Klus -er Provinzialhauptfiadt.
Gießen, den 13. Februar 1928.
Oie ^schwache" Seite.
Ober soll man nicht sagen die „starke" Seite? Da sitzen einige Herren zusammen und unterhalten sich. Der Herr mit der „schwachen" Seite rst auch dabei. Er ist schweigsam. Da fallt auf einmal das Wort. Marientaler Da aber wird er lebendig, ich meine, der Herr mit der „schwachen" Seite. 2tun kann er auch sprechen. Er sammelt schon seit seiner Jugendzeit Münzen. Aha, seine »schwache" Seite. Rein! Es ist seine „starke" Seite. Wie seine Augen leuchten! Wie begeistert er von seiner Sammlung erzählt, von seinen Glanzstücken! And wie hat er durch seine Sammlung Geschichte gelernt, das ihm eigentlich in der Schule ein Greuel war. Er schildert, wie er mit seinen klingenden Münzen weit in die Vergangenheit schauen kann, wie sie wieder neu vor ihm ausersteht! —
Ein anderer sitzt abends in seinem Junggesellenstübchen und betrachtet mit liebevollen Äugen seine Bücher. Welch köstliche Stunden! Er nimmt eins nach dem andern aus dem Schrank, beschaut den alten schweinsledernen Einband und streicht liebkosend darüber. Dann besieht er sich das Titelblatt, bewundert von neuem den großen schönen Druck, liest vielleicht ein bißchen darin und stellt das Buch wieder in den Schrank. Seine ganze Liebe gehört diesen Altertümern. Welche Mühe, welche Arbeit, welches Suchen, bis er oll diese Schätze zusammengetragen hatte!
And ein dritter sammelt Briefmarken. Anzählige Stunden, ja Tage und Rächte hat er geopfert, um sein Album zu füllen. Er sammelt keineswegs, um fein Kapital anzulegen, nein, seine Liebe gilt von Jugend an diesen kleinen Bildchen. Hast du schon einmal einem „richtigen" Briefmarkensammler zugeschout, wenn er fein Album hervorholt und seine Schätze zeigt? Wie er so sorgfältig und gewissenhaft Blatt für Blatt behandelt? Er, der im Leben manchmal wenig Rücksicht auf seine Mitmenschen nimmt, hier bei den Marken ist er der liebevollste und zartfühlendste Mensch. Es ist ja auch eine Lust, solch wohlgepflegte Sammlung zu betrachten. Die Marken werden keineswegs genau nach der Reihenfolge eingeklebt, sondern jedes Blatt ist nach ganz bestimmten äußeren Richtlinien so Susamm-ngestellt, daß es wie ein kleines Kunstwerk erscheint. Verstehen kann man die Leidenschaft eines Briefmarkensammlers schon.
Ich kenne einen älteren Herrn, der neben feiner großen Sammlung noch ein kleines Schulheft hoch in Ehren hält. Damit hat er angefangen als Sextaner und Länder und Markenfelder selbst eing^z itznet. Dies Heftchen ist ihm heilig wie seine Jugead ie?e.
And wieder ein anderer jammelt Schmetterlinge, Käfer oder etwas Aehnliches. Wir lächeln manchmal darüber. Aber das sollte man nicht. Seien wir froh, wenn unsere Mitmenschen eine solche Liebhaberei haben. Liebhaber ist ein wunderschönes Wort und hat, Gott sei Dank, das Fremdwort „Amateur" verdrängt. Was kann man nicht alles lieb haben I
Eine Schattenseite hat aber die Liebhaberei. Wenn sie nämlich das Leben ganz ausfüllt, wenn sie zum Lebensziel — manchmal ist das leider so — wird, wenn jemand vor lauter Sammelwut alles andere vergißt. Dann haben wir das treffende CESort: R a rr. Schmetterlingsnarr, Warkennarr usw. Das Sammeln aus Liebhaberei soll so ein kleines Rebenziel im menschlichen Getriebe fein, etwa so, wie ein lauschiger Waldweg, der seitlich vom lebhaften Treiben der Straße hineinfuhrt in das grüne Laubdach und in einem stillen Winkel endet. In einem Winkel, in den man sich flüchtet, wenn einem das Leben zu bunt wird. Ist es bei einem richtigen Liebhaber nicht auch so" Will er nicht allein sein mit seinem Schatz?
And unsere Kinder? Sammeln sie nicht auch? Ja, beinahe alle. Machen wir es aber nicht so wie Otto Ernst, der in einer Plauderei „Die Hosentaschen des Erasmus" zu seinem Sohne sagt: „Bei einem Erben meines Blutes dulde ich Briefmarken sammeln nicht. Briefmarkensammeln ist ausgesprochene Antikultur, und darauf steht bei mir Enterbung.“ Zeigen wir lieber Verständnis und freuen wir uns mit un,em Kindern über ihre Sammlungen. Rur eins dürfen wir nicht dulden, nämlich, daß sie heute dies und morgen jenes sammeln wollen. Halten wir sie bei der Stange! „Was du anfängft, das führe wenigstens auch zu einem getoi sen Abschluß." Gar mancher hat durch seine Briefmark, mamm- lung mehr Geographie gelernt a d aus seinem Lehrbuch. Die Hauptsache ist ja, daß die Kinder solche Sammelarbeit von sich selbst aus freiwillig tun. Und diesen Drang nach irgendeinem Wissensgebiet sollen wir (tä tig unterstützen. Aber wir sollen nicht lächeln und sagen: „Das ist Spielerei." Die Sammellust kann von großem erzieherischen Einfluß sein, denn hier
ist doch ein Ziel gesteckt, und wenn es auch ein kleines ist. Lieber in einem Gebiet etwas sicher wissen, als in allen ein wenig.
And du selbst? Hast du nicht auch eine „schwache" Seite? Wenn nicht, dann sieh dich um und Versuchs einmal „schwach" au fein. Du wirst bald merken, -aß sie dir große Dienste tun kann, diese schwache Seite. Sie kann dir ein Freund sein, wenn dich alle anderen verlassen. P.
Freilassung
der beiden Reichswehrfunker.
Die im hiesigen Antersuchungsge'ängnis wegen der bekannten Funlerafsäre bei der Reichswehr im nördlichen Teile des Wehrkreises V noch in Untersuchungshaft zurückbehaltenen b eiben Funker vom hiesigen 1. Bataillon 2 n f. - R g t s. 15 wurden am Samstagmittag ebenfalls aus der Haft entlassen. Damir sind nunmehr alle Angehörigen der hiesigen Reichswehr-Funkerstation wieder auf freien Fuß gesetzt. Heber das Verfahren selbst ist bis zur Stunde hier nichts bekannt.
Das Mntergewitter.
Das schwere Unwetter in ter Rächt zum Samstag hat in den verschiedensten Teilen unserer engeren Heimat zum Teil großen Schaden an- gerichtet. Wie uns von unserem §»Mitarbeiter aus U l r i ch st e i n gemeldet wird, war das Unwetter dort mit einem starken Schneesturm verbunden, von dessen Gewalt vielfach die Häuser in Ulrichstein förmlich erzitterten. An der Ohm- straße wurden 42 starke Fichtenstämme vom Sturme teils geknickt, teils entwurzelt, so daß sie auf die Landstraße fielen. Die Straße war mehrere Stunden für Fuhrwerke unpassierbar, das Postautv nach Mücke erlitt erhebliche Verspätung und muhte schließlich seinen Weg über Bobenhausen nehmen. Bei den gestürzten Bäumen handelt es sich um Stämme, die zumeist schon zu Beginn der 70er Jahre angepslanzt wurden. Aus zahlreichen anderen Orten des Vogelsberges wird gemeldet, daß auch in diesen Gegenden heftige Riederschläge, gemischt aus Schnee und Hagel, unter kräftigen elektrischen Entladungen niebergingen und daß am anderen Morgen die Fluren dicht mit Schnee bedeckt waren. Erheblichen Schaden hat das Anwetter weiterhin in der Gegend von E i ch e l s d o r f angerichtet. Dort wurde eine große Zahl wertvoller Obst- bäume entwurzelt, in dem benachbarten Eichelsachsen entstanden zahlreiche Schäden an den Dächern und Schornsteinen. In den Wäldern gab es viel Windbruch und an einzelnen Stellen verhinderten gestürzte Bäume den Straßenverkehr. Auch im Kleebachtal sind dem Sturme viele Bäume zum Opfer gefallen. 2n dem an der Hochelheimer Gemarkungsgrenze gelegenen Distrikt Geiersberg der Gemarkung Dornholzhausen wurden annähernd 100 Obstbäume von dem Sturme umgerissen, ebenso fielen an der Provinzialstraße Wetzlar—Butzbach und an der Kleebachtalstraße eine Anzahl Bciume dem Orkan zum Opfer. In der Marburger Gegend richteten der Sturm und Hagelschlag in den Gärten und Wäldern durch Baumentwurzelungen und durch Störungen an den Licht- und gern* sprechleitungen gleichfalls größeren Schaden an.
Infolge der erheblichen Riederschläge führten die W i e s e ck und die Lahn gestern sehr viel Wasser zu Tal. Don Aeberschwemmungsschäden ist bis jetzt aber nichts bekannt geworden.
Ein Mahnwori an die Eltern.
Man schreibt uns: An alle Eltern, denen es am Herzen liegt, ihren Kindern eine auf sittlicher Grundlage beruhende Existenz zuteil werden zu lassen, möchte ich ein ernstes Wort richten:
Roch niemals ist das Erziehungswerk so schwierig gewesen, wie heutzutage. Leben wir doch in einer Zeit beispielloser Sittenlosigkeit. Unsere Jugend ist gefährdet wie nie zuvor. Auf Weg und Steg ist sie Versuchungen ausgesetzt, und wie rasch ist ein junges Menschenkind verführt und von schlechtem Beispiel angesteckl! Da ist es für manche Mutter schwer, die Zügel fest in der Hand zu behalten. Bekanntlich ist es nicht leicht, gegen den Strom zu schwimmen, und doch muß es bei der ungeheuren Wichtigkeit des Erziehungswerkes erzwungen werden. Vor allem, Ihr lieben Eltern, laßt es Eueren Kindern an einem guten Beispiel. nicht fehlen: seid selbst stets wahrhaftig und treu. Aeberwacht streng den ilmgang Eurer Kinder und laßt sie abends spät nicht mehr auf die Straße. Rehmt Ihr sie zu einem Vergnügen mit, Jo kehrt mit den noch Schulpflichtigen zeitig zurück, damit ihnen die so notwendige Rachtruhe nicht gekürzt werde. Bedenkt stets, daß Ihr für die Kinder da seid und die Kinder nicht für Euch. Mutter sein, heißt opferfreudig sein. Kleidet Eure Kinder stets sauber und nett, doch vermeidet jeden unnötigen Putz und Tand, der den Sinn Eurer Kinder nur auf das Aeußere lenkt. Besonders jetzt in der Karnevalszeit ist doppelte Vorsicht geboten. Sieht man leider jetzt
~ BevirMmm-Z
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doch zum Teil Maskenkostüme auftauchen, die das Auge jedes auf Anstand haltenden Menschen verletzen müssen. Solche Dinge sind geeignet, der Sittenlosigkeit weiteren Vorschub zu leisten. Auch der Lektüre Eurer Kinder schenkt gebührende Aufmerksamkeit.
Zur Am- und Rückkehr zu Anstand und Sitte ist es höchste Zeit, wenn unsere Jugend nicht verderben soll. Deshalb scheint es geboten, daß die gesamten christlichen Frauenvereine im Reich sich zu einem Bund zusammenschließen, der es sich zur ernsten Pflicht macht, die Sittenlosigkeit mit~ allen ihr zu Gebote stehenden Mitteln zu bekämpfen und AnstarrÜ und züchtiges Wesen wieder zu Ehren kommen zu lassen. Inzwischen aber, Ihr lieben Eltern, verbündet Euch mit gleichgesinnten Familien zur Erreichung unseres Zweckes. Ist es doch in Gesellschaft leichter, einen Kampf aufzunehmen, als allein. -a-
Oie Kosten der Vorstellung bei Stellenbewerbungen.
Heber die Frage der Erstattung der Kosten der Vorstellung bei Stellenbewerbungen herrscht in Angestelltenkreisen noch immer vielfach Anklarheit, was allerdings schon um deswillen nicht verwunderlich ist, da spezielle Vorschristen nicht vorhanden sind. Dagegen bietet eine genügende Grundlage das Bürgerliche Gesetzbuch mit seinem § 670, der also lautet: „Macht der Beauftragte zum Zweck der Ausführung des Auftrags Aufwendungen, die er den Umständen nach für erforderlich halten darf, so ist der Auftraggeber zum Ersatz verpflichtet." Es kann danach also keinem Zweifel unterliegen, daß der Arbeitgeber die Kosten zu ersehen hat, wenn die Vorstellung auf seinen ausdrücklichen Wunsch erfolgt. An dieser Ersahpflicht kann auch nichts geändert werden, wenn der Arbeitnehmer einen triftigen Grund hat, die Stelle nicht anzunehmen. Lehnt er die Anstellung aber ohne triftigen Grund ab, etwa weil er eine ihm günstiger erscheinende Stellung gefunden hat, so entfällt die Ersahpflicht für den Arbeitgeber.
Bei der vielfach geübten Gepflogenheit, daß dem Arbeitnehmer anheimgestellt wird, sich vorzustellen, muß dieser sich rechtzeitig Klarheit darüber verschaffen, ob er die Vorstellungskosten, und in welcher Höhe, ersetzt bekommt. Andernfalls ist eine Klage auf Ersatz so gut wie aussichtslos.
Ersatz kann natürlich nur für Auslagen beansprucht werden, die dem Betreffenden tatsächlich erwachsen sind und die, wie es im B. G- B. heißt, den Ainständen nach für erforderlich zu erachten waren. Der angeforderte Ersatz muh evtl, durch Belege nachgewiesen werden. Im allgemeinen dürfen als angemessen die Sähe gelten, wie sie bei Dienstreisen üblich sind.
Sind Klagen wegen Erstattung der Dorstellungskosten nicht zu umgehen, so sind sie nach § 2 Absatz 2 des Arbeitsgerichtsgesetzes bei dem zuständigen Arbeitsgericht anzubringen.
Daten für Dienstag, 14. Februar.
Sonnenaufgang 7.18 Ahr, Sonnenuntergang 17.11 Ahr. — Mondaufgang 1.42 Ahr, Mond- Untergang 10.41 Ahr.
1779: der englische Seefahrer James Eook auf Hawaii ermordet (geb. 1728); — 1830: der Theologe Theodor Adalbert Lipsius in Gera geb. (geft. 1892) — 1926: der bayrische Politiker Gerog Krafft von Crailsheim in München gest. (geb. 1841) —
Vornotizen.
— Tageskalender für Montag: Gesellschaft der Gießener Kunstfreunde: 8 Zlhr, Reuer Hörsaal des Kunstwissenschaftlichen Institutes (Ludwigstrahe 34), Lichtbildervortrag. — Deutscher Bund für christlich-evangelische Erziehung in Haus und Schule: 8 Ahr, Johannes- saal, Lichtbilder-Vortrag. — Sanitäts-Verein: 8 Ahr, Kaufmännisches Vereinshaus, ordentliche Generalversammlung. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße : „Höhere Töchter". — Astoria-Licht- spiele: „Die Opiumhöhke von Hawaii".
— Gesellschaft der Gießener Kunstfreunde. Am heutigen Montag, 13. d. M., wird der bekannte Kunstforscher Jul. Daum, Professor an der Technischen Hochschule in Stuttgart und Direktor des Museums in Alm, einen Dortrag über „D i e Kun st der Dölker- wanderungszeit" halten, lieber die Kunst dieser interessanten Epoche ist in neuester Zeit durch reiche Funde und neue Entdeckungen, vor allem durch umfangreiche Ausgrabungen, neues Licht verbreitet worden. Der Dortrag des ausgezeichneten Kenners findet tm neuen Hörsaal des Kunstwissenschaftlichen Instituts, Ludwig- straße 34, statt, der mit seiner vollkommen neuzeitlichen und für diesen Zweck besonders konstruierten Einrichtung zum erstenmal der weiteren Oeffentlichkeit erschlossen wird.
— Deutsche Volkspartei. Die hiesige Ortsgruppe der Deutschen Vokkspartei lädt ihre Mitglieder zu einem Diskussionsabend auf Dienstag, den 14. d. M., abends 8.15 Uhr im „Hindenburg" ein.
i rnirrrmrurnii mm ,11 m m— t,
Landtagsabgeordneter Dr. Niepoth (Schlih) wird über die Verhandlungen zur hessischen Regierungs- biidung berichten. (Siehe Anzeige.)
** D i e Universitätsbibliothek fordert im Anzeigenteil unserer Samstagausgabe auf, die vor dem 20. Januar entliehenen 'Büdner bis spätestens 10. Tlän an die Bibliothek zurückzugeben. Es sei auf diese Anzeige besonders hingewiesen.
** Von der Krastpostlinie Gießen — Kleebachtal. In dem Vierteljahr vom 1. Oktober bis 31. Dezember 1927 waren die Einnahmen auf der Kraftpostlinie Gießen—Kleebachtal erfreulicherweise so hoch, daß die von den Gemeinden zur Verfügung gestellten Garantiesummen nicht in Anspruch genommen zu werden brauchten. Es war sogar noch ein Ueberschuß zu verzeichnen, der den beteiligten Gemeinden voraussichtlich zugute kommen wird, und zwar in dem Umfange, in dem sie für das Vierteljahr April bis Juni 1927 (das Vierteljahr Juli—September schloß ebenfalls ohne Defizit ab) Zuschüsse geleistet haben. Voraussetzung hierfür ist jedoch, daß die Linie auch im laufenden Vierteljahr solche Einnahmen hat, daß die Selbstkosten der Postverwaltung durch sie gedeckt werden.
**ßcid)enlänbunginßollar. Am Sams- tagmittag gegen zwölf Uhr wurde am Lahnrechen der Buderusschen Eisenwerke in Lollar eine männliche Leiche aus der Lahn gelänöet Anscheinend hat die Leiche schon längere Zeit im Wasser gelegen. Der Tote ist bisher noch nicht identifiziert worden. Er ist etwa 45 bis 50 Jahre alt, 1,65 bis 1,67 Meter groß, von kräftiger Gestatt, hat volles Gesicht, meliertes Haar mit Glatze, blaugraue Augen, englisch gestutzten Schnurrbart, vollständiges Gebiß. Der Mann trug am Fuße Kamelhaarschuhe, graue, selbstgestrickte Strümpfe, schwarze Tuchhose, wollene Unterhose, wollenes Unterhemd, gestreiftes Oberhemd, schwarze gestrickte Unterjacke und graugrüne leichte Joppe. Die Leiche wurde nach dem Lollarer Friedhof verbracht.
** Personalien. In den Ruhestand treten auf Grund des Altersgrenzengesetzes am 1. April 1928 der Präsident des Landgerichts der Provinz Rheinhessen, Joseph St i gell zu Vkainz und der Oberstaatsanwalt beim Landgericht der Provinz Starkenburg, Rudolf Wünzer zu Darmstadt.
** Infolge ungenügender Anschrift verloren. Bei der Dberpoftbirftion Darmstadt mußten im Jahre 1927 5928 Briese unb 7748 Postkarten, sowie zahlreiche Drucksachen, bie infolge un-- genügenber Anschrift roeber bem Empfänger ausge- hänbigt, noch an ben Absenber zurückgegeben werben konnten, vernichtet werben. Hierdurch mögen für die Beteiligten wohl Unannehmlichkeiten mancherlei Art entstanden sein. Auch wird das Fehle» dieser Sendungen oft zu ungerechtfertigten Vorwürfen gegen die Postverwaltung unb ihre Beamten Anlaß gegeben haben. Ohne genaue unb voll- ftänbige Anschrift bes Empfängers, zu der bei größeren Orten außer bem Vor- unb bem Zunamen ber Stanb, bie Straße unb die Hausnummer gehören, ist aber bie Zustellung einer Postfenbung auch bem findigsten Zusteller nicht immer möglich. Auch ist es unumgänglich nötig, auf allen Postsendungen stets Name, Wohnort unb Wohnung des Absenders anzugeben, damit diesem die Sendung im Falle der Unzustellbarkeit zurückgegeben werden kann.
Berliner Börse.
Berlin, 13. Sehr. (WTD. Funkspruch.) Auch heute zu Beginn der neuen Woche ändert sich an der Geschäftslosigkeit in den Dormittagsstunden nichts. Die Tendenz ist undurchsichtig, aber eher unverändert. Man taxiert Farben auf 260. Allerdings könnte von den heute beginnenden Frcigabeverhanölungen im amerikanischen Senat eine Anregung ausgehen. Am Devisenmarkt hört, man Paris gegen London mit 124.02, Mailand mit 92,05, Madrid 28,67, London gegen Kabel 4,8740 und die Reichsmark gegen Kabel mit 4.1955.
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