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des Darmstadter Bildhauers Well Habicht zur Ausführung angenommen. Das Denkmal wirb ein Porträt des Dichters aufweisen und Szenen aus seinen Dialektdramen. Da vor einiger Zeit die Totenmaske Riebergalls bekannt gewor­den ist, <die in unsererHeimat im Bild" am vorigen Donnerstag veröffentlicht wurde. D. Red.) so kann sie der Porträtdarstellung zu­grunde gelegt werden. Bergangene Rächt drangen zwei Schüler der Offenbacher Gewerbeschule in das Landesamt für das Bildungswesen ein, in der Absicht, sich Kenntnis von den Arbeiten zur Abschluß­prüfung zu verschaffen. Sie gelangten in das Zimmer des zuständigen Referenten und fanden auch das gesuchte Material. Bevor sie aber mit den Abschriften fertig waren, wurden sie in der Frühe durch den Amtsgehilfen überrascht, der nach der Heizung sehen wollte. Sie ver­steckten sich zunächst in einen Abort, worauf der Amtsgehilfe die Polizei alarmierte. Sin Heber- fallkommando nahm dann beide jungen Leute fest.

Rheinhessen.

WSR. G o u l s h e i m , 12. Febr. Für Sams­tag war die kirchliche Trauung zwischen einem Elektromonteur aus Mainz und einem hiesigen Mädchen festgesetzt. Da der Bräutigam am Vorabend der Hochzeit die erforderlichen Papiere zur kirchlichen Trauung dem Pfarrer nicht vorlegen tonnte, wandte sich dieser telepho­nisch an das zuständige Pfarramt in Mainz, und siehe da, der Bräutigam entpuppte sich als Hochstapler, Eheschwinöler und Zucht­häusler. Der Pfarrer ließ den Schwindler, der die Papiere zur Ziviltrauung gefälscht und den Bürgermeister bei dem Ausgebotsproto- kvll hintergangen hatte, auf die Bürgermeisterei rufen und entlarvte ihn hier in Gegenwart des Bürgermeisters als einen Betrüger, Urkunden- fälscher und Zuchthäusler. Don den Eltern des Mädchens wurde Anzeige erstattet. Der Ehe- schwindler sitzt nunmehr hinter Schloß und Riegel.

Preußen.

Kreis Wetzlar.

T Wetzlar, 12. Febr. Der Verband für Leibcsübung im Kreise Wetzlar und Umgebung hielt dieser Tage im Bootshause des Ruoervereins seine Frühjahrsver­sammlung ab, die vi> 39 Vereinen sehr zahlreich besucht war. Rach der Begrüßung durch den Vorsitzenden, Buchhalter G. Fischer, gab dieser einen ausführlichen Jahresbericht, teach welchem dem Verbände neu beigetreten sind aus Wetzlar die VereineSchwimmklub Poseidon", Verein für Leibesübung".Marineverein" und der VereinWanderfreund", Blasbach. Die Ver­handlungen mit den Behörden, insonderheit mit dem Jugendamt Wetzlar, haben sich glatt er­ledigen lassen, wenn auch der Staatsbeitrag von 1000 Mark und 700 Mark vom Kreisjugendamt für einen so großen Bezirk gering ist. Der Vor­sitzende wies darauf hin, daß die Vereine sich mehr auf ihre eigene Kraft, als auf den Staat Preußen verlassen sollten, der im vorigen Jahre für Jugendpflege zwar 3 Millionen in den Etat einsehte. wovon aber durch Abstriche nur 700 000 Mark übrig blieben. Das sind auf den Kopf der Bevölkerung 20 Pf., während in Preußen pro Kops 2,96 Mk. für Theater und Opern und 1,60 Mark für Sittenpolizei ausgegeben werden. Das Turn- und Sportabzeichen haben im letzten Jahre 11 in Bronze. 1 in Silber und der über 40 Jahre alte Regierungslandmesser Sol- d a t aus Wetzlar in Gold erworben. Für die Hindenburgspende hat der Verband durch Verkauf von Postwertzeichen über 200 Mk. aus­gebracht. Den Bericht für? die Llntergrichpen er­statteten Winter (Launsbach). Kammerrat I o ck e l (Braunfels), Leib (Krofdorf), Schön­dorf (Daubhausen), Reitz (Hochelheim) und Petri (Schwalbach) für den Schöffengrund. Die beiden letzteren klagten über den Rückgang der

Turnsache in ihren Bezirken. Im Schöffengrund ist von sieben Vereinen nur noch Rauborn etwas tätig. Der Turnverein Braunfels besitzt eine Bibliothek von 1700 Bänden, davon 300 über Turnen und Sport, die fleißig benutzt wer­den. Bei der regen Aussprache des Geschäfts­berichtes regte Beigeordneter B ä r w i n k e l, der Leiter des Stadtjugendamtes, an, daß die Ver­eine bei Reuaufnahme von Mitgliedern mit Hilfe des Arztes eine Statistik festlegen sollten über Körpergewicht, Brustumfang, Ausatmung, die am Ende einer Jahrestätigkeit wiederholt werden müßte, um mit diesem Material Eltern und Jugend von der Wichtigkeit von Turnen und Sport zu überzeugen. Das sei die beste Werbe­tätigkeit. um auch die schlafenden Vereine wieder wachzurufen und die Lauen herbeizubringen. Rach der Ansicht dieses Redners wäre es gut. wenn die Krankenkassen die Turn- und Sportvereine mit Mitteln unterstützten. Diese würden reiche Zinsen bringen und die hohen Krankenhaus- und Apothekerkosten vermindern. Die Rechnung, die in Einnahme mit 409,91 Mark und in Ausgabe mit 393,01 Mk. bestand, wurde für richtig befunden. Rechner Luft klagte, daß aus dem Jahre 1926 noch 21 Vereine und aus 1927 noch 39 mit den Beiträgen im Rück- stande sind. Eine interessante Statist! gab der Kreisobmann, Lehrer Gaß (Duten­hofen), über die Reichsjugendwett­kämpfe der Schulen des Kreises vom 5. bis 8. Schuljahr. In allen drei Hebungen, 100-Meter-Lauf, Wcitsprung und Ballwurf, wurde eine Durchschnittzahl von 12 bis 14 Punk­ten erzielt. Höchstleistung im Lauf waren 26 Punkte, im Weitsprung (5 Meter) mit 25 Punk­ten und Ballwurf (62 Meter) gleich 34 Punkten, letzterer in Ahbach und Launsbach. Im Ballwurf sind die Kinder des Landes gegen die der Stadt bedeutend besser. Das erklärte der Redner damit, daß wohl auf dem Lande die Steine für die Aepfel- und Birnbäume leichter zu haben wären. Bei den Wahlen für die ausscheidenden Vor­standsmitglieder wurden einstimmig gewählt: G. Fischer, 1. Vorsitzender: L. Stamm. 1. Schriftführer: Luft, 1. Rechner: Kammerrat Jockel (Braunfels) und Kreisjugendpfleger Lehrer M e n k (Stockhausen) als Beisitzer.

O Ebersgöns. 12. Febr. Im Alter von 90 Jahren starb hier der ä l te st e Ein­wohner des Ortes, der Landwirt und Makler Johannes Jung. Ein Herzschlag hat seinem Leben ein Ende gemacht. Jung war Veteran der Kriege 1866. 1870 und 1871.

Kreis Usingen.

! Cleeberg, 11.- Febr. Bei der zweiten Brenn- und Rutzholzversteigerung wurden folgende Preise gezahlt: Buchen-Ruhholz 62 Mk.. Buchen-Brennholzrundscheit 54 bis 56 Mk.. Buchenbrennholzknüppel 42 bis 46 Mk. je 4 Raummeter: Eichcnnuhholzknüppel 7 Mk., Kiefernnutzholz 9 Mk., Kiefernbrcnnrundscheit 9 Mark, Kiefernbrennknüppel 8 Mark je Raummeter: Fichtenstangen 1. Kl. 3,50 bis 3.80 Mark. 2. Kl. 2 bis 2.50 Mk.. 100 Buchenwellen 14 Mk., 100 Eichenwellen 12 Mk.

Maingau

Lpd. Frankfurt a. M., 11. Febr. Am Sonn­tag, 12. Februar, sollten General Luden dorff und Frau im Schumann-Theater auf Veranlassung des Tannenbergbundes Vorträge halten. Zwi­schen Luden dorff und dem Schumann- Theater kam es zu Streitigkeiten, die zur Folge hatten, daß das Schumann-Theater sich wei­gerte, die Räume zur Verfügung zu stel- l e n. Daran konnte auch eine beim Landgericht zugunsten Ludendorffs erwirkte einstweilige Verfügung nichts ändern, da diese durch gericht­liche Entscheidung am Samstag vormittag wieder aufgehoben wurde. Ludendorff und Frau sind daraufhin am Samstagnachmittag wieder nach München abgereist.__________________

Sprechstunden der Redaktion

12 bis 1 Uhr mittags, 5 bis 7 Uhr nachmittag» Samstag nachmittag geschlossen.

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über den Alsfelder Postneubau.

** Al sfeld, 11. Febr. In der Angelegenheit der Errichtung eines neuen Postgebäu- des, welche die hiesige Oefsentlichkeit gegenwärtig stark beschäftigt, fand am gestrigen Freitagabend rm großen Saal desDeutschen Hauses" die vom Stodt- oorstand be-schlossene öffentliche Dürgerver- f am m [ u n g unter dem Vorsitz von Bürgermeister Dr. V ö l s i n g statt. Welches Interesse diese Ange­legenheit findet, geht aus der Tatsache hervor, daß der Saal bereits vor Beginn der Versammlung dicht gefüllt war. Der Vorstände legte nach Eröffnung der Versammlung zunächst die Gründe dar, welche die Gemeindevertretung zu dein Entschluß geführt haben, den in der Gemeindeverwaltung ungewöhn­lichen Weg einer Volksabstimmung in der Frage des Postamtneubaues zu wählen. Er erläuterte sodann die Einzelheiten der beiden in Frage kommenden Bauplatzprojekte, woraus zu ent­nehmen war, daß als Kaufpreis für das eventuell zu erwerbende HotelZur Krone" 46000 Mk. vor­gesehen sind. Der Abbruch ist mit 2000 Mark in Rechnung gestellt. Es fand eine sehr eingehende Aussprache statt, an der sich zahlreiche Redner beteiligten. Daraus war zu entnehmen, daß die An­sichten der Bürgerschaft, welchem von beiden Bau­platzprojekten, Alicestraße oder HotelKrone" der Vorzug zu geben sei, sehr geteilt sind. Wie der Vor­sitzende ausführte, würden die Kosten für den An­kauf derKrone" eine Erhöhung der Ge­meindeumlagen um 3 o. H. herbeiführen. Von [eiten der Oberpostdirektion Darmstadt wohn­ten Oberpostvat Wittich und von der Oberpost­direktion Frankfurt a. M. Postbaurat Hum perl der Versammlung bei.

Das Ergebnis der Abstimmung.

Alsfeld, 13. Febr. (Eigener Drahtbericht des Gieß. Anz.) Bei der gestrigen Volksabstim­mung über den hier geplanten Postamtsneu- b a u waren 3329 Einwohner abstimmungsberechtigt. Davon stimmten f ü r den Ankauf des Hotels Krone" als Postbau 923 Stimmberechtigte, dagegen stimmten 433. Die Entscheidung liegt nunmehr bei Dem Gemeinderat, der heute abend zu einer Sitzung zusammentrifft.

Ein Auto vom Schnellzug überfahren.

---Butzbach, 13. Febr. Ein schweres äln glück ereignete sich heute nacht gegen i/i 1 Uhr beim hiesigen Bahnhof. Der Angestellte Weidner der hiesigen Firma Melchior wollte mit seinem Auto den Bahnübergang bei dem StellwerkDu. 4)" im Rorden des Bahn­hofs von der Stadtseite aus überqueren. In diesem Moment sau st e der Schnellzug 19 1 Basel Berlin heran, erfaßte das Auto und schleuderte es zur Seite. Der einzige Insasse, Weidner, kam wie durch ein Wunder mit leichteren Verletzungen davon. Außer einigen Hautabschürfungen wurde ihm der linke Arm ausgekugelt. Das Auto da­gegen wurde vollständig zertrümmert. Die Lokomotive des Schnellzuges erlitt eben­falls Beschädigungen und muhte in Gießen durch eine andere Maschine ersetzt werden. Die Arsache des Anfalles ist darauf zurückzuführen, daß der Wärter vergessen hatte, die Schranke des Aeberganges zu schließen.

Sronffurfer Fremdenverkehr im Zahre 1927.

WSR. Frankfurt a. M., 11. Febr. Die Gesamtzahl der im abgelaufenen Jahre In Hotels, Pensionen, Gastwirtschaften und Gebern ach tungs- stationen als angekommen gemeldeten Fremden beläuft sich auf 605 899. Der Verein Frankfurter Hotels und verwandter Betriebe gibt für die 33 ihm angeschlossenen Häuser die Zahl der gemeldeten Fremden mit 357 930 an, davon waren 50 283 Ausländer. Die Hotels rechneten mit einer durchschnittlichen täglichen Belegung ihrer Betten von 56 Prozent; die durch­

schnittliche Aufenthaltsdauer eines Gastes betrug l3/* Tage. Rach Herkunftsländern seht sich die Zahl der in den Hotels gemeldeten Fremden folgendermaßen zusammen: Deutsches Reich 307 647, Oesterreich 3474, Tschechoslowakei 1199. Ungarn 1279, Italien 1434. Schweiz 4565, Frank­reich 2790, Spanien und Portugal 747. Eng­land und Kolonien 5311, Riederlande 5766, Bel­gien 913. Schweden und Rorwegen 2332, Ruß­land 996. Vereinigte Staaten 12 764. Mittel­und Südamerika 1422, Japan 505, übrige Län­der und staatenlos 4786, zusammen 357 930.

Kunst und Wissenschaft.

(brich Schlaikjer f.

Der Schriftsteller Ericb Schlaikjer ist, einer Berliner Meldung zufolge, im 61. Lebensjahr an einem Luftröhren leiden plötzlich gestorben. Der Verstorbene, gebürtig aus Apenrade, hat sich als Journalist er war lange Jahre hindurch Mitar­beiter derTäglichen Rundschau", als Kultur- Politiker und als Dramatiker einen sehr geachteten Namen gemacht. Seine DramenHinrich Lornsen" undDes Pastors Rieke" wurden von der maß­gebenden Kritik mit hoher Anerkennung aufgcnom men. Schlaikjers letzte größere Publikation ist die NooellensammlungDie Vision der schwedischen Margret" (1922).

Eingesandt.

(Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.)

wieder eine Klage an die Reichsbahn.

Saubringen. 11. Fevr. Auch an unserer Eisenbahn-Haltestelle herrschen Zustände, die jeder Beschreibung spottem 1. Das Wartesälchen, sowie der mehr als 100 Schritte lange Bahn­steig sollen von einer veralteten Pe­troleumlampe, deren Lichtslärie höchstens deren einer lOkerzigen elektrischen Glühbirne ent­spricht ausgiebig erhellt werden, so daß die Fahrgäste der Züge in den Abendstunden sich nicht an- und umrennen. Es ist tatsächlich ein Wunder, daß bei dieser äußerst mangelhaften Beleuchtung bis jetzt schwere Anglückssälle sich nicht ereignet haben, zumal meist die Maschine des Abendzuges auf den Straßenübergang nach Staufenberg zu stehen kommt, eben deshalb, weil es dem Lokomotivführer nicht möglich ist, sich zu orientieren. Immer wieder hört man, daß die Reichsbahnverwaltung schon seit Jahr und Tag die Beleuchtungsanlage für die Haltestelle Daubringen genehmigt habe: zur Ausführung ihres gutgemeinten Vorhabens ist es bis dato aber noch nicht gekommen Es verursacht doch keine großen Ausgaben, zumal die elektrische Leitung nach den benachbarten Häusern etwa 10 Meter weit von der Haltestelle entfernt vorbeizieht. Der Sparsinn der Bahnverwaltung geht hier doch zu weit! 2. Die Zahl der an unserer Haltestelle ein» und aussteigenden Personen beläuft sich durchschn. täglich nach vor­sichtiger Schätzung auf etwa 200. Der Warteraum erweist sich schon seit Jahren zu klein. Die Reichsbahn findet es noch nicht einmal für notwendig, diesen kleinen Saal, der keine großen Brennstoffmengen benötigt, auch selbst in den kältesten Zeiten des Winters nicht, zu heizen. Gelegentlich der starken Kälte vor Weihnachten und auch jetzt wieder kann man die Fahrgäste, die manchmal noch auf die mit Verspätung ankommenden Züge warten, zusammengekauert in dem Wartesälchen frierend sitzen oder tram­peln sehen, kleine Kinder mit einaeschlossen. Rach Schluß der Arbeit suchen Arbeiter aus der Staufenberger Zigarrenfabrik und aus dem Steinbruch am öotlarer Kops Schuh vor der Unbill der Witterung in dem kalten Warte» sälchen, um den 7 Ahr Zug zur Weiterfahrt zu benutzen. Ich frage: Ist die Reichsbahn tatsächlich so arm, daß sie nicht mehr die not­wendigsten Ausgaben bestreiten kann, um end­lich einmal diese schreienden Aebelstande zu be­seitigen?

JOE LOE