Nr.8c Drittes Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen)Zreitag, (3. April (928
Turnen, Sport und Spies.
2:4
Nachdruck verboten.
37. Fortsetzung.
verloren.
Handball der O. T.
Oie goldenen Berge.
Vornan von Elora Diebig.
Eopyrtght by Deutsche Verlags-Anstalt Stuttgart.
Tv. Heuchelheim I — Io. 1846 I 2:6.
Das Spiel der beiden Mannschaften am zweiten Osterfeiertag endete, wie zu erwarten war, mit einem Siege der Einheimischen. Sie waren ihren Gegnern taktisch und technisch überlegen.
Nächsten Sonntag spielen die 1. und die 2. Mann- | schäft des Tv. 1846 gegen die gleichen des Tv. Dil-
hatte das nicht gegeben. Die Kinder hatten angefcm- gen zu weinen, und das hatte der Vater gehört. Mit Rauheit hatte er sie zur Ruhe verwiesen, so daß sie keinen Laut rnehr wagten. Auch Peter und Paul hatten ihr Teil abbekommen: was, rauchen?! Er httte chnen die Zigarette aus der Hand geschlagen: waren sie Millionärssöhn«? Die Brüder murrten: sie selber hatten sich ja gor nichts zu rcmchen getauft, sie hatten's vom Kaspar Dreis, der hatte fte ihnen l-eute geschenkt.
Mario war zusammengezuckt: wenn sie den Na- nien nur nicht mehr zu hören brauchte! Der Vater hatte kein Wort mehr eingewendet, die 8 rüber hat- ten sich die Zigaretten wieder aufgrtejen, und er tWr dann stumm noch der Tür gegangen. Wo ging er hin? Die Mutter hatte sich aufgerarft, sie ro.ir vor ihm bei der Tür und versperrte ihm sozusagen den Ausgong: „Wo willst« hin. Bremm?"
„Geht dich nix an." Er hatte sie zur Seite geschoben. aber sie hielt ihn am Aermel fest und schrie jo laut, daß mon's durchs ganze Haus hörte: „Geh nit in den Keller!"
Da hatte er die 5rau angesehen mit einem Blick, den man gar nicht vergessen konnte, den man nie vergesten würde, und hatte gesagt: „Memste, ich tun et nur zum Pläsier? Wenn keiner meinen Wem trinken will, muß ich ihn ,'elber saufen."
Da war die'Tochter geflohen. Run lief sie schon lang herum in der Nacht, ganz planlos. Hinter ihr Dunkel, vor ihr Dunkel, sie sah keinen Weg. Ach. einen Ausweg sah sie ja auch nicht. Wohin sie sah, wohin ihr Blick suchend irrte, überall das gleiche traurige Schwarz. Das machte sie ganz verzweifelt.
All das bißchen Fassung, das Maria^tagsüber sich noch erhalten hatte, war jetzt dahin. Sie hörte die Mosel rauschen, und in dies Rauschen hinein jammerte sie. Das starke Rauschen nahm ihr Jammern mit fort, niemand hörte sie. Sie rang die J)änbc über ihrem Kopf unb rannte weiter. Verzweiflung war in chr. mehr noch als Verzweiflung: Wut. Sre wollte ihres Schicksals ledig werden, wieder los fern das. was sie quäke, was ihr das Leben jetzt so verstörte. Und es ihr zerstörte für alle Zeit. Was das Ncttchen sagte, das war ja närrisch: die war so verrückt, daß sie sich gar nicht schämte.' Aber sie, Mana Bremm, sie schämte sich, unb darum mutzte sie das
lenburg. Das Spiel der 1. Mannschaften dürsten die Gießener gewinnen, während beim Spiel der 2. Mannschaften der Ausgang offen ist.
Handball der Sp.-Dg. 1900.
ö. Nächsten Sonntag empfangen die Handballer der Sp.-Vg. 1900 die erste Mannschaft des D. f. L. Wetzlar. Dem Spiel der Senioren ist ganz besondere Bedeutung beizumcsscn. Zunächst durch den Umstand, daß es sich um die beiden führenden Lahntreismannschaften handelt, von denen jede die Hegemonie an sich reißen möchte. Zum anderen brennt der V. f. L. darauf, eine Revision der Lahnkreismeisterschaft, an der er nicht beteiligt war, durch einen Sieg über die Meistermannschaft der 1900er herbeizuführen. Da sich beide Mannschaften in ziemlich starker Besetzung gegenüberstehen werden, ist der Ausgang des Stumpfes schwer vor- auszusagen. Rein gefühlsmäßig möchten wir auf einen knappen, jedoch fid)cren Sieg der Leute um Paulus tippen. Die Spielvereinigungsleute haben, obwohl sie sich in letzter Zeit nicht unwesentlich ver- stärken konnten, doch immer noch nicht die Kampf- erfahrung, wie sie die Nachbarstädter In Spielen gegen starke Gegner zu sammeln Gelegenheit hatten.
Hauptauöschuhsihung der O. T.
Der Hauptausschuh der D.T.. der nächst dem Deutschen Tumtag die wichtigste entscheidende Behörde der D.T. ist, tritt vom 13. bi« 15. April in Karlsruhe zu einer Tagung zusammen. Die umsangreiche Tagesordnung beschäftigt sich u. a. mit den Vorbereitungen für das im Juli stattfindende 14. Deutsche Turnfest in Köln, mit der Gestaltung der Deutschen Turnschule, mit der Frage der Jugenderziehung und der Stellungnahme der D. T. zu anderen Verbänden, und mit der Erledigung der laufenden Vcrwaltungsarbciten. Im Rahmen der Tagung des AauptauSschusses wird auch, wie gestern schon gemeldet, eine Feier des 100. Geburtstage« von Alfred Maul stattfinden.
Deutsche Waldlaufmeisterschaft (D. T.)
Die Deutsche Tumerschast trägt am 22. April ihre Waldlaufmeisterschast in Erfurt aus. Die Laufstrecke beträgt 7.5 Kilometer. Sie fuhrt durch herrliches Waldgelände und bietet den Läufern reiche Abwechslung. Aach dem Lauf finden cm Handball-Länderspiel. ein Mannschasts-Speev- werfen und Staffelläuse statt.
Deutsche Turuer beim Schweizer Turnfest.
Zum Eidgenössischen Turnfest in ÖuAcrn wird die D.T. eine elf Turner starke Aiege entsenden. Für das Ausscheidungsturnen. das am Sonntag vor sich geht, können je sechs Bayern, Württemberger und Badenser, sowie vier Pfalzer gemeldet werden. Leiter der Aiege ist der Männer tum wart des TumkreiseS Bayern, Prof. Brechtel (München).
Der Gau Hessen beim Deutschen Turnfest in Köln.
Am 14. DeutschenTumsestinKöln wird sich auch unser Heimatgau Hessen in stattlicher Zahl beteiligen. Da schon mehr alS 700 Meldungen vorliegen und immer noch Vererne mit ihrem endgültigen Entschluß ausstehen, da ferner anzunehmen ist, daß bei der Aähc der Feststadt viele Turner der Gießener Gegend, btc für die ganze Zeit des Festes nicht abkommen können, aber vom Samstag zum Sonntag nach Köln fahren werden, ist mit einem V e s a ch von über 1000 H e s s e n t u rner n in Köln zu rechnen, die teilnehmen wollen an dem großen turnerischen und vaterländischen Erleben am deutschen Ahein. Die meisten unserer Kölnsahrer. für die ein Sonderzug (ab Gießen am Mittwoch. 25. Juli) gesichert ist, werden am Höhepunkt des Festes, am Festzuge am Sonntag, aklw mit dabei sein wollen, viele werden es sich auch nicht nehmen lassen, die allgemeinen Freiübungen
Maria verließ kaum mehr das Haus. Nicht daß fit es nicht noch hätte können, ihre jugendschlanke Gestatt verriet noch nicht allzuviel, unb ein grobes Umschlagetuch würbe bei dem ständigen Regen auch niemandem auffallen, aber Maria scheute oonn hellen Tag; nur wenn es Nacht war, traute fie sich heraus. Sie fragte dann nicht danach, ob der Regen sie durchnäßte, ruhelos strich sie an der Mosel ent- lana oder wagte sich auch aus der Chaussee weiter hinaus bis zu den Weinbergen. Die lagen schwarz unb schweigend, kein Stern stand über ihnen. Mit einer Verzweiflung im Herzen, die so groß war. daß sie glaubte, größer könnte in der ganzen Welt keifte sein, lief sie weit, weit; cs war der unbewußte Drang, vor sich selber zu fliehen und vor dem, was in ihr sich regte.
Der Vater hatte noch kein Wort mit ihr darüber «sprachen — ach. auch er, auch er mochte es aus U Welt schaffen dadurch, daß er darüber sa-wieg^ Za, wenn man das so könnte! Aber durch Schweigen schafft man nichts aus der Welt, sie streckte die ISe vor sich ins Dunkel, sie ballte sie m b.e Nacht hinein, als wollte sie etwas, wegstoßen. Den haßte sie wohl am allermeisten? «sich, das Kind oder den Mann? Sich, sich doch am allermeisten. Denn war- um war sie dem Mann gefolgt m icner Nacht, so blindlings und willenlos?! Sie batte es selber ,o gewollt. Nur das Warum wußte sie sich mcht zu erklären. —
Heute war sm wiederum weit hinausgelauscn. Es war schon tief dunkel, ober sie hatte cs im tyauje nicht ausgehatten. Dieses Haus, m dem sie einft jo viel gelacht und gesungen hatte, daß es voll gewesen war ihrer Fröhlichkeit, voller Sonne und ^leiß. m dem. dünkte sie. sci jetzt alles gestorben. Die kleinen Geschwister duckten sich scheu; sie waren vordem zur Mutter in die Küche geschlichen - mit erhobenen Händchen stand bas Christinchen am Küche nschrank — sie bettelten um noch ein Stück Brot, die Mutter
wühlter BlKen. Hier war etwas vergraben gewesen. Sie bückte sich, von einer plötzlichen Neugier gezwungen. Ein Bündel, ein Päckchen in Zcitungs- papier, auseinandergerissen. Und in dem Zeitungspapier —?!
Maria stieß einen gellenden Schrei aus: da lag ja ein Kind, ein nacktes Kind! Der Mond zeigte es grausam: ganz nackt, ganz starr!
Von einer unsichtbaren Gewalt niedergezwungen, stürzte Maria auf die Knie, sie wollte wieder schreien, ihrem Entsetzen Lust machen: J)ilf, zu Hilf!" — aber sie brachte nur ein heiseres, halb er« ssicktes Aechzen heraus — lag da ihr Kind, ihr eigenes Kind?! Wie eine Irrsinnige schlug sie um sich, sie bäumte sich, sank zurück unb bäumte sich wieder auf. Ein Kind — umgebracht — hier ver- graben — ihr Kind?! OJesus, nein, nein, Gott sei gedankt, cs war nicht ihr Kind!
Wie ein toter Vogel lag das arme Kind da. Wie einer von den nackten Spatzen, die im Frühjahr auf dem Hof herumliegen, von den Alten aus dem Nest geworfen, das Köpfchen auf die Seite gedreht, die Eingeweide herausgequollen. Schauer auf Schauer packte Maria und rüttelte sie — oh, wie sie sich fürchtete! Sie wollte fortlaufen unb lief doch nicht fort. Sie fniete noch immer, sie war gebannt an die Stelle.
Um sich herum fühlte sie etwas schleichen. Und es wimmerte, es winselte. — stieg bas auf aus dem Schotter, aus dem zerfetzten Papier — kam es dort aus den Stöcken — ober von weiter her — aus der Ferne, aus der Nähe — traute es sich jetzt wieder ganz nahe?
Horch, klägliches Miauen, ganz leise! Katze? Marder? Oh. so weinten ja auch die ganz kleinen Kinder!
.Asch, gehst du fort!" Maria, sich ermannend, padte einen Stein und schleuderte ihn ins Dunkel. Da entsprang etwas fauchend.
Ach, das Kind, das unschuldige arme Kind! Tränen fielen jetzt in heißen Tropfen auf den längst er- starrten kleinen Leib. Tränen, in tiefster Erschutte- rung geweint, Tränen voller Mitleid, Tränen voller Reue.
(Fortsetzung folgt.)
tritt, sollte sie ihren Gästen daS Rachsehen geben i können.
Die Dritte hat sich den Sportverein Burkhardsfelden cingeladen. Die Spielstarke der dem Westdeutschen Spielvcrband noch nicht lange angehörenden Gäste ist hier noch nicht bekannt, so daß eine Vorrusi.'.ge nicht gemacht werden kann. Die D. f. B.-Els sollte jedoch die Lehren aus ihrem Spiel gegen Watzon- bomtOtcinbcrg gezogen haben unb sich vor Ueberraschungcn schützen.
Die zweite Jugend trägt noch ein fälliges Pflichtspiel aus. Sic*bat auf hiesigem Platz die erste Jugenbmannschaft Werdorfs zum Gegner.
Spielvereinigung 1900 Gießen.
ö. Die Ligamannschaft unternimmt am kommenden Sonntag voraussichtlich — der endgültige Abschluß war bei Aiederschrist dieser Zeilen noch nicht getätigt — eine Wettfpielreise noch Pfungstadt bei Darmstadt, um dort in einem Gesellschaftsspiel ihre Kräfte mit den Ligisten des Rasensportvereins Germania 03 zu messen. Pfungstadt nimmt in den diesjährigen Meisterschaftsspielen einen guten Mittelplatz in der Kreisliga ein. trotzdem der Verein gute Kräfte verloren hat: dabei u. a. den Mittelstürmer 'Sättiger, der jetzt beim hiesigen B. f. B. tätig ist. Für 1900 wird der Gang nicht allzuleicht werden, da man zur Ersatzgestellung gezwungen sein wird.
1900s Reserveelf liefert dem Ballspielclub 1920 Sinn das Rückspiel. Im ersten Tressen in Gießen siegten die Blauweihen 3: 2, also äußerst knapp. Ob eine Wiederholung des Dorspielsieges, zumal auf fremdem Platz, möglich ist. hält man für sehr fraglich, da zweifellos die Gießener durch Spielerabgang etwas geschwächt erscheinen. Ein Sieg liegt aber immerhin im Bereiche der Möglichkeit.
Die 1. Jugendelf trägt das letzte Diplom- spiel der Serie 1927/28 aus. Ihr Gegner ist der Verbandsneuling Grünberg. Das 'Bor* spiel wurde von den ,Vereinigten" ziemlich hoch gewonnen. Man rechnet auch sin Rückspiel auf einen Sieg der Gießener.
Aach fünfwöchiger Ruhepause hat die 2. I u - g e n d wieder einmal ein Spiel. Die 2. Jugendelf vom F ußbollver ein 04 17 e u to i e b kommt auf ihrer Ferienfahrt nach hier zu einem Freundschaftsspiel. dessen Ausgang vollständig ungewiß ist.
Die 1. Schülerelf 1900s tragt auf eigenem Platz ein Rückspiel gegen die Schüler Heuchelheims aus.
Die „Ulten Herren" folgen einer Einladung des Wetzlarer Sportvereins nach Wetzlar. Bei 1900 hat man diesmal eine andere Mannschaftsaufstellung gewählt Klappt das Zusammenspiel, so rechnet man auch bei diesem Freundschaftsspiel mit einem knappen Sieg der Gießener.
Arbeiter-Tum und Sportbund.
In der Fortsetzung der F rühjah r s runbe treffen sich am kommenden Sonntag Gießen Io mit Heuchelheim. In diesem Spiel werden die Dorstädter Sieger bl erben. Lollar hat Alsfeld zu Gc^t. Hier wird es ein spannendes Spiel geben, besten Ausgang offen zu lasten ist. Wetzlar fährt nach Marburg. Hier treffen zwei gleichwertige Mannsck-aften aufeinander, von denen bet Glück > , sichere Sieger werden wird. r
In der zweiten Klasse hat Gießen ll W i e s e ck II zum Gegner. Auch frier werden die Gäste, wenn sie nicht vorziehen, unvollständig an« jutreten, Sieger bleiben. Rodheim geht nach Leun, um sich dort .50ei Punkte zu holen. Naunheim II hat Wetzlar II zu Gast und wird sich die Punkte nicht nehmen lassen. Großen-Linden hat Hungen zu Gast. Der Ausgang des Spieles muß offen gelassen werden. In Du rkhardsf eiben treffen zwei Nachbarn zusammen. Db Oppenrod der Glücttichere blei-
Kußbattkampf
Deutschland — Schweiz.
Zum 13. Male stehen am kommenden Sonntag in Bern die Länbermannschaften von Deutschland und der Schweiz einander gegenüber. Deutschland — Schweiz war der erste Länderkampf, den die deutsche Vertretung bestritt; 1908 in Basel siegte die schweizerische De.i.etung 5:2. In den folgenden vier Kämpfen blieb Deutschland Sieger; 1913 aber stellten die Eidgenossen durch einen weiteren Sieg das Dorkriegs- ergebniÄ auf 4:2 Siege für Deutschland. Bis ksichin war die schweizerische Spielstärke nicht allzu hoch, wie zum Teil hohe Aiederlagen gegen Belgien. Ungarn, England und Frankreich beweisen. In der Aachkriegszeit ist der Fortschritt in der Schweiz stark erkennbar.
Den Höhepunkt erreichte die Schweiz durch ihre Erfolge in den Olympischen Spielen 1924 zu Paris, wo sie sich bis zum Endspiel durch- kämpsie und erst dort gegen Uruguay 3: 0 unterlag. Deutschland ist nach dem Kriege sechsmal gegen die Schweiz angetreten, je zwei Kämpfe wurden gewonnen und verloren, zwei endeten unentschieden. Die letzte Begegnung sand im Dezember 1926 in München statt unb brachte den Schweizern einen 3:2-Sieg. Insgesamt hat bte deutsche Vertretung feit 1908 62 Länderkämpfe durchgesüfrrt, nur 18 wurden gewonnen, 32 verloren. 13 endeten unentschieden; also nicht gerade ein überaus günstiges Verhältnis.
Die neue Begegnung Deut sch lmrd — Schweiz fällt in den Rahmen der Vorbeitungen zu den Olympischen Spielen in Amsterdam. Derbe Länder haben einige neue junge Kräfte in die Mannschaft gestellt und einige bewährte Kräfte aus früheren Kämpfen daheim gclaffcn. Für das Spielergebnis kommt es ganz darauf an, tote die jüngeren Kräfte sich in die Mannschaft cinfugen und mit welchen Leistungen sie aufwarten. Dre Schweizer Mannschaft gilt namentllch in der Verteidigung alS stark beseht; ihr energischer 'Birte zum Sieg und die kraftvoll vorwärlsstrebende Spielweife der Schweizer erfordert auch deutscherseits volle Hingabe und eine hohe taktische Einstellung.
Die Mannschaften lauten: Deutschland: Wentorf (Altona), Müller (Würzburg). Kutterer (München), Knöpfte. Leinberger (Fürth). Albrecht (Düsseldorf), Berthold (Dresdens. S)Genauer, Pöttinger (München). Hofmann (Meerane). Hoffmann (München). — Schweiz: Sechehaye (Genf), Fachinetsi (Cantonal). Ram- seyer (Bern). Heinrich (Zürich). Jäggi III. (6er- vette), Heine II. (Basel). Tschirren (Zürrch). Jäggi IV. (Servette), Roomberg (Aarau). Hmder- man (Lugano), Dailly (Servette). Geleitet wrrd der Kampf von dem Engländer R v u s
D. s. B.
Schon am kommenden Sonntag tritt die Liga- Mannschaft der Marburger „Germania" zum Rückspiel gegen die D. s. B. - Liga auf hiesigem Platze an. Das Vorspiel am 1. Osterfeiertag endete, wie noch bekannt, mit 4:4. Beide Mannschaften werden in stärkster Aufstellung an treten und bestrebt fein, das Treffen für sich zu entscheiden. Aller Voraussicht nach sollte man der V. f. B.-Els. nach ihrer Feldüberlegenheit im Vorspiel zu urteilen, die größeren Aussichten auf einen Sieg zu- sprechen. vorausgesetzt, daß nicht wieder ein so, ausgesprochennes Pech sie um den Erfolg bringt. Jedenfalls wird sie alles aus sich herausgebcn müssen um den Marburgern zum mindesten eine gleichwertige Partie zu liefern. Die Gäste sind es ifrncm Ruf als benachbarter Bezirks-Liaa- verein schuldig, der Gießener Kreis-Liga ifrrc höhere Spielklasse zu fühlen zu geben.
Mit der Liga-Elf der „Germania" kommen auch die Alten Herrn, um mit der A. H- Mannschaft des Plahvereins die Kräfte zu meffen Wenn D. f. D. in bester Aufstellung an-
ben wirb, stehl in Frage. Fronbause n hat Alsfeld au Gast unb wird auf eigenem Platz Sieger bleiben. Daubringen geht nach Hach- born, um sich bart zwei Puntte zu holen.
In der Jugendklasse treffen fick,: Wie^ck- Jugend — Groß- Seel heim-Jugend; Wetzlar-Jugend gegen Treis-Jugend; Gießen Jugend — Heuchel- hnm Jugend; Leun-Jugend — Klein-Linden Jgd . Alten Bujcck Jugend — Naunheim-Jugend: die erstgenannten Vereine sind playbauenbc Vereine.
Naunheim 1 fährt nach Schwalheim bei Friedberg zum weiteren Ausstiegsfpiel. Tritt die Mannschaft komplett an unb bringt den Willen jum Sieg mit, so dürfte sie mit zwei wertvollen Punkten die Heimreise antreten.
Kußball in Süddeutschland.
In der Runde der Meister wurden für den kommenden Sonntag zwei Treffen angesetzt, von denen das wichtigste in Worms zwischen Wormatia Worms und Eintracht Frankfurt stattfindet. Eintracht muß unter allen Umständen gewinnen, wenn sie die letzte Hoffnung auf den endgültigen Gewinn des zweiten Tabellenplatzes nicht zu Grabe tragen will. Der sehr Inappe Ausgcn.g des Vorspieles in Frankfurt mit feinem 4:3-<sieg für Eintracht will nichts besagen, da nach dem Spielverläufe Gin- tracht viel klarer hätte gewinnen können. Rein spielerisch betrachtet ist die Eintracht den Worm- fern vorzuziehen. Der K. F. V. K a r l s r u h e bat gegen den Sp. B. Waldhof Mannheim einen wesentlich leichteren Stand und sollte mit seinem durchschlagkräftigeren Sturme zu einem knappen Siege befähigt fein.
3n der Runde Der Zweiten und D r 11- ten haben alle Beteiligten in vier Spielen an- zutreten, soweit sie zur Gruppe Aordwest gehören. In Frankfurt spielt der F. Sp. V. Frankfurt gegen den V. s. L. R e u - Is e n - bürg. Besonderer Wert in bezug auf Punktgewinn wohnt diesem Treffen nicht inne, Da die Spitzenstellung der Frankfurter nur noch sehr schwer zu erschüttern ist. Der an&erc Frankfurter Verein. Sportklub Rotweiß Frankfurt, fährt zur F. Ges. 190 3 Ludwigshafen. wo ihm kaum ein Sieg beschieden sein dürfte. Rotweih hat in der letzten Zeit nicht gehalten, was man sich anfangs von dieser Elf versprochen hatte. Borussia Aeunkirchen hat den F. S p. D. 1 9 0 5 Mainz zu Gast. Die Mainzer haben noch eine kleine Hoffnung auf den ersten Tabellenplatz, die sie sich in Aeun- kirchen wahrscheinlich zu erhalten wissen werden. Auch zwischen Saar 1905 Saarbrücken und dem V. f. L. Aeckarau hat sich das Stärkeverhältnis etwas mehr zusammengeschvben, so daß die Spieler aus der Mannheimer Vorstadt kaum ihren Sieg aus der ersten Begegnung in der damaligen Höhe von 6:0 Toren toieberfrölen dürsten. — In der Gruppe Südost wird der 1. F. 6. Nürnberg gegen Phönix Karlsruhe antreten, trotzdem er für das Länderspiel in Bern einige Leute ferner ersten Mannschaft entsenden muh. Wenn aber der Deutsche Weister nur noch einen Schatten seines einstigen Könnens besitzt, sollte er auch mit einigen Ersatzleuten gegen die Karlsruher glatt gewinnen. Wacker-München hat im S.C Freiburg einen Gegner, der ihm schon einmal ein 1:1 aufjtoang. Ein knapper Wackersieg darf wohl ertoartet werden. Auch der zweite Münchener Verein der Trostrunde, S P. V. 18 6 0 München, tritt in Tätigkeit, allerdings nicht mit begründeten Siegesaussichten, denn gegen den 03. f. 03. Stuttgart hat er schon einmal
beifeite bringen, dessen sie sich schämte, dessen sie sich zu schämen haben würde allzeit. Aber wie — wann — wo —?!
Sie rannte, verrannte sich — Irrwege. Wo war sie denn eigentlich? D weh, fast wäre sie in die Mosel geraten! Schon waren ihre Füße überspütt. Gott sei Dank, daß sie noch yerade zurückweichen konnte! Keinen Schritt weiter, sonst hätte die starke Strömung sie mitgerissen.
Erschrocken hatte Maria sich umgebrefrt, und ließ jetzt das Rauschen hinter sich. Nun war sie auf der CHausse*, so tief versanken ihre Füße hier nicht. Und n-ün erkannte sie im Dunkeln noch Dunkleres: fi^toar an bm Wembergen. Nun konnte ihr ja ma)*r mehr geschehen, sie brauchte nur daran entlang zu gehcn.HAocr am Zuckerberg mußte sie auch vorbei — pah, was machte ihr das? Und wenn der Ohm Jakob auch dicht vor ihr stünde. Sie, ach sie schreckte ja nichts mehr!
Es hatte mit Regnen ausgesetzt. Plötzlich fing es an, sich ein wenig zu erhellen. Ein Windstoß kam, der Himmel .zerriß wie ein schwarzes Tuch. Zwischen auseinanderfahrendem schwerem Gewölk hob etwas sich lichter und leichter: ein blaß derändertes Wölkchen. Und auch das schob sich fort, und über deren Rand des Zuckerbergs schaute weiß ein Gesicht.
Jesus Maria! Unwillkürlich fuhr Maria zusammen, aber bann sah sie: es war ja der Mond. Lange Finger streckte er über den verlassenen Berg unb warf stttsame Schatten.
Was keine Frau, kein Mädchen in Porten gewagt hätte, das wagte Maria jetzt. Mit fest aufemanber- gepreßten Lippen, wie in einer Art von wildem Trotz, ging sie ein Stück in den Berg hinein. Was konnte chr, chr begegnen, das sie schrecken konnte?! Nichts, gar nichts. Ein Gespenst aus der Hölle nicht einmal.
Sie tappte zwischen den Stöcken. Da stolperte sie, und von chr weg sprang etwas — ein Tier. Ein Hund? Eine Katze? Ein Fuchs? Sie sah es mcht genau, geschmeidig schlüpfte es von ihr davon in den Schotten.
Und was war das? Der Mond fingerte jetzt deutlich herab, er mies förmlich darauf: auseinander- gekratzter Schotter, ein von Krallen und Pfoten zer-


