Einzelbild herunterladen

Franzosen, rückhaltlos Franzosen, bedin­gungslos Franzosen, ohne Hinterhalt Franzosen? Diejenigen, die nicht klar antworten werden, die den Mut haben sollten, sich hinter Wenn und Aber zu verschanzen, sie werden, davon bin ich überzeugt, mit Schärfe von Elsaß ab­gelehnt werden.

Oer Reichswehretai.

Berlin, 12. Febr. (VDZ.) Der Haus- haltsausschuh des Reichstages setzte die Aussprache über den Heeresrtat fort. Abg. Freiherr v. Richthofen (Dem.) verglich die Kosten dieses Etats mit denen der preußi­schen Polizei und denen des französischen Heeres, die vrel niedriger seien. Mit denunvorher­gesehenen Ausgaben" müsse gleichfalls aufgeräumt werden. Er zweifle nicht, daß die nicht geneh- nngten Geschäfte in gutem Glauben abgeschlossen wurden, der Schaden sei aber doch größer als der erwartete Ruhen. Der Minister sprach da­von, die Angehörigen der Reichswehr zu treuen und zuverlässigen Staatsdienern zu machen. Der Redner wolle dafür sagen: Treue und zuver­lässige Diener der Republik. Hierzu müsse vor allem das Offizierkorps erzogen werden. Der Adel scheine ihm nach der Rangliste noch vor­zuherrschen. Der Weg. Llnterofsiziere zu Offi­zieren zu befördern müsse weiter offen gehalten werden.

Ministerialdirektor Dr. Brecht legt die Gründe dar. aus denen der Reichsrat mit 36 gegen 32 Stimmen eine Reihe von Ab - st r i ch e n am Wehr- und Marine-Etat vvr- geschlagen habe. Es handele sich dabei lediglich uni eine Entlastung des Gesamthaus­haltes. Eine Finanzpolitik, die alle Jahre große Reste lasse und übertrage, halte der Aeichsrat nicht für richtig. Der Reichsfinanz­minister habe durch die Restelist« zum ersten Male volle Offenheit walten lassen. Das sei eine Lat gewesen. Sie biete aber die Gefahr, daß künftig die Ressort- und Abteilungsleiter sich bemühen würden, alles auszugeben, um nicht auf der Resteliste zu erscheinen.

Deichswehrminister Dr. G r v e n e r: Ich möchte nur betonen, daß ich der Verantwortliche für mein Ressort bin.

Abg. Ersing (Zentr.) erklärt, derselbe Reichs­rat, der hier Abstriche fordere, weil angeblich die Aussichten für das Finanzjahr 1928 un­günstig seien, habe beim Etat der allgemeinen Finanzverwaltung die voraussichtlichen Lleberschüsse auf eine Reihe von Millionen höher berechnet, und zwar weil nach seiner Ansicht die Einnahmen aus -Zöllen, Abgaben und Steuern sich weiter günstig entwickeln würden. Hier scheine eine innere Anwahrhaftigkeit vorzuliegen. Der Be­schluß des Reichsrates erscheine ihm weniger aus sachlichen als aus politischen Gründen gefaßt zu sein. Deshalb könne trotz seiner be­kannten Einstellung zu strenger Sparsamkeit er doch nicht und ebensowenig seine Parteifreunde sich für die sozialdemokratische Entschließung aus­sprechen, die Abstriche lediglich beim Wehretat forderten. Für seine politischen Freunde dürfe er aussprechen, daß die Dar­legungen des Ministers ihnen sympathisch ge­wesen seien und daß er wünschen möge, daß seine Gedankengänge bis zum letzten Musketier herunterdrängen. Dieser Staat sei die deutsche Republik, die eine republikanische Staatsversas- sung habe. Di« Reichswehr könne ihre Aufgabe .des Grenzschutzes nur -arm voll erfüllen, wenn sie von dem Vertrauen der breitesten Schichten des deutschen Volkes ge­tragen werde.

Ministerialdirektor Dr. Brecht bemerkt, er habe nicht in die Verantwortung des Reichs­weh rministers eingegriffen. Den Gedanken, daß, wenn man an einer Stelle streicht, man an einer anderen Stelle nichts einsetzen dürfe, habe der Reichsrat abgelehnt. Er hoffe, daß die De­batte zu gemeinsamer Sparsamkeit führe.

LMer Rückgang der Arbeitslosigkeit

Berlin, 11. Febr. (WB) 3n der Zeit vom 15. bis 31. Januar ist die Zahl der männlichen Hauptunterstützungsempfänger in der Arbeits­losenversicherung von rund 1 200 500 auf 1 155 500, das ist um 45 000 oder um 3,8 v. H., ge­sunken, während bei den Frauen noch eine Zunahme um 7000 (von 170 500 auf 177 500) oder um 4,1 v. H. zu verzeichnen war. Für die Gesamtzahl der Hauptunterstützungsem'. fänger ergibt sich daher nur eine Abnahme um 38 000 (von 1 371 000 auf 1 333 000) oder um 2,8 v. H. Stärker ist der Rückgang in der Krisen­fürsorge. Hier ist die Gesamtzahl der Haupt­unterstützungsempfänger von rund 228 000 auf 215 000, d. i. 13000 oder um 5,9 v. H. zu­rückgegangen. Der Rückgang ist bei den Frauen verhältnismäßig größer als bei den Männern. Er betrug bei den Männern 11000 (von 191 000 auf 180 000) oder 5,8 v. H., bei den Frauen 2000 (von 37 000 aus 35 000) oder 6,4 v. H. Die Zahl der Rotstandsar- beiter in der Arbeitslosenversicherung und in der Krisenfürsorge zusammen ist im Zu­sammenhang mit der milden Witterung von rund 31 000 auf 47 000, d. i. um 16 000 ge­stiegen.

parlamentarisches aus Hessen.

Darmstadt, 12. Febr. Die Fraktion der Deutschen Dolkspartei hat im Hessischen Landtag zu den persönlichen Ko st en der h e r e n S chu l e n folgenden Antrag eingebracht: Dir beantragen: Der Landtag wolle beschließen, die Regierung zu ersuchen, baldmöglichst ein Gesetz vor­zulegen, durch das die Verteilung der persönlichen Ko ten der höheren Schulen geregelt wird. In der Begründung wird darauf hingewiesen, daß das die Ko tenverwaltung regelnde Gesetz vom 21. März 1914 abandcrungsbediirftig sei. Da alle Kostenträger ein erhebliches Interesse hätten, zu wissen, wie man sich die Kostenverteilung denkt, müsse die Regierung aus ihrer Zurückhaltung hervortreten und geeignete Vorschläge machen. Der Finanzausschuß des Landtags lehnte in seiner letzten Sitzung die Regierungsvorlage über die E r r i ch t u n g eines Sporthauses auf den, Sport- und Spielplatz d e r L a nd e s u n i v e r s i t ä t in G i e ß e n a b. Ein Antrag Ritzel über eine Zu­sammenstellung der Frequenzziffern der höheren Schulen Hessens wurde angenommen Der Peti­tionsausschuß des Landtags stimmte einem Antrag Maurer zu, daß die Herausgabe von Jahresberichten der höheren Lehranstalten eingestellt wird.

Oer Steglitzer Schülermordprozeß

Berlin, 11. Febr. (WTB.) Am heutigen -ritten Verhandlungstage teilte der Staats­anwalt S t e i n b e ck mit, daß er den Sachver­ständigen Dr. Placzek geladen habe, der auf Veranlassung des Ehepaars Scheller Hilde Scheller untersucht habe und über die Persönlichkeit und Glaubwürdigkeit der Zeugin Hilde Scheller Auskunft geben soll. R.-A. Dr. Frey erklärt hierzu, daß er gegen dieses Verfahren mit allen der Verteidigung aus der Strafprozeßordnung zustehenden Mitteln an­kämpfen werde. Die Änglaubwürdigkeit von Hilde Scheller ergebe sich schon aus den Akten. Die Polizeirätin Wieling habe in den schärfsten Ausdrücken Hilde Scheller als un­glaubwürdig bezeichnet. Die Prozetzlage recht- fertige demnach keineswegs die Benennung eines neuen Sachverständigen. Rach einer scharfen Aus­einandersetzung über die prozessuale Zulässigkeit der Ladung dieses Sachverständigen erklärt der Vorsitzende: Da der Sachverständige bestellt wor­den ist, müssen wir auch Polizeivizepräsident Dr. Weih und die Polizeirätin W i e k i n g nochmals hören.

Auf Befragen des Staatsanwalts erllärt Dr. Frey, daß seine briefliche Information, wonach Hilde Scheller aus einer Tanzdiele in der König» grätzer Straße wegen ungebührlichen Benehmens herausgewiesen worden sei, auf einem Irrtum beruht. Es handele sich dabei um ein Mädchen, das Hilde Scheller sehr nahe stehe.

3m übrigen werde er wegen der nunmehr ein- getcetenen neuen Prozehlage die Aussetzung des verfahrens beantragen.

Sollte das Gericht den Anträgen der Verteidi­gung nicht stattgeben, so bitte er. die beiden anwesenden Gerichtsärzte, Medizinalrat Hom­merich und Medizinalrat Freiherr von Mahrenholz um ein Gutachten über die Glaubwürdigkeit der Hilde Scheller zu ersuchen und gegebenenfalls den Gerichtsarzt Professor Strauch hinzuzuziehen.

Erster Staatsanwalt S t e i n b e ck bittet, den Antrag, die Verhandlung auszusetzen, weil Dr. Placzek überraschend geladen worden sei, abzu­lehnen und die Erfordernisse der Strafprozeh­ordnung in der Form zu gewähren, daß dieser Sachverständige erst beim Abschluß der Beweis­aufnahme gehört wird. Dr. Frey erklärt, er müsse sich nur wundern, daß eine Aufklärung zugunsten des Krantz dem Staatsanwalt nicht erwünscht erscheine, während alles, was zu­gunsten der Hilde Scheller spricht, durch Zeugen­mund dem Gericht nahegebracht werden soll. Die Aussetzung der Verhandlung wird abgelehnt. Es sollen vier Zeugen neu geladen werden, darunter diejenigen, die über die Frage aussagen sollen, ob Gllinor Ratti den Untersuchungsrichter be­logen hat, ferner der Direktor der Schule, in der Krantz war und der Direktor des Lyzeums, das Hilde Scheller besuchte. Die weiteren An­träge der Verteidigung werden abgelehnt, und zwar teils wegen Anerheblichkeit, teils weil der Tatbestand als wahr unterstellt werden kann. Der Antrag, Hilde Scheller untersuchen zu lassen, wird zurückgestellt. Inzwischen ist der preußische Justiz Minister Dr. Schmidt mit verschie­denen Beamten seines Ministeriums erschienen, um den weiteren Verhandlungen beizuwohnen.

Die Zeugenvernehmung wurde mit der Ver­nehmung der Zeugin Ratti fortge­setzt.

Die Zeugin sagt u. ö. aus: Als Hilde Scheller an dem betreffenden Abend Hans Stephan mit in die Wohnung hinaufnehmen wollte, sagte ich: Das kannst du doch nicht tun, weil Günther: oben ist. Hilde regte aber an, Hans doch mit hinaufzunehmen, und zwar so, daß Günther nichts merkte. Mir sagte sie, ich sollte nicht verraten, daß Hans Stephan dort ist. Sie wolle sich mit ihm ein bißchen unterhalten. Wir gingen dann nach oben und während sich Hilde mit Hans zurückgezogen hatte, unterhielt ich mich mit Günther. Günther ging dann fort. Bevor ich zur Schule ging, ging ich noch einmal zu Schellers hinauf. Paul Krantz öffnete, er war furchtbar komisch in seinem Benehmen und ant­wortete auf meine Frage, was mit ihm sei: Ach, nichts. Ich kam auch nicht auf den Gedanken, daß er getrunken hatte. Soviel ich weih, war Hilde Scheller im Badezimmer, ich kann es aber nicht bestimmt sagen. Auf meine Bemerkung zu Hilde, daß sie alle so komisch seien, was denn hier sei, bemerkte sie: Ja, Hans war die Rächt hier. Hilde bat dann Paul in meiner Gegen­wart nochmals, nicht zu sagen, daß Hans noch in der Wohnung sei und Paul hat ihr dann auch sein Ehrenwort gegeben. Günther ging zuerst ins Schlafzimmer, Paul folgte ihm, die Tür wurde zugemacht.

Plötzlich hörten wir Schüsse. Meiner Ansicht nach waren es drei. Hilde stürzte so­fort ins Schlafzimmer. Als ich auch hinzukom, sah ick jemand tot am Loden liegen und dachte zunächst, Paul hätte sich erschossen: aber Hilde schrie:Paul, was hast du gemacht?" Paul sagte gar nichts.

Hilde ging dann nochmals durch das Zimmer und rief: Hans, wo bist du? Schließlich fand sie Hans ebenfalls tot in der Schrankecke. Ich fragte Paul, wie das gekommen fei. Er zuckte mit den Achseln, er tmffe nichts. Wir versuchten bann gemeinsam den Günther zu verbinden. Als Hilde Polizei und Arzt rufen wollte, sagte Paul: Drei sind schon genug. Als die Zeugin bann schon auf der Treppe war, ist sie, wie sie erklärt, wieder zurückgerufen worden. Paul sagte, es war Günthers Revolver, worauf sie erwiderte: Nein, es war deiner. Auf eine Frage des Vorsitzenden bekundet die Zeu­gin, Hilde Scheller habe auch beim Anblick ihres toten Bruders laut geschrien: Günther, mein armer Günther, was hast du gemacht. Ihr Schmerz fei aber offenbar an der Leiche ihres Freundes Hans noch größer gewesen. Die Zeugin erklärt im übri­gen, sie könne jetzt selbst nicht mehr sagen, ob das, was sie heute über den Fall wisse, nicht durch die Lektüre der Z e i t u n g s b e r i ch t e^ und durch die vielen Gespräche mit ihren Eltern -cEannten und mit Hilde über den ganzen Fall beeinflußt worden fei. Der Vorsitzende hält ihr vor, daß sie in her Voruntersuchung weit beftimmtere Angaben gemacht habe, als hier. Die Zeugin er­widert: Ja, dafür kann ich nichts. Ich hätte meine Bekundungen vielleicht genauer machen können, aber

ich habe Angst, well ich vereidigt worden bin. Da fürchte ich bei jedem Wort, daß es doch nicht absolut der Wahrheit ent­sprechen könnte und das irritiert mich.

Aus eine Frage des Vorsitzenden, ob die Tür zum Schlafzimmer geschlossen oder auf ge­wesen sei, erklärte Ellinor, das wisse sie nicht. Später habe sie gehört, daß Hilde gesagt habe: Wir müssen genau überlegen, damit Paul nicht in Haft kommt. Im Verlauf der Vernehmung richtete Rechtsanwalt Dr. Frey eine Reihe von Fragen an die Zeugin, um festzustellen, ob sie sagen könne, daß Hilde Scheller dem Ange- Hagten Krantz nachgelaufen sei und den Fuß in die Tür geklemmt habe. Auf die Bemerkung des Verteidigers, die Zeugin hätte das doch merken müssen und hätte es doch auch der Polizei gesagt, erwiderte Ellinor Ratti nach längerem Besinnen: Rein, es kann nicht sein, denn sonst hätte ich es der Polizei gesagt. Auf weitere Fragen des Verteidigers über den Vor­gang im Badezimmer, den die Zeugin Datti allein bekundet, erklärt sie schließlich: Wenn ich nicht den Eid geleistet hätte, könnte ich alles ganz anders sagen. Ich kann doch aber keinen Meineid leisten. Auf das Vorhalten des Vorsitzenden, daß die ganze Badestubenepisode weder von Krantz noch von Hildegard Scheller behauptet werde, und wie sie sich erlläre, daß Hilde davon nichts weiß, erklärte die Zeugin erstaunt: Das weiß sie nicht? Dann muß sie es vergessen haben.

3n der Badestube waren wir oder mindestens im Türrahmen, als die Schüsse sielen. Das weih ich genau.

Als der Vorsitzende die Zeugin Hilde Schel­ler auf die Darstellung der Zeugin Ellinor über die Dadestubeszene hinwies, sagte Hilde Schel­ler: Ich weiß nicht, ob Ellinor und ich in der Badestube waren. Rach meiner Erinnerung standen wir im Korridor. Damit war die Vernehmung der beiden Zeuginnen Ellinor und Hilde und ihre Gegenüberstellung beendet.

Ein Oberstudiendirektor von der Oberrealschule in Mariendorf, dieKrantz zuletzt besuchte, bekundete als Zeuge, daß Krantz stets zu den besseren Schülern gehört habe. Er halte den Angeklagten für einen befähigten jungen Mann von überdurchschnittlicher Be­gabung, Aber auch für einen leichtsinnigen und phantastischen Menschen, der leicht aus der Bahn zu bringen sei. Krantz sei nicht willensstark und sicherlich kein kaltblütiger Mörder. Alle Schüler, die er, der Zeuge, be­fragt habe, hielten Günther Scheller für den ftärferen Teil und waren der Ansicht, daß Krantz sich beeinflußen ließ. Ein Oberstudiendirektor vom Oberlyzeum Mariendorf, in dem Hil­degard Scheller Schülerin gewesen war, sagte aus, daß man Hildegard Scheller nicht ganz trauen konnte. Die Schule habe auch schon in früheren Jahren bei ihr einen Ver­kehr mit Jungen festgestellt. Die Verhandlung wurde dann auf Dienstag vormittag vertagt.

Kundgebung des evangelischen Reichseliernbundes.

Berlin, 11. Febr. (WB.) Die bei starker Beteiligung aus dem ganzen Reiche unter dem Vorsitz von Anterstaatssekretär a. D. Dr. Conze in Berlin zusammengetretenen Vorstandsmitglie­der und Führer des Reichsverbandes evangelischer Eltern- und Volks­bünde (Reichselternbund) haben eine Kund­gebung beschlossen, wonach der evang. Reichs- eltembund im Rainen von Millionen evan­gelischer Eltern an Reichsregierung und Reichs­tag die dringende Forderung richtet, die so weit geförderte Arbeit am Reichsschul­gesetz zu Ende zu führen. In weitesten Kreisen des deutschen Volkes würde es nicht verstanden werden, wenn nach achtjährigem Ringen auch diesmal kein Weg der Einigung gesunden würde. Der Gewissensnot der christ­lichen Eltern müsse Hilfe werden. Die Schule brauche Rechtssicherheit und Befriedung. Reichs­regierung und Reichstag dürften sich der Ver­antwortung hierfür nicht entziehen.

Aus alter W?lt.

Könnecke in Kalkutta angekommen.

Der Flieger Könnecke ist in Kalkutta ange- kvmmen. Wie erinnerlich, hatte er im Rovemoer v- I. eine Rotlandung in Allahabad vornehmen müssen. Könnecke erklärte Presseverttetern, er unö sein Begleiter seien wohlauf. Das Flug­zeug fei unversehrt: nur die Oelzufuhr bedürfe einer Reinigung. Er habe nach 7stündigem Flug über eine Strecke von rund 1100 Kilometer gegen

5 älhr nachmittags Kalkutta erblickt. Rachdem er länger als eine Stunde über Kalkutta un­feine Vorstädte Kreise beschrieben habe, fei er über Dumdum nach Barrackpore geflogen, habe aber das dortige Rauchsignal von den vielen Rauchwolken, die von Orten in der Rachbarschast aufstiegen, nicht unterscheiden können und sei, als es dunkel zu werden begann, in Sankrail glatt gelandet. Könnecke hofft, seinen Flug am 16. Februar fortsehen zu können. Er gedenkt über Rangoon, Hongkong, Schanghai und To­kio nach Alaska zu fliegen. In Tokio will er bis April bleiben.

Feier des Krönungstages des Papstes.

An dem aus Anlaß des Kronungstages Seiner Heiligkeit des Papstes von Runtius Pacelli zelebrierten Pon i ikalcnnt in der St. Hedwigskirche zu Berlin waren als Vertreter des Herrn Reichspräsidenten der stellver­tretende Reichskanzler Exz. Dr. H e r g t und des durch Krankheit verhinderten Reichskanzlers der Staatssekretär in der Reichskanzlei Dr. Pünder erschienen. Von der Reichsregierung war ferner Reichsminister Dr. Schätz l an­wesend. Als Vertteter des Reichsministers des Auswärttgen Dr. Strefemann nahm Staatesekre- tar Dr. v. Schubert teil. Das diploma­tische Korps war fast vollständig erschienen, weiter bemerkte man den früheren Reichswehr­minister Dr. G e ß l e r.

Schweres Automobilunglück.

Auf der Straße von Engers nach Reu- Wied wurde eine mit fünf Personen besetzte Limousine von einem anderen Wagen beim äleberholen in scharfem Tempo angefahren. Die Limousine überschlug sich und zertrümmerte

an einem Hochspannungsmast. Von den Insas':.: wurde ein 19jähriges Mädchen auf der Stelle getötet um) ein anderes junges Mädchen so­wie eine Hrau schwer verletzt, während die beiden anderen Mitfahrer unverletzt blieben. Der Wagen, der die Limousine angefahren hatte, fuhr in rasendem Tempo unerkannt davon.

Cln Explosionsunglück in England.

In Whetehaoen (Cumberland) ereignete sich ein schweres Bergwerksunglück, dem 13 Menschenleben zum Opfer fielen. Bei Schließung der Grude vor zwei Monaten fanden zwei Mann ihren Tod. Heute stiegen Bergwerksinspektoren, zu denen zwei ftaat- liche Inspektoren gehörten, in die Grude, um sie wieder in Betrieb zu nehmen. Bei Oeffnung der Grube kamen Gase hervor, die explodier- t e n. Sämtliche Mitglieder der Jnspektionskommis- sion kamen um.

Explosionskalastrophe in einem russischen Bergwerk.

Auf einer der Gruden der Rutschenkow-Berg- werke in S t a l i n o int Donezdecken, wo die deutsche Firma Thyssen arbeitet, ereignete sich eine Explo­sion, als ein deutscher Steig e-r trotz der Warnungen seines Chefs «ine Kiste Dynamit mit Hilfe eines eisernen Hammers zu öffnen suchte. Zwölf Mann wurden getötet, dar­unter neun russische Arbeiter, Chefingenieur Sie­vers, der Stetiger und ein deutscher Arbeiter. Acht Arbeiter, darunter ein Deutscher, wurden verletzt.

Gefährlicher Benzinbrand in Altona.

Aus unbekannter Tlrsache brach in -er Oel« handlung Warlich & Sohn in Altona-Langen- felde ein gefährlicher Benzinbrand aus. Beim Eintreffen -er Feuerwehr schlugen aus -em Tank- Hause, in dem sich 25000 Liter Benzin befanden, hohe Stichflammen. Das Feuer konnte lokalisiert werden und somit ein schweres Unglück verhütet werden. Ein Feuerwehrmann wurde durch eine Stichflamme am Kopf erheblich verletzt, zwei andere durch Explosion fortge­schleudert, kamen ohne ernstlichen Schaden davon.

Eine Kraftdroschke in die Spree gestürzt.

In der Rühe des Reichs tags gebäud es in Ber­lin geriet eine schnell fahrende Autodrvschke ins Schleudern und stürzte in die Spree. Dem Chauffeur und einem Fahrgast gelang es ab- zuspringen. Sie konnten in verletztem Zustande aus -em Wasser gezogen werden. Die Frau und der Sohn des Geretteten tarnen um. Der Chauffeur wurde als Polizeigefangener nach dem Staatskrankenhaus geschafft.

Anter dem Verdacht der Brandstiftung verhaftet.

Auf Grund der Ermittlungen der Staats­anwaltschaft Lüneburg wurde der Landwirt Cor­des in Bahrendorf, der Besitzer eines kürzlich in Stove an der Elbe, Kreis Winsen, nieb er­geb rannten Gehöftes unter dem Ver­dacht der Brandstiftung verhaftet. Bei dem Brand war ein 50jähnger Knecht um 8 Le­ben g ekvmmen und große Viehbestände waren vernichtet worden.

Ermordung dreier Deutschen in Polen.

In der Kolonie Ryszewek bei Wloclawek sind der deutsche Kolonist Wall, seine Köchin und sein Dienst­mädchen einem fürchterlichen Verbrechen zum Opfer gefallen. Man fand in der Küche die schrecklich zu­gerichtete Leiche der 65 Jahre alten Köchin, im Hofe die an einem Balken aufgehängte Leiche des 25jährigen Dienstmädchens, und im Korridor hing die L.-iche de^ Wohnungsinhabers. Nach den bis­herigen Ermittlungen sind ein Paar Stiefel und 40 Zloty von den Tätern geraubt worden. Bis sitzt sind vier Personen verhaftet, die der Tat verdächtig erscheinen.

Die Wetterlage.

Serdisf

»Tp

Aberdeen

wer«

0

= O

IO xnf

Hwar, 19^

franM

SoU-

5onntag,den 12.Tebruar1026 8 h vorn?.

O wolkenlos <3 netter. Q naio oedecXL ® wolkig. bedeexu Kegei>

* Sehnet ä Graupeln e Nebel KGrwit'er.(g)Wind5tllle. -O-> Sthr leichte' Os« -nissiger Südsüdwest q stürmisch«" hordwesl Oie Pfeue fliegen mu dem wmot. Die oei den Stationen stenenoen Zah­len geben die Temperatur an. Die Limen verbinden Orte mH gleichen, auf rteeresniveau umoerechneten Luftdruck

Wettervoraussage.

Der Vorstoß hohen Druckes von Westen her wird wieder südwärts verdrängt. Ein neues Tief hat sich im Raume von Island ausgebreitet un- gleichzeitig lag heute morgen ein Wirbel über England und dem östlichen Teil von Irland. Beim Vorüberzug -er Störungen kommt es bet uns zu neuen Riederschlägen. Die Temperaturen steigen dabei etwas an.

Wettervoraussage für Dienstag: Wolkig bis bedeckt, Temperaturen vorübergehend etwas ansteigend, zeitweise Riederschläge.

Witterungsaussichten für Mitt­woch: Veränder liches Wetter, Temperaturrück­gang, noch vereinzelt Riedenchläge.

Lufttemperaturen am 12. Februar: mittags 5,2 Grad Celsius, abends 3,1 Grad Celsius', am 13. Fe­bruar: morgens 2,1 Grad Celsius. Maximum 5,5 Grad Celsius, Minimum 1,2 Grad Celsius. Erd­temperaturen in 10 Zentimeter Tiefe: am 12. Fe bruar: abends 0,3 Grad Celsius; am 13. Februar, morgens 1,8 Grad Celsius. Niederschläge 0,8 Millimeter. Sonnenscheindauer: 2% Stunden.