurde zum Bericht­erstatter über die Kernfrage, nämlich die Auf­lösung Aniger Selbstverwaltungen der Einge­borenen ernannt. Äußerten, wird sich der AuS-

sei aber ganz ungenügend gewesen. Dadstieber be­hauptet, der Firma Knapp darüber geschrieben zu haben. Wie er später vom Betriebsrat gehört habe, sei dieser Brief auch angekommen. Badstsi- ber habe wiederholt Auseinandersetzungen mit Seebold gehabt. Koester habe geschimpft, daß Dadstieber den Akt unterzeichnete und gesagt. eS sei Illoyalität gegen da« Reich und die Firma, dah er etwas unterzeichne, was einen Tadel für gelieferte Maschinen enthalte. Wenn Kusma Seid bekäme, seien solche Anterzeichnungen Dolliommcn überflüssig.

Das Gericht beschloß, den Staatsanwalt zu ersuchen, Koester und Seebold in Unter­suchungshaft zu nehmen.

Aus aller Welt.

Schreckenstat eines Irrsinnigen.

Ein Einwohner des polnischen Dorf«- Sucho- wvla hat in einem Wahnsinnsanfall sein sieben­jähriges Schwesterchen und sein fünfjähriges Brüderchen in den Dorfbrunnen ge­stoben. Er selbst sprang dann in die Tiefe nach. Don dem furchtbaren Dorfall haben die Dorfbewohner erst zwei Tage später durch Erzählungen herumstehender Kmder Dachricht er­halten. Aus dem Brunnen wurden dann die drei Leichen herauSgezogen.

Der Jndienslug derlenür.

London, 11. Juni. (WTD. Funkspruch.) Laut Daily Expreß- ist bis gestern Mitternacht über dieTenia", in der Die 6 2jährige Her­zogin von Bedford gestern von Lympne nach Indien abgeslogen ist. In der Ab­sicht, die 9000 Meilen lange Strecke hin und zurück in acht Tagen Kurückzulegen DaS Flugzeug sollte um 6,30 Ahr in Sofia eintreffen. Beim Start wäre daS Flugzeug fast verunglückt, da eS mit dem Unterbau an Telegraphendrähte anhakte und diese mitriß.

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DieTimes" zum Gilbettberichi. Tie Notwendigkeit einer Begrenzung der Reparationsiumme.

London, 13.3uni. (WTB. Funkspruch.) Jo einem Leitartikel über Parker Gilberts Bericht sagt Times": Obgleich der Dawesplan erfolgreicher ge­arbeitet Hot, als von den Sachverständigen erwartet werden konnte, ist das Reparationsproblem keineswegs geregelt. Das fundamental« Problem der endgültigen Festsetzung der deutschen Reparationsoerpslichtungen muß in An- !rifs genommen werden, 'aber es ist zu be- ürchlen, daß diele Frage nicht Geregelt werden wird, evor das Jahr der Standard-Annuitäten erreicht ist. Gegenwärtig ift fein Zeichen sichtbar, daß Frank­reich, der größte Reparalionsgläubiger, bereit ist, in neue Erörterungen über eine endgültige Rege­lung einzutreten, mit der seines Erachtens d i e Frage seiner eigenen Kriegsschuld- Zahlungen untrennbar verbunden ist, es wird allgemein zugegeben, daß eine endgültige Festsetzung der deutschen Verbindlichkeiten eine beträchtliche Verminderung der bisher genannten Zahlen mit sich bringen wird. Frankreich wird aber besser in der Lage fein, an einer Erörterung teilzunehmey, wenn es seinen eigenen finanziellen Wie­deraufbau beendet hat, was in diesem Jahre erwartet werden kann. Die Ergebnisse der im kom­menden Standardjahr erlangten Reparationen wer- den im Lichte der Erfahrung der voraufgegangenen Jahre eine entsprechende Grundlage bieten, auf der eine Formel für die Kapitalisierung der jährlichen Zahlungsfähigkeit Deutschlands erreicht werden kann. Times^ führt aus, daß die Regelung für die Gläu- biger ebenso wie für den Schuldner Vorteile bringe.

Oie Präsidentenwahl in Amerika.

Der republikanische Parteikonvent. Hoovers Nominierung wahrscheinlich. Kansas City, 12. Juni. (WTB.) Der republi­kanische Parteikonoent wurde heute oormütaa 11.03 Uhr unter dem Vorsitz Butlers eröffnet Rach den üblichen Formalitäten führte Butler den Pro­grammredner der Tagung, Senator F e ß, ein, der in einer großangeleytcn Rede die Leistungen und Ziele der Republikamschen Partei darlegte. Innen­politisch pries er als Erfolge der republikani­schen Regierung, daß sie das Land durch die Note der Rachkriegsdeprefsion hindurchgesteuert, einen großen Teil der Kriegsschulden abgezahtt, die Steuern erheblich ermäßigt und einen Zustand der gesunden Prosperität geschaffen habe. In außen- politischer Beziehung betonte Feß die Bereit­schaft Amerikas, bei der Lösung der Weltprobleme m i t z u h e 1 f e n, lehnte jedoch einen Eintritt Ame­rikas in den Völkerbund mit der Begründung ab, daß dies ein Aufgeben der Souveränität für einen zweifelhaften Schutz vor neuen Kriegen bedeuten wür­den. In diesem Zusammenhang bedauerte Feß den Mißerfolg der Genfer Abrüstungsbe ratunaen, der. wie er erklärte, zurückzuführen sei auf die Schwierigkeiten, die Frankreich und Ita­lien in der Frage der Landheere, England in der Frage der Flottensiärke gemacht hätten. Frank­reich habe bann als Ersatz einen Kriegsver- semungspakl angeboten, den die amerikanische (Regierung abgeändert habe, um eine wirkliche Ga rantierung des Friedens zu erzielen. Feh schloß seine Programmrede mit Worten höchsten Lobes für

pittoresken Szenen nicht kehlten. Dach der Er­klärung Butlers, er sei überzeugt, daß Eoolidge keine Domination annehme, ist die Dominie­rung Hoovers nur noch eine Formalität. Hunderte von Photographen durchschwirrlcn oie Konventhalle, der kucke Blitzlichtquattn erhöhte das Anbehagen der brückenden Schwüle. Die Delegierten fangen die von Frau Schumann» Heiirt vorgetragene Sternenbannerhhmne mit Präsident Cooiidge wurde eine Ovation dar- gebracht, als Senator Zeh ihn als den größten persönlichen poltttfchen Faktor der heutigen Welt bezeichnete, der nach 67 Monaten Führerschaft der (Kation auf eigenen Wun!ch ausfchetde.

Das Rätselraten über die Haltung der Abord­nung Pennsylvaniens zum republikanischen Parteuongreß, deren Entscheidung größte Bedeu­tung für den Ausgang des Kongresses zugeschrieben wirb, hat damit sein Ende gefunoen, daß Mellon, der Führer der Delegation, sein bisheriges Schwei­gen gebrochen und erklärt hat, dah di« Delegation für Hoover als Präsidentschaftskandidaten stim­men werde. Diese Erklärung ist das Ergebnis einer Besprechung der Delegation, in der unter großer Begeisterung der Entschluß gesoßt wurde, für Hoover zu stimmen, nachdem Mellon vorher fest- SeftelLt hatte, es sei jetzt klar, daß Cooiidge als andidat nicht in Betracht kommen werbe. But­ler, der Vorsitzender des Nationalkomitees der Republikanischen Partei und em intimer Freund Präsident Cooiidge» ist, hat gleichfalls erklärt, daß er für Hoover stimmen werbe. Man rechnet jetzt da­mit, daß angesichts des Eindrucks, den diese beiden Erklärungen auf die übrigen Delegationen machen wird, Hövers Aufstellung als Kandidat bereits im ersten Wahl gang am Donnerstag ge- sichert ist, zumal auch die Delegation von Idaho er­klärt hat, daß sie im ersten Wahlgang ebenfalls für ihn stimmen werde. Bis jetzt hatten starke Zweifel darüber bestanden, daß die nötige Stimmenzahl für Hoover sich bereits im ersten Wahlgang ergeben würde, und man hatte dabei ausgerechnet, daß ihm etwa 45 Stimmen fehlen würden.

Oie Vereinfachung der (Zollverwaltung.

(Eigener Drahtbericht desGießener Anzeigers".

Berlin, 13.Juni. Wie wir erfahren, hat eine vom (Reichssparkommissar zusammen mit dem Reichsfinanzministerium ein berufene Zollkom­mt s s i o n ihre Arbeiten zu einem einstweiligen Abschluß gebracht. Es handelt sich dabei um die Arbeiten einer vor einem halben Jahr einge­setzten Sonderkommission, die anfangs unter der Leitung des Sparkommisfars. später unter der des Ministerialdirektor- D e n h a r b sich mit der (Vereinfachung deS deutschen Zoll­wesens beschäftigte. Diese äußerst wichtige Aufgabe wird aber noch mindestens zwei Jahr« in Anspruch nehmen, da es sich hier nicht nur um Fragen der Zollsätze, sondern abhängig da­von und in engem ZusammenHang auch um die Problem« der Zollerhebung handelt. Die Ergebnisse der Kommission stellen nur allererste Dorarbeiten dar. Wie wir weiter hören, soll im Herbst dieses Jahres parallel »ur Zoll- kommission, die ihre Arbetten jetzt einstweilen abgebrochen hat, eine interministerielle Fi- nanzkommissivn wahrscheinlich unter Lei­tung deS jetzigen Landesfinan-amtSpräsidenten v. L a e r in Kassel eingesetzt werden. Diese Kom­mission soll speziell die Erfahrungen, die in den verschiedenen Landessinanzäintern seit der Erz- bergerschen Steuerreform in der praktischen Ar­beit gesammelt wurden, den kommenden Steuergesetzen dienstbar machen.

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Die Hochbruckwetterloge wirb uns nur vorüber­gehend beeinflussen, denn das Borbrinaen einer neuen ozeanischen Störung führt zur rafchen Ost- märtSDcrbrängung bes hohen Druckes. Die neue Störung hat sich im Bereich der britischen Inseln ausgedehnt und dort zu Riederschlagen geführt. Der Einfluß an der Vorderseite dürfte sich bereits im Lause des morgigen Tages durch Dolkenaufzug be­merkbar machen, jedoch ift mit dem Auftreten von Niederschlägen, bie teilweise gewitterhafter Art sein werben, erst später zu rechnen.

Voraussage für Donnerstag: Wieder langsam Bewölkungszunahme, warm, meist trocken.

Voraussage für Freitag: Wolkiges Wetter. Temperaturen wenig verändert, vereinzett Niederschläge. teilweise gewitterhafter Art.

Lufttemperaturen am 12. Juni: mittags 19,2 Grad Celsius, abends 18 Grad Celsius: am 13. Juni: mor­gens 11,8 Grad Celsius. Maximum 23 Grad Celsius, Minimum 4 Grad Celsius. Erdtemperaturen am 12. ?;iai: abends 21,7 Grad Celsius, am 13. Juni, morgens 14,9 Grad Celsnis. Sounenfcheindauer 13 Stunden.

Das Schicksal der ^Zialia".

Große Schwierigkeiten für die Hilfsexpeditionen

Oslo, 12. Juni. (WTD.) Obwohl die nor­wegische Presse in der Veröffentlichung zweifel­hafter Meldungen über das Schicksal der Dobile- Expedition etwas vorsichttger ist, als es die ausländische Presse zu sein scheint, so zirkulieren hier doch sehr viele unkontrollierbare Gerüchte, und es ist schwierig, genaue Informationen zu bekommen. Die Sachverständigen neigen noch immer dazu, die Lage als ziemlich kritisch zu betrachten. Da das Treibeis nördlich von Spitzbergen von Tag zu Tag seine Trift ändert, so bestehe wenig Hoffnung, dah Dobile und feine Begleiter ohne Hilfe Lander» reichen können. Die norwegischen Sachverstän­digen find sich darüber einig, daß (Norwegen unter den bestehenden Verhältnissen daS Men­schenmögliche getan hat, aber sie betonen, daß die großen ausländischen Flugzeug« und Eis­brecher, die zur Hilfe gesandt werden sollen, viel früher an Ort und Stelle fein müßten. Dach den letzten Meldungen aus KingSbay scheint jetzt soviel festzustehen, daß keine verläß- I lichen Dachrichten über bie sieben Mit­glieder derItalia"-Mannschaft vorliegen, die mit dem Luftschiff abgetrieben find. Die W,tte- rungsverhäktnisse im nördlichen Spitzbergen ,ind unsicher. Das Dornier-Wal-Flutens. das von Italien zur Hilse gesandt wird, kann Spitzbergen erst Freitag oder Samstag erreichen.

Dach Meldungen aus Spitzbergen ist die Wit­terung in den letzten Tagen milde gewesen, so daß für di« Besatzung derItalia" günstige Be­dingungen bestehen. Ein wesentlicher Teil der Borräte und Ausrüstungsgegenständ« ist in d«m Augenblick verloren gegangen, in dem bas Luftschiff auf dem Eise niederging. Gondel und Motoren sind zertrümmert. Die Dach- richt. wonach ein Mechaniker tm Augenblick der Landung ums Leben gekommen sein soll, ist noch nicht bestätigt. Dobil« hat nichts darüber ge­meldet. Ein Eisbrecher der Sowjetunion wird in fünf Tagen in Spitzbergen erwartet. Zu der Dachricht. daß Dobile und feine Begleiter sich auf dem Wege nach dem Lande befinden, erklärt A m u n b f e n . daß fi« sich nicht weit auf dem Sis« würden fvrtbcwcgen können. daS in der ®egenb der Anglücksstelle zuweilen 30 Fuß Hohr Berge bildet.

Das Verteidigungsministerium erhielt einen Bericht des Leutnants Lützow-Holm. der die Schwierigkeiten schildert, mit denen ®r- kundigungs flüge von Spitzbergen verknüpft sind. Dach diesem Bericht startete Lützow-Holm am 6. d. M. von bet .Hobby", di« in der Dähe von Verlegen Hook lag. St geriet in dichten (Hebel und mußte, da er nicht umlegten konnte, in einer Höhe vom nur zehn Metern fliegen. Schließlich sah er sich genötigt, in Brandy Bay zu landen, da die Wolken fast bis zur Erde verabreichten. Erft am Freitag frich um 1.30 Uhr formte er wieder auIfteigen

China und die Machte.

Die Nankingregierung fordert Zurückziehung der fremden Truppen.

L o n b o n , 12. Juni. (TU.) Ein am Montagabend uon der Nankingregierung veröffentlichter Entwurf einer Kundgebung an d i c ausländischen Mächte enthält einige überraschende Forderungen. Die Nankingregierung verlangt darin die Zurück­ziehung aller ausländischen Truppen von chinesischem Boden, weil dadurch allein die Mißverständnisse und das gegenseitige Miß- trauen zwischen China und den ausländischen Mäch­ten beseittgt werden könnten. Außerdem müßten neue Verträge auf der Grundlage vol­ler Gleichberechtigung und gegensei­tiger Achtung abgeschlossen werben, da die verletzenden Bestimmungen der alten Verträge weder für die Ausländer, noch für die Chinesen be­friedigend seien. Die Forderung auf Zurückziehung aller ausländischen Truppen vom chinesischen Boden wird mit der Versickerung begründet, daß die wich, tigste Garantie für den Frieden wie für die Sicher- heil und das (Eigentum der Ausländer nur in einer gegenseitigen Verständigung liege. Der Zwischenfall in Tsinanfu wird für die Unsinnigkeit und Gefährlichkeit der Anwesenheit ausländischer Truppen in China herangezogen. Die Beibehaltung des gegenwärtigen Brauches, nach allen Teilen Chinas Truppen zu entsenden, wo Ausländer sich niederliehen, werde die nationalistische Regierung dazu zwingen, das innere China für Aus­länder z u s ch l i e ß e n. Die Regienmg sei bereit, mit den China freundlich gesinnten Mächten zufam- menzuarbeiten, weil sie glaube, dah nach Beseitigung aller internationalen Unterdrückung eine neue Epoche in der Geschichte der ausländischen Beziehungen Chinas anbrechen werde. In einer zweiten Kund- flebuna wendet sich die Nankingrcgierung an die chinesische Bevölkerung, in der Unterdrückung des Bandenunwesens, die Abschaffung der zu hohen Steuern und die Auflösung der überflüssigen Trup. penverbände zugesagt wird.

und Mossel Bah erreidben, wo norwegische Jäger (eben. Obwohl die Maschine fast keinen Betriebs­stoff mehr besaß, stieg Lützow-Holm auf. fand das Schiff, warf feinen Bericht ab und kehrt« darauf nach Mosfel Bay zurück, wo er warte» mußte bis 4 dem Schiss möglich war. mit Be­triebsstoff sich einen 255eq durch das Ei- zu bahnew Die Alpenjäger befinden sich mit dem Flieger Lützow-Holm zusammen immer noch an der Mosfel Bay. Dem Dampfer .Hobby" ge­lang es gestern, ihnen eine Anter<lüyung-abtei- lung von zwei Mann mit Betriebsstoff und Vor­räten Luzufenden, die außerordentlich schwierige Eisveryältnisfe zu überwinden hatte. Die HllsS- schiffe .Hobby" undQSragatua find immer noch vorn Eise eingefchloffen. Di« Dacht über hat man feinerlei Dachrichten hon Dobile und seinen Gefährten gehört.

Nach einem soeben eingetroffenen Funkspruch ift der DampferH o b b y" zu dem Versuche, bas Nord­kap bes Norbostmndes von Spitzbergen zu erreichen. abgegangen.Die (Etsbebingungen haben sich g e- bessert, unb man hegt bie begründete Hoffnung, daß der Dampfer weit genug nach Norden vordringen kann. Riifer Larsen hat einen E r k u n - bungsflug unternommen, übe»-dessen (Ergebnis noch nichts bekannt ist.

k l ä r u n g Dicklins und DossSs verlesen, die der elsässische Abg. Drogly überbrachte. 3n dieser Erklärung rerwersen die beiden Inhaftierten jede separatistische Aktion, die darauf abziel«, das Elsaß ixm Frankreich zu trennen.

Gin zweiter Autonomistenprozeß.

Schwere Kreiheitsstrasen gegen die abwesenden Angeklagte«.

Kolm ar, 12. Juni. (TA.) 2lm Dienstag Der- hängte da» Oberelsässische Schwurgericht in Ab­wesenheit der Angeklagten wegen .Korn- plotts gegen die Sicherheit des Staates über sieben Elsässer schwere Frei- heitS- und eiyrenftrafen. Aus 20 Jahre Zucht­haus lautete daS Urteil gegen den vor einigen Togen im fog. Straßburger Spionageprozeß zu 5 Jahren Gefängnis verurteilten Slfäfker Ley, 15 Jahre Zuchthaus erhielten die ins Ausland geflüchteten Führer der Heimatbewegung, Post- direktor a. D. Pinck und Dr. Doos, der LandessLkretar des «lsaß-lothringischen S^unat- bundes. Die gleiche Strafe wurde über Dr. (Robert Ernst, den Herausgeber der Zeitschrift .ölfaff. Heimatstimmen" verhängt. Auf 10 Jahre Zucht­haus lautete das Urteil gegen den Anipersitats- Prosessor Schmidlin von der Aniversttat Münster in Westfalen, gegen den Ps-rrer Hirhel und den Angeklagten Z a d o ck. Sämt­lichen Angeklagten wurden die bürgerlichen Ehren­rechte aberkannt und ihnen auf die Dauer von 20 Jahren der Aufenthalt in Frankreich und Glsaß-Lothringen untersagt. Doch weniger als im ersten Komplottprozeß und im Straßburger Spionageprozeß gegen die Elsässer Daumen, Kohler und Leh kann hier von einem wirklichen Dechtsversahren gesprochen werden, da htnter verschlossenen Türen und ohne Ge­schworene verhandelt wurde. Auch ist in der- ariiaen Abwe enheitsvers ähren keine Ber- teidigung möglich. Das Gericht hat daher auch den Straßburger Anwalt Klein nicht zu- aelaf'en. Frankreich zeigt durch die drei Tendenz- urteile der letzten Woche deutlich daß «s bie heimatrechtlichen Forderungen der elsah-lothringi- schen Bevölkerung auf Schuh ihrer überlieferten deutschen Kultur und auf Selbstverwaltung mit Gewalt zu unterdrücken gedenkt.

Der Moskauer Zngenieurprozeß.

Tcr Angeklagte Badsticber über die Knappichen Maschinenlieferungen.

Moskau, 12. Juni. (WTD.) Die heutig« Vernehmung des Angeklagten Suschtschew- ski im SchachtY.Prozeß gewann an Interesse durch die Erörterung der angeblichen Sabo- tage Pläne des ehemaligen Grubenbesitzers D w o r s ch a n t s ch i k, der der Anklageschrift bis- her unwiderrusen als spiritus rector der söge- nannten Berliner Verschwörung der AGG. gilt. Don diesen Deztehungen soll offen­bar jetzt nicht gesprochen werden, was daraus ersichtlich ist, daß der Dolmetscher nur vorüber­gehend anwesend ist. Hieraus ist toiebennn zu folgern, bah der Forderung deS Staatsanwalts auf eine geschlossene Verhandlung gegen bie Deutschen am Ende des Pro­zesses, worüber ein Gerichtsbeschluß seitens der Verteidigung beantragt, aber bisher nicht er­gangen ist, durch den Vorsitzenden stlllschweigend entsprochen worden ist. L u s ch t s ch e w s r i, der vor der Devolution Kapitalist im Sowiet- ' sinne war, ist durchaus aeständia, von Dwor- schantsch'k zum Zwecke systematischer Sabotage- arbeit in drei Schächten Geld erhalten und an andere verteilt zu haben. Suscht- schewski bekennt sich, vom Staatsanwalt in die Enge getrieben, sogar dazu, aktiv« Sabo­tage getrieben zu haben durch Hntätigten, die zur Crsäufung gewinnbringender Schächte führen konnte. Staatsanwalt Kry- lento berechnet die wirtschaftliche Schädigung auf 12 Millionen Dübel. Suschtschewski erklärt weiter, daß das Charkower Zentrum rcgelmdcig Dworschantschik Informationen für das Ausland gegeben habe. Der Angeklagte wurde auch wiederholt inS Ausland kommandiert.

Am Schluß bet vormillagssihimg wurde ganz unerwartet Dabsiieber vernommen, der über die gnappschen Maschinen In Dlaffoivka das schlech­teste Urteil abgab.

Die Maschine,, seien schlecht v e r p a ck t, was so. fort erkennbar war, und veralteten Systems gewesen. Er habe sich beslzalb wegen der Gefahren, die für bie Maschinisten beftanben, anfangs gewei­gert, bie Maschinen in Betrieb zu setzen, schließ sich aber ben Anorbnungen nachgegeben. Jedoch schon kurz« Zeit darauf hätten bie Maschinen st til­ge st a n d e n. Nunmehr habe Babstiebei bem In Charkow besinbllchen Scebolb Bericht erstattet, ber ihn angewiesen hab«, bie zerbrochenen Maschi­nenteile auszubess ern. Scebolb habe gesagt: Kritisieren ist nicht Ihre Sache." Auch aus ben weiteren 7lussagen Dabstiebers geht klar hervor, baß Badstieber gegen Scebolb sehr eingenommen unb bestrebt ist, ihn unb bie Finna zu belasten. So behauptet Badstieber, von der Firma Knapp ben Auftrag gehabt zu haben, nicht zu verraten, welche Firma bie Motoren geliefert habe, er habe jedoch diese Firma trohbem genannt Nicht ersichtlich ist, ob bics vielleicht erst während der 'Ooruntcriud)iing, ober schon früher geschehe» ist. Gelcaentlich eines Essens bei bem inzwischen burch Selbstmord geendeten Gawrjuschenko habe See­bold geäußert- Was brauchen bie Russe» gute Ma schinen, sic sollen sich mit ben alten Maschinen kaput arbeiten. Er, Babstieber, habe bamals Angst gehabt, baju etwas zu sagen.

Scebolb höbe ihm zwei oerfd)loHenc ft u ö e 11 6 für Niksichi» unb Gawrjuschenko gegeben unb i h m selbst zehn Rubel, bamit ?lifi|d)in bie Rlaschinen abnehme, Bab- ftlcbec aber habe nichts baoon roiffen wollen unb ju Dikifchin gesagt, ba, ftuoert sei für feine Arbeit.

GineS Tages wurde von Dadstieber die Ausstel­lung einer Akte über die Qualität der Ma­schinen verlangt. Er habe dies jedoch nicht getan. Die Maschine fei dann von ihm in Gegenwart von 20 Perfonen auSeinandergenomme» worden. Als die Maschine» abgcnommen waren, habe Seebold geäußert: Jetzt sind die Maschine» ab» genommen, nun können die (Russen sie meinet­wegen auf bei, Misthaufen fchmeiße» Die Ma­schinen. so erklärte Dadstieber weiter wurden allgemein beanstandet, waren verrostet unb schlecht gearbeitet, so daß er ge­raten habe, sie zurückzufchicken trotzdem wurden fi« zurProbe" aufgesteNt die Leistung

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